GRIECHISCHE UND LATEINISCHE ;

KLASSIKER

SCHULAUSGABEN MIT ANMERKUNGEN

ANTHOLOGIE AUS DE LYRIKERN DER GRIECHEN I

BUCHHOLZ-PEPPMÖLLER

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Principal ot TUnivcreitB College

1901=1928

Verlag von B.G.Teubner in Leipzig und Berlin

DIE HELLENISCHE KULTUR

liAliGESTKLLT VON FRITZ BAUMGARTEN, FRANZ POLAND.RICHARDWAGNER

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yrisohe Gymn^sietwesen.]

'harakterköpfe aus der antiken Literatur, ^on Prof. Dr. E. Schwartz

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Schulwörterbücher

aus dem Verlage von B. G. Teubner in Leipzig und Berlii

Benseier- Kaegi: Griechisches Schulwörterbuch.

12. Aufl. [VIIT 11. 981 S.] Lex.-s. 1904. Dauerhaft in Halbii Der von Benseier umfaßte Schriftstellerkreis

liilät kernen der irgendwie für die Schullektüre in Betracht konimenden missen. Das Wüvterhnch erscheint so aucli fUr den Handgehraucli des l' weitem Umfange ausreichend, ludam es alles für den Schaler überflftsäige ; werk sow^ohl im Wottachatz als auuh iu der Etymologie verineidot, darf nach wie vor als das den Bedürfnlasen der .Schule am meisten entäprechoncl. gelten. Du' ^ i . i- Jmet os »ich durch abersichtüohe Anordnung und pr.ikt rang in i- lor Beziehung, durch die Benutzung der neuesten A

Krklärung.;? .• «ysteinatische Bearbeitung der Eigennamen und durch , Durcharbeitung des i'ormenmaterials und der Orthographie aus. Da das Wörttrbucl, ' i'i stereotypiert ist, iat endlich eine stetige Vervollkommnung von Auflage zu Auflage mt -f^'^-

Benseler-Schenki: Deutsch -griechisches Schulwörterbuch. ' \' v

[V'u. 942 S.l Lex. 8. 1909. In Halbfranz geb

Heinichen: Lateinisches Schulwörterb ch

8. Aufl. Neu bearbeitet von Direktor Dr. H. Blase und Prof. Dr. W. Reeb. ^-^

einem Abriß der lateinischen Laxit-, Formen- und Wortbildungslehre ~^ Oberlehrer Dr. E. Hermann, der Bedeutungslehre und Stilistik von-ot. Dr. K.Reissinger, sowie einem Abriß der römischen Literaturgescbj.j*'«' [LXYI u. 921 S.] Lex.-S. 1909. Dauerhaft in Halbfranz geb. J(^--'

In der vorliegenden Auflage hat das Wörterbuch eine durchgreifende UmarbeitUr' J-^- fahren. 3Sficht nur sind manche Druckfehler und nicht mehr anerkannte KiymC»^'-^ beseitigt, sondern viele Artikel sind übersichtlicher gestaltet und manche iii erhebl'iX't Maße umgearbeitet worden. Eigentlicher und übertragener Gelirauch ist genaue R«t schieden, tds es bisher geschehen ist. Die Belege aus Cicaro und Cäsar sind allein '^^■n*- besonders bezeichnet und so von den übrigen Belegen aus der Prosa der klassische augusteischen Zeit geäoliieden, w.is früher nicht der FaU war. Neu berilcksichtig'^i , die Abscliiiitte a\is Schriftstelli-ru der sog. silbernen Datinität, die Th. Opi* ' ^ ■''< Weinhold in ilirer OhrestoniaUiia isusamniengeateUt haben. Die dem Wuri geschickten Abrisse der -wichtigsten Kapitel der lateinischen Sprachlehrt vertieften Auffassung des spraclüichen Lebens seitens der Schüler der oberei Weg ebnen und den Gebrauch des Wörterbuchs ebenso in diesem Sinn, wie um wieder der spracblichen Bildung dienstbar macheu.

Keinichen- Wagener: Deutsch -lateinisches Schulwörterbuch.

rvjl u, 872 S.1 Lex. 8. 189.5. In Halbfranz geb _

Sonder-Wörterbücher zu

PöoaB* Von H, Ebeiing. e.Auf läge, von PhäfiniQ Von A. Schaubaoh. UaSar. j. unoe. Gebunden ,.*1.80. mdUl Üb. lag«. Geheftet .>i -^

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Siebelis'

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tirooinjuiti poeticum.

A. Schaubach. i3. Au s'^-

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ANTHOLOGIE

AUS DEN

LYRIKERN der GRIECHEN.

FÜK DEN

( SCHUL- UND PRIVATGEBRAUCH ERKI.ÄRT

UND MIT LITTERARHISTORISCHEN EINLEITUNGEN VERSEHEN

VON

Dr. E. buchholz.

ERSTES BANDCHEN: DIE ELEGIKER UND lAMBOGRAPHEN ENTHALTEND.

FÜNFTE UMGEARBEITETE UND ERWEITERTE AUFLAGE,

BEBOROT VOir

R. PEPPMULLER.

LEIPZIG,

DRUCK UND VERLAG VON B. G. TEUBNE R.

1900.

ALLE KECHTE, EINSCHLIESSLICH DES ÜBERSETZUNGSRECHTS, VORBEHALTEN.

Yorw^ort.

'Die Bearbeitung der vorliegenden Anthologie ist aus der Überzeugung hervorgegangen, dafs ein gewisses Unrecht darin liegtj der Jugend die auf uns gelangten Reste der hellenischen Lyriker gänzlich vorzuenthalten. Während den Schülern unserer oberen Gymnasialklassen das Epos und Drama der Griechen möglichst zugänglich gemacht wird, lernen sie in der Regel von den lyrischen Erzeugnissen derselben wenig oder nichts kennen, und Namen wie Mimnermos, Theognis, Simonides bleiben ihnen oft selbst dem Klange nach fremd. Und doch lehrt uns gerade die Lyrik als die subjektivste Gattung der Poesie, in der die geheimsten Falten des Menschenherzens sich erschliefsen, den Genius eines Volkes von ganz neuen und eigentümlichen Seiten kennen, welche in den objektiveren Gattungen der Poesie, in denen die Persönlichkeit des Dichters hinter den poetischen Stoff zurücktritt, nicht zum Ausdruck gelangen können. Es wäre daher sehr zu wünschen, dafs die Schule den gegründeten Ansprüchen dieser Dichtgattung min- destens insoweit Rechnung trüge, dafs sie das Studium der- selben bei den Schülern anregte und namentlich auf eine fruchtbare Privatlektüre der Lyriker fördernd einwirkte. Ich meinerseits hege den innigsten Wunsch, dafs auch diese Antho- logie — wie es schon früher die StoUsche gethan hat zur Bildung der Gymnasialjugend ein Scherflein beitragen und das Studium der Lyriker auf unseren Anstalten mehr zur Geltung bringen möge.'

So schrieb Buchholz, als er die erste Auflage seiner Anthologie herausgab. Das Ziel, das er sich gesteckt hatte, ist, wie die stattliche Zahl der Auflagen, welche der ersten gefolgt sind, beweist, wirklich erreicht worden, und es in

rv VORWORT.

Zukunft festzuhalten, war die Absicht des Herausgebers der vorliegenden Bearbeitung. Doch wenn Buchholz der geist- reichen, aber schonungslosen Textgestaltung, wie sie sich namentlich in der 4. Ausgabe der Poetae lyrici graeci zeigt, zu sehr gefolgt war, so habe ich mich befleifsigt, einen zwar lesbaren, aber sich mehr an die Überlieferung anschliefsenden Text darzubieten, ein Grundsatz, der schon in Anbetracht der Bestimmung dieses Buches geboten schien. So nähert sich der hier gedruckte Text naturgemäfs der Fassung, welche Hiller und Crusius gegeben haben.

Die Auswahl der Gedichte ist im wesentlichen dieselbe wie in den früheren Auflagen. Doch mufsten die neuen, durch Aristoteles' nolirsCa 'Ad^rivaCav bekannt gewordenen Bruchstücke der Solonischen Gedichte natürlich berücksichtigt werden, und es wird nicht zu tadeln sein, dafs auch andere Verse des grofsen Staatsmannes gelegentlich in die Dar- stellung verwoben sind. Von Theognis habe ich nur ein- zelne, an der betreffenden Stelle (289 314) nicht wohl zu entbehrende Verse hinzugefügt. Der Schlufs ist vermehrt worden um ein Gedicht des Her on das; denn ich hielt es für zweckmäfsig, dafs auch die Poesie dieses wiederauferstan- denen alexandrinischen Dichters als Seitenstück zu Babrios in unserer Sammlung vertreten sei. Dagegen habe ich den Hymnus des Aristoteles auf die Tugend, welcher in dies Bändchen nicht gehört, fortgelassen. Lange habe ich ge- schwankt, ob ich nicht auch die verhältnismäfsig lange Ab- handlung über den Dialekt der Elegiker und lambographen unterdrücken sollte^ aber wenn sie auch für Gymnasiasten wenig Interesse hat, so kann sie doch für fortgeschrittene Benutzer dieses Buches in mancher Beziehung förderlich sein.

Zu besonderem Danke fühle ich mich Herrn " Professor Dr. Wähdel verpflichtet, der mich bei der Korrektur der Druckbogen freundlichst unterstützt hat.

Der Herausgeber hat weder Mühe noch Fleifs gespart, um die Brauchbarkeit unserer Anthologie zu erhöhen: möge es seiner Arbeit an eifrigen Lesern nicht fehlen!

Stralsund, den 20. April 1899.

Rndolf Peppmüller.

Inhalt.

Elegiker. Seite Allgemeine Einleitung.

A. Litterarhistorischer Überblick 3

B. Über das Wesen der Elegik und ihr Verhältnis zur Epik . . 6

C. Über den Dialekt der Elegiker und lambographen ..... 11

Kallinos 25

Tyrtaios 27

Mimnermos 38

Solon 42

Xenophanes 64

Theognis 70

Ion von Chios 115

lambographen.

Litterarhistorischer Überblick 123

Archilochos . 124

Semonides von Amorgos 135

Herondas 144

Babrios 154

Anhang 165

I.

ELEGIKER

Buchholz, Anthologie. I.

Allgemeine EinleitriDg.

A. Litterarhistorisclier Überblick.

§ 1. Die erste künstlerisch entwickelte Gattung der helle- nischen Poesie ist das Epos, dessen Blüte in die Periode des Anaktentums fällt. Ein bedeutender Umschwung tritt um den Beginn der Olympiadenrechnung ein. Das alte Anaktentura verfällt allmählich, und es entstehen republikanische Verfas- sungen; mit der Emancipation des Individuums verschwindet die kindliche Naivetät der alten, patriarchalischen Zeit; das Bewufstsein der Freiheit hebt den Meuschengeist zu kräftigem Selbstgefühl empor, und seinen Gesichtskreis beherrschen neue Ideen. Jetzt zuerst kommt im Staatsleben wie in der Poesie die Subjektivität zur Geltung, und es entsteht eine neue poe- tische Gattung, die Lyrik. Bisher hatte der Dichter im Epos objektiv und leidenschaftslos, hinter seinen Stoff zurücktretend, die Grofsthaten der Heroenwelt besungen; jetzt stellt er im Gefühl seiner persönlichen Berechtigmig sich selbst in den Vordergrund und singt mit lyrischem Schwünge von Freiheit und Vaterland, von Freundschaft und Liebe und von den Freuden und Leiden des menschlichen Daseins.

§ 2. Der erste derartige Versuch, der Subjektivität in der Poesie ihr Recht zu verschaffen, ist die Elegie. Rücksichtlich der Terminologie ist hier zu unterscheiden zwischen Eksyog jyKlagelied", iXeystov (nämlich siiog) und ikeysta (adif). Der Ausdruck iXsystov bezeichnet rein formell die distichische Ver- bindung von Hexameter und Pentameter, iXsyaCa aber ist jedes in dieser Foim verfafste Gedicht beliebigen Inhalts. Wie das Wort eXsyog leitet auch die elegische Poesie selbst ihren Ur- sprung aus Kleinasien ab, und zwar von jenen Nänien und düsteren, in gehaltenen Tönen von der Flöte begleiteten^) Gesangsweisen, welche von den Karem und Lydiern aus unter den benachbarten loniern bekannt wurden. Aber erst die

1) Daher wurde auch die griechische Elegie bei den Symposien von der Flöte begleitet.

4 ELEGIKER.

ionischen Dichter hauchten der Elegie einen Geist ein, der weit über den Charakter jener Nänien hinausging, und auch rücksichtlich des Stoffs beschränkten sich die Elegiker keines- wegs auf Klagegesänge, sondern zogen überhaupt die Zustände und Ereignisse ihrer Zeit und Umgebung in den Kreis ihrer Betrachtung, und zwar zunächst die politischen: die Elegie war in ihren Anfängen kriegerisch.

§ 3. Die Geschichte der griechischen Elegie zerfällt in 3 Perioden: 1. von Kallinos bis Selon (älteste kriegerische und politische Elegie), 2. von So Ion bis Antimachos von Kolophon (gnomische oder ethische Elegie), 3. die Alexan- driner (erotisch-sentimentale Elegie).

Die Elegie der ersten Periode, welche vorzugsweise dem ionischen Stamme angehört, bewegt sich noch ganz im poli- tischen und öffentlichen Leben. Wie der spätere Volksredner durch das lebendige Wort das Volk beherrscht und lenkt, so suchen auch Kallinos und Tyrtaios durch den feurigen Vortrag ihrer Lieder im Volke patriotische Ideen zu wecken. Durch diese patriotische Tendenz erhält also schon die älteste Elegie ein subjektives Element, obwohl ihr Stoff an sich rein objektiver Art ist. Dieser politisch -kriegerischen Richtung gehört noch die Solonische Elegie Salamis an, durch welche der Dichter die Athener zur Wiedereroberung der Insel an- feuert. — Zuerst war also, um mit Niebuhr^) zu reden, die Eris in der griechischen subjektiven Poesie einheimisch: auch die Elegieen des Archilochos hatten etwas von dem kriege- rischen Geiste des Kallinos, sodafs er selbst von sich sagen konnte, er sei zugleich Diener des Ares und Kenner der MuseiL^)

§ 4. Durch Solon, mit welchem die zweite Periode be- ginnt, erhält die Elegie eine lehrhafte Tendenz; denn dieser zieht hauptsächlich politische Verhältnisse in ihren Kreis, da- her Hertzberg Solons Elegieen politische Standreden nennt, in denen das Metrum den oratorischen Numerus vertrete. Dabei aber ist sie dergestalt sententiös, dafs man Solon auch zu den gnomischen Dichtern gezählt hat. Hierher gehören auch Phokylides von Milet, dessen Sentenzen bisweilen schon den Charakter des späteren, aus der gnomischen Elegie entwickelten Epigramms an sich tragen^), und namentlich der Dorier Theognis, dessen Poesie, obwohl auf politischer Basis ruhend, doch so viel Sententiöses enthält, dafs man schon im Altertum über ihrem gnomischen Element das politische vergals.

1) Vorträge über alte Geschichte I, 365.

2) Unten Fr. 1.

3) Sein geistiges Eigentum schützte er durch den naiv klingenden Anfanor xkI töSt ^(aKvXiSsca. P.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 5

Neben der gnomischen Tendenz aber zeigt sich noch eine Menge anderer Richtungen, z. B. die erotische, threnetische und sympotische: sie sind indes nicht so scharf zu sondern, dafs man ebensoviele streng geschiedene Untergattungen der Elegie annehmen dürfte. Im Gegenteil durchdringen sich diese Ele- mente dergestalt, dal's eine und dieselbe Elegie z. B. von einem erotischen Grundmotiv ausgehen und doch der sympotischen Poesie angehören kann.

Zunächst gehört hierher Mimnermos als Schöpfer der erotischen Elegie. Auch seine Poesie war noch grofsenteils politisch und voll wehmütiger Reminiscenzen an die verlorene Freiheit seiner Vaterstadt. Als einzigen Trost im Drange der Zeit empfiehlt er den Genufs des Lebens und der Liebe; aber seine ganze Poesie ist von tiefer Wehmut durchweht und voll von rührenden Klagen über die Vergänglichkeit der Jugend und die Schrecken des Alters. Von mehr heiterer Färbung, wenn auch auf philosophischer Höhe gehalten, sind die kon- vivialen Elegieen des Xenophanes, der namentlich über die durch die Homerischen und Hesiodeischen Mythen verunglimpfte Gottheit würdigere Ideen zu verbreiten suchte.^) Heitere Ele- gieen dichtete Ion von Chios, der sich an Mimnermos und Anakreon anschlofs; tcCvelv und nait,8Lv ist der Grundton, der durch seine Poesieen hindurchklingt. Nicht ohne eine ge- wisse Berühmtheit ist der Elegiker Dionysios Chalkus „der Kupfermann", ein Beiname, den er von dem Vorschlage erhielt, kupferne statt silberner Münzen schlagen zu lassen. [Freilich war es eine Verkennung der distichischen Strophe, wenn er den Pentameter in einigen seiner Gedichte dem Hexameter voraufgehen liefs.] Aufser Anakreon, der ebenfalls Elegieen dichtete, ist hier noch Simonides von Keos zu erwähnen, der als Meister der threnetischen Elegie galt, dessen Haupt- verdienst aber gerade die künstlerische Ausbildung des Epi- gramms war. Endlich gehört noch Antimachos von Kolophon hierher, der den Übergang von der antiken zur alexandrinischen Elegie bildet. Seiner Elegie Lyde, in der er den Verlust seiner Geliebten beklagte, gab er, ganz wie die Alexandriner, einen gelehrten Anstrich, sodafs das Gefühl hinter der gelehrten Hülle sehr zurücktrat. Neben dieser Elegie begründete er seinen litterarischen Ruf durch sein Epos, die Thebais.

§ 5. In der Geschichte der alexandrinischen Elegie kann man zwei Perioden unterscheiden: die erste, wo sie noch

1) Bekannt ist seine Kritik über die alten Epiker, in der es heifst: navza &solg &vi&j}yiav "Ofttjpös &' 'HeioSog rs, | oaaa itag' Scvd'Qmnoiaiv övsidsa Kai i/)dyog iaxiv . . . dbs nXftat' icp&iy^avto 9swv cc^tfiLaria ^eyof, | ■KXinTSiv ^loixsvsiv rs ■xal äXX'^Xovg inarsveiv. P.

6 ELEGIKER.

rein erotischen Charakter trägt, die zweite, wo der mytho- logische Stoff völlig überwiegt und das erotische Element nur nebensächlich ist. Die erste Periode eröffnet Philetas von Kos, der in erotischen Elegieen seine Geliebte Battis feierte. An ihn reiht sich Hermesianax von Kolophon, der Liebesaben- teuer mit tragischem Ausgange besang und darin für den Ver- lust seiner ihm durch den Tod entrissenen Geliebten Leontion Trost suchte. [Die Liebe zu schönen Knaben besang an Idealen aus der Götter- und Heroen weit Phanokles in einer Samm- lung von Elegieen, die er "EQcotsg r) xakoc nannte.] Das ero- tische Element verschwindet bei Kallimachos, bei dem das antiquarische Interesse durchaus vorherrscht. Seine Hymnen sind zwar sauber und elegant in der Form, aber wegen ihrer vieKach dunkelen Gelehrsamkeit schwer zu verstehen und ohne belebende Wärme, seine Epigramme dagegen aufserordentlich schön, wie denn auch seine Elegieen, von denen die meisten sich in den ACtia befanden, einst als mustergültig gepriesen wurden.^) Besonders dieser Dichter stand bei den Römern in grofsem Ansehen, die ihn und andere Alexandriner nachahmten und übersetzten^), ehe sie mit den älteren griechischen Lyrikern sich vertrauter gemacht hatten. Nicht minder gelehrt sind Alexander Aitolos und Eratosthenes, dessen Elegie Eri- gone am bekanntesten ist. Der letzte Ausläufer der Elegie endlich ist Parthenios von Nikäa, dessen Elegieen für die Römer nicht selten vorbildlich waren.

B. Über das "Wesen der Eleg-ik und ihr Yerliältnis

zur Epik.

§ 6. Da die ältere griechische Elegik sich unmittelbar aus der Epopöe entwickelt hat, so ist es natürlich, dafs sie unverkennbare Merkmale ihrer Abkunft an sich trägt, und zwar tritt die Verwandtschaft beider hervor: 1) im Inhalte, 2) in der Vortragsweise, 3) im Metrum, 4) in der sprachlichen Darstellung und im Satzbau und endlich 5) im Dialekt.

Was zunächst den Inhalt betrifft, so hatte die älteste Elegie, die des Kallinos und Tyrtaios 3), kriegerischen Cha- rakter, indem jener die Ephesier, dieser aber die Spartaner zu tapferem Streite anfeuerte. Diese Elegik ist also in stoff- licher Hinsicht der auf dem troischen Kriegsschauplatze sich bewegenden Ilias verwandt, und mit demselben Rechte, wie

1) Von einem idyllisch gehaltenen Gedichte, der Hekale, sind einige Verse durch die Papyri des Erzherzogs Rainer bekannt geworden (6. Bd. der Mitteilungen aus dieser Sammlung). P.

2) So besitzen wir von ihm die Elegie „das Haar der Berenike" in CatuUs schöner Übertragung (c. 66). P.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 7

der Spartanerkönig Kleomenes den Homer*), darf man den Kallinos und Tyrtaios zu den noiTjtal ytoXs^ixoL rechnen.

§ 7. Wie der poetische Inhalt, so bildet auch die Vor- tragsweise einen Verknüpfungspunkt zwischen Epik und Elegik; denn wie die Epiker, so recitierten auch die Elegiker ihre Gedichte mit gehobener Stimme, und um ihre Zuhörer in eine ihrem festlichen Vortrage angemessene Stimmung zu ver- setzen, schickten jene wie diese ihrer Recitation ein musi- kalisches Präludium (avaßol'ij^)) voraus; auch innerhalb des Vortrags liefsen sie wohl eine Pause eintreten und füllten diese durch ein musikalisches Zwischenspiel aus. Nur das Instru- ment, dessen sie sich bedienten, war verschieden; denn wäh- rend die Aöden und Rhapsoden sich der Kithara oder der Phorminx bedienten, wurde die Elegie von der dieser Poesie mehr zusagenden leidenschaftlicheren Flöte begleitet. Diese musikalische Begleitung ist indes in späterer Zeit, namentlich bei Dichtungen politischen Charakters, wohl in der Regel unter- blieben, sodafs der Vortrag sich auf reine Recitation be- schränkte. Wenn wir von Rhapsoden lesen, dafs sie mit einem Zweige in der Hand ihren Vortrag hielten, so haben auch diese ohne musikalische Begleitung gesprochen. So ergiebt sich denn, dafs Epik und Elegik dieselben Entwicklungsphasen durchlaufen haben, indem beide in ihrer älteren Periode die Musik heranzogen, später aber sich auf reine Recitation be- schränkten. ^)

§ 8. Ein weiteres die Elegik mit der Epik verknüpfendes Band ist das Metrum; denn das Distichon (^iXsyetov^y), dessen jene sich bedient, ist im Grunde nichts weiter als eine Ver- bindung von je zwei Hexametern, nur dafs der dritte und sechste Fufs durch Dehnung der Arsis zu einer vierzeitigen Länge (xQÖvog rsrQdörjuog) oder durch Einhaltung einer zwei- zeitigen Pause (letfi^tt) denselben rhythmischen Wert erhält, den die übrigen Füfse haben. So kommt es, dafs die Schlufs- arsis der ersten Vershälfte mit der ersten Arsis der zwei- ten dergestalt zusammenstöfst, dafs scheinbar eine Unter- brechung eintritt, welche indes beim richtigen Vortrag dadurch unauffällig werden konnte, dafs man die Schlufslänge des ersten Kolon nachklingen liefs.^) Der elegische Pentameter ist dem- nach seinem rhythmischen Umfang nach von dem heroischen Hexameter nicht verschieden, er modifiziert aber dessen rhyth-

1) Ael. var. bist. 13, 19.

2) Odv88. 1, 155.

3) Vgl. Renner, Über das Formelwesen im griechischen Epos S. 11, Anm. 1.

4) S. oben § 2.

6) Vgl. W. Christ, Metrik der Griechen und Römer« § 242.

8 ELEGIKER.

mische Wirkung in der Weise, dafs die im Hexameter empor- strebende Kraft im Pentameter durch die Synkope (ror?^) wie gebrochen erscheint. Trotz jener rhythmischen Homogenität des elegischen Pentameters mit dem Hexameter ermöglicht das daktylische Distichon einen entschiedenen Fortschritt in der Entwickelung der strophischen Poesie. Während der Hexameter nämlich trotz der grofsen Mannigfaltigkeit, die sein monoko- lischer Bau nach Schlegels schöner Schilderung in dem Gedichte „der Hexameter'^ gestattet, den Charakter einer gewissen Gleichförmigkeit nicht verleugnen kann, bildet das Distichon eine Gruppe von je zwei Versen, also eine Strophe. Später entstanden allmählich Strophen von gröfseren, vielfach komplizierten Gruppen. Ein höchst bedeutender Fortschritt ging von dem lambographen Archilochos aus, der nicht nur Verse verschiedener Rhythmengeschlechter einheitlich verband, sondern auch schon dreigliedrige Strophen schuf, worauf dann die Strophenbildung in der melischen und chorischen Lyrik ihren Gipfelpunkt erreichte.

So war die Elegik durch die Schöpfung der distichischen Kompositionsart zu der kunstvollen Verschlungenheit der spä- tieren, namentlich dorischen Strophenbildung die Brücke.

§ 9. Ein fernerer Punkt, in welchem die ältere Elegie sich mit dem Epos nahe berührt, ist die Sprache und der Satzbau. Wie der epische Dichter, so spinnen auch die älteren Elegiker oft einen zusammenhängenden Gedanken durch eine ganze Reihe von Versen hin, welche vermöge dieser logischen Zusammengehörigkeit gleichsam zu einem einheitlichen Ganzen verschmelzen, wie z. B. die ersten 6 Disticha der 3. vTtod^tjxi] des Tyrtaios (12 Bergk) eine kontinuierliche Periode bilden. Die spätere Elegik hingegen zwängt ihren Satzbau in einen geringeren Umfang von Versen ein und gelangt schliefslich dahin, dafs sie fast mit jedem Distichon einen Gedanken zum Abschlufs bringt.^) Die sprachliche Darstellung der älteren Elegiker zeigt endlich auch noch vielfach einen Anflug von der behaglichen Breite der Epik^), indem sie ganz nach Ho- merischer Weise die Schilderung eines Gegenstandes oder Vor- ganges bis in die geringfügigsten Einzelheiten verfolgen, wie beispielsweise Xenophanes die Zurüstungen zu einem Sympo- sion: der Fufsboden des Speisesaals ist gesäubert, Hände und Becher gereinigt. Kränze und Salben stehen bereit, der Misch- napf wartet auf die Zecher, und duftender Wein füllt die Krüge; Weihrauchdüfte durchwallen das Gemach, und kühles Wasser zur Herstellung des Mischtranks harrt seiner Verwendung;

1) Vgl. Renner, Über das Formelwesen S. 11.

2) Eenner S. 11 f.

ALLGEMEINE EINLEITUNG 9

Brot, Käse und Honig belasten die Tafel, mit Blumen um- wunden ragt ein Altai- in der Mitte, und Tanz und Festjubel hallt durch das Haus.^) Hier ist nichts übersehen, was zu einem regelrechten Symposion gehört, und Homer selbst hätte dasselbe nicht mit eingehenderer Detaillierung schildern können.

§ 10. In wie engem Zusammenhange die ältere griechische Elegie mit dem Epos steht, zeigt sich ferner auch darin, dafs sich in ihr zahlreiche Reminiscenzen aus den epischen Dich- tungen — Homer, Hesiod und den Homerischen Hymnen finden. Diese Erscheinung steht mit dem Formelwesen der epischen Poesie in engem Zusammenhange und findet in diesem seine Erklärung. Die epischen Dichter gebrauchen nämlich, wie bekannt, für dieselben Sachen, wenn sie wiederholt er- wähnt werden, auch wieder dieselben Ausdrücke und Wen- dungen, deren Wortlaut so ängstlich festgehalten wird, dafs sie sich geradezu zu stereotypen Formeln gestalten. Derartige Wiederholungen finden nicht nur in dem Falle statt, wenn jemand die Rede eines anderen wortgetreu wiederberichtet, sondern überall da, wo gewisse Thatsachen und Erscheinungen geschildert werden, welche in der Natur und im Menschenleben nach gewissen Gesetzen oder gewohnheitsgemäfs zu bestimmten Zeiten sich zu wiederholen pflegen, wie beispielsweise die Be- reitung der Mahlzeiten, Weingenufs und Spenden, Sonnenauf- und -Untergang, die vorrückende und abnehmende Tageszeit, Schlafengehen und Nachtruhe, Anrede und Erwiderung im Wechselgespräche, Anschirrung und Ausspannung der Pferde, Abfahrt und Landimg der Schiffe u. s. f. Sodann gehören hierher die Epitheta perpetua oder omantia, deren sich die mit genialem Griffel die Wirklichkeit malende plastische Epik zur Erzeugung eines lebendigen Eindrucks bedient, wie auch die nichtstereotypen Epitheta necessaria, welche den fraglichen Gegenstand nur für die vorliegende Stelle bestimmter bezeichnen sollen; ferner die zu einem Gesamtbegriff sich ergänzenden oder einen Begriff verstärkenden Kopulativverbindungen, wie ßgcäöig TS Tiööig T£, xarä (pgeva xal xarä ^v^ov, ccQfia xal iimoi^ ocvigig ijrf^ yvratxfg, tioC rt xal dvsgig, wie auch zahlreiche stereo- type Versanfänge, wie z. B. cbg icpar' , ag qpaTO, ag äg' ecpr]^ ag Uga qxovTJöag, ag ug" i(pc6vr}6sv^ ads de rig ei'Tteöxev u. s. w.^)

§ 11. Diese von der Epik geschaffenen Formeln nun, zu deren Entstehung teils das „konventionelle Element", teils der metrische Zwang und gewisse die Stellung der Wörter im Verse beeinflussende grammatische und rhetorische Gesetze hinwirkten.

1) Xenoph. Fr. 1 unten.

2) Weiteres über diese Formeln s. bei Renner, Über das Formel- wesen S. 4 ff.

10 ELEGIKER.

haben auch bei den Elegikern, vorzugsweise bei Kallinos und Tyrtaios, Nachahmung gefunden. Am häufigsten gehen diese formelhaften Reminiscenzen auf die Homerischen Dichtungen zurück; bei Solon und Theognis aber finden sich auch in gröfserer Zahl Anklänge an den ihnen geistig verwandten He- siod, der von Tyrtaios und den kleinasiatischen Dichtem nur wenig berücksichtigt worden ist. Aufser den eigentlichen For- meln treffen wir aber auch direkte Nachahmungen bestimmter epischer, nicht formelhafter Stellen von gröfserem Umfange, und andererseits Wörter und Wortformen, die meist an der- selben Versstelle erscheinen.^)

In welchem Mafse die Ausdrucksweise der Elegiker durch Homerische und Hesiodische Reminiscenzen beeinflufst wird, werden die unter dem Texte beigebrachten Stellen zeigen.

§ 12. Wie in Griechenland förmliche Homeridenschulen existierten, welche sich die berufsmäfsige Pflege der epischen Poesie zur Aufgabe machten^), und wie auf der Insel Lesbos unter Sapphos Leitung eine lyrische Sängerschule blühte^), so mag .es, wie Renner glaublich gemacht hat*), auch Elegiker- schulen gegeben haben. Man kann sie sich als Innungen oder Genossenschaften denken, in denen die Elegik im Verein mit der ihr verschwisterten Kunst des Flötenspiels gepflegt und elegische Dichter ausgebildet und zu selbständigem Schaffen angeleitet wurden. Für die Annahme einer traditionellen Pflege der elegischen Kunst in derartigen Schulen spricht auch der Umstand, dafs überhaupt die Pflege der Dichtkunst in ihrer Blütezeit einen traditionellen Charakter trug und in Dichter- familien oder Genossenschaften (yevr]) von Geschlecht zu Ge- schlecht sich forterbte, wie denn beispielsweise Simonides von Keos, Stesichoros, die drei Koryphäen der Tragödie und viele andere einem solchen Genossenschaftsverbande angehörten und förmliche Stammbäume für ihre ysvrj aufzuweisen hatten. Und nicht nur in den poetischen Genossenschaften machte eine solche Tradition sich geltend, sondern in allen hellenischen Genossen- schaften überhaupt war die Erblichkeit dergestalt herrschend, dafs die in ihnen gepflegten Künste und berufsmäfsigen Fertig-

1) Vgl. Renner a. a. 0. S. 17 ff. u. 21 ff.

2) Sengebusch, Hom. diss. II. p. 47ff. und 70.

3) Suidas macht 3 lyrische Dichterinnen namhaft, welche sich in der Schule der Sappho ausgebildet haben sollen. S. v. Saitcpoi Hiftcovog: liad'TjTQiaL Ss ccvtiis 'AvayoQcc MiXi^aicc, royyvXcc KoXocpcovicc , Evvsiiia 2ccXay,ivia. Die ihr besonders nahestehenden Schülerinnen bezeichnet derselbe Lexikograph als ihre haiQui, und cpiXai. Ebendas. : hcctQat Ss airiig wai cpiXcci ysydrccai TQStg, 'Atd'ig, TsXeaimta, MsyaQcc. Renner S. 13, Anm. 1.

4) Über das Formelwesen S. 12 f.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 11

keiten von einem Geschlecht zum andern sich fortpflanzten'): so in den ärztlichen Familien, wie in denen der Asklepiaden, in den Kunstgenossenschaften, in den Geschlechtem der Herolde*) und sogar wenigstens bei den Lakedämoniern in denen der Kochkünstler. Der äufsere Zusammenhang und Bestand solcher Innungen wurde teils durch einen gemeinsamen Kultus gesichert, welcher sich an den ^qojs sjtcävvfiog des Geschlechts knüpfte, teils durch die Heiligkeit des v6(iog aygatpog oder der Sitte und des uralten Herkommens wie später durch das geschriebene Gesetz und positive Recht.

In elegischen Sängerschulen also mag die elegische Kunst förmlich berufsmäfsig geübt worden sein, und zwar auf der Grundlage der Homerischen Dichtungen, welche man dem Gedächtnisse einprägte, und an denen man seinen Geschmack bildete. Dabei machte man sich zugleich einen Schatz von poetischen Formeln und Wendungen geläufig, den man dann für die eigene dichterische Praxis verwertete. So wurde denn die Homerische Poesie, wie sie überhaupt den ganzen Hellenis- mus mit ihren befruchtenden Keimen durchdrang und selbst noch den späteren Dichtern, namentlich den drei grofsen Tra- gikern, poetische Nahrung zuführte, auch für die Elegiker zu einer ausgiebigen Fundgrube poetischer Gedanken und Wen- dungen, welche sie für ihre Zwecke ausbeuteten.

C. Über den Dialekt der Elegiker und lambograplien.^)

I. Konsonanten.

§ 13. 1. Di gamma. Bei den ionischen Elegikern und lambographen, wie auch bei Solon, haben viele Wörter, welche bei Homer noch stärkere Spuren des Digamma zeigen, kein

1) Odyss. 2, 22: Svo (vioi EvQvvoyiOv) 8' alev ?;uoi' Ttargmia ^Qyce. Dazu Eustathios: 3ri Ss tag nuTgäag oi natSsg i^sös^ovro ti^vag, mg xai iv T^ 'iXiccdi iSriXa)9ri, 'HgöSorog iaroQSi' avXr]rov yocg avlriri^g, kuI (ucyBiQOv cpriöl (iccYiiQog xal x^pu^ -m^QVKog. Vgl. Kostka, De praeconibus Homericis (Programm des Königl. Gymnasiums zu Lyck 1844) p. 27.

2) Eustath. zu Hom. II. 10, 314: ort, ds wg sUbg xTjpu^ tjv kutcc tbv TUtxiQcc v.a.1 6 döXcov, ij TtccXaia avvij&sia SrjXot- avvT}9sg yocQ rotg naXcciolg, aig iarogsl xal 'Hgodorog, rag ■jtatQcöag tix^ug 8icc8ix^a&ai. Zu II. 17, 323: xtfpt;^ ovv xai 6 "Hnwog, ov triv ti%vriv ö vibg SisSi^aro xara i^og aqxalbv.

3) Eine Reinigung der überliefertea Texte und Wiederherstellung der „ursprünglichen Sprachform der altionischen und altattischen Lyrik" ist das Ziel, das sich A. Fick gesetzt hat in Bezzenbergers Beitr. zur Kunde der indog. Sprachen XI, 242—272, XIII, 173—221, XIV, 252—266. Er hat diese Studien neuerdings im Anschlufs an andere Gelehrte (Ahrens und Meister) und besonders mit Berücksichtigung von Hoff-

12 ELEGIKER.

Digamma mehr.^) Den ionischen Elegikem schliefst sich Tyr- taios an, nicht dem älteren lakonischen Dialekte, der das Di- gamma noch beibehielt, als es in der las und Atthis längst erloschen war. [Auch bei Theognis kann von einem lebendigen Gebrauche des Digamma nicht die Rede sein: Digammierung wird bei denselben Wörtern häufiger unterlassen als sie vor- kommt.]

Als ehemals digammiert verraten sich durch den Hiat^) ädslv (Th. b2), ävai, (Th. 1. 5 (443). 527, Arch. 1, 1), ei- nelv (Th. 153), eQyov (Tyrt. 2, 27, Sol. 6, 21. 31, ^Th. 407), egdaiv (Sol. 6, 67, Th. 97: av egdovri, Sem. 2, 80: ev sgleLSv), lös IV (Tyrt. 1, 26), olda (Th. 141), oUog (Mimn. 2, 11), olvo? (Th. 413), 0^ und ßg (Tyrt. 1, 2, Sol. 6, 27, Xen. 2, 9, Th. 154, Sem. 2, 79).

[In Zusammensetzungen ist es der Einflufs des ur- sprünglich stärker gefühlten Konsonanten gewesen, der den Hiat auch später nicht anstöfsig erscheinen liefs: die Elegie verwendet auch hier dieselben Wörter wie das Epos, dessen Sprache ihr zu Grunde liegt (z. B. aid-f^Ao?, 'Aidrjg, aidgaCri^ exasQ-yog u. s. w., s. Renner S. 150 f.).]

§ 14. 2. Unterlassene Aspiration stummer Konso- nanten. In der jüngeren las (namentlich bei Herodot) bleibt die Tenuis sowohl in Zusammensetzungen als auch beim Zu- sammentreffen zweier Wörter vor dem Spir. asper unverändert, und auch die lambographen pflegen dieser Eigentümlichkeit ihres Heimatdialekts getreu zu bleiben (so Sem. 2, 51: ini- }i€Qov, Arch. 9, 3: ini^sQog, Sem. 1, 3: in tjfisQrjv)] der Elegie ist sie fremd (Renner S. 151 ff.).

3. X für jt. Der jüngeren las und auch der ion. Elegik ist die Beibehaltung des ursprünglichen x für tc in Pronominen und Frageadverbien eigentümlich. Kall. 1: xdr«, 13: ov yccQ xojg, Mimn. 4, 2: ovös xor', Sem. 1, 5 und 2, 82: oxcjg, 1, 2:

manns Dialekten fortgesetzt in den Neuen Jahrbüchern I. Jahrg. 1898 S. 501—513. Es liegt in der Natur der Sache, dafs das vorliegende Buch auf Ficks Ergebnisse, denen der Herausgeber nur zum Teil bei- zustimmen vermöchte, nur geringe Rücksicht nimmt. Doch soll ein Hinweis auf die nützlichen Erörterungen und Zusammenstellungen des verdienten Sprachvergleichers nicht unterlassen werden. Abgedruckt sind die Fragmente von Archilochos XTTI, 176—185, Buenos (= Theogn. 667—82 u. 1345—50) S. 185—188, Kallinos S. 188, Semonides S. 189 194, Mimnermos S. 194—197, Hipponax S. 197—204, Tyrtaios S. 204— 208, Xenophanes S. 216—218, Solon XIV, 259—266. P.

1) Schon um 700 hatte die las den labialen Spiranten vollständig eingebüfst, wie auch die ionischen Inschriften beweisen. P.

2) S. Renner, Quaestiones de dialecto antiquioris Graecorum poesis elegiacae et iambicae in Curtius' Studien Bd. I. [Die verdienst- liche Arbeit dieses leider so früh verstorbenen Gelehrten liegt dem ganzen folgenden Abschnitt zu Grunde.]

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 13

oxji^ 2, 91 (106): oxou, 2, 99: ov yccg xot'. Als Nachahmung Homers (IL 14, 504 und sonst) ist zu dulden Kall. 8: önnörs xev dr) (R. p. 157).

§ 15. 4. Das V paragogicum. Die Anwendung des v parag. zur Erzeugung einer Position oder zur Vermeidung eines Hiats ist bei den Elegikem als Nachahmern Homers selbst- verständlich. Derselbe Gebrauch kommt auch bei den ion. lambographen vor (R. p. 157).

5. Konsonantenverdoppelung. In manchen Wörtern wird ein einfacher Konsonant bei den Elegikem und seltener bei den lambographen wie im Epos verdoppelt, am häufigsten 6 im Aor. und Futur und im Dat. Plur. der 3. Dekl., wie bei Homer (R. p. 158 160). Doppeltes 0 wie bei den alten Epikern haben bei den Elegikem ön^ööG), öeföos, roööos^ fi£tf- öog und dogveeöog (R. p. 160). Auch n und t finden sich ver- doppelt in bmiörs (Kall. 9), öttl (Pron. und Konj.) bei Th, 17. 470. 638 (R. p. 162).

n. Vokale.

§16. 1. r? statt«. Für das in der Doris und Aiolis herr- schende a lassen die lambographen, wie Homer und die Jüngern lonier, in Stämmen und Endungen 7} eintreten. Kall. 17: ^^Jirjg (vulg.: s^Tiag), Xen. 1, 4: xqtjxtjq (vulg.: xQatrJQ). Bei den nichtion. Dichtern hingegen findet sich «, namentlich nach p.^) Sol. 3, 25: TCQuQ'svTsg, 3, 35: xgccxia, 13, 3: xqaxvv ^ 3, 48: nQuvvEi^ 5 a, 2: Xaiingag, 5 a, 5: Qadiov, 5b, 2: ^otgav (= ^log- lav, 13, 8: 7tieiQag\ 12, 3: jüiavag, 12, 6: rj^isgav [iiav, 13, 3: aygav, 13, 8: /3t'a, 14, 7: iXsvd-sQu^ 14, 9: Ttgad-evtag, 15 a, 4: ßiav. Dagegen 3, 1: tj^eteQrj, 3, 22: rjkixirjv, 3, 32: £vvo(iLr], 5 a, 4: aidgeitj wie im Epos, 5 a, 5: XLtjv, 5 b, 1: v^etsQrjv, 6, 52: öocpLTjg^ 12, 2: ßt7}g, 14, 10: dvccyxairjg, 14, 13: dovXirjv, 14, 16: ßiijv.

Die Dorismen in den für die Spartaner gedichteten Em- baterien des Tyrtaios erklären sich natürlich. 4, 1: Uitccgrag, 4, 2: TtoXtat&v, 4, 3: kaiä, 4, 5: rag ^coccg^ 4, 6: t& UTcdgra. In den Elegieen des Tyrtaios hat man r) für a zu schreiben, nicht nur 1, 8: tcsvlt}, 2, 24: evQSirjg, 2, 25: ds^trsQfj, 3, 3: ßtrjv^ 3, 8: '^ÖQrjOtov, . . . sondern auch 1, 10: ätifiit), 1, 16: aCöxQVSy 2, 5: ix9Qi]v und 1, 4: ävirjQÖtatov.

Bei Theognis findet sich rj 72: ngrly^iaöi, 178: ngTJyfiarog, J97 (542): grjLÖ^cog, 285 (539): ängrjxroLöL, 535: griidtt) und 3r(wJ|tff, 626: dvörvxirjv; demgemäfs hat man ij für überliefertes « jetzt auch an folgenden Stellen eingesetzt, 108: g^diov, 214:

1) Vgl. Benner, Quaest. p. 163 ff. Schneidewin, Beiträge zur Kritik der poetae lyr. Graeci, Göttingen 1844, S. 48.

14 ELEGIKER.

Tcgfiy^a, 231: e^LXQf], 275: Qijov, 333: fiixgtj, 348: TcgyjyfiaTL, 553: nQTJ^'r]g, und nur Ti^ayÖQa 557 und vaw 370 beibehalten.

Ungleich seltener tritt rj für das in den übrigen Dialekten verkürzte a ein. Xen. 1, 24: nQo^i^&sir], Sem. 1, 6: sTCLTtsi&sirj.

§ 17. Die Diphthonge und verlängerten Vokale. Häufig tritt im ion. Dialekte statt des in anderen Dialekten, namentlich in der Atthis, auftretenden Vokals ein Diphthong ein. Von solchen der älteren las eigentümlichen Formen fin- den sich bei den Elegikern folgende.

1. ccisi: Mimn. 1, 1, Sol. 6, 6, Th. 3, 32, Sem. 1, 4 u. s., aCsv: Xen. 1, 24, Th. 204 u. s., aisrög: Arch. 15, 2, xatco: Th. 601, ayaiofiac: Arch. 10, 2, xAatco: Arch. 8, 1.

2. ftVfjta: Th. 46 (404), Sem. 2, 118, ^etvog: Sem. 2, 19 (29), nsCgccta: Th. 126. 614, ielqoIv. Sol. 6, 50 (62), nkaCcov: Th. 386, ajrojci/et'co: Tyrt. 1, 24, dfidtdrsg: Th. 438, deC- dtd-i: Th. 621, Xsiatva: Sol. 3, 35, vnsiQsxa): Th. 431, ;^()£tog: Th. 634.

Doch finden sich sehr häufig auch jüngere Formen, Xen. 2, 19: rovvsxsv, Th. 310: rovvsxa., 179: %QEog, 331: nXsovag (aber 332: ^Aftov), 447: ^pog, 450: dddotxa.

Manche bei Homer und den Attikern vollere Wortformen erscheinen bei den Elegikern verkürzt, so Sol. 13, 1: äcpvBKV, Th. 188 (615): KgioGav, 242: -^f'^or.

Elg^ ig. Wo das Metrum es zuläfst, bedienen sich die ion. Elegiker, wie Homer, der kürzeren Form. Mimn. 3, 2: ieoQcbv^ 4, 9 : yatav ig Aid'iÖTicov, Arch. 6, 7 : ig tj^eag. Theogn. gebraucht beide Formen neben einander, 12: ig Tqoi'^v^ 16: ig ydfiov, 122 (566): ig rskog, 514: £ig"EQsßog, 168: slg oL'xovg. Bei Tyrtaios ist ig zu schreiben 2, 4: ig 7tQo^ccj(,ovg, 2, 10: ig icÖQOv, dagegen bei Sol. 2, 5: etg UaXcc^tva, 3, 18: tCg dovlo- Gvvrjv, 14, 8: TcargCö' slg ^-aoxmov, 14, 19: eig exaötov. Die lambographen endlich gebrauchen in den Jamben ig, in den Tetrametern sig. Arch. 14, 6: siöoQ&v, Sem. 2, 105: ig (xdxrjv, 2, 106: ig olxCriv.

Statt dQyoi haben die jüngeren lonier das undigammierte £Qy(o, [aber nicht Theognis 376. 394. 622^)]. Ebenso hat er 316 fc^ftlf, während de^ö und sdEi,a der jüngeren las eigen sind.

Bei den Femininen der Adj. gebrauchen die lambographen nur die Form auf £ta, nicht die durch Ausstofsung des i ver- kürzte auf sa. Sem. 2, 66: ßad'etav, 2, 75: ßQa%£ta.

Statt o tritt ov ein, wie bei Homer, in folgenden Wörtern. KaU. 22: [lovvog, Tyrt. 1, 6: xovQiÖLT], 1, 19 (Th. 518): yov-

1) Anders urteilt Renner, Quaest. p. 175, der nicht berücksichtigt, dafs Theognis sich nach Homer zu richten pflegt: dieser aber hat zwar sonst nur Hgyco, aber einmal (II. 23, 72: rfjXs (is siqyovei ipvxai) auch in der zusammengezogenen Form. P.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 15

vara, Tyrt. 2, 20: dovgög, 2, 37: dovgaöL, 4, 2: xovqol^ Sol. 12, ö: fiovvov, Th. 138: ovko^svrjv^ 185: novlvnov^ 497: ov- pfoff, 500: ovXo^evfj, 592: OtUv^ÄÖi/df, Arch. 3, 5: douptxAvtot, Sem. 2, 24: /wovvov, 2, 87: xovi/o^uaxAvrov. Hingegen Tyrt. 3, 31: 'övo^a, Sol. 5a, 3: fiovapjjov, 14, 4: opovg, Xen. 2, 3: iv 'OXv^nirj, Th. 23: övojuatfrd?, 204: 'övo^a^ Arch. 14, 2: 'OXvfi- ÄiW, 14, 9: öpoff, Sem. 2, 21: 'Okv^nioi. [Auch laei Homer findet sich 'övo^a^ "OXvfinog, 'OXv^mog und einmal ftovcoO-ftg (II. 11, 470) neben den gedehnten Formen.] Auffallend ist Sem. 1, 12 die überlieferte nichtion. Form v66ot. S. den An- hang dazu.

§ 18. Aufgelöste und zusammengezogene Formen. Während in anderen Dialekten, namentlich der jüngeren Atthis, zwei zusammenstofsende Vokale meist kontrahiert werden, be- halten die lonier gewöhnlich die unkontrahierten Formen bei.

A. Kontraktion.

1. Statt des attischen ov haben die ion. Dichter £o (fov), SV und cj.

a. so. Th. 293: äyQvnveovta^ 413: tpiXeovreg, Sem. 2, 39: d-sgeog, 2, 43: TCcchvtQißeog. b. 5v. Sol. 6, 33: vosv^ev, 6, 45: ipoQsv^evog, 8, 2 (Th. 211): aev, 12, 4: cctdev^uL, 14, 14: XQO^svy^evovgy 14, 27: noisv^avog, Th. 22: &£v'yvidog, 61: notsv^ 145: (laiisvuevog, 241 (491): (pikav6iv , 411: voevvteg, 456: i(pik£vv, 552: ßdXsv, Sem. 1, 15: zXovsv^evog, 2, 18: (ivQ^ev- ^svog, 2, 40: (poQSv^tvrj, 2, 61: aXsv^svri^ 2, 86: (pikivvn. Th. 92 (381): iisv (siisv), 128: wAfvcJt, 147: £vx£v, 187: «V«'- jTfv und yivsv, 287: XQißsv^ 341: /3ovAfV£v, 374: £;7;T£v<rtv, 511: <J£v, 540: a^^fv, 621: «i'dfij. [Geblieben ist ov Sol. 3, 11 und 7, 1 in TtXovtovöi, 3, 22 in adtxov<yt, 3, 24 in Cxvovvtai, imd Synizese zugelassen Th. 333 in tljevdsog und 446 in n6- Xsog.] c. ca. Sem. 2, 26: giyaöa.

2. In den Konjunktiven der Aoriste verschmilzt sri in tj. Sol. 6, 37: :rct£(y'^^, Th. 202: ßfig, 220: ^yxara-d^?, 325: didax- ^fig, 330: rtp^'O'^?, 514: xaraßfi.

3. o»^ wird cj. Sol. 8, 4: öydcoxovtasTrj. Sonst haben die Elegiker, wie Homer, im allgemeinen die unkontrahierten For- men. Sol. 6, 67: jtQOvoTjöag.

4. Für CsQÖg sagen die louier igög (lesbisch: tpog), Sem. 2, 56: Igd; die Elegiker, wie Homer, isgög, Sol. 3, 14: isgß>v.

5. Sonstige Kontraktionen: Sol. 1, 2: codijV, 5a, 5: gdöiov, 6, 19: lypivd?, 6, 21: drj66ag, Xen. 2, 16: nsvxa^Xstv, Th. 201: aöovtcci, 317: f^paTO.

B. Unterlassung der Kontraktion.

1. Mit dem vokalisch auslautenden Stamme bilden die Endungen tog, (tJ;«), idrjg Substantiva und Adjektiva; am

16 ELEGIKER.

Ende des Stammes ist das Digamma ausgefallen, dessen ehe- malige Existenz sich durch den Hiat verrät, den der Stamm- vokal mit dem Suffixvokal bildet. Tyrt. 2, 17: daitsi'V, 2, 18: örjca, 3, 24: svxlsCöag (xlä{ß)og) , Th. 99: Xtjiov, 270: Icbtov, 328: Qrjidicas, 582: ArjToi'dr}s, 629: ßaötXrjica, Arch. 5, 1: Uatcavy Sem. 2, 70: äylat^sTai.

2. Auch sonst unterlassen viele einzelne Wörter wegen des ursprünglichen Digamma in der Mitte oder am Stammesaus- gange die Kontraktion. Tyrt. 3, 13 (Xen. 2, 5): äed-Xov, Sol. 8, 3: asids, Th. 4: a£t^a>, 82: dsLQa^svog, 599 (Arch. 14, 3, Sem. 1, 19): gjaog, Arch. 11, 5: TCUQrjOQog, 18, 2: nuQijetQS. (IJher asxcov, 'Aidrjg und atQyög s. § 13 a. E.)

Ferner: Mimn. 4, 6: xouXyj (Stamm: xv, verlängert xov; daher xoJ--iXog; das i der 2. Silbe ist durch Epenthesis in die erste gebracht). rjaXcog: Tyrt. 2, 6, Minm. 1, 8, Sol. 6, 23, Th. 144; bei den lambographen aber ^ktog: Arch. 14, 4. detxtjg (ccstxslLog): Sol. 3, 27; 4, 4; 14, 11, sag (aus J^sö-uq): Mimn. 2, 2, iv: Xen. 1, 4. Doch kontrahiert Sem. 2, 99: av- q)QG)v. Über £L(il s. unten § 28. Mit Auflösung: Tloöscddav: Arch. 7, 1.

§ 19. Diäresis. Synizesis. Krasis.

1. Ein Diphthong wird in zwei Vokale getrennt (Diäresis). Th. 65: öct,vQ&v. Ungetrennt bleibt der Diphthong Sem. 2, 50: ot^vQov, 2, 4: xsttai, wofür das Neuionische, z. B. Hippokrates, xsETccL gebraucht.

2. Eine besondere Art der Synizese ist es, das t zwischen zwei Vokalen konsonantisch zu sprechen. Tyrt. 3, 12: drjLcov (wie schon bei Homer), Th. 88: latcc.

3. Die bei Homer seltene Krasis kommt bei Tyrtaios gar nicht vor, bei Solon 2mal: 6, 37: %o36TLg^ 6, 60: xovx. Häufiger findet sie sich bei Theognis, 133: ccQBTri 'gtlv, 142: xv^^QVi 250: tccfid, 255: xdad-XotGLv (diese Krasis mit xul kommt llmal vor). Von den loniern hat Xenophanes die Krasis nur Imal: 2, 19: tovvexev. Sehr häufig dagegen findet sie sich bei den lambo- graphen. Sol. 12, 7: xd7CLT£TQt(pd-at,, 14, 18: xocyad-ä, 14, 5. 26: ovvsxa, 14, 24: ovteq<x, Arch. 15, 2: xaietög, Sem. 1, 19: xaifra- y()£Tot, 2, 35: xanod-v^Lt}, 2, 113: tovtsqov. Vielleicht ist auch Sem. 2, 45 statt xal Ttov^ßato zu schreiben: xujtovTjöccro.

HI. Deklination.

§ 20. Erste Deklination.

1. Im Gen. Sing, der Maskulina auf rjg und im Gen. Plur. finden sich sehr selten die hauptsächlich äolischen Endungen -cco und -aav. Xen. 2, 3: 77t(Jao, Th. 202 (273): 'Atdao. So auch bei Homer, wie IL 22, 482. Th. 208: Movödov, 440:

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 17

fiBQL^vdav. Weit häufiger sind die ionischen Endungen -so} und -ecov. Tyrt. 1, 14: ^ujj^toi/, 3, 6: Midsco xal Klvvqeco, 3, 7: TavraXCdEG)^ Th. 152: itsTgeav, 247: (isQLfiveav , 386: AioXCösco, 400: 5o()£aj, 460 (586): 'ACdsto, Arch. 1, 2: Mov- öB(ov, 10, 1: rvy£(o. Die Zusammenziehungen äviav (Th, 248 j imd taxecbv 'Aqiivl6)v (Th. 399) sind nicht anzutasten. Sol. 6, 49: TCoXvxdxvBa, 6, 51: MovOeoav. Daneben gebraucht Solon ilie zusammengezogenen Formen: 2, 4: Uala^ivacpstav, 11, 6: 'Ad-r]VG)v, 14, 14: dftfnroTöi/. Die neuere att. Flexionsform xcc- xäv lesen wir Th. 247. Dor. Genetivformen auf -a und -av sind überliefert Th. 455: EvQcota, Tyrt. 4, 2: jroAtfttav (im Embat.).

2. Im Dat. Plur. der 1. Dekl. haben die Elegiker nur die Endungen -T]g und -tj^l zugelassen; statt der überlieferten En- dimgen -aig und -ai,0i sind daher jene herzustellen. Tyrt. 1, 25: q)iXtjs^), 2, 19: xovCrjöiv, Mimn. 2, 2: avyfjg, Sol. 3, 5: dcpga- dtfjfftv, 6, 3(5: xovcpTjg^), 6, 37: ägyalstjöL, 6,61: xax^g^), Xen. 2, 3: Qofjg, Th. 12: •9"o^?, 55: nksvQijöt,, 193: xaxoxsgdsirjöLV, 197: &OLVfjg dh xal slXaTcCvri6L, 278: 'AöxXrjTttddrjg^), 346: /3ov- Af;g, 387: jroAvrd^)^^?;^^^, 396: 6(p7]6i, 7toXv(pQo0vvr]g^), 495: xopv- gjf;? VÄO (Hecker statt xoQvq)i]g ano\ 497: ß^öörjöi, Arch. 6, 2: -ö-aAtT^g [wo man neuerdings mit Fick d-ccXtr] schreibt], Sem. 2, 6: xoTtQLr]6iv, 2, 38: vavtrjöLV, 2, 44: ivmfiavv^ 2, 89: 7id6rj6t.

3. Wie bei Homer und Herodot, unterbleibt auch bei den Elegikern die Kontraktion in Tyrt. 2, 32: xvvEtjv, xvvdr], 3, 4: BoQsrjv, Th. 393: xvaviag. Aber Mimn, 1, 1 liest man ;KPv<^^?' Bei den lambographen herrscht die Kontraktion vor: Sem. 1, 16: noQtpvQrig, 2, 50: yaXfig.

§ 21. Zweite Deklination.

1. Der Gen. Sing, hat gewöhnlich die Endung -ov, mit- unter auch die epische Endung -oio^ aus der durch Ausstofsung des L und Kontraktion ov entstanden ist. Beispiele für die Endung -Oio: Tyrt. 3, 5: Tcd-avolo^ 3, 25: özeqvolo, 3, 35 (Mimn. 2, 7): ^avatoLO, Sol. 6, 19: dxQvyeTOLO, 6, 23: riekCoio^ Th. 95: xalsTtoto, 107: xißdijloio, 389: vöoio, 391: 9-uvcctoio, 495: Trjvyhoio, 599: ?)£Atoio, Arch. 1, 1: 'EvvaXioio^ 6, 3: äoAv- gjAot'cy^oto.

2. Im Dat. Plur. gebrauchen die Elegiker und lambo- graphen, wie die Epiker, die Endungen -oig und -ottfi neben einander: Sol. 13, 5: ocpd-aXfiotg, 14, 24: rotg ivuvxCoL6LV^ Arch. 13, 6: xaQxolGiv xal xaxotöiv, 19, 4: ddxotai,^ Sem. 1, 21: ßgo- Tot0i, 1, 24: xaxot6\ 2, QQ: dv&a}ioi,0i,v, 2, 70: toiovxoig, 2, 74: ar^pü6:roij.

1) Möglicherweise hat man in diesen Formen doch besser -uig ein- zusetzen. P.

Buch holz, Anthologie. I. 2

18 ELEGIKER.

3. Wie bei der 1. Dekl., so neigen die Elegiker auch bei der 2. Dekl. zur Unterlassung der Kontraktion: Sol. 10, 11 (Th. 80): vo'og, Th. 162: acpvsöv, 191: vöov, 554: vöa (yöog findet sich bei Th. ca. 40mal), 568: xaAAtpdco. Doch findet sich auch die kontrahierte Form, so Sol. 10, 13 (Th. 254): vovv, wie auch bei Homer und Hesiod (Od. 10, 240: vovg^ Hes. Fr, 225, 2 Rzach.: vovv), obwohl sie sonst die Kontraktion ver- meiden. — Nur vereinzelt finden sich unkontrahierte Formen bei den lambographen: Arch. 11, 5: vöov, Sem. 1, 3: vöog.

Attische Deklination. Wie Homer und Herodot von der att. Dekl. nur äufserst spärlichen Gebrauch machen und denselben auf wenige Eigennamen beschränken, so ist sie auch den Elegikem fremd. Sie bedienten sich der gewöhnlichen Formen: Kall. 19: Aaw, Tyrt. 2, 13: laöv, 3, 24: Aaovg, Xen. 2, 15: XaotöL, Th. 53 (446): kaoi, 451: Xaocp&ÖQOv.

§ 22. Dritte Deklination.

1. Im Dat. Plur. tritt doppeltes 6 auf, und zwar wird:

a. der letzte Konsonant des Stammes dem 6 der Endung assimiliert, Th. 237: tcog-ölv (Stamm nod), oder

b. [es wird die Endung -£60t, die sich durch die -£(?-Stämme gebildet hat (Th. 109: özrjd'sa-ai), mit vokalischen wie konso- nantischen, ja auch wieder mit den -£a-Stämmen zusammen- gesetzt]: so Sol. 4b, 1 (6, 1 Bgk. = 4, 1 Cr.): ■fjysfiovsGöiv, Th. 26: 7cdvrs60L, Th. 415: iiaxccQs66i.

2. Für die einzelnen Stämme gelten folgende Flexionsregeln:

a. die auf l ausgehenden Stämme behalten meist durch alle Kasus das Iota bei: Sing. Nom. cg: Arch. 17,4: vßQig. Gen.: iog: Sol. 3, 8 (6, 11): vßQtog, Xen. 2, 9 (2, 22): nöhog, Th. 40 (616): vßQLog, 301 (474): Ttöoiog, Arch. 9, 4: UtQLog. Dat. it Xen. 2, 20 (Th. 52): TtöU, Th. 231: ngocpdöL. Acc. iv: Tyrt. 1, 3: Tiohv. Voc. l: Th. ll:"AQX£iit. Plur. Nom. tfg, ig (in der Arsis): Th 51: GrdöLsg, 315: L'ÖQteg (444 Bgk.: döastg). Dat. iffi: Th. 302 Bgk.: XdxQiöi. Acc. Lag: Xen. 1, 23: ötdöiag.

Doch tritt statt i auch s ein, Th. 56 (446): nöksog. Im Dativ hat Solon 3, 17 und 31 die att. Form Ttokst. Endlich finden sich auch vereinzelte epische Formen mit der Ver- längerung von E in iy, Tyrt. 3, 15: TiöXrjL, Th. 431: TCÖXrjog.

b. Die Stämme auf v, welche aus dem volleren Stamme auf £v nach Elision des v (/) die obliquen Kasus bilden, haben im Gen. Sing, die stets vom Stammvokal getrennte En- dung -og, Sem. 2, 74: aeteog. Der Dat. Sing, lautet, wie bei Homer, Th. 476: öIsl. Adjektivformen wie xQtt%itt Sol. 3, 37 sind allen Dialekten gemeinsam.

c. Die Stämme auf tv verlängern bei den Elegikem, wie bei Homer, nach Ausstofsung des v {P) das e in ij: Th. 471

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 19

(641): roxfiag; aber Th. 23 ist mit Renner^) MeyuQSos zu schreiben.

d. Die Stämme auf o gehen Kontraktion mit der Endung ein: Th. 1: Jrjrovg [Sol. 14, 11: xQ^''Ovs]»

e. Bei den Stämmen auf ([ö] unterlassen die Elegiker, Homer folgend, oft die Kontraktion: Tyrt. 2, 28: ßeXs'cjv^ 2, 29: fVx^t", 2, 34: ^Lq)sog, 3, 21 (Sol. 3, 23): dvö^svacav^ 3, 35: zavtjleyaog, Mimn. 4, 11: öxscov, Sol. 3, 8 (9, 2): ccXyaa, 3, 38: äv^ea, 6, 24: vstpiav, 6, 74 (Th. 50): xagdaa, Xen. 1, 6: av&aog, Th. 7: rpo- XOEidii^ 119: xagdsog, 151: ßad^vxriracc^ 158: aifyavaag, 173: q)ikoxeQdäi, 190: drlvacc^ 397: i{;avdaa, 429: inacov^ 490: xa^tai- yavacov, 497: ovpfog, 512: r/'O'f«, 587: vrjXat, 597: av6aßä(ov, 627: äXyaa, [638: «vaiz-ö-ea?,] Arch. 3, 3: ^Kpaav, 6, 1: xrf<j£a. Mit Synizese Th. 46: xagdicav, 505: aacptjväcog.

Kontrahierte Formen bei den Elegikern. Sol. 8, 4: öydra- xovtaazf}, 10, 14: i'r»^, Th. 383: wATjd'ft, 622: äaaßf}.

Nicht kontrahierte Formen bei den lambographen. Sem. 1, 8: ^Tf'rai/ (Syniz.). Zwei Kürzen in der Auflösung, die erste mit Iktus: Sem. 2, 78: dr^vaa und 2, 102: dvff^aväa. Zwei Kürzen getrennt: Sol. 14, 13: datxa'a. Der epische Genetiv auf i]og: Tyrt. 2, 1: 'Hgaxk^og. Ferner Arch. 6, 1: UagCxkasg^ Mimn. 2, 6: yrigaog. Dagegen kontrahiert Tyrt. 3, 40 (Th. 211. 260): alÖovg.

f. Einen t-Stamm [mit unterdrücktem Endkonsonanten] haben wir, wie bei Homer, Tyrt. 1, 27 (Th. 187) in xQoa.

g. Kontrahierte Accusativform des Komparativs auf av. Th. 259: cciiaCva [wie schon bei Homer und Hesiod], 575: xccxiovg.

§ 23. Anomale Wörter. Tyrt. 1, 23: xccqyj, 2, 7: "Agriog (episch, vom Stamme "Agav)^ 2, 20: dovQÖg, 2, 37: dovQK0i, Mimn. 2, 16 (Sem. 2, 93, Th. 241): Zav^, Sol. 3, 1 (Th. 1, Sem. 2, 94): z/to's, Sol. 6, 1 und 25: Zrjvög, 6, 44: vrivffiv, Th. 1: ava, 171: ALO&av, 202 (273): '.^tdao (doch 387: '^tdecj), 378: ^£>/S (597: »a^Lötag), 405 (Arch. 18, 1): Zav, Arch. 2, 1 und 2: dopt, 4, 1: vr}6g, Sem. 1, 13:"^()«t, 2, 22: avögC, 2, 110:

IV. Pronomina und Adjektiva.

§ 24. 1. Personalpronomina, aya: Sol. 2, 1, Th. 494. ^yar: Th. 211, 510. ^la: Sol. 3, 33 (Th. 80). fftJ: Th. 451. 6av: Sol. 8, 2, Th. 211. 6a: Th. 5, 93, 95. inLetg: Mimn. 2, 1, Sol. 7, 2. -^^£'(01/: Sol. 6, 72, Th. 291. h^iiav: Sol. 5b, 5, Arch. 14, 6. ^iilv: Th. 249, 289, 645. i^iaag: Th. 645, Arch. 6, 7. a/A/itv (äol. hom.): Th. 266. v^nia: Th. 572. ^llv (ep.):

1) Quaest. p. 226.

20 ELEGIKER.

KaU. 20, Tyrt. 3, 37, Mimn. 1, 7, Sol. 6, 41, Th. 169, Sem. 2, 8. [{^{iSLg: Sol. 2b, 1. {)^tv: Sol. 2b, 4; 5b, 6.] i: Sol. 6, 27.

2. Reflexivpronomen, avtov (wie bei Homer statt avrov): Tyrt. 1, 3, Th. 302, 531.

3. Possessivpronomina, og, ^, ov: Tyrt. 1, 2: jrepl ^ «a- xgCdi. Sem. 2, 112: ti^v ■>)!;... ywarxcr. (J^pdj: Th. 396: G(pfi6L TioXvcpQoövvTjg.

4. Demonstrativpronomina.

a. Demonstrativer Artikel, rov statt rovtov: Th. 96, 499 (310: rovvExa), Arch. 14, 5. toi/ statt toDtoi': Mimn. 4, 5. tr]v statt ravTtjv: Sem. 2, 83. ta ^(f): Tyrt. 1, 26. töv statt xovtcov: Sol. 14, 27, Th. 51. rolg statt rovrot^: Sol. 6, 58, Xen. 1, 23.

b. "Og statt ovrog: Th. 145.

c. Eigentliche Demonstrativa. Th. 167: ohrog und ravtTjv, 344: ovrot u. s. w. Ketvog und exstvog gebrauchen die Ele- giker und lambographen neben einander: Th. 47: xslvtjv, 191 (301. 570): xsLVog. 226: xstvovg, 395: xstd'sv, Arch. 3, 4: xft- voi, Sem. 2, 51 (84): ksCvt]^ Arch. 5, 3: ixsLvt].

d. Relativpronomina. Th. 83: og, 262: a, Arch. 5, 1: ijv, Tyrt. 2, 11: ol', 1, 19 (Th. 34): ä)v, Sem. 2, 117: f'^ oits, 1, 4: &'. Der Artikel als Relativ: Sem. 2, 3: rf;, Xen. 2, 17: roitsQ, Th. 17: To, 186: rf;, 317 (495): toV, 286 (400): tav, 118: rof?, Sol. 6, 48: rot6Lv,'Th. 496: rag, 327: rd.

Ferner: Th. 387: oörs, 110:ßts, 288: otf, 240 (Sol. 10, 8): ■^'vte, 411: oits, Sem. 2, 117: ovrs, Th. 551: old ts.

e. Interrogativpronomina: tig, Tt, das Pron. indef. tig. Th. 421: rtj, 422: rtVa. Die übliche ion. Form des Gren. Sing, ist rso und kontr. rsv. Kall. 1: ^exQtg tsv. Th. 423 (424): tsv. Wie Homer, hat Theognis auch die kontrakte Dativform rra: 125.

f. Das unbestimmte Relativ oöng, stets aspiriert, erscheint in folgenden Formen: a. wie bei Homer, Th. 366: orig, 469: OTt, 17 (470): OTU, ß. im Nom. und Acc, das Neutr. Plur. ausgenommen, Tyrt. 3, 16 (Th. 189, Sem. 2, 70): öötig, Sem. 2, 108: 7]ti,g, Th. 142: ort, Tyrt. 3, 33: 'övriva, Sem. 2, 49: 6i/- Tivcöv, Th. 550: a<?öa. Aufserdem finden sich Th. 264: orta, 465: (ptLVL.

5. Komparation des Adjektivs kommt vor bei Mimn. 2, 10: ßs^Tiov, Th. 84 (486): ßsXtsQog (episch), 275: q&ov (Homer: Q7}Lt£Qog)^ 338: xge'öGoveg (ej).: xqbC66.\ Xen. 2, 6: xi'dpdr£()Off, Th. 273: coxiötcc, 399: a)xvr£()0(?, 526: cjxvt EQrj, Sem. 2, 26 (33): CCÖ60V, Tyrt. 3, 6: ^dhov = }iäXXov, 3, 7: ßaöilsvxEQog, [10, 15: |uaAo:xc6r£()o;J , Xen. 2, 11: dfisivcov, Th. 117: ccuelvov (dagegen Mimn. 14, 9 B.: dfiBLVötSQog), Sem. 2, 30: Xcolcov, Th. 242: /[te'ilov.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 21

V. Konjugation.

§ 25. Allgemeines. 1. Syllabisches Augment. Wie Ho- mer unterlassen auch die Elegiker mitunter zu augmentieren. So Kall. 16: xCxtv, Sol. 3, 31: vnig^oQSv, Th. 5: xixs, 10: yrj'^i?- ö£r, 111: noLTjös, 170: -Ö-^xe, 180: vTtsgxg^^aöBV. Die lambo- graphen hingegen halten das syllabische Augment im allge- meinen konseqiient fest; doch s. Sem. 2, 45 [wo Ahrens xal Tcovijoaro wohl richtig in xaTtovi^öttto geändert hat].

2. Das temporale Augment ist unterlassen Sol. 3, 31 : svqe, Th. 16: cceLöccte, 182: tteto, 194: aöov, 332: i^skov, Sem. 1, 18: citl^avTo. Dagegen findet es sich Sol. 12, 3: ttad-rjipK^riv (att.), 14, 6: ävalXov, Arch. 14, 4: ^k^s, 19, 2: naQ-^Eige, Sem. 2, 72: cbnaöav.

3. Anstatt der Reduplikation haben wir blofses Augment Sem. 2, 41: soixs und 2, 66: ioxiaö^evrjv.

4. Ausgänge. Selten ist die bei Homer so häufige Endung -o&a der 2. Person. Th. 399: €l'r}09a, Arch. 19, 3: YjQr]Q£i,6^a. Von den volleren Homer. Ausgängen -^saO^ov und -fisö&a der 1. Pers. Dual, und Plur. findet sich nur ein Beispiel Th. 361: cpago- fjisö^a. Dagegen 157: dilrj^ied^a, 523: xara&co^ad^a, 549: xcq- näusd^a. Statt der Endung -vrai tritt -«rat ein Th. 42: xETQa- tpaxaL. Dagegen Sol. 3, 9: iTCLöxavxca, Th. 261 : ini'xsLvxaiy 410: yevoiVTo. Auch die lambographen haben die Endungen -ttxcci und -uro: Sem. 1, 22: ni&otaxo^ 2, 107: df^rotatro.

5. Kontrahierte Konjunktive Aoristi finden sich Sol. 6,37: meo&fl, Th. 202: ßfig, 220: iyxaxa&f]g, 325: diöax^fig, J^^O: T€Q<pd^l]g, 514: xaxaßTj, und im Präs. und Aor. Konj. bei den Verben auf -p: Sol. 6, 9: döot, Th. 45: öidäöLV, 160: dtöw.

§ 26. Konjugation auf a.

1. In der 3. Pers. Sing. Konj. ist, wie bei Homer, aus der Konjugation auf -fit vereinzelt die Endung -öl eingedrungen: so findet sich neben Th. 86: Cfiöi 125 auch: id'äXrjöiv. Da- gegen die gew. Endung: 88: el'Tctj^ 292 (Tyrt. 3, 36): il)^, Tyrt. 1, 28: axV^ 2, 16: nd^rj.

2. Während die Futura Akt. und Med. der Verba liqu. im ion. Dialekt nicht kontrahiert werden, kontrahieren die Elegiker nach Homerischem Vorgange: Th. 22 (314): igat. 36 (203): ccnokstg, 487 (Sol. 3, 1): ökstxai. Dagegen Arch. 12, 1 im Präs.: tpilia.

3. Wie Homer lassen die Elegiker und lambogi-aphen die Endungen -ao und -ao der 2. Pers. Sing. Med. unkontrahiert: Th. 30: UxBo, 32: ixao, 47: äkTcao, 92: (pgdlao, 131: ßovXao, 'J;\l: ^gx^o, Arch. 13, 4: ayccXkao, 13, 5: odvgao. Auch die Endung -acci, findet sich oft: SoL 8, 1: naiaaai,^ Th. 35: (lad^y- aaat, 92: ^vriOBai, 500: aöaai, Arch. 19, 4: <paCvaaL. Das Me-

22 ELEGIKER.

trum fordert die Kontraktion Th. 65: yvaGt]^ 169: TCOTtjar], 197: Tcagsöörj.

4. Die bei Homer so häufigen Infinitivendungeu (6-)^svat und (s')fiEv finden sich auch bei den Elegikem: Tyrt. 1, 1: XBd'vdfievaL^ Th. 464: l'^sv, 531: naGii^iBV.

5. Während sich bei Homer die Aoristendungen -stv und -hiv (ssv) neben einander finden, haben die Elegiker und lambographen überall die kontrahierte Form: Kall. 12: g)vy£Lv, Tyrt. 1, 29 (Sol. 6, 6, Th. 186, Arch. 12, 3, Sem. 2, 32): idstv, Th. 272: iGidatv, 469: Tca&stv, Sem. 1, 8 (2, 33): ik»stv.

6. Wie Homer kennen auch die Elegiker und lambiker in der 3. Pers. Sing, des sigmatischen Aorists noch den kurzen Modusvokal des Konj.: Mimn. 2, 9: TiagayLsC^ETcci^ Sol. 8, 1: %eC- ö£at, Th. 174: xTtj'öfTat, 393: jiaQunBi^Exai^ 460: övo&tai. io^sv bei Sol. 1, 7.

§ 27, Verba pura. 1. Verba auf sa.

a. Die Elegiker kontrahieren bald ss und ssl, bald nicht. Mimn. 3, 1: qesl, Th. 12: STtlss, 87: bfitles^ 189: doxsst. Da- gegen Tyrt. 2, 2: d^agastt, 2, 3: (poßELods, 2, 26: xiveCtco^ Sol. 6, 42: doKst, Th. 31: tiqoöo^l^sl, 80: q^L^Etg, 303: fivdstrai, 304: aidEttai^ 540: ox^si^ Arch. 4, 3: aypft, Sem. 1, 9: öoxbsl (Syniz.). Dagegen Sem. 2, 65: qjoQBt, 2, 83: svtvxbv, 2, 97: togpfiAftv, 2, 103: d-v^rjöstv, 2, 108: (Jogopoi^ftr' öoxbl.

b. Wie bei Homer, so werden £o und bov bei den Elegikern und lambographen bald kontrahiert, bald nicht. Die kontrakten Formen sind schon § 18 beigebracht. Nicht zusammengezogene finden sichXen. 2, 5: xccXbovöl, Th. 222: 6tvyBov6\ 413: (püJovxBg.

c. Vor f]^ CO, Ol bleibt b mitunter unverändert. (Tyrt. 3, 4: d-Bov), Th. 27: tpQovBcov^ 123: öoxacov^ 131 (600): BvdBßacov, 243: doxBoLUL. Dagegen Th. 88: q)Qovf]^ 124: öoxäv^ 335: -xqoö- ofittQtfj, 581: (pikot. An den letzteren Stellen sind indes wohl die offenen Formen herzustellen. Ferner Tyrt. 3, 6: nXovToiri, wie Odyss. 4, 692: g^ikoirj und 9, 320: (poQoor}, Sol. 15a, 5: aivoiBv und noioiaro.

Unkontrahierte Formen bei den lambographen: Sol. 12, 4: doxBCj (Syniz.), 14, 13: ccBixia^ Arch. 10, 3: bqbco (Syniz.), 12, 1: fpikBco (Syniz.). Hiemach ist Sem. 2, 97 für öoxGxsiv: öoxbcoölv (Syniz.) zu schreiben.^) Dagegen kontrahiert Sol. 12, 4: ai- ÖBVfiai^ [14, 1: ä^ovrjXatav (zweifelhaftes Wort), 14, 3: öv^fiag- zvQOiT}, 15, 5: TioiBVfiBvog, Th. 145: aco^Bv^Bvog,] Sem. 2, 103: doxfj.

d. Wie Homer verlängert Theognis den Stammvokal von aivia im Futur, und Aor. 85: iiiaLvijör], 430: aiv^e eig, 505:

1) So auch Renner, Quaest. § 18.

ALLGEMEINE EINLEITUNG. 23

inaivr^arig, 511: atVi^tfa?, 564: aivijoa. Ähnlich Sol. 1, 7: (la- Xrjaö^svoi. Episch ist auch |z. B. IL 3, 20 u. 433 und noch an 15 Stellen] Th. 377: fiaxeöccOiytti. Sem. 2, 29 hat: izai- viaei^ 2, 112: aivitsei.

2. Verba auf aa.

a. Die Elegiker kontrahieren konsequent viele Verba auf «üj, bei denen Homer die Kontraktion bisweilen unterläfst. Kall. 20: öpöffiv, Tyrt. 1, 11: «Ao/iEVcf, 3, 37: rtfiaöiv, 3,44: nsiQccad^G), Mimn. 1, 8: ngoeoQav, 3, 2: nvoLaaai, d' iaoQäv, Sol. 3, 15: öiyäöa, Th. 73: roA/iwey, 141: ayoQäö^ai, 144: xa&oQÜ^ 205: 6zQcoq)(o^6vog, 228: tolfiä, 258: 3r«t()ö, 279: ('ä(j9-at, 557: 6pövTi, 607: iQ£v)'a.

b. Statt ^paoj findet sich die ion. Form igsa Arch. 10, 3.

c. Von kontrahierten Formen finden sich bei den lambo- graphen: Arch. 13, 1: avxäfisvs, 13, 4: vLxäv, 14, 6: etöogav, Sem. 1, 4: tä^sv^ 2, 14: nXavc3[iavr}, 2, 109: P.caßaiievrj, 2, 111: OQävrsg, 2, 118: «u(piöi^QL(0(iBvovs- [Qiy&öa Sem. 2, 26 geht auf ein Präs. giyäo zurück.]

d. Die dor. Kontraktion von a und e oder ei in rj hat Th. 610: tfiv (299 Bgk.: Ifj).

3. Die Verba auf ocj werden, wie bei Homer und in der jüngeren las, auch bei den Elegikern und lambographen stets kontrahiert. Tyrt. 2, 13: oaovöL, Mimn. 2, 12: TQvxovraL, Sol. 3, 34: d^avQot^ 6, 61: xaxovfisvov, 10, 6: Xaxvovtai^ 13, 4: Xolovufvoi,^ Th. 166: fiavQov6&ai^ 233: ;|roAci5ro, 488: öaot, Arch. 11, 2: öp^ovötv, Sem. 2, 63: Aoörat. Die von Porson Sem. 1, 17 für ^asiv hergestellte nicht kontrakte Form ^öetv ist zweifelhaft.

§ 28. Konjugation auf fit.

1. Neben die Verba auf fii treten in der las [Avie schon bei Homer diöotg und didot vorkommen], oft Neubildungen nach Analogie der Präsentien auf fco, aco, oco, vca. Mimn. 1, 6 (3, 7): ti9-£t, 2, 16 (Sem. 2, 54): ölöol, Xen. 1, 2: a/i^DtttO-fr, Arch. 11, 1: Ttd^ctv. Dagegen Sol. 3, 33: d(iq)itid-rj0i, 6, 62: Ttd-7j<Jt, 6, 69 (Th. 135): dtdo^tv. 3. Pers. Plur.: Mimn. 4, 10: £(Jrä(?i, Th. 645: ^tfpvätfi. (Imperf. Th. 913 Bgk.: ididov.)

2. Der Imper. hat bald das Suffix -d-L, bald nicht. Th. 475: iicißä, 633: inönvvd^L. [Vereinzelt ist dvdöv bei Archil. 13, 2 (Konj. von Bücheier).]

3. Wie bei Homer stöfst die 2. Pers. Ind. Pass. mitunter das o aus. Th. 1085 Bgk.: inLOtr}. Dagegen 307: vzaviötaöo.

4. Der Inf. Präs. und Aor. 1. hat, wie bei Homer, oft die Endungen -(ievul und -svat^ [einen aus älterer Sprachstufe über- lieferten „erstarrten" Dativ]. Tyrt. 1, 1 (Mimn. 2, 10): red-vd- (levaL (s. S. 22), Th. 189: id^evuL, 276: iv^e^sv. Die kürzere,

24 ELEGIKER.

besonders ion.-attisclie Infinitivform [entstanden dadurch, dafs man aus Formen wie öö-fsvai (kypriscli) „einen Ausgang vaL abstrahierte" 1)], findet sich Th. 577 Bgk.: »sivaL, 861 Bgk.: dovvai. Aus fisradovvaL verkürzt ist ^sradovv Th. 96 (analoge Formen: cpvv^ ntv, dvv).

5. Aorist. Th. 606: d'tjudfisvoL , 216: sdo0av, Arch. 6, 6: i&söav.

6. Aufserdem Th. 149: däfivrjöL (von dccfivr]^i), 153 aber: dsö^rj^Evog. Ebenso Sem. 1, 13: dsd^rjpisvovg. [Redupliciert ist der Stamm ^i] (vgl. ^rjTecoy] Th. 156 in ÖL^rjöd-ac^ 157: ÖLt,rj^sd-cc, 75 (263): dc^iqfitvog. Th. 86: CrjGL (Konj.), Xen. 1, 7: 'ltjölv, Sol. 14, 12: Cevtag, Th. 325: övvlelv (statt öDVLavai, ep. evvis-

7. Das Verbum sI^l. Sem. 2, 74: ftffiv, Th. 474: iy,sv, 326: ßÄi|;g, Sol. 1, 7: i'o^sv, Th. 290: ifVai, Tyrt. 2, 29 (Th. 298): luv.

8. Das Verbum fi'ftt. Th. 359: ft'fit, 875 Bgk.: iaac (ep. und dor.), Arch. 107 Bgk. (90 Cr.): elg, Th. 143 (649): fW, 340: evsötc, Tyrt. 2, 1: ^(?t£, Arch. 3, 4: £^(?t, KaU. 14: 7^ (ebenso Sol. 3, 29, Th. 210 und 372), Th. 380: ^tagfi, 288: % '(Homer.), 619: st'rjg, 399: str}6d^a, Xen. 2, 6 und 19: sL'rj (ebenso Tyrt. 3, 5, Th. 253 und 519 und Arch. 12, 3), Th. 235: ehv, 287: ^ötco, 384 (458): ^v, Mimn. 3, 3 (Sol. 10, 9): elvai, Sol. 6, 39: 1^- fiEvuL, Kall. 22: i6v (ebenso Tyrt. 3, 32, Sol. 6, 39; 10, 1; 10, 18, Xen. 2, 11 (Syniz.)), Sol. 3, 15: iovra, Th. 21: nags- outog, 558: iövri. Dagegen Sem. 2, 54: ;ro;()di'Ta, Th. 84: (94. 580): «v, 90: övt«, 358: övvav, Sol. 3, 9: nagovöccg, Th. 492 (494): l(?o^at, 197: naQsööri, 500: £^£at, Kall. 8 (Th. 459, Arch. 3, 3): EGösrui, Tyrt. 1, 7: ^axB66STaL^ Sol. 2b, 4: Eöetac, 6, 38 (Th. 550): törat, Th. 493: söovrai, 209: iöao^ivoiöiv.

9. Schliefslich sind noch folgende Aorist- und Perfekt- formen aufzuzählen. Th. 592: eßav^ 176: eysvto, 4: xXv&l, Sol. 6, 2: xkvTE, Arch. 6, 10: rXTjre, Tyrt. 3, 11: tfrAat»; (ep.), Th. 621: Ö£LÖLd-L, 438: öftdto'rfg (dagegen 39: dsdotxa), Mimn. 1, 2 (Th. 247): re&vatrjv, Th. 630: ra^vEäg (Syniz.), Tyrt. 1, 1 (Mimn. 2, 10): rad^vd^evai (ep.), Arch. 11, 3: ßsßrjxorag, 12, 4 ßaßrjxag, Mimn. 2, 5: nagsöv^xccöi (4, 10: iöräöi)^ Th. 313 o^dag, 375 Bgk.: oIg&cc, 141 (Sem. 2, 23): o?d£, Sol. 6, 65 olÖEv, Tyrt. 2, 7: L'6ts, Th. 505: £i^7jg, 113 (386): sidsirjg. 31 ^'ff^t, 121: etdüg, 60 (Mimn. 2,4, Sem. 1,4): eLdörsg. Th. 189 i'd^svtti, 54: ijdsöav, 216 (442): ovAd,a«fOJ/ (ep.), 253: öpotro. [Sol. 13, 6: ELTia^ 13, 7: ££()doi', 15b, 3: ccvtagd^ag mit Apokope der Präposition.]

1) S. Brugmann, Griech. Gramm., München 1890, S. 175. P.

I. Kallinos.

Kallinos, ein älterer Zeitgenosse des Archilochos, war aus Ephesos gebürtig und lebte in jener Pei'iode, wo seine Vaterstadt das benachbarte Magnesia am Mäander niederwarf. Zu diesem Kriege feuei'te er seine Mitbürger an, und darauf bezieht man die uns erhaltene Elegie mit gröfserer Wahrscheinlichkeit als auf die Kämpfe mit den Kimmeriern, zu welchen K. ebenfalls in Kriegs- liedern begeistert hat. Diese brachen in der ersten Hälfte des 7. Jahrh. v. Chr. in Phrygien und später auch in Lydien ein. Phrygien vernichteten sie überhaupt, während sie in Lydien von Gyges, dem ersten Könige aus dem Hause der Mermnaden, zu- nächst entscheidend geschlagen wurden. Aber als sie ihren Ein- fall wiederholten, fiel Gyges im Kampfe. Bei ihrem nun erfolgenden Vordringen gegen die griechischen Küstenstädte zogen sie auch vor Ephesos, das, von Kallinos auch in diesem Kriege zu tapferer Gegen- wehr aufgefordert*), den Angrifi" ihres Fürsten Lygdamis zurück- schlug. Da die mit ihnen verbündeten Treren in dieser Zeit Magnesia am Mäander einnahmen und die Stadt zerstörten, so müssen die Kämpfe zwischen Ephesos und Magnesia früher statt- gefunden haben. Von den Elegieen des Kallinos können uns die wenigen unter seinem Namen erhaltenen, übrigens angezweifelten Verse leider nur ein schwaches Bild gewähren. P.

G) vbol; ovo' ccidstöd-^ ä^q)L7teQixTiovag,

Stob. Floril. 51, 19. Inhalt: r}ad-ccL und Kud^fja^ai, (vgl. V. 4).

K. ermahnt die Ephesier, sich auf- II. 13, 252: oiSd xoi ccvrbg \ fja&ai.

zuraffen aus träger Ruhe und wie ivl TiXiairjai XiXaiofiai, ccXXä fta;^«-

die Nachbarn zum Kriege zu rüsten. ad-ai. Dem. Olynth. 2, 23: Kaö-^-

Er schildert, wie niemand unter iieQ-cc ovShv itoiovvTsg. [rio /x.f-

den Menschen dem Tode entrinnen xQ'^S H. 24, 189. &Xyi. I|. &v^. ähnl.

könne, und wie es eine Ehre sei, II. 16, 209 u. 264.] i^sts] =

für das Vaterland zu sterben, wie quand aurez-vous? Futur zum in-

es dem Überlebenden aber hohes gressiven Aor. ^axov 'ich bekam',

Ansehen verleihe, wenn er nach wie i&d.Q6r\6u 'ich bekam Mut',

einem glücklichen Kriege heim- ißaaiXsvaa 'wurdeKönig'u. s.w.

kehre. P. Soph. Oed. C. 1685: n&g yccg i^o-

1. iidxQ- xarax.] Wie lange (isv tQocpdv; [Anh.]. noch liegt ihr müfsig da? In 2. vioi] in weiterem Sinn waf-

demselben Sinne stehen sonst auch fen fähige Mannschaft [wie

•) Erhalten hat uns Strabo XIV, 647 den Vers: vvv S' inl Kifiiis- qLiov aTQarbg ^p^crai dßQifiosgymv (Fr. 3 Cr.).

26

ELEGIKEß.

ads Xifjv fisd'iEvtsg, iv ElQi^vri de doxstre

^ffO^at, ataQ TCÖXefiog yatav äjtaöccv ejjft;

* *

*

5 xai tiq ScTtod'vrjöxcov vcJTar' dxovtLOdrco.

trt/xijcV te yccQ ißn xal ayXaov ävdQl ^dxsß&ai

yfjg nsQi xal naCöcov xovQLditjg t' «Ad^ov dvö^svsöLV d-uvccTog de tot' söösrai, otctiots xsv dij MoiQav STiLxXcböcoG', dkkd zig l&vg ha 10 sy^og ava(3x6^svog xal vti aönCdog akxt^ov '^zqq sXöag^ t6 ngätov ^tyvvfiEvov noliaov. ov yaQ xcog %dvax6v ys rpvystv SLfiaQ^svov ißtiv

dvdQ\ ovd' £i TCQoyovcav y ysvog d&avdrcov. nokkdxi dri'Coxrita (pvycov xal öovtcov dxovxcov 15 EQXExai^ Ev d' oi'xco ^otQa xiyjEv &avdxov'

dXk' 6 iiEv ovx E^nrjg dnj^o) cpckog ovds no&ELvög^ xbv ö' ökiyog öxEvdiEi xal ^Eyag, i]v xi ytd&r]'

Tyrt. 1, 15]. ovd' alS. ktL'] un- willige Frage : Und ihr schämt euch nicht vor den Umwohnern, so läs- sig zu sein ? Sc^cpiTtsgiyiTiovccg] Odyss. 2, 65: aXXovg r' aldsad-rirs TtSQLyiTLOvag av&Qwnovg, \ ol Ttsgi- vccistdovGi. 'Afi(pi7tSQiy.riovsg ist die ältere Form für das später übliche &(i(pi,Kriovsg. Find. Isthm. 4, 8 : «po- ^evoL aii(pfAriQV(ov. Herod. 8, 104: xoiei a^cpLKTLOci, Tt&Oi tolGi a^(pl tocvtrig oiv.iovGi xfig nöXiog.

5. Jeder soll bis zum Tode käm- pfen.

[6. 7. S. Tyrt. 3, 33 f. und 1, 13.

8. II. 18, 116 = 22, 365: ^fjqa 8' iym rövs Ss^o^cci, omtötE Ksv §r] \ Zsvg i&eXj] xsXiaeci. Anh.]

8 ff. Sinn: Jede Gefahr erweist sich als minder furchtbar, wenn man ihr mit bewaffneter Hand die Stirn bietet; erliegt man ihr aber, so liegt ein Trost in dem Gedanken, dafs es die Schicksalsgöttinnen sind, die unser Geschick gewollt haben.

9. [Der Plural fiolgai zuerst II. 24, 49. Sonst heifst es instiXmcavto &soL (II. 24, 525, Od. 1, 17 u. 16, 64).]

&XXd~\ 'Wohlan denn, geradeaus dringe ein jeder vor!' S. zu Tyrt. 1, 15; 2, 4; 4, 4.

10. aXv.. rjTOQ] Homerisch: Iliad. 17, 111. [Tyrt. 2, 23.]

12. [Hör. carm. III, 2, 13: mors et fugiicem persequihir virum. Für den ganzen Gedanken vgl. II. 12, 322 fF.] iXaocg] unter dem Schilde die männlicheBrust bergend. ^lyv. TtoXiiLov^ Propert. 4, 1, 28: misee- bant proelia.

13. ov8' si flf.] Selbst z. B. Sar- pedon, Zeus' Sohn, mufste durch Patroklos fallen.

14 f. Sovn. ccK.] Homerische Re- miniscenz. II. 11, 364: icov ig Sov- ■nov ccv-övrcav. iv S' oIk. &uv.^ [Schiller im Siegesfest: Alle nicht, die wiederkehren, | mögen sich des Heimzugs freun; j an den häuslichen Altären \ kann der Mord bereitet sein. Simon. 65 (48 Gr.): 6 6' ccv %dvccxog v.ixs v-ccl xbv (pv/oiia^ov.^

17 f. [Tyrt. 3, 28.] oXiyog xal liiyag'\ grofs und klein, sonst vor Theokr. 22, 113 nicht nachzu- weisen. — Tj'v XI ndQ"rj\ euphe- mistisch statt: r]v Tiiarj, wie im Lateinischen: si quid ei acciderit. Odyss. 17, 596: firj xi nä&rjg. [Schil- lers Teil 1, 1 : tröstet ihr mein Weib, wenn mir was Menschliches be- gegnet.]

KALLINOÖ. TYKTAIÜS. . 27

Aaw yccg av^navti nöd^og xgatSQÖcpQovog ävÖQÖg d-v^6xovtog. t^Gxov d' u^tog rj^t^tav 20 aöTisg yäg ^iiv nvgyov iv öq)&al^ot<Jiv bgööiv fQÖ£c yäg TioXXav a^ia fiovvog iav.

IL Tyrtaios.*)

Tyrtaios, Sohn des Echembrotos, lebte während des zweiten messenischen Krieges und soll ein lahmer Schulmeister gewesen sein, den die Athener, wie sie behaupteten, den Spartanern, welche auf Geheils des Orakels einen Feldherm von ihnen forderten, zu- schickten, worauf dieser dann durch seine patriotischen Lieder den Mut der Spartaner entflammt und sie zum Siege geführt habe. Jedenfalls ist die Tradition in dieser Form unhaltbar, und nichts klingt märchenhafter als die gutmütige Vorstellung, dafs die Spartaner in ihren geschlossenen Staat einen Fremdling aufge- nommen und zum Leiter eines schwierigen Kriegs mit politischer Vollmacht bestellt hätten. (Es ist möglich, dafs die Sage daher entstand, dafs man das lakonische Aphidna, den mutmafslichen Geburtsort des Dichters, mit dem attischen Orte gleichen Namens verwechselte. Die ionische Herkunft des Tyrtaios erschien oben- ein dadurch wahrscheinlich, weil er seine Elegieen wie vor ihm Kallipos im ionisch-epischen und nicht im dorischen Dialekt ver- fafst hatte. Ebendaher mag sich auch die Angabe erklären, Tyrtaios sei Milesier gewesen.] In jener Zeit wurden die Spartaner

19. [Tyrt. 3, 37 flf.j a^tos] wie der vereinten Feinde Sturm!' Stol- sonsi ävtä^iog: er ist den Halb- borg. Shakespeare (Coriol.V,3): göttern gleich zu achten. Ahn- dafs du in der Schlacht | hoch fich heifst es von Hektor II. 24, 258: wie ein Leuchtturm stehst, den d'sb? ^OKS ftfr' ävögäotv, ovdi im- Stürmen trotzend, | ein Retter der x£t I ScpSgög ye 9vqTov nalg Ififts- Bestürmten I (Nach der Übers, von VCCI, äXla &solo. Die Tj^ti^soi reprä- A. Wilbrandt). [Anh.] sentieren das nach dem Erlöschen 21. TioXlmv ü^ia] brachylo- des yivog yaixeiov entsprossene gisch, indem statt des verglichenen vierte Geschlecht, von dem es bei Attributs der Person die letztere Hes. Op. 158 heifst: SmceiöxBQov xai selbst gesetzt ist. Iliad. 17, 51: jco- &Qeiov I &vSq&v ijQmcov &£iov yivog, (iui XagUsaaiv oiiolai. Xen. Anab. Ol KuXiovTcci I inLiQ-eoi. Vgl. Iliad. 2 3, 15: 17 df 6'^tg ^i^xrpov ov8\v 12, 23. Sii(psQS. Herod. 1, 172: vofioiai Ss

20. TtvQyov] Odyss. 11,556: rolog XQ^avtai Kexcogißn^voiGi TtoXXbv räv yÜQ etpiv nvgyog &TtmXeo. Pind. Pyth. xb aXXwv &v&QmTt(ov kccI Kag&v st. 5, 113: Scyaviaig S\ egKog oV , ov r&v vd^icov zcov äXlcov &vd'Qmncov. ed-svog. 'Der ein Turm war in der [Anh.] ^ovv. imv] wie Od. 20, Schlacht'. Schiller, Siegesfest. 30: iiovvog iwv noXiai und Hes. 'Trotze denn, ein fester Turm, Fr. 100, 3 Rz.: (lovvog imv ijaxaXXs.

*) S. den Anh.

28 ELEGIKER.

durch die Messenier hart bedrängt, während Zwietracht den Staat im Inneren zerrüttete. Da nämlich die Messenier von der Berg- feste Eira aus Lakonien verheerten, so wurden die Grenzäcker unbestellt gelassen, und es entstand Hungersnot und Aufruhr. Diejenigen Spartaner aber, welche Grundstücke in Messenien be- sessen hatten, forderten zum Ersatz eine neue Ackerverteilung. T. suchte durch seine Elegie Evvofiia diese Gelüste zu vereiteln und die alten Satzungen des pythischen Orakels aufrecht zu er- halten. (Vgl. Pausan. 4, 18.) Aufserdem verfafste er Gedichte ermahnenden Inhalts (yTCo&ljyMi), durch welche er die Spartaner zum Kampf entflammte, und Marschlieder (^ifxßatrjQia) in ana- pästischem Rhythmus, dessen Tonfall ein natürliches Marschtempo bildet. [Die letzteren waren wohl ganz in spartanischer Mundart gedichtet; denn hier hatte der Dichter kein ionisches Vorbild wie bei den Elegieen. Uns sind drei vollständige gröfsere Kriegslieder erhalten, aus denen wir die Eigenart dieser Poesie genügend kennen lernen.] Auch nach der Zeit des Dichters blieben seine Gedichte bei den Lakedämoniern in hohem Ansehen. Vor einer Schlacht wurden die Marschlieder von der bewaffneten Mannschaft vor dem Königszelte gesungen*), und beim Mahle trug man sie wetteifernd vor, wobei der Sieger eine doppelte Eation Fleisch erhielt. Der Dialekt ist in den Elegieen des T. der epische.**) Nur in den Embaterien hat er wegen ihres volkstümlichen Charakters den Dorismus angewendet. Weiteres s. in der allgemeinen Ein- leitung C.

TnOGHKAI. ***) 1. (10 Bgk., 8 Cr.) Te&VKiisvat yccQ xakbv inl TCQOfidxoiöL ^tsGövra KvÖQ uyad-bv tcsqI fi TCcctQiöi ^aQvd^evov.

1. Lycurg. in Leoer. 107. Das bei: I (V. 1. 2): Der Tod fürs Va-

Gedicht ist kein Fragment, sondern terland ist schön. II (V. 3 10):

ein organisch gegliedertes Ganzes. Das Los des Heimatlosen ist schreck-

Der Mittelpunkt ist V. 15—18, die lieh. V. 11 rekapituliert dann, und

Aufforderung an die Jugend zur V. 13 folgt die erste Aufforderung,

Verteidigung des Vaterlandes. Da- die sich V. 15 auf die vioL konzen-

für bringt der Dichter vier Motive friert. V. 19 u. 20 bilden den Über-

*) Valer. Max. 2, 6, 2 : Eiusdem civitatis (seil. Spartae) exercitus tum ante ad dimicandum iäescendere solebant, quam tibiae concentu et ana- paesti pedis modulo cohortationis calorem animo traxissent, vegeto et crebro ictus sono strenue hostem invadere admoniti.

**) Fick behauptet N. Jahrb. 1. Jahrg. S. 508, Tyrtaios' Sprache sei, „von den metrisch sehr brauchbaren 'Lakonismen' -oig und -aig neben -oioi und -rjCL und dsanör&g, drmot&s abgesehen, durchaus rein (ionisch)". P. ***) Diese Hypothekai hatten (Flach, Geschichte der griechischen Lyrik I S. 186) den Zweck, ausschliefslich die Jünglinge zur Tapferkeit zu ermimtem.

TYETAIOS.

29

ti^v 6* ai>rov ngohnövra noXiv xal niovag ocygovs TCTuJxevsiv ndvrav iör avLrjQÖtarov ^

ytka^ö^evov avv (irjvQl (ptkr] aal natgl yegovTi naiOc TS <Jvv ^ixQotg xovgidirj t' älöxco.

ixdgbg [ihv yccg rotöi ^eteaöerai, ovg xbv Ixrjrai XQr}Off'OOvvr] t' eixav xal OrvysQi] Tcevct],

aiGxvvti te yivog^ xazä d' ayXahv sldog ikey^^t,

gangzumS.Motiv— in(V.21— 27): Es ist schimpflich, wenn ihr flieht und die Bejahrteren zurücklafst. IV (V. 29. 30): Der Tapfere wird entweder lebend gepriesen oder fin- det einen schönen Tod. Die Worte ■KuXbg bis itsamv schliefsen sich ab- rundend wieder an den Eingang. [V. 31. 32 malen das Bild eines standhaften, mit aller Kraft aus- dauernden spartanischen Hopliten, an dessen Schilderung Tyrtaios seine Freude hat. Darum wieder- holt er die Verse 2, 21. 22, ganz wie das Homerische Epos und spä- ter auch Solon ganze Verspartieen mehrmals vorbringen.] [Anh.]

1. Zum Gedanken Hör. Carm. III, 2, 13: diilce et decorum est pro pa- tria mori [und Kallin. 6 8]. yä-o] motiviert aus der Seele des Dich- ters das Unternehmen der Auffor- derung überhaupt [und wird V. 14 wieder aufgenommen. Da es schön ist, für das Vaterland zu sterben, so kämpft und sterbt, wenn es sein mufs. So beginnt der phokäische Feldherr Dionysios Herod. VI, 11 seine Rede: inl Ivpoü yaq Scnnrig %tTai i7fttv tq; jtQ'qyfiuta, und erst später folgt, was er darum fordert: &IX' ifioi TS Ttsl9sa9s nal i(iol inniccs avxovs l:nixQi'^)OLXi\. Wir sagen: es ist ja schön. [Anh.] [Zum Gedanken 8. II. 15, 494—498.] inl jrpoft.] im Vordertreffen, wo die Hopliten standen. In zweiter Linie kämpf- ten die Gymneten [Tyrt. 2, 35]. Die spartanischen ngoiiccxoL unterschei- den sich von den Homerischen da- durch, dafs jene in Reihe und Glied oder geschlossener Linie kämpften, während diese aus der Schlacht- reihe heraus auf das ' y.sTaixiiiov' vortraten und entweder mit einem einzelnen Gegner einen Zweikampf

aufnahmen oder auch in die feind- liche Schlachtreihe eindrangen, um einen Gegner zu erlegen. Auf solche Einzelkämpfe der jrpdtiajjoi , unter denen hervorragende Heroen zu denken sind, beschränkte sich bei Homer meist die Aktion, und nur selten kommt es zum Massenkampf. Zu ini vgl. V. 21 u. 30.

2. nsgl V JtaTp.] nsgi mit dem Dat. wie Odyss. 17, 471: &vr}Q nsgi olai (iaxsi6(iEvog y.TsdTSijaiv. Sonst der Genet. wie V. 13.

3. avtov] st. kavtov, wie bei Homer Odyss. 8, 68: uvtov vitig xfqpai^S; 14, 51: avrov ivsvvuiov. Doch tritt auch das Personalpron. hinzu, wie Iliad. 19, 302: acpwv av- rtbv xTjdea. niov. &yQ.^ Iliad. 23, 832: niovig ccyQoi. Vgl. Odyss. 4, 757.

4. Vgl. Odyss. 15, 343.

5. (fiXog] ist stehendes Beiwort bei Wörtern der Verwandtschaft und Freundschaft, wie Iliad. 22,408 : natr]Q q)iXog; 1, 345: tpiXo) itcügo}; bei Körperteilen, wie V. 25: tpilrjg %bqgC. Iliad. 7, 271: (plXa yovvata. [Anh.]

7. Theogn. 209 Bgk.: oirn laxiv (fivyovxi cpiXog ■nul niaxhg kxalQog.

ft^vj entspricht dem xs V. 9 wie oft. Pmd. Pyth. 4, 249 : ktsIvs (liv

TiXsipsv xs. [Anh.]

8. si'yiav] wie Odyss. 14, 157: nsvijj sUkcov. [Anh.]

9. alßxvvsi^ Subjekt: der hier geschilderte heimatlose Verbannte.

Kccxa] gehört zu iXiyxd, be- schimpft. Nach der Ansicht des Griechen, dessen Existenz an den Besitz, besonders der Sklaven, ge- knüpft war, entstellte die nsvia die geistige und körperliche Schönheit des Menschen. Bei Pindar Ol. 8, 19 heifst es von einem Olympiasieger:

30

ELEGIKER.

10 7iä6a ö' äti^iYj xal xaxozrig ejistai.

eC (5' ovTG)g ävÖQÖg xoi älcoiiivov ovde^C' agr] yiyvstaL, ovr' aiöcog ovr' onig ovt' sXsog^ &vpL(p yflg jisqI rrjöde ^a^afisd-a xal tcsqI naCdov d-vrjöxcopLSv ^viiov iirjxsn cpeiöö^evoi. 15 d) V801, ccXlä ^dxsö&s Ttag' akkrikoi6v ^evovtsg, fiijdf q)vyf}g aiöiQäg aQ%sre ^ijÖs (poßov, cckXä fit'yav noietßd's xccl ccXxi^ov iv cpQSQl d'vfiöv,

fir]ds ^tAoj^v%£tT' ävÖQdöL ^aQvd^avoi,' tovg ds TtttkaLOteQOvg, cjv ovxsti, yovvar iXccq)Qa. 20 ft-») xaraXeiTtovreg (psvysts, tovg ysQaiovg'

ai6%Qov yäg dij rovto ^erä jiQO^dxoiöi nsGovxa

7cst0&at 7tQÖ09s VBCov ävÖQa naXaioxsQOv , ijdri Xsvxbv iyovxa xägi] tcoXiöv xs yevsLOv, d^v^bv änoTtvsLOvx' aXxt^ov iv xovir], 25 ui^axösvx' aidota cptXrjg ev 'x^sqöIv s%ovxa

Tiv 8' ißOQäv KciXos, ^Qyo) T ov v,ata sldog iXiy^tov^ i^svsns ■ntk. S. unten Theogn. 351. 52.

10. Schande und Unglück, fafst die vorhergehenden Einzel- heiten zusammen. artfii'rj] Feig- heit wurde gesetzlich mit Atimie bestraft. [Das umgekehrte Los triflFt den im tapferen Kampfe Gefallenen und sein Geschlecht nach 3, 29 ff.]

11. ovToig\ auf die geschilderte Art.

13. '8'vftro] 'mutig', [wie Xen. Cyr. IV, 2, 21]. tcsqL] s. zu V. 2. [Kallin. 4. 5.]

14. ipvx-q] = tav, [s. Tyrt. 4, 5]. fiTjM^ri] Also ist der Krieg schon länger und ohne Energie geführt. Tpvx- fiTjx. (psidöiisvoi] Horat. Carm. I, 12, 37 : animaeque magnae | prodigum Paullum.

15. &lXä] tritt zum Imperat. mit adhortativer Kraft. So schon bei Homer [II. 15, 494: aXXä ^dxsaQ-' ivl vr\valv aolXhg und] auch in Prosa. Plat. Protag. 310 A: aXl' ovv uKovsts. &XXd hinter dem Vokativ wie Ilias 17, 645: Zsv ndtSQ, dcXXä av QvaaL vn' rj^gog vlag 'A^cciwv. [Anh.] ^dx^s^i] 'Alacritatis indicium inest in transitu ex prima persona ^laxmii'S&a ad secundam

^dxsa&sj aQxsts.'' Bach. [Iliad. 17, 721: iiaxr,G6(iE&a tiocq' dXXijXoiüt ^svovrsg. Tyrt. 2, 11.]

16. cpvyfjg aß;^£T£] ist nicht mit tpsvySTE identisch, sondern meint: gebt nicht durch Feigheit den An- lafs zur Flucht. cpoßov] hier, wie bei Homer, meist in der Be- deutung ängstliche Flucht [also Ergänzung zu qpvyjj?]. [Anh.]

17. [Kallin. 1.] tcoibIv &v- jxdr] heifst Mut einflöfsen (auch anderen), dagegen noisiad^ai &vii6v sich Mut machen, d. h. Mut fassen. [Anh.]

19. yovvar' iXacpgd] IL 13, 61.

20. tovg ySQaiovg] Der Begriff naXaior^Qovg wird mit Kachdruck wiederholt: nur bringt ysg. den Nebenbegriff des Ehrwürdigen hinzu. ysQdiög mit verkürzter Pän- ultima [wie schon bei Homer V 379 ^^Ttaiov als Daktylus ge- braucht wird und Hes. Theog. 15 die erste Silbe von yait^oxov ver- kürzt vorkommt]. [Anh.]

22. KSta^aL] epexegetischer In- finitiv zu rovTO.

23 ff. Vgl. Iliad. 22, 71 ff.

24. Iliad. 13, 654: &vii6v dito- TtvsLcav KSiro.

25. q}lX7jg'] S. oben zu V. 5.

TYRTAIOS.

31

30

aiöxQoc xd y drp^aXfiotg xal veftftfijt« idstv - xal X9*^^ yvfivad'tvra' vaoicfC dl nävx in^oixev,

'6(pQ' igarrig i^ßrjg ccyXabv äv&og ix^' dvögaat ^£v d-rjtjxbg irfffv, igaxbg dl yvvai^cv,

gcoög iav^ xaXbg d' iv TCQOiidxoiOi nsöav. aXkd xig bv dtaßäg (levixm noölv d^KpoxigoiOiv

öxrjQLXQ'dg inl yr^g, jjffAog ööovöl daxäv.

2. (11.) 'y/AA' 'Hgaxkrlog yccQ dvtxrjxov yivog iöxi^

&aQasix\ ovjCG) Zevg avxiva Ao^ov fjrgf ftijd' dvdgcbv Tilrjd'vv dsLpLmvsxe^ ^rjdl (poßslö^s, i^g d' eig TCQO^dxovg ccanLÖ' ccvtjQ ixsrco, 5 ix^gdv }ilv ilfvx^v d^antvog, &avdxov dl fieXaivag xfigag ö^iag avyatg '^eXioto (pCkug.

Ixovxa'] d. i. der die blutige, d. h. verwundete Scham mit den eigenen Händen umfafst hält. Diese Schil- derung beruht auf der richtigen Beobachtung, dafs Verwundete in- stinktiv nach dem Orte der Ver- wundung greifen. [Anh.]

2C. vfftfffTjra 18bIv^ Der Hia- tus ist nur scheinbar, da iSilv ur- sprünglich digammiert war. [Anh.]

27. yviivoi&ivra] nackt, wie das danebenstehende xqöu zeigt. nävxa] Dem Jünglinge steht alles wohl an, weil der Anblick des ju- gendlichen Körpers, selbst wenn er verwundet oder verstümmelt ist, das Auge nicht verletzt. [Anh.]

28. Subj.: av%og, Obj. ein viov. Iliad. 18, 515: Scvigsg, ovg ^jj« yfjgag. [Umgekehrt yf^gag lj;£ts Odyss. 24, 249.]

29. 'ö'TjTjTOs xrl.] nämlich toi- oüTos ^ßti. iSslv] Der Infin. entspricht dem lat. Supinum. Ähn- lich auch wir: bewunderungs- würdig anzuschauen. yv- vat^iv] Am Versschlufs, wo Pause eintritt, ist die lange Silbe pas- sender. Daher das v paragogicum. [Anh.]

30. iv nQo^dxoiai nsadav] wie oben V. 1. (Simon. Ceus 92, 4 = 87 Cr : iv TtQOfidxoiei Ttsasiv.)

31 f. S. zu 2, 21. 22, 3, 16. 31. [rig 'ein jeder' wie Iliad. 2, 382: SV [liv xig 86qv Q-r]h,äo%'(o.'\

2. Stob. Flor. 50, 7. Inhalt: Ermahnung zu tapferem Kampf. (V. 31—34 an die Panopliten, V. 35 38 an die Leichtbewaffneten ge- richtet.)

1. iciXa. xtI.] Die einfache Wort- stellung würde sein: jt^ dci^aivere, &XXa Q^ccqeelxB' 'HgayiX. yag kxL 'Hg. yivog] Sparta war eine Ko- lonie der Herakliden. [Anh.]

2. o^na] Wenn der zweite Fufs des Hexameters und Pentameters ein Spondeus ist, darf die Thesis durch eine lange Endsilbe gebildet werden. lo^ov] schief, d. i. abgewandt, zum Zeichen der Un- gunst. [Anh.]

3. qioßsi69s] absolut. [S. Tyrt. 1, IC] nXrj&vv gehört nur zu dsi- (laivsTS.

4. [Kallin. 9.]

5. (j. ix^gäv und q)iXag sind Prädikate in chiastischer Stellung. Sinn: 'Kämpft so, dafs ihr dem Leben feindlich, dem Tode freund- lich gesinnt erscheint!' d-av. Y.i)Qag] Vgl. unten Theogn. 441 f. Iliad. 2, 834: KtigEg ^iXavog &a- vcixoio. [Mimn. 2, 2.J

32

ELEGIKER.

l'6te yccQ "^QYjog noXvdaxQvov EQy äCdriXa, SV d' ögyijv idccrjr agya^eov noXa^ov, TcaX fisrä (ptvyovrcav ts diosxövrav x ayivBQ^B^ 10 h vsot, aiKpoTEQOv d' Big xoQov rjXdßats.

0? fi£v yuQ toX^äOL jrap' aXXifikoidi fisvovtss

ig r' tt\)To6%EdCriv naX nQO^dxovg lEvat, TCavQÖtSQOi &v'ii]0xov6i, cfaovöt de Xabv ÖTtLööco' TQSöödvvav d' kvöq&v näö' ocjtöXcoX' dyeXt}. 15 ovdslg dv noTS Tavra Xeycov dvvGsuv exuöra, ÖG6\ T^v aiöXQa nd&fj, yCyvexai dvdQi xaxd.

7 20. [Ihr habt Kriegserfahrung genug und wifst daher, dafs die Ausharrenden weniger gefährdet sind als die Schar der Fliehenden. Zu der Gefahr des Todes aber kommt die Schande nach dem Tode.] "Aq. ^eya] Unten Sol. 6, 57: flcxLävog ^gyov. [Sonst heifst Ares selbst a.i8r(kog (Iliad. 5, 880 u. 897, Odyss. 8, 309) als der schreck- liche, dem verderblichen Hades ver- gleichbare Gott (Soph. Ai. 607).] 'Aq. TtoX.] Iliad. 3, 132: TtoXvSuyiQvv "Aqticc.

8. [Obwohl römische Schriftsteller (Liv. 2, 16, Sallust bei Prise. 10) von einer ira belli sprechen und der Tropus an sich denkbar wäre, so ist ÖQyriv hier doch so aufzu- fassen, wie es vor den Tragikern meist gebraucht wird und der Zu- sammenhang der Stelle begünstigt: 'ihr wifst, wie es im Kriege zu- geht und habt seine Ai-t kennen gelernt'. In dieser Bedeutung hat das Wort, das bei Homer noch nicht vorkommt, schon Hesiod Op. 304 und Theognis an fast allen Stellen (98, 214, 215, 312, 964, 1059, 1072, 1073, 1258, vielleicht auch 1301; nur 1323 ist es = ^vfiog 'Zorn'); auch im Hymn. Cer. 205 steht es so, desgleichen bei Semon. Am, 2, 11 u. 41 und oft bei Pindar und den Dramatikern. Bezeichnend für die Bedeutung von d^iyij ist Herod. 6, 128: St,snsi,QäTO avtäv ttjs ScvdQccYcc&irig kdiI t^s ögyr^g y.<xi TtociSEvaiog XB v.al rpOTtov.] ccgy. noX^ Iliad. 14, 87: &QyaXiovg noXi- iLOvg. Hes. Ojj. 229: &Qy. ■n;6X£(iov.

9. Sinn: Ihr habt sowohl auf Sei- ten der Fliehenden, wie der Ver- folgenden gestanden, ihr kennt demnach die Weise des Krieges. [Anh.]

10. r}Xcc6ccrs] intransitiv: Ihr habt's in beidem bis zum Überdrufs getrieben. Plat. Cratyl. 410 E : noQga aoqiiccg iXavvsiv.

11. ol fi£v yuQ ] ist dem V. 7 koordiniert und dient in Gemein- schaft mit diesem zur Begründung des Inhalts von V. 3 6.

13. [S. Theogn. 867 f.] [Anh.]

14. [zQsaaävtcov u. ccysXr} sind lakonische Ausdrücke. Vgl. Plut. Agesil. 30: rotg iv ff) ii(x.%ri koctu- SsiXidaaciv, ovg avxol rgiGavtag övonä^ovaiv. Auch die Argiver ge- brauchten tQElv st. (psvvEtv. Herod. VII, 231: bvBi86g ts six^ 6 rgscccg 'AQiGtöSrmog KuXso^Evog: dieser war nach dem Thermopylenkampfe nach seiner Rückkehr in die Heimat mit Atimie belegt worden. Dafs ayEXr} Lakonismus ist, geht hervor aus einer Pindarstelle (112 Bgk. , Chr. 78 Böckh) bei Athen. XIV, 631 C: nivduQog S^ cpr}6t.' Aä-AULVU ftfv nuQ&Evaiv ayiXcc, ÖQXOVVTai ÖE TUVT7]V (sc. öp^Tjfiari- ktIv) TtaQcc tm TlivSäQcp ol AätioavEg. Vgl. Plut. Lyc. 16: nccvtag Ev&vg ^TttuETElg yEvotiivovg . . Elg ccyiXag yi.aTEXoxi't^ &Qxovra d' avtolg nag- ietato xfig &yiXr]g tbv cpgovElv 8ia(piQ0vta ticcl d-vfiosidEatccTov iv rm iiccxEaQ'ai.] [Anh.]

15. 16. 'Alles Unheil, das den Feigen trifft, ist nicht aufzuzählen.' Odyss. 14, 196: gr}idi(og kev ^itSixa Kai tig iviavvbv a-xavTcc \ o^ xi 8icc-

TYETAIOS.

33

'20

QLyaXiov yaQ öffttfO-f (UTdq)Q£vov iötl duiptv

ttvögbg cpivyovtog ör}i<p iv noki^ca' aiöxQog Ö' iözl vsxvg xaxxst^evog iv xovltjöiv

vwtoi^ OTCicfd'' cci'x[if} öovQog 6kr}Xa(iEvog. aXXä rig ev diaßäg ^Bvixca noolv ä^(poreQot<Jtv

ötrjQix^slg inl yf^g^ x^lXog 68 ovo l daxav^ (lYiQovg TS xvijfiag re xata xal ötsqvu xal io^ovg

ttöniöog svQStrjg yastgl xakvipd^tBvog' 25 8£i,ixEQri d' iv jjftpl Tivttööita oßgi^ov iyxog,

xivsLtG) ÖS X6q)ov dsLvbv vtcIq xecpaXfig' eQÖav d' oßQL^tt igyu Öidaöxsöd-co noXe^C^eiv,

firjd' ixrbg ßsksav iovdta) ocöjclö' 6xg>v. dXXci Ttg iyyvg Icov avxo6%£8ov iyx^^ [iccxQä

t) fiepst, ovra^cov d^iov avdg^ ekixco' xal n68a nag n:o8l d-slg xal iiC danidog d6TtC8' igeCöag,

30

alaxQoc ita&siv] 'non est fu- gere simpliciter, sed ignominiam sibi fuga contraherc' Francke. [Anh.]

17. Die Schande des Feigen kommt als stärkstes Motiv zuletzt. [Qiya- J.f'ovl'Schaudern erregt es'.] Scct- Stiv\ 'wenn man ihn verwun- det' mit ^lyuXiov zu verbinden. Der Infin. bei Adjektiven drückt oft einen bedingten Verbalbegriff aus. Odyss. 17, 265: gtlcx S' &Qiyv(ot iarl mal iv noXXotaiv ISiaQ-ai. [Anh.]

18. $T]io) iv noX.] Iliad. 4, 281: Si]iov ig TCÖXsfiov.

lü. -KaK-Ksiiisvog] v.axd erleidet die Apokope und assimiliert das t dem folgenden Konsonanten.

21. 22. Sinn: 'Jeder soll, weit aus- schreitend und mit beiden Füfsen gegen den Erdboden gestemmt, standhalten.' So wird er seinem Stofse mehr Nachdruck geben. Vgl. Biad. 12, 458: ev Siaßäg, iva iltj oi &cpavQ6TfQov ßiXos h't}. [Anh.] XSlXog dSovai SuKav] Ausdruck seines unbeugsamen Entschlusses, nicht vom Platze zu weichen. [Odyss. 1, 381: ÖSä^ iv ^fiifffi cpvvzBg.]

23 f. [Gemeint ist der den ganzen Mann deckende grofse Schild (die ianlg dftqpi^pdtTj), nach dem der Sohn des Aias, der einen Schild trug wie einen Turm (Iliad. 11, 485

BucUholz, Anthologie. L

u. 17, 128), den Namen Eurysakes erhalten hatte.] [Anh.]

24. 25. [S. Tyrt. 4, 3 f. Iliad. 11, 592: ol de nag' ccvxbv \ TtXr\aioi ißTTiauv, <raxf' co/toifft yiXlvocvrsg, | Sovqut' ävaa^ö^svoi.]

24. yaazQt] metaphor. = Wöl- bung.

25. Ss^irigy] V. 24 enthielt die Leistung der linken Hand. iv ^siQi] lokal; dagegen wäre j;£jpi instrumental zu fassen. Ebenso (bei Homer) iv dcpO-aXfioig und dcp&aX- (lolaiv ISslv u. ä. ößQifiov ^yx-] Homerisch und Hesiodeisch: Iliad, 11, 435 und sonst. Scut. 135: ößQi- (lov ^yxog.

26. [Zur Sache s. Iliad. 6, 469: xuQßrißag X6cpov iTtm,oxaitr\v , \ Ssivbv &it' (ixporaTTjs yi6Qv9og vsv- ovra.]

27. [Der Krieger soll, indem er tapfere Thaten zu thun wagt, das Kriegshandwerk von Grund aus lernen und sich zu einem immer tüchtigeren Kämpfer ausbilden.]

29 f. [(yx- ftaxp.] S. Odyss. 22, 292 : 'OSvaasvg \ ovra dufiaaroQidriv avToaxsSbv ?y;|fsi' fiatigä.]

30. ovrdietv im allgemeinen cominus, ßäXXEiv emintts (V. 36).

31 ff. [Vgl. hierzu die Hom. Schil- derung Ihad. 13, 131 = 16, 215: &aitlg &q' &aTtiS' ^qsiSs, nögvg 7i6qvv, 3

34

ELEGIKER.

iv dh X6<pov TS Xöcpa xal xvverjv xwerj xal 0tSQvov ötiQvm TCsnXrjfisvos kvöql naxE0d-cOf

ij ^icpeog xanrjv tJ ööqv ^axQov ekav. 35 v^slg ö\ (o yv^vrirsg, v% äßjtidog ukXod^sv aXkog

7ttG)6<30vrsg ^syccXotg ßdXlEts xEQ^adtoig, dovQCCöL te ^£6rot6iv äxovTc^ovtsg sg avtovg,

toiöc navoTiloiOi TckrjöLOv lötcc^evol.

3. (12 Bgk. 10 Cr.) Ovr av ^vrjöat^rjv ovr' iv Xöyoj ävÖQa rt&Et^rjv

ovts Ttoömv aQExrig ovte Ttakatoiioövvrjg, ov5' EL KvxXcoTfcov ^Ev lyoi fidyEd'ög xe ßcrjv te, vixarj Ö£ d'Ecav ®Qr}LXLOV Boqetjv, 5 ovo' EL Tid^covoLO cpviiv yaQLEßxEQog eL't}^

nXovxoCri öe Mlöeco xal Kivvqeco ^ccXlov,

av^ga 8' ccvi]Q' \ ipavov S' iitno- 710(101 KOQv&sg XccfiTtQOiai, cpäXoiGi \ vsvövrcov. Verg. 10, 361.]

32. iv de] adverbial: dabei aber, zugleich aber.

33. [TtSTtlrinsvog 'genalit' wie Odyss. 12, 108.]

34. SoQ. (iccng.] Iliad. 7, 140: öqvqI fiay.Qm.

35. yvnviiT 8 g^tpdoi] vielleicht die leichtbewaffneten Heloten, die Waffenträger der Panopliten. [35. 36. So tritt schon Teukros Iliad. 8, 264 unter den Schild des Aias, um, von diesem gedeckt, seine Pfeile abzuschiefsen.] all' alXog] formelhaft nach der bu- kolischen Cäsur, wie Odyss. 9, 401, am Ende des 1. Hemistichs Solon 6, 43, niad. 2, 75 u. s.

36. ;^tp(iadtois] Iliad. 3, 80: iolaiv titv6y,6[iBvoL XäsaaC r' Icßocl- lov. [Vgl. Iliad. 11, 265 = 541.]

37. dovQKGi Iser.] Die Gym- neten führten nicht lange Speere, Schwerter und Schilde, sondern leichtere Waffen, auch Keulen und Knittel, woher sie wohl Koryne- phoren hiefsen. ccvtovg'] nach- drücklich emphatisch: sie (die Feinde). Der Dichter sieht mit seiner erregten Phantasie die Feinde unmittelbar vor sich und hält daher das blofse Pronomen zur Vergegen-

wärtigung der Gegner für ausrei- chend.

3. Stob. Floril. 51, 1. Inhalt: [Alle anderen Vorzüge, die den Menschen sonst begehrenswert er- scheinen, Schnelligkeit der Füfse, Gewandtheit im Ringkampf, ge- waltige Körperkraft, ein anmuti- ger Wuchs, Reichtum, Herrschaft, Beredsamkeit, haben keinen Wert ohne die ausharrende Tapferkeit im Kriege. Diese Ausführungen berücksichtigt, aber mit anderem Ziele, Theogn. 383 ff.]

1. iv 'käyto x'i%£6%ai\ be- rücksichtigen, achten.

2. agttfig\ kausaler Genetiv.

3. [fif'yE'ö'og Tf ßiriv rs wie Iliad. 7, 288.] ©pTjtxtov] Thra- kien war Hauptsitz der Winde. [Vgl. Hesiod. Op. 507. 553.] Ibyk. 1, 9.

5. Ti&covolo] nach Iliad. 20,237 Sohn des Laomedon, wegen seiner Schönheit von der Eos geraubt. Vgl. Hymn. Hom. in Vener. 221 ff.

6. MiSsco] König von Phrygien, [sprichwörtlich wegen seines Reich- tums, ebenso Kinyras, ein mythi- scher König von Kypros. Plat. de leg. II, 660 E: iccv S' ägcc JtXovTjf (liv Klvvqu TS Kccl Mida (läXXov. S. Iliad. 11, 20, Find. Nem. 8, 18, Pyth. 2, 16.] [Anh.]. (läXiov = fi&XXov.

TYRTAIOS.

35

oi>d' d TavraXideoi) lUXoicog ßccöiXevreQog ei'r],

yXöööav d' 'Aögriorov fisihxöyrjQvv ex^t, ox)d' ei näöttv sxoi Öö^ccv nXi}v ^ovQidog aXxijs' 10 ov yaQ civ^Q ayad^bg yCyvsrai iv nroAf'/iö,

sl (lii XEtkaCri ^Iv 6q&v (pövov aifiatöevra

xal ÖYjtoav ögayoir' iyyvQ^sv [örccfievog. ^(5' aQStrl, TÖd' üe&Xov iv äv^gänoLötv uqiGxov

xockXiöTÖv TS (pBQBLV yiyvexccL dvdgl vifp. 16 |i>vöv d' ic&kbv rovTO nöXrfC xe jcavxC xa druKp,

o6xig aviiQ öiaßäg iv TCQOficcxoiöc (isvri v(oX6iisc3g, alöxQ&g d^ tpvyfig inl ndyxv Aa^Tjtat,

ipvxriv xal &v(ibv xX-^^ova 7CccQd-S(isvog , ^aQövvt] d' snsffcv xbv nXriöCov avöga nagsöxag' 20 ovTOj ävriQ «ya^bg yCyvaxat iv itoXa^co'

ttl^a öl dv6fiaveav ävdg&v exgetpa tpdXayyag

XQTjxeiag, öxovd^ x atfxa^s xvfia ^dxrjg'

8. 'ASgriat.] ion. st. 'ASgdatov. Adrast, König von Ärgos, nach niad. 2, 572 zuerst König von Si- kyon, der mit dem vertriebenen Po- lyneikes gegen Theben zog, spielte in der zum epischen Kyklos ge- hörigen Thebais die Rolle eines Heldengreises, wie Nestor in der Ilias. iisiXixoyriQVv] Plat. Phaedr. 269 A: xbv (isXiYriQvv''ASQa- otov. [Theogn. 398 unten.]

9. Q^ovQ. d Ix.] Homerisch: Iliad. 4, 418.

10. S. den Anhang.

[11. Das Part, nach tixXävcci wie Odyss. 20, 311: xuSb xhXa^sv slao- q6(ovx£s. So schon bei Homer auch &vixS6d-aL und später cpigsiv, vTto- (livsiv u. a.J f'^v] mit folgen- dem xai st. ÖS. S. [Hom. II. 1, 267.] Archil. 1, 1.

12. [Zu verbinden ist ögiyoixo driiav. iyyv&sv lexd(isvog ist ap- positionelle Ausführung.] 6q1- yoixo] Iliad. 4, 306: bg ds x' &vi]Q &n6 ü)v (5%^ü)v ixsg' aQ(ia9 TxTjrai, I lyx^i- dge^ua^co.

14. (peQBiv] Über den Infinitiv des Bezuges s. zu Tyrt. 1, 29.

16 ff. 'Der Tapfere ist dem ge- samten Volk ein Kleinod. ' ia&X6v] Über die konsonantisch

kurze Endsilbe in der Thesis des zweiten Fufses des Hexameters s. zu Theogn. 33 mit Anhang. [noXrit xs navxi xs Srjtio) wie Iliad. 3, 60.]

16. oaxig Scv^g] = &v^g xig, og. Siaßdcg] Ö. zu Tyrt. 2, 21.

17. alarg. Xä&T\xai\ Home- risch und Hesiodeisch. Iliad. 10,99: axag cpvXayifig inl Tiäy%v Xä^tavxai. Hes. Op. 262: 6%oXi(öv 8\ 8iv,mv inl näyxv Xdd^sads. inl gehört zu XüÖ-f^xai.

18. ■©■uftöv xXrjfi.] Iliad. 5, 670: xXi^liovcc b-vfiov. nag&s^iBvog'] aufs Spiel setzend, [dasselbe was 'in die Schanze schlagen' be- deutet. Baumgarten in Schillers Teil II 2: Gern schlag ich mein Leben in die Schanze.] S. Odyss. 3, 73 : äidcovrat ] rpvxctg -nugO-s^Bvoi. [Odyss. 2, 237.]

19. [Iliad. 4, 233: xovg (läXa Q-ag- avvBßKE nagiaxä^LBvog iniEßßiv.]

21. dvßii. &vSg.] Homerisch wie Iliad. 10,40 u. ö. ixgBips] gno- mischer Aorist.

22. IßxE^i xv/ia fiajjjjff] er hemmt die brausende Woge der Schlacht. Aesch. Sept. 64: ßo^ yccg xvfia ji^cpffarov ßxgaxov.

3*

36

ELEGIKER.

bg d avt iv ngoficcxotöL nsGav cpiXov aXses d-v^öv a6xv TS xccl Xaovg xal nursQ' svxke'töag^ 25 jtoXlä diä ötSQvoLO xal aönCdog ö(i(pcckos66r]g xal diä d-(OQr]xog TCQÖad^sv ilrjkauEvog. xov d' dXocpvQovrai, (isv ö^cäg veol rjöe ysQovtsg,

aQyaXs'co te Jtöd-a näöa xsxrjös nöXig' xal rv^ßog xal naldsg iv avd-QanoLg ccQLGrjfiOi 30 xal naCdcov natdsg xal yivog i^ontecoy

ovds Ttors xlsog söd-kbv aTtoklvrai ovo' övo^' aircov.

aAA' VTch yrjg nsQ iav yCyvsxaL äd-dvarog, ovxiv aQiatsvovxa ^svovxd te (laQvdfievöv xs yrig TtSQi xal naC8c3v %^ovQog "Agrjg öXsöt]. 35 Si dh (pvyrj ^hv xrJQa xavrjlsysog &avdxoi,o, vixrj6ag d' atxfirjg dyXabv svxog eXri^ Tcdvxeg fiLV tcfi&öLv ö^ög vsot rjds naXatoC^

TCoXkä 8s xsQTtvä 7ta9-c3v SQisxai sig '^LÖrjv' yriQdöxcov dGxotöt ^sxaTtQSTCsi- , ovös xig avxöv 40 ßXdTCxsLv ovx aiöovg ovxs dixrjg a&slsc,

23. Homerische Formel. Iliad. 11, 342 : Q-tivs Sia. Ttgoiicixcov, siwg cpiXov mXsas ^v^iov. So auch 17, 616 und sonst. [Anh.]

25. ccan. oficp.] Iliad. 11, 259: V7t' aanidog d^fpalosaarig.

26. TtQoad'sv] nicht im Rücken, wie der Feige, sondern von vorn. [S. Tyrt. 2, 17.] Iliad. 13, 288: sl'nSQ yäq ßXsto Ttovsv^svog tjs tv- Ttsirig, I ovK ccv iv av^^v' önicd's TtSGoi ßsXog ovd' ivl vmtco, | ccXXd ■HSV Tj 6T8QVC0V 7] vr]8vog avTid-

GSLSV, I TtQÖaOCO Is^ivOlO (ISTCi TtQO-

liux(ov öccQiGTvv. Hör. Carm. 3, 2, 15 : nee parcit (mors) imhellis iu- ventae \ poplitibus timidoque tergo. Ovid. Fast. 2, 211: Diffugiunt hostes inhonestaque vulnera tergo | acci- piunt. Cic. or. de har. resp. 19, 40 : Hoc enim etiani turpius adflictatur respublica, quod ne ab eo quidem vexatur, ut tanquam fortis in pugna vir acceptis a forti adversario vul- neribus adver sis et honestis cader e videatur.

27 ff. [Die Feigen und ihr Ge- schlecht haben das umgekehrte Schicksal zu erwarten, s. 1 , 10 ff.]

VEOL iiSs yf'p.] wie Iliad. 2, 789; 9, 36; Odyss. 16, 198. Zum Sinne: Kallin. 18 ff.

30. Vgl. Solon 6, 32. Iliad. 20, 308. Verg. Aen. 3, 98.

31. [Eine Homerische Wendung wie Iliad. 10, 415.]

32. [Ähnlich Simon. 154(84 Cr.) 3: ovSs rs&väai &(xv6vr£g, ijteL acp dcQsrrj ■Kad^vitSQ&sv \ yivdixivova' avdyBL ddo(iaTog i^ 'Ai$sa.]

33. [S. Tyrt. 1, 31 und 2, 11 f. Kallin. 4 f.]

34. &ovQog "jQrig] Iliad. 5, 30:

&OVQOV "jQJja.

35. Hom. Iliad. 8, 70: Svo ktjqs tccvriXEyeog ^avdxoio. Vgl. Odyss. 2, 100.

36 ff. [S. Kallin. 19 f.]

36. oci^^fig f v ;j 0 g] Kriegs- ruhm. Find. Pyth. 1, 68: y.Xiog alxii&g.

37. vioL 7j Ss TtceX.^ wie Odyss. 1, 395 (8, 58). Vgl. 2, 293; 4, 720. Iliad. 14, 108.

38. Im Particip liegt der Haupt- begriff: er genielst viel Wonne sein Leben lang. [Anh.]

40. aidovg'} hinsichtlich der Ehre

TYKTAlOy.

:s7

nävng d' iv d^ioxotOiv b^i&g vioi ot ts xar' avröv etxovö' ix xagrjg o" re naXcciötsgot,.

xavtrjg vvv rtg äv^g agst^g sig ccxqov [xta&at jisiQttö&a d^fiä, (i^ ^£&islg jcoXs^ov.

EMBATHPIA.

4. (16 Bgk. 13 Cr.) "y4y£T\ a Z^Tfägtag evävÖQCO xöQOi 3CtttBQ(ov Jtohatäv, Xaiä ^£V ttvv TCQOßccXEödS , dÖQv d' svtöXpLog avOisö^s, 6 ^1^ (fSidö^svoL tag t^äg' ov yuQ nutQLOV Hicdgra.

und des Rechts. Soph. Ant. 21: raqpov . . . tov \uv ngorißag.

41. ot xar* u v r 6 v] seine Altersge n p s s e n. Kazd zum Ausdruck der Ähnlichkeit und Über- einstimmung.

42. ^ X % » e ^ s] ■''On ihrem Platze. [Vgl. Herod. 2, 80.] [Anh.]

43. [Der Ausdruck aQSti)g slg av.Qov lyisa&aL 'Auf den Gipfel der Tugend gelangen' ist Hesiod Op. 289. 291 nachgebildet. Anh. Kine andere der vielen Nachahmungen jener Hesiodstelle findet sich bei Simon. 6 (58,41 Cr.): lati xig Xoyog, | zäv &Q(Tav vaisiv Svaufißäroig inl jtitgaig . . . oiSh nävtav ßXecpägoig 9vaTöav ieonxog, | co ft^ Sav-i^^viLog ISgwg I SvSo&sv (loXt] TxTjraiT' sig äyiQOV I ärSgeiug. Vgl. übrigens auch Hom. Iliad. 23, 339.]

44. noXiiiov] Der Genetiv bei lts9iivai ablassen findet sich schon bei Homer. So oft in der Ilias ^le&LfiitvuL noXi^OLO. 4, 240: {isd'iivTag OTvysQov noXi(ioio. [Anh.]

4. Dio Chrys. or. II, 57 (I, p. 28 Arnim) Fragment eines Embaterions. Das Metrum desselben besteht in einer Aneinanderreihung von Parö- miacis oder katalektischen anapäst.

Dimetem (sog. dorischen oder lace- dämonischen Versen), welche sonst in anapästischen Systemen mit voll- ständigen Dimetem als Klausel ver- bunden werden. Man beachte in diesem Bruchstücke die Zusammen- ziehung der Kürzen des vorletzten Fufses zu einer [gedehnten] Länge, während sonst gewöhnlich dieser Fufs als reiner Anapäst erscheint. Später bedienten sich die christ- lichen Dichter (Synesius und Pru- dentius) solcher an einander ge- reihten Parömiaci. Vgl. W. Christ, Metrik der Griechen und Römer, 2. Aufl. (Leipzig, B. G.Teubner. 1879) S. 252 f.

1. Znägragl hängt von noXia- r&v ab. [f^ardpco] ist dorischer Genetiv.]

2. xcä^ot nccxigcav noXiat&vl ['Söhne vim Vollbürgern im männer- tüchtigen Sparta'.] Soph. Phil. 96: iG&Xov TtccTQbg Ttat.

3. 4. [wie Tyrt. 2, 24 f., vgl. Iliad. 11, 592 f.]

4. Im Gegensatz zu Xaiä (idv suppliere Ss^iä äi, [wie umgekehrt Tyrt. 2, 25 zu äs^nsgfj der Begriff 'links' hinzuzudenken ist.] [Anh.] [S. Kallin. 10. 11].

[5. S. Tyrt. 1, 14.]

38 ELEGIKER.

in. Mimnermos.*)

Mimnermos lebte um Ol. 37 (630 v. Chr.) bis in Solons Zeitalter hinein und stammte aus einer Familie, in der die Kunst des Flötenspiels sich forterbte. Seine Vaterstadt Smyrna, damals längst Kolonie der ionischen Stadt Kolophon, wurde von Halyattes, dem Könige Lydiens, erobert und verlor für immer ihre Freiheit. Für den Verlust ihrer politischen Selbständigkeit suchten seine Landsleute Ersatz in übertriebenem Luxus und ausschweifendem Genufs eine Stimmung, deren Gepräge auch in der Elegie des M. hervortritt. Freilich entbehrte seine Poesie auch nicht der kriegerischen Motive, und in einer eigenen Elegie (14 Bgk. 12 Cr.) besang er eine Schlacht der Smyrnäer gegen Gyges und die Lyder; aber diese kriegerische Elegie sieht mehr wie eine wehmütige Rück- erinnerung an entschwundene bessere Tage aus. Überhaupt weht uns aus seiner Poesie ein Hauch tiefer Wehmut entgegen : in weichen Klagetönen singt er von den Reizen der flüchtigen Jugend und den Schrecknissen des Alters und knüpft daran die Ermahnung zum Lebensgenufs. M. ist der Schöpfer der eigentlich sentimentalen Elegie.**) Seine Sprache ist überaus zart und lieblich [und für die zarte erotische Elegie wie geschaffen.***)] Schon im Altertum fand er hohe Anerkennung, worauf auch sein Beiname AiyvaGTaörig (lieblicher Sänger) hindeutet (Solon 8, 3). Vor allem berühmt waren seine erotischen Elegieen an Nanno, in denen er eine Flötenspielerin dieses Namens, eine schöne und gebildete Hetäre, feierte, [übrigens übte M. auch die einfache Auletik aus und erfand auletische Nomen wie den KQaöCccg vdftog 'die Feigenast- weise'.] Der Dialekt des M. ist der epische, der jedoch mit einigen Formen der jüngeren las, wie noxi und Kcog statt nori und Ticog, versetzt erscheint. Genaueres damber siehe in der allgemeinen Einleitung C.

NANNfi.

Tig de ßLog, xi df rsQjtvbv octsq XQvGijg 'JcpQOÖhrjg; rsd-vaitjv, ots ^ol uTjxett xavra ^skoi.

1, Stob. Flor. 63, 16. Inhalt: 1. Sim. Ceus 71 Bgk. Cr.: tk y«?

Das Leben ohne Liebe ist freudlos, ädoväg uxsq d-var&v ßiog Tto&st,- das Alter eine drückende Last. v6g; Vgl. Horat. Ep. 1, 6, 65. 66:

*) Über Mimnermos vgl. u. a. : Schönemann, Commentationis de vita et carminibus Mimtiermi specimen primum. Gottingae, 1824. 4. [Bergk, >Oriech. Litt. 11, 258 263. Flach, Gesch. der griech. Lyrik 172—179.] **) 'Die Weichheit des Mimnermos hat man oft eine sentimentale Rich- tung des Gemüts genannt.' Humboldt, Kosmos. II, 26. (Cotta. 1847.) ***) Darauf geht Properz I, 9, 11: Plus in amore valet Mimnermi versus Homero: \ carmina mansuetus lenia quaerit Amor. P.

MIMNERMOS.

39

10

xQVTCtttdtr} q)tX6Trig xal fici'At^a d&ga xal €{fvi^'

oV ilßrjs ävd'r} yCyvstai, ugnaXia ttvdgdcoiv Yjdh yvvai^tv. intl d' ödvvrjQbv iniXdri

yfiqag^ '6 r ai<s%Qbv öfiag xal xaxbv ävdga rid-et, uieC ^tv <pQEvag a^cpl xaxal reigovoi y,BQL(ivcci ,

ovd' avyccg nQoöogav TBQnexai i^sh'ov, aAA' ix^Q^S ^^v nttiöiv^ ccxL^a^tog de yvvai^Cv.

ovrog ccQyaXiov yfigag id^xe d-sög.

2. (2.) 'H^Eig d' Ol« TS gjvAA', a (pvsi nolvccvd'Sfiog &Qr) SttQog, or' at^' ccvyfjg avh,£Tai, rieXiov,

Si, Mimnermus uti censet, sine aniore iocisque | nil est iucundum, vivas in amore iocisque. [Viel tiefer Thekla in Schillers Wallensteins Tod IV, 12: Was ist das Leben ohne Liebesglanz? Ich werf es hin, da sein Gehalt verschwunden.] z pvffTJs] Homerisches Epitheton, in Bezug auf deren Schmuck.

2. fti'Aoi] 'Mimnermus non optat mori, simulac senectus ipsum cor- ripuerit, sed, si forte eveniat, quod non sperat, futurum esse, ut un- quam araori operam dare nequeat, tum sibi mortem dicit expetendam fore.' G. Hermann zum Viger. p. 29 f. Hiermit ist Plutarchs Lesart niXsi zurückgewiesen. [Vgl. Theogn. 247.]

3. iiQVTtT. cpiX.] Iliad. 6, 160: Sh yvvj] Tlqoixov ineiii^vocxo , Si Avxeia, \ KQvnradirj cpiXörriTi ftiyjj- lisvai. dcöpa] [dcöp' 'JcfgoSirrig Iliad. 3, 54.] Hymn. in Cerer. 102 : Smqmv (piXoßxErpävov 'J(pQoSirrig. [Anh.]

4. [o" i]ßr}g ävd'r} 'solus iuventutis flos diilcis^ Bg^v] agnaXiog hier 8. V. a. iucundus, suavis, dulcis. Vgl. Theogn. 1353 Bgk. : niKgbg xal yXvnvg iatt. v.ccl aonocXiog yiul äitr}- v^g, I ö'qppa reXtiog ij], KvQve, vioi- aiv Igcog. [Anh.]

^ 5 ff. Soph. Oed. Col. 1236: y^pag äcpiXov, I Tfa nQÖnavra \ kuku v.u- v.<bv h,vvoi%il.

5. i n sl in ix & 7]] insi mit blofsem Konjunktiv ist schon epi- scher Sprachgebrauch. [II. 11, 478;

15, 363 u. 680; 16, 463. S. Mimn. 4, 3.1

6. Das Alter, das den Mann häfs- lich macht, macht ihn zugleich elend und unglücklich, denn ihm fehlt die Liebe. Bei Mimn. hat öjiteö? v.aL mehrfach die Bed. und zugleich: so unten 3, 3 und 3, 7. [Anh.]

7. yi,iqnivui\ Kümmernisse in- folge verschmähter Liebe. Vgl.V. 9: ati\iaGxog 8s yvvai^iv, ix&Qog Ttaiaiv, [nämlich xailofs. Anders Mimn. Fr. 3 Bgk. (Cr.): Tb nqilv iav %äXXiaxog, inj]v TtciQa^Lsirpsxai wprj, | ovdi naxrjQ Tcaißlv xi[Liog o^xs cpiXog. tpoivag afiqpt] wie Hes. Theog. 554: %maaxo 8s (pQSvag Scficpi, x^^^S 8i fiiv iksxo Tcivb-og nach Schömanns Verbesse- rung; so nsgl (pQSvag i^SQog algsi Iliad. 11, 89 u. Hymn. Ap. Pyth. 283.]

9. Vgl. Catull. 62, 46: Quom (virgo) castum amisit polluto cor- pore florem, \ nee pueris iucunda manet nee cara puellis.

10. ■9-f ös] Die Gottheit als die das Geschick der Menschen lenkende höhere Macht. [So schon Hom. Od. 14, 444: Q-sög os xb fihv Smaei, xb 8' idast, I oxxt %sv a> &v(iä id-iXt].]

2. Stob. Flor. 98, 13. Inhalt: Die Kürze der Jugendblüte und die darauf folgende Lebensmühsal mit dem stets drohenden Tode.

1 ff. 'Wie die Blätter im blüten- reichen Lenz rasch wachsen, um im Herbst rasch zu vergehen, so er- götzen wir uns kurze Zeit an den Blüten der Jugend, um bald den.

40

ELEGIKER.

rotg i'xskoL %riiviov ixl iq6vov avd-sßiv i]ßi^g rsQjto^Ed-a, ngbs d'sav eidörsg ovts xanov 5 ovr' aya&öv KriQsg de TCaQSGxrjXccöi ^ikaivai^ tj ^hv i%ovGa reXog yt]Qaog ccQyaXsov^ 7] d' stigifi %-avdtOLO' ^Lvvv&a ds yiyvsxai ^ßrjg

xuQTiog, 060V t STtl yfiv xCövaruL riikiog' avTag ijcijv öij tovto xi/.og naQaueLxjjazai cjQrjg, 10 wbtCxa te&VR^svai ßeXnov rj ßiozog'

noXXä yäg iv ^v^ä xaxä yCyvErai' aXkoxs olxog

xQV%ovxai^ Ttsvitjg d' SQy^ ödvvrjQa TtsXst,' ttXXog d' ai) naidov intdsvsTai^ ä}v xe ficclidxa i^ELQCov naiä yrig SQXExai eig 'Ai8r]v' 15 äkXog VOV0OV e^el d'V(iog)d'ÖQOv ovös xtg eöxlv äv&QGjJtßJv, a Zsvg ^rj xaxä TtoXlä didot.

Keren des Alters und Todes zu verfallen.' [Die Anregung zu diesen Versen hat M. durch Hom. Iliad. 6, 146 flP. (s. auch Iliad. 21, 464) empfangen. Danach dichtete auch Simonides 85 Bgk. (69 Cr.). Vgl. übrigens Psalm 90, 5: (die Men- schen sind) wie ein Gras, das doch bald welk wird, das da frühe blühet und bald welk wird und des Abends abgehauen wird und verdorret.] Pind. Pyth. 4, 64: q)ot,viKuv&siiov j]Qog. [noXvccv&s^ov slag sagt auch Numenios bei Athen. IX, 371 C] [Anh.]

3. Totff] ebenso anakoluthisch nach ola V. 1, wie Sem. Am. 2, 37 ff. : mßTtSQ Tatiri/. Tirjxviov] eine Spanne Zeit.

4. %'£(bv] Synizese. [ovSs &£&v OTtiv sldötsg Hes. Op. 187.] Die Jugend ist harmlos. Soph.Ai. 554: iv rrä cpqovBlv yccQ firjSiv ^Siatog ßiog, I £0)5 t6 '^aigeiv v.ctl xb Xv- nsla&ai ^icc&rjg. [äyccd-ov rs xaxov TS bezeichnet Odyss. 4, 392 wie hier die ganze Vorherbestimmung des Schicksals, sein d-iaqxxtov (s. Odyss. 4, 561 ff.).]

5. K^ Q £ g] Wie hier 2 Keren des Alters und Todes , so erscheinen bei Theogn. 2 Keren des Trinkens. 837 Bgk.: SiaaaL rot itöaiog Ki]Qsg dsi.Xot6i ßgoroleiv, | Sitpa XE Xvai\L(Xi]g v,a.l ^^Q-vaig %a.- Xsif^.

6. xeXog yiJQccog] periphrastisch st. yf]Qag, wie Odyss. 20, 74 xiXog yäiLOLO und 17, 476: xiXog &aväxoLO.

7. iiiv wQ-a] das Adverb im Prä- dikat st. des Adjekt. Iliad. fi, 130: oiiSe yäg oiiSh Avuoogyog | Sijv Tjv. Solon 6, 16.

7. 8. 'Kurz ist die Blüte der Jugend, soweit das Sonnenlicht sich über die Erde verbreitet, d. h. auf der ganzen Erde.' Die Ausdrucks- weise ist Homerisch. Iliad. 7, 451 : xov S' Tjxoi TiXsog fffrai, oaov x' iTtiKidvcexaL i]mg. 8, 1: 'Hcog . . . iyiidvccxo n&eav in' alav.

9. X £ X 0 g CO p Tj s] zu V. 6. TT a p ü: ft.] Konjunktiv mit kurzem Modusvokal , praeternt. [Derselbe Ausdruck Hes. Op. 409.]

10. S. den Anh.

11. äXXoxs] ohne ^lev, obgleich V. 13 aXXog d' av folgt, [wie aXXoxs . . . aXXoxs S' ccvxs Iliad. 24, 10].

12. XQvxovxai] Odyss. 1, 248 (16, 125): XQv^ovßL Sb oIkov.

13. jiaiSav] die ihm im Alter zur Stütze dienen könnten. [Anh.]

14. Erlöschen des Geschlechts galt für einen Fluch. Vgl. Pind. Ol. 6, 51. ^Qx- f^S '^iS.] wie Tyrt. 3, 38.

15. vovG. &v^i.] Odyss. 4, 716: äxog &vfio(p9'6Qov. Vgl. Theogn. 137 (155), Hes. Op. 717: naviriv &v(i.

[15 f. Vgl. die Allegorie Iliad. 24, 525 ff.]

MIMNERMOS.

41

8. (6.) AvxUa |tiot Harä ^Iv xQoi^v ^hi äönetog Cdgäg^

nxoicinca d' eöoQiöv äv&og 6^r]XiXLrjg xsgnvov ö^üg xal xaköv, inel nXiov locpsXsv slvai' aA/l' dXiyoxQOVLOv yCyvitat aönsg üvag 6 ^ßr} ri(n^606a' tu d' ägyakiov xul ä^ogtpov yt}gag vxsg xacpalrig avrCx vJtsgxgafiatai , ix^gov 6^a>g xal atifiov, ö r' äyvaßtov xL&st uv$ga, ßXänrsi d' ötpd-aX^iovg xal vöov ayi(pLxvxtiv.

4. (12 Bgk. 11 Cr.) ^Hikiog ii£v yäg Ttövov iXXaxsv ^uata ndvxa^

ovda xoT (iuTtavGLg yCyvaxai ovöauta XtitioigCv xs xal avxa, ^nel godoödxrvlog 'Hag

'ilxsavbv ngoXiTtovö' ox)gavbv siöavaßfj'

3. [4—6 sind bei Stob. Flor, als Eigentum desMimn. bezeichnet; die ersten 3 Verse stehen bei Theogn. 1016 ff. und sind dort mit 4—6 ver- bunden.] — Klage über die Ver- gänglichkeit der Jugend.

1. Reichlicher Schweifs rinnt (in- folge innerer En-egung) mir am Körper hinab. [^goi-^ wie Iliad. 14, 164 = ffwfia.]

2 4. Vervollständigt würde die Stelle so lauten: nroiibnai, öxi xb äv9og T^s 6^r}Xiv,irig ovn iati (ux- ■nQOv xQÖvov, iitsl xtI. Also der Sinn: Ich erbebe beim Anblick der vergänglichen Jugendblüte, da sie doch dauernder sein sollte; doch sie schwindet nun einmal wie ein Traum. nroiä^iai.] von tttoiäüj abzuleiten, welche Form sich neben itroiica findet. Sappho 2, 5: to ^oi fiäv \ yiuQÖiav iv ar^&sßtv inroocasv. [nliov 'von längerer Dauer'.]

4. dliyoxQ^viov] ist dem Övccq assimiliert. Zum Gedanken vgl. [Simon. 85 Bgk. (69 Cr.), 11: xQÖvos la&' ^ßrig xal ßtötoi' öUyog \ •O'vtj- rolg und] Hör. Carm. 2, 14, 1 : Eheu, fugaces. Postume, Postume, \ la- huntur anni; nee pietas moram \ rugis et itistanti senectae \ afferet indomitaeque morti.

[6. Theogn. 180.]

[7. 8. Wie das Alter den Menschen

unbeliebt macht und um die Ach- tung anderer bringt, so macht es ihn auch unkenntlich ; auch stumpft es die Schärfe der Sinne und des Geistes ab.] &^cpixv&sv] Odyss. 4, 716: TTjv ä' axog ^fiqpfjjv'ö'r]. In demselben Sinne Iliad. 17, 591: tbv 8' ux^og verpiXr] iHccXvips itiXaiva.

4. Athen. 11, 470 A. Inhalt: M. bemitleidet den Helios wegen der Mühe, die ihm die Beleuchtung der Erde verursacht. [Homer nennt ihn darum 'lUXiov Scuaiiuvra H. 18, 239. 484.] [Anh.] Der Gedankengang ist: Tag für Tag mufs Helios sich mühen, sobald die Morgenröte er- scheint; denn dann mufa er, um seine Tagesfahrt wieder zu begin- nen, im Osten am Platze sein, wo- hin er im Sonnenbecher auf nächt- licher Fahrt vom fernen Westen {&(p' 'EönsQidcov), wo er abends unterging, gelangt ist.

1. iXXaxBv] fato sortitus est. növov] Verg. Aen. 1, 472: solis la- bores vom Lauf der Sonne. 7](i. Ttävxa] formelhaft wielliad.12,133, Hes. Theog. 305 und Iliad. 13, 826, Hes. Theog. 401.

3. irnt. ccvxm] Iliad. 11 525: iitnoi xi Kttl uvxol. QoSoS. Hmg^ Homerische Reminiscenz. [Anh.]

4. slaavaß^] S. oben zu 1, 5.

42

ELEGIKER.

10

Tov (ihv yccQ 8ia xv/ia cpEQSi, TtokvrJQavog svvri

XQvöov TL^'^EVtog, vjtÖTirsQog, äxQOv icp* vSaQ svdovd'^ aQTiaXicog %äQov a.(p' 'EöTCSQidav

yatav ig Aid'ioncov ^ 'Iva d'^ &obv ag^a xal Xtctcol sßtäö' , (i(pQ' 'Hojg rjQLyevsia ^okrj'

evd-' i7t£ß'r]6£d'' i&v oyiciv 'VjtSQiovog vCog.

IV. Solon.

Solon war ein Sohn des Exekestides und stammte aus dem Geschlechte der Kodriden. Seine Lebenszeit fällt in das Ende des 7. und die erste Hälfte des 6. Jahrhunderts v. Chr. Die erste politische EoUe von Bedeutung spielte er in der salamini- schen Angelegenheit. Die Insel Salamis nämlich war schon seit lange der Erisapfel für die Megarenser und Athener, und vergeb- lich hatten diese ihren dorischen Nachbarn die Insel zu entreifsen

5. jtoXvT^Q. a-urT]] Odyss. 23, 354: nolvT^QOcTov lyt.6nB&' svvrjv. [Anh.]

6. svvi] Koiilri] Orientalische Vorstellung von einem Sonnen- becher, d. h. einem becherartigen Fahrzeuge, in dem Helios nachts schlafend aus der Gegend der He- speriden über den Ukeanos nach Osten gelangte, um dort wieder auf- zugehen. S. Stesich. Fr. 8 (6 Cr.). Vgl. über diesen Mythos : Gerhard, Vasengemälde. T. IL 109. «oi- IIt}] So oyiouog für onolog u. a. Anakr. 9 Bgk. : rt Xiriv itirsai \ av- Qiyyav yi.o'CXmXBQCc \ atrj&ECc ;upt(Ta- fisvog fii5pco; 'Anacreontem autem hie v,o'CXwrsQcc dixisse non est mi- rum, cum talis diaeresis non solum Aeolensibus, sed etiam lonibus fuerit usitata.' Bergk, Anacr.reliqq.p.93. Ebensowenig auffallend ist also auch diese Diärese bei dem lonier Mimnermos . ^Hcp aiarov^ Aeschyl. Fragm. 71 (aus den Heliaden): inl SvßiicüGi rsov I nazQbg 'Hcpaiaro- TvxfS I dsnag, iv Siccßä'kXsi \ noXvv oiSyiccxösvt' ancpLÖQO^ov | no- ^ov, slg iieXaviTtnov j jrpoqpvyojv legäg vvKxbg cc^oXyöv. [Anh.]

7. ;fpr()Oü] materialer Genetiv. Iliad. 20, 271: dvo {ntvxocg) kccCGi-

ziQoio. TiiiTJEvrog] Odyss. 8,393: XQVCov Tiinjsvrog. 11, 327: ^Qvabv TifiTjfvra. vTtÖTtrsQog^ In der Phantasie des Dichters vertreten die Flügel die Stelle der Segel. aKQ. icp' vS.] über die Oberfläche des Gewässers hin. Iliad. 16, 161 : vScoQ atiQOv.

8. [ccQTtaXioig ist mit (pigsi, zu verbinden.] Nach der älteren Auf- fassung befanden sich die Hesperi- den im fernen okeanischen Westen, nahe den Grenzen des ewigen Dun- kels. [S. Hesiod. Theog. 274. 517.]

9. Jld-LOTtcav] Die Athiopen wohnten teils im Osten, teils im Westen. Odyss. 1, 23: Al&ionag, Tol Si^&cc dESaiarai, ic^axot, 6cv- SqSjv, \ oi (ihv Svcofiirov 'TTtsgiovog, oi S' avLOvxog. ccqil. kccI innoi] wie Iliad. 8, 438 (Scut. 463) : ivxQoxov ccQuu yial initovg. Q-ohy apfta] Iliad. 11, 533; 17, 458 und Hesiod. Scut. 97.

10. 6'qpp' V^^^v] = *ii6 Rosse stehen da, bis Eos erschienen sein wird. [Theogn. 210.]

11. Hier verläfst er den Sonnen- becher und besteigt den Sonnen- wagen, auf dem er am Himmels- gewölbe hinauffährt. [Anh.]

SÜLON. 43

gesucht. Nach wiederholten Verlusten verhängten sie endlich die Todesstrafe über jeden, der es wagen würde, auf Erneuerung des Krieges anzutragen. Da erschien S., nachdem er das Gerücht ausgesprengt hatte, dafs er wahnsinnig geworden, im Herolds- kostüm auf der Agora und recitierte seine Elegie Salamis, durch welche er zur Wiedereroberung der Insel anfeuerte. Der Erfolg war ein vollständiger: unter Solons eigener Leitung wurde ein neuer Kriegszug unternommen und Salamis erobert. Dieser Triumph war für S.s politische Stellung entscheidend und bahnte ihm den Weg zum Archontat und zur gesetzgebenden Gewalt.*)

Die Zeit, in der S. auftrat, war für Athen eine Gärungs- periode. Drakon hatte durch seine Satzungen keinerlei Erleich- terung der Not der gedrückten Stände geschaffen, ja der erbitterte Kampf der Parteien hatte nach ihm nur zugenommen. In dieser Not übertrug das Volk S. (394/3) das Archontat und eine neue Gesetzgebung. S.s Hauptaufgabe war, den unerhörten Druck, den die Reichen auf die Masse ausübten, auf eine billige, keine Partei verletzende Art zu mildern, und es gelang ihm, diese glücklich zu lösen. Über die Grundsätze, die ihn dabei leiteten, und die segens- reichen Folgen seiner Gesetzgebung spricht er sich selbst Fr. 4 und 13 aus. [Aristoteles, in der neu aufgefundenen Schrift vom Staate der Athener, sieht ' in der Aufhebung der Schuldknecht- schaft das gröfste und wichtigste Verdienst, das S. sich um die

•) Diese ^anze Überlieferung, die sich teils auf Plutarch Sei. 8 9, teils auf Polyainos I, 20, 2 und Ailians Var. bist. VII, 29 stützt, ist un- kritisch. Sie kontaminiert zwei verschiedene Berichte, nach deren einem Solon, nach deren anderem aber Peisistratos Salamis eingenommen hatte. Das letztere ist das Wahrscheinlichere. Salamis, welches in früher Zeit eine eigene Verwaltung gehabt hatte, stand später längere Zeit unter dem einst mächtigen Megara, dessen Macht vor allem durch die Herr- schaft des gewaltigen Theagenes repräsentiert wird. Erst nachdem sich Athen durch die Gesetzgebung Solons allmählich aus seiner untergeord- neten Machtstellung erhoben hatte, Avar es ihm möglich, auch zu äufserer Macht zu gelangen. Darum gehört die Elegie wahrscheinlich zu den letzten Dichtungen Solons. Ihm verdankten die Athener die Anregung zur Eroberung der wichtigen Insel, aber der Feldzug mitsamt der be- kannten Kriegslist hat unter Peisistratos' Leitung stattgefunden. Es ist sehr glaublich, dafs das Volk, von dessen Niederlagen der Schiffsschnabel eines attischen Schiffes im Zeustempel zu Megara zeugte (Pausan. 1, 40, 4), jeden neuen Antrag auf Eroberung von Salamis bei schwerer Strafe verbot, imd gerade daher hat sich die Sage gebildet, Solon habe, um ohne Schaden für sich seinen Antrag stellen zu können, sich wahnsinnig gestellt (Plut. Diogen. Laert. I § 46). Aber die Fiktion ist nur Voraus- setzung für die einleitenden Verse der Elegie, wonach Solon wie ein Reisender, als käme er von Salamis, auf dem Markte auf den Herolds- stein trat, um zum Kampfe für Salamis aufzufordern. Diese Anfeuerung zum Kriege ist das Verdienst, das S. um die Erwerbung der lieblichen Insel hat, nichts weiter. Die Sache ist geklärt worden durch die scharf- sinnige Untersuchung von Job. Toepffer, Quaestioties Pisistrateae, jetzt in den Beiträgen zur griech. Altertumswissenschaft Berlin 1897 S. 1—44. P.

44 ELEGIKER.

athenische Demokratie erworben hat'.] Ein vorzügliches Augen- merk richtete S. auf Volksbildung und Jugenderziehung, so jedoch, dafs er sie nicht wie Lykurg zur Staatsangelegenheit machte, sondern mehr dem Belieben des Einzelnen überliefs, wie überhaupt die Solo- nische Verfassung mehr Achtung vor der Persönlichkeit an den Tag legt, als die spartanische. [Seine Gedichte hat man in Athen, wie die des Tyrtaios in Sparta, stets in dankbarer Erinnerung behalten und am Apaturienfeste von den Knaben im Wettgesang vortragen lassen.]

Nach vollendeter Gesetzgebung verliefs S. Athen auf längere Zeit [10 Jahre] und besuchte, [wie aus einem seiner Gedichte hervor- geht*), Ägypten und nach der ägyptischen Keise auf der Insel Kypros den Philokypros von Soloi unmittelbar vor seiner Heim- kehr.**) Dafs er auch bei Kroisos von Lydien gewesen sei, wie Herodot I, 29 erzählt, ist, wie die Chronologie beweist, eine Le- gende.] — Nach seiner Rückkehr fand er in Athen seinen Ver- wandten Peisistratos an der Spitze, und da er dessen ehrgeiziges Streben als staatsgefährlich erkannte, so trat er offen gegen ihn auf und warnte das Volk (5 a) vor seiner trügerischen Politik. Aber vergeblich: Peis. bemächtigte sich der Akropolis und wurde (560) Tyrann von Athen. S. fuhr fort, den Athenern ihre Ver- blendung vorzuhalten (5b), ohne indes, wie es scheint, den Zorn des Peis. auf sich zu lenken, wie dieser denn auch nach S.s Tode dessen Satzungen in vollster Kraft bestehen liefs.

Die Solonische Poesie steht im allgemeinen auf dem ßeflexions- standpunkte, wird aber durch die Wärme und Frische, mit der sie dem Herzen des Dichters entströmt, jedenfalls zu echter Poesie erhoben. Zugleich lenkt seine Elegie in jene sententiöse Richtung

*) Er erwähnt Fr. 28 (25 Cr.) die Nilmündung {NsiXov inl tcqo- XO'^61' KcevcoßiSog iyyv&sv dxTJJs). P.

**) Aus dem Abschiedsgedicht an Philokypros ist uns der Schlufs von Flut. Sol. 26 erhalten (19 Bgk., 18 Gr.); er lautet: ^

Nvv ÖS av ^ihv ^Xiolgl noXiiv xQ^vov ivQ'dS' avaoeav,

xrivSs %6Xiv vaioig kuI yivog v^iixBQOV ' aitäg ifis ^vv rrjl •ö'o^ xAftv^S ccnb vrjGov

dffHTjO'jj TlilLTtOL KvTtqiq ioGxicpUVOq'

5 olKiafim ö' inl rcöds xccgiv yial yivSog oTtaJot ia&Xov v.al vößTov JtcctQiS' ig ij^stiQriv. Seinem (iastfreunde wünscht der Scheidende ein fröhliches Gedeihen der von ihm nicht lange vorher gegründeten Ansiedelung (5) und sich selbst eine glückliche Rückkehr, v. Wilamowitz zählt 'zwanzig Jahre, die Solon sich zu Hause noch des otium cum dignitate erfreute', und scheint geneigt zu sein, in diese Periode, wie 'die meisten von Solons poetischen Früchten', so auch die Elegie Salamis zu setzen (s. die Anm. auf S. 43). Die Freude an seinem geistigen Wachstum hat Solon nie verlassen; er hat sie ausgedrückt in einem seiner schönsten Verse (18 Bgk, 17 Cr.):

yrjpacxco S' alsl TtoXXä didaaTto^isvog, der sicher seinem Alter angehört. P.

SULÜN. 45

ein, als deren Hauptreiiräsentant Theognis erscheint.*) Dabei zeichnet sich seine Diktion durch eine Klarheit aus, wie sie bei keinem Ulteren Elegiker hervortritt; es zeigt sich bei ihm schon ein specifisch attisches Element. Seine Elegieen zerfallen in 3 Gruppen: 1. die Elegie Salamis, welche 50 Distichen umfafste, [aber schwerlich Solons älteste Dichtung ist (s. S. 43 Anm. * und S. 44 Anm.**).] 2. 'T^o&i^nai eig^Ad-t^vaiovg, Schilderungen der politischen Verhältnisse Athens, eine Art versifizierter Volksreden. 3. 'PTroO^xcft eig lavTov, die sich nicht unmittelbar auf den Staat beziehen und in denen uns wie überhaupt in Solons Poesie das Bewufst- sein des selbständig denkenden Menschen, eine Art geistiger Eman- cipation des Individuums entgegentritt. Aufserdem schrieb S. tro- chäische Tetrameter und iarabische Trimeter, [lebhafte Rhythmen, in denen er teils EiTCgtheit über ihm widerfahrene Verkennung äufsert, teils in fliefsender, klarer Sprache, mit grofser, schon an die späteren attischen Redner erinnernder Beredsamkeit seine Gesetz- gebung gegen die Vorwürfe des Volkes verteidigt. Die ihm wie den anderen der sieben Weisen von Lobon zugeschriebenen Skolien sind zweifelhaften Ursprungs.] Rücksichtlich des Dialekts ver- setzte S. die epische Mundart mit einzelnen attischen Elementen, wohin z. B. das attische ä st. des epischen rj (12, 3: äfgav) gehört. Doch finden sich daneben auch Formen auf rj] so 3, 1: r}fiexiQt], 6, 52: 6o(pl)]g, 56, 1: vfieriQTjv u. s. w. Nach ion. Weise wird so in ev kontrahiert, so 6, 33: voevfiev. Weiteres s. in der allgem. Einl. C, § 16, 1.

2AAAMI2.

1. (1. 2. 8.) Ayroq x»?'()v| ^A^ov agj' [fiSQzfis UaXa^tvog, xööfiov iicicov (pöi]v avT* dyoQrjg d-£(ievog.

1. Plut. Sei. c. 8 [Die Elegie 1. x^'pv|] zu Tyrt. 2, 2. Vgl.

umfafste 100 Verse. V. 3—6 sind Isid. Hilberg, das Princip der

erhalten bei Diog. Laert. I, 46, Silbenwägung S. 129 u. 135. [An-

V. 7—8 Apostel. IX, 6 b, Arsen. 304, hang.]

Schol. Demosth. p. 94Sauppe,Ulpian 2 xdffftoi/ inicov atd'^v] [eine

zu Dem. de falsa leg. p. 152 Dobson.] Komposition in poetischer Sprache

Cic. de off. 1, 30, 108: In quo gcnere [Anh.] statt einer Rede vortragend,]

Ghraeci Tliemistoclem et Pheraeum wie nach Nie buhr, Vorträge 1,343,

lasonem ceteris anteponunt; impri- auch 'in Paris ein Angeklagter sich

misque versutum et callidum factum in Versen verteidigte'. c»5r;v]

Solonis, qui, quo et tutior vita eins Kontraktion von &OLär]v, tritt hier

esset, et plus aliquanto reipublicae zuerst auf. [Anh.] xiQ-ivai =

prodesset, furere se simulavit. [S. 43.] noistv.

*) Über Solon als Dichter vgl. H. Flach, Geschichte der griechi- schen Lyrik II S. 377 ff. [Eine Würdigung der einzelnen uns über- kommenen Gedichte findet sich bei v. Wilamowitz, Aristoteles und Athen II S. 304 ff.]

46

ELEGIKER.

3 EHi]v dij rdt' iya) OoXeydvdQiog rj Zlixivrjnqg ävxC y* 'Ad-rjvacov, naxgCd^ K^EirpayLEVos' altpa yaQ av (pect ig ijde fisr' ävd'QcoTCoiöL ysvoLto' 'Axtixbg ovtog ccv^q xäv Z^aXa^ivatpexav.

7 "lo^iev €ig Zlala^tva, fiaxriGÖfisvot tisqI v^ßov [^SQrr]g, laX^Ttov t' al^yiog äjtaöö^svoi.

TPO0HKAI EIS A0HNAIOYI:. 2 a. (27 a Cr.) rLväöxco xai /ttot g)QEvbg svdod'ev äXysa xatxav TCQEdßvxdxrjv eöoq&v yatccv 'laovCag

xhvo^svrjv.

2 b. (27 c Cr.)

'T^stg d' rj6vxcc0ccvxsg ivl (pQSöl xagxsQOV tjxoq, o'C jtokkäv äyad-äv eig xögov rjXdöaxe,

iv ^tXQiOiCi xid'Söd'S ^syav vöov ovte yaQ rj^etg nsL06fiE&\ ovd-' v^tv (XQXta xavx iGsvai.

3. (4, 2 Cr.) 'H^Btigri ös TCoXig xatä ^ev ^ibg ovtcox^ dkEtxac cciöav xal fiaxKQcav dsav (pQEvag ad^avdxcov

3. t6x£\ wenn wir Salamis auf- gäben. — ^oXiyuvSqos] spora- discbe Insel im Ägäiscben Meer. [Anh.] Si-Aivog] kleine Insel bei Kreta. Sinn: Es wäre dann rühmlicher, der elendesten Insel anzugehören, als dem gepriesenen Athen, dessen Bewohner man wegen ihres Verzichtes auf Salamis mit sarkastischem Hohn verfolgen wird. [Anh.]

6. ZaXayiivu(p£x(bv~\ 'Acerbe IkxXa^LVcccpsrccg vocat, qui eam in- sulam hostibus permissuri^essent.' Hermann z. Vig. p. 925. Ähnliche Formen: icccphris, ya6TQcc(pixr]g, nsX- racpitrig [und von ähnlicher Kühn- heit TtQoScoßetaiQOS.^

7. lo^isv] Der Stammvokal wird durch denlktus [wie schon bei Homer Iliad. 2, 410; 9, 625; 12, 328 u. ö. im 1. Versfufse] verlängert. nsgl VT^aov] zu Tyrt. 1, 2.

8. Scnaaofisvoi] poetisch statt

ScTtotQS'^oiisvot: zu Semonid. Amorg. 2, 101.

2a. [Aristot. itoX.'JQ-. 5. So be- gann die Elegie, die der Gesetzgeber dichtete, bevor man ihn zum diaX- Xay.tijg und uqxcov wählte. Er hatte sich in diesem Gedichte gleich- mäfsig gegen Reiche und Arme ge- wendet, beiden Parteien ihr Un- recht vorhaltend.]

3. [■KXivoiiEvrivvfieKXivst.v'Axoci- ovg, (fäXayyag (Hom.), iriXlv&rj de lidxri (Hes. Theog. 711) 'zum Wanken bringen'. [Anh.] 'idoveg heifsen die Athener auch Iliad. 13, 685.]

2 b. [Aristot. noX. 'J&. 5. Die Verse müssen zu derselben Elegie gehört haben wie 2a: sie warnen die Reichen vor übertriebener Hab- gier (dem 7tX£ov£Kr8iv), denn da- von leitet Solon das Unglück des Staates ab.]

3. Demosth. de fals. leg. 255. [Nur den ersten Teil der Elegie ( &7to-

SULÜN.

47

TOt'i? yctQ (isyä&v^og iniöxonog ößQifioTcdtgr} riccXXäg 'A^rivaCt] x^tgag vkbq^ev £jj«4*

ttvxol ö\ (p^EiQBiv (leydXrjv n6hv äq)QadiT]6iv aotol ßovAOVtaL ;|;p»jfia<yt nsid-ö^evoL^

dilfiov -ö-' Yjye^övav adixog vöog, olotv itotfiov vßgiog ix ^leyälr^g alyscc TtokXä nad-etv

ov yuQ iniGravtcii xarix^iv xöqov ovÖ£ nuQovöag

TKToftfvrj) liefs Dem. vorlesen; das übrifje ist dort von einem Späteren aus Solon selbst nachgetragen. An- hang.] — Der Dichter beklagt den Übermut und Eigennutz [rifv xb (f>iXaQyvQir\v f^v d"' vnBQr\(paviriv, wie Aristoteles 5 ebenfalls in einem Citate sagt] der Parteiführer und das Elend der Armen. [Eine un- ausbleibliche Folge des Zwistes mufs, wenn kein Ausgleich erfolgt, ein Bürgerkrieg sein, der die Stadt in Knechtschaft stürzen wird. Denn auf der einen Seite sehen wir eine eigennützige, rücksichtslose Pluto- kratie und auf der anderen ein schwer verschuldetes, dem Elende preisgegebenes Volk, Zustände, wie sie auch in Rom zur Zeit der zwölf Taieln herrschten. Wenn Athene ihre Stadt nicht schützte, so müfste sie notwendigerweise zu Grunde gehen. Weil diese Hoffnung den Dichter ganz beseelt, so stellt er sie auch an den Anfang, vor die Schilderung der trostlosen Zustände einer noch unter dem Drucke der Drakontischen Verfassung stehen- den Gegenwart. Dazu bildet der Schlufs, der Preis der Wohlgesetz- lichkeit und ihrer Folgen, ein erfreuliches Gegenstück. J Die Elegie fällt in die Zeit vor 594, das Jahr, für welches Solon zum Archon gewählt wurde mit der be- stimmt ausgesprochenen Vollmacht, zwischen Adel und Volk Frieden zu stiften und die zu diesem Ende notwendigen gesetzlichen Bestim- mungen zu erlassen. Vgl. H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik. S. 367, [v. Wilamowitz, Aristot. und Athen II, 305 ff.]

1.2. v,ara, . . . &&ccvät(ov^ nach Schicksalsbestimmung; denn das Schicksal ist Ausdruck des ge-

samten Götterwillens. Aisa ist die abstrakte, Zeus die persönliche Auf- fassung des Übersinnlichen. [Anh.]

2. ftax. &Q-av.] Iliad. 4, 127: &Bol ^duccQSg &9ävaxoi. Hes. Th. 881 : ftaxa^tfff Q-toi. Vgl. unt. Theogn. 433.

3. ToiT] yap] begründend: unsere Stadt wird nie untergehen ; ist doch Pallas Athene ihr eine so gewaltige Schirmherrin. Vgl. zu Archil. 6, 3. Häufig erscheint totog ohne ydg als Träger der Begründung. So z. B. niad. 5, 827 : ftijTf av y "Agria t6 ys SsiSi&t ^rjvs xiv' aXXov I &ö'uvätoiv' tOLT] xoL iycbv inixaQQO&og sifii. Soph. Ai. 217: Al'ae &n£Xcaßj]d'ri- \ xoiavx' av i'äoig 6iir\vf]g ^vSov \ j^siQoSäiyixa acpäyL' ai^oßacpfj. Antig. 120: ^ßa . . . . xotog äficpl vcöx' ixäO'ri | nä- xayog "jgsog &vxntäl(p \ SvaxsiQomu dgäyiovxi. iitiayioitog^ als Schutz- göttin Athens. Iliad. 24, 729. dßgifi.] Ebenso Iliad. 5, 747. Hes. Theog. 587.

5. iisyäkriv noXiv] So konnte Athen schon zu Solons Zeit heifsen. Pind. Pyth. 7, 1: ai ^syceXoTtxoXisg 'A&ävai [und so in dem 1893 auf- gefundenen Hymnus auf Apollo nocQu xivTo; ^syaXonoXig 'Ax^ig.]

6 10. Sinn: Die Bürger selbst, [nicht der Wille der Götter, bereiten um persönlichen Vorteils willen un- wissentlich dem Staate Verderben]. Doch wird der mafslose Übermut der Volksführer ihnen selbst Unheil bringen, denn sie wissen ihren frechen Sinn nicht zu zügeln noch in Ruhe zu geniefsen. [Vgl. Theogn.

41 f.] ^

7. olaiv ixoifiov . . . nad'siv} 'denen viele Leiden bevorstehen. Iliad. 18, 96: uixincc ydg xoi Insixa fisd"' '^Ex.xoga it6x(iog kxot^og.

9. xaTi;u£iv] bändigen, zü- geln. So superare bei Cic. pro

48 ELEGIKER.

10 svcpQoGvvaq xo6^slv daLtbg iv rjGvxttj'

nXovxEvavv d' adCxoig egy^aöL Tceid^ofievoi.

0V&' leqSiv xtedvov ovts tv drj^oöiav (petdö^Evoi xXaTCtovöiv, ig)' ccQTtayf} allo&£v cScXlog, ovde (pvldööovrat öefiva d'Sfisd'Xa zJixrjg^ 15 »j öiyäöcc Gvvoids yiyvöfisvcc jcqö t' «dira, ÖS XQÖVG) ndvTog ^AO-' aTtoriöofievr}. tovi* ^dtj Tcdörj nöXsi ^qx^tccl slnog äcpvxvov

sig ds üccxiiv Ta;^«»? ijXvd^s dovXoövvrjv , 7j ördöLV £fi(pvkov jioIe^ov d-^ svöovt' snsyeLQec^ 20 og noXkSiv SQatrjv iölsösv rjhxLtiv

ix yaQ övö(i£vs(ov ra^icog nolviJQarov aörv rQV'iEtaf' iv 6vv68oig xoig ddtxovßi cpCXaig.

Muren. 9, 21: eyo mei satietatem magno meo labore superavi. Pind. Isthm. 3, 2: et tig iiatexst cpgaalv alavfj v,6qov. xöpog] Vgl. Pind. Ol. 1, 56.

10. v.06iistv] sich hingeben. Hesiod. Op. 306: aol 8' ?pya qpii' ^ffrco fisTQia KOG^slv. datTOff] daig = Mahl steht hier individua- lisierend für die Lebensgenüsse der Reichen überhaupt. Durch Raub- sucht, Erpressung und Seelenver- käuferei (vgl. V. 14 ff. 25 ff. 14, 6 ff.) hatten die gewissenlosen Demagogen auf Kosten ihrer Opfer sich zu be- reichern gewufst. [Anh.]

13. ■nXintovGiv i(p ccQTtccyfj] entwenden in räuberischer Weise. [Anh.]

14. 'Sie scheuen nicht die heili- gen Grundlagen oder Satzungen der Dike.' Sonst wird ihr auch wohl ein Altar (ßaiiSg) oder Thron (ßcc- ^•Qov, d-QÖvog) beigelegt. Aesch. Eum. 530: ß(0(i6v ai'dsßat z/ixorj. Vgl. Ag. 365 ff. Soph. Ant. 847: viprjXbv ig dlnag ßdd'Qov ngoasTtsasg. &i^sd-Xu J i.Hr]g] Falsch ist die Überlieferung JU. li'Sfisd'Xa-, denn nach der epischen Prosodie, der Solon folgt, macht 91 Position.

15. To; yiyv. iövxoL\ Home- risch und Hesiodeisch. Iliad 1, 70 (Hes. Theog. 38): r' iovrcc xd

x' ia66(i£va ngö x' iövxa. [Hom. et Hes. Certamen p. 239 Rz.: Muvö', & yi [loi, xd x' iövxcc xd x' iaaö^svu TtQO x' ioVXCt, j X(bV jXf V (iTidtv ccsiSs.]

16. xcp xQovco] Bei Pindar und den Tragikern ^ehlt der Artikel.

17. X ovx' al-n 0 g] Selbst Städten werden Krankheiten und Wunden zugeschrieben. Soph. Ant. 1001: voast nöXig. Plat. Gorg.518E: olSsi "Kccl vTtovXög iaxi (17 Trdiig) [Anh.] Das Strafgericht der Dike bricht schon in der Gestalt von dovXoGvvri, Gtäatg ^[L(pvXog, nolsfiog u. s. w. herein.

17 22. Sinn und Zusammenhang: Innere politische Zerrüttung hat leicht auch äufsere Gefahren im Gefolge, namentlich Kriege mit auswärtigen Mächten, welche, die günstige Zeitlage benutzend, dem bedrängten Staate gerade dann, wenn er seine Kraft durch innere Kämpfe erschöpft hat, von aufsen her in die Flanke fallen und hart zusetzen.

19. [Zur Sache Theogn. 51 f.] svdovr' ijtBy.] Die Personifikation wie bei Aristoph. Ran. 360 : [axäaiv} ccvsyeigsi xai QLnl^si. [Der Aus- druck ähnlich wie Soph. 0. T. 65: VTtvcp y' svSovxa (i' i^sysiQSxs.^

21. 22. 'Denn von selten feind- licher Mächte (innerer Feinde) wird

ßOLON.

49

[xvovvtat jtoXkol yatav is aXXodanijv 26 TiQad'svreg öeöiiolöL x äsixekioiOi, ded^evteg,

ovTCJ drjiiööLov xccxbv igxataL olxaö' sxäörG),

aijksLOL d' h' ixBLv ovx i&slovöt Q-vgai, v^rjXbv d' "bjdg egxog vjc^q^oqsv, svqb dl navtcog,

ei xaC xig (pevycov iv fivjrö tj d'aXd^ov. 30 tavta dtdä^ai d-v(ibg 'JQ-rjvatovg ^s xsXsvei,

63g xaxä nXetöta tcöXsl dv0vo^Cij nagexsi, £x>voiiLr} d' £vxo(f(ia xal ccgna ndvx' dnotpaCvEi^

xttC ö-' cciLo. xolg ecdCxoig &n<pixCd-ri6i nedag'

unsere Stadt durch die geheimen, den späteren Hetairieen ähnlichen Zusammenkünfte, welche den Frev- lern lieb sind, bedrängt und ge- schädigt.' — avv6dois] [steht hier Ton Versammlungen im Frieden, nicht Ton kriegerischen AngriflFen. So bei Piaton Theätet p. 173 D: anovSal Se haigsi&v in ScQxäg xal avvoSoi . . . oidh övag Tt^äxtsiv TiQOßiazutai a^Toig]. xolg &8l- X ov ff i] Gemeint sind die politi- schen Wühler, welche dem Vater- lande Verderben schüren und ihre Freude daran finden, wenn alles drüber und drunter geht. [Anh.]

28. iv ^Tj'ftmJ daheim, im Ge- gensatz zu yalav ig äXloSuTf^v V. 24. In der älteren Sprache bezeichnet Sfjfiog [gemäfs seinem Zusammen- hange mit Säeaa&ai.] nicht selten das Land oder Gebiet, das ein Volk inne hat. Odyss. 3, 214: Xuol &VU Sfifiov == die Bevölkerung im Lande. Iliad. 5, 710: BotcuTol näXcc niova Sr)^ov ^xovrsg.

24. 25. Vor Selon konnte der Schuldherr den insolventen Schuld- ner knechten und sogar ins Aus- land verkaufen, [wie auch bei den Römern in älterer Zeit zahlungs- unfähige Schuldner jenseit des Tiber verkauft werden durften.] [Anh.] Ssa(i. Ssd-ivrsg] häufige Epallelie. Odyss. 12, 54: oi Si a' hi TtXsovsaoL TOT iv Ssofiolai Ssövrcav. [Hes.Theog. 718: dta(ioiaiv iv dcgyalioiaiv ?dr]- cuv. Ähnlich Homer Iliad. 5, 386, Hes. Theog. 618.]

Bachholz, Anthologie. I.

26. ottiaSs] eigentlich: ins Haus.

27. 'Nicht mehr mag die Hofthür das Verderben von dem Hause ab- halten.' — a^Xsiot d-vgai] Odyss. 18,239: iit' ccvXtLrjßt &vQi[jat,v. ?t' oiiv. = o'ÖTiiti. ovy, id'iXovoi] Personifikation der &vQai.

28 f. 'Das Verderben ereilt unbe- dingt jeden, und flüchtete er auch in Haus und Hof.' [Umgekehrt Iliad. 10, 475 f.: Q'aXdfioto &vQag qi]- |as i^f^X&ov Kai vitiQ9oQOV kQ-niov avXf}g.]

30. dtScc^ai] Über den Spondeus im zweiten Fufse s. zu Tyrt. 2, 2.

31 ff. 'Multa mala secum fert ef- frenatalicentia; contra legum vere- cundia ubi est, omuia bene se ha- bent, neque arrj ibi enascitur.' F. J. Scherer, de Graecorum äzrig fw- tione et indole, Part. I (Diss. phil. Münster 1858) p. 26. Die hier von Solon und später auch von Pindar so hoch gepriesene Eunomie er- scheint bis zum fünften Jahrhundert herab als das politische Ideal des Dorismus oder vielmehr des ge- samten Hellenismus: sie ist die Quelle aller Güter und Segnungen, deren eine wohl organisierte Staats- verfassung überhaupt teilhaftig wer- den kann. [Ähnliche Verheifsungen hatte übrigens schon Hesiod ge- geben Op. 225 ff. S. m. 'Hesiodos* S. 155 ff.] [Anh.]

32. B^vLoanu X. agzicc] 'Ord- nung und Eintracht'. St oll. [Anh.] 4

50

ELEGIKER.

rQcc%Ea XsLaCvBi^ jcavsi x6qov, vßQiv a(i,avQot, 35 avaCvsL d' Krrjg ävd'ea q)v6(iEva,

sv&vvai, dl ÖLxag öxohäg ■bnsQi^cpavd x SQya

7CQCCVV61, Ttavei ö' EQya diioGTaaCrig, navBi d' oiQyaXsris SQidog x6kov, sötl ö' vn avxf{g

Tcccvta xar ävd'Qcbnovg agria xccl Jttvvrcc.

4 a. (5 Bgk. 3 Cr.) ^riiLco fihv yäQ ed(oxa tößov XQcctog, o66ov inaQXsty

rtfirig ovx «gjfArav ovx inoQS^ccfiEvog' ot d' slxov dvvapLLV xccl jrpr^fia^iv ^aav dyrjxoi, xal xotg ig)Qa6d^i^v ^rjdsv dsLxlg exslv. 5 Eöxriv d' KiitpißaXcov xquxeqov ödxog d^<poxEQOi6LV , vixav d' O'dx slaa' ovÖEXEQOvg ddCxcag.

4 b. (4 Cr.) ^r^iog d' rad' ctv ccQLöxa 6vv rjyE^6v£66LV EJtoixo,

litjxs XCviv dvE^Eig ftrjre nLEt,6n,Evog. tCxxEi ydQ x6Qog vßQiv^ oxccv TCoX'bg 'öXßog snrjrat

dvd^QG)7toi6iv Ö0oig iiii vöog ccQXiog fj.

34. [Vgl. das Prooemium zu He- siods Opera.]

35. atrig äv&sa] 'Keime der Be- thörung'. Die grammatische Um- gebung accommodiert sich dem metaphorischen Ausdruck ar. ävO". (aiaivsi cpvo^svcc). Soph. Trach. 1000: iiaviccg av&og. Aesch. Pers. 823: vßgig yccg i^ccv^^ova' inägncoas Gxdivv I «TTjs, 0%'iv TiäynXccvtov i^-

36. [Hesiod Op. 261 ff. : ßaaiX^av, ol XvyQcc vosvvTBs I ccXXtj TtaQKXlvovat dluccg ivinovtsg . . . ßccaiXfjg, I&vvste (i/v&ovg {dinug) . . 6v,oXi&v 8s Sin&v inl näy%v Xähto^i^ 8iv.agcyi.o- Xidg\ die schiefen, verdrehten Rechtsverhältnisse. Pind. Pyth. 4, 153: f^-ö-uvs XcLolg 8'iv.ag.

38 f. aqy. fp.] II. 17, 384: l^i8og c:QyccXir]g. ^ati mtI.] 'Infolge der Wohlgesetzlichkeit herrscht bei den Menschen überall Ordnung und be- gonnener Geist.'

4 a. Aristot.!/i^. noX. 12. Plut. vit.

Sol. c. 18. Solon giebt Rechen- schaft über seine Gesetzgebung, [nachdem sie zur Thatsache gewor- den ist. Die "Verse sind frühestens 393 geschrieben. Kurz nach dieser Erklärung mag S. Athen verlassen haben, um sich nach Ägypten zu begeben.]

1. 8i](t,m'] im Gegensatz zu den Machthabern V. 3. inagyisl] in seltner Bedeut. ^ aitag-nsi. [Anh.]

2. iTCOQE^diisvog] H. Stepha- nus Thes. s. v. : 'nee etiam tribuens praeter eum, quem habebat, insuper dans porrecta manu'.

4. 'kkI rovtav TtQovvoriocc , ivcc ft7]dsv icTtQSTtsg Tj &8iyiov ^j;co(>t'. Coraes.

5. ■KQategbv adnog] metapho- risch: eine kräftige Schutzwehr.

4b. [Aristot. 'Ad: noX. 12. V. 1. 2 schon bekannt aus Plut. comp. Sol. et Popl. 2, V. 3 aus Clem. AI. Strom. VI, 740 bekannt, V. 3. 4 auch bei Theognis 153 f. ähnlich.]

SOLON.

61

4 c. (7 Bgk. 6 Cr.) "Eifyfiaöiv iv ^eydXotg n&6iv äöstv xaXsndv.

6 a. (9 Bgk. 7 Cr.) ^Ex vEfpikriq niXarai xiovog ftivog ridh jraAagi^j,

ßgovv^ d' ix ka^Tiq&s yCyvsTat, dözegoxflg' icvÖQäv d' ix ^sydXoav nöhg bXkvrat,' sig dl ^ovägxov

öi]^og ccidQsiTj dovXoövvrjv sjtstSsv kCtju d' i^dgavT ov QÜdiöv iöri xataöxetv

v6xEQ0v^ dXk ^8ri XQ^ ^^Q^ nccvta voetv.

5b. (11 Bgk. 9 Cr.) Ei öl jc€7c6vd-aTS kvygä di v^stSQr}v xaxöri^ra.

fiT^ XL d^eotg tovTGiv fiotQav i7Ca[KpiQSxs' uvxol yäg xovxovg r}x>^'^6ccx£ ^v(iaxa dövxeg^

4 c. [Plut. Sol. 25. Der Vers stammt aus derselben Elegie "wie 4 a. Er begründete nach Plutarch, warum der Gesetzgeber sich zehn Jahre auf Reisen begab : Selon hoflfte, dafs man sich während dieser Zeit an seine Gesetze gewöhnen werde. Theogn. 24, Schiller, Epigr. 58: Kannst du nicht allen gefallen durch deine That und dein Kunstwerk, | mach' es wenigen recht; vielen ge- fallen ist schlimm.]

6 a. Diod. Sic. Exe. T. DI p. 23 Dind. Solon warnt die Athener vor der Usurpation der Herrschaft durch Peisistratos. Diodor a. a. 0.: Aiys- Tui Z6X(ov xal TtQosiitslv rolg 'AÖ"r\- vaioig rriv ieoiLivr\v zvQavviSu Si' iXsysitov. [S. Theogn. 39 «.] Vgl. H. Flach, Geschichte d. griech. Lyrik n S. 374 f.

1—3. Wie die Wolke Schnee und Hagel ^ der Blitz und Donner er- zeugt, 80 bringt die übermäfsige Macht eines Mannes die Knecht- schaft über Athen.

1. iiivog] bei Dichtern oft im Sinne energischer Kraftäufserung sowohl von Menschen und Tieren, wie auch von leblosen Dingen, ins- besondei'e von Naturkräften. Iliad. 6, 182: nvQÖg (livog aid'Oiiivoio. 12, 18: TiotayL&v ^ivog. Odyss. 10, 160: ^ivog i]iXioio. Aesch. Eum. 818: xv-

^UTog ii4vog. Eur. Her. 428: %6t- ^öävog (i^vog. [Anh.]

3. [Vgl. Theogn. 52.]

4. &i8qsI'^] ohne die ihm bevor- stehende Knechtschaft zu ahnen.

5. 6. 'Der gar zu sehr sich erhob, ist später schwer niederzuhalten; darum seid jetzt schon auf alles bedacht!' Diodor a. a. 0.: Z6X<ov nccQsWav slg ixKXriaicxv TCagsKCcXsL tovg 'Ad'rjvaiovg yiaraXvsiv rbv rv- Qccvvov, nglv tsXicog ia%vQbv ye- via&cci.

6b. Diog. L. I, 51. Diod. Exe. Vat. T. m p. 24 Dind. [V. 1—7 auch bei Plut. Sol. c. 30, wenn auch nicht in der vom Dichter stammenden Reihenfolge der Verse.]

[Inhalt: Solons Warnungen sind unbeachtet geblieben, und die Ty- raimis ist wirklich aufgerichtet. Schuld haben die Kurzsichtigen, die nun tragen müssen, was sie ver- schuldet haben.]

2. 'Schreibt den Göttern keinen Anteil an eurem Lose zu.' [Anh.] Tovxtav /xofpav] der Genetiv wie Theogn. 328: (ificporigcav rb Xocxog.

3. tovTovg] Peisistratos und sei- nen Anhang. qv^utcc] Die Al- ten verstanden darunter die dem Peisistratos vom Volk gewährte Leibwache, [aber der Ausdruck ist

4*

52

ELEGIKER.

ical diä tavttt xaxtjv eöxsre dovXoövvrjv -busav d' elg ^ev exa6tos oclaitExog l'xveöi ßatvet,

ö-öfixccöiv d' "Ofilv xavvos iveözc vöog' eig yScQ yX&ööav ÖQäts xal stg snog aC^vlov avÖQÖg,

aig EQyov d' ovdev yiyvö^svov ßlinsxB.

TnOOHKAI EIS EATTON. 6. (13 Bgk. 12 Cr.) Mvrjfioövvrjg xal Zijvbg 'OlvfiTiLov dylaä rsxva, Movöai IlLSQLdeg, xlvts fioc svxo^bvo)'

allgemeiner zu fassen im Sinn von 'Schutz, Stütze': das lehrt der Zu- sammenhang.]

5. 6. Ähnlich Schiller in einem Xenion: Jeder, sieht man ihn ein- zeln, ist leidlich klug und verstän- dig; I sind sie in corpore, gleich wird euch ein Dummkopf daraus. dicoTT.] sprichwörtlich 'schlau wie ein Fuchs'. i%vs6i PuIvsl] vestigia sequitur.

8. oi8iv\ gehört zu piinsts.

6. Stob. Flor. IX, 25. The- mata: Unrecht Gut gedeiht nicht, [menschliche Voraussicht ist eitel, die Gottheit führt alles hinaus, wie sie will. Gedankengang. 1. Solon fleht die Musen an, ihm Glück und Ruhm, die Liebe seiner Freunde und Respekt bei seinen Feinden zu verleihen (1 6). 2. Irdische Gü- ter wünscht er sich zwar, doch nur ehrlich erworbene {nXovvBlv adoXcog Scol. 13 Bgk. 6 Gr.); denn 'unrecht Gut gedeihet nicht' (xaxa k^qSscc Ig' &äTymv Hesiod Op. 352). Plötzlich, wie ein Unwetter, aber auch mit seiner reinigenden Wirkung, er- scheint, von Zeus gesendet, die Ate (7 24). 3. Zögert die Strafe eine Zeit lang, so kommt sie endlich doch, und sollte der Übelthäter selbst ihr entgehen, so trifft sie seine Nachkommen (25 32). 4. Das sollten die Menschen bedenken ; aber sie beachten immer nur das Nächste und vertrauen leichtfer- tigen, täusckenden Hoffnungen. Der Kranke glaubt gesund und der Arme reich zu werden, und dies

eine Ziel denken alle zu erreichen (;Upjjfiara yccQ i/jvjj^ SsiXotai ßgorolai Hesiod Op. 686) (33 42). 5. Die Wege, zu ihm zu gelangen, sind verschieden, teils der Seehandel, teils der Ackerbau (wie in der Zeit Hesiods), teils allerlei Kunstfertig- keit. Auch Dichtkunst und Seher- kunst gehören dahin, ebenso die Kunst der Ärzte. Und doch ver- leiten die letzteren ebenfalls nur zu leichtfertigen Hoffnungen (43 70). 6. Der Erfolg hängt überall nur von der Gunst der Götter ab, imd um deren Gnade hat der Dichter ja schon zu Anfang gebeten, als er sich ehrlich erworbene Schätze wünschte. Dem, welchen diese lie- ben, wird auch die Ate nichts an- haben können (71—76).]

1. Mvri^oavvTjg] Göttin des Gedächtnisses, [das, auch Mvrjiiri als Muse geheifsen, beim epischen Vortrag (Scotdi^) nach der Ausarbei- tung (fifi^nj) von grofser Bedeutung war.] In Bezug auf die Abstammung der Musen schliefst sich Solon He- siod an. Theogn. 52: Movoat'OXvfi- TtidSsg, Tiovgai. zJi.bg cclyioxoio, | rag iv niSQiT] KgoviSj] rdyiE Ttargl fii- yslaa \ Mvrnioavvri. [Anh.] &yX. Tsuva] Homerische Formel.

2. v.XvxB f4oi] Dat. comm. , bei den Elegikem oft mit iiXvsiv. Theogn. 4: av de ftoi ■nXvd'i. Odyss. 4, 767: 9scc Ss oi ^-uXvsv ccQfjg. Da- gegen Iliad. 9, 509: ^kXvov ev^cc- (livoio. Odyss. 4, 762: kXv&i (isv. KXvt4 [isv föjjofi^vov ist = audite me precantem, viXvts (wi svxofiivca = precibus weis indtilgete. [Anh.]

SOLON.

Ö3

10

'6kßov (loi ngbg ^säv ^axägav döte xal «Qog iaiAvxav

avd-Q(Ö7C(ov ttul d6^av ixBiv äyad-i^v elvtti ö^ yXvxvv ade (piloig, ix^golöL S^ xtxQ6v,

roiöc [ilv aiöotov, xotot Ös ösivbv ideiv. XQrj}iattt d' CfiBiQOj ftsv ixeiv, icdixeas ds neicttöd^ai

ovx id-eXc)' jcdvTcog vöxsqov '^X&e dCxri. nXovxov d' bv ^ilv d&ai &£0i, naQayiyvstai uvöqC

inmöog ix vadtov Ttv&fifvog eig xoQvcptjV ov d' HcvÖQsg [lexCaöLv v(p vßgiog, ov xaxä xöö^ov

iQX^xai, aXX^ adixoig sgy^aöt TCSL^ö^svog ovx i^sktov ensxai' xa^sag d' ävccuLöyexuL axrj'

ccQX'fl d' öXiyov yCyvsxai &6xe nvgög,

Die Musen ruft Solon an [wie Homer und Hesiod, weil er seine Gedanken in einem Gedicht aus- spricht].

3. 4. TtQoe] mit Genetiv: der öXßos geht von den Göttern, die ^ö^o: von den Menschen aus. Sinn: Gebt mir Segen von seiten der Götter und gute Nachrede von seiten der Menschen. l;jfi.r] verb. mit dörs. "OXßov und S6^av sind Ob- jekte zu Bvsiv. dö^av äyad-t^vl Find. Pyth. 1, 99: tb Ss na&sZv SV ngätTOv a9Xcav, sv d' &>iovsi,v isvTdga iioiQcc. Cic. pro Arch. 9,20: Themistochm dixisse aiunt, cum ex eo quaereretur , quod acroama aut cuius vocem libentissime audiret: eins, a quo sua virtus optime prae- dicaretur. Xen. Mem. 2, 1, 31 (die Tugend zum Laster): xov 8s näv- xav i]8iaxov &yiova(iaxog, inuivov asccvxf}e, &viJHoog sl. Hör. Sat. 2, 2, 94: das aliquid fainae, quae carmine gratior aurem \ occupat humanam? wo famae = bonae famae ist.

5. 6. Liebe den Freund, hasse den Feind! war ein Fundamental- satz der griechischen Ethik. slv ai] hängt noch von doxs ab. idstv] Über den Infinitiv des Bezuges s. zu Tyrt. 1, 29.

7 ff. Derselbe Gedanke unten Theogn. 171 ff.

9 ff. Find. Nem. 8, 17. Hesiod. Op. 320: ;j;ßtjfiaTa d' ovj^ ägnanxcc, d'söadoxa noXXbv ccnsivca. Eur. [Fr. 364 N.: tag oiaiag yicQ (läXXov t)

xäg uQTtaydg \ xi\lüv Sittuiov o^xs yag nXovxög noxs \ ßsßaiog äditiogA Elektr. 943: 6 S' öXßog &8Uag xai ^isxä öxatcöv ^vvwv \ i^dnxax' oi'yioav, GfiitiQOv &v&rjaug ^gövov.

9. 10. nXovxov] umgekehrte Assimilation. [II. 10, 416: q)vXaiiäg S', ag sigsai, \ o^ xvg nsyiQL(iivr] Qvsxai axQcexov.^ Verg. Aen. 1, 573: urbetn quam statuo, vestra est. [Auch in einem Volkslied bei Grinmi heifst es: meinen Tod, den sie be- klagen, ist für sie gerechter Schmerz.] iti nv&fi. slg xop.] von der Wurzel bis zun» Wipfel.

11 ff. Sinn: 'Der schnöde Mam- mon, welchem die Menschen durch Frevel nachgehen, wird ihnen ge- gen Gebühr zu teil; ihrem unge- rechten Thun gehorchend, folgt er ihnen unfreiwillig, und bald gesellt sich ihm Unheil.' [Anh.] ov Kccxä MOffji,.] Homerische Formel, entweder, wie hier, am Versschlusse (Odyss. 20, 181), oder am Ende des 1. Hemistichs (Iliad. 2, 214).

12. aS. ^QY^iaßL 7tsi&6(isvog] Xen. Kyr. 1, 5, 3: Srngoig xal XQV' fiaaiv &va7tsi9'6iisvoi.

13. avafiiaysxai] nämlich tm ■nXovxtp. Ä^T]] 'Omne nefas et quaevis iniuria evocat axr\v. Nam si quis divitiis male utitur iisque nimis elatus iustitiami neglegit: xcc- X^oig S' &vcniieysxai &x7j.^ Scnerer, de Graecorum äxrjg notione et indole p. 26.

14. ccQxv] seil, axrig.

54 ELEGIKER.

15 tpXccvQr) iiev rb ngatov, avirjQij ds rskevrä' ov yaQ dijv d'vrjTotg vßgiog SQya niksi. aXXä Zevg navTcov iq)OQä rskog, i^aTtLvrjg d^

äöz' ävs^og vs(pEXccg alipa ÖLBöxadaeev YjQivögf og jtövTov JtoXvxvfiovog aiQvyitoio 20 Ttv&^Eva xivrjöag, yfjv xatä 7tvQoq)6Qov

dr]G)6ag xakä sgycc, Q^säv sdog ainvv ixdvsi ovQuvöVf aCd'Q^rjv d' av&Lg e&rjxsv idstv kdfiTtSL d' rjsXiOLO ^evog xarä nCova yalav xakövj cctäQ vE(pic3v ox>8^v st' ißvlv Cdetv 25 toiavrr} Zrjvbg niXsrai rCoig, ovo' iq)' exaörra, &0nsQ d'vrjTog ocvt^q, yCyvsrav 6|v;|roAog* alEl d' ov i XeXtiQ-e Si,afi7iEQ£g, öötig ccXitqöv

d-v^bv EXT], Tcdvrcog d' ig riXog E^Eg}dvr]' &kX' 6 fiEV avxix ExidEV, 6 d' vötagov ei öe (pvyaöiv 30 a-ötOL, ^rjds d'Eöbv ftot()' imovöcc xC%ri,

lflXv^^E Ttdvtcog ccvd'Lg' avaCriOL EQya xCvovöiv

tJ TcatÖEg TovTcov rj yivog i^OTCiöß). d-vr^tol d' aÖE voEvfiEV 6^&g dya&ög te xaxög te'

16. vßg. ?9ya] Iliad. 5, 429: ^gya SLov nvQoqiOQOv. Vgl. unten Theogn. yäyioio. [Od. 11, 246 : (pilotrjGioc ^pya.] 528.

Unten Theogn. 524: xBqnalfis \qycc. 21. yi,uXa\ hat bei Homer die

17. icpoQcc TsXog] beauf- Pänultima lang, bei Pindar und den sichtigt, überwacht den Aus- Attikern kurz, bei den Elegikem gang aller Dinge. [Hesiod Op. 86: und Bukolikern anceps (s. V. 24). Ttüvra Idcov dibg öcp&uXfjubg Kai -Kala ^gya] vom Ackerbau, wie JtocvTcc voriaag \ kccL vv rdS', al' v.' Iliad. 12, 283: ccvdg&v niova JcQya. i&eXjja', iniSigv-szai, ovSi i X'^&sl, I 2B. rjsXioio (liv.] Iliad. 23, 190 oiTiv Sij xal f^vSe 8iv.r\v itöXig iv- (Odyss. 10, 160): (i^vog rjsXioio. Hes. tbg ÜQySL (vgl. unten 27 ff.)]. Op. 414: iiivog ö^sog rjsXioio. i^anlvrig Ss mtI.] Konstruktion: 25. ovd^] aber nicht. iqi' mats d' avsfiog i^cc7tivr]g vstpiXag Exaerco] Neutrum: bei allem und SisaKsSaasv rotawrj Zrj- jedem. [Vgl. : ich furcht' es breche, vbg niXstui xleig. [Anh.] nicht jeden Wochenschlufs macht

18. Vgl. Lucret. 1, 271. wer«] Gott die Zeche.]

dem entspricht anakoluthisch toi- 27. Sia^nsqig] verstärkt das

ccvtri ^- 25. Sinn: Wie der Orkan aiti, wie Iliad. 15, 70, [bisweilen

verheerend auftritt, zugleich aber auch durch rj^ara nävru].

auch den Himmel von Wolken rei- 29 ff. Sinn: Wer selbst der

nigt, so vernichtet die Strafe den Strafe entrinnt, büfst sicher in sei-

Frevler, wirkt aber zugleich süh- nen Kindern. Zu V. 31 s. den Anh.

nend und reinigend und stellt in 31. TtavTcog] Über den Spondeus

der moralischen Welt das Gleich- im 2. Fufse s. zu Tyrt. 2, 2.

gewicht her. 32. Vgl. Tyrt. 3, 30.

20. yjjr jtvp.]Iliad. 12, 314: ä^iov- 33. uy.xsv.uyi.6g rfj Homerisch

(>rjs TivQO(f6QOio. Odyss. 3, 495: jte- und Hesiodisch. Odyss. 4, 237: Zsvg

SOLüN.

55

;{5

40

£t) dsiv^v a^rbg dö^av ixaöTog ixei, TCQLV XI Tcad-etv t6rs d' tchrCuC ddvQezaf axQi' dh rovrov

XccOxovteg xovcprjg iknCöL regnöfied-a. XGiöxLg ft^v vovöoiöiv vn' ägyak^rjöL 3cu6&f],

(bff vyf^g iöTttiy xovro xaxscpQdoaro' [&XXog dsikbg idav aya&bg doxst i^fisvai ocv^q^

xal xaXög, fiOQq)^v ov xaQisOöav ixcav'^ ei de xig axQtl^cov^ TcevLrjg ös fiiv SQya ßiaxai,

xx'^0£6&at jcccvxeog ;u()?^jttaTa noXXä doxst. ömvöei d' &XXod-£v akkog' 6 (ilv xatä növxov &Xaxai

iv vtjvgIv xQÜtf*^^ oi'xads xsQÖog aysiv 45 ix^6evx\ ttVE^OLöi (pOQBv^Evog aQyaXeoL0Lv ,

(fSidcoXijv i^vxfjg ovde^iav d-e^svog' aXkog yfjv xd^vcov noXvdivÖQSov eig iviavxöv

XaxQSvsiy xolCiv xa^TCvX' kqoxqu (ieXsi,'

icycc&öv ti v.ay.6v xs StSot. Vgl. 4, 392. 8, 63. Hes. Theog. 219: Scycc- ^6v Tf xaxov TS. Vgl. Op. 669.

34. ['Jeder hat von sich eine ge- waltige Meinung.'] [Anh.]

35. [Vgl. Simon. 85 Bgk. (69 Cr.), 6 : 9vrit&v 8' öcpQU TIS avd'og %XV '^^~ Xvr\Qaxov i'jßrjg, | Kovcpov ?j;cöv d'vnbv 7t6XX' CcT^ksara voft.]

37 ff. 'Jeder sucht sich von einem drückenden Übel um jeden Preis zu befreien, sowohl von Krankheit wie von Armut (40 ff.).'

37. [vovao) vn' ägyccXirj Riad. 13, 667. Hesiod Op. 92, Scüt. 43. Un- ten 61.]

38. [xaTf qppacaTO ist 'gnomi- scher Aorist'. Theogn. 276.]

42. xTTjfff ff'O'ai] So nach Bergks Schreibung. Das handschriftlich überlieferte xT^ffacO'ar würde als Aorist ohne Bezug auf die Zeit zu fassen sein. [Beispiele dieses Ao- rists, der vielmehr 'das bestimmt erwartete Eintreten einer zukünfti- gen Handlung' bezeichnet und da- her dem Futurum so nahe steht, dafs eine Unterscheidung schwer ist, führt La Roche an Homer. Unters. H S. 98—101.]

43. 6 ft^v] Nach diesem aiv fehlt im Folgenden stets das 8i.

45. lx&.] Iliad. 19, 378: n6vtov in' f;f'9'vÖ£vTa. Vgl. unten Theogn. 206. kqykXboigiv] Über das v parag. zu Tyrt. 1, 29.

46. qpctd. '9'^ftevoff] periphra- stisch = cpsiSöiisvog. Homer be- dient sich zu solchen Umschrei- bungen des Aktivs (Odyss. 1, 116: ßüiSccßiv 9£tvai, == OMBScieaC), die Lyriker, Tragiker und späteren Pro- saisten des Mediums in der Bedeu- tung aus sich hervorbringen oder vollführen. Sojjh. Ai. 13: anovSr]v HQ-ov xrivS' . Antig. 151: x&v vvv &ia9's Xr]ß(ioßvvav (statt Xdd'Sß&s). Eur. Med. 66: ßiyijv x&vSs ^'^ßofiai TtiQL. [Anh.]

47. yfivnoXvS.'] vom Ackerbau, nicht vom Garten zu verstehen, wie Odyss. 23, 139: icyqbv noXvSiv- ÖQSov wahrscheinlich macht. eis iviavröv] Jahr aus, Jahr ein, lateinisch: in annos; nicht, wie Fort läge erklärt, quotannis oder per annum. [Soph. Ant. 338 ff.]

48. XaxQ£v£i\ dient um Lonn: bezeichnender Ausdruck für die Klasse der %-i)xeg. Vgl. K. Fr. Her- mann, Staatsalt. § 52, 6. xol- ßiv = olßiv; yiaxcc ßvvsßiv steht der Plural, da unter dem vorauf- gehenden aXXog die ganze Klasse der Ackerbauer zu verstehen ist.

56

ELEGIKER.

äXXog 'A&rjvaLrjg te xccl 'Htpacöxov noXvxiivsci 50 igya dccslg x^i-Qotv i^vlksyetai ßiorov

akXog 'Olvfiniddcov Movöecov Ttdga d&QU didaxQ'Bcgy

L^SQTTJg aocpcrjg ^stqov iTtLörcc^svog' akXov iidvxiv s&rjxev uva^ ixKsgyog ^Aicökkcav ,

iyva d' dvögl xaxbv trjXö^sv iQxo^evov, 55 a öwo^aofrldcDöt Osot' xa 8\ ^OQöt^a ndvxcag

ovxB rig oiavbg Qv^exai ovQ-' isQd' aXXoL Tlaicbvog Tcolvtpagiwixov SQyov exovxeg

irixQoC' xal xotg ovdev ins^xi xikog' noXXdxi d' i^ öXCyrjg ddvvrjg y,sya yiyvsxai dkyog^ 60 xovx dv xig Xvöan iJTtia q)dQ(iaxtt dovg'

xbv de xax^g vov6oi6t xaxov^evov agyaliaig xs

aipd^iEVog jrft^ofv ai^a xC%^ri6' vyLt}. MoLQa ÖS xoL Q-vrjxolöt, xaxbv cpSQSL rjds xal idd'Xöv

dßtQa d' a(pvxxa Oscbv yCyvsxai dd-avdxcov.

49. 'Ad"rivttirig] seil. 'EQydvrig, [die besonders in Attika und Boio- tien verehrt wurde. Paus. I, 24. IX, 26]. Odyss. 6, 232: mg d' ots tig xQvtsbv ■7f8Qixsvsttici aQyvQco av^Q \ i'SQig, ov"Hcpaiatog d^Sasv v,al IlccX- Iccg A&rivri \ xs%vi]v nccvroiriv, %ccqi- Bvra 8s igycc rslsisi. ['A&rivairig dllwog heifst bei Hesiod der Zimmer- mann (Op. 230).] jroiwTs'^vfo)] Synizese.

51. Erg. anb kolvov: ^vXX^ystai ßiorov. Schon bei Homer erhalten die Sänger als SrnLiovQyoi gewisse yigu und Preise in poetischen Wett- Vämpfen. [Anh.] 'Ol. Movff.] Iliad. 2, 491: 'OlviLniäSsg Movecci. Hes. Th. 25: Moveai 'OlviiniäSeg. 8&Qa'\ Über Poesie und Gesang als Geschenke der Musen s. zu Arch. 1,2.

52. GOKpirig fiixQov] das volle Mafs, die vollkommene Weisheit. Ebenso in einem Distichon der ili- schen Tafel: 6'qppa duBig näßrig {li- TQov ^XVS cotpirig. [Vgl. (Pigres) XVIII, 2: Movaa, ßv yccQ TtccGTjg tcsLqcct' ^X^ig Gocpirig.] Odyss. 11, 317: ^'^rjs fiirqov , die vollste Jugendblüte (öfter bei Homer; auch bei Eur. Ion. 354). Solon Fr. 16 Bgk. (15 Gr.): yvcofioßvvrjg idvqov. Bei ßocpLr} ist

an die poetische Kunst zu denken (Pind. Olymp. 9, 107: ßotpiai ainu- vai), wie denn die Dichter selbst oft ßo(poi heifsen. Ol. 1, 8: 6 noXv- cpccTog vjivog cciKpißdXXsTui, ßocp&v (iTiTisßßi. Anacreontea 23 (32 Bgk.), 16: ßocpe q>iXviivE (Anrede der Ci- kade). [Anh.]

53 55. 'Einen anderen macht Apoll zum Seher, und er erkennt von fem das dem Menschen nahende Unheil, da ihm die Götter zur Seite stehen ; was aber vom Geschick ver- hängt ist, wehrt kein Vogelflug oder Opfer ab.' [sgd] Opfer zur Süh- nung des Götterzorns.

57. Uaicövog] Päon (Homerisch TLaLTjav) erscheint in der Ilias, [aber nur 5, 401, 899 f. und Od. 4, 232], als Götterarzt, verschmilzt aber später mit Apollon und Asklepios. [Anh.]

■jioXv(p.~\ Iliad. 16, 28: /t^t^oI

58. 'Doch führen auch die nimmer zum sicheren Ziel.' Hertzberg.

61 f 'Den von Krankheit Geplag- ten heilt er schnell durch blofses Auflegen der Hand': Bezeichnung der raschen Kur. An Mesmeris- mus zu denken wäre abenteuerlich.

Vgl. oben 37.

SOLON.

57

66 7cä6i de xov xtvdvvog in i^y^aöiv^ ovds rig oldsVf ^ (idXlei <y;ti^<y£tv, igrlfiarog dgxofiBvov &XX^ 6 filv SV egdsiv jtEigco^svog ov jCQ0V07]6ag

(ig fteyäXiqv &Tr}v xccl xaXsniiv stieöev, Tc3 d'k xaxcbg egdovri ^ebg.neQl nävxa ötdcsöiv 70 öWTVx^tjv dya^v^ ^xkvöiv dcpQOOvvtjg,

nkovxov d' ovdlv rcpfia jC£<pa6^evov dvögaöL xstrai'

or yäg vvv "fj^ecov tcXeIöxov ixov6v ßCov, diTcXaöcag 6jtevdov6i' xCg ccv xogißsuv anccvxag; xegdsd xoi Q^vrjxotg ajtaöav d&dvaxof 75 axri d' i^ avxäv dvatpaCvExai, TJv b-Ji6xav Zavg nifitlrrj xLöofisvrjv, äXXoxs dXXog ex^'"

7. (15 Bgk. 16 Cr.) IIoXXol yaQ tcXovxovOl xccxol, dyad-ol dh Tidvovxai' dXX' rj^etg avxotg ov dca(i€ttpö(i£&a

65 f. 'Bei allen Unternehmungen ist die Grefahr des Mifslingens vor- handen, und niemand weifs, wenn er ein Werk beginnt, wohin es sei- nen Verlauf nehmen, d. h. wie es ausschlagen oder ablaufen wird': der Mensch denkt, die Gottheit lenkt. [Vgl. Xen. Mem. I, 1, 8. 9.] Zu (liXlei ist aus dem folgenden jjpijfittToe das Subjekt XQ^l"^ ^^ ^^' ganzen. ^J = ^ot oder tt^.

67. oi TCgovoriaag] ohne vorher daran gedacht zu haben, ohne es zu ahnen.

69. nsgl advrcc] in allem.

70. ifxi. &(pQ.] 'Die Gottheit läfst ihn nicht in ärr] Terfallen.'

71 73. Sinn: Im Streben nach Reichtum giebt es für den Menschen keine bestimmte Grenze; denn die- jenigen vmter uns, welche mit Glücks- gütem gesegnet sind, streben mit verdoppelter Begierde nach mehr. Habsüchtig bis zur Nimmersättigung sind die Menschen alle, und die Götter gewähren auch wohl man- chem Gewinn, aber ihm nicht zum Segen, sondern zum Verderben, weil infolge seines Übermuts die ärr] in ihm emporkeimt, und sendet Zeus diese, um das Ilachewerk zu voll- strecken, 80 fällt bald dieser, bald jener dem Verderben anheim.

71. TcXovtovl mit Nachdruck voran. Am gefährlichsten ist die avaritia, die zur vßgig treibt. TtBopaafisvov^ = cpavsQOv.

75. ärri] 'Omne nefas et quaevis iniuria evocat «ttjv; si quis pecuniae aviditate quaestui nimis inservit, recti lucri modum excedens, äxT] apparet.' Scherer, de Grae- coruni ärrig notione e. q. s. p. 26. i| ßVTcÖvJ iyi r&v %bq8&v.' riv Tiffo/i.] Vermischung der personi- fizierten Ate mit der Sache. Das Medium Tivta^ui bezeichnet die auf Veranlassung des Subjekts ge- schehende Handlung = büfsen lassen, d. h. bestrafen. Analog dtda(;x£a'9'at = unterrichten las- sen.

76. aXX. äXloq [ist Formel und darum der Hiat entschuldigt, wie Hesiod Op. 713, Theogn. 318, wo dieser Vers wiederkehrt, ebenda 992 und schon Od. 4, 236. S. Sol. 7,4.]

7. Plut. Sol. c. 3. [Die Stelle wird angeführt von Hermippos zum Be- weise dafür, dafs Solon sich selbst zu den Armen gerechnet hat.] [Anh.]

1. yap] geht auf einen voraus- gegangenen Gedanken der vollstän- digen Elegie. nivovxtxi] Nicht

58

ELEGIKER.

tfjg äQSxfig xhv tcIovtov , insl xo ^sv ^(iTtsdov aisC^ XQTJfittTcc d' ävd-Qcojtcov aXkoxs allog i%£L.

nPOS MIMNEPMON. 8. (18 Bgk. 19 Cr.) '^AA' et nov xctv vvv hi tcslöskl, i^sXs xovxo^ firjds ^eyaLQ\ ort 6sv Xäov i7CS(pQa0d{irjv , xal fisxKTCOLrjöov, ALyvaexddrj ^ caöe d' äeids' 'Oyöcoxovxasxrj ^olqu xC^ol Q-avdxov.

9. (18 Bgk. 19, 5. 6 Cr.) MrjSs fiot ccxlavöxog &dvaxog juo'Aot, dXXä (pCkoiöiv nofr^öca^i, Q-avhv akysa xal öxovaidg.

selten steht nivsß&cci [man denke an die thessalischeji Penesten] von der Dürftigkeit des Proletariats im Gegensatz zum Reichtum der Geld- aristokratie. Plat. vir. civ. 293 A: nXovrovvxBg r\ tt£v6(isvol. De rep. 577 E: 7f Xovaiccv ?) Ttsvo[iivr\v iro- Xiv. Bei Homer fehlt dem Verb. ■Ttev. noch der Begriff der Dürftig- keit, und es bedeutet nur arbei- ten, besorgen, verrichten. Od. 4, 624: TtEoi dslnvov ivl iisydgoiai Ttivovxo. II. 24, 124: inivovto v,cc\ ivxvvovt' aQLöTov. Vgl. auch Odyss. 10, 348 und Hes. Op. 773: ^gya ni-

3. T^s aqsxfig [ist hier bereits von der Tüchtigkeit der Seele ge- braucht (s. zu 14, 16), nicht von der Abkunft.] Der Genetiv des Preises wie bei den Verben des Vert au- schens. — xb [iiv\ die apsrrj. So oft das Pron. dem. im Neutrum, ob- wohl es auf einMascul. od. Fem. geht.

4. Irdisches Gut wechselt seinen Besitzer. &v&q^ verb. mit aUog. ulX. aXXog] S. oben 6, 76.

8. Diog. Laert. I, 60. Inhalt: Replik auf die Aufserung des Mim- nermos (Fr. 6 Bgk.): cu yag ccxeq V0V6C0V xs Kai icQyaXicov ^BXsdmvav \ i^riKOVTccsxr] iioiQU v,Lxoi &avdxov, [der nur genossen hatte und dies nach dem 60. Jahre nicht mehr zu können meinte. Solon ist auch im höheren Alter noch genufsf ähig und lebensfreudig. Darum überbietet er

nicht nur Mimnermos, sondern im Streit mit diesem auch sich selbst: scheint er doch unten (10) schon das 70. Lebensjahr für die Grenze des menschlichen Lebens zu halten.] 1. Mocv] 'Multum differt xai vvv an Kuv vvv scribatur. Nam si illud scripsisset poeta, significaret sae- pius Mimnermum sibi obtemperasse, et, si nunc quoque audire velit, mu- tare versum, quem posuerat, debere; sin xav vvv scripsit, contrarium dicit, nolle illum suam mutare sen- tentiam, sed se optare, ut id certe nunc tan dem faciat.' G. Hermann zum Viger. p. 924.

3. Aiyvaax.] S. die Einleit. zu Mimn.

4. öydcox.] Die Epiker und lo- nier (auch Theokr. 4, 34) kontra- hieren, wenn auch selten, ot] in ca, während die Attiker ot] beibehalten. (lotQoc 9aväxov] wie unten 10, 18 [Theogn. 244].

9. Plut. comp. Sol. et Poplic. c. 1.

Die Verse standen in demselben Ge- dichte an Mimnermos. [Anh.] Über- tragen von Cic. Tusc. I, 49, 117: Mois niea ne careat lacrumis, lin- quamus amicis | maerorem, ut cele- brent funera cum gemitu. [Auch de sen. 20 hat er die hübschen Verse im Sinn und ihnen das Epigramm des Ennius (Sat. 67 Müller): Nemo me dacrumis decoret nee funera fletu | faxit gegenübergestellt.]

2. &Xy. xai Gxov. wie Od. 14, 39-

SOLON.

59

10

nPOL KPITIAN.

10. (27.) Uatg (iVv avT]ßog iav ht v^niog egxos 6ddvtßji/

q>vOttg ixßccXXei ngäxov iv em' he6iv tovg d* ixsgovg ots di^ tsXegt) dsbg «rr' iviavtovg,

^ßrjg ixtpaCvEL öijfiaTa yiyvofisvrjg' r^ tQttccTt] dh ytvBiov &ei,ofiEva)v hi yvCav

Xaxvovrcci, XPOtJJ? av&og afisißofiEvrjg' t^ dh terdQTT] nag ng iv ißdouccdi (lEy' agiCtog

l^xvv, Vivx avÖQsg arlficct' sxovö' agstrlg' 7iE(i7tT7j d' cctQiov, ttvögu yccfiov ^E^vtjfiEvov eIvccl

xal naidav ^rjTEtv EiöonCöco yEVE-qV rf] d' EXTf] nsgl aävTcc xccragtvstai vöog avdgög^

10. Philo de opif. mundi 104 (I, 36) Cohn und Clem. Alex. Strom. VI, 814. [Anh.] Inhalt: Die zehn Altersstufen des menschlichen Le- bens nach ihrer physischen und geistigen Bestimmung. Die Zahl 7 galt im Altertum in späterer Zeit als ominös : die Chaldäer hatten ihr astrologische Bedeutung gegeben. [Anh.] Vgl. die Schilderung der 7 Lebensalter bei Shakespeare, Wie es euch gefällt II, 7.

1. I'px. ÖS.] Homerisch (Odyss. 1, 64 und sonst) = Zahnreihe. Aus dieser Stelle erhellt, dafs nicht an die Lippen zu denken sei.

2. inßccXXsi] wechselt die Zähne. [Anh.]

3. 4. Hippokr. : Ttatg 8' &xQi yo- vi)g iv.(pvßta>g, slg tcc Slg hnxä.

5. T^ TQiräxT[f\ Aus im' iviccvt. V. 3 erg. kß8o\iaSi. Zur Sache s. Odyss. 11, 319: ngiv acpco'Cv vnb xpo- xätpoiaiv iovXovg | &v&riaai ■nvx.äaai TS yivog siav&ii Xa.%vrj. Lucret. 5, 885: Pueris aevo florente iuventas \ occipit et molli vestit lanugine ma- lus. Verg. Aen. 8, 160: Tum mihi prima genas vestibat flore iuventas.

6. [Der mädchenhafte Teint des Knaben fängt an, einer dunkleren Hautfarbe zu weichen.]

7. TftapTiyJ Über den Spondeus im 2. Fufse s.' zu Tyrt. 2, 2. [«äs TIS wie bei Theogn. 22 u. 621.1 fiiy. äg.] Homerische Formel : Iliad. 16, 271 u. sonst.

8. laxvv ffjj/xttT'] Nach dem Sing, der Plur. wie Homer Iliad. 23, 296: ttjv {A^rjv) 'AycciiB^vovi Swk' 'Ayxiaiä8r[g 'ExinmXog \ Säg'. Hesiod. Scut. 296: ögxog | ;upufffos, xivT« ?pya ifSQicpQOVog '/fqpai-

aroio, und 312: tginog , v,Xvxa

^gycc nsgicpQOVog 'Hrpaißxoio. Eurip. Hippel. 11: 'innoXvxog, äyvov TIix- Q'icag jcaiSsv^Laxa. [Anh.] 'Sensus: ßobur in viris indicium virtutis.' Bach.

9. 10. Sinn: In der fünften Heptas ist'e an der Zeit, dafs der Mann an die Vermählung denkt. Dieselbe Bestimmung bei Hesiod. Op. 695: 'Slgalog Se yvvaliia xsbv noxl olnov äysad'ixi ( iiT^xs xgirjKOVxoav ixicov fidXa noXX' anoXslncov, \ iii]x' ini- &slg ^äXa noXXa. yu^og Ss xoi mgiog ovxog' I 17 dh yvvi] xixog' ijßmot,, nifinxca Ss yaiioixo. Plato de reipubl. 460 E : &g' ovv eoi h,vv8ov.Bi ^sxgiog Xgövog ccKiii^g xa sÜkoolv ?t7J yv- vcciKi, ScvSgl Ss xa xgiäyiovxa'. De leg. 772 E: yafiBixco (ifv n&g ivxbg x&v itivxe xai xgiänovxu ixwv. Vgl. Aristot. Polit. VII, 14. [Anh.] yafi. (is^v. slvai] Hesiodeisch. Op. 616: tot' Ineix* Scgoxov fiffivrj- (isvog slvai I mgaiov. 641 : Igycov liS(ivr}y,ivog slvul | agaicov nävrcav.

11. 12. 'Der Verstand des Mannes ist gereift; er strebt nicht mehr, wie früher, nach Unmöglichem.' Hör. ars poet. 166: Conversis stu- düs aetas animusque virilis \ quae-

60

ELEGIKER.

Ejcrä de vovv xal yX&ööav iv ißdoiidöLv fisy' aQiöToq öxrto t' a{i(potEQ(ov tscSöaQa xal 8ix irrj' 15 tfj d' ivccTT] STi ^hv dvvarai, ^aXccxcbrsQcc d' avrov TtQog (isyäXtjv aQStijv yka)CS6cc re xal 6oq)iri' tri dsxdtfj d' 0T£ dij rsXsörj d'ebg enr iviavtovg, ovx ccv acoQog sav y,otQav i^oi d-avärov.

TETPAMETPA. Ugög ^ätKOV.

11. (33 Bgk. 29 Cr.) Ovx scpv Z6k(ov ßad-vcpQC3v ovde ßovXrjsLg ccvtIq' iöQ-Xä yäQ d'sov didövtog avtbg ovx ids^ato'

rit opes et amicitias, inservit ho- nori, I commisisse cavet, quod mox mutare laboret.

13. (liy. ccQ.] S. oben zu V. 7.

15 f. Zwar besitzt er noch Kraft, aber auch eine gröfsere Ruhe trotz immer noch grofser Tüchtigkeit zu handeln. Pind. Isthm. 6, 11: Ttgaa- 6hl ccQStdg. [Anh.]

17. &£6g] S. zu Mimn. 1, 10.

18. 'Dann ist's Zeit, zu sterben.' Herod. 1, 32 läfst Solon zu Krösos sagen: ig eßdo^i-^KOvta hta ovqov

fffg tOflS aV&QW7t(p TtQOTl&ritll.

llff. Der katalektische trochäische Tetrameter od. Septenar, in welchem die folgenden drei Fragmente ab- gefafst sind, entsteht durch Ver- bindung eines akatalektischen tro- chäischen Dimeters mit einem kata- lektischen, sodafs sich folgendes Schema ergiebt:

Bei den Lyrikern sind Tetrameter, die aus lauter reinen Trochäen be- stehen, nicht selten, z. B. bei Solon 12, 2, ebenso bei Archil. Fr. 12. Auch bei den dramatischen Dich- tern wurden, wenn auch vereinzelt, reine Trochäen zum Ausdruck einer raschen Handlung angewandt. So Aristoph. Vesp. 408: aXXä &ulyiäxLa ßccXövreg mg ra^tffra, Ttaidiu v.tX. Gewöhnlich aber lassen die Dra- matiker, um einen ruhigeren Gang

zu erzielen, an den geraden Stellen die syll. anc. zu, daher Verse mit drei Spondeen bei ihnen gar nicht selten sind. Arist. Nub. 607:

rivix rj[iElg Ssvq' cccpoQu&a&ai nccQeoHSväa^isd'a ,

7] Z'cl^vTj Gvvtvxova' ijfilv ini-

ßTSiXsv (fQÜaui.

Auch troch. Tetrameter bezeichnete

man als „lamben", wie das ganze

yivog 8inXä6t-ov als yivog lafißLKOv.

11. [Plut. Vit. Sol. 14. 12. Plut. vit. Sol. ibidem. 13. Arist. 'A&. noX. 12. Nur die Verse 4. 5 citiert auch Plut. Vit. Sol. 16, V. 6. 7 waren früher dem Sinn nach schon aus Aristid. II, 536 bekannt. Die drei Bruchstücke 11 13 gehören zu- sammen, und zwar in dieser Ord- nung. S. rechtfertigt seine Hand- lungsweise seinem Freunde Phokos gegenüber (11). Man hatte ihn im Volke getadelt, weil er der weise Mann nicht sei, wofür man ihn ge- halten habe: sonst hätte er sich, was er sehr wohl gekonnt, der Ty- rannis bemächtigt. Dem gegenüber erklärt er (12) seine uneigen- nützige , patriotische Gesinnung ; diese hat eine Usurpation verhin- dert, und so hat er seinen Ruhm nicht vermindert, sondern erhöht für die Zukunft. Freilich (13) die Begehrlichkeit der Armen, die ge- hofft haben, auf Kosten der Reichen durch Verteilung des Grundbesitzes

SOLON. 61

TiBQißttXcav d' uygttv^ ayaöd^elg ovx iitiöitaasv (leya dixTvov, d^^ov 6' cc^aQtij xal (pgev&v ano6(paX.ECg'

5 Vi^ekov yccQ xsv xQatijöas^ nkovrov a(p&ovov lttßd)v xal tvQavv£v6ag '^^d-rjv&v fiovvov ^fi^gav ^iav, ttöxbg v6T£Qov dsdaQ&at xuicLxstQttp&ai, yivog.

12. (32 Bgk. 28 Cr.) Ei dh yrig ig)eL0äfir}v naxQCöog, xvQavvCdog dl xal ßirjg afisMxov ou xad'tjrltd^tjv , ^idvag xal xaraiöxvvag xkiog, ovdlv aidev^af nXiov yäq ads vlxtjöslv Öoxeco

6 Ttdvtag dvd-Qaxcovg.

13. (36 Bgk. 30. 31 Cr.) OX tf' i(p^ aQTcayaZöiv ^A-^^ov, iXnCÖ^ slxov dtpvsdv, xddoxovv exaöTog avxcbv '6Xßov svqtjöslv TtoXvv, xai fi€ xoaxiXXovxa XsCcag TQa%vv ix^pavelv vöov. Xccvva filv x6x icpgdöavTO^ vvv de fiot ^oAovftevot 5 Xo^bv ö<pd-aX(iotg öq&öiv jcdvxsg SxSts ötjiov ov ;up£(DV et (i£v ydg eljta, 6vv %eo16lv ^vv0tt, (JxXXa d') ov (idxrjv hQÖov, o-dde jitot xvQuwidog

zu Vermögen zu gelangen, ist ge- 94 3), naiSsvsa&ui xivu rjyfiiövu

täuscht. Aber wer hiefs sie auch (Plat. de rep. p. 546 B), so kann es

etwas anderes erwarten, als was S. auch heifsen: S^qslv tivu Scoköv =

versprochen hatte, und an eine Ty- jem. zum Schlauche schinden oder,

rannis glauben, die Gütergemein- um vulgär zu reden, ihm das Fell

schaftmitGewalt durchführen sollte? über die Ohren ziehen. Durch Ver-

Der Ton, den S. anschlägt, be- Wandlung der aktivischen Struktur

weist seine Erregung: niemand ist in die passivische ergiebt sich dann

zufrieden, und er selbst erntet nur die Konstr. : noisixai rig TufiiTjg, S4-

Vorwürfe, die er nicht verdient hat.] gstai rig dcxog u. s. f. Ar. Nub. 440 :

ifibv ffcüfi' avToloiv \ Tta^iiat rv-

11. 2. ai)t6g] er hat sein Glück jtzHv, Tcsivfjv, Siipriv, \ Scanbv

selbst verschmäht. dslgsiv [war sprichwörtlich von gro-

3. TtfQiß. ayQav] 'schon den fser Peinigung.] Vgl. Plat. Euthyd.

Fanguraschliefsend'. Thudichum. p. 285 D. [Anh.] [Plutarch hat

'Er war betroffen über den Inhalt das Gedient noch weiter benutzt,

des Netzes und liefs es fahren.' aber es in prosaische Darstellung,

Sarkastische Verhöhnung Solons. der man indes das frühere poetische

5—7. Einen aus dem Volke läfst Gewand noch anmerkt, aufgelöst;

Solon sagen : War' ich nur einen Tag er berichtet nämlich, S. habe keine

Tyrann, so möchte man mich spä- radikalen Mittel angewendet, (poßrj-

ter meinetwegen schinden und mein &slg ftr; 'avyx^ag navtänaai (aus

Geschlecht ausrotten. i]&sXov anavxa näail) xal rapa^as ri^v ttö-

icßv.. dftf.] Wie man sagen kann: Xiv \ äad'sviaxtqog yivrjxai (in poet.

noislv Ttva xccjiiT\v TOdyss. 10, 21), Form yiv<o(uci) xov Kaxaax^aat nu-

diöäcKSiv xivcc iiiTtea (Plat. Men. Jln»'.]

62

ELEGIKER.

ävödvai ßicc tl qs^slv, ovde nuCgas x^ovös nuTQLÖog y.axotGiv iöd'kovg CöofioiQiav exslv.

I A M B O I. 14. (36 Bgk. 32 Cr.) ^Eyco 8s rätv [lev ovvsx ä^ovrjlaTäv öiifiöv XL Tovroji/ nQlv rv^stv i7Cav0d^rjv^ Gv^^agxvQoCri tavz' av iv ÖLXf] jjpdvov ^tltrjQ ^syLörr} dai^ovcov ^Olv^itCcov 5 ccQLöra, rij ^skaiva^ xrig iya noxa ÖQOvg ävatXov noXkajr] 7f anrjyöxag' TtQoö&av da dovXsvovöcc, vvv aXav&aQu. TCoXXovg d' 'Ad^rivag^ TtaxgCd' aCg &a6xxixov, av7]yayov TtQad^avtag, aXXov ixÖLXcogy 10 uXXov dtxaißyg, xovg d' avayxairjg vn6

IQaLOvg cpvyövxag, yX&66cxv ovxax' ^Axxixi^v

14. Aristot. 'A%'. noX. 12, von 3—22 {■natiaxs dfiiiov) auch bei Aristid. II, 536, 6. 7 und 11—14 (ylwaeccv %%ovtag) auch bei Plut. Sol. 15, 23— 28 auch bei Aristid. II, 537.] In- halt: Die segensreichen Folgen der Solonischen Gesetzgebung. [Anh.]

1 . ['Weshalb ich, als ich den Staats- wagen lenkte, aufhörte, ehe das Volk etwas bekam, das wird mir nach dem Spruch der Zeit die Mutter Erde am besten bezeugen.' Das Volk machte Solon Vorwürfe, dafs er nicht mehr für sein Interesse ge- than habe. Denn es hatte Konfiska- tion der Äcker der Begüterten er- wartet. Dem gegenüber betont der Staatsmann, was er ihm gegeben hat. Er hat die Schuldsklaven zu- rückgeführt und das Borgen auf den eigenen Leib {Sccvei^saifuL inl am- ficcTi) ein für allemal abgeschafft. So hat er die Schuldherren ge- zwungen, den Verschuldeten ein billiges Recht gewährt und sein Wort eingelöst. Seine Vermittler- rolle hebt er nicht minder 4 a und 4 b hervor. Solon stützte sich auf beide Parteien. Darumwar es schwer, ihren Angriffen zu entgehen und hindurch zu lavieren.] [Anh.]

3. [iv SiKT] xQÖvov] 'vor dem

Richterstuhl der Zeit' ; vgl. Find. Fr. 159 Bgk. : &vdQ&v SiKuicov vq6- vog GcoTTjQ uQiaxog und Soph. Oed. tyr. 614: %q6vos Si-x.at.ov avägcc dsi- v.vv6iv ft^voff.] [Anh.]

4. 0'Kv[L7tiaiv'\ Eigentlich war Gaia vorolymp. Gottheit; hier sind dem Dichter alle Götter olympische.

5. Tfi\ hier Göttin und Land zu- gleich. Die physische Bedeutung verschmilzt mit der dämonischen. Soph. Ant. 338: &£Siv xs xa,v vnsQ- xccxav, r&v I acpQ'Lxov, ccv,ccyt,äxav anoxQvsxcci. [Anh.] itoxs] Solon schrieb also dies Gedicht längere Zeit nach der Gesetzgebung.

6. oQovs] die Schuldsteine, wel- che die an dem Grundstücke haf- tenden Schulden angaben. &V£l- lov\ geht auf die asiGo.xQ'siu. [Anh.]

8. ■9'edxTirov] Find. Ol. 6, 59: JccXov &so8(itixag.

Off. ccv. 7CQU&.] Solon nahm den Gläubigem das oben 3 , 26 f. er- wähnte Recht und berief die früher ins Ausland verkauften Schuldner zurück. aXXov dm.] bez. auf jtQcc&ivxag. [&vayyialr]g vitb ;f p.] infolge 'zwingender Not', wie Iliad. 8, 56 f.: fii(iccGav vatilvi fid- XseQ'at \ xQfioi dvayxa^^j.] [Anh.]

SOLON.

63

tivxag^ 6}g av noXlaxf] nXavojfisvovg^ Tovg d' ivd^äd' avtov dovXiriv aet,xaa i^ovrag^ i^dr] deöTtovav rQO^ev^svovg^

16 iXev&SQOvg i9r}xa' rccvxa fiiv xpar^i, 6fiov ßtr^v te xal dtxrjv OvvuQfiööag, (QS^cc xal di^vvo' djg vneöx^^V^' ^iöfiovg d' 6^0L<og ra xaxä rs xaya^ä ev^eluv sig (xaöTOv ccQ^ööag ÖLxrjv

20 iygaipa. xsvtqov d' ccXXog d)g iya Xaßav^ xaxo(pQadr]g ze xal (piloxriilfKov Scvi]Qy ovx äv xaxiox^ drl^oV £l yaQ ^d'elov cc totg ivavxLOiöiv ^vdavsv xöxs, av&ig d' ä xotOiv ovregoi cpQaöaiaxo,

25 TtoAAöv otv dvÖQ&v i]d^ ixfJQä^rj Ttöhg. x&v ovvsx' aXx'^v ndvxodsv nouvyisvog iog SV xvölv jtoXX^öiv iöxQcctprjv Xvxog.

16 a. (32 a Cr.) d'/i^a fiiv SL XQ^ dLacpddrjv övstdtöaL^ a vvv sxovöiv ovTCox' ög)&aX^otöLv av

12. €og av] mit motivierender Kraft. Luk. contempl. 1: Ssl^sig fttaffta mg av sldag i-naatu. Plut. Cat. mai. 4: ngiaad'at, . . ., a>g av . . dsöiisvog.

13. SovkLriv] S. den Anh.

16. 'Die Gewalt mit dem Recht paarend.' [Anh.]

17. Sol. 13, 6 finden wir dieselbe Versicherung.

18. duoloog re . . x«/] [wie bei Homer 6(iwg re . . xa/.] Die Aus- drücke xaxös und iyaO-ög sind hier nicht sowohl in ethischem als in politischem Sinne zu fassen. In demselben politischen Sinne ge- braucht diese Wörter auch Theo- gnis, der für Scyad'ol auch ia&Xol und für Hanoi SsiXoi eintreten läfst. Vgl. die Einleitung zu den Theognidei- schen Gnomen. [Doch kommen die beiden Ausdrücke bei Solon auch schon als moralische Begriffe vor (7).]

20. X ^ V r e 0 v] [Solon hält das Bild vom Wagen, mit dem er (V. 1) be- gonnen hat, fest : der Stachel eignet dem Lenker des Gespannes. Wir

würden eher vom Steuer des Staats- schiffs sprechen.] äg iym] IXa- ßov, aus Xaßmv zu erg. AXXog mg für aXXog ij zu nehmen ist gegen den Sprachgebrauch.

26. [Durch Bürgerkriege.]

27. [Um die Schwierigkeiten sei- ner politischen Aufgabe zu veran- schaulichen, vergleicht sich Solon mit einem Wolfe, welcher, von einer Schar ihn anbellender Hunde um- ringt, sich hin und her drehen und winden mufs.]

[15 a (Aristot. 'A9: noX. 12) ist gerichtet gegen die von beiden Parteien auf Solon zielenden An- griffe. Denn mit seiner gemäfsig- ten Politik waren weder die Armen noch die Reichen zufrieden: die Armen nicht, weil sie Einziehung der Äcker der Reichen gehofft hat- ten, und die Reichen nicht, weil sie, was sie nicht ernstlich befürch- tet hatten, durch die Erleichterung der Armen von ihrem Vermögen verloren hatten (s. 13).]

64 ELEGIKER.

evdovTsg sldov.

o6oi dh fiSL^ovg aal ßCav ifieivovsg 5 aivotsv äv fi6 Ticcl (pCkov noioCaxo.

15b. (32b Cr.) Ei yuQ TIS aXXog (■^j iyco Ttft^j 'kdxsv), ovx ctv xats0xs d^fiov ovd' inavöato, jtQlv ocvragci^ag JttuQ i^stXev ydXu. iycD ÖS xovtGiv adneg iv /nfratjj^t'cj 5 OQog xaTsötriv.

V. Xenophanes.

Xenophanes, der Sohn des Dexios, war, wie Mimnermos, ein geborener Kolophonier und lebte in der zweiten Hälfte des 6. Jahr- hunderts vor Chr. Geb.*) [Wenn sein Landsmann Leben und Lieben preist, so schätzt X. nur den Lebensgenufs , der sich in mäfsigen Grenzen hält und vor allen Ausschreitungen hütet.] Er ist der erste Dichter, welcher die Elegie der Öffentlichkeit und den poli-

l.[Si.cc(pccSriv = 8ia(pävSr]v. Das zwischen beide Parteien gestellt,

Wort war bisher nur aus der hdschr. um das Mafs ihrer Wünsche fest-

Überlieferung von Pollux 6, 208 be- zusetzen.]

kannt; doch schrieb man dort auch 3. [Ein anderer würde nicht auf-

wie 2, 129 diacpdvSriv.'] gehört haben, bis er gründliche

2 5. [Ohne Solon hätten die Ar- Verwirrung angestiftet und dann

men sich nicht einmal träumen nach sprichwörtlichem Ausdruck

lassen dürfen, das zu erhalten, was das Fett von der Milch geschöpft

sie bekommen haben, und die Bei- hätte. Wir würden hier das Bild

chen sollten dankbar sein, nicht 'im Trüben fischen' gebrauchen.

alles verloren zu haben.] avrccQcc^ccg'\ vereinzelt für das ge- wöhnliche ccvaTccQCC^ag. Ttglv

[15b. Aristot. 'A&. noX. 12. So- i^slXev] ist Modusassimilation an

Ion betont seine Unparteilichkeit. den voraufgehenden Irrealis. Isokr.

Er hat der Begehrlichkeit des Vol- Paneg. 19 : ixQijv kuI tovg älXovs

kes Einhalt gethan und sie nicht iii} tiqotsqov nsQi räv oiioXoyov-

zu eigennützigen Zwecken benutzt. ^ivcov aviißovXsvsiv, nqlv tvsqI x&v

Wie ein Grenzstein hat er sich ä^Kpiaßrizotviisvcov rjfi&s iSlSa^ccv.]

*) Nach E. Zell er (Die Philosophie der Griechen, Teil I der 4. Aufl. S. 486 Aimi. 1 bis 7) fällt die Geburt des Xen. in die 50. [nach Bergk schon in die 40.] Olympiade. 'Sein Tod wird jedenfalls erst in das fol- gende Jahrhundert fallen; denn dafs er sehr alt wurde, ist sicher: in den Versen bei Diog. Laert. IX 19 (Fr. 7 Bgk.) sagt er, schon seit 67 Jah- ren, seit seinem 25. Lebensjahre, treibe er sich im hellenischen Lande umher; Lukian (Makrob. 20) giebt mithin seine Lebensdauer zu kurz auf 91 Jahre an; nach Censor. Di. nat. 15, 3 wäre er über 100 Jahre alt geworden.' (Zeller.) Vgl. H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik II S. 414.

SOLON. XENüPHANES. 66

tischen Interessen vollständig entzogen hat. Im 25. Lebensjahre*) wurde er aus welchem Grunde, ist unbekannt aus seiner Vaterstadt vertrieben, zog eine Zeit lang als wandernder Rhapsode umher, lebte dann abwechselnd in mehreren Städten Grofsgriechen- lands und Siciliens, namentlich |wie es scheint] in Zankle, Katana und Elea, und stiftete in dieser, in Lukanien gelegenen phokäischen Pflanzstadt die nachmals so berühmt gewordene eleatische Philo- sophenschule. Hier lebte er, wie ei-zählt wird, in dürftigen Ver- hältnissen bis zum Ende seines Lebens.**) Dafs er ein sehr hohes Alter erreicht hat, ersehen wir aus dem unten citierten Fragmente*), welches er im 92. Lebensjahre geschrieben hat. Den gröfsten Euhm erlangte er durch sein Lehrgedicht nsQi q)v(SEcog, in welchem er sein eigenes philosophisches System darlegte. Er richtet in diesem, wie Heraklit, seine Polemik namentlich gegen Homer und Hesiod, deren Poesie er wegen ihrer unwürdigen anthropomorphen Götterlehre als verderblich betrachtete und um so eifriger bekämpfte, je ernster und idealer seine eigene Vorstellung von der Gottheit war.***) [Anhang.] Nach ihm ist die Gottheit eine einzige und ewige; alles Anthropomorphische ist von ihr fern zu halten. „Sie gleicht den Sterblichen am Geiste so wenig, als au Gestalt; sie ist ganz Auge, ganz Ohr, ganz Gedanke, und durch ihr Denken beherrscht sie alles ohne Mühe."t) Dieselbe Polemik übte er in den sog. Parodie en, welche in Hexametern abgefafst waren und wahrscheinlich mit den Sillen identisch sind, ff) Natürlich galt diese Lehre bei seinen Zeitgenossen für arge Ketzerei, und es ist möglich, dafs sie ein Hauptbeweggrund zu seiner Vertreibung war. [Neben seinem philosophischen Lehrgedicht verfafste X. genea- logische Epen und zeigt so einen Zusammenhang mit der ihm voraufgehenden Litteratur. Überliefert sind uns die Überschriften der beiden erzählenden Gedichte Koko<p&vog xxlaig und ^A7toiKt6(i6g sig 'EXiav xT]g 'Iro/l/ag.] fjf) Die Elegieen des X. entbehren zwar des sympotischen Elementes nicht, doch sind sie stets philosophisch

*) Fr. 7 Bgk. (Cr.): ridr] x' knxä x' iaai, tial i^rj-Kovx' iviavroi t ßlr}- Gxgi^ovxig ifirjv tpQOVxiS' av' 'ElXäSa yfiv \ iv, yBVBxfj? 8e x6x' 7]<Sav isi- xofft 7CEVXS xs TtQOg xolg, I HTtSQ iya) tisqI xöävS' olSa Xiysiv ixv^ag. Dieses Fragment bestätigt die obigen Angaben in betreflf des Zeitpunkts seiner Vertreibung aus Kolophon und der Höhe seines Lebensalters. Auf das Wanderleben des Xen. ist das Fragment in der Anm. zu Fr. 8 zu be- ziehen: iyoi S' ifiavxbv iyi nöXscog nöXiv (pigoav \ ßlriazQi^öiirjv. •♦) S. Zeller a. a. 0. S. 486 Anm. 1. ***) S. Karsten, Xenophanis reliquiae. § 6. t) Zeller, Philosophie der Griechen, Teil I der 4. Aufl. S. 491. H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik. II S. 418. [Bergk, Grie- chische Litteraturgesch. II, 419 f.

tt) Bergk, a. a. 0. S. 422. Corpusculum poesis ep. Graecae ludi- bundae II continens sillographos Graecos a C. Wachsmuth iterum editos Lips. 1885 p. 5 et p. 60. P.

ttt) Vgl. hierüber 0. Immisch, Philol. m S. 208 ff. P.

Buchholz, Anthologie. I. 6

66

ELEGIKER.

gehalten und geben unter poetischer Hülle sittliche Lehren. So schildert X. z. B. (Fr. 1) die Vorbereitungen zu einem Symposion, verknüpft aber damit die Aufforderung, nach der Libation nicht von Titanen und Giganten, sondern von Tugend und Heldenthaten zu singen. In einer andern Elegie (Fr. 2) warnt er vor Über- schätzung der körperlichen Leistungen auf Kosten der geistigen Tüchtigkeit; wieder in einem andern Fragment (3 Bgk.) wirft er den Kolophoniern ihre schwelgerische Lebensweise vor. Dafs er endlich auch lamben schrieb, zeigt Bergk, Poet. lyr. 11^ p. 116. Hinsichtlich des Dialektes ist der Dichter durchaus vom Epos abhängig. Über die äol. Form ^adofisvog (l, 6) s. den Anhang.

EAETEIA.

1. (1.) Nvv y&Q öi] ^ccTtedov xa&aQov xal xstQsg ändvxcav Kai xv^,ixsg' nlBxrovg Ö' a^cpividst <5xa(pdvovg, akkog d' evädsg ^vqov iv (piccXy jiaQatSLVsi' XQtjrijQ d' eörrjxsv ^sGtbg svq)Q06vvrig' 5 aXXog d' oivog exot^og, bg ovitoxs cpi^öl TtQodaösLV, ^sCkiiog SV xsQccfioLg, avd'sog öödö^evog'

1. Athen. VE, 462 C. Schil- derung eines Symposions, wie es sein soll. I. (1 12): Das eigent- liche Symposion. II. (13—24): For- dermig des Dichters, wie es dabei zugehen soll; Ermahnung zu mafs- haltendem Genufs.

1 4. Das SsItivov ist beendet und alles zum av(nt. bereit. Der Boden ist gesäubert, die Waschung der Hände vollzogen; Kränze und Sal- ben harren des Zechers. Vgl. die allgemeine Einl. § 9.

1. tansdov] = SÜTtsSov.

2. a^q>irtd-si] wie ti&st Mimn. 1, 6. Man ergänze aitb koivov: aX- log {liv, sc. ncäg. So fehlt oft bei 6 ft^v, 6 8i und aXXoq [liv, aXXog 84 ein Glied. Iliad. 22, 157: tv qcc ncc- gceSgcc^itriv, cpsvycov, 6 d onic&s SimKav. [24, 527: doiol yccQ rs TtL- &oi Karayisicctat. iv /dibs o^Sbl \ 8m- gav, ola SiScoai, yiuKwv, sregog Se idoav.'l [Anh.] erscpdcvovg] meist aus Myrten und Rosen [Hör. Carm. 1,56, 15] oder Eppich. Man umwand Hals und Brust bei Gelagen mit Kränzen {vTto9v(iLäSEg, VTto9v(ii8£g), weil man der Meinung war, dafs

durch die den Blumen entströmen- den Düfte der Berauschung vorge- beugt werde. Athen. XV, p. 688 B: Tovg Gxsqxxvovg rovg nsQi.Y,£i-\iivovg rat ffTTj'ö'fi vnoQ'viiiäSag oi Ttoirjval KEKXrjKuaiv. Plut. Symp. III, 1: ul Ss xöav &v9wv dcTtoQQOiai ngög rovro &avfia6i(ag ßori&ovai y.al ccnotEij^i- ^ovai rr}v KEcpocXrjv &Ttb rfjg iii&ris ag angoTtoXiv. [Vgl. Hör. Carm. II, 7, 21: Oblivioso levia Massico | ciboria exple, funde capacibus | unguenta de conchis. Quis tido \ depi'operare apio Coronas curatre myrto?] [Anh.]

3. [itagccrsivei] der Reihe nach darreichen.]

5. aXXog] aufser dem im xpTjrTjp. TtQoSwa.l der Wein verspricht nicht ausgehen zu wollen (defi- cere). Herod. 7, 187: TtgoSovvai xk QBS^Qa täv Ttorcc^&v, d. i. dafs den Flüssen das Wasser ausgegangen sei. qp7](Ti] der Wein wird per- sonifiziert, wie oben Solon 3, 30 die &VQCXI. [Anh.]

6. äv&og^ = flos vini. 6aS6- (isvogl 'Medium verbi o^stv lo- nibus fuisse proprium Hermannus monet : usurpavit Hippocrates. '

XEN0PHANE8.

67

iv d\ fidöoig äyvijv ödfi-^v Xißavatbg irjöiv

xl^vigov d' (OTiv vdcoQ xal yXvxv xal xa&agöv nccQXfivxai Ö' ägtoc i,ttv^ol yegag^ re rgccjis^a 10 TVQOV xal ^sXttos JiLovos a^d'Ofitvrj'

ß(0(ibg d' avd^eöiv äv rb (leöov xdvtt] TCETCvxaötat,

fioXnij d' ä(iq)lg ixsi, dcofiata xal d-aXCri. Xgil d^ jiQ&tov ^hv ^sbv v^vetv £vq)Qovag ävdgag

eitpi^fiotg (ivd-oig xal xad^agotöL Xöyoig, 15 6jC6i6avTag dl xal ev^a^idvovg 8Cxaia dvvaö&ai

7tQr]60£tv xavta yccQ av ioti ngoxEiQÖTBQOv 0V1 vßgig TCLvstv önööov xev E%civ atpCxoio

oCxuö^ &v£v ngojtoXov, fti^ Ttdvv yrjgaXsog'

Schneidewin. [daSonsvog isteine äolische, hier kaum mögliche Form. S. den Anh.]

7. a y V »jvj wegen seines Gebrauchs bei Opfern. So ayvöv nvQ von der Opferüamme bei Eur. Elektr. 812. [Hör. Carm. Ill, 8, 2: Quid velint flores et acerra iuris ' plena, mirarisA [Anh.]

8. ipvj^QOv] Man mischte den Wein mit wannem oder kaltem Wasser.

9. 10. Ingredienzien zum Nach- tisch (Tßayijfiara). tvqov ix^o^iivri] Das Verbum ax^sad-cci = belastet sein mit . . . nimmt nach Analogie %r Verba der Fülle den Genetiv zu sich.

11. In der Mitte des Saales stand ein mit Blumen geschmückter Altar, in dessen Flamme man libierte. &v ^L^aov] wieTheogn.839Bgk. : TovTcov d' &v xb {liaov aTQwcprjaoficci, [u. Alk, 2, 3: ä^usg ö' öv (iseaov \ v&i (fogriiisd'u avv iisXaiva.]

[12. fioXni] kann sowohl Spiel und Scherz, als auch Tanz, Gesang und andere Kurzweil bedeuten, wie solche bei Gelagen vorkam. Zur Stelle vgl. Odyss. 9, 5: oi yuQ iym y^^Ti q>ri(ii riXog rc^QieaTSgov elvcci \ Tj ox' iv(pQoavvr\ fitv ^xV '''■dxu dfjfiov unavxa, \ Saixvfiövss o &va Smfiax' &iiovä^(ovxaL ScotSov \ rjfiBvoi l|ftTjs, nagu dt TtXi]9(oai xgccns^ai \ aixov Kul KQsiav KxX. Odyss. 15, 333.]

13 ff. 'Zuerst soUen sie die Gott- heit lobpreisen, und erst, nachdem

sie gespendet und die Götter an- geflent haben, sie das Gute schaffen zu lassen denn dies ist höchste Pflicht , ist mafsvolles Trinken kein Übermut mehr.' Spenden und Lobgesang {naidv) bildeten den Übergang vom dslnvov zum avfi- ndaiov. nQmxov] S. zu Theogn. 33 mit Anhang. s^q)Qovag] hier verständig. [Anh.]

14. f vqpTjfiotgJ wie es dem vere- cundus Bacchus ziemt (Hör. Carm. I, 27, 3). [Anh.]

15. ansiaccvxag] den olympi- schen Göttern, den Heroen und zu- letzt dem Zsvg 2koxrJQ. xa Six. itQ'^aastv] Inhalt des Gebets. S. Ion Chius 1, 16. Svvaa^ai] nicht immer ein in der Natur be- gründetes , sondern oft ein von aufsen (z. B. der Gottheit) ver- liehenes Können. [Anh.]

16. ravt« jtQOxsiQ.] 'Hoc enim primum est officium: Graeci saepius tam pronomen quam adiec- tivum ita usurpant, ut ea substan- tivorum instar per se posita sint. Itaque h. 1. xccvxa et TtpojjftpÖTfpov utrumque Substantive accipi potest.' Karsten. Hom. lliad. 7, 97: Xwßr; xdSe y' ^oasxai,. yug mv\ denn freilich.

18. Ohne wegweisenden Diener vom Symposion heimzugehen war Beweis von Mäfsigkeit und bei den Spartanern Gesetz. Plut. Lyk. 12: m6vx£g 8e ftsxQicog &Ttlaai, Si%a XaiL- ndSog' <yb yiiQ l^eaxi ngog cpäg ßa-

68

ELEGIKER.

avÖQGiv d' alvstv tovtov, ög iöd'kcc nicov avacpaCvri, 20 cjg Ol (ivrj^o0vvrj xal jcövog «ftg)' äQsrfjg^

ovtL iicixccg diSTCSLV Tlxyivov ovde FLyccvTav ,

ovo' av KsvtavQGJV, nXdö^ccrcc rtbv JtQoteQcov, i) ötdCLug öcpsdccvdg, totg ovöev ;^^ij(yTÖv eveötiv^

■O'föv de TtQo^rjdstrjv aisv sxelv ayad'öv.

2. (2.) '^AA' si fi£v xaxvrfjtL noöSiv viKtiv xig agoiro

rj Tcevrad-XevcDv , evd-a ^ibg ts^evog TtccQ nCßao Qofjg iv 'O^v^tiltj, shs nakaCcov,

Sl^siv, o^TS rccvTr}v oUrf äXXrjv 686v, 8n(og i&i^covtciL ßyiötovg kccI vvKTog Ev&aQOmg aal ad säg oöbvslv. Xen. resp. Laced. 5, 7 : ovSs yccQ vito cpa-

VOV xbv hl ^flCpQOVQOV ^^SGTi TIOQSV-

sa&cci. (17] Ttdvv yr]QC(Xiog^ Be- jahrteren mag es gestattet sein, sich von einem voranleuchtenden Diener geleiten zu lassen. [Anh.]

19 fiF. 'Man soll den loben, der den Trunk mit trefflichen Reden würzt und erzählt, wie er der Tu- gend gedenkt und sich um sie be- müht, nicht aber unnütze und un- wahre Mythen von Titanen, G iganten und Kentauren zum Gesprächsstoff wählt.' [Anh.]

[19^24. Die Infinitive «^vftv, di^- Ttsiv, alsv ixsiv hängen sämtlich von ayaO'öv ab. Anh.]

22. TtXäayi.'] Xen. bezeichnet die alten Mythen als Hirngespinste der Altvorderen und spricht ihnen jeden tieferen Gehalt ab.

23. Tofs] neutral, fafst das Vor- hergehende zusammen.

24. dya'ö-.] steht in ethischem Sinne vom Sittlichen und Tugend- gemäfsen, wie bei den Philosophen. Find. Ol. 1, 35: l^axt 8' &vSq\ (pdfisv ioiY.bg &(i(pl Satiiovcov yiaXci. Vgl. Cic. de nat. deor. III, 25, 64. 7t Q 0(1.] Herod. 1, 88: (KvQog KqoI- aov) Tidgrcc iv TfoXXy 7tQ0(i,ri&Lri slxs = (isydXwg i7tQO(iri9'iEto.

2. Athen. X, 413 F. Der Dich- ter warnt vor [der zu seiner Zeit und auch später üblichen] Über- schätzung der körijerlichen Leistun-

gen [und der Agonistik, indem er den gefeierten Siegern in den na- tionalen Wettkämpfen die geistige Tüchtigkeit (aocpirj) gegenüberstellt, die einem Gemeinwesen mehr nütze als jener gepriesene Ruhm athle- tischer Sieger]. 1 11. Beachte den Wechsel der Partikeln st', r/, Eirs u. s. w. 1—5 Vordersatz, 6—9 Nachsatz; sl'vs V. 10 nimmt den Vor- dersatz wieder auf; daran schliefst sich der Nachsatz ravta mansQ iym. Sinn: Wenn einer als Sieger im Wettlauf, im Pentathlon, im Faust- und Gesamtkampf der höch- sten Auszeichnungen teilhaftig wür- de, so würde er sie bekommen, ohne ihrer so würdig zu sein, wie ich. [Anh.] [Das Pent^fclon umfafste Lauf, Sprung, Ringen, Diskos und Wurfspiefs {uXficc, itoSwKEirjv, di.~ 6%ov, &KOVZCC, TtdXr\v). Vier von die- sen Künsten verbindet schoa die Odyss. 8, 120—129: nur der Speer- wurf fehlt dort.]

1. Der Wettlauf geht als älteste und darum angesehenste Übung voran.

2. xiybsvog] Der Hain des Zeus, Altis, in welchem der Zeustempel, der Hippodrom, das Theater, das Rathaus der Kampfrichter, die Rennbahn u. s. w. lagen.

3. UiGao] vom Nomin. IJiarjg: ein kleiner, aus der Quelle Pisa [Anh.] bei Olympia entspringendei' Flufs, der wahrscheinlich in den Alpheios mündete. 'OXv(ini''t]] Tempelort, nicht Stadt, am Al- pheios im pisatischen Elis. Eur.

XEi^iUPHANEö.

ÜI)

10

^ xttl JtvxroOvvrjv äXyivöeööav ex^'^i etrs dfivbv ÄfO^Aor, o nayxQKtiov xaksovoiv,

&6xol6Cv X sirj xvÖQÖregog nQoOoQuv^ xaC xs TCQOsÖQLrjv (pccvegiiv iv äy&öiv ägoirOy

xaC x£v ÖLT ei'r} dr}fio6ia)v xrsdvcov ix Tcöhog xal dagov^ ö oC xeifn}Xiov stit]'

etxE Xttl LJixoKJLv, ravTtt %* cinavta Xccxot, O'dx iiov äi^Log,, aGneQ iyä' Qä(ir]g yäo diiEtvcjv

ävdgäv rjd' Imtcav rjuersQr] öocpCrj. aXk' eixil fidXa toOto vo^i^eraL' ovds ÖCxaiov

Elektr. 781: 6 8' (lit"Ogi6T7]s &sa- aaXoi {icfitv). ngbg 8' 'AXcpsöv | 9v- aovTsg igxö^i'fO^' 'OXvfmlcp du.

4. Ix^'"] verstehend. Ähnlich wir: er hat seine Kunst inne. [Anh.l

5. at&Xov] Das Neutr. hat die Bedeutung von ccB&Xog, [wie schon Mimn. 11, 3 Bgk. (10, 3 Cr.): x^^^- Ttt'iQsg as&Xov. Das Pankration ist eine Verschmelzung des Faust- und Ringkampfes; in Olympia wurde es Ol. 33 (648 v. Chr.) unter die Wettkämpfe aufgenommen. Fast alle Teile des Körpers mufsten da- bei thätig sein, sodafs das Epi- theton 8siv6v sehr passend ist.]

Q.%v8Q6r.\ Der Pankrationsieger ist ruhmwürdiger anzuschauen als vor diesem Siege, oder auch als Sieger in einem anderen Agon. Dieser selbständig gebrauchte Kom- parativ findet sich schon bei Homer häufig. Diad. 1, 32: /tij fi* igid-i^s, aawtSQog mg ks vir\ai = wohlbehal- tener, als du im Gegenteil heim- kehren würdest, wenn du mich er- bittertest. — nQoooQ.'\ S. zu Tyrt. 1, 2y. [Anh.]

7 10. Der Sieger erhielt aufser der Bekränzung auch andere Beloh- nungen: Speisung im Prytaneum, das Recht, auf den vordersten Bänken im Theater zu sitzen {ngoB- 8Qla), Freiheit von Staatslasten und Abgaben (ScTÜHa) u. s. w. Vgl. über diese Privilegien: K. Fr. Hermann, Lehrbuch der griechi- schen Staatsaltertümer § 116 mit der Anm. 3. 76, S. 429 ff. 6. Aufl.]

8. alta] heteroklitische Plural- form [wie 8sa^ä von 8Ba(i6g].

9. 8(bQov *^'^] Homerische Reminiscenz. Vgl. Odyss. 1, 311:

8(bgov , o roi y,si(ir]Xiov ^arai.

Vgl. Odyss. 4, 600. 613. Iliad. 23, 618.

10. sl'ts yiDel iTtTtoiaiv] näml. viKriv &Q01X0. Dieser Sieg kommt als am wenigsten verdienstlich zu- letzt. — xavxu aTtavxa] näml. Proedrie, Speisung u. s. w.

11. 0 V v. i CD V i y a>] Diese Worte sollten als Schwerpunkt des Ganzen eigentlich den Hauptsatz bilden. Sinn : Der Agonensieger ist jener Belohnungen nicht so würdig wie ich. Ganz ähnlich wie Xenoph. denkt Sokrates bei Plato, Apol. S )cr. 36 D. : ovk ^ad"' o xi [lÖcXXov itQtTtsi ovxcog, ä>g xbv xoiovrov &v8qu iv TtQVXavsLO) aixBiad'at, TtoXv ys H&XXov t) et! xig v^öav iitnm ri i,vv- (0Qi8i t) t^vysi vBvLv.riY.sv 'OXv[nticc- aiv. 6 HSV yccQ vfiäg noist Bv8ai- (lovccg 8o7iBiv slvca, iyoi 8e slvui. [Anh. 2.]

12. &v8q. trnt.'] Iliad. 17,400: dcvSgäv xs Kai innoav. ' Zotpiri dicitur poetarum ars et sapientia, qua olim omnis tam privatarum quam publicarum rerum disciplina continebatur. Eadem mox v. 14 dicitur 17 &ytt%'j\ aocpir}, h. e. sa- pientia alma, salutaris, veluti iyad'!] iXnlg, ccya^i^ (loiga, et apud Latinos bonae artes dicuatur.' Karsten.

13. bIki)] temere. xovxo] die

70 ELEGIKER.

15 ovte yuQ ei Ttvxrrjg dya&bs ^ccotöL fisreirjy

ovx hl nsvta&Xetv, ovra Tialaiö^oövvrjv , ovöe ft£V £1 raxvtijTL Tioöäv, tceq ioti tcqoxi^ov

QG)^rjg 006' ävÖQ&v £Qy' ev ccyävL nslsi, xovvBXEv ccv d'fj iiüXkov iv evvo^irj TCoXvg £i'r]' 20 dULXQOv d' äv TL TtöXi xocQ^K yivoix STtl rtö,

ei' xtg as&ksvcov vixä IlCöao nag' oxd^ag' ov yäQ niccLvet tavxa ^vxovg Tcohog.

VI. Theognis.*)

In Megara, der Vaterstadt des Theognis, hatte vor der Geburt des Dichters lange Zeit eine Aristokratie geherrscht, der ihre edle Abkunft und ihr reicher Grundbesitz die Herrschaft über die Menge gesichert hatten. Aber schon vor Solon finden wir in Megara**) einen Tyrannen Theagenes, der unter der Maske eines Volksfreundes gegen die dorische Nobilität Partei nahm und sich selbst zur Herr- schaft emporschwang. Nach seinem bald erfolgten Sturze trat wieder der Adel an die Spitze, und Megara wurde fortan der Tummelplatz wilder und leidenschaftlicher Parteikämpfe. Bald ward auch der Adel wieder gestürzt, und zügellose Demokratie trat ein. Das Volk vertrieb die Adeligen und gab neue agrarische Gesetze, infolge deren der Grundbesitz der Aristokratie unter die Masse verteilt wurde. Zwar machinierte der geächtete Adel aus der Ferne und

genannten Leistungen in den Ago- und stand daher in besonderem An- nen, sehen. Ttsg] id quod, aus-

15 ff. [Bei der Wiederholung der drucksvoller als ?;.] Soph. Oed. R.

Wettkämpfe ist nur das Pankration 541: xvQawiSa, o ■nXrj&ei 'ji^gruiccatv

übergangen.] Beachte übrigens ■9'' äitffMErai. [Plat. Symp. 196A: sv-

den Konstruktionswechsel: ttvxttjs (T;f7]fioövv73, o 8r] dicc(p£Q6vrcag''EQa}g

ccycc&og, aya&og Ttsvrci&Xstv %^^]

Ttalccia(io6vvriv Tc»;;^i'rj5rj.. Pind. 18. 'Intellege ^gyoav Qmfirig, öaaa

Ol. 6, 17 ^ccvTiv t' ccyu&bv v.al SovqI ^gycc ccvSg&v Qw^irig niXu.^ Schnei-

H<x,Qvcca%^cci. [Anh.] dewin. "Egyec qw^. iv äycövi sind

17. 0 i) Ss fi £ v] = ovSs ftTjv, Kraftleistungen in den öffentlichen

mit Nachdruck abschliefsend. S. zu Wettspielen.

Theogn. 598. [Tcgott^ov] Nach 22. niccivsLv] metaph. berei-

dem Sieger im Stadion wurde die ehern. Pind. Pyth. 4, 150: nlov-

Olympiade bestimmt; denn derWett- rov niccivav. iLv%ovg'\ Schatz-

lauf war am ältesten in Olympia kammern.

*) Zur Litteratur: Carl Müller, de Script is Theognideis, Jena (Derrtöch Krone) 1877. H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik II S. 389 ff. [Bergk, Griech. Litt. II S. 302—326.] **) S. Welcker, Proleg. § 2.

THEOONIS. 71

erzwang sogar eine Wiedereinsetzung in seine früheren Rechte, doch gewann das Volk bald wieder die Oberhand. Die Optimaten nmfsten in die Verbannung wandern, und erst später kam es zu einem gütlichen Vergleich beider Parteien.

Mitten in diese politische Umwälzung iUllt das Leben des Theognis. [Man hat freilich gezweifelt, ob der Dichter aus dem nisäischen, d. h. isthmischen, oder aus dem sicilischen Megara stamme, und schon Plato (Leg. I, 680 A) hat sich für das letztere entschieden. Verführt war er dazu durch eine von Suidas erwähnte sicilische Elegie auf die bei einer Belagerung geretteten Syraku- saner, die der Philosoph in Sicilien kennen gelernt zu haben scheint. Unter dem Einflufs einer Fälschung der Sicilier mag er veranlafst worden sein, Theognis für einen Bürger jenes anderen Megara zu halten. In Wirklichkeit aber ist die bekannte Stadt des eigent- lichen Griechenland seine Heimat. So dunkel uns aber auch sein Leben im allgemeinen ist, so ersehen wir aus unserer Sammlung doch so viel, dafs unser Dichter] einer jener geächteten Adelsfamilien angehörte, seinen Grundbesitz verlor und als politischer Flüchtling die Heimat verlassen mufste. Dafs er nach langem Umherschweifen endlich im sicilischen Megara ein Asyl gefunden und hier das Bürgerrecht erlangt habe, [kann nur als ein Vermittlungsversuch betrachtet werden, der die verschiedenen Überlieferungen über die beiden Megara vereinigen sollte.*) „Die Stadt des Alkathoos" nennt der Dichter des Liedes, das V. 443 (773) beginnt, ausdrücklich als die von ihm bewohnte, mit welcher ihn engere Beziehungen verbunden haben müssen, und dafs dies Lied dem Theognis selbst gehört, hat man keinen Grund zu bezweifeln. Zugleich werden wir an derselben Stelle auch über die Lebenszeit des Dichters unter- richtet. Die Furcht vor Einfällen der Perser, vor denen Phoibos sein Megara schützen soll, trat den Hellenen erst deutlich entgegen, als Mardonios bei Marathon landete: dieser Zeitpunkt ist also der früheste, an den man hier denken kann. Somit hat Theognis in der zweiten Hälfte des 6. und am Anfang des 5. Jahrh. gelebt. Aus der Verbannung, die ihn nach Sicilien, Euböa, Sparta führte (452 ff. = 783 ff.) und worauf sich auch 640 = 1202 bezieht, scheint er später wie viele seiner Standesgenossen zurückgekehrt zu sein, um mit den neuen Verhältnissen seinen Frieden zu machen.

Von seinen Gedichten besitzen wir eine gröfsere Sammlung von 1368 Versen, die in zwei Bücher zerfällt. Beide enthalten Auszüge aus dem echten Theognis, sind aber nach verschiedenen Gesichtspunkten angelegt. Unfeines hat der Redaktor des ersten Buches möglichst ausgesondert: schon daraus wird man schliefsen, dafs ihm ein erziehlicher Zweck nicht fern gelegen hat. Nur zum

•) Wir finden ihn schon beim Scholiasten zu der Platostelle. S. Reitzenstein, Ep. und Skol. S. 270 ff. P.

72 ELEGIKER.

Liederbuch bei Trinkgelagen war die Sammlung bestimmt nach den Ausführungen von Eeitzenstein*) gleich den Elegieen des Dichters selbst, die 'unter dem Klange hell klingender Flöten von lieblichen Jünglingen schön vorgetragen werden' sollten (199 ff. = 241 ff.). Unsere Spruchsammlung beschränkt sich aber nicht auf Theognis, sondern umfafst auch Dichtungen von anderen Elegikern, wie Solon, Mimnermos, Buenos und selbst Tyrtaios, und nicht immer sind wir in der Lage, die Namen der Verfasser anführen zu können.

Gewidmet hatte der megarische Dichter sein Buch dem oft von ihm angeredeten Kyrnos, dem Sohne des Polypais**), einem Jüngling von adeligem Geblüt, seinem eQafisvog. Doch werden auch andere Freunde, z. B. ein Simonides, genannt.] [Anh.] Da der äufsere Glanz des Adels geschwunden war, hielt der ältere Dichter es für seine Pflicht, dem jüngeren Standesgenossen die alt- adeligen Grundsätze fest einzuprägen. Daher weht auch in den Gnomen des Th. ein durchaus oligarchischer Geist; sie umfassen die ganze Sphäre der altaristokratischen Erziehung und lassen keine Tugend und Sitte des dorischen Stammes aufser acht, sodafs sie gewissermafsen als ein politisches Lehrbuch des jüngeren Adels- geschlechts betrachtet werden können. Zugleich aber atmen sie glühenden Hafs gegen das neue Regiment: Th. lechzt nach Rache an den Räubern seiner Rechte und seines Vermögens und sehnt sich, ihr schwarzes Blut zu trinken (V. 253). Er ist so durchaus dorischer Aristokrat, dal's persönliche Tüchtigkeit für ihn nur inner- halb seines Standes existiert; alles, was nicht dazu gehört, ist von vornherein verwerflich. Hieraus erklärt sich auch die specifisch politische Bedeutung der Ausdrücke äya&ol (ia&kot) und xaxot {öeiXoC) bei Th., insofern jenes die Adeligen, dieses die Gemeinen bezeichnet, wobei die moralische Bedeutung jener Wörter öfter ganz in den Hintergrund tritt.***)

Es ist bei der Lektüre des Th. von Wichtigkeit, dies poli- tische Element seiner Gnomendichtung ins Auge zu fassen, und einige charakteristische Stellen dieser Art mögen hier folgen. Nach ihm kommt die Lenkung des Staates nur den äya&oig zu (V. 43

*) Epigramm und Skolion, Giefsen 1893, S. 71 ff. E. v. Geyso Studia Theognidea, Strafsburg 1892, unterscheidet in der uns über- kommenen Auswahl aus Theognis I. einen ernsten, moralischen Teil, IL einen Ernstes und Heiteres enthaltenden, zum Vortrag bei Gelagen bestimmten Teil und III. die Erotika {iXsysiav ß'), die denselben Zweck hatten wie II. S. meine Besprechung dieser Schrift in der Berliner phil. Wochenschr. 1894, S. 385 ff. P.

**) Diese Auffassung von TloXvnatSrjg , wie Kyrnos 9 mal angeredet wird, vertrat zuerst mit Entschiedenheit Schneidewin in seinem De- lectus I, 50: sie ist heute die allgemeine. P.

***) Über den zu beschränkenden Umfang dieses Sprachgebrauches s. H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik II S. 396, Anm. 1. [R. Reitzenstein, Epigr. und SkoL S. 64, 1.]

THEOONIS. 73

bis 52); es ist Pflicht des ayaOoj, dem ö^fiog den Fufs auf den Nacken zu setzen (47ö 478): der Edele mufs die sittenverderbende Gesellschaft des Gemeinen meiden und sich nur an seine Standes- genossen halten (31 38). Wir haben, sagt Th., die verkehrte Welt: das Landvolk hat sich in die Stadt gedrängt, und die Wackern und Edlen sind jetzt die Schlechten (53 GO). Nur Reichtum gilt noch; der Edele heiratet des Gemeinen Tochter, und umgekehrt; die Geschlechter vermischen sich, \ind die Bürger verlieren ihren Glanz (157 166), Aus derartigen Stellen begreift man zugleich den tiefen Mifsmut, mit welchem Th. [ähnlich wie Hesiod] die Gegenwart der glorreichen Vergangenheit gegenüber betrachtet.

Bereits im Altertum erkannte man den ethischen Gehalt des Theognis, und in den athenischen Schulen erhielt er frühzeitig einen Platz neben Hesiod. Die Jugend lernte ihn auswendig, wie ihren Homer. [Schon im 5. Jahrhundert schrieb Antisthenes*), der Freund und Anhänger des Sokrates und Stifter der kynischen Philosophenschule, und vielleicht auch Xenophon über Theognis, und bald legten Sophisten und Philosophen Stellen aus unserem Dichter wissenschaftlichen Erörterungen zu Gnxnde. Die Zusammen- stellung unserer Sammlungen setzt Reizenstein 'mit Sicherheit' um das Jahr 400 vor Chr.**)]

Der Dialekt des Th. ist der epische, daher sich auch lonismen bei ihm finden; aber er hat als Megarenser auch Dorismen, wie Evgara 455, f^v 610, Xfig 299 Bgk. Die V. 223 = 305 Bgk. vorkommende Pluralform rot des Artikels ist dorisch und episch.***) Weiteres s. in der allgemeinen Einl. C.

llÄ ttva, Arixovg vi£, /Jibg rsxog, o^tcots 6£lo

[1 18. Die einzelnen vier Ab- aoiSol nccl v.id'aQKsral ... | &qx6^s-

scnnitte sind mit Hymnen zu ver- voi rs ALvov v.a.1 Xrjyovrsg v.ocXiov-

gleichen, welche, inhaltlich mit ffiv.] ÄT\Tovg vli, dibg xiv-og]

den ersten uns erhaltenen attischen 'o Kind der Leto, Zeuserzeugter!'

Skolien (p. 328 Cr.) verwandt, unsere Soph. Trach. 644: o yag zJi,6g'Myi(iij-

Theognissammlung eröffnen. Siehe vag xöpo? ktL Apollon war Landes-

unten zu 431 ff.] gott von Megara. Jiög ti^og

1 4 bei der Libation gesungen, Odyss. 4, 762.

[im Hymnenstil gehalten. Vgl. Hymn. 2. &Qx6iisvog] die Dehnung in

Ap. Del. 1 : iivi]ao(iai ovSi Xä&cofuxi der Cäsur des Pentameters bei

'AnöXXavog Ixaroio, Hes. Fr. 211 f.: 3 Kürzen hinter einander.

*) Bergk, Lyr. II*, 136, Geyso p. 7 ff. und meine Besprechung der letzteren Schrift Berl. phil. Wochenschr. 1894, S. 386 f. P. ••) Epigr. und Skolion S. 81 f. P. ***} Vg^- über den Dialekt des Theognis H. Flach, Geschichte der griechischen Lyrik 11 S. 412.

74

ELEGIKER.

10

&kk ttisl TCQ&xov 6\ xal vötarov sv xe ^icfoiöiv ccBLöa' Gv ÖS /itofc xXvd-L xal iöd^Xä dtdov.

Ootße ävcc^, öt£ (isv de &eä rsxs tcötvik yirjtd)^

cpOLVixog Qadtvfjs xsqölv i(paxl)tt^ivYi, aQ-avarav xdX2.i0tov, snl tQoxoEidst, Xl^vt],

bd^fis d^ßQoßLYjg, iysXaöös de yata TteXcoQi], 'yt]d'7j6£v ÖS ßad'vg növtog äVog Tcohfjg.

£i0(x&\ or' ig Tqoltjv etcXee vrjvGl ^ofjg,

5*)

10

[3. Die Formel jt^cotov te kuI vataxov wie im Einleitungshymnus von Hes. Theog. 34.]

4. IL Ol] zu Sol. 6, 2. [Anh.] [Die beiden folgenden Abschnitte,

gesonderte Hymnen auf Apollon (5 10) und Artemis (11 14), wer- den inhaltlich zusammengefafst im 3. Skolion: 'Ev ^T^la Jtor' hiKts riv,va Aatm, \ ^otßov ypvffoxofiav, avav,r' 'AnoXXco, | iXaqirjßoXov t' ccygo- t^Qocv I "Jqts^ilv, cc ywaiKcäv ft^y' %et KQccrog]

5—10. S. den Anh.

5. [Der Hiat ^olßs ava| wie 773.] Ttorvia Aritm] wie Hymn. in Ap. D. 12.

6. '"E&og iarl tatg KVOvGaig rav TCagaKSinsvoüv Xa^ßävea&ai Kai ccno- 'KOvq)L^SLv kccvvccg x&v aXyridovcov.' Schol. Apollon. Rhod. 1,' 1131. q)oiviiiog] Nach anderen gebar Leto Apollon unter einem Ölbaume. Catull. 34, 5: 0 Latonia, maximi \ magna progenies lovis, \ quam mater prope Deliam | deposivit olivam. [QuSivfjg ;f«p(7iv wie Theogn. 1002.] [Anh.]

7. inl -jigoxosiSii XiiLvri] am kreisförmigen See. NachHerod. 2, 170 befindet sich am Grabmal des Osiris, beim Heiligtum der Athenaie ein See, oötj tisq i] iv drjXa 7] TQOxosidrjg xa^«o/i£V7j. Ge- nauer C. Bursian, Geographie v. Griechenl. Bd. II S.461. Xi^vrj] Aesch. Eum. 9: Xtncov de Xifivrjv /dr\Xiav xs ;^oi()a<Ja. Eur. Ion 167: Xinvag inlßcc xäg drjXiddog. [Anh.]

8. KTtsiQeaLri] 'Delos dcnsigsGiT} dicitur, id est KVKXoxsgrjg, quemad- modum SccKxvXLog ccnsigav.' Bergk.

9. ödfifig ä^ßg.] 'Vielleicht von Blumen, welche vor den göttlichen Gewalten emporsteigen, wie Iliad. 14,347if.' Weber. iyaccaas\ Die Erde lacht, wie Hom. Iliad. 19, 362: iyiXaaoE 8s Ttüaa nsgl x^<»v \ ^aXiiov vnb axegonfig. Hymn. in Apoll. D. 118: ii£i8r\6s Sa yaf vniv- sgd'Bv. Hymn. in Cer. 13: v.7\m8si d' ödju.^ Ttäg x' ovgavbg svgvg vnsg- &SV I yatd xs näa' iyiXaaas Kccl aXuvgbv olS^u &aXda6rig. yccla TtsXwgr] wie 8 mal in Hes. Theog., zuerst V. 159.

10. TtovTog dXog] dichterische Tautologie, wie schon Iliad. 21, 59 : Ttovxog aXog noXifig. Ebenso unten V. 98. [Anh.]

1 1 . [Auch Artemis ist Scliutzgöttin von Megara wie Apollon, den der vorhergehende Hymnus feierte.] Q"rigocp6vri] Besondere Feminal- endungen sind bei den Epithetis der Göttinnen auch in Zusammen- setzungen häufig ('Hgr\ r]vi.6%T] u. a.). Durch das Epitheton &r]gocp. wird die Diana venatrix , Q'7\go-nx6vog, loxiaigoc gekennzeichnet. Aristoph. Thesm. 320: Q'rigofpovT] nat, Äaxovg XgvawTtLÖog ^gvog. Horat. Carm. 1, 12, 21: Proeliis audax, neque te silebo, I Liber, et saevis inimica virgo \ belluis.

12. [sißccQ''] Pausan. I, 43, 1 er- wähnt ein 'AgxsfiiSog Isgov, o 'Aya- fiifivwv inoiriasv, rjviKu jjX^e KdX-

*) Rechts ist die Bergksche Verszählung angegeben.

THEOGNIS.

75

eviofiBva (loi xXvd'i^ xaxäg d' äjcb xflQa$ äXulxe' 6ol fihv TOVTO, d-eä, öfiixQÖv, ifiol dh (liya.

15 M0V6CCL xal XttQirsg^ xovgat ^lög^ uX nore Kädfiov ig ycK(iov sl&ov6ai, xcclbv ScstOar inog' OTTt xaXöv, (fCXov ioxL' d' oi) xaXbv ov (pCXov iöri'v. tovt' iitog &d-ttvdt(ov "^X&e diä öroficixGiV.

Kvgvs, oocpt^ofievo) (ikv ifiol 6q)Qr]ylg ijctxsLö&oj, 20 rotöd' s7CS6iVf ki^ösi d' ovTtors xXsjttö^Evcc.

ovde rig akkd^si xdxiov tovö^Xov naQSÖVTog'

ade dl nag ng igst' ^ &Evyvid6g iötiv sjirj TOv Msyccgiog' ndvxag d\ xat av&gcoTtovg övo^aörog.^

dötotöLv d' ov Jia jc&ötv ccdstv dvvafiat'

90

yavza olttovvra iv MsyaQoig ig Iliov ?Ttta9ai neiacov. tißaxo wie Find. Pyth. 4, 204 eeaavro 'sie gründeten'.]

13. iioi] Vgl. V. 4 und Sol. 6, 2.

KUKOcg aXaXyis] lliad. 21,548: öit(og 9avdzoio ßagsiag xjjpas aXdX- xot. Hes. Theog. 527: xaxrjv S' &itb vovßov aXaXv,sv.

14. Soph. Ai. 825: ultrjao^iat 8i a oi (laKQOv y^Qocg Xux^tv. Hör. Sat. 2, 3, 283: 'Unum nie surpite morti; \ dis ttentm facile est' orabat.

[V. 15 18. Auch dies Lied gleicht einem Skolion, vgl. Nr. 4 das Skol. auf Pan, der kommen soll, um am Gelage und fröhlichen Gesang teil- zunehmen.]

16. yaftov] mit Harmonia.

17. orrt ißti] Plat. Lys. 216 C: xivdvvsvsi xara rr}v dcQxociav nagoi- ftiav tb KuXbv cpiXov slvcei. [Eur. Bacch. 881: orr«. %aX6v, cpiXov ccsi.

Bei Homer ist die Stammsilbe von naXog stets lang, kurz aber schon bei Hes. Op. 63 und Theog. 685.]

[V. 19 26 folgte auch in dem von Theognis selbst veröfiFentlichten Buche unmittelbar nach den Ein- gangshymnen. Die Sphragis, das Siegel, das der Dichter seinem Werke aufgedrückt hat, besteht darin, dafs er seineu Namen vor- ausgeschickt hat. Dasselbe hatte Tor ihm schon Hesiod im Prooi-

mion zu seiner Theogonie gethan (V. 22), und andere Schriftsteller, wie Hekataios von Milet, Herodot, Thukydides, sind ihm gefolgt. Das Bild ist gewählt, wie es scheint, von den Urkunden, denen, wenn sie gerollt waren, das Siegel der Parteien aufgedrückt wurde, damit sie unberührt blieben von Plagia- toren. Anh.]

19 f. ffoqpifoft.] 'weise Aus- sprüche thun' [bezieht sich auf die poetische Weisheit des Theognis und findet seine Erklärung in xolaS' insaiv. Dem fiiv entspricht 8^ V. 23.]

[21. Wie niemand dem Theognis seine Verse entwenden kann, so wird sie auch niemand durch Än- derungen verschlechtem, da das Bessere vorliegt.]

22. fi s T 1 s = inaarog, aber eben- sowenig so zu korrigieren, wie bei Solon 10, 7 und Pind. Isthm. 1, 49.] &svyvi8og] kontrahiert statt &B6yviSog. So oei Anakreon Fr. 2 u. 3: KXsvßovXog.

23. nävrag xar' &v%'Qwnovg^ Unten V. 75 und bei Homer: ndvtag in' ccv&gmnovg (Odyss. 1,299. lliad. 10, 213. 24, 535).

24. Die Megarer galten für spott- süchtig. [Vgl. Sol. 4c. Selbst ihren eigenen Landsmann, der überall An- klang findet, mögen sie nicht.] [Anh.]

76 ELEGIKER.

25 ovdlv d^avficcörov, IIokvTtatdr}' ovds yäg 6 Zsvg 25

ovd"' vcov navTSöö" ccvdccvei ovr' aviyciv.

Hol d' iyh £v q)QOvicov vTtod-i]0onai , old tibq «vrd?,

KvQv\ änh xav äyu^^äv TCatg ex' iav s^iccd-ov. nsTtwöo^ firjd' ntöigolGiv in igyiittGL ^rjd' ädLXOLöiv 30 ripLug ^fjd' agsräs s'^xso ^rjd' äcpsvog. 30

Tücvta fi£v ovrog i'6&L' xaxotöi de ^ri Ttgoßo^iXeL

ccvögccöLV, aXk' aisl xav äya^^äv biso' xal iiExä X0I61V Tttvs xccl söd-is, xal fisxä toiöiv

J.'^£, xal ävdave xotg, av ^syccXrj dvvanig. 35 iöd'l&v ^£V yäg an iöd^Xä ^a&^0Eaf tJv de xaxotötv 35

6v^}iL6yr]g, anoXetg xal xov iövxa voov. xavxa juaOrav aya&otöiv öfit'Aef, xac noxs cpyjßeig

ev 6vfißovXev£Lv xoi6l cpCkoiöuv i[ie.

KvQve, xvei 716hg ^jde, dedoixa de, ft?) xexrj ävöga 40 EvQ-vvxiiQa xaxfjg vßgiog rj^exeQrjg. 40

dGxol fiev yäg eQ-' olös 6a6(pgoveg , -^yeiiöveg de xExgdrpaxai noXX'^v ig xaxöxrjxa neöetv.

[25. Uolvotcetdr}] Patronymikon im zweiten Fufse des Hexameters

von Ilolvnäig. Soph. Fr. 481 N.: s. zu Tyrt. 2, 2.

ov8' 6 KQslaawv Zsvg iiiov o^t' 32. räv aycc&äiv] S. die Ein-

i^STtofißgäv o^t' iTtuv^iitjoccg cpiXog. leitung zum Theognis.

Vgl. Babrius 228 Cr. Die Wendung 33. rolaiv] Bei Theognis darf,

scheint sprichwörtlich gewesen zu wenn der zweite Fufs des Hexa-

sein, s. unten 459 ff.] meters ein Spondeus ist, dessen

26. av^x^'"} zurückhaltend, Thesis durch eine konsonantisch

näml. das vsiv. Thuk. 6, 86: xoo- auslautende kurze Endsilbe gebildet

Xvovrag kccI avi^ovrccg rrjv EtyiaXiav werden. (Is. Hilberg, das Princip

/ijj vn'uvxovg slvai. [Anh.] der Silbenwägung S. 97 u. 105.)

[27. Ähnl. Theogn. 1049 und nach- 34. 8vvceni,g von geistiger, zu- geahmt von Aristoph. Av. 1362 : aol gleich auch politischer Überlegen- d', m veavicK , ov y.aK&g V7io&j]ao- heit.

licet, I &XX' oldnsQ avrbg fyu&ov ors 35 f. riv Ss vöov^ 'Wenn du

Ttalg rjv.] mit gemeinen Menschen verkehrst,

29. cciaxQ. in' ^qyii.'] unter der so wirst du, statt Gutes zu lernen, Bedingung, dafs du Schlechtes auch noch (xai) des dir innewohnen- thust. Herod. 1, 60: sl ßovXoiro ol den verständigen Sinnes verlustig ri]v ^vyuT^Qcx i%£iv yvvcäv.u inl gehen.' [Anh.]

T^ TVQavvidi. 37 f. Vgl. unten 427 f.

30. T^f^äs ftT]^' ciQStdg'\praemia 39 f. 'Unsere Stadt geht, fürchte virtutis, Ehren und Auszeichnungen. ich , schwanger mit einem Mann, iXKSo an sich reifsen. [Vgl. der unserer heillosen Überhebung Eur. Ino fr. 425 N: ßia vvv ^Xxfr' steuern wird.' [Die Warnung ähnelt w Katiol rifias ßgoroi, \ Kai y.räa&s der des Selon 5a.] xvst] poet. TtXovTov ndvro&sv &r}Qmii£voi.] Personif. der Stadt. [Anh.]

31. ovTmg] Über den Spondeus 41 f. accöcpQ.] poet. Form für

THEOGNIS.

77

Ovdsfiiav jtöj, Kvqv , äya^ol Jtöliv tökeoav üvögeg'

&kX' özav vßgitsiv xotoi xaxotötv ad»/, 46 dfi^öv TS (pd-eiQtoöi , ÖLxag r köCkolöl didaötv

oix£iü)v xegdsav s'ivsxa xal xgccreog, sXtceo fti^ drjQov xsivrjv nöXiv axge^ulöd-ai,

^rjö' £1 vvv TtoXk]] xBtxai iv ijövxtr], £VT av xolQv xaxotOL cpCX' ävögäoc xccvxa yivrixav^ 60 xigdsa drj/Lioötco övi^ xaxa igxo^eva.

ix x&v yäg axccöug xs xal £^<pvXoi, cpövoL avögav

(lOvvaQxot 0^'" cc Tcoh iir}7C0xs xyds adoi.

KvQvs, TiöXtg fi£v fO-' T]ds TtöXig, Xaol de d^ üXlof

Ol jrpdtfd-' ovte dCxag ydsöav ovxe vöfiovg, 65 ttXX' ä}ji,(pl jtXsvQfjöL dogäg aiyäv xuxtxQißov,

«1« ö' Gjtfr' iXatpoL xf^aö^ iva^ovxo nöXtog, xal vvv £/'<?' dyad^oL, IloXvjtatdr}' oC Öi tcqIv iö^Xoi

vvv ÖEiXoC. xCg x£v xuvx' avi^pix iöogäv; aXXtiXovg d' ujtaxäötv in' aXXrjXoiOi ysXavxeg,

ovx£ xax&v yvcb^ag aidöxEg ovr' ccyad^cbv.

45

55

60

aä)q>Qovsg. [rfrpaqp. Ttea.'] sie sind auf dem besten Wege in grofses Üngliick zu geraten, s. Sol. 3, 7. Anh. Wiederholt 1081 ff. Cr.]

43 flF. 'Nicht die Edlen verderben die Stadt; wenn aber gemeine De- magogen das Volk verführen imd um ihres eigenen Vorteils willen denen, die Unrecht haben, Recht geben, so wird die Stadt nicht mehr fange ruhig bleiben; denn daraus entspringen blutige Parteikämpfe und kommt Tyrannis, die der Stadt nicht gefallen möge.' [Anh.]

47. &tQSiiiela&ai, 'sicn den Frieden bewahren werde'. [Anh.]

49. 60. 'Wenn bei niederen Män- nern das beliebt wird, aus dem Verderben des Volks für sich Vor- teil zu ziehen.'

[51 f. Ähnlich SolonS, 19 u. 5 a, 3 f.]

53 flf. Sinn: Das Landvolk ist in die Stadt gedrungen und greift in die Rechte des Adels ein. [Äufserlich ist Megara noch eine Stadt mit Recht und Gesetz, aber die Bewohner sind andere. Die früher ohne Rechts- und Gesetzkenntnis den Tieren gleich draufsen lebten in ärmlicher Klei-

dung, spielen jetzt dieVollbürger und haben die letzteren ihrer Rechte be- raubt. Und doch haben sie für das sittlich Gute, für das was wahr- haft gut und böse ist, wenn man anders nach ihrer Handlungsweise urteilen soll, keinVerständnis. [Anh.] Kyrnos soll sich zwar äufserlich mit ihnen gut stellen, aber keine tiefere Freundschaft mit diesen unadligen Emporkömmlingen schliefsen.l

55. 5 0 e a s] unterscheidende Tracht der dienenden Klasse von der herrschenden. [Anh.] xar^- T^ißov] 'abnutzten', verächt- lich.

56. liaqpoi] 'Admodum idonea est cervi imago, qui urbem haud magis fugere dicitur, quam agri- colae olim fugerint, iura civica non curantes vel aucupantes.' W el ck er. nöXeoe] Synizese.

58. &v i xo iz' i a 0 Q ü)v\ ' Wer möchte es wohl ertragen, dies mit anzusehen?' So steht das Particip oft bei Verben, welche ausdrücken, mit welcher Kraft oder Empfin- dung die durch das Particip be- zeichnete Handlung erfolgt.

ELEGIKER.

^rjdiva t&vds cpCXov noiev, IloXvjtatdr}, ocör&v

ix d^vfiov, XQ^^VS ftWxa