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FONTES RERIM AlSTRIACARlffl.

(ESTERREICHISGHE GESGHIGHTSQÜELLEN.

HERAUSGEGEBEN

HISTORISCHEN COMMISSION

KMSERLICHEN AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN IN WIEN.

ZWRITR ABTHEILUNG. »IPIiOlflATARIA KT ACTA.

XX. BAND.

URKUNDLICHE BEITRÄGK ZUR GESCHICHTE BÖHMENS UND SEINER NACH- BARLÄNDER IM ZEITALTER GEORG'S VON PODIEBRAD (14S0-147i).

WIEN.

AUS DKK KAISKRLIOH-KÖNIGLICHEN HOF- UNI) STAATSDRÜ« KKMKI. 1860.

URKUNDLICHE BEITRÄGE

ZUR

GESCHICHTE BÖHMENS

UND

SfillVEß M€HßAßLÄi\DKR

IM ZEITALTER GEORG'S VON PODIEßP.AD

(1450-1471). , *,

GESAMMELT UND HERAUSGEGEBEN

FRANZ PALACKY.

WIEN.

AUS DER KAISERLICH-KÖNIGLICHEN HOF- UND STAATSDRL'CKEREI.

1860.

D3

3

Vorbericht.

Die Bekanntmachung dieser Sammlung von historischen Denkmälern hat einen doppelten Zweck: erstens der Erzählung, welche den vierten Band meiner Geschichte von Böhmen bildet, als urkundliche Grundlage zu dienen , und zweitens, zur Aufklärung einer nicht unwichtigen und doch bisher wenig bekannten geschichtlichen Periode überhaupt beizu- tragen.

Da der von gleichzeitigen Chronisten überlieferte histo- rische Stoff über Georg von Podiebrad und sein Zeitalter überall gar zu dürftig und einseitig ist , so sah ich mich frühzeitig genöthigt, urkundlichen Denkmälern aus dieser Zeit in Archiven und Bibliotheken des In- und Auslandes nach- zuforschen und eine Sammlung derselben anzulegen. In der That sind die nachfolgenden „Beiträge" zu 1450 71 von mir in einem Zeiträume von nicht weniger als 36 Jahren (1824 bis 1859) zusammengebracht worden; freilich in Verbindung

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mit einer Menge anderer Denkmäler, welche frühere oder spätere Perioden der böhmischen Geschichte beleuchten.

Bei der Anlage dieser im Ganzen bisher zu einem ansehn- lichen Umfange gediehenen Sammlung verfolgte ich ursprüng- lich nur subjective Zwecke: ich suchte überall solche Daten, welche zunächst meinem Bedürfnisse entsprachen und geeignet waren, meine Kenntniss der für Böhmens Geschichte wichtigen Thatsachen zu erweitern und zu festigen ; was diesfalls andere Forscher gebracht, wurde weniger berücksichtigt, und eine absolute Vollständigkeit , als ohnehin kaum erreichbar , gar nicht angestrebt. Eine Bekanntmachung des von mir gewonne- nen historischen Stoffes lag auch von jeher gar nicht in meiner Absicht; höchstens dass ich mich mit der Zeit entschloss, die in böhmischer Sprache gesammelten Briefe und Actenstücke, meist aus sprachlichen und literarischen Gründen, in den vier Bänden des „Archiv cesky« (Prag 1840—1846 in 4") zu veröffentlichen ; ein Sammelwerk , dessen Fortsetzung seiner Zeit wegen Mangels an Unterstützung unterbleiben musste. Erst als im August 1858 von des Görlitzer Bathsherrn und Bürgermeisters Bartholomäus Scultetus (-|*1614) handschrift- lichen Annales Gorlicenses der dritte, die Jahre 1450 1470 umfassende Band in meine Hände gerieth, kam mir der Gedanke, ob ich nicht gut thäte, diesen reichen und wahrlich mit Unrecht vergessenen historischen Schatz mit anderen Forschern , die doch jedenfalls nach mir kommen werden , zu theilen ? Ich entschloss mich um so eher dazu , je bereitwilliger die historische Commission der kaiserlichen Akademie der Wissen- schaften sich erwies, diese Bekanntmachung zu fördern. Erst da wurde von mir der Plan entworfen, dessen Verwirklichung der

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geneigte Leser im gegenwärtigen Bande der Fontes rerum Austriacarum vor sich hat. Alles urkundliche Material, in dessen Besitz ich gelangt war , sollte , soweit es die geschichtlichen Vorgänge betraf oder beleuchtete, daher mit Ausschluss aller blos privatrechtlichen Docuinente oder Verträge, in chronolo- gischer Ordnung und in der jenigen Form mitgetheilt werden, in welcher ich es eben besass. Natürlich beschränkte sich diese Publication nur auf solche , die in lateinischer oder deutscher Sprache verfasst worden waren : die böhmisch geschriebenen Urkunden und Briefe, welche im Archiv cesky noch nicht haben verölFentlicht werden können, musste ich schon aus dem Grunde zurückhalten , weil es unmöglich war , ihnen die ausserhalb Böhmens gewöhnlich in Anspruch genommene deutsche Übersetzung beizufügen.

Zu dieser Darlegung der Umstände, unter welchen gegen- wärtiges Buch entstanden ist, fand ich mich durch diejenigen Rücksichten bewogen, welche bekanntlich die gewöhnlichste Veranlassung aller Vorreden zu sein pflegen. Man schreibt letztere, um sich mit dem Leser über den W^erth der Leistung zu verständigen und der Strenge des Urtheils über die Mängel derselben dadurch zuvorzukommen, dass man sie in vorhinein selbst gesteht und erklärt. So will auch ich erklären, was ich an diesem Werke als Mängel selbst ansehe und woher sie kommen. Der Leser möge dann entscheiden, ob ich dennoch berechtigt war, mit einem in vieler Hinsicht unvollkommenen Werke in die Öffentlichkeit zu treten.

Da ich mich bescheide, blosse „Beiträge" zu liefern, so wird man hoffentlich auf Vollständigkeit der überlieferten

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Quellen keinen Anspruch erheben und mir gleichwohl zuge- sehen, dass ich Aussagen aller Parteien niit gleichem Fleisse aufgesucht, keine vorsätzlich ausgeschlossen oder vernach- lässigt habe. Der gegründetste Vorwurf, den man mir machen kann, wird der Mangel an gehöriger Haltung und die Ungleich- heit sein , denen zufolge ich manche minder wichtige Ur- kunde ganz, andere, die mitunter von weit grösserem Interesse wären, nur in längeren oder kürzeren Auszügen, oft sogar in blosser Inhaltsanzeige mittheile. Darauf antworte ich , dass auch mir bei Benützung der Quellen, zumal in Archiven, die Zeit sehr ungleich zugemessen war und nicht immer die Copirung der ganzen Urkunden gestattete , mochte ihr Inhalt auch noch so wichtig und willkommen sein. Da bei den meisten Archiven, die ich besuchte, die neuen Register noch unvollendet und nicht mittheilbar waren , so war ich gewöhn- lich genöthigt, die gewünschten Acten nach mehr oder weniger glücklich gewählten Schlagwörtern zu verlangen , und der Werth des Erlangten hing oft mehr vom Zufall, als vom guten Willen der Archivare ab. Da traf es sich denn nicht selten, dass nach wochenlanger wenig lohnender Arbeit ich erst am Schlüsse, wo die Zeit des Aufenthaltes mir bereits kurz zugemessen war, auf ergiebigere Quellen gerieth, deren voll- ständige Bewältigung nun eine Unmöglichkeit wurde, und wo ich mich auf blosses Excerpiren beschränken musste. Was Wunder, wenn ich dann keine objective Analyse des ganzen Inhaltes , sondern nur solche Daten oder Andeutungen auf- nahm , die mir neu oder für meine Zwecke von besonderer Bedeutung waren , da ich ja die ganze Arbeit eben zunächst nur für mein Bedürfniss, nicht für die Öffentlichkeit unter- nommen hatte ? Für mich war aber Geschichtschreibung

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Zweck, Geschichtforschung nur Mittel ; ich sammelte in Eile nur solche Steine, deren ich zum künftigen Mosaikgemälde noch bedurfte, ohne mich bei solchen aufzuhalten, welche ich bereits besass. Diesen Umstand mögen diejenigen berück- sichtigen , welche jene Quellen nach mir studiren und meine Mittheilungen daraus einseitig und oberflächlich finden werden. Bei der Anlage dieses gegenwärtigen Werkes musste ich nun nothwendig auf die Frage eingehen , ob es besser war, solche Excerpte einfach für mich zurückzubehalten und zu unter- drücken, oder trotz ihrerUnvoUkommenheit zu veröffentlichen? Ich entschied mich für das letztere und schmeichle mir mit der Hoffnung, dass künftige Forscher mir das zu Gute halten werden. Wenigstens erfahren sie daraus , wo und unter welcher Signatur sie die vollständigen Acten und weitere Aufklärungen zu suchen haben.

Einen minder wesentlichen Vorwurf wird man etwa gegen die grösstentheils corrigirte Orthographie der latei- nischen Texte erheben. Die Neuzeit verlangt gewöhnlich die Beibehaltung der Schreibweise des Originals in allen ihren Zufälligkeiten und Mängeln. Ich will die Gründe dieser jetzt fast allgemein zugestandenen Forderung hier nicht bestreiten, obgleich sich Erhebliches dagegen vorbringen liesse. Das Wesentlichste bleibt immer das sichere und correcte Lesen der alten Schrift, das nur durch vielfache Übung zu erlangen ist; das Reproduciren der besonderen Eigenthümlichkeit ist noch lange nicht geeignet, vor Fehlern zu schützen. Zu meiner Entschuldigung diene die Angabe, dass ich den grössten Theil der lateinischen Documente vor bereits mehr als dreissig Jahren , wo jene Forderung noch nicht allgemein

gestellt wurde, in der Weise abgeschrieben hatte, die für mich die bequemste war, d. i. ohne minutiöse Berücksichti- gung der stets mehr oder weniger fehlerhaften Schreibweise des Originals. Die Restitution der mittelalterlichen Ortho- graphie in denselben vor der Drucklegung wäre für mich ein Opfer an Zeit gewesen, zu welchem ich mich in keiner Weise entschliessen durfte.

Unglückliche Gesundheitszustände meiner Familie nöthig- ten mich nicht allein den ganzen Winter 1859 60 in Nizza zuzubringen , sondern auch auf dem Rückwege den grössten Theil des Sommers mich in Marseille und Genf aufzuhalten. Das machte eine Revision des Druckes sowohl dieser Beiträge, als auch der betreffenden Partie meiner Geschichte , welche gleichzeitig die Pressen in Prag wie in Wien beschäftigten, von meiner Seite unmöglich; und eben so wenig war ich im Stande, eine nachträgliche Vergleichung des hier gedruckten Textes mit deren Quelle anzustellen. Bei der unverkennbaren Sorgfalt jedoch, mit welcher die Correctur des Satzes in Wien geführt wurde, habe ich allen Grund zu hoffen, dass die überall unvermeidlichen Druckfehler sich nur auf wenige Fälle redu- ciren und den Sinn der Urkunden nirgends wesentlich alteriren werden. Wenn auch z.B. Seite 155, Nr. 162 „sächsische" statt „schlesisch e" Prälaten, Herzoge u. s. w. angeführt werden , so wird dieses Versehen wohl keinen kundigen Leser beirren.

Ich kann übrigens die Bemerkung nicht unterlassen, dass ein grosser Theil der Corruptionen des Textes nicht der Reproduction , sondern den Quellen selbst zur Last zu

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legen ist. Dies gilt insbesondere von Urkunden , welche nicht aus den Originalien , sondern aus alten Abschriften geschöpft wurden ; man weiss wohl , wie uncorrect in der Regel die alten Copisten zu verfahren pflegten. Handschriftliche Haupt- quellen waren für mich namentlich: 1. Das MS. Sternberg, 2. MS. sign. G. XIX des Prager Domcapitels , und 3. des Scultetus Annales Gorlicenses, über welche ich mir desshalb einige Andeutungen erlauben muss.

Unter der Bezeichnung „MS. Sternberg" ist das älteste bekannte Exemplar des sonst auch unter dem Namen „Can- cellaria regis Georgii" bei den böhmischen Schriftstellern öfter genannten Werkes zu verstehen. Es enthält Briefe, Actenstücke und Aufsätze verschiedener Art, wie sie aus K. Georg's Kanzlei oder in dieselbe kamen, meist als Formeln, daher zum Theil datumlos und ohne alle Ordnung gesammelt ; die meisten nur in lateinischer Sprache allein, viele zugleich auch in böhmischer , offenbar für den König selbst ange- fertigter Übersetzung, wenige blos in letzterer, noch wenigere im böhmischen Original. Ich vermuthe, der nachmalige könig- liche Secretär Paul Propst von Zderaz habe die Sammlung ursprünglich zu seinem eigenen Gebrauch angelegt. Der grösste Theil der Briefe und Aufsätze rührt aus der Feder Dr. Gregor's von Heimburg (^J- 1472) her, einige wurden auch von Dr. Martin Mayr (-1-148 l)verfasst, und der Sammler bewahrte und schätzte sie offenbar nicht sowohl ihres histori- schen Inhalts als der stylistischen Form wegen. Mir sind drei Exemplare dieses Werkes bekannt : zwei in der Bibliothek der Fürsten Lobkowitz In Prag und eines in der v. Gersdorf sehen in Budissin. Dasjenige , welches aus dem Nachlasse des

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Grafen Franz Sternberg (f 1830) von den Fürsten Lobkowitz erkauft wurde und von mir eben als „MS. Sternberg" be- zeichnet wird , ist nicht nur gleichzeitig , sondern erweislich auch Quelle der anderen, welche schon dem XVI. Jahrhunderte angehören. Ehemals befand es sich im Besitze Bohuslaw Balbin's, der viele Randbemerkungen hineinschrieb und es dem Historiker Thomas Pesina Übermächte. Das zweite Lobko- witz'sche Exemplar, in einem Codex von grossem Umfange an andere Sammlungen dieser Art sich anschliessend, wurde im Jahre 1502 aus dem ersteren abgeschrieben; dafür spricht unter anderen schon der Umstand entscheidend , dass Textes- stellen, welche im MS. Sternberg beschädigt oder ausgerissen sind, im letzteren fehlen oder lückenhaft und nur so weit vor- kommen, als sie eben im ersteren noch lesbar erscheinen. Ich habe beide Texte schon vor 1830 im Detail verglichen und mich von der Richtigkeit dieses Sachbestandes überzeugt. Die Handschrift der v. Gersdorf'schen Bibliothek habe ich jedoch nicht näher untersucht. Könnte man nun unser „MS. Stern- berg" auch füglich als das für den Propst Paul von Zderaz gefertigte Exemplar ansehen, so ist es doch nicht minder wahr, dass es von einem sehr unwissenden und nachlässigen Schreiber herrührt , der nur zu oft ganz sinnlos copirte. Ich habe seine Fehler, wo sie sich offen und greifbar darstellten, schon beim Copiren meist stillschweigend berichtigt, wo aber solches nicht anging, die Warnung sie! nur manchmal bei- gefügt. Und so erscheinen denn diese Mängel auch im folgen- den Drucke wieder.

Letztere Bemerkung gilt übrigens auch von den Ab- schriften des ganz gleichzeitigen Codex sign. G. XIX der

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Bibliothek des Prager Domeapitels. Auch ihr Schreiber häufte die Fehler oft in unglaublicher Menge und veranlasste mich hier wie dort in gleicher Weise zu verfahren.

Hinzufügen muss ich , dass schon Thomas Pesina in seinem Mars Moravicus beide diese Urkundensammlungen nicht nur kannte und benützte, sondern auf Seite 691 seines Werkes auch näher beschrieb, und unser MS. Sternberg als seinen Codex major, die Handschrift G. XIX aber als Codex minor bezeichnete. Bekanntlich hat er auch aus beiden Quellen viele Urkunden und Briefe mehr oder minder vollständig in sein Werk aufgenommen: aber in welcher Weise! Nicht nur er- laubte er sich alle Stellen, welche seinem Ohr allzu barbarisch lauteten, in ein besseres Latein zu übersetzen und mannig- fach zu interpoliren , sondern er unterdrückte auch ganze Sätze, deren Inhalt ihm anstössig oder missliebig war. Da ich dadurch veranlasst wurde , mehrere von ihm mitgetheilte Urkunden hier zu wiederholen, so kann Jedermann , dem es daran gelegen, sich durch Vergleichung meines Textes mit dem seinigen die nöthige Überzeugung darüber selbst ver- schaffen.

Durch die Wiedereinführung der Annalen von Bar- tholomäus Scultetus (f 1614) in die weiteren Kreise der historischen Forschung glaube ich einen Anspruch auf Dank von Seijte der letzteren mir erworben zu haben: obgleich ich das Verdienst dabei gerne mit demjenigen theilen will , der mir die Möglichkeit verschaffte, diesen Schatz mit Müsse zu benützen, dem Görlitzer Stadtrath a. D. Herrn Gustav Köhler. Es scheint auffallend und kaum verzeihlich, dass die

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sonst wohlverdienten Herausgeber sowohl der älteren Lau- sitzer ürkundenverzeiehnisse als auch der neuen Scriptores reruin Lusatic. (1 839) von diesem ihnen so nahe liegenden reichen Schatz keine Kenntniss nahmen. Ich selbst erfuhr sein Dasein nur ausJ. G. Kloss' handschriftlicher „Geschichte des Hussitenkrieges in der Lausitz", auf welche wieder Herr Watten b ach mich aufmerksam gemacht hatte. Kloss berief sich häufig auf Scultetus und sammelte auch selbst ein dahin einschlägiges Diplomatar, das mir jedoch nur in sehr uncor- recter Abschrift zugänglich war. Dieser schätzbare Schrift- steller wird aber von seinem Vorgänger nicht nur an Fleiss und Detailkenntniss, sondern auch an kritischem Sinn über- troffen , obgleich Scultetus selbst eigentlich keine Erzählung, sondern nur Randbemerkungen lieferte. Denn seine ganze historische Methode ist eigenthümlicher Art. Er begnügte sich nämlich , interessante Urkunden und Briefe , die er im Archive seiner Stadt vorfand , nur nach den Jahren, wohin sie gehörten, geordnet, seinem Werke abschriftlich einzuverleiben und gelegentlich am Rande zu commentiren. Er las gewöhn- lich richtig und irrte nur selten bei Bestimmung der Zeit- daten. Die Abschriften pflegte er vollständig, mit allen sowohl Auf- und Unterschriften als Ort- und Zeitangaben aufzu- nehmen ; nur inhaltsleere Reden und Sätze , selbstverständ- liche Wendungen des Styls u. dgl. erlaubte er sich meist auszulassen und mit blossem „etc." anzudeuten. In diesem Maasse bewährt sich seine Treue bei Vergleichung seines Textes mit noch vorhandenen Originalen. Einen grossen und nicht den mindest wichtigen Theil seines Materials schöpfte er aber aus dein nunmehr verschollenen Nachlasse des dama- ligen Stadtschreibers von Görlitz, M. Johann Frauenburg,

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eines Mannes , der in der Geschichte seiner Stadt und Zeit eine eben so tief eingreifende als traurige Rolle gespielt hat , die aber näher zu beleuchten hier nicht der Ort ist.

Was ich ausserdem au urkundlichen Quellen , sei es aus verschiedenen Archiven und Bibliotheken selbst geschöpft habe oder gefälliger Mittheilung anderer Gelehrten ver- danke , ist bei jedem einzelnen Stücke angegeben und bedarf wohl keinei- weiteren Aufklärung. Manches der hier publicirten Denkmäler mag auch , ohne dass ich es wusste, schon anderswo veröffentlicht worden sein : ich hoffe aber, der dadurch angerichtete Schaden werde sich nicht hoch belaufen. Von Dr. Riedel's neuestem Bande des Codex diplomaticus Brandenburgensis erhielt ich erst dann Kenntniss, als meine Sammlung dem Drucke bereits grösstentheils über- geben war.

Ich habe in der letzten Zeit die Überzeugung gewonnen, dass ein eingehenderes Studium der städtischen Archive, zu- mal in Schlesien und der Lausitz, geeignet wäre, über manche von mir dunkel gelassene Partien der Geschichte K. Georg's erwünschtes Licht zu verbreiten; ich durfte mich aber in meinem Gange dadurch nicht noch länger aufhalten lassen. Die Zeit mahnt ernst und weit ist die Bahn , die ich noch zu durchlaufen habe; etwas Vollkommenes zu erreichen und zu leisten ist aber dem Sterblichen hienieden nie und nirgends beschieden.

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Geschriebeil auf der peinlichsten Heimreise, die mich je getroffen , zu Genf im Juli und geschlossen in Heidelberg am 4. August 1860, und auch dieses Datum möge den Män- geln dieser Vorrede, wo nicht zur Entschuldigung, doch zur Erklärung dienen.

Fr. Palaeky.

1.

1450, Mapt. 32 (Pilsen).

Bändniss Herzog Friedrich's von Sachsen mit dem katholischen Herrenverein

in Böhmen.

(Aus dem Original im kb'n. sächs. Staatsarchive in Dresden.)

In gotes namen gliicklichenamen. Dem heiligen Römischen reich, vnd vnserem gnedigistenn herren, dem Komischen kunig, auch kunig Lassla zu eren , vnd vnsern beyden landen vnd lewten ze nucze vnd fromen, haben wier vns herzog Fridrich von Sachsen, des heiligen Römischen reichs erczmarschalh lantgraue in Doringen vnd mar- graff ze Meissen an einen, vnd wier Virich vnd Hainrich sein sone von Rosenbergk, Wenzlas vonMichelspergk, Hynko CrussinavonSchwam- bergk, Jan von Schwamberk, Jan von Newenhawse, Ulrich von Ne- wenhawse, Hainrich von Colowrath, Jan genant Ozor von Bozko- witz, Wenzlas genant Hecht von Rositz gesessen auf Wewerzie, Niklas vnd Jan gebrueder von Lobkowicz, ßedrzich von Strazniz, Fridrich von Schonburk vnd Glawchaw, Hainrich der eider von Weydow, Allusch von Schonburk, Cunesch genannt Rozkosch von Dnben, purgermeister und rethe der stete Behmischen Budweis, newen Pilsen, vnd Cadan, mit anderen herren, ritterschaft vnd steten in der cron zu Beheim, die in vnser aynigung verschreibungen vnd puntgnossznsein an dem andern taile, mit einander veraynet,verpunden vnd verschriben haben, verpinden auch vnd verschreiben vns in krafft dicz briefs getrewlichen an alles geuerde aneinander zu helfFen drey jare nach dato dicz briefs ordentichen nach einander volgende, gegen herrn Girziken von Podiebrad, allen seinen heifern dye mit im in verpuntnusse sein, in form vnd weise so hernach geschrieben stet, zum ersten wer sache das bemelt herr Girzik mit seinen heifern mit macht auff dye obgeschriben Behmischen herren vnd puntgnosszn czuge, vnd sy vns egenanten herzog Fridrich besendten und an- rufffen, so sullen wir in den nächsten vierzehen tagen nach ihrer

Fontes. XX. B<1. 1

besendung mit vnser macht ze huIfF komen und inn getrevvlich helffen so beste wier khunen vnd mugen an geuerde, desgeleichen ab der vorgenant er Girzik vnd sein helfferen obberuerten mit macht vns herzog Fridrich vorgenanten in unser lande vnd auf vns czuge, so sullen uns dye bemelten Behmischen herren vnd puntgenosz auch in den nechsten vierzehen tagen nach vnser besendung mit irer macht zu hulfF komen vnd vns getrewiichen helffen so beste sy khennenund mugen an geuerde , doch das solche Verkündigung vnd besendung geschehen soll denn edeln ern Ulrichen vnd Hainrichen seinem sone von Rosenberk; item wer auch sach das der genant er Girzik mit sei- nen helffern sust mit vns herzog Fridrich vnd puntgnossn kriegen wurde, so sullen wier obgeschriebener herzog Fridrich von Sach- sen vnd auch dye Behmischen herrn vnd puntgnossn von vnd auss vnsern slossen getrewlich an einander helffen damit wier inn wieder- sten mugen. Auch ist merklichen beredt worden das wier obgeschri- ben beyde tayle ayne an der anderen willen vnd wissen in den obge- schreben dreyen jaren mit den bemelten vnseren feinden in dheiner- ley weise befriden besonen vnd vorrichten sullen, sunder solicher krieg vnd vehde die dreye jare semtlich verenden verharren oder aintrechtiklichen versonen lassen, es ist auch mer beredt vnd be- schlossen worden, ob sich begebe das wir obgeschriebener herzog Fridrich vnd dye vnseren grauen hern ritterschaft vnd stete ayni- cherlay spruch gewunnen zu den obgenanten Behmischen herren vnd puntgenoss zu ir aynen oder mer vnd auch sy desgeleichen zu vns vnd den vnsern widerrumbe, darumb sullen wier dhein fehde czwi- tracht gegen einander haben nach gewynnen, sunder wier sullen vnd wellen von yeclichem tayl czween frunde aussgeben dye sache zu erkennen, vnd was vns herzogen Fridrich obgenanten vnd dy vnse- ren antrifft, das wier ader dye unseren beklaget wurden, darumb sul- len wier und wellen gen Brux czu tagen schicken , was aber vns Behmischen herren vnd puntgnossen antrifft, das wier oder dy vn- seren beklaget wurden, darumbe sullen wier vnd wellen in die stadt Cadan zu tagen schicken. Geh sich aber alsdan das sich vielleicht die vier oblewte von vns baiden so denn vor beruert ist, genennet vnd ausgegeben nicht veraynen vmb solch Zuspruch mochten, von welichem taile dann der clager were , der sol vnd mag in dem lande des anderen tail einen obristen obmanne kiesen, wie es denn derselb obman in sone ader rechtlichem ausstrag schaidet also sol es von

baider seilte an alles widersprechen geholden vnd volfuret werden, alles geuerde vnd argenlist aussgeschlossen. Solh obgeschriebne aynigung verpindung vnd verschreibunge geloben wier obgeschrie- bener herzog Fridrich an vnserem tail bey vnserem furstHchen tre- wen, vnd wier obgeschriebne herren vnd piintgenossn zu ßeheim bey vnserem trewen und eren alle obgeschriebene stucke gepunt vnd artikel vnd ytzlichs besunder getrewlich gancz vnuorruckt zu holden vnd zu volfuren an allen eintrag an ark vnd alles geuerde. Des zu vrkundt haben wier obgeschribner Virich auch Hainrich sein sone von Rosenberk, Hynko Crussina von Schwamberk, Wenczlow von Michelsperk, Virich von Newenhawse, Heinrich von Colowrath vnd Libenstein, Jan von Schwamberk, Niklas und Jan gebrueder von Lobkowicz vnser aygne angeborne ingesigel an diesen brieff lassen hengen, der wier alle andre puntgnossn hievon mit gebrauchen. Geben ze Pilsen am Suntag so man in der heiligen kirchen singet judica me domine etc. in der vasten als man czalt nach Cristi gehurt vierzehenhundert, vnd darnach in dem fvnfczigisten jare.

(Mit neun angehangenen Siegeln.)

2. 1450, März 27 (Wunsidel).

Bündniss der fünf Fürsten mit dem Podiebrad" sehen Verein in Böhmen.

(Ans dem Liber D. Alssonis de Sternberg, Ms. im Wittingauer Archive.)

„Dy verpunthnuss der fürsten und etzlicher Behmisehen herrn wider herczog Friderichen zu Sachsen und marggraue zuMeyssen etc. zu Wunsidl geschehen."

Von gots genaden wir Fridrich des heyligen Romischen reichs erczkamerer marggraue zu Brandburgk und burggraue zu Nurem- bergk, Otto pfalzgraue bey Rein und herzog in Bayeren, Wilhelm her- zog zu Sachsen lantgraue in Doringen und marggraue zu Meissen, Johanns und Albrecht gebruder marggrauen zu Branndburg und burggrauen zu Nuremberg und wir disz nachgeschriben mit namen Girzik von Cunstat herre zu Bodiebrad, Aless Petr und Sdencko heren zu Sternberg, Jan Zagiemacz herre zu Cunstat, Fridrich burggraue von Donyn und herre zu Wildsstein, Burian von Guttenstein herre zum Preitenstein, Jan von Russynaw ritter haubtman desCzaslawers kreisz, Sdenko von Postupicz haubtmann des Chrudymers kreisz, Jan Czalta von Steinperg gesessen zum Rabenstein und alle andre herren ritter

knecht lanntleüte und stete zu Beheim die in unserm punth yetzundt sein ader werden, bekennen und thun kunth offenlich mit diesem priefF kein allerineiiiklieh die in sehen hören, das wir uns umb niani- eherley ursach und merklicher Verhandlung willen, die uns unsrn lan- den und leuten in vil und manicherlay stucken durich den hoch- geborn fürsten herren Fridrichen herczogen zu Sachsen etc. über verschreibung eynigunge und punthnusze auch gelubde und eyde, damit er gegen uns obgenanten fürsten und der kröne zu Beheim gewannt ist, verhandelt uberfaren und versprochen hat mit dem, das er uns über sulch obgeschriben pflicht manigfeldiklichen nach unsern Blossen stetten, lannden und leuten gestanden, der eins teils entwen- det und nochmals teglich dornach stett und vorhat mit punthnüsz eynigung und anderm fürnemen unnser widersachen sulichs gegen uns allen und den unsern furder zu üben, das aber zu furkomen und zu bebarn, als wir uns selbs und auch der wirdigen crone zu Beheim wol pflichtig sein, so haben wir mit gutem vorrate uns zusamen ge- tan und verpunden in massen hernach geschriben stett.

Zum ersten das wir dy Behemischen herrn obgenant für uns selbs eynen herczuge machen und aufT herczog Fridrichen von Sachssen ziehen sullen, desgeleichen wir marggraf Fridrich und her- czog Wilhelm obgenant auch thun und unser iglicher an seinem orte ufT herczog Fridrichen zihen und iinm felde sein auf zeit, die darumb benant werden sullen, und wir sullen alsdann aneinander wider den obgenanten herczogen Friderichen hilfflich sein.

Item ab wir auf baide seitten icht sloss ader stete gebunen, damit sal es gehalden werden nach anweisung der alten verschrei- bung, also was wir zu payder seytt gewunnen, zu welichem lande ader wem das gewunnen gute rechtlichen zugehört, dem peleib es, was aber der feinde um fromd wer, das sal den partheyen allen getailt werden nach anczale der werlichen leute.

Als auch wir marggraue Albrecht mit den von Nürnberg und iien helffern in offner fehde und feintschaft sein, ist auch beslos- sen und hirinen abgeredt, das wir mit unsern herrn und frunden nem- lichen den bischoff von Bamberg undEystett, herczog Otten von Bay- ern und marggraue Johannsen obgenanten auff dy obgerurten zeit ein feite auff sie ader ander stete, die ir helffer sind, machen sullen, darzue sullen wir dy obgenanten herrn des pundes zu Beheim in lei- hen und schicken zweytausent ader funfczehen hundert man zu rosz

und fuesz, die wir obgenariten fiirsten mit der kostung verlegen und für redlichen billichen und gebonliehen ssaden steen sullen, und die sullen wir in schieiien auf die zeit der wir einig wem, so auch su- lichs wie obgeschriben stett volfurt und wir mit den von Nuremberg und iren helfFern gericht wurden, geschehe dann das wir obgenan- ten herrn von ßoheim icht fehde ader feinthschafft gewunnen und irer genaden hülffe begern, so sullen wir obgenanten fiirsten ine zu einem zuge, wohin des noth geschehe, auch zweytausent ader funff- czehen hundert manne zu rosz und zu fuesz leihen und schicken auff unser aygen kosten und schaden, ob wir des von in ermonet werden, als auch wir marggraue Albrecht einen zuge mit unsern frunden auff dy von Nuremberg ader ander stete ir helfer zu thun vor haben, ge- schehe nu das wir in solichem mit den von Nuremberg und iren helf- fern ein ende kriegten ader geeynet wurden, so sullen wir alsdann der andern unser parthey auffherczog Fridrichen und sein helffer zu cziehen und beystendig und hilflich sein, fugte es sich auch das her- czog Fridrich obgenant yemantz under uns beschedigen ader uberczi- hen wurde vor sulichen zeit und ee der czuge volbracht wurde, so sullen wir dy ander parthey dem ader den selben nach allem unsern vermugen hulff und beystant thun, so palde wir des erinnert werden. Wir obgenant fursten und heren alle sullen und wollen in disen obgeschriben Sachen wider herczogFridrichen obgenant getreulich an einander behoUfen beystendig und beraten sein an argck und an alles geuerde, und umb deszwillen das wir alle von payden partheyn mit unsern landen leüten und den unsern sulich unser furnemen dester volkomlicher vollenden und in guter eynikeit gein einander siezen und bleiben mugen und nicht zu fehden khumen noch kein parthey die ander beschedigen noch durch die unsern zu thun gestatten sullen noch wollen, so haben wir uns hiriiin auch geeinet und vertragen, ob geschehe, das wir ader dy unsrn zu baider seyten ichts mit einander zu schicken gewunnen , wie sich das fugen und begeben möcht, das sal zwischen unnser solicher masz auszgetragen werden, ob das wer, das auflF unser der obgenanten fursten seytten von yemant icht über- farn wurde, darumb seit marggraue Johanns mit gleichem zusacz ein obman sein, begebe sich aber icht auff unser der Beheim seytten, darüber solt her Girzik mit gleichem czusacz ein obman sein, und so- lich sach solt alsdann zu ende und austrage komen in den nagsten zvveyen monaten nach des klagenden tails erfordern ungeuerlichon

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an gelegen stetten, und ab das wäre, das einer, von dem das uberfaren were gescheen, des rechten nicht pflegen wolt nach dem gesprochen urtail volge thett, so sal die parthey, der er gewant were, in darzue halten, das er demnachquem, möchtsie des aber an der andern parthey hulffe nicht zu wege brengen, so sol ine die ander parthey darczue peholff'en sein , damit er darumb gestrafft und darzue pracht wurde, das er den so vil gleichs thett, als die erkenntnusz des Obermannes innen halden wurde.

Und dise unser eynung sol zwischen unser weren und pesteen pis auff einen Bemischen konig, der nach ordenlicher gewonhait und rechte des Bemischen lanndes gekronet wirt, alle argelist undgeuerde hirinnen genczlich auszgeslossen.

Zu Urkunde mit unsrm anhangenden insigeln versigelt. Geben zu Wunsidel am Freitag vor palmarum nach Cristi unsers herren gepurt vierczenhundert jare und darnach im ffunfczigisten jare.

3. 1450, April 13.

Einung Herzog Friedrichs von Sachsen und der Herren Ulrich und seines Sohnes Heinrich von Bosenberg, Wenczlaw von Miehels- perg, Hynko Krussina von Schwamberg, Jhan von Schwamberg, Jhan von Nüenhuse, Virich vom Nüenhuse, Heinrich von Kolwrat, Jhan gnant Ozor von Bozkowitz, Wenczlaw gnant Hecht von Rositz ges. vf Wewerzie, Niclas und Jhan von Lobkowitz gebrüdere, Bedrsich von Straszniez, Fridrich von Schonburg und Gluchaw, Henrich der eider von Wyda, Alsch von Schonburg, Kunesch gnant Rozkosz von Dube, Burgermeister und Rate der Stete Nuwen Pilsen , Bemischen Bude- weisz und Cadan etc. auf drei Jahre gegen Girziken von Podiebrad und dessen Helfer. Wenn eine Partei von letzterem angegriffen wird, so soll die andere auf deren Verlangen binnen 14 Tagen bewaffnete Hilfe schicken etc. D. zum Cadan, 1450, Montag nach Quasimodogeniti.

(Copia arch. Dresd. Hl, S3.)

1450, Mai 13 (Krumau).

Ulrich von Roseiiberg an den Grafen von Schaumberg. Heute ist mein Sohn (Heinrich) von hinnen ins Feld gezogen. Der von Hassenstein und Herr Gindfich von Kolowrat haben Herrn

Alschen von Sternberg eine Kirche, so er besetzt hatte, mit Sturm angewonnen und darauf 50 gefangen und etliche erschlagen und sind dann vor Kniezewes gezogen. Herr Krusina hat dem Chlewcen auch ein Schlössel abgenommen. Sie (die Feinde) liegen auch an zwei Enden zu Felde, vor zwei Schlössern. D. Krumau, Mittwoch vor Ascensionis, 14S0.

Die Ascensionis, den 14. Mai, datirte Herr Heinrich von Rosen- berg seine Schreiben d. in ciimpis circa Bozeyow.

(Orig. arch. Trebon.)

5.

1450, Mai 11 16.

Herzog Friedrich von Sachsen an Ulrich von Rosenberg. Nachdem er von den fruchtlosen Unterhandlungen zu Pilgram erfahren und von Herrn Ulrich von Rosenberg dazu aufgefordert wurde, befahl er den Seinigen durch's ganze Land gerüstet auf zu sein, und verspricht in Kurzem „einen redlichen reisigen gezüg gein Brüx zu schicken"; er verlangt zu wissen, ob die Gegenpartei schon ins Feld rücke. Dat. zu Grimme, am Montage nach Vocem Jocundi- tatis 1450.

(Orig. arch. Trebon.)

Derselbe an denselben. Dem Briefe vom 11. Mai gemäss hat er einen reisigen Gezeug nach Brüx bestellt: doch ist er jetzt genöthigt, mit seinem Bruder Herzog Wilhelm und seinem Schwager Markgrafen Friedrich von Brandenburg am Freitag in der Pfingstwoche (29. Mai) in eigener Person Tag zu halten, so dass er jetzt unmöglich dem von Ulrich von Rosenberg gestellten Verlangen gemäss ins Feld rücken könne; nach jenem Tage aber wolle er um so rüstiger im Feld erscheinen. Herr Ulrich möge sich das nicht verdriessen lassen. D. zu Grimme, Sonn- abend nach Ascensionis, 1450.

(Orig. ebenda».}

6.

1450, Mai 31 (Neustadt).

König Friedrich an Ulrich von Rosenberg. Die verlangte Hilfe von 500 600 Pferden könne er ihm jetzt nicht schicken, da er eben jetzt auch gegen Pangratzen von Galiez

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und andere Feinde Feld halte ; er wolle aber die Mittel bedenken, wie diese Zwieträchte in Böhmen gütlich beigelegt werden möchten ; und bittet ihn zuletzt, das Beste König Ladislaw's fleissig und stand- haft zu besorgen. D. zur Neustadt, Sonntag vor Gottsleichnamstag, 1450, anno regni XI.

(Orig. arch. Trebon.}

7. . 1450, Mai 31 (fgg.).

Das Schreiben der 5 Fürsten vom 18. Mai theilte Herzog Friedrich von Sachsen allen Städten in der Lausitz und Schlesien mit (dd. zu Czerwist am Sonntage Trinitatis) und klagte ihnen zu- gleich über Georg von Podebrad, der sich der Regierung in Böhmen wider K, Laslaw unterstehe, sich vermesslich Gubernator nenne und die frommen Herren in Böhmen zu bedrängen suche etc. (doch wur- den die Originalbriefe darüber zurückbehalten).

Den 5 Fürsten antwortete Friedrich (dd. zuLipczk am Montage in den Pfingsten, 25. Mai) Jirik habe mit seinen Helfern Schloss und Stadt Brüx unerfordert bei Nacht abzuersteigen versucht und die Seinigen beschädigt, wonach erst Fehdebriefe von ihm gekommen seien; er müsse daher ihn als Feind ansehen und behandeln und hoffe, die Fürsten werden ihn nicht unterstützen.

(CoQcept arch. Oresd. UI, 21.)

Darauf schrieben am Dinstag nach Trinitatis (2. Juni) Pfalzgraf Otto und die Markgrafen Johann und Albrecht an Fridrichen, und verwunderten sich darüber, dass sie von ihm nicht früher so schwere Klagen gegen Jifik vernommen; sie verlangen dennoch seine Hilfe gegen die Nürnberger und wollen, dass er Jiriken unbeschädigt lasse, da sie ihn Ehrenhalben nicht verlassen könnten.

(Orig. ibid. lU, 47.)

Herz. Friedrich entgegnet (dd. zu Missen, Montag nach Corp. Chr., 8. Juni) er habe es nicht für nöthig gehalten, sie früher von Jiriks Feindschaft gegen ihn zu unterrichten, es seien seitdem auch andere Herren zu ihm in Hilfe getreten ; er hoffe, sie würden ihm das nicht verdenken und Jirik nicht unterstützen. Wegen Nürnbergs habe er mit Friedrich von Brandenburg zu Zerbst einen Tag nach

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Nürnberg auf Montag nach Visitat. Mariae verabredet, den er sie zu beschicken ersucht.

(Cop. arch. Dresd. IIl, 48.)

8. 1450, Jani 3.

„Anläse zu Zerhst befeidingt". 1450 Mittwoch an S. Erasmustage sind zu Zerbst Herzog Friedrich von Sachsen u. Markgraf Friedrich von Brandenburg „von des irrethumbs landes vnd voitie zu Lusitz wegen" durch Erzbischof Friedrich von Magdeburg freundlich entrichtet worden; wegen anderer Gebrechen ist ein Tag nach Nürnberg auf Montag nach Visit. Mariae angesetzt u. Ludwig Landgraf von Hessen nebst dem Erzbischof zum Obmann zwischen den Parteien (auch Johann und Albrecht von Brandenburg) angenommen worden etc. etc.

(Copia arch. Dresd. HI, S4.)

9.

1450, Juni 10 (Meissen).

Herzog Friedrich von Sachsen genehmigt den Spruch und die Richtung, welche sein Rath und lieber Getreuer, „herr Matthes von Lazan, Shck gnant, herre zur Weissenkirchen, burggraf zu Eger und zum Elbogen", zwischen ihm und „Niklas von Kraczin, gnant Uchatzko, izund heuptmann zu Konigswarte" gemacht hat und ver- spricht sie unverrückt zu halten. D. zu Missen, 1450, Mittewoche nach vnsers Herrn Lichnamstage (10. Juni).

(Orig. ai'ch. Dresd.)

Gleiches ßekenntniss zu dieser Richtung stellte Niklas von Kraczin schon am heil. Pfingstabende (23. Mai) aus.

(Oriff. ibid.)

In einem Schreiben vom Dinstag nach Urbani (26. Mai) bat „Mathes her zur Weiszkirchen, burgraue zum Elbogen**^ den Herzog Friedrich, da er zwei Gefangene desselben von Uchatsko nur gegen ein Lösegeld von 100 Gulden rhein. habe ledig machen können, ihn darüber nicht zu Schaden kommen zu lassen.

(Orig. ibid.)

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10. 1450, Joni 13 (Pilsen).

Der katholische Herrenverein in Böhmen an Herzog Friedrich von Sachsen, Meldung von dem mit ihren Gegnern geschlossenen Vertrage und seiner Aus- schliessung von demselben.

(Original im kSn. Archiv zu Dreiden.}

Durchleuchter hochgeborner fürst gnediger lieber herre. Unser willig dinste sein ewern gnaden allezeit voran willig, Gnediger lieber her nachdem als ewer (sie) in einikait vnd verschreibnuss mit vns seitt , also hab wir ewr fürstliche gnade wie offt besantt durch boten vnd auch durch brieff vns zu hilff zu cziehen nach laut vnd aufwei- sung vnser verschreibnuss, des vns denn gros notturft gewest were, ewr gnad uns geantwort hat durch brieff und auch durch boten vns zu hilff ze komen, das denn nicht von ewern gnaden geschehen ist, wenn vnser verschreibung innehält, wenn wir ewern gnaden vor vierczehen tag zu wissen geben, so sal ewer gnad mit ewr gnad macht vns zu hilffe komen, nu haben wir ewr gnaden gehart im felde nu wol funff wochen mit grossen vnssern verderblichen scheden, wenn wir haben allezeit zu ewern gnaden hoffnung gehabt vns zu hilff zu komen, es ist auch herr Niklas von Lobkowitz zu vns komen in das here bei Rokiczan vnd hat vns geweist ewr gnaden brieff, wie ewr gnad schreibt, wie ir wellet schicken ewr volck gein Chadan den suntag nach gots leichnamstag, des wir alles gehart, nicht also erfunden, auch kein hilff von ewrn gnaden verstanden haben, dadurch vns den gros scheden zugezogen vnd geschehen sein von den feinden, nu hab wir müssen ansehen vnser gross verderben vnd mit vnsse feinden frid müssen aufnemen auf sand Jorgentag schirstkunftig vnd ewr gnad hindan haben müssen setczen, darnach ewr gnade wisse sich zu richten.

Geben zu Pilsen am Sambstag vor sant Veitstag annorum dni etc. 1""°.

Heinrich von Rosenberg

Ulrich von Newenhawse vnd

all ander herren ritter knechts

vnd Stete yecz zu felde

ligende.

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11.

1450, September 9 (Neustadt). König Friedrich ermächtigt die Budweiser, sich einen Stadtrath selbst zu setzen.

(Ocigrinal im Budweiser St. Archiv.)

Wir Friderich von gotes gnaden Romischer kunig, zu allen Zeiten merer des reichs, herczog zu Osterreich, zu Steyr, zu Kernten und zu Crain, graue zu Tirol etc. embieten den fursichtigen burger- meister vnd rate der statt zum Budvveis, vnsern lieben getreuen vnser gnad vnd alles gut. Lieben getreuen! Als wir euch vormals von wegen vnsers lieben vettern kunig Laslaes, als eins kunigs zu Beheim, ewrs herren, beuolhen vnd macht gegeben haben, einen rat vnd schepfen in der statt bei euch zu setzen, das ir dann also getan, vnd durch solich setzung die statt, als wir vernemen, die zeit auss wol versorgt habt, das uns zu gutem geuallen von euch kömet; nu habt ir yetzund zu vns ewr erber bottschaft gesandt, vnd vns gepetten, solichen ratt bey euch nu zu uernewen, das vns dann durch guter vrsach vnd ewrer bett willen auch gefallen hat, derwarten , das auch ettlichen in dem rate solich müe vnd sorg- feltikeit solang nit zu swer werde ; darumb in solichem gutem getrauen, das wir zu euch haben, so beuelhen wir euch von des obgenanten vnsers lieben vettern wegen , vnd geben euch auch vollen gewalt, zu disem male vnd auf solich zeit, als dann gewön- lich ist, einen newen rat zu setzen vnd zu erwellen von solichen erbern leuten , damit dann vnser lieber vetter, wir, auch die gancze statt vnd gemein, reich vnd arm, versorgt sein, die dann auch mit solichen gelubden vnd eiden verpunden werden als das pillich vnd recht ist; vnd tut darinne, als wir euch des gancz getrauen, wann wir darumb keinen amptman zu euch haben sennden wollen, sonder wir haben vnser getrauen in euch als fromme vnd getreue leut setzen wollen; vnd wir gepieten darauf euch, der ganczen gemeinde zum Budweis, reich vnd arm, vnsern lieben getreuen, ernstlich vnd vesticlich von wegen vnsers egenanten vettern, das ir solichem newen rate, der in obgeschribner masse geseczt wirt, volliclich gehorsam vnd gewertig seit vnd euch dawider nit setzet, in dhein weise, als dann pillich vnd recht ist. Daran tut ir vns vnd vnsern vettern ein sonder gefallen, das wir gen euch gnediclich wollen erkennen.

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Geben zu der Neuestatt am newntlten tag des monads Septem- ber, nach Christi gepurd virtzehii hundert vnd im funftzigisten , vnd

vnsers reichs im ainlefften jare.

Ad mandatum d. regis d. Joh. Ungnad referente.

12.

1450, Sept. 19—28.

Herzog Wilhelm von Sachsen an Georg non Podiebrad und dessen Bundes- genossen. Als vnser lieber sweher markgraf Albreeht von Brandenburg und wir unsere räthe „bie uch gehabt habin in werbunge ueh wol bewnst, sind solich. . . rete vff hüte Sonnabind vor Blaiikenhain, da wir iczunt im felde ligen wider bie vns komen vnd habin vns bericht, wie daz sie von Pirne gein Missen gleit sein worden. Da hat vnnser bruder yn geantwurtet, er wulle keinerlei teidinge thun, die wiele ir vff im lieget." Diese Räthe konnten kein Geleit zu den Böhmen zurück erlangen. Der Herzog verlangt zu wissen , wo diese liegen, um sich mit ihnen vereinigen zu können etc. D. im felde für Blan- kenhain vff Sonnabend nach Lamperti 14S0 (19. Sept.).

(Orig:. arch. Dresd. I, 363.)

Derselbe an Denselben. Dankt für die Erbietung zur Hilfe und zur Vereinigung der Heere. Er habe Schloss u. Stadt Blankenhain der Grafen von Gleichen bezwungen und sei gestern Sonntag vor Schloss und Stadt Nebra gezogen, habe die Stadt genommen und belagere das Schloss. Die von Nuemburg hätten sich schwer gegen ihn vergangen, die Böhmen möchten gegen sie ziehen, „dahin ir vonAldenburg funff myle habt," wohin auch er ziehen und dieselben strafen wolle etc. D. im felde vor Nebra, vff Montag Wenceslai 1450 (28. Sept.).

(Orig. ibid. [, 364.)

13. 1450, Oct. 22 (Krymptschaw).

Urkunde über den im Lager bei Krimmitschau geschlossenen Waffenstill- stand.

(Original im Dresdner Archiv.)

Wir die hirnachgeschriben Hanns von Neytperg vnd meister Virich Ryederer licentiat beider rechten des allerdurchluchtigsten fursten vnd herren hern Fridrichs Romischen konigs czu allen

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Zeiten merei* des reichs herczogen zu Osterreich etc. vnsers gne- digsten hcrn , vnd wir Heinrich Griffeiiclahe thumtechand zu Mentze, Conrad zu Frankensteyn ritter burcgraf zu Starkenberg vnd Hans von Eriebach hoffmeister des hochwirdigsten in got vater vnd hern hern Diterichs erzbischofs zu Mentz des heiligen Romischen riches in Teutzschen lannden erczcanczler etc. rethe bekennen vnd thun kund allermenniclicb, das wir vff hutigen tag von der krieg zwytracht vehde vnd feltzuge wegin, wie sieb die dann zwuschen des hoch- gebornen fursten vnd herren hern Friderichen des heyligen Romi- schen richs erczmarschalken eyns vnd ervvirdigen in got vater vnd herrn hern Peter bischofs zu Nuemburg eyns vnd des hoch- gebornen fürsten vnd hern hern Wilhelmen herzogen zu Sachsen hindgraiien in Doringen vnd marcgrauen zu Miessen gebrudern vnd der hochgebornen fursten vnd herren hern Friederichen des iieiligen Romischen riches ertzkamerer, Johannsen Aibrechten vnd Fridrichen gebrudern marcgrauen zu Brandenburg vnd burggrauen zu Nurem- berg vnd des wohlgebornen herren graf Heinrichs von Schwartz- purg herreu zu Arnstad vnd Sundershusen viid der edeln herren her Girzik von Kunstad hern zum Bodyebrad, hern Zdenko von Sternberg obersten buregrauen des slosss Präge, hern Petein von Sternberg, hern Gindrzich von Dauben, hern Gindrzich von Placz, hern Buryan von Gutensteyn, hern Jhane von Kunstad, hern Fridrichen buregrauen von Donyn, herrn Ditrichen von Janowitz, hern Jesko von Boskowitz, hern Wilhelmen von Ileburg, hern Jenko von Postuwitz haubtman in Kraulmerkrays , Jhan Perdos von Pratko, Jhane von Boskowitz ritter, Jhane Zaitu von Steynberg vnd WenczlaCzerda von Petrowifz vnd anderen herren rittern knechten auch der von steten so ytzt von Behemen mit sampt zu im felde sein der andern teyle vnd yrer yeder helffer vnd helffeis heiffer vnd aller der die dorvnder gewandt sein, bissher gemacht vnd begeben, beredt vnd beteydingt haben eyneu vffrichtigen getreuwen vnd cristenlichen fridlichen anstand, der morgen mit vffgang der sonnen angehen, wehren vnd bestehen sal biss vff sanct Vrbanstag schierstkunfftig den tag vber zu vndirgang der sonnen, vnd sollen yn sollicher vorgemeldter ziid des frides die vorgenanten herren vnd partheyen durch sie oder yre volmechtig anwalt vnuergriffenlich dem fride eynen guilichen tag suchen vnd halten zu Bamberg vff den Montag nach dem Sontage in der fasten, als man singet reminiscere schierstkunftig des nachts

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doselbs an der Herberge zu sein vnd dornaeh des andern tages zu den Sachen zu griffen dahin dann die egenanten vnser gnedigen hern von Sachsen etc. vnser egemeldten gnedigsten vnd gnedigen herren den Romischen konig siner königlichen gnaden rethe zu schicken den ertzbischoff von Mentz auch den hochgebornen fur- sten vnd hern hern Ludewigen landgrauen zu Hessen vnsern gnedi- gen hern zu sollichem tage zu komen biitden sullen doselbs flissiclich zuuersuchen die obgemeldten partheyen fruntlich in der gutlichkeyd oder eyns zymlichen rechtlichen ustrags zuuereynen, vmb alle yre spanne zwytrechte vnd missehelung so yetwedersijd geyneinander habin vnd sullen auch doruff alle slos stete merkte hofe vnd dorffer mit yren zugehorungen die yede parthie in diesen kriegen besetzt vnd in huldunge genomen had iglichem der die ytzt innhad zu ussgang diesss friedes oder so lange biss zu gutlichem oder recht- lichem usstrage innehalten es sullen auch alle die die in diesen kriegen von allen kriegen von allen parthien gefangen worden sin biss zu vssgange diesss friedes gereysig vff yre eyde burger vnd bauwrn uff bestalt tege habin vnd den tege gegeben werden an geuerde, es sal auch alle vnbezalt schatzunge vnd brandschatzunge aller vorgemeldter parthyen halben anstehen biss zu ussgange diesss frides doch das ein yeder gefangener sin atzunge bezale item ab eynch parthey oder die yren in diesem fride icht handilt oder tete das den andern teyl oder die sinen wolt bedunken ein fridbruch sein das seltn stehen zu des egenanten vnsers gnedigen hern von Hessen erkenntnus ob das ein fridbruch sey vnd wie man den wandiln vnd verbessern sulle. Des zu warem vrkund haben wir vorgemeldten vnderteydinger hiran vnser insigile gehangen und wann nu sollicher fride mit vnser egenanter fursten von Sachsen vnd partheyen vnd vnser vorgenanter Behemischer herren wissen, vnd willen beteydin- get vnd bescheen ist so gereden vnd globen wir ytzt gemeldten fursten bie vnsern fürstlichen eren vnd wirdden an eydesstad vnd wir die egemeldeten Behemischen herren bie vnsern waren truwen an eydesstad diesen fride an allen hier inn begriffen stucken punkten vnd artikeln vesticlich vnd vnzurbrochen getruwelich zu halten vnd wir obgenanten fursten von Sachsen für vns vnd für vnser yeders vorgemeldten parthien auch für vnser helffer vnd helffers helffer vnd alle die vns vorbemeldten parthyen in diesen sachen gewandt sein habin zusampt den vorgenanten vndirtheidigern des vnser in-

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sigile auch an diesin brief gehenckt so babin wir obgenanter Girzick für vns vnd die anderen obgenanten Behemischen herren ritter vnd knechte auch die von steten die in diesin Sachen verwandt sind vnser insigil auch zu der obgenanten fursten vnd vndertheydingern jnsigile an diesin brief gehangen.

Gescheen vnd gebin zu Krymptschaw am Dornstage nach der eylflFtusend meyde tag nach Cristi vnssers hern geburd im vierzen- hunderten vnd funffzigsten jaren.

(Mit acht anhängenden Siegeln.)

14. 1450, November 11.

„Hineck Crussina herre zu Sswamberg vnd heupman des Eger- landes und Bohuszlawe von Swamberg mein sone herr daselbist" treten in einen gütlichen christlichen Frieden mit Johann Markgrafen von Brandenburg und den Seinen bis auf nächstkünftigen S. Jacobs- tag (25. Jul. 14S1). Obmann des Friedens sei „der edele Mathes von Lazan ritter Slick genant" ; Bürgschaft leisten Herr Bohuslaw von Seeberg herre zu der Plan, Jan von Wolfstein gesessen zum Trybel, Jan von Prostiborz gesessen zum Pomockel, Raczko von Weyssengrün, Sigmund von Holubingenhof, Beneseh von Tuppawe, Leutold von Obernitz, Humprecht von Gotschaw, Friedrich von Feyltsch zu Burschengrun und Hanns Keiner gesessen zu Bezderawe; die Summe von 5000 rhein. Gulden; Einlager nach Eger. D. an S. Mertenstag, 1450.

Orig. arch. Plasseoburg (in Bamberg).

15.

1451, Ittart. 31 (Eger).

Herzog Wilhelm von Sachsen und Markgraf Albrecht von Brandenburg, als Teidingsleute , erstrecken den zwischen Herzog Friedrich von Sachsen und dem Podiebrader Bunde in Böhmen geschlossenen Waffenstillstand bis zum

29. Juni 14^1.

(Orig. im k. säehs. Staatsarchiv.)

Von gotes gnaden wir Wilhelm herezog zu Sachsen lantgraue in Doringen vnd marggraue zu Missen vnd Albrecht marggraue zu Branndburg vnd burggraue zu Nuremberg bekennen vnd thun kunt ofFenlich mit dem brief gein allermeniglich, nachdem vormals zu Krymtschaw yff Donrstag nach der eillTtausent meide tag nehstuer-

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giingcn zwischen den parteyen die das bernret ein fride vnd gnt- lieher standt biss vfl" Vrbani schierstknnftig beteidinget gemacht vnd dabey aussgedrucket ist das in solicher zeit des friden ein gutlicher vnuerpunder tag vff den nechstuergangen Montag nach dem Suntag Reminiscere in der stat zu Bamberg solte gesucht vnd gehalten worden sein, alles nach inhalt vnd aussweissung der fridbriefe darüber gegeben, also haben wir vmb des besten willen als teidingsleute souil fleisses gethan , damit wir zwischen dem hochgebornen fnrsten vnserem lieben herrn bruder vnd oheim hern Fridrichen herczogen zu Sachsen des heiligen Römischen reichs erzmarschalck lant- grauen in Doringen vnd marggrauen zu Missen an einem, vnd den edeln vnd gestrengen hern Girziken von Cunstat hern zu Bodiebrad vnd seiner parteyen am andern teil einen gutlichen vnuerpunden tag hieher gein Eger gemacht, denselbs personlich besucht vnd nach vil vnserer muhe in den Sachen gethan mit beider vorgnan- ten parteyen willen wissen vnd volwort beteidinget haben das solicher vorgesaczter fride zwischen denselben parteyen erstrecket vnd erlenget sein sal biss fiirter vff sant Peter vnd Pauls der heiligen zwelffboten tage nechstkunftig, denselben tag gancz auss biss zu vndergang der sunnen, vnd das auch alle geuangen auff beidenseiten so sich die isteilen worden biss vf denselben sant Peter und Pauls tage betaget werden sullen nach lawt vnd innhalt der vorgemelten fridbrieue, vnd ob sieh yemant vmb gelt auss geborget hette, sollen die purgen vnd selbgelter dafür die zeit auss soliches frides vngemant bleiben biss zu aussgang des frides, vnd doch noch soliches friden aussgang behafft vnd schuldig sein, wes sie vor solicher zeit pflichtig gewest weren , wir haben auch dabey nemlich beteidinget vnd abgeredt das durch beide vorgnante par- t<'yen pynnen der zeit des frides ein gutlicher vnuorpunder tag vff den Suntag trinitatis vor vns teidingsleuten geleistet vnd besucht werden sol , nemlich das vnser bruder vnd oheim herczog Fridrich vorgnanter personlich vnd wir obgnante teidingsleute auch in eig- nen personen vff den genanten Suntag in die stat gen Prux vnd her Girzick vorgnanter personlich mit sampt seiner parfey gein Belen gein Teplicz oder gein Lawn komen sollen alsdann wir teidingsleute am Montag darnach folgende zu den sachen greiffen die gnugsamlich vorhoren vnd fleisslich vorsuchen wollen ob wir die gütlichen gerich- ten, oder sie gleicher bil lieber recht zn nemen vnd zu geben mit

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einander vertragen mögen. Vnd des zu vrkiinde haben wir obge- nanten herczog Wilhelm vnd marggraf Albrecht als teidingsleute von beyden parteyen bethe wegen vnser jeglicher sein eigen insigel mit rechter wissen aufT diesen brief thun drucken vnd zu merer Sicherheit vnd vns diser teiding zu besagen haben wir herczog Fried- rich von Sachsen obgenanter für vns vnsere helffern vnd nemlich auch für hern Fridrichen von Schoimburg etc. vnd wir Girzick von Cunstat etc. für vns vnd vnsere partey vnser yeglicher sein eigen insigel zu der obgenanten teidingsleute insigeln auch auff disen brief mit wissen thun drucken. Geschehen vnd geben zu Eger am Mitwoch nach dem Suntag als man in der heiligen kirchen singet Oculi in der vasten nach Cristi gepurt vierzehenhundert vnd darnach in dem ein vnd fünfzigsten jaren.

(Mit vier hinten aufgedrückten Sieg;eln.}

16. 1451, Jan. 27 (Prux).

Dieselben Teidingsleute verlängern denselben Stillstand weiter bis zum 2S. Juli 1431.

(Orig-. in demselben Archiv.}

Von gotes gnaden wir Wilhelm herczog zu Sachsen lantgraue in Doringen vnd marggraue zu Missen vnd Albrecht marggraue zu Branndburg vnd burggraue zu Nuremberg bekennen vnd thun kunt otfenlich mit dem briefe, nachdem wir am Mitwochen nach Oculi nehstuergangen vff dem tage zu Eger den friden vnd gutlichen standt so vormals zwischen dem hochgebornen fursten vnserm lieben bruder vnd oheim hern Friderichen herzogen zu Sachsen des heili- gen Romischen reichs erczmarschaick lantgrauen in Doringen vnd marggrauen zu Missen an einem vnd den wolgebornen edeln vnd gestrengen hern Girzik von Cunstat herren zu Bodiebradt etc. vnd seiner parteyen am andern teil zu Krymptzaw gemacht ist biss vflf Sant Peter und Paulstag schierstkunfftig erstrecket vnd dabej einen gutlichen vnuerpunden tag vff diese zeit zwischen den parteyen gemacht vnd verainet haben alles nach clerlicher innhaltung der fridtbrieue darüber begriffen vff solichen tag wir als teidingsleute vnd die parteyen beiderseit komen sind zwischen den wir zu tei- dingen angeuangen vnd darinne erfunden haben das zuuoran not ist den friden der sust gar kurzlich ende hett zu erstrecken vff das wir

Fontes. XX. Bd. 2

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miissiglich ob den Sachen gesein, dar inn dest statlicher gehandein vnd furgenemen mögen was nucz vnd notdiirftig sein wirdet. Darumb so haben wir vff heut dato disses briefes mit beider parteyen wissen vnd willen den friden vnd gutlichen standt von sant Peter vnd Pauls tag biss furter vfF sant Jacobs tag schierstkunftig vnd denselben tag ganz auss biss zu vndergangk der sunnen erstrecket vnd erlengert erstrecken vnd erlengen den in kraft diss briefs also das der von allen parteyen vnd den iren solich zeit auss getreulich vnd vnuerprochenlich gehalten werden sol mit allen punkten nach laut des vorgemelten fridbriefs vormals zu Eger darunter begriffen sun- dern vmb die geuangen ab man die solich zeit des frides betagt haben will so sollen die Behemischen hern die also betagen also das man sie für ein ziemlich gelt gein jar aussporge ob aber das aussporgen vnd betagen nicht geschehe so selten doch die geuangen die zeit des frides nicht geschuczet sunder als erbere geuangen gehalten werden alles one arg vnd ohne alles geuerde. Des zu vrkunt haben wir obgenante herczog Wilhelm vnd marggraff Albrecht als teidingsleute von beider parteyen bete wegen vnser yeglicher sein eigen insigel mit rechter wissen an diesen brief thun drucken und zu merer Sicherheit haben wir herzog Fridrich von Sachsen obgenant für vns vnd vnsere helffere und wir Girzick von Cunstat für vns vnd vnsere helffere vnser yeglicher sein insigel zu den ob- genanten teidingsleute insigeln auch mit wissen vff disen brief thun drucken, Geben zu Prux am Suntag nach vnsers herrn leichnams tage anno eiusdem millesimo quadringentesimo quinquagesimo primo.

(Mit vier aufgedrücklcn Siegeln.)

17. 1451, Jnni s. d.

Artikel des zwischen den Herren des Saazer Kreises in Böhmen und Herrn Friedrich von Schönbnrg nach des Letzteren Gefangennehmung geschlossenen

Friedens.

(Aus ileni Urkundenbuche Ales' von Sternberg im Wittingauer Archive.)

Item her F'ridrych von Schumburg liat alszo vorwillet dise untengeschrlbenp

stücke zu volfüren und damit schol er ledig werden seins gefeincknusz an

anderer schatezunge.

Von ersten das er das slosz Pirssenstein abtreten sol das in ir macht und gewalt geben und entwarten und damit sol er alles das

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sein ist herab nemen und füren was er daben hatt auszgenamen was von speisz daben ist das schol bleiben pey dem slosz.

Item das andere, das alle gesellen dy auff dem slosz sein sollen frey herab geen ungehindert mit iren harnusch und gerete, und welcher sieh mit dem lande rychten wil das sol auffgenomen werden.

Item das dryt das alle gefangen auff peyder zeiten sollen ledig und losz gesagt und gelasen werden an satezunge.

Item das vierde umb dy magestat darumb her Fridrych von Schumburg gemant und angelangt hat dy von Sacz von heren Alschen seins vettern kindere wegen darumb schol er ader ein andrer der in hett mit den briff nicht anders suchen nach fordern den mit recht an kryeg.

Item das fünffte das her Fridrych schol ein ewyge urfehde thun allen den di vor dem slos gelegen sein und hulff und rath darczu geben haben und thun und aber mit dem hin für icht zu schicken gewunne das sol er mit des landes rechten suchen als dy abschrifft auszweyst.

Item das sechste so das slosz gebrochen wirt pitt den her Fridrich umb dy gütter dy czum slos Pirssenstein gehören den weyszen wyder zu geben das schol in nych versagt werden sunder des gewert.

18. 1451, Juni 29.

Friedbriefe der Herren des Saazer Kreises und Herrn Friedrich's von

Schönburg.

(Aus dem Urkuadenbuche Ale»' von Sternberg im Wittingauer Archive.) I.

Wir Älesch und Peter heren zu Ssternberg Burian herr zum Guthenstein Jacob und Jan von_Wrzesspwecz ritter Jon Czalta von Sstainperg und alle erberge lantlewtt in Satzer kraysse und purger- meyster rethe und gemain der czweyer stet Sacze und Lawen und gemaynicklichen alle die dy der sach zu schicken haben bekennen in disem unsern offen briff und wollen das esz wyssentlichen sey allen denn die disen briff sehin hören adir leszen noch dem und wir für den edeln heren heren Fridrichen von Schumburg heren zu Glawchaw für das slosz Pirssinstain als für unsern veintt geczogen

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sein den da seibist gefangen und das slosz benotigt haben alszo das esz uns zu unsern banden geben und geentwürt ist, dorin wir denen heren Aisehen von Schümburg seling erben sünderliche gunst getan und dem genenten heren Fridrichen versprochen haben wenn das slosz Pirssensstain geprochen wirt als denn den kinden ire guter dy die zeit zum Pirssenstain gehört haben wider zu geben alszo geben wir inn die seibin guter alle mit allen und ytlichen iren herlichkeyten und zugehörungen wie dy mit sünderlichen Worten mügen genant werden wider ein aufgeschlossin den Hauszpergk darauff das slosz Pirssensstain yezund lyget der hynfür nymmermeer besaczt noch gepautt sol werden sunder der andern obgenenten guter aller sullen und mügen sie genissen und der geprauchen als irer rechten erb- güter für uns und menicklichen ungehindert und gereden und ver- sprechen in alle bey unsern guten waren kristeinlichen trewen keynerley irrung noch einspruch dorein zu thun noch nymant von unsern wegen an alles geuerde. Auch ist nemlich beret von des Kauffung wegen zum Brone umb sulich sprnch die der genent herr Fridrich zu im vermeint zu haben das sie von paiden teilen derselbin sach mechtigklich bey uns Pettern heren zu Ssternberg und Jacoben von Wrzessowicz ritter pleyben schüUen und wen uns heren Frid- rich pytet tag dorumb zu beschaden so schüUen wir inn yn vier Wochen noch seyner vormanung aynen tag an gelegne stet setczen und der sach ein ende machen , wörd abyr sach daz wir in den tag in den genenten vier wochen nicht seczten so mag here Fridrich dornoch seyn sach gegen dem Kauffung noch seyner notdorfft fordern und fürnemen , und umb dy Hluban ist berett daz here Fridrich das mit recht gen in suchen schol an den enden do sie hyn gehören. Forder ist berett was herre Fridrich zu eren Nicolaen zu sprechen hat das hat er macht gegen im fürzunemen und zu fordern noch seynen willen und gegen dem Hoynise zu Wintericz deszgleychen, daz get uns nichcz an, und sol im an seyner verschreybung gen uns unschedlych sein, wir versprechen auch alle dem offt genenten heren Fridrichen das im von uns und allen den unsern auff den gutem zu der Sletenen die er von abte von Grünham inne hat keynerley be- schedigung thun noch thun lassen sullen so lang und er die in seyner beschuczung ynne hatt, würd in abyr von den unsern an unsern willen schade getan das schol gebessert und widergekart werden noch Peter heren zu Ssternberg und Jacoben von Wrzessowicz

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rytter erkentnus geschehe in abir schade an eynem gemaynen czuge gen Meysen dorumb sullen und wollen wir unbetaydingt sein. Des zu waren bekenthnusse haben wir Petr herre zu Ssternberg Jacob von Wrzessowicz rytter, und wir purgormayster und retbe der czwayer sstete Sacz un Lawcn unsere insigel und secret an disem briff gehangen, der under wir alle die andern uns milsampt in ver- pinden alles das zu balden was in dysem brifT geschriben stett, der geben ist noch Christi unsers heren gepurt XIIIP. und in dem LI, jare an sant Petr und Pauls der heiligen czwelff poten tage.

IL 1451, Juni 39.

Wir Frydrich von Ssumburg her zu Glaucha und Hartensstein bekennen und thun kunt offenlichen mit disem brifF vor allermenigk- lichen und wollen das esz wissentlichen sey allen den dy inn sehen hören ader leszen das wir ein ewige urfehde gethan haben und thuen dy mit krafft dicz briffs das wir ewigklichen nymmermeer thun wol- len noch sein mit werten nach mit werken heimlychen nach offen- lychen, wyder dy edeln und wolgebornen heren heren Alschen heren zu Ssternberg sein sone, heren Burian von Gutenstein, heren Jacob von Wrzessowicz ritteren hewptman desz Saczer kreysze heren Jan von Brzessowicz ritter seyn sone errn Jan Czalta von Ssteinperge gesessen zum Rabensstein, nach wyder alle dy erbergen lantlewte desz ganczen Saczers kreyszs darinn sitczende noch wideren dy ersamen und weyszen purgermeystern und reten und den ganczen gemeynen der czweyer sstete Sacz und Lawen, nach wider alle die iren nach wider dem selbigen ganczen Satczer kreysz nymant auszgeslossen gestlichen noch Averntlichen, nach wider der obgenanten heren herschefFten gutteren mannen dynern, Untertanen lewten und dem di in zuuersprechen steen dy sie ytczund haben ader in den und andern kreyszen ader wa sy dy zukumfftiglichen und an welchen enden sy dy gewynnen nach wider alle di da rat tat folge peysstande hülf ader lere gethan haben da mit das slosz Pirs- senstein gewunnen und wir geffangen sein worden, darumb wir sy nach ire erben hyn für nymmermeer ewigklichen wir nach nymant von unsern wegen esz were durch schuhe lere ader anweysung von des ader sust von andern sach wegen dy obgeschriben heren ritter-

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schafft stete und ire erben , und alle dy iren nicht anten efei-en

nach mit krigen anlangen sollen, nach enwallen heymlichen nach

offenlichen in keynerley weisz wie menschen list erdencken möcht,

den, gewonnen wir was hernach czu schicken von unseren selbs

eignen sach ader von unsern dyneren wegen mit den abgeschriben

heren lantlewten ssteten und den ganczen Saczer kreysz ader mit

den iren ader mit den dy in peystand hulff ader rathe gethan haben

da gereden und globen wir das wir das nit anders gen in schallen

noch enwollen fürnemen denn mit dem landsrechten zu Behem und

uns an iren landsrechten genügen lassen was dae erkant wurde

nach schuld und antwürt und das in kayner ander weysz fürnemen.

Auch ist nemlych und sunderlich berett und betadingkt worden als

umb dye magestat darumb wir Fridrich here zu Glauchaw die von

Sacze angelanget haben als von heren Alschen unsers vettern seling

kinder wegen daz hinfür wir nach nymant der denselben brieff ynne

haben wirt die von Sacze mit krige damit fordern noch anlangen sol

sunder das mit demselben brieff anders gen in das nicht fürnemen

noch suchen sol denn in obgeschribner masse mit recht. Esz ist auch

nemlych, betaydingt und beret von des Kauffungs wegen zum Brone

umb sulich spruche die her Fridrich im vermaint zu haben daz sie

von paiden tayln derselben sach mechticiich bey uns Petern heren

zu Ssternberg und Jacoben von Brzessowicz pleyben schüllen, und

wen uns here Fridrich schreybt und pit tag darumb czu setczen so

Süllen wir in in vier wochen noch seyner vermanung ein tag gelegne

stet setczen und der sach ein ende machen word abyr sach daz wir

in den tag in den genanten vier wochen nycht seczten so mag der

herre Fridrich von Ssumburg dar noch sein sach gein Kauffung noch

seyner notdorfft fordern und fürnemen und umb dye Hliiban ist

betaydingt daz here Fridrich daz mit recht gen in suchen sol an den

enden do sie hyn gehören. Das alles gereden und globen wir peim

unserm guten waren trewen und eren getrewiichen auffrichtigk-

lichen stet gancz vest unverruckt und unverpothenlichen ytczliche

punct und artikl in den briue begriffen zu halden an alles geuerde.

Des zu urkund etc.

(Dat. 1451, 29. Jun.) Orig-. in archivo civit. Sacensii.

23

19. 1451, Juli 23 (Wyrnar).

Abermalige Verlängerung des Waffenstillstandes zwischen Herzog Friedrich von Sachsen und dem Fodiebrader Bunde bis zum 24. August i4öl.

(Orig. im k. sächs. Staatsarchiv.}

Von gotes gnaden wir Wilhelm hertzog zu Sachsen landgraue zu Doringen vnd marggraff zu Miessen und Albrecht marggraue zu Brandenburg vnd burggraue zu Nuremberg bekennen vnd thun offintliclien mit dem briev nochdem wir den frieden so wir vormals zu Eger zwischen dem hochgebornen fursten vnserm liebin bruder vnd ohmen hern Friedrichen hertzogen zu Sachsen des heiligen Romischen riechs ertzraarschalg landgrauen in Doringen vnd marg- grauen zu Miessen an eynem und den edeln wolgebornen vnd ge- strengen hern Girzick von Cunstat herren zu Bodiebrat vnd siner parthien am andern teil biess vfT Sand Peter vnd Paulstag nechst vorgangen erstrecket hatten uff dem nechst gehalten tag zu Brux biess vff Sand Jacobstag allernechstfolgende erlenget haben vnd noch in handel sind üb wir vffbedacht den yn etliche der parthien vfT vnser furgebin genomen haben die dincke zu einem gerumen frieden oder zu gantz errichtunge brengen mögen vff das dann ein solches wie notdurft fordert deste statlicher zuuorbotschaften vnd vfzuerbeyten sey dorvmbe so habin wir mit beder obingenanter parthien wissen vnd willen solchen fride von Sand Jacobstag biess furde vff Sand Bartolomeustag schirste folgende vnd denselbin tag gantz vss biess zu vndergang der sonnen erstrecket vnd erlenget erstrecken vnd erlengen den in chraft dieses briues also das der von allen parthien vnd den iren solche ziet vss getreuwlich vnd vnuorbrochenlich gehalden werden sol nach dem friedensbriue vor darüber begriffen sundern die gefangen mag icliche parthie halten die ziett des frides nach irem gefallen als ob der frieden nicht wer on geuerde. Des zu vrkundt haben wir obingenanter herzog Wilhelm vnser insigel vor vns vnd den genanten vnsern liebin sweher marg- grauen Albrechten als teydinsslute des wir marggrauen Albrecht hirzu mit vnserm üben sweher gebrechenss halben nutzumale vnssers insigels gebruchen mit rechter wissen an diesen briue thun drucken und zu mererer Sicherheit haben wir herczog Friedrich von Sachsen etc. obgenanten für vns vnd vnser helffer und wir Girzick von Cun-

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stat etc. von vns vnd vnser parthie vnser iclicher sin insigel zu der obingenanten teydingsluten insigeln auch mit wissen vf diesen briue thun drucken.

Gegeben zu Wymar vfF Frietag nach Marie Magdalene anno domini miliesimo quadringentesimo quinquagesimo primo.

(Mit drei hinten aufg'edruckten Siegeln.)

20. 1451.

Böhmisch-bayrische Grenzfehden.

(Auszüge und Anmerkungen aus den Original-Acten des kön. Reichsarchivs in München.)

Ä. Herzog Albrecht von Bayern verleiht und verschreibt dem Pfibik von Klenau sein Gut, genannt Winkel im Aigen, nebst den Ortschaften Fürth, Eschelkam und Neukirchen auf Lebenszeit. Dafür verpflichtet sich Letzterer dem Herzog zum Schutz der Grenze gegen die Einfälle böhmischer Ritter. Dat. zu München, Freitag nach Maria Verkündigung (26. März) 1451.

(MS. Böhmen u. Obere Pfalz lit. B.)

B. Um die Zeit des Palmsonntags (18. April) wurden dem Herzog Albrecht von Bayern, wegen des Racek von Janowic, Febde- briefe zugesandt von Peter von Sternberg, Jakob von Wresowic (Hauptmann des Saazer und Leitmeritzer Kreises und Herrn auf Lutitz) und von Jan Calta von Steinberg, Herrn auf Rabenstein. Es kam jedoch nicht gleich zum Kriege, da Pribik von Klenau sich der Sache annahm und zu Klenau einen Tag zwischen den Parteien vermittelte. Erst nachdem sich dieser Tag wegen zu hoch gespannter gegenseitiger Forderungen zerschlagen, klagte der Her- zog darüber den böhmischen Ständen (dd. Pfinztag vor S. Ulrich, 1. Juli) und kündigte die Absicht an, Gewalt zu brauchen.

(Orig. Acten ebendas.)

C. Sonntag vor Egidi (29. Aug.) schrieben Hynek Krusina von Sehwamberg, Hauptmann des Pilsner Kreises und Egerlandes, und Jan von Kolowrat auf Bezdruzic , an Herzog Albrecht von Bayern und verlangten, dass die zwischen Riesenberg und Janowic liegen- den Rittergüter, namentlich des Jan Wirke zu Uslaw, Ernest zu Herstein und des Jan von Wolfstein, welche die Fehde der Herzoge

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gegen die von Janowitz nichts angehe, geschont und gesichert werden möchten.

(Das. ebendas.)

D. Um die Mitte September thaten die Bayern einen Einfall in Böhmen und brannten die Dörfer unter Biesenberg ab (Modiice, Marquartice, Hlubok u. a.), wobei mehrere Leute des Heinrich Lieb- steinsky von Kolowrat, Herrn auf Taus, Schaden litten. (Kolowrat wohnte selbst in Taus.) Da mehrere böhmische Herren sich der Janowicer annahmen, so kam es zu wechselseitigen Einfällen in beide Grenzländer. Endlich im October wurde in Pilsen ein Kreistag gehalten, wo die Janowicer sich zum Landfrieden erklärten und der Kreis die Sachen auf rechtlichem Wege mit den Herzogen von Bayern auszutragen beschloss, während zugleich alle Feindselig- keiten aufhören sollten.

Nach Zeugniss der Acten waren Jan und Albrecht von Kolowrat auf Bezdruzic Brüder ; die Städte Tachau , Teinitz und Mies gehör- ten Herrn Burian von Guttenstein auf Breitenstein, oder waren doch in seinem Schutze; Wilhelm von Wolfstein ^,gesessen zu Hostun", war einer seiner Mannen.

Im November 14S1 wurden Heinrich von Kolowrat auf Taus und Pfibik von Klenau wieder auf fünf Jahre von den. Herzogen in Bayern in Dienste genommen, gegen die Janowicer zunächst, mit einem Jahrgeld von 600 Gulden. Auch dem Burian von Guttenstein wurden noch Jahrgelder gezahlt.

(Orig. Acten ebendas.)

21.

Übersicht der Carrespondenz Johann Capistrans von den Jahren 14t>l und i4S2, in Bezug auf die höhmischen und mährischen Hussiten. (Was hier geboten wird, ist nur ein Versuch, in ein chronologisches Ver- zeichniss zu bringen, so viel uns davon bekannt ist. Die reichhaltigste Quelle dafür ist eine Handschrift der Leipziger Universitätsbibliothek Nr. 940 in 4", dann Originalien und Abschriften im Wittingauer Archive, Abschriften in den Prager Consistorialacten, im kön. sächs. Staatsarchive in Dresden u. dgl. m. Da zu viele Briefe nur in Auszügen und undatirt vorhanden sind, so ist es nicht immer leicht, ihre Identität und Reihenfolge zu bestimmen.)

Jahr 1451. 1) August 21. Kremsier: Bohemi et Moravi (sacerdotes Cremsirii degentes) fratri Johanni de Capistrano: dd. Cremsir, sabbato post Stephan! regis. Ms. Lips. 940, fol. 286''.

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2) s. d, Capistran's Antwort darauf. Aus einem Olmützer Codex (2, VI, 6) abgedruckt in Fr. Walouch ziwptopis sw. Jana Kapi- strana, Brunn 1858, Seite 689 707.

3) Aug. 2J>. Towacow: Der mährische Landeshauptmann Johann Towacowsky von Cimhurg an Joh. von Capistran, dd. Towaczow, feria 4 post ßarlholomsei. Lips. 940, fol. 286" (erwähnt bei Cochlaeus).

4) Sept. 3. Olmütz : Capistran's Antwort darauf, dd. Olomucz, 3. Sept. Lips. 287*. Ms. Sternberg p. 287 (erwähnt bei Cochlaeus). Siehe hier Nr. 22.

5) Sept. (s. d.) Brunn: ein zweites Schreiben Capistran's an den- selben. Lips. 940, fol. 287.

6) s. d. Königingrätz : M. Johannes Borotin Johanni Capistrano, dat. in Greczreginai s. d. Incipit: Obsecro te, frater religiöse. Lips. fol. 282". Gedruckt in Capistranus triumphans S. 367, bei Walouch S. 790 792. (NB. In einer Wittingauer Hand- schrift wird dieser Brief dem M. Rokycana zugeschrieben.)

7) Sept. 16. Lucz (?): Derselbe an denselben, dd. ex Llucz (?) in die S. Ludmila;. Inc.: Nominatissimo et utinam digno. Lips. fol. 283".

8) s. d. Capistran's Antwort. Inc. Jhesus Christus. Scribis te optare Johannes Borotin. Gedruckt in Capistr. triumph. S. 368 370.

9) Sept. 20. Brunn: Capistran's zweites Schreiben an denselben, dd. ex Brutma, 20. Sept. Ine. Exprobrantissimo amico suo M. Johanni Borotin. Lips. fol. 284".

10) s. d. Capistran's drittes Schreiben an denselben, eine lange Abhandlung, gedruckt bei Walouch S. 792 895.

11) Sept. 11. Prag: M. Johann Rokycana's erstes Schreiben an Johann Capistran, dd. PragSB, sabbato ante exaltationem S. Crucis. Lips. fol. 290. Consist. Prag. fol. 38. Scultetus, III, 5. Gedruckt bei Cochlaeus, Wadding, in Capistr. triumphans p. 345 u. s. w.

12) Sept. 20. Brunn: Capistran's Antwort darauf, dd. ex Brunna, 20, Sept. Inc. Tuas honestas, quales alii non dixerunt. Consist. Prag. fol. 39, gedruckt bei Cochlaeus, Wadding, Capistr. triumph. p. 346.

13) Sept. 20. Brunn: Capistran an den Gubernator Georg von Podiebrad, dd. ex Brunna, 20. Sept. Inc. Hac die venerandi

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M. Johannis de Rokyczano literae mihi oblatse sunt. Lips. 287^ Archiv Trebon. Gedruckt bei Cochlaeus und Walouch.

14) Sept. 24. Znaiin: Johannes de Capistrano universitatiViennensi, dd. ex Znayma, 24. Sept. Lips. fol. 278\

15) Oct. 12. Zwettl: Capistran an Ulrich von Rosenberg. Original im Wittingauer Archiv; daraus bei Walouch S. 708 710.

16) s. d. Rokycana an Capistran. Inc. Optans te in Christo sapere. Gedruckt bei Wadding und Hermann (Capistr. triumph. p. 344).

17) Oct. 19. Krumau : Capistran an Rokycana, dd. ex Crumlov in Bohemia. Inc. Affectum salutis tuae et proximorum. Mirari satis nequeo, mi Rokyczane. Abschrift in Wittingau; Consist. Prag, fol. 40. Gedruckt bei Walouch S. 711—716.

18) Nov. 12. Rokycana an Capistran, dd. feria VI post Martini s. die quinque fratrum. Inc. Salutem in omnium salvatore. Utinam saperes et intelligeres. Ms. der Prager Universitätsbibliothek XI, C. 9, fol. ISO 155, bei Walouch (aus einer Olmützer Handsch.). S. 717—728.

Jahr 1452.

19) Januar 14, Eger: Capistran an Rokycana, eine lange Abhand- lung, dd. ex Egra, 1452, incepta in vigilia Nativitatis Domini (24. Dec. 1451) et conclusa in sabbato post octavam EpiphanisB, pluribus aliis arduis negotiis occupatus. Inc. Salutem in salva- tore omnium electorum, de quorum numero ferventi exspecta- tione te opto. In derselben Prager Handschrift, fol. 155 183 und bei Walouch S. 728—786.

20) Januar 10. Eger: Capistran an Herrn Ulrich von Rosenberg. Original im Wittingauer Archive. Siehe unten Nr. 23. Ein zweiter Brief dess. an dens. vom demselben Datum betrifft anderweitige Angelegenheiten.

21) Januar 10. Eger: Capistran an den Rath der Stadt Znaim. Aus einer Olmützer Handschrift herausg. bei Walouch S. 786 bis 790.

22) April 18. Mai 5. Brüx : Capistran an die böhmischen Barone dd. ex Ponte, quinta die Maii, „licet primae compilatae fuerint et destinatae 18 die Aprilis" (Capistran's eigenhändige Bemerkung in dem Exemplar des Dresdner Archivs, V, 240). Es ist dies der vielbesprochene Brief, worin Rokycana nur als bellua insensata bezeichnet wird; unvollständig edirt bei

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Cochlaeus und Amand Hermann (Capistr. triumph.). Ms. Lips. fol. 292".

23) Mai 17. Brüx: Capistran an Ulrich von Rosenberg. Orig., siehe unten Nr. 30.

24) Mai 24. Krumau : Ulrich von Rosenberg an Capistran. Siehe unten Nr. 31.

25) Ma i 29. Prag: Georgius gubernator et consilium regni Bohemiae Johanni de Capistrano , dd. Prag» feria II festi pentecostes. Ms. Lips. fol. 299; archiv. Dresd. V, 240; bei Cochlaeus uncorrect gedruckt. (Der bekannte Drohbrief.)

26) Mai 29. Prag: Magistri civium et consules Pragensium civi- tatum majoris, novae et minoris, eidem dd. eodem. Ms. Lips. fol. 300, arch. Dresd. ibid.

27) Mai 30. Johannes de Nedielisst eidem, dd. fer. III in pente- coste. Ms. Lips. fol. 291, arch. Dresd. ibid.

28) Juni 6. Brüx: Capistran an Georg von Podiebrad, dd. ex Ponte, die sexta Junii. Inc. Putabam ego minorum ordinis minimus. Abschrift im Wittingauer und im Dresdner Staatsarchive.

29) Juni 7. Brüx: Capistran an Ulrich von Rosenberg. Original in Wittingau. Siehe unten Nr. 32.

i»0) Oct. (s. d.) Brüx: Fr. Johannis de Capistrano literae ad baronem N. N. (so gibt ihn Capistran selbst an), dd. ex Ponte post festum Michaelis im Dresdner Staatsarchive (V, 240) von Capistran eigenhändig signirt.

31) Oct. 15. (Magdeburg.) Capistran an Ulrich von Rosenberg. (Orig. in Wittingau.) Declarat gaudium suum de felici adventu R. Ladislai ad civitatem suam Viennensem cum consensu Impera- toris; hortaturque multis D. Ulricum , ut adhibeat Studium maximum in dieta Viennensi pro die S. Martini indicta, ne Ladislaus Bohemis ad compactata tuenda sese obliget (Epistola prolixa).

32) Oct. 21. (Leipzig.) Derselbe an denselben. Orig. das. (Ein Auszug daraus findet sich in der Geschichte von Böhmen, IV, 1, S. 313.)

33) Nov. 5. (Leipzig.) Derselbe an dens. Orig. das. Significat se ad dietam Viennensem pro festo S. Martini non vocatum a R. Ladislao, itaqiie nee affuturum; doletque D. Ulricum in studio religionis novissime quodammodo lapsum esse.

2^d

22. 1451, Sept. 3 (Olmütz).

Johann von Capistran an den mährischen Landeshauptmann Johann Towa- cowsky von Cimburg, über die Nichtigkeit der Compactafe.

(Aus MS. Sternberg p. 287.)

Magnifice et utcunque excellens domine, more vulgari! In Christo Jesu reeta sapere, et non inanem temporalem, sed aeternam consequi gloriam!

Per tuum specialem nuntium ut asseruit non ex me molestas, sed ex tua ut ita dixerim excellentia graves periculosasque, nee non et perniciosas suseepi literas, ignorans tarnen, si tuo ex peclore talia processerint, quod ex famosissima intelligentia tua ac circum- specta discretione id mihi facile cr^dendum non annuo. Video enim intentionem tuam non passim , non distincte, non discussive, ad compactata innixam totaliter et conversam. Quam ob rem tanto magis corapatior ae dolore cordis affligor, quanto magis tantum virum noverim ignorare, quam compaetatores in liis quae speciale mandatum requirebant, auctoritatem habuerint a sanctse memoriae Eugenio papa quarto, vel etiam a recolendissimsB memorise tunc dignissimo eardinali S. Angeli, D. Juliano Romano, qui in studio legali pro veritate dicenda meus conscius comparque in tali facultate per annos plurimos mecum convixit, mecumque conversatus exstitit tamquam fidelis amicus ; quamve etiam ab ipso Basiliensi concilio, quod etsi bonum principium habuit ex institutione Martini, utinam numquam talem exitum babuisset contra sancta; memoriae Eugenium papam quartum; cujus imaginem, paleam atque sanctioeam temerarie, impiissime, malignissime atque diabolice concremarunt; intruserunt- que illum pauperrimum Sabaudiae ducem Amedeum in papam; verum non in papam, sed potius in basiliscum, qui tandem divina dementia illustrastus, fatuitatem suam deposuit, ac temeritatem intrudentiuui exprobravit, bumiliter et devote abrenuntians sanctissime et justissi- me, quod inique, maligne et damnabiliter usurpaverat. Cujus poeni- tentiam et humilitatem ac submissionem sub obedientia Nicolai papaB quinti omnis catholica ecclesia gratanter et hilariter, pie, benigne et misericorditer acceptavit. Nee me latet passio, aemulatio, et indignatio Arelatensis , hostis perfidissimi Eugenii papae quarti , quia eum camerarium apostojicum abnuit institiiere. Novit etiam tua, ut ita dixerim, celsitudo , si etiam post compactata in Iglavia miilesimo

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quadringentesimo tricesimo sexto, die quarta Julii, per eos, qui ad eadem compactata quoad communicationem sub utraque speeie proces- serunt, mandatum speciale sive ex parte sanct» memorisB Eugenii, sive ex parte D. Juliani in consilio praesidentis, sive ex parte ipsius etiam Basiliensis concilii nominati in Iglavia ostenderunt, vel si etiam talia compactata per ipsum Eugenium vel per ipsum D. Julianum, aut per ipsum concilium Basiliense, vel forte postmodum per SS. D. N'"" Nicolaum papam quintum unquam fuerint acceptata, ratifi- cata , authenticata vel confirmata. Si in hoc qnidquam habetis. ostendite: quod tamen nisi videro sub una authentica forma, minime credam, cum sciam, numquam vere posse ostendi. Magis autem patet, etiam ipsius Basiliensis concilii consuetudinem communicandi laicalem populum sub una speeie tantum, ab ipsa sancta et Immacu- lata universali Romana ecciesia rationabiliter introductam, et hactenus diutissime observatam , et a doctoribus divinae legis, sacrarum scrip- turarum atque canonum multam peritiam babentibus jam a longo tempore commendatam, pro lege habendam esse, nee alicui licitum esse , eam reprobare, aut sine auctoritate ecclesiae ipsam aliter mutare, sub data Basileae in sessione publica solenniter celebrata X. cal. Januarii anno domini M" CCCCXXXVIJ". Compactata autem facta fuerunt CCCC« XXXVJ», X. Julii (sie). Patet igitur expresse, quod vestra compactata, de quibus tantum festiim agitis, nedum prsedictis evacuata sunt, sed etiam multis aliis rationibus, quas in tractatu, quem super bis composui , diligenter et authentice demon- stravi. Quas cum ab altissimo donaretur, libentius facie ad faciem et ore ad os, etiam coram omni Christiane populo ; item, utinam ab ipso salvatore D. Jesu Christo sie daretur, ut coram SS. D. N'", Nicoiao papa quinto et omnibus RR""'' cardinalibus , cunctisque prae- latis ecclesiasticis, universisque doctoribus in sacra pagina et alterius cujuscunque facultatis, pacifice, caritative, tranquille et concorditer, tamquam omniiim minimus et indignus explicare valerem ; cum desiderio vestrae vestrorumque sequacium et complicium, abjectis mundialibus vanitatibus illecebrisque carnalibus, adipiscendae gloriae sempiternae. Ad quam praevio lumine spiritus sancti in cognitione catbolieae veritatis vos et vestros promoveat divinae sapientiae veridica cognitio, evangelica Christi prolatio, irrefragabilisque doctrina ipsius dorn, nostri Jesu Christi, qui suam sanctam, unicam immaculatamque ecciesiam et sponsam suo proprio sibi sanguine salute perpetua com-

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paravit et perenniter acquisivit. Vale Interim, dum te propriis oculis aspexero, ad finem gloriae sempiteniae. Ex Olomucz, III, Septembris, 1452 (sie), manu festina.

Fidelis orator Frater Johannes de Capistrano ordinis minorum.

23. 1451, 12. October (Zweftl).

Johann von Capistran an Herrn Ulrich von Rosenberg. Er werde nächstens nach Krumau kommen und sei zur Disputation mit Rokycana bereit.

(Ori^nal im Wittingauer Archive.)

„Magnifieo et exeellenti dnb dno Vlrieo de Rosenberg etc. suo protectori et preceptori singularissimo fidelissime et cito obsignentur.'*

n

IHC.

Magnifiee et exeellens domine, domine ac protector et bene- l'actor mi singularissime, humillima ac debita comendatione premissa. Hodierna die, quam semper honoratam sum habiturus, reddite sunt miiii litere dnationis tue; que quidem quantam letitiam et iocundi- tatem mihi attulerint, nuUo dicendi genere consequi possem : quando quidem ita promptissimum ita paratissimum ad nie sub tui tutela suscipiendum te invenio. Non enim aliud expectabam, nisi ut in te omnes uno ore predicant, efferunt et extollunt, christianissimum scilicet nomen , ut clarissimas et egregias virtutes tuas silentio pi'eteream ceteras: que tot et tante sunt: ut verum fatear, difieile dictu essent et licet cetera virtutum genera ad cuiusuis principis ornamentum accedant maximum. Decus tamen christiani nominis omnia vineit superat et calcat. Placuisse exeellenti dnationi tue literas meas magnopere gratulor: sed illud longe magis gaudio me affieit iiicredibili: cum meum ad te accessum sollicitas, ad liberandum tot niillia animarum pereuntium, que quotidie sathane gutturi preda et cibus fiunt. Quod firmissime assequutus es. Sum enim in Czbetell, profecturusque crastina die post absolutam predicationem Weytram. Ibi namque expectabo quousque tua exeellens dnatio pro me miserit. Si quidem feria quinta proxime futura tui ad me venerint, sexta feria sequenti iter versus Crumnam arripiemus. De die tamen disponas pro arbitrio tuo. Me autem semper ad veniendum paratis-

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siroum invenient Sed animadvertat dnatio tua ut duo currus pro sotiis et libris meis omnino mittantur, cum sine illis profieisci iion valeremus. Plura scriberem, sed omnia ore ad os agemus cum una tecum fuero quod citissime erit, si tuos quamprimnm ad me mittere nori gravaberis. Tua vero exeellens dnatio interim magnanirna erit, et periocunda. Spero enim quod ea assequemur divina gratia opitu- lante, quae ceteris negata fuerunt. Nam adest magnus et excelsus deus noster suis admirandis et stupendis operibus. Nobis autem molestum minime sit adesse humano studio et ingenio. Responsivas literas nullas adliuc accepi ab amico meo Rokyczano, causam ignoro. Certior enim factus suni, quod congregationein nonnullorum barorunn ßoemorum que fit prope Olomucz accessit, noa libeuti animo , ni fallor. Disputationem ut ex meis literis inteliigere potuisti illi nou denegavi neque denegabo, dummodo congruitas loci tributa sit, et peritissimorum virorum pulcra Corona. Scio et certus sum quod pro sui animi obstinatione potius ille frangetur quam flecti possit, eins argumenta rationes et ut verius dicam cavillationes, auctoritates et dicta faeile refellemus: sed eins et mei censores astare vellem: ut secundum illorum sententiam mee doctrine acquiesceret etconsentiret. Non enim intendo secum garulare, ut sepenumero loyci laciunt: sed ut omnia a congruis et debitis iudicibus determinentur. Omnis igno- rantie et timoris locus a me rtmotus est , si mecuin de congruo loco et de viris interventuris in actu convenire voluerit. Nam hujusmodi actus non apud vulgares et indoctos viros: sed apud eos quorun» probata et autentica est sententia et auctoritas fieri debet. Sed de ijs hactenus in quibus omnibus tuo optimo et fidelissimo consilio utar. Valeat exeellens dnatio tua quam Christus tueatur in evum , et me ut facis sub tuo presidio suscipe. Pro ea dignitate quam merito Rj'""' p. d. Jeodocus filius tuus assequutus est plurimum congratulor agoque gratias immensas deo omnipotenti qui illam sibi tribuit. Rogove ut ad sublimiora illum tollat, qui ex innata bonitate et virtute omnia bona meretiir. Iterum atque iterum vale mi optime protector, et pro me cito mittere non immoraberis, qui jam tecum fuisse diu desideravi. Ex Czbetell. XU". Octobris 1451. Manu velocissima.

Tue cxcellentis dominationis inutilis servus licet oratnr Hdelis- simus, Fr. Johannes de Capistrano ininorum miniinus.

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24. 1452, 10. Januar (Eger).

Johann von Capistran an Herrn Ulrich von Rosenberg. Er wolle nach Brüx

übersiedeln, um Prag näher zu sein, verspricht seine Streitschrift gegen Rokycana

zu senden u. dgl. m.

(Original im Archiv zu Witting'au.)

Magnifico et excellenti doraino, D. Ulrico de Rosamberg ee. suo benefactori et

praeceptori colendissimo.

__n

IHC.

Magnifice et excellens domine, domine benefactor et praecep- tor mi colendissime, humiliimam ac debitam commendationem cum omni officio obsequendi. Immensas tibi gratias ago, tum vero maxime, cum de novis australibus ac de vestro statu me certiorem facis, quem semper opto feiicem. Superioribus diebus latius et diffusius per quemdam Brunnensem omnia quae isthic agantur et acta sint V. M. significavi, nee aliquid postea occurrit, nisi minatorias iiteras hos nostros Egrenses a nostris amicis recepisse, ut me in exilium dent, quemadmodum alias facere consueverunt. A R'"° D. cardinali et ab ill. duce Saxoniae Friderico scilicet seniori responsum propediem exspecto. Intendo enim Pontem proficisci, si D. duci placuerit; non quod isti cives noiint me tenere, sed ut propinquior sim Pragae; de quo quidem accessu scies certitudinem antea forte quam hinc rece- damus, et praesertim cum intendam hie per multos adhuc dies moram trahere sie temporisando, quousque mensis Martii decurrat, ut postea aestivo tempore adiuti valeamus liberius nostros hostes spiriluali exereitu castrametari. Literas commendatitias prout petiit Exe. V* perlibenter confeci ad maximum pontificerri , ad Ser. D. regem Franciae et ad ill. ducem Brugundiae (sie), quas praesentibus alliga- tas vobis transmitto; non tamen me extendo ad aliqua particularia, ne qui religionem sequor, possim ab illis reprehendi; sed generalia scribo, iit oratores vestri quae placuerint V. D. audacius petere possint. Spero commendationem meam praa ceteris apud ill. ducem Brugundiae plurimum D. V"' esse valituram , cum mei magnam notitiam habeat. Copias responsivarum mearum ad perditum illum hominem Rokyczanam I). V. mittere nequeo, cum sint ita prolixae, ut a meis sociis transscribi non possint. Sed velim tibi persuadeas, nihil ab illo mihi scriptum fuisse, quod sine ampla responsione

Fontes, XX. Bd. 3

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praBleritum sit. Nihil enim defecit, quod ad lotioneni, imo ut verum fatear, ad detectionem siiorum scelerum requiratui", quod silentio praBterierim, ex eo quod priiieipium introduxit. Spero quod adhuc illarum copiam aceipies, si scriptores habere potero. Socii namquo mei tantis profecto sunt oecupati negoliis, ut vix neeessariora ah- solvere valeant. Fratres mei e Roma nondum venerunt : sed illos quotidic magno cum desiderio exspecto. Bullam quam aeeepi, cujus copiam ad V. D. per illum de Brunna misi, motu proprio SS"'"* D. N' ad me direxit: sed non dubito, quod majora sint socii allaturi, cum nondum tunc amplicuerunt. Reh'qua qusB occurrerint imposterum significabo. Rogoque, ut facis, digneris saepius me literis visitare, maxinje de conclusione illius diaetae celebrandae vel jam celebratae in Posonio, ac de adventu Ungarorum ad limites Moraviae digneris nos cerliorem elTicere. Multi multa dicunt, sed quia nihil certa haben, non audeo aliud scribere, nisi quod me totum V. D. dedo, totumque trado. Valeat M. V", quam Christus sempiterno tueatur aevo. Ex Egra, X'"* Januarii 1452.

V. M. et Ex. D. humilis servulus licet fidelis orator Fr. Johs de Capistrano manu propria me ss.

25. 1452, Mnrt. 22 (Dresden).

Schiedspruch im Streite Herzog Friedrich' s von Sachsen mit Johann von Wartaiberg auf Blankenstein.

(Original im k. sächs. Staatsarohiv in Dresden.)

Wir von gots gnaden Caspar bischoff zu Missen, viid Jhan von Wartenberg der junger her zu Tetczschen bekennen vnd thun kunth vffentlich mit dessem brieffe geyn aller menneglich noch deme der hochgeborne forste vnsser gnediger her er Fridricli herczog czu Sachsen, des heyligen Romischen reychss ertcz marschalk lant- graue in Doringen vnd marggraue zu Missen an eym, vnd der edel er Jhan von Wartenberg her zu Blankeiisteyn am andern teyl von etzlicher sachin wegin plackerye roberye vnd andirss mehir anlan- gede von eynes lande vnd gebyte in des andern gesehen, irre gebest, vnd der aller vIT vns kommen syndt sie daruss zcu ent- scheden, vnss auch glewbwirdiglich zeugesaget haben wie wir sie daruss scheyden werden, das sie das von yren, vnd beyderseyt der

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yren wegen gantz vnvorbrochen also Halden wollen als haben wir sulch yre irrthum , wie die vor vnss brocht sind zcu vns genomen, die egentlieh vorhorth, vnd sie von allen syten in der giitlichkeyt daruss entseheden vnd entscheden sie der gegenwertiklichen in craflFt diss briffes, also das sulehs alles, wie sieh das czwysehen on vnd beyderseit den yren biss uff dessen hutigen tag vorlauffen vnd gemacht hath, eyn berychte vnd gesumete saehe seyn vnd bleiben vnd eyner den andern derhalben hynfur nicht mehir zeu rede setczen nach fordern sal, begebe sichss aber das vnser gnediger her von Sachsin ader ymanth der synen angegriffen vnd beschedigt sulch namen in des von Blankensteins gebyte vnd gegwenge gefurt ader brocht, vnd der beschedigethe ader vnsers gnedigen hern von Sachsin amptlute dem rouber nachfulgen wurden, daran sullen der gnanthe von Blankensteyn vnd die siuen des seibin vnsers gnedigen hern von Sachsin amptlute ader die synen nicht hyndern besundern on czum rechten beholffen syn wenn sie darvmb angeruffen wer- den wurde auch wydervmb dem von Blankensteyn ader den synen ichst genomen , vnd der name in vnssers gnedigen hern von Sach- sen lanth von den beschedigethen ader synen amptluten nach geful- get, daran sullen der selbige von Blankensteyn oder die synen auch vnuerhynderth blyben vnd hulffe zum rechten widder die plecker finden, wenn vnssers gnedigen hern von Sachsin amptlute, ader die synen darumb ersucht werden item vmb die gerichte czu Peterss- walde sol vnser gnediger her von Sachsin syne trefflichen rethe ezy eym tage in das gnanten dorff schicken, sulchen tag der von Blankensteyn nach Ostern dem lantvoite zcu Missen vierzen tage (in das gnanten dorff) forhyn sal czuschriben vnd das personlich warthen , vff demselbigen tage denn yr iglicher syne kuntschafft sie were lebende ader legende sal vorbrengen vnd was yderteyl nach sulcher kuntschafft von alderss an sulchem gerychte gehabet bette, ader haben sulde, das er furder dabey blybe vnd das behalde, von dem anderen teyl daran vngehyndert doch das es vnserm gnedigen hern von Sachsin vngeferlich sie ab syn gnade zcu czythen als der tag zcugeschriben wurde, ander sachen czu schicken gewönne so das er des tages nicht besenden künde sunderlichen vmb den hengist als vnser gnediger her von Sachsin dem von Blankensteyn zcu geben verheissen hath sal syne gnade demselbigen von Blanken- steyn vor sulchen hengist vnd vor ;ille anderen schulde vnd scheden,

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die er czu syiien gnaden biss vfF dessen hevtlgen tag hadt gemeynt czu haben, hundert Reynische golden ader vor yden solchen golden funfvndczwenzig nuwe groschen der vorgeschlagen Friberger muntze geben nemlich die hälffte vf Pfingesten schirst kommende vnd die ander helffte vfT Sente Michelstag nehest darnach folgende, die- selbe bezalung der von Blankensteyn bie dem lantvoite zcu Pirne vff igliche obenberurthe tagczeyt vinden vnd nemen, vnd des genügeliche qvvytanciam geben sali alle geuerde vnd arglist hirynne gantz vssgeslossen. Des zu warer orkund haben wir genanthen scheideslute dessen brieffe czwene gleichs luthes mit vnseren petczyt vnd insigel lasen vorsigeln vnd iglichem teyl eynen gegeben. Gesehen czu Dresden am Mittewoche nach Letare anno domini M». CCCC" quinquagesimo secundo.

(Mit zwei aurgedrückten Insiegeln.)

26. 1452, lapt. (fin.).

Auszug aus dem Denkzettel, loas der Bote Herrn Ulrich's von Rosenberg bei König Friedrich (in Italien) zu werben hatte.

(Coiicept im Archiv lu Wittiiigau. Die eingeklammerten Stellen sind im Coneept wieder durelistriclien.)

Vor erst, als ich den Spann zu ew. k. gnaden geschickt hatt von sachwegen, dass die herren im land zu Behmen in Uneinig- keit sind umb die berednuss die mit ew. kun. gnaden geschehen ist am nächsten zu Wien.

Item nu lass ich ew. k. g\\. wissen, dass sie in den nachge- schriebenen Sachen uneinig sein :

It. Vor erst, dass herrn Girziken nicht gefällt, dass ihm ew. gnade die regierung befohlen hat an ewer gnad.

It. Zum andern vermeinen sie, dass der Rokyczan zum erz- bischof geweiht suU werden ahn alle Weigerung und auszug; und dass solches ew. gn, wohl zu wegen bringen mag.

(I t. Von der obgemelten stuck wegen hat herr Girzik in willen zu ew. k. gn. zu schicken oder von ew. k. gn. ettlichen räthe zusammen zu fugen und aus den Sachen zu reden.)

(I t. Darauf haben die boten geantwortet die zu Wien bei ew. gn. gewesen sein und mit ew. k. gn. die berednuss beschlossen haben, sie haben die beteidigung redlich und wohl ausrichtt, das den männiglichen auf der schiersten sammnung die auf S. Georgen-

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tag schierst zu Prag gehalten soll werden, erkennen und loben sullen.)

It. Darauf hat der Kostka geantwortet den abgemeldten boten, was sie zu Wien auf dem vergangenen t;ig rnit ew. k. gn. gehan- delt haben, das haben sie nicht einträchtlichen gethan, und haben auch dess nicht macht gehabt zu beschliessen ; und der kamrer sei auch dawider gewest.

It. So hat der Rokyczan geredt, die boten die zu Wien gewe- sen sein bei ew. kun. gn., die vermeinen ihn in schmach und schände zu bringen, dass ihm das erzbisthum zu Prag, daran er gekohren sei worden, nicht folgen suU. Nu will' er versuchen, dass er dieselbigen boten selbs in grosse schand und schmach bring.

It. Ich hab auch eigentlich vernommen, ist das E. G. die Slesie und das land zu Mähren in E. G. unterthänigkeit und glubnus bring, ehe E. G. herein in das land zu Behem kommt, das ettlich die sich gern in den Sachen wider E. G. setzen solchs alsbald nicht thun werden.

It. Der Rokyczan, Kostka, Malowecz, Mokrofusky, Pardus, Hertwik und ettlich andere und ettlich aus den städten jetzo täglich zu rath gehn , wie sie die sach auf der zusammenkommung mit E. G. räthen und dem schiersten S. Georgentag auf der sammnung zu Prag für sich nemen wellen ; und was sie miteinander zu rath wer- den, das bringen sie alles H. Girziken an schriftlichen und vermainen ye, dass sie noch vor Ostern mit E. G. räthen zusammenkommen werden.

It. Der tag so der gehalten sollt worden seyn auf Mitterfasten zu Prag nachstvergangen, der ist darumb verlegt worden bis auf S. Georgentag , ob sie sich wiederumb in solcher Uneinigkeit, darinn sie seyn, vereinen mochten; wenn noch die beteidigung, so mit E. k. G. beschehen ist, in der gemein ist nicht geoffenbart worden, sunder auf den schiersten obgemeldten tag erst geoffenbart werden soll, und das auch darumb, dass sie ehe mit E. G. räthen zusammen kommen wollten.

It. Ich verstehe aber nicht anders, dann dass die boten alle hintangesetzt den Kostka und kamrer so die bei E. G. gewesen seyn und die sach beschlossen haben, und viel ander herrn und guter 'eut mit ihnen, nicht anders sich in den Sachen vermeinen zu halten als frumme leut und recht und billich ist.

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Auch hab ich vernommen wie ettlich gerne sehen und auch begehren mein , dass ich mich auch auf den tag gen Prag fügen sollt, doch ohn ein gleit nicht, und das darumb, ob jemand war, der wider E. G. in solcher berednuss seyn wollt, dass unser dester mehr wären solchen widerzustehen und Widerreden. Und was nu E. G. darinnen mit mir schafft, des bin ich willig zu thun als mei- nem gnädigen lieben herrn.

It. Ich verstehe auch nicht anders, denn dass im lande zu Böheim bis auf den schiersten S. Georgentag kein feld nicht gehal- ten werde. Aber H. Girzik nimmt leut auf wo sie ihm werden mugen, als auf ein jähr.

(Georg V. Podiebrad soll mit H. Zdenck [v. Sternberg?] wegen der Botschaft uneins geworden seyn, sich aber wieder versöhnt und den Predigern in Prag darauf alles Zwietrachtstiften scharf unter- sagt haben.)

It. Er (H. Girzik) suUe auch die boten die von meinem gnä- digen herrn kunig Lasslaw in der Slesie und Mähren gewesen seyn, fast geehrt, und gross sich vor ihnen meinem gnäd. herrn konig Lasslaw mit dienst und unterthänigkeit erboten haben.

It. Mich ist auch angelangt wie der kamrer als er jetzo von E. k. G. heraufgeritten ist, mit fröhlicher stimme geredt soll haben, wie E. G. alles das gerne thun welle was ihnen lieb sey, und sunder von des erzbischofs wegen , war nur dass wir selbs Böhem unter- einander uns nicht verrathen.

etc. etc. etc.

27. 1452, Apr. (s.d.).

Werbung eines Brande nhurgischen Gesandten an die Böhmischen in Prag versammelten Stände über einen zu Regensburg mit dein Cardinal Cusa zu hal- tenden vorläufigen Tag.

(Aus dem Urkundenbuche Herrn Ale»' von Sternber^.)

Der hoch^eborn fürst mein genadiger lierr marggruue Albrecht von Brandeburg und burggraue zu Nuromberg haist mich allen herrn ritterschaften und andern dismalen zu Prag bey einander versamnet sagen voran sein giinstiichen grüs mi( geneygten willen ze thun was zu fride süne und eynikeit zwischen der hei- ligen Romischen kirichen dem bapstlichen stüel unsrm heyligen vater dem bapst und der in der wirdigen krön zu Beheim gedinen mag unuerdrossenlich zu

arbaiten.

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Mit solicher vorkuiidigung , das nach dem mein genädiger herre marggraue Albrecht mit sambt dem hochgeboren fürsten herczog Ludwigen eure schreiben nagst auff dem tag zu Lawff enpfangen haben, hat sich gefugt der hochwirdig vater her Nicolaus titeis Sangt Peters ad Vincula der heyligen Romischen kirchen cardinal herauff vom Rein hinein in sein kirichen gen Brixen und in dem durich czichen meins genadigen herren marggraue Albrechts lande zu Heylsprunn im kloster über nacht gewesen, da selbst hin sich mein genadiger herr yetczogenant zu im füget und aus den anliegun- den Sachen der cron zu Beheim mit im rede gehabt , uns als in den vergangen zeyten etwe vil rede und hanndel gewesen sein als von eins tags und zusammen khumens des selben vatters des cardinals und der in der cron zu Beheim das dann biszher nicht hat mügen füglich gefunden werden also hat mein genadiger herr marggraue Albrecht wleys getan und sulich' zusamen khummen noch zu wegen bringen und souil an dem selben vatter dem cardinal gelernet, das in beduncken wil wie er nochmals zu eynem tag zu kummen wol geneyget wer. Und sindtemalen der gebreche vormals desz zusam- men khumens auch an der form und autT was meynung sulicher tag geleist solt werden und auch von Versicherung und gelaitz wegen gewesen ist: so hat mein genadige herr souil mit dem vatter dem cardinal geredt, das er sich verwillet hat zu khumen zu Regenspurg auff den Sontag Trinitatis nechst khumendt, also das die in der cron zu Beheim etlich ausz in nemlich herren Girziken und herren Alschenn von Ssternberg ader ye ir einen mit eyner anczal der andern auch dahin schicken, darczue sich mein genadiger herre marggraff Albrecht mit sampt seynem oheim herczog Ludwigen von ßayeren auch fügen wollen, allda zu ratschlagen und sich zu verayenn yner stat und czeit solichs tags auch form und weise Ver- sicherung und gleits und was zu sulichem notturftig sein wirdet in eyner still und geheim auf sulichs das man sulichen tag hinfur dester fruchtperlicher gelaisten müge.

Und mein genadiger herr pitt euch all mit ganczem vleisz hierinne gutwillig beweysen und vinden lassen damit solicher tag ewrenthalben nit erblinde ader abgeschlagen werd , dester gerner er den in der wirdigen krön zu Beheim all wegen thun will das in lib und dinst ist.

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28.

1452, 22. ipr. (Romae).

Schreiben des Papstes Nicolaus V. an Herrn Georg von Podiebrad: er möge den gegen Kaiser Friedrich aufstehenden Österreichern keinen Beistand

leisten.

(Knt einer Handschrift iles Prager Oomcapiiels.) (G. XIX, fol. 133.)

Nicolaus episcopus servus servorum dei: dilecto filio, nobili viro, Georgio de Poydibrad, salufem et apostolieam benedictioneni. Gravis et intoleranda novitas visa est nobis, quam superioribus diebus nonnulli barones et incolae ducatus Austriae attentarunt: qui licet carissimo in Christo filio nostro Friderico, Romanorum tunc regi illustri, nunc vero imperatori augusto , tamquam legitimo et indubilato tutori carissimi in Christo filii nostri Ladislai, Hungariae ac BohemisB regis illustris, super regimine et administratione dicti ducatus, sicut ad eum dictante jure et antiqua suadente consuetudine pertinebat, obedientiam ac fidelitatem promisissent, et per aliquos annos sine controversia praestitissent , nuper tameu , dum rex ipse Romanorum ad nos pro imperiali diademate profecturus, de modo regend i terras et dominia praedicti ducatus in ejus absentia disponeret, conventicula facientes, conspirare ac superba temeritate rebellare sunt ausi ; attrahentesque sibi diversis machinationibus plerosque praelatos ecclesiasticos et oppidorum diversorum consulatus ac recto- res, et promissionum et juramentorum suorum contemptores, de gubernatione ducatus antedicti minime veriti sunt se intromittere et ea facere , quae ad solos principes Austriae pertinent , exigentes vectigalia et officiales pro suo libito destituentes et instituentes. Que res non imperatori praefato solum, cui et homagii et obedientiae et fidei jura violata sunt , sed nobis quoque et apostolicaB sedi injuriosa est: cum eo tempore haec rebellio coeperit, in quo propter transitum ad imperiales infulas de nostris manibus suscipiendas jam institutum, rex idem Romanorum sub nostra et dictae sedis protectione consti- tutus noscebatur. Nolentes igitur tantam et tam enormem insolentiam sub dissimulationis velamine pertransire, ne deteriora succrescant, Omnibus baronibus et incolis ducatus Austriae , qui praefatae rebel- lionis aut auctores aut participes quovis modo noscuntur, sub ana- thematis et aliarum censurarum poena mandamus, ut infra certum eis assignatum tempus, a tali novitate desistentes, plenam et inte-

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gram imperatori praefato obedientiam et reverentiam cum omnimoda satisfactione restituant; sicut in aliis literis nostris, quarum copiam tibi mittimus cum praesentibus, haec omnia plenius continentur. Quod ideirco tuae nobilitati insinuare decrevimus, ne verbis illoriim anriuen- tes (sie) in periculum incidas , si forsitan aut favorem aut assistentiam aut foedus a te exquirerent. Nos enim intelligentes sinceram mentem imperatoris prsefati erga dictum regem Ladislaum patruelem suum: quem veluti filium diligit, et ut regium sanguinem suum decuit, educari curavit, suoque bono intentus est, non dubitantes, quia tunc regi Ladislao favemus , quando imperatori assistimus , adversus rebelies prsedictos et alios eis adhaerentes qusevis apostolicae sedis praesidia, donee resipiscant mandatisque nostris obtemperent, non cessabimus impartiri. Datum Romse apud sanetum Petrum, anno incarnationis dominicae millesimo quadringentesimo quinquagesimo secundo, decimo Kalendas Maji, pontificatus nostri anno sexto.

D. de Luca.

29. 1452, Apr. (s. d.).

Anonyme Nachricht über Georg von Podiehrad's Wahl zum Giihernaior auf 2 Jahre. Was alle stete geistlicher guter halden, das man im dy reichen sal: darumb wollen etliche stete des nicht thun als Sacz, Laun, Thabor vnd ander

mer etc."

(Cop. Arch. Dresd. V, 223.)

30. M52, 17. MaJI (Brüx).

Johann von Capistran an Herrn Ulrich von Rosenberg. Erkundigungen über die böhmischen Zustände.

(Original im Archiv zu Wittingau.)

Magilifico et excellenti domino, D. Ulrico de Rosiinberg etc. suo domino bene- factori et praeceptori observandissimo.

Magnifice et excellens domine , domine ac benefactor et pr«- ceptor mi colendissime! Humillima commendatione praemissa, gratiain salutarem et pacem in domino sempiternam, cum omni officio obse- quendi. Multi jam detluxere dies, quibus vestras literas mira qua- dam exspectatione exspectavi: sed nescio quo factum sit, ut post-

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quam Bohemiam hae ultima vice sum ingiessus, iiullae vestiaB literse ad me delataß fuerint. Quam ob rem M. V"'" plurimum obsecro et oblestor in domino, ut dignemini mibi per prssentium latorem signi- licai-e, quid actum sit tarn in diaeta Prag» celebrata, quam in diaeta quae vel celebrata est vel modo celebratur in Benessau. Multa mihi dicuntur, quae ita obscura sunt, ut nesciam aliam qusestionem eligere, nisi quod unio facta inter catholicos ut aiunt et reliquos etc., non ex spiritu sancto, sed potius diabolico fuerit facta, cum sit susceptio defensionis suorum errorum et peccatorum. Illud vero magnopere dolendum est, quod praeter M. V"™ cum magnificis filiis vestris, ac magnif. D. de Suamberg omnes alii qui catholicos se profitebaniur, facti sint haereticorum fautores et defensores, in sui nominis dedecus et infamiam. Rogo etiam D. V'*'", ut de diaeta Ratisponensi ad quam Bohemi sunt invitati, me certiorem faciatis , utrum acceptata fuerit, et qui barones debeant ad eam proficisci, et utrum Rokyczana velit ibidem comparere. Misi literas peramplas , quarum copiam puto habuistis a D. Wenceslao qui est in Pilsina, ad diaetam Pragensem contra Rokyczanum: sed quidam baro , qui magnum apud D. ducem et ceteros fideles nomen sibi vendicabat fidei catholicae , quique illas praesentare pollicitus fuerat, sed ostendere nescio quo diabolico spiritu duetus recusavit. Quid autem sentitis de adventu novi impe- ratoris, non pigeat scribere. Quamquam illius coronationi duo socii mei, qui superioribus diebus e Roma profecti sunt, interfuerint; sed quia nimis tardarunt in veniendo, existimo jam quod D. Imperator debuerit exisse Italiam, cum dicant ii socii mei, cito illum debere ad propria remeare, uti famabatur. Mitto M. V"* copias quinque bul- larum SS"" D. N. papae , quarum tres modo per hos socios mihi destinavit; alteram dum essem Egraß, aliam vero antea habueram generalem ad omnes haereses. In illis autem quatuor perspicere poteritis, quam clare SS'""' D. N' vocet cos ha^reticos, et quot et quantas auctoritates mihi concessit pro Bohemorum salute, ita ut pro eorum infamia delenda melius eis fuisset in ista eorum diaeta Pragensi acceptare obedientiam S. Romaiiae ecclesiaß pure et simpliciter, et non palliare eorum haereses cum compactalis , cum ipsi amiserint omnia compaclatorum jura, quando quidem numquam illa observa- verint, quinimo totum contrarium fecerint. Non enim barones sed papa debet compactata declarare, ita ut illis nullo jure liceat insti- tuere, „Volumus quod Hat aqua benodicta et quod fiat benedictio

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citieris" et multa alia, quae mihi destinata sunt, per eos ordinata Prag« observaiida; quae qiiidem etsi quandam apparenüam bonitatis habere videantur, venenum tarnen intercludunt et fallaciam , <;um iisurpaverint sibi auetoritatem papae, quae eis noii concessa est. Rogo ut diligenter et accuratc legere velitis easdem copias bullartim , ex quibiis facile inteliigere poteritis vohintatem SS'"' D. N. papae. Multa hie referuntur, videlieet quod Rokyczanus emerit sibi eastriim, et quod compaeta noliierit aeceptare; item, quod ipse haereticat Tha- boritas, et ilii eum e converso ; item, quod barones nolint eum amplius habere in eorum consiliis, et quod libenter fugam ad suum castrum arriperet si posset; item, quod illi de Luna et de Sacz discordes sint cum aliis, nolentes observare eompactata, et plura alia; quae an Vera sint, ignoro. De iis autem omnibus et de ceteris aliis vobis notis exspecto certior fieri per praesentium baiulum ab Excell. V". Reliquum est mi magnifice et praestantissime domine, ut gloriosam famam catholici nominis, quam tot et tantis sumtibus, laboribus, an- gustiis, periculis et vigiliis vobis ac toti vestrae posteritati splendi- dissime et cum summis apud deum meritis acquisivistis, nolitis quo- quo pacto omittere. Sunt qui sperant apud eos, vos debere eis ad- haerere; quod nullo pacto credere possum, cum sciam quantus san- guls efFusus sit per vestros, ut cetera magnifica gesta sileam per M. V"'", ut immaculatum et inviolatum nomen catholicae veritatis vobis conservaretis. Catholici tamen dicunt, M. V'*'" libenter voluisse aeceptare unionem cum eis scilicetBohemis etc. si pure et simpliciter aeceptare voluissent obedientiam sacrosanctae Rom. ecclesiae. Quae quidem responsio ita me et ceteros laetos effecit, ut nesciam quid gratius in hujusmodi re potuisset afferri. In qua quidem firma et soda (sie) sententia et opinione sanctissima rogo et obsecro precibus quibus valeo, velitis firmare ancoram vestram, quam quidem nullus iuipetus ita magni venti evertere et evellere poterit, si in vestro laudabilissimo proposito persisteritis (sie). Neque eorum unio vos terreat, cum scriptum sit: Dominus dissipat consilia gentium, reprobat autem cogitationes populorum et reprobat consilia principum; con- silium autem domini in seternum manet etc. Spero, imo certior sum, non necessarium fore, vos in hujusmodi re hortari oportere, ex quo alii exspeetant animari et sublevari. Verus tamen amicus silere non potest, quae in amici laudem, decus, splendorem et perpetuam gloriam accedant. Vos autem omiiia sapientissimo et prudentissimo vestro

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consilio diligentissirne cotisiderahitis : ego vero insto cum verbo dei, quod Bohemi audire abhorrent, obturantes aures suas. Usque nunc hie mille et trecentos ad obedientiam et unitatem sacrosanctae Rom. eeclesiae recepi cum juramento. Reliqua quae deus operatus est, non est meum scribere. Si quidem populis non fuisset prohibitus accessus ad nos, talem praedam assecuti fuissemus, qualis non facta fuit, postquam inceptae fuerunt haereses Ussitarum. Non tarnen per dei gratiam tempus perdidimus. In omnibus benedictus deus, cujus causa agitur, quam ut defendat semper oro. Si quid autem vobis videtur per me fieri debeat, illud significare non gravemini; digne- miniqne copias ipsarum bullarum aliis communicare baronibus. Vellem quidem, ut si possibile foret in omni angulo Bohemiae essent hujus- modi copiae. Finem dicendi faciam, iterum atque iterum obsecrans M"" V"", ut de omnibus supradictis dignemini me certiorem facere ad plenum. Valeat M. V. una cum generosis filiis vestris, quibus omnibus me plurimum atque plurimum commendo, una cum sociis meis. Ex Ponte, XVIP Maji 1452.

V. M. D.

Inutilis servulus licet lidelis orator

Fr. Johs de Capistrano ord. M'"^'

manu propria me subscripsi.

31.

1452, Mai 24.

Antwort auf das vorhergehende Schreiben. Ulricus de Rosenberg fratri Johann! de Capistrano. Filius meus erat in Theotunia, ex po.st vero in Bohemia in dieta Benessaw. Ibi constitutus cum quibusdam baronibus partis ad- verssB nullatenus suscepit pacem ipsorum et unionem etiam non multum exacerbavit illos, ne ante tempus illos irritaret, sed tempore medio videl. usque ad assumptionem virg. gloriosae data est delibe- randi dilatio. Quo in tempore intendimus cum illis qui adhuc nobis- cum remanserunt amieis licet paucis PIznse hine ad quinque ebdo- madas celebrare dietam eosque in proposito salutari roborare D. Wenceslaus administrator de Plzna apud nos bis diebus de- guit De dieta Ratisponensi et qui adesse debebunt domini de nostris Bohemis sie informatus sum quod D. Alscho de Sternbergk et D. Job. de Smiricz mittentur a parte adversa; Rokyczana vero

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nulla via intendit exire locum et nidum apostematum. It. diclus etiam D. Wenceslaus doctor in eadera dieta constituetur Ratispo- nensi singulaque clarius explicabit V. P. De Rokyczana quid agat aliud nescio quam ipsum seminare nee cessare zizaniam castrum vero quod emere voluit, nondum emit, quia quantum valui hoc im- pedivi; neque forte emturus est, cum j am dieatur cum D. Girzikone discors esse, quamquam et hsec eorum discordia ficta esse videtur. Etiam reeepi a filio meo Jodoco, quod civitates aliquse nolunt assen- tire ad faclam unionem in dieta Pragensi, quia tributis subjici non- nisi regi intendunt etc.

(Forma concepta in arch. Trebon. Copia in arch. Dresd.}

32. 1452, 7. Junii (ßrüx).

Johann von Capistran an Herrn Ulrich von Rogenberg. Meldet seine bevor- stehende Abreise zum Tage von Regensburg.

(Orig. im Archiv zu Wittingau.)

Magnifico et excellenti domino, D. Uldrico de Rosis, suo singularissimo atque fidelissimo protectori fldeliter praesententur.

Magnifice et exceliens domine! Humili et devota commen- datione praemissa, gi-atiam salutarem et pacem in domino sempi- ternam. Ordinaveram transmittere M. V. multa nobis nuper occur- rontia ex literis vestrorum Pragensium Bohemorum et confoedera- torum cum eisdem: sed celeritate itineris occupalus hoc solum volui M. V. notum faceie, quod heri sero a R"'" D. legato et ab illustris- simo domino D. Alberto duce Bavariae et comite Rheni, ut in diaeta Ratisbonensi , dominica post festum Viti et Modesti, si dei honorem et sanctse matris ecclesia) debitam obedientiam diligo, interesse non desinam. Quod mihi pro quadam admiratione suscipio, tamquam si reputent meam ibi praesentiam opportunam. Festino igitur gressus ad eam, et vestram spero adesse praesentiam, vel filii vestri D. Henrici cum D. vener. decretorum doctore vestro Wenceslao; quem etiam mei nomine advisetis, ut nomina absolutorum ex mea commissione per D. plebanum vel per eundem D. Wenceslaum secum deferat Confido etenim, quod ibidem domino concedente nostram conscien- tiam pro fidei veritate et sacrosanctae Romanae ecclesiae obedientia

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(lebita sufficieritissime declarabimus; veniat, aut non, perfidissiinus Rochiczaiuis, quem ad hiinc lociim diaetae strictissime advocavi. Nuntii festiiiantia silentio praetereo, qiie fratri Nicoiao de Grecz- reginae vicario ministri Bohemiae V* Magn. intimanda commisi. Valeat V. M. felieiter ad gaiidia sempiterna. Kx Ponte regni BohemiaB, 1452, ilie 7 Junii, festinanter.

V. M. D. Inutilis servulus et orator Fr. Johs de Capistrano ord. M" mann propria me ss.

33. 1452, 26. Junli (Regensburg).

Doctor Weiiceslaus von Krnmau an Herrn Ulrich von Rosenherg. Nachricht von den Verhandlungen auf dem Jiegenshurger Tage.

(Orig-. im Archiv zu Wittiiigau.)

Magnifico et excellenti domino, D. Ulrico de Rosenberg, suo domino et alumno ac prseceptori gratiosissimo.

Sui ipsius ad beneplacita et vota ohiationem cum omni genere obsequendi. Magnilice et excellens domine, domine mi gratiosissime! Etsi amplissimis uti deberem verbis, cogit tarnen negotiorum occu- patio ac solliciludo stilum occurtare. Nosse dignetur V'" Magn., quod ad haue diaetam sanus et securus accessi, per condiictum dominoruni Pil/Jiensium. Hie tractata sunt omnimode alia, quam existimabamus. Bohemorum legati per fratrem Johannem mirabiliter sunt eonfusi, speeialiter Sternberg; et tamen nescio, quem aiteri in isto praeferre; nterque suam partem et tuentiam habuit. Dominus legatus etiam rigide processit cum illis, quamvis interdum me! commiseens cum rigiditate. In fine tamen post multos hincinde tractatus et media- tiones concordaverunt de bis, quaB V* Magn. transmitto bie inserta. Mediatores autem fuerunt dux Ludovicus Bavariae et marcbio Albertus Brandeburgensis; qui marcbio ipsis Bobemis se multum alVectum ostendit et pro illis hospitio exsolvit expensas. Scripta sua Boliemi contra Capistranum negaverunt omnia, et quod ipsi non scirent de similibus, et alia multa excusabilia. Inter alia etiam qiiae tractaban- lur, videlicet de diaeta tutura et qua) ibi tractanda forent, quia D. egatus noluit assentire ad diaetam nisi ipse sciret, de quibus ibi concludendimi foret. Obtulit autem eis materiam tractandam. vide-

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licet quod ipsi exhibeant et praebeant ac promiltant obedientiam sedi apostolicse realiter et cum effectu, non verbo sed cum effectu ita ut non alias fecerunt, sed alio modo debeaiit agere, quia ipse nollet in verbis cum illis pactitare; quia notum foret quod talia et talia promiserunt, et tamen lila non servaverunt; et ibi multa enarravit, qusB detestanda fecerunt. Deinde et ultimo promiserunt, quia volunt facere omnia, quae mandabit sua paternitas aut alter legatiis cum pulcris verbis etc. Et sie terminaverunt de istis ut praemisi, quse hie transmitto. Hoc etiam dignetur nosse V Magn. quod D. cardi- nalis cognoscit ipsos optime in omnibus factis eorum, et vult unum post eos Pragam de suis transmittere, ut videat si se sie res habent, et ista eis prsesentet facienda, quse in concordatis ponuntur. Et iste pausabit etiam circa filium Dom. V* Plznae, cui etiam latius de omnibus actis scribo, ut magis se illac sciret informare. V™ etiam Magn. scripsissem latius, sed quia istis diebus descendere proposui ad V"'" Magn. ibi informaturus et perorsurus officium legationis meae; quia rationibus pluribus magis expediens est, ut vadam viam Pata- viensem quam aliam. Sternberg etiam qusesivit omnibus quibus potuit modis favorem Capistrani, nee invenit; et quse de V" dixit Magn. cum venero dicam et singula patefaciam; et ideo ad prse- sentiam V" Magn. potius quam alibi declinabo, 0 deus, quam occulta sunt corda hominum! D. legatus multum est affectus M. V*. De D. Ssuamberg cum audissem, die uno magis exspectabo, quam alias fecissem. Bohemi hodie recedunt, quia festinant venire ad diaetam Plznensem; et ego cum istis factis ad .D. Henrieum unum ex famulis direxi, scribens sibi de factis hie et dispositis quidquid erat. Bohemi male sunt content!, quia male honorati et a legato et a Capistrano, quia nullus sermo fuit, quin bene illos tetigisset; et quam magistraliter expediti sunt, credo quod grate audiet M. V". Cum duce Ludovico non sum locutus, quia fuit nie- diator cum marchioneBrandeburgensi, et semper illos simul inveni; nolui ergo coram illo explere injuncta. De ulterioribus clarius prsesentialiter informabo. De imperatore nihil hie audimus; aliqua a cardinali audivi ita in coUatione mutuo, quae scribere non con- venit. Haee pauca sufficiant. V" M. Dom"" obsecro, ne imputet de inculto sermone, quia tertia hora noctis scripsi, per totam diem nunquam tempus vacabat; semper enim pauper homo ibani explorando quidquid ageretur per omiies angulos ubi quid com-

modi persensi. Me V"* Magn. commendo, quam altissimus summis dignetur prosequi beneficiis.

Cum summa diligentia Bohemi in- Hoc est in summa, quod hie ad nul-

stabant, ut intraret cardinalis regnum; lam devenimus nostram intentionem, nuUo pacto voluih Finem liujus rei quamquam credunt singuli, quod isti non habuimus usque hodie, et ideo, lacient obedientiam taliter ut pollieiti ita scribere distuli et feslinavi. sunt. Tunc bene fieret, si facerent.

Ex Ratisbona etc. etc. vj" Juiiii.

\" Magn. licet inutilis, fidelis tamen

servulus et orator Wenceslaus decre-

torum doctor.

34.

1452, 26. Juni (Regensburg). Nachricht über die auf dem Tage zu Regensburg gefassten Beschlüsse.

(Orig. Zettel im Archiv zu Wittingau.)

„Conclusio diaetse Ratisbonensis oblata per Bohemos, respondentes D, cardinali, sed ex voluntate D. cardinalis per me correcta,"

Quia in praesenti diaeta Ratisbonensi R'""' in Christo pater, D. Nicolaus cardinalis S. Petri ad vincula, apost. sedis legatus, super materia hie proposita se obtulit ad tractandum in diaeta indicenda ad oppidum Egrae, et arabasiatores et oratores Bohemorum, qui cum magno desiderio institerunt, ut tractatus hujusmodi inter metas regni Bohemige haberetur: domini mediatores, dux Ludovicus Bavariae et marchio Albertus Brandeburgensis ad hoc medium partes utrinque conduxerunt, videlicet quod infra hinc et festum exaltationis s. crucis proxime venturum praefatus D. legatus apud SS™"'" D. N""" papam diligentiam adhibere debet, ut sanct. sua sibi aut alteri ad hoc idoneo facultatem tribuat et commissionem faciat ad dictum regnum intrandi et ibidem in praesentia incolarum tractandi ac omnia faciendi , quae pro salute animarum atque bono pacis necessaria fuerint et opportun«. Et siquidem S. D. N" id ipsum ut praemittitur concesserit et annuerit, hoc memoratus D. legatus in termino supra- posito ambasiatoribus Bohemorum aut cohajrentibus eorundem inti- mabit, et litteras mittet huc ad rev. patrem D. episcopum Ratisbo- ncnscm, ipsis ulterius dirigendas.

Pariformiter ambasiatores supradicti apud suos complices et cohaerentes et de ipsorum parte existentes diligentiam facere

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debebunt, quod et ipsi pro bono reipublicae Christianse ad diaetam indicendam in festo S. Galli proxime venturi ad oppidum Egrae venire, aut suos cum sufficienti mandato et instruetos mittere velint ad trac- tandum et coneludendum super propositis in diseta Ratisbonensi. Et quidquid super hoc conclusum aut obtentum fuerit, per literas suas aut suorum cohaerentium intra prsefatum terminum festi exaltat. s. crucis ad manus D. episcopi Ratisbonensis prsesentandas ipsi D. legato intimabunt.

Item, infra terminum jam expressum prsefati ambasiatores et cohaerentes ipsorum in regno Bohemiae dabunt salvum conductum in forma meliori pro necessitate D. legati et aliorum qui secum venturi sunt, sive principes eeclesiastici vel seculares, aut alii cujuscunque Status fuerint; et hunc nuntiis jam dicti D. legati, quos propterea ad regnum destinabit, fideliter praesentabunt. Similiter expedientur hie in partibus Almaniae salvi conductus necessarii pro ambasiatori- bus dictorum de Bohemia ad diaetam indicendam ad festum S. Galli in oppido Egrae; ut omnia deo adjuvante ad salutarem ac optatum finem feliciter atque diligenter dirigantur.

P. S. „Dignemini hanc concordiam intelligere: quia D. cardi- nalis fuit valde instanter petitus, ut intraret Bohemiam, sed denega- vit, dicens habere in mandatis a sede apost. ut non intraret Bohe- miam, nisi prius reciperentBohemi ecclesiasticam unitatemin omnibus simpliciter. Et ideo ipse ad preces illorum debet mittere ad sedem apost. pro venia; sed primo praemittet unum ad Pragam, qui videat voluntates eorum; et illi habili primo ad curiam nuntios destinabit. Et ad festum ßartholomaei ipsi debent diaetam habere in Praga; et D. cardinalis illac transmittet pro salvis conductibus diaetae Egrensis suos speciales nuntios, si et in quantum ipsi prius consenserint ad ipsam diaetam; quod tarnen polliciti sunt animo perfido."

35. 1453, Jul. 7. „Myksche Panczer von Smoyn, czum Byrkinstein gesessen," und neben ihm die von Leutmeritz und Crny Petfik und Ernst neh- men mit Herzog Friedrich von Sachsen und mit dem Bischof zu Meissen einen Frieden auf vier Wochen auf (bis Sonnabend nach

Fontes. XX. Bd. * 4

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S. Pyterstag ad vincula) und versprechen indessen zu Tagen zu kommen und sich erkennen zu lassen. Dat. Freytag post octavam Petri et Pauli Apostolorum 1452.

Orig. im k. sächs. Staatsarchive.

36. 1452 (Sept.).

Herzog Friedrich von Sachsen an seine bei Kaiser Friedrich beglaubigten Räthe.

PS. (s. d.) Er besorgte, Jirik wolle beim Kaiser über ihn Klage führen, und gebot mit allem Fleisse bei K. Ladislaw's Freun- den es zu bestellen, „dass der Friede zcwischen dem Girziken vnd vns vf Martini nehstkunffig vszgeende furder bestehe vnd blibe bisz zu voller Regierunge vnd Zukunft K. Laszlas in das Land zu Behmen".

Arch. Dresd. IV, 245.

37. 1452, Sept. 13 (Wien). Zeitung aus Österreich.

(Aus des Barthol. Scultetus annal. Gorlic. HI, 9-}

„Anonymus de novitatibus".

Hochgeborner fürste, meynen willigen vnterthenigen dinst etc.

Von wegen der Österreicher, wy sich dy mit den Hungern vor- bunden haben vnd mit etlichen von Behmen, als mit dem von Rosin- berg, darzu mit dem grauen von Zily dem jungen vnd alden, weder keyser Frederichen von könig Laszlaws wegen , in meynunge, das sy jn mit allerley hanthtat von seynen keyserlichen G, fourdern wei- den, das her den y in seine veterliche lande setzin solde etc. Diese hatten in Versammlung vor 14 tagen im felde gelegin vor einem slosse Orth genant in Osterreich, keyser Friderichs erbe, vnd dar- vor nahend 8 tage gelegen, das sy denn gewonnen haben, vnd jr mehr denn 150 doruff gefangin etc. Dornoch am nesten Sontage VIII vorgangin sint sie mit macht mit 16000 man vor die Neustat gerückt, vnd habin dorinne keyser Friderichen mit sampt konig Laslaw begriffin, vnd habin ernstlichen jren konig vnd h, gefodert mit nohme vnd morden vnd habin zwir ans den grossin buchsin

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geschossen in die stat, vnd jn sost einstlichen angesprochen, vmb eren h. konig Laslaw. Do in solchem vmbgeben ist der ertzbischoff von Saltzburg, der bischofF von Reginsburg *), der bischofF von Frei- singen , der marggrafF von Baden , der des keysers schwester hatte, herzog Ludwigs von Beyern, marggraff Albrechts von Francken rethe, die allesampt dozwischen gethedingt haben, von dem obgenannten Sontag bisz an den negsten Freitag vorgangin, also nemlichen: Das keyser Friderich konig Laslaw graue Vlrichen von Zily geantwert hat am negsten Montag vergangen in der neunden stunden des tages. Der den also heute alher kein Wyen mit sampt konig Laslaw mit dem gantzen beer kommen ist, vnd en alle geistlikeit in gantz Wien, alle Studenten mit grossen frewdin in einer procession entphangen habin, vnd sinth jm ein gutt theil vor die stad vfF das allirköstlichste mit heiligthum entkeigen gegangen item die jungfrawen in eren pro- cess. besunder, bürgerinne vnd bürger itzliche besunder, die kinder besunder etc. (sie). Ist es in allen articuln also bliben, das konig Lasla allhie zu Wien bleiben sal biss uff Mertini nestkommende, vnd in dess sollin die obgenanten herren dorzwischen tedingen, ob man sy in suneweise güttlich vorrichten möchte etc. (sie). Die Vngern haben zu diesem geschaffte nichts gethan etc. (sie).

38. 1452, Sept. 29 (Prag).

Antwort der Administratoren des Prager utraquistischen Consistoriums auf das von der griechischen Kirche am i8. Januar i4S2 an sie gerichtete Schreiben.

(Aus einer Handschrift der fürstl. Lobkowitz'schen Bibliothek, mitgetheilt von Prof. Const. Höfler.)

Literae cleri ex Bohemia ad Graecam ecclesiam. Datae Pragae 29. Septeinb.

1452.

Illustrissimo et clarissimo principi et dominoConstantinoPalaeo- logo Caesari Graeciae semper florentissimo et reverendissimo in Christo patri domino et sacerdoti Gennadio, ecclesiae Graecae summo patriarchae et metropoHtano doctorique publico Constantinopolis adeoque universae ecclesiae Graecae debitam reverentiam et pieta- tem cum obedientia humili deferunt administratores in spiritualibus consistorii archiepiscopatus Pragensis sede vacante cum universo elero Ulis subjecto.

1) Ms. Rosinberg.

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Agnoscimus praestantissimum esse vitae humanae artificium et magisteriiim imitari opera et facta primitivae ecclesiae. Dens siqui- dem qui jussit lumen e tenebris prodire atque elucere, accendit in cordibus nostris fidem evangelii domini et servatoris nostri Jesu Christi, ut imitemur actiones primitivae ecclesiae et populo fideli administraremus venerabile sacramentum corporis et sanguinis do- mini sub utraque specie, quae fides cum ardeat in nobis, ducit nos in agnitionem et amorem dei, qui ex abysso suae misericordiae sine fine efficit in nobis, ut possimus re praestare quae praecipit. Quo circa hoc lumen in universa nostra regione fulget adeo, ut simonia cleri, avaritia, fastus et superbia et innovatio antechristi quotidie notior fiat et palam ceu abominatio aperte taxetur. Vae autem ubi prob dolor regnat ille homo peccati adversarius, qui non solum extol- lit sese supra omne quod est deus , sed adorari quoque vult in loco sancto templi sedens et sese ostentans tanquam esset deus. Ab eo scimus aspeximus comburi amicos et fratres omnisque generis cru- delissima morte affici, innumerabilesque nos invenerunt, ut scriptura dicit anxietates. Onus enim fluctuosi maris defluxit in nos. Is autem qui metas ponit omnium rerum aeternus salvator custodivit et defen- dit nos, eductoque gladio suo et intento multoties agmina hostium et copias externarurn gentium bellicosissimosque catapbractos decer- tando pro nobis a nostra patria propulit: quapropter assidue gratias illi agimus, quod post lacrimas nos alTecit laetitia. Nam post maero- rem et tristitiam nunquam desinit suos consolari. Porro inter cetera plurima miracula divinae consolationis admiramur et amplectimus summa cordis laetitia benevolentiam et dilectionem vestram erga nos, quod nee opinantes nos inviseritis. Nam consolati estis nos lite- ris vestris plenis amore atque favore incredibili in Constantimtm Magistrum et doctorem in Christo Jesu dilectum fidelem amicum et coadjulorem et legatum nostrum. Sint itaque gratiae aeterno deo pro tam ineffabili dono illius, quia gratia tanti muneris citra nostrum laborem a finibus terrae ad nos perlata est. Cumque revcrendus idem Constantinus sacerdos, qui sua sponte nos convenerat, ad vos redi- turus sit, studiose atque humili animo petimus ab eo, ut invisurus vestram dignitatem post tot intervalla itineris molesti communieet vobis ea , quae in arcanorum cordis ejus sinum coiitulimus et con- ferri deinceps vobiscum volumus. Id autem fecimus excellenter coh- fisi ejus cum fidei tum virtuti. Quare quantopere possumus ex animo

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vos oratos volumus , ut viscera misericordiae et dilectionis vestrae erga nos re ipsa commoveatis amoremque vestrum in nos effundatis. Id quod vos pro laude et gloria et emolumento catholicae fidei ehri- stianae re declaraturos esse non dubitamus.

(Eine böhmische Übersetzung dieses Schreibens steht in einer Handschrift der Krenzherren-Biblio- thek in Prag, XXII. A. 1 , pag. 203.)

39.

1452, Oct. 4 (Wien).

König Ladislaw ladet die Prager Städte ein, zu dem bevorstehenden St. Martins- tage nach Wien ihre Abgeordneten zu senden.

(Aus der Handschrift de* Prager Domcapitels K. XXXIV, Seite 203.)

Ladislaus dei gratia Hungariae, Bohemiae, Dalmatiae, Croatise etc. rex, dux Austrise marchioque Moraviae etc. prudentibus ac circum- spectis magistris civium nee non consulibus totisque communitatibus antiquse, novae parvaeque civitatura nostrarum. Prudentes ac circum- specti, fideles nobis grate sincereque dilecti ! Quemadmodum gratia dirigente divina cum illustris ac affinis nostri carissimiUlriciCilise etc. comitis, nonnullorum terrigenarum nostrorum fidelium auxilio, in solium hujus ducatus Austriae paternum, ad hanc inclitam civitatem nostram Wiennensem feliciter sumus introducti, ubi inter cetera con- clusum atque extat decretum, ut circa festum beati Martini episcopi proxime venturum hie Wiennae diaeta celebretur, utque principes, nostri videlicet affines, imo tarn Ungariae, Bohemiae regnorum nee non ducatus AustriaB et marchionatus Moraviae nostrorum terrigenae ad eandem adveniant, attentius scriberemus, ad quam quidem diaetam etiam dominus et patruus noster Romanorum imperator venire aut certos suos ambasiatores destinare debeat: requirimus igitur vos nichilominus, seriöse praecipientes, quatenus aliquos de consiliis nee non de communitatibus maturi consilii vires, concives vestros, plenaB potestatis vestra auctoritate fulcitos , vestri e medio eligentes , ad ipsam diaetam moris omnibus dirigere (sie), terrigenis nostris prae- notatis diligentem curam et operam , uti vestrum omnium requirit debitum, adhibeant, ut solia regnorum, ducatus dominiorumque nostro- rum ad paterna , ad saluberrimum subjectorum nostrorum totiusque rei publicae regimen ceteraque majestatem nostram et ipsos subditos nostros jure concernentia plenimode ac pacifice dirigi, pervenire atque intendere valeamus, gratum obsequium vobis posterisque

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vestris largiflua gratia nostra dante deo successu temporum merao- randum nobis in eo ostensuri, secus nos non facturi (sie). Datum Wiennae die S. Francisci confessoris anno etc. Liii (sie) eoronationis vero nostrae regni üngarisB anno XIII.

1453, Not. 25.

Klagbriefe über erfolgte Fried^nsbrüche in der Oberlausitz.

(Aus Scultetus Ms. lU, 10.)

Wentzseh burgraff von Donen zum Grefensteyn gesessen: dem edlen vnd wolgebornen h. h. Girsick von der Cunstat vnd Podiebrad, obersten vorweser der cronen zu Behmen, mynem g. h. vnd gün- stigen guten forderer.

Ich clage E. G. das mir solcher frede den mir E. G. befohlen vnd geheissin hat zuhalden, mit den sechs landen vnd steten, nicht gehal- den wird, vnd zuvoruss von der Zittaw, die dann myne arme lüte man vnd frawen rewblichen schinden, vnd nemen was sie bey den finden uff den Strassen, vff jren brogkin vnd vor den toren vor der stat Zittaw, vnd haben mir auch in dem freden die meynen gefangen, gestöcket vnd geschatzet, vnd weren mir vnd meynen lüten kouffens vnd verkouffens etc. (sie). Vnd er Albrecht Birgke von dem Tholin- stein, der hat syne helffer bie den von der Zittaw, darum ich nicht anders verstehe dann das is sein getrib sey etc. (sie) sint der Zyt ich von uwern g. von Präge abegescheiden bin etc. (sie). Vnd ich bitte uwer g. mir in den sachen beroten vnd behoiffen zu sein etc. (sie). Gegeben am tage sente Katherinen 1452.

1452, Dec. 4 (Melnik).

Girsigk von Kunstad vnd Podiebrad ein vorweser der Behmi- schen cronen: den edeln gestrengen namhafftigen vorsichtigen lantmannen vnd den sechs steten Budissin, Görlitz, Zittaw, Luban, Lobaw vnd Camentz vnsern lieben fründen.

Is haben vor mich broeht h. Wentzseh von Grefinstein vnd er Wentzlaw von Biberstein, wie jr en den frede nicht bildet, den er Hanns von Colditz zwischen uch gemacht hat, das jr jr löte in uwer stete zu margkte nicht lasset zyhin etc. (sie). Geben zu Meinig den Montag nach {corr. an) sente Barbarentag 1452.

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41. 1453, Apr. flg.

Auszüge aus Briefen des Äneas Sylvius vom Jahre 1433.

(Aus der Orig-inal-Handschrift der kaiserlichen Hofbibliothek in Wien Nr. 3389.)

10. April. Nicoiao (de Cusa) cardinali S. Petri: Bohemi adversus Saxones bellum ingens apparant; sunt qui jam eongressos eos conflictosque dieant, rumor tamen incertus est. In Bohemia multi sunt, qui regnum nobile oblatum regi Ladislao sine pecunia vitupe- rant, resque novas moliuntur. Haeretici apud eos plurimum possunt. Civitates ut ajunt omnes praeter duas ad haereticos defeeerunt, neque tributum solvere volunt, quod jam regis nomine petebatur, nisi rex coronetur et nobiles suum regi debitum jus reddant; res erit non plana, ut existimatum est. Rex Franciae exhortatus est regem Ladis- laum, una secum ad petitionem coneilii coneurrat: ad respondendum ei missus est Balthasar doetor tuae dignationi non incognitus.

Eod. die, Petro de Noxeto: Pax nondum firmata est; ad festum Georgii ratifieatio exspectatur. In Bohemia novae res parantur, neque Ladislao regi quod promissum est futurum stabile creditur. Hungari quoque non tantum faeiunt, quantum spondent. Gischra receptus in gratiam regis, militiajque praefectus, aliquantum offen- dere Johannem Vaiuodam existimatur, cujus potestas in regno regis voluntati praefertur.

17. April, aus Neustadt: Nicoiao pp. V. Res Bohemiae nonnihil mutationis habent. In festo divi Georgii ex more gentis conventus indictus est Pragae. Sunt qui mutare conclusiones Viennae factas vellent; quidam eas manutenere student.

Eod. d. an Cardinal Cusa: Conventus jam Pragas haberi debet, ut de rege recipiendo concludatur. Mihi non est exploratum, quid sit reipublicaB christianae melius, regem admitti per Bohemos, ut est condictum, an excludi.

28. Apr. aus Neustadt: Johanni (Carvaial) cardinali S. Angeli: Rex Ladislaus missis ad Caesarem legatis prorogationem termini ad ratificandum petiit usque ad festum S. Joh. Bapt. proximum, idque concessum est. Bohemi sunt in novo tractatu cum rege Ladis- lao : ad quos missi sunt in Moraviam comes Ciliaß et Ulricus Azingher.

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D. eod. Niculao pp. V. Nescio quo pacto res Bohemicae ter- minari poterunt. Dominus de Rosis Georgio «st adversus, qui unum allicit, alterum avertit. Ibi quoque res fidei multas difTicultates habet. Non puto, quod tractatum est, loeum habere de transitu regis in Bohemiam ad festum S. Johannis. Sed stulte ago , qui futura prsedi- cere audeo.

D. eod. Nicoiao (de Cusa) cardinali: Bohemi cum rege Ladislao conventum habent in Moravia, ad quem missi sunt eomesCilise et Azingher. Dicuntur Bohemi novas res quserere. Comes Ciliae, ut docti rerum aiunt, quserit Georgieonem in regno Bohemise guberna- torem confirmare, ut sie tres viri tria magna dominia gubernent, Johannes Hungariam, Georgius Bohemiam, comes ipse Austriam.

5. Mai, aus Neustadt, Johanni Campisio: Inter Bohemos et regem Ladislaum conturbatae aliquantulum res fuerunt. Nunc compo- sitsB sunt. Georgius regni Boh. gubernator et aliquot alii barones ad regem venerunt, triduoqueViennse morati et honorati admodum, bona mente recesserunt regemque brevi in Bohemiam iturum coronamque recepturum aiunt.

24. Mai, ex Pruk, Nicoiao (de Cusa): Bohemi nunc con- ventum Pragae habent. Cupiunt regem cito ad coronationem profi- cisci : Australes excussi auro dilationem petunt ad nativitatem domi- nicam. Nescio quid sequetur. Venit nudius tertius unus ex Praga, qui ait multa verba facta esse de restitutione bonorum ecclesiastico- rum, sed nullum esse magis adversum quam D. de Rosis. Ego nuUi ejus rei mentem bonam esse opinor: gravis res est et odiosa Omni- bus restitutio.

42. 1453, Mai 2.

PS. Jörgs von Bebemburg an Herzog Friedrieh v. S. Er räth dringend Sletten, wenn es gewonnen ist, in K. Lass- laws Hände zu geben, damit der König nicht zum Kriege Erlaubniss gebe. Die Böhmen seien von Wien am Mittwoch nächst nach Philippi u. Jacobi um Vesperzeit (2. Mai) weggeritten etc.

(Dresd. Arch. IV, 226.)

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43.

1453, Mai 13 fg.

Sächsischer Bote in Prag meldet seinem Herrn, Herr Georg von Podiebrad habe zugesagt , den zwischen Sachsen und Nicolae von Lohkowitz geschlossenen Frie- den auch zu halten und auch die von Plankstein, den Panzer etc. dazu anzu- halten, bis K. Ladislaw's Räthe kommen. D. Prag am Sonnabend nach dem

Auffahrttage i4SS. A tergo: „Gerzigk, Blankenstein, Panczer, alle in friden bis uf Mit. in pfingst-

heiligen tagen."

(Orig. Dresd. III, 7U.)

Herzog Friedrich an den Rath zu Friberg : „Als zwischen uns vnd den Behmen eyn fride beteydingt ist uff Mittewochen noch Bonifacii schirsten uszgeende,'' sind wir gewarnt worden etc. D. Grymme Sonntag Trinitatis 1453 (Mai 27).

(Orig. ibid. HI, 71"=.)

Heinrich von Gera an Georg von Podiebrad : Da der Vorschlag eines einjährigen Friedens nicht durchgegan- gen, so trägt Herzog Friedrich auf einen an, der bis zur Krönung des Königs in Böhmen dauern soll. Willigt Georg ein, so möchte er Dinstag nach Bonifacii seinen Friedbrief bei Jesek von Kolditz in Bilin hinterlegen lassen. D. Meissen, Freitag nach octava corp. Chr. 1453 (Jun. 8).

(Concept. ibid. UI, 72.)

44. 1453, Jun. 7 (Grecz).

Äneas Sylvius an Cardinal Johann Carvajal: über die Vorgänge in Böhmen.

(Aus der Wiener Handschrift 3389, fol. 116.)

Patri optimo et colendissimo D. Johanni cardinali S. Angeli Aeneas episcopus Senensis s. p. dicit.

Scriptum a me est bis diebus et sanct"" domino nostro et tu« dignationi semel et iterum, regem Ladislaum ad ingressum Bohemiae dilationes quaerere: id nunc quomodo successerit, paucis absolvam. Conventus in Praga totius regni habitus est. Ad eum legati Ladislai venientes in audientia publica dixerunt regem libenter ut condictum

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esset velle ad eoronationem proficisei: sed quia nondum pax firmata esset cum Csesare, neeessarium sibi videri transitum ejus differri usque ad nativitatis dominicae festivitatem ; idque petebant regni proceres aequo animo ferre. Deinde secretam audientiam coram baro- nibus habuerunt, in qua magnopere rogarunt regi dilationem dari, cui non esset argentum ad subeundos viarum sumptus, neque deeo- rum videri tantum regem non magnifice regnum ingredi. Bohemi ad ea dixerunt, conventa Viennae serv.anda esse, regnum non posse diu- tius sui regis absentiam ferre; si non posset rex maximum apparatum habere, mediocrem sumeret. Atque ita legatos dimisere, ut qui nul- lam vellent coronationis prorogationem concedere. Inter se tamen concluserunt, si rursus dilatio peteretur, XX aut XXX dierum indu- cias non esse negandas. Sic res illae pendent. Gubernator Bohemiae navem quo vult impellit, regnum ex arbitrio ducit, pacem tenet, jus reddit, omnibus terrori est. Inter alia, quae Bohemi ex rege petunt, hie articulus est de beneficiis ecclesiasticis regni Bohemiae, ne quam Romanus pontifex partem habeat. Id documenti causa refero, quia mala mens, malus animus illorum est. Noster Procopius ad eoronatio- nem sui regis proficisei vult, et forsitan illic remanebit, quia guber- natori carus est et aliis baronibus acceptus, neque inutilis erit apo- stoiicae sedi illic manens. Nos hie sub exspectatione conclusionis pacis sumus. Cum Pataviensi electo tractatum habemus, forsitan concordia fiet; eum mag. Vlricus Sonenborgher et magister camerae ducunt; ego utrique parti quae bona existimo nitor suadere. Alia non occurrunt. Cupio s. dni. nri. pedibus commendari. Ex Grezia, die VIJ Junij 1453.

45. 1453, Jan. 13 (Missen). Herzog Friedrich von Sachsen geht mit Georg von Podiebrad Jind den böhmi- schen Herren einen Frieden ein bis zur Krönung K. Ladislaw's in Böhmen.

(Orig. im säohs. Staatsarchiv in Dresden.)

Wir Friedrich von goles gnaden, herzog zu Sachsen des hei- ligen Romischen richs ertzmarschalk, lantgraff in Doringen vnd marggraue zu Missen bekennen vnd tun kunt öffentlich mit disem brief für vns vnd alle die vnsern, da.s wir mit dem wolgebornen hern .lorsigken von Constat herren zu Bodiebrad vnd andern

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Behmischen Herrn die vnser vihend sind eines rechten unczer- broehen kristenlichen frides yngangen sind , vnd gehin des yn von dato diss briffs aneczuheben vnd gantz vss zuweren biss vff vnsers gnedigen Herrn kunig Lasslawes kronung zu BeHem. wir geloben vnd gereden aucH solichen frid für vns vnd alle die vnsern stete veste vnd vnzerbroehenlich ane alles geuerde zuHalden by vnsern fürstlichen truwen vnd wirden. Des zu warer vrkond Haben wir genanter herczog Fridrich vnser insigel wissentlich lassen hengen an diesen brief. Geben zu Missen am Mittwoch vor Viti, nach Cristi gehurt vierzehnhundert vnd im dry und fumffczigsten Jare. (L. S.)

1453, Jon. 18 (Pragae).

Georg von Podiebrad an Markgraf Friedrich von Brandenburg : über die beab- sichtigte Auslösung der Vogtei der Niederlausitz.

(Orig. im kön!g1. geh. Cabinetsarchiv in Berlin.')

Illustri et suhlimi principi ac domino, D. Friderico seniori sacri imperii archieamerario, marchioni Brandenburgensi et purgravio Nurembergensi etc. domino favoroso: Georgius de Cunstat et de Podiebrad, regni Bohemise gubernator et consilium regni prasnotati, obsequiosa prsemissa voluntate cum justitia utrinque adipiscenda.

Illustris et sublimis princeps, domineque favorose! Commisimus nomine ser"* principis et domini D. Ladislai Hung. et BoH. regis, domini nostri gratiosi, regni ejusdem ac nostri ex parte infra scripta disponenda generosis viris D. Henrico dicto ßerka de Duba, D. Wen- ceslao de Bibrssteyn et D. Appel Vicitum, ut ipsi a vestra celsitu- dine advocatiam marchionatus Lusatiae juxta proscriptionem vestram exsolvant, ipsumque marchionatum regno Bohemise viceversa incor- porent. Quapropter v'^'" illustralitatem deprecamur, quatenus recepta summa vestrae pecuniae, causa justitiae complementi praenotatam advo- catiam marchionatumque Universum cum pertinentiis ad manus prae- fatorum doininorum ex parte praedicti ser"" domini nostri regis ac Bohemiae regni dignemini eflFective resignare, proscriptionibus vestris satisfacientes. Reddetis enim unicuique quod suum est, et a praefato domino nostro rege gratitudinem per nosque servitium benivolum recepturi. Dat. in Castro Pragensi, sub sigillo inclyti regni Bohemiae

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secunda feria post festum S. Viti, annorum domini millesiino quadrin- gentesimo quinquagesimo tertio. (Sigillum appressum laesum.)

47. 1453, Jan. 18 (Pragse).

Georg von Podiebrad, als Gubemator, an die brandenburgischen Beamten in der

Niederlausitz : über dasselbe.

(Orig'. ebendaselbst.)

Georgius de Cunstat et de Podiebrad regni Bohemiae guberna- tor et consilium regni prsßnotati : nobilibus viris illustris et sublimis principis D. Frideriei senioris imperii sacri arehicaraerarii marchio- nis Brandembupgensis et purgravii Nurembergensis in marchionatu Lusatise ofFicialibus : salutem cum justitiae complemento adipiscendo.

Nobiles domini et amiei benivoli ! Commisimus nomine Serenis- simi principis et domini D. Ladislai Hung. et Bob. regis, domini nostri gratiosi, regni ejusdem ac nostri ex parte infrascripta dispo- nenda generosis viris D. Henrico dicto Berka de Duba, D. Wenceslao de Bibrstein etD. AppelVieitum, ut ipsi a prsefato domino marehione domino vestro, vel a vobis vice ipsius celsitudinis advocatiam mar- cbionatus Lusatiae exsolvant, ipsumque marchionatum regno Bohemiae viceversa incorporent. Igitur monemus vos praesentibus , quatenus recepta summa peeunise juxta proscriptionem prsenotati marchionis domini vestri, praenotatam advocatiam marchionatumque Universum cum pertinentiis ad manus praefatorum dominorum praedicti ser"" domini nostri regis ac Bohemiae regni ex parte velitis effective resignare, proscriptionibus praefati domini vestri satisfaeientes. Datum in Castro Pragensi, sub sigillo inclyti regni Bohemiae, secunda feria post festum S. Viti, anno dorn, millesimo quadringentesimo quinqua- gesimo tertio.

(Sigillum appressum integrum.)

48.

1453, Jan. 18 (Pragae).

Georg von Podiebrad , als Gubemator, an die Stände der Niederlausitt: über

dasselbe.

(Orig. ebendaselbst.)

Georgius de Cunstat et de Podiebrad, regni Bohemiae gubema- tor et consilium regni prsenotati: venerabilibus in Christo patribus.

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generosis, nobilibus, strenuis, famosis, prudentibus providisque prae- latis, baronibus, proceribus, mililibus, terrigenls marchionatus Lusa- tiae universis, amicisque sinceriter amorosis, salutem et prosperos patriEB successus adipiscendos.

Venerabiles in Christo patres, generosi, nobiles, strenui, famosi, prudentes ac providi domini et amici sinceriter amorosi ! Mittimus in medium vestri generosos viros D. Henrieum Berkam deDuba, D. Wen- ceslaum de Bibrssteyn et D. Appel Vicitum, prsesentium exhibitores, postulantes quatenus nomine ser""' principis et domini D. Ladislai Hung. Bob. etc. regis, domini nostri gratiosi, et ejusdem regni ac nostri ex parte in dicendis et referendis eisdem pro hac vice velitis fidem adhibere creditivam, tamquam cum vestris paternitatibus et amicitiis propriis loqueremur in personis. Dat. in Castro Pragensi, sub sigillo inclyti regni Bohemiae, secunda feria post festum S. Viti, annorum domini millesimo quadringentesimo quinquagesimo tertio. (Sigillum Chart» patenti appressum Isesum.)

49.

1453, Jan. 29.

Herzog Friedrich von Sachsen an s. „Veit zu Friberg" : Er erfahre, „wie er Girzik mit sinen helffern sich besampne vnd wil vmb sent Margarethentag Brüx berynnen vnd furder über walt zeihen, vns vnser lande beschedigen", ordnet desshalb Kriegs- bereitschaft an. D. zu Aldemburg am Fritage Petri & Pauli 1453.

(Orig. arch. Dresd. l\\, 75.)

50.

1453, Jnn. 30 (Wienn).

König Ladislaw an den Markgrafen Albrecht von Brandenburg. Bittet ihn, im

Kriege der Böhmen und Sachsen sich mit seiner Hilfe auf keinen Theil zu legen,

sondern lieber den Frieden zu vermitteln.

(Orig. im Archiv zu Bamberg.)

Lasslaw von gots gnaden, zu Hungern, zu Behem, Dalmatien, Croatien etc. kunig, hertzog zu Österreich vnd marggraf zu Mer- hern etc. Hochgeborner fürst lieber öhem , von der vehde wegen, die ist zwischen dem hochgeborn fürsten hern Fridrichen hertzog zu Sachsen etc., unserm lieben swager, an aim, vnd den edeln vnsern

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lieben getiewii Jörziken von Kunstat, vnd von Bodibiat vnserin gubernator, vnd den lantherren vnsers kunigreichs zu Behem, an dem andern tail, begern vnd biten wir ewr frewntschafft , mit vleiss, ob sie mit krieg in einander greiffen wurden, daz ir ew dann, mit ewrer hiiff auf ehainen tail legen, sunder zu der gutikait, raten helffen vnd versnoben wellet, damit sy in der gutikait, verriebt vnd veraynet werden, vnd ew als ein guter mitter darinn beweisen, durch vnsern willen, damit sy nicbt zu krieg komen, vnd baidenthalben grosser vnrat, vnderstanden werde, daran ertzaigt ir vns dankebnem wolgeuallen , vnd wir wellen das frewntlich vmb ew beschulden. Geben zu Wienn an Sambstag nach sand Peter vnd sand Pauls tag. Anno dominj etc. liij. Vnserer krönung vnsers reichs des Hungri- schen etc. im virtzehenden jare.

51. 1453, Jal. 10 (Grez).

Äneas Sylvius an Cardinal Carvajal: über die Vorgänge in den Ländern K. Ladislaw's, zumal in Böhmen.

(Aus der Wiener Haudsclirift 3389, fol. 122.)

Scripsisti exspectare te pacem S. Georgii: at ego jam diu scripsi , res esse mutatas. Dilatio recepta fuit ad festum S. Job" Bapt., sed neque tunc consummata res est. Neque pacem, neque bellum babemus. Australes pacis cupidi sunt, Hungari contra. Sed bis quoque datum est quod agent. Axamit Bohemus cum quinque ut ajunt millibus latronum Hungariam ingressus aliqua castra cepit, mnnitiones adificavit, spolia multa abduxit, conflixitque resistentes Hungaros. Ejus causa indixit rex Ladislaus exercitum, famamque fecit, velle se ire ad versus hostes: at Australes noluerunt, ut erant justi, exercitum cogere. Misit tarnen rex mille de suis Australibus in Hungariam. Ipse cum sua curia jam intrare debet Moraviam; deinde ad festum Michaelis ait se velle ire Pragam, coronamque accipere; quod Bohemis tardum videtur, maxime catholicis, quibus Georgiconis Imperium grave est. Dominus de Rosis jam aegre fert praeferri sibi Georgium ; putabat enim, quia in campo contra Novam Civitatem fuit, totam sibi Bohemiam committi debere. Sed Ladislaus ab eo regnum recipere vult, qui potest dare. Itaque Georgius omnia potest; nunc Minores ex Praga depulsi sunt, ut sperent catbolici sub novo rege

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novas invenire mutationes. Pruteni de Ordine hie sunt, agitaturi Judicium cum adversariis de liga; sed alia pars abest, nam legati venientes in Moravia cum multis bonis capti sunt neque adhuc dimissi, quamvis rex Ladislaus, sub cujus fide miseri decepti sunt, ad eorum liberationem vehementer intendat. Ex Grez, die X Julii 1453.

52.

1453, 24. Jul. (Brunn).

K. Ladislaw's Vollmachtsbrief für seine Räthe, Johann Bischof zu OUmütz, Otto Pfalzgrafen bei Rhein (seinen Oheim), Heinrich V. Rosenberg, Reinprecht v. Waisee, Heinrich v. der Leippen („unsers Königreichs zu Böhmen Oberst-Marschall"), Girik v. Kra- waf und Straznicz, Ulrich Eizinger von Eizingen, Reinprecht von Ebersdorf, Stephan Aloch (österr. Kanzler), Steph. v. Warda Lehrer geistlicher Rechte, Sigmund Eizinger v. Eizingen Forstmeister in Österreich, Wolfgang Hinderholzer und Oswald Reicholf, um an dem Tage zu Rreslau (von morgen über vierzehn Tage) , mit dem Kön. von Polen oder seinen Bevollmächtigten über die Heirath zwi- schen demselben König und Ladislaw's Schwester Elisabeth zu teidingen und zu beschliessen. D. zu Brunn an S. Jacobs Abend, im J. 1453, des ungr. Reichs im XIV'*".

(^Orig. pergam. cum app. sigillo in arch. Trebon.)

53. 1453, Aog. 2—15.

„Friedebrüche geschehen an dem „Gotishuse" zum „Grunenhain" von ettlichin aus der Kronen zu Behmen."

Peter von Sternberg die Zeit als er Petschaw inne hatte , über- fiel er die Sleten mit ihrer Zugehörung, fing und mordete da unsere arme Leute etc.

Kagerer als Herzog Fridrich gegen den Gifik lag vor Czwi- kaw u. auf beiden parteien betedigt ward

Cudi Nicolae unser arme lute vmb Kadan gelegen

(Arch. Dresd. I, 177.)

Nicolaus Abt zum Grünenhain sendet, wie Herzog Friedrich es ver- langte, obige „Friedebrüche" gen Topplicz. D.in die Laurentiil453.

(Orig. Dresd. HI, 76.)

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Mittwoch Assumptionis Marise 1453 ist zu Teplitz von Zbynek Hase von Hasenburg, Jakob von Wresowic Hauptmann des Saatzer Kreises, Heinrich Herrn zu Gera, Hiibrant von Einsiedel und Hein- rich von Bünau ein Friede verabredet worden.

(Coucept. Dresd. I, igC*".)

54. 1453, Sept.

Herzog Friedrich von Sachsen sendet an die böhmischen , damals in Prag ver- sammelten Stände ein Schreiben, und ein anderes an die Herren Haasz und Jacoff allein, und befiehlt mit Fleiss zu erkundschaften, ob die Böhmen einen Krieg gegen Sachsen im Sinne haben oder nicht, wer K. Ladislaw's Räthe

seien etc.

(Orig. arch. Dresd. V, i22.)

55.

1453, II. October (Neustadt).

Äneas Sylvius an Herrn Ulrich von Rosenberg : Nachrichten vom kaiserl. Hofe und aus Italien, über Vorbereitungen zum Kreuzzug gegen die Türken etc.

(Original, eigenhändige Schrift, im Archire zu Wittingau.^

Magnifico et potenti domino Ulrico de Rosis majori meo honorando.

Magnifice et generöse domine bonorande. Leto et jocundo animo vestras literas accepi, per quas intellexi nondum mente vestra nomen excidisse meum! facio maximi in tanti viri me esse memoria, quem veneror et obseruo unice : Quod de me scire cupitis breuiter absoluam: Sum modo apud Cesarem ut soleo inter eonsiliarios mini- mus et inutilis : Circa festum diui Martini est animus domum petere, quoniam meorum necessariorum literis vocor: Visitabo et Romanum pontificem, si deus vitam facultatemque dabit. Ibi si quid est a me gerendum, quod vestre rei conducat: scitis habere me bominem cui imperare possitis: nescio an breui hue reuertar: quoniam etas mea quietem poscit et fessum corpus labores recusat: amici quoque domi me uolunt. De rebus Turchorum hec scribere possum : Nemo est, qui curam eins rei gerat nisi Ronianus pontifex. Is operam dat inpri- mis ut Italia pacem babeat, misit legatos ad partes dissidentes, sancti Angeli et Firmatium cardinales : modo utriusque partis legati Rome conneniunt. Ibi spes est! aut pax concludetur, aut inducie ad plures

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annos ducentur! Deputauit autem Romanus pontifex tres cardinales, qui modos excogitent per quos retundi Turchorum violentia possit; tres alios elegit, qui modos execucionis admoueant. Exinde manda- tum est cardinalibus, uti decimam partem reddituum suorum ad hanc rem contribuant: creditur et deciraa imponenda super omni clero. Ipse autem Romanus pontifex omnes camere redditus ac prouentus et insuper decimam partem patrimonii sancti Petri in hoc opus segre- gavit intenditque legatos et ad Caesarem et ad reliquos orbis princi- pes transmittere instare hortari monereque ut pro Christi honore insurgant estque animus eius ad hoc ipsum ferventissimus ! quem- admodum michi ex urbe dietim scribitur. Nescio an eius feruorem ceteri principes sequentur. Imperator quidem bono in eam rem anirao est. Vos qui modo in coronacione regis vestri apud Pragam cum multis principibus eonvenietis , rem christianam agetis et nobilitate vestra dignam , si et regem et principes vestros hortabimini , ut in tanto negocio fidei negligenciam et socordiam omnem deponant , hec habui que de apparatu contra Turchos instituendo referre possum. Commendo me vestre magniflcencie , cui rem gerere gratam cupio, ubique terrarum aut gentium fuerim.

Ex Nouaciuitate, die XL Octobris 1453.

Vester Eneas Episcopus Senensis.

56. 1453, Oct. (s. d.)

Petition der Prager Universität an K. Ladislaw nach dessen Krönung in

Böhmen.

(Ms. biblioth. capituli Prag. K. XXXIV, fol. 209.)

In adventu novi regis universitas offert majestati suae hoc dictamen, cum arti- culis in 60 expressis.

Serenissime princeps! Devoti vestri filii, universitas studii Pra- gensis petitiones infrascriptas, invictissimis principibus Sigismundo imperatore (sie) avo et Alberto regi Romanorum, genitori Majestatis Vestrae, divae memoriae, humiliter exhibitas, etiam Vestrae regiae Cel- situdini nunc exhibent, studiosius supplicando, quatenus hujusmodi petitiones ex innata dementia vobis magnanimiter dignemini exaudire, una cum consilio vestro super hiis conferendo, ut, sicut ipsa univer- sitas studii Pragensis de coronatione vestra in regem Bohemorum ex

Fontes. XX. Bd. 5

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aflfectu Isetatur, sie et promotionis profectu consoletur: Primo, ut videatur propter bonum pacis et iinitatis, quod ab omnibus siippositis universitatis compaetata cum sacrosancto eoncilio Basiliensi in spiritu sancto legitime congregato universalem ecclesiam repraesentante facta firmiter observentur. Item secundo, ut villse et census ablatae collegii viceversa restituantur, quia sie deo et regia majestate disponente poterit augeri legentium et studentium numerus copiosus. Item tertio, quatenus disponatur, ut magistri ^t scolares in studio Pragensi prae- fato libere gaudeant privilegiis et libertatibus, quibus alia gaudent studia, ne, quod absit, universitas praedicta injuriis et violentiis oppressa ruinse periculo dissolvatur. Datum etc.

57. 1453, Not. 15—26.

Tagebuch der Görlitzer Abgeordneten über ihre Verhandlungen am königlichen

Hofe in Prag.

(Scnhetus, HI, 30.)

Am Dornstage vor Elizabeth (15. Nov.) sein land vnd stete kein Praga kommen, vnd am Freitage donoch (16. Nov.) frühe an vnsern gnedigisten herrn den könig mit gehorsamer irbittunge.

It. donoch reith herr Girsick ufF den Karlstein vnd fürte mit jm die Behmisehe cron vnd besatzte den.

It. am Freitage vor Katherine (23. Nov.) alsherr Girsick wieder quam, wart mann vnd stete bescheiden jre gebrechen zuvorhören, das denn also geschach, vnd schrifftlichen geantwort worden.

It. doselbst bathen die manne gemeynlichen vnd alle, sie hetten gebrechen wider die stete , das man sie och vorhören wolde. Vnd irczalten etzliche stücke in der gemeyn , nemelichin von dem leiden des dritten vnd virden phennigen, vnd das die stete von den gutem zu landen mit jnen nichten teden, das doch vor alders gesehen were.

It. do sageten die manne des landes zu Görlitz, sie hetten besunder gebrechen kein der stat, vnd vorzalten ein stücke, als vom leiden der bürgergüter vff dem lande etc. (sie) vnd die andern gaben sie beschreben, vnd begerten eynes richters der sie dorus ent- schide.

Dortzu von der stat geantwort wart, das sie sulcher vorcla- gunge gar vnbesorgit gewest weren, sunder kortz vir tage vor dem

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zöge weren die mann zur stat kommen, vnd hetten die Sachen mit jn gehandelt. Vnd als sieh die stat mit den mannen der sachin nicht hette mögen vertragen , begerten sie der schrifft vnd bequeme zyt, sich doruff zu beraten. Das jn denn vorsaget were, vnd begereten dorumb noch eine abeschrifft jrer gebrechen, dorzu der frist vnd ander mancherley wort die sich dorwider verliffen.

Alss wurden die Sachen ufl'geschlagen biss ufF den Sunnabind (24. Nov.) donoch vnd zur 20. stund zu handlunge bescheiden, denn sulde euch antwort ufF die gebrechen geben werden.

It. am Sunnabend (24. Nov.) quomen mann vnd stete vor vnsern gnedigisten herrn den konig, vnd wurden zu der huldunge irfodert. Do wart siner kön. G. gesagt, mann vnd stete weren dozu willig vnd gereid , also das seine gnaden mann vnd stete jre priuilegia, Freiheit, altherkommen, gnaden vnd recht (als denn seiner G. vor- faren keiser vnd könige gnedeclichen gethon vnd sulch gutt gedecht- niss gelossen hetten) euch confirmiren, bessern vnd bestetigen geruchte. Das denn seine G. also zuthun zusagete. Alss haben mann vnd stete seiner G. huldung gethon in sulchen werten :

Wir sweren zu got vnser liebin frawen vnd allen gottes heili- gen, dem durchluchtigisten Fürsten vnd herrn, herrn Laszlaw konige zu Behemen vnd seinen liplichen erben mannes geschlecht, vnd ab die nichten weren, der crone vnd dem konigreich zuBeheim, hinFür getraw, gewertig vnd gehorsam zu sein, jren Frommen zu betrachten vnd jren schaden zu wenden, vnd jn helfFen vnd beystehen widder allermenniglich, nymanden vszgenommen, noch allim vnserm vor- mögin, getrewlich vnd vngeFerlich. Des bitten wir vns got zu helFfin vnd alle gotis heiligen.

It. liss seine G. noch der huldunge sagin , ob seine G. in die land vnd stete queme vnd von allin gemeynden huldunge Fürderte, das man das seiner G. zuthun nichten wegerte, durch dise huldunge hie geschehen. DorufF seiner G. zugesagit wurde, wurde seine G. in lande vnd stete kommen vnd gemeyne huldungen Fordern, sulden mann vnd stete keinen behellF dorynnen nicht nehmen, sunder gerne vnd gemeynlichin thun.

It. als die huldunge also geton wart, dy manne vor vnd die stete euch donoch, wart gesagit, das seine kön. G. vns in allen vnsern sachin vnd gebrechen von des von Bebirstein, herrn Wentzss, Pantzers vnd Gamerrethen wegen sulde gerathen werden, das vns

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Wandel sulde gesehen, vnd der gubernator wolde sich der Sachen irfahren.

Sunder die gebrechen, die die ritterschafft widder die stete betten, vnd die stete mit jrer antwort nicht gereid weren, so sulden ansehen (sie) bisz das beide teil zu lande quemen, denn so wolde seine G. seine botschafft dorzu senden, dorynnen helffin vnd rathen, das sulche gebrechen in fruntlickeit hingelegit möchten werden. Vnd ob das nichten sein vnd bericht werden könde, so wolde seine G. beden teilen eynen rechttag legen, vnd als vil als bilch ist ghen lossin, vnd das beide teil is fridelichen mit Worten vnd wercken halden sulden.

It. am Montage nach Katharine (26. Nov.) worden man vnd stete vor seine G. erfordert uff herrn Wentzsch, des von Bebirstein vnd Gamereten vorclagin, die nu antworten wolden. Also sagete der von Bebirstein, is langete jm ere vnd gelimph an, die muste her noch seiner herrn vnd fründe rath, die her von jm nichten bette vorant- worten, vnd begerte der frist, das her sie dorzu brengin mochte. Vnd redete faste vnvernünfftlichen, das den gubernatorem verdross, vnd liss jn dorumb ernstlichen mit worten anreden, vnd das her is furder Hesse. Doruff wart eine frist gemacht biss uff Pauli conver- sionis, denn sulden beide part gestehen, vnd musten das globen bey trawen vnd ehren zu dem tage zu kommen, vnd binnen des fridlich halden. Doch wart dobey gesagit, mochtet jr euch aber in des frünt- lichen selbis vortragen, hettet jr wol macht.

Item wart doselbist der Gamereth mit den von der Zittaw ouch zugestehen den negsten tag nach Pauli conversionis bey 500 seh. gr. vorbürgit.

58. 1453, Dec. 2 (Prag).

K. Ladislaw verschreibt Herrn Heinrich von Rosenberg die Stadt Budweis auf

Lebenszeit.

(Gleichzeitige Abschrift in den StadtbQchern von Budweis.)

WirLasslaw von gots gnaden etc. bekennen offenbar mit diesem brieff, das wir angesehen haben die vieissigen vnd merklichen dienst, dy vns der edl Hainrich von Bosenberg, vnser lieber getrewr, gethan hat mit manigveltiger darlegung vnd sunder das wir geruelich in vnser konigreich vnd land komen vnd in kuniglicher war erschinen

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sein; nn sein wir von kuniglicher angeborner gutikeit multiklieh genaigt, danen, die vns an vnderlasse dienen, gern vnd willig sein gnad ezu beweysen; vnd baben darumb mit wolbedacbten müth vnd rechter wissen vnser edeln vnd lieben getrewn, unser rett, demsel- ben Hainrieben sein lebtag gegeben vnd verüben vnser königliche stat Budweis mit aller gerechtigkeit , nucz, rent vnd czugeborungen, als wir vnd unser vorfodr, kunig zu Behem, die ingehabt haben, nichts ausgenomen, geben vnd leihen im die von kuniglicher Behmi- scher macht, in krafTt dicz briefFs. Allain behalten wir vns, vnsern erben vnd nachkomenden kunigen zu Behem alle leben, geistlich vnd weltlich; in dieselben leben sol der genante von Rosenberg kain ingrifF thun. Es soll auch diselb stat Budweis uns , vnsere erben vnd nachkomenden kunigen zu Behem oder vnsern amtlewten, die dor- czue von vnsern wegen geschikt oder gesendt wurden, offen sein czu allen vnsern notturfften wider allermaniklich , nyemands ausgenomen, doch auff vnser kostung an geverde. Auch der obgenante von Rosen- berk sol dieselben stat und inwoner ober ir gewondlich zins, rent und gult nicht besweren.

Es sol auch nach abgang des obgemelten Hainrichs von Rosen- berk die vorgenante stat Budweis wider an vns vnd vnser nach- komend, kunig zu Behem, komen an ale irrung, als er sich vnd sein brüder gegen vns verschriben haben. Diser vnser brieif sol auch nach des obgenanten Hainrichs von Rosenberk abgang krafftloss, tod vnd absein : mit urkund des brieffs besigelt mit unserm kunig- lichen anhangenden insiegel. Geben zu Prag am Suntag nach sand Andres tag des heiligen czwelfFboten tag, nach Christi geburd tausent vier hundert vnd in Lni" jar, vnser reich des Hungrischen etc. im Xini, des Behmischen im ersten jaren.

59. 1453, Dec. 13.

Erster Bericht der Abgeordneten Herzog Wühelm's von Sachsen über ihre Verrichtungen zu Prag.

(Orig. 8023, f. 61.)

Donnerstag (nach Concept. Mariae) kamen sie in Prag an, H. Georg war nicht anwesend. Freitag früh verhandelten sie mit Ulrich Eizinger, den sie sehr günstig fanden. Anwesend waren in

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Prag bei K. Ladislaw: Herzog Otto der Junge, Bischof von Passau, Bischof von Waradin, Ales von Sternberg, Zdenko von Sternberg, der von Kolditz, „Toboszky", Iskra, Hasz, alte Jacubko, Calta, Jindr. von Kolowrat u. a. m.

1453, Dec. 33.

Prag, 14S3 dd. am Sonntage nach Thomae apostoli.

(Orig:. Dresd. Loc. 8023, 1.)

„Relation der fürstl. sächs. Abgeordneten an Herzog Wilhelm, 1. wegen Ehe- geldes seiner Gemahlin und der desfallsigen Verschreibung auf Lucemburg ; 2. der Böhmenschulden und derselben Injurien desshalb ; 3. Übelhaltung H. Wil- helm's Gemahlin j so dem Herzog imputirt worden, und 4. die böhmische

Einigung.

Herzog Wilhelm hatte dem Könige schon in Wien von dem Ehegelde und der Verschreibung auf Lutzemburg gesprochen , war aber gewiesen worden, nach der Krönung in Prag darüber zu ver- handeln. — „Dann der Girzik Hess den kanzler offenbarlich sagen, dem könige wäre fürkommen, dass E. Gn. unser gned. frawen vast vnzimlich vnd vnerlich hielt, dorin der konig gross verdriessen hett" mit harten worten uf behemisch dargelegt, in gegenwart des königs (am Mittwoch nächstverg.).

60.

1454, Janaar 1 (Prag).

K. Ladislaw an Herrn Heinrich Reuss von Platten : er werde seine Räthe nach Preussen senden zur Beilegung des dortigen Streites zwischen dem Orden und

dem Lande.

(Aus dem Konigsberger Archive.)

Ersamer besunderlieber. Als du dem edeln vnserm lieben getrewn Ulrichen Eytzinger von Eytzingen vnserm rat, von erhebung ettlicher tzwitrecht so sich twischen dem wirdigen orden zu Prews- sen vnd der manschafft vnd steten daselbs an dem andern tail begeben vnd auferstanden ist, vnd auch darnach vor dem allerdurchleuchti- gisten fursten vnserm herren vnd vettern dem Romischen kayser durch der kurfürsten ret vnd annder ein rechtspruch geschehen sey , dem benanten Eytzinger zu drin maln geschriben hast , der hat das pracht an den edeln vnsern lieben getrewn Girsiken von der Kunstat vnd von ßodiebrad vnsern gubernator vnd hofmaister vnsers

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kunigreichs zu Behem, nu haben sy paid mit grossen vleyss mit vns daraus geredt, also haben wir betracht vnd furgenomen daz vnser foruordern kayser kunig vnd die fursten von Osterreich dem bemelten orden vnd den landen zu Prewssen hoch vnd wolgewant sind gewesen, der fusspar wir auch nachfolgen , was dem orden vnd den lannden zu nucz vnd gut komen mocht, daz wir darczu genaigt sein, vnd guten willen darczu haben, dem auch also nachzugeen, wann wir ye nicht gern sehen, daz paid obgenant partey verrer in krieg vnd widerwertikeit geneinander komen solten, darumb haben wir mit der benanten vnsers gubernators auch des Eytzingers vnd ander vnser ret rat furgenomen, daz wir vnser treflich ret vnd poten gar in kurtz von der tzwitrecht vnd sachen wegen zu paiden tailn hinein gen Prewssen maynen zuschiken, vnd mit gantzen vleyss zuuersuchen, damit wir paid obgenant tail mit der hilff gotz in ayni- gung maynen zu bringen. Darumb begern wir an dich mit ganczem ernst, daz du dein namhaftige potschafTt furderlich zu dem hochmai- ster vnd dem orden zu Prewssen tust, vnd solchen unsern guten willen auf dein schreiben, so du dem vorgenannten Eytzinger getan hast, vorkundest , sunder darumb ob yn yemand zu krieg oder wider- wertikeit in den sachen riet, oder daran weiset, daz sy des ratz nicht volgen doch sunder als lang, das vnser ret vnd potschafft zu paiden tailn hinein gen Prewssen komen, wann wir dem anndern tajl desgleichen auch darumb schreiben. Geben zu Prag an dem newen jarstag anno domini etc. quinquagesimo quarto vnser reich des Hungrischen etc. im viertzehenden, des Behemischen im ersten jarn. Ad mandatum domini regis Procopius de Rabenstein cancel. Dem ersamen Heinrichen Rewssen von Plawen, eometewr zu Elwing, vnserm besunder lieben.

61.

1454, Jannar 10 (Pragae).

K. Ladislato verleiht den Herren Ales und Zdenek von Sternberg sein königl.

Heimfallsrecht auf die Hälfte von Stadt und Schloss Kotibus nebst Zugehör,

zugleich mit dem. Auslösungsrechte der »weiten Hälfte.

(Handschrift des Prager Capitels K. XXXIV, fol. 208.)

Ladislaus dei gratia Ungariae, Bohemiae, DalmatisB, Croatiae etc. rex, AustriaB dux et Morawiae marchio, notum facimus universis, quod, quamvis regalis sublimitas nostra dona sua omnibus conferre

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laetetur, illis tarnen impendit jocundius, quos vetustate prolis clara nobilitas exornavit, extollunt amplae virtutes, et quorum probata ac inconcussa lides et grata servitia regia largitate dignos efTiciunt; et idcirco advertentes constantern fidem antiquorum nobilium Alssonis et Zdenkonis de Ssternberk, dilectorum fidelium nostrorum, qui sem- per coronae hujus regni nostri indefesse servitia magna et accepta fecerunt, volentesque eos nostrae renumerationis gratitudinem sentire, non improvide nee per errorem, sed cum matura animi deliberatione et sano eonsilio nostrorum processorum (sie) , nobilium et fidelium aliorum, de certa nostra scientia , auetoritate regia Bohemiae praefatis Alssoni et Zdenkoni damus in solidum et donamus omne jus, quod ad nos nostramque hujus regni coronam devolvetur per mortem nobilis Leutherii de Cotbus in et super media civitate et Castro Cotbus posita in marchionatu nostro Lusaciae cum teratorio (sie), castris, munitio- nibus, wasallis, wasallagiis, juribus, molendinis, piscinis, piscationibus, venationibus, jure patronatus ecclesiarum et juribus ac pertinentiis universis, quocumque nomine nuncupentur, et cum honoribus et obse- quiis Omnibus nobis nostraeque hujus regni coronae exibendis, quemad- modum a dicto Leutero et suis antecessoribus supradicta omnia tenta et possessa sunt. Damus etiam, donamus ac concedimus eisdem Alssoni et Zdenkoni et eorum heredibus pure et sine aliqua conditione vel die omne jus, quod nobis competit, redimendi aliam medietatem dictae civitatis et castri cum terratorio (sie), castris, munitionibus et per- tinentiis suis, prout supra in alia medietate expressimus, ab illustri principe Friderico marchione Brandeburgensi, sacri imperii archi- camerario, consanquineo nostro dilecto, cui nobilis Rinaldus de Cot- bus vendidit et possessionem tradidit salvo nostrae majestatis praedicto jure redimendi, quod dictis Alssoni et Zdenkoni eorumque heredibus cedimus, eosque in locum nostrum quoad hoc substituimus, et in rem suam procuratores faeimus, ac nolumus circa praedictam redemtionem refragationem aliquam aut impedimentum aliquo modo fieri. Volumus tamen praedictos Aissonera et Zdenkonem eorumque heredes, post- quam dictam civitatis et castri medietatem redemisse contigerit, eam a nostra majestate teuere hiisdem oneribus et honeribus (sie) in pheudum, quemadmodum dictus Rynaldus a nostris antecessoribus tenuit et possedit. Mandamus igitur vasallis, civibus et incolis ac universis habitatoribus cujuscunque status existaut, dictae civitatis Cutbus, castrorum, munitionum, villarum, territorii ac cunctarum

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pertinentiarum ipsius, quatenus in evenfum suprascriptorum casuum prsedictis Alssoni et Zdenkoni eorumque heredibus honorem habeant, subveniant ac omnino obediant, prout promtius et melius prsedictis Reynaldo et Leuterio honorem habere, subvenire ae obedire consue- verunt, sub poena iiidignationis nostraB et in eventum alterius cujusvis ex prsedictis casibus. Item mandamus vasallis, civibus, incolis ae universis habitatoribus, eujuscunque status existant, ejus partis, quam ad praedictos Alssonem et Zdenkonem eorumque heredes devenire contingeret, ut honorem, subventionem, obedientiamque, sicut supra scriptum est, exhibeant, si nostram indignationem cupiunt evitare, praesentium sub appensione sigilli nostri regalis testimonio literarum. Datum PragSB die decima mensis Januarii anno domini Mccccliiii regnorum nostrorum annoUngariae etc. quarto deeimo, Bohemise vero primo.

62. 1454, Janaar 17.

Herzogin Anna von Sachsen an ihren Bruder K. Ladislaw. Versichert ihn, dass sie sich wohl befinde und von ihrem Gemahl vollkommen gut behandelt werde; das, was man dagegen aufbringe, sei eine von den Vizthumen aufgebrachte Unwahrheit und Lüge. D. zum Eckersberg am Donnerstage Antonii 1454.

(Copia. Dresd. geh. Arch. 8023, 51.)

63. 1454, Janoar 22 (Nova civit.).

Äneas Sylvius an Herrn Georg von Podiehrad: empfiehlt ihm den Astronom

Johann Nihili, und beschwört ihn , die Böhmen zum Gehorsam der römischen

Kirche zurückzuführen.

(Aus der Wiener Handschrift 3389, fol. 93.)

Georgieoni gubernatori Bohemiae. Magnifice et generöse baro, domine honorande! Dominum Johannem Nihili, astronomum insignem et modestum sacerdotem, non dubito vestrse magnificentiae saltem fama notum esse; qui non solum divo Caesari nostro Federico ejusque magnatibus est acceptus, sed et sanct'"" d. n. papae sacroque cardinalium coetui carissimus habetur et dilectissimus; sie enim sua modestia et doctrina praecellens meretur.

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Is ex regno Bohemise natus, nunc domum revertitur, suum Patrimo- nium et antecessorum suorum jura recuperaturus, neque spem in alio quam in vestra magnificentia majorem habet. Ego etsi non dubito suam virtutem vestrum sibi vendicare favorem , pro jure tarnen ami- citiae, quo sibi sum junctus, et eupio et opto magnopere suam spem minime frustratum iri ; et si quid meae preces (Ms, autograph. „peeps" [sie]) in conspectu vestro possunt, eas pro viro mihi amicissimo, quoad possum, et ardentes et effieaces praebeo; ut qui personae mese prae- stitura credam, quiequid sibi vestra magnif. vel consilii vel favoris aecomodaverit, quamvis nullum me dubium habet, quin benigne apud suos recipiatur, quem exteri libenter viderunt et honorarunt. Haec cum fiducia de homine amantissimo et honore digno conscripsi. Nunc aliud adjiciam, quod non existimo praetermittendum. Intrasse Bohe- miam inclytum regem Ladislaum, coronatum esse, obedientiam et fidelitatem omnium regnicolarum suscepisse, pacem in regno refor- masse, salubre regimen ordinasse, qui audiunt, omnes admirantur et laudant, tantoque res major et stupore dignior existimatur, quanto ab initio incredibilior videbatur. Sed tanti boni et nomen et laudem nemo est qui vestrae magnif. non attribuat. Vestrum est hoc praeco- nium et in familia vestra aeternum decus, quia regnum Bohemiae lace- rum et quassatum vestra prudentia reformaverit. Unum tamen adhuc restat vestra virtute consilioque dirigendum. Nondum quietem spiri- tualia negotia tenent; nondum clerus vester ecclesiae Romanaß con- sentit; viget adhuc rubigo quaedam in mentibus hominum, neque pontificem habetis. Omnes Bohemi vestra ope ad veri sui regis obe- dientiam rediere: curandum et modo est, spiritualem patrem et dominum cuncti audiant Romanum pontificem , neque plus velint sapere quam ceteri Christlani; jungant jam se denique apostolicae sedi, quae magistra est omnium gentium et omnes ad se recurrentes benigne audit. Sed nescio quis hoc perficere possit, nisi vestra sin- gularis et oculatissima circumspectio, quae ut temporalia optime direxit, sie et spiritualia perfecte posse disponere non dubitatur. Quippe magna est vestri nominis fama et apud sanct"""" d. n. papam et universos cardinales. Cuncti de vestra probitate bene sentiunt et optime sperant; reges quoque inter Christianos opinatissimi, apud quos vestra laus celeberrima est, jam venisse diem existimant, quo regnum illud Bohemise praeclarissimum cum ceteris Christianis et copuletur et uniatur; neque id alterius consilio aut studio fieri posse

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quam vestro dijudicant. Velit igitur vestra praestabilitas spem hanc implere titulosque illos mereri gloriosissimos, quia per vos regnum BohemisB non solum in temporalibus , sed etiam in spiritualibus hoc tempore sit reformatum. Hoc erit illustre nomen vestrum cunctis seculis memorandum; hsec res vobis coelum aperiet et inter claris- sima sidera dabit locum, omnisque vestra posteritas hinc maxima reputabitur, et nati natorum, et qui nascentur ab illis, ex vestris ope- ribus fructum sentient; eoque vestrum erit splendidius opus, quo nostra aetate magis necessarium cernitur. Etsi enim omni tempore detestanda sunt inter Christianos scismata, nunc potissimum divisiones sunt fugiendae et abominandae, quando potentissimi vivificaß crucis inimici terra marique bellum adversus nos instruunt Turcbi, nee con- tenti subegisse Constantinopolim , totum sibi subjiciendum auctumant occidentem, summoque conatu nituntur, ut legem Christi evangelium- que subvertant. Quodsi nos uniti essemus, facile superbiam gentis retunderemus illius. Atque ob hanc causam persuasi mihi, non esse inutile pauca haec vestrae magnif. scribere; quae precor tamquam ex homine vestrae virtuti deditissimo velitis accipere et boni consulere. Datum in Nova civitate die XXII Januarii 1454.

64. 1454, Januar 25 (Prag).

Nachrichten aus Prag an die Görlitzer. Gregor Selige u. Joh. Bereit Stadtsehreiber ad sen. Gorlic.

Wir sind wohl heruff kein Präge kommen und als hüte vnsern g. h. den konig und S. Gn. rethe besucht und dem guberna- tori gemelt, das wir des tages warten. Ward uns zugesagt, so schire der gubernator von dem tage (zu Laun) wider qweme werden die Sachen vorgenommen werden. »Vnd morgen sich irhe- bin werden kein Lunaw zu reithen." D. zu Praga am Fritage Pauli convers.

(Scultetus, ni, 28\')

Febr. 4 (Prag).

Zeitung. Das herr Girsick, her Virich Eyczinger mit andern vnsers h. des koniges rethen noch zu Lunaw legin, Vnd die her-

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zogen von Sachsen zu Brixes : vnd was man da tedinget, mogin wir eigentlichin nichten wissen, wenn das man wenig trosts hat, das die Sachen zu ende getedinget werden.

Müssen also hie legin, des morgens lange sloffin, früe essen, dem könige zur kirehen , zum stechin vnd tentzin tegelichin fulgin, also das nymand endis gehaben mag etc. (sie).

It. wisst das vnser gnedigister herr der konig den von Rosin- berg, herrn Zdencken von Sternberg mit andern S. G. merckliehen rettin von Behemen, Vngern, Osterreich etc. mit der königin dem frowelein , die sie jm kein Teschin dem könige von Polan antworten sullen, gesand hat: darumb auch der Tag nu vff Dorothee bisz allir mannefast (sie) erlegit ist etc. D. zu Präge am Montage nach Puri- ficat. etc.

(Scultetus ib. 28'-)

65.

1454, Januar 38 (Laun).

Aus dea Verhandlungen des Tages zu Laun.

Kaspar Bischof zu Meissen und andere sächsische Räihe „ihunt zu Luna" an die Herzoge Friedrich und Wilhelm von Sachsen.

„Als wir vf hüte her gein Luna komen sind, haben wir vns zu herrn Girziken u. a, behm. Herren in ire herberge gefugt. Do hat her Girzik durch sich vf bemisch vnd durch den von Donyn vf duczsch den anefangk gemacht" ob sie Vollmacht mitbringen, ob sie alte Verschreibungen halten wollen etc. Die Sachsen hielten dem Könige „etzliche sloss stete vnd guter vor mit gewalt," er begehre daher, „das uw. gn. der aller dem konige wider abtreten vnd auch Verschreibunge tun wolten, ym selbs, denViczthumen, den von Eger vnd andern die dem kunige zu versprechen stünden, die spruche zu uch betten; doruff haben wir dise nacht ein bedencken genomen etc.'* (Bitten um schleunige Instruction.) D. zu Lun , am Montage nach Pauli conversionis 1454.

(Orig. arch. Dresd. lU, 78.)

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1454, Januar 39 (Laun). Aus den Verhandlungen des Tages zu Laun.

Dinstag nach Pauli conversionis gaben auf dem Tage zu Laun die sächsischen

Räthe Antwort.

(Orig. arch. secr. Dresd. Loc. 8023, 2.)

Die Böhmen producirten an dem Tage folgende Briefe: 1) dat. Prag, 1289, Friedrich Markgraf v. Meissen; 2) d.l348 Verbindung Markgr. Friedrieh's u. s. Söhne Friedr., Balt., Ludw. u. Wilh. mit Kaiser Karl IV. u. K. Wenzel (sie); 3) d. Pirren, 1372 von Friedr., Balthasar u. Ludwig M. zu Meiss. an Karl IV. u. K. Wenzel, sie an ihren Schlössern im Lande zu Missen, Vogtland, Osterland, Franken u. a. nicht zu irren; 4) d. 1362 von Grafen Heinrich u. Günther von Schwarzburg üb. Salveid , Rudolstadt etc. ;

5) d. 1354 Heinrich Voit zu Gera über Sparrenberg als böhm.Lehn;

6) d. 1358 Heinrich Voit zu Gera Quittung über Schulden einst K. Johanns v. Böhm.

Antwort dagegen ertheilt am Mittwoch.

Donnerstag Rede H. Giriks durch den von Donin.

Freitag wieder Antwort der Sachsen.

,,Unser Herzog Wilhelms Handel zu Lawn". Am Sonnabend purif. Marise kam Abends H. Girik zum Herzog etc.

(Sehr umständliche, langweilige und unleserliche Reden.)

Wegen der Schulden Herzog Wilhelm's waren in Prag Schmäh- schriften auf ihn veröffentlicht worden, worüber er Beschwerde führte. Wegen der Vizthume wollte er keinen Vergleich eingehen ; wohl aber wollte er Hrn. Girik's Forderungen an seinen Bruder Friedrich befriedigen, was aber Georg nicht gerne von der Haupt- verhandlung der Krone trennen lassen wollte.

1454, Febr. 3 (Laun).

Aus den Verhandlungen auf dem Tage zu Laun.

Herzog Wilhelm von Sachsen an seinen Bruder H. Friedrich.

„Wir fugen ew. liebe wissen, das vns her Girzik mit

andern Behemischen herren gestern entgegen geritten ist und vns

empfangen hat" Er habe freundliche Worte an ihn gerichtet,

doch lasse Wilhelm sich von seinem Bruder nicht trennen. Endlich

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hätte» sie beschlossen, die alten Briefe ruhen zu lassen und gütlich zu verhandeln , beiden Theilen an ihren Rechten unschädlich etc. D. zu Lawn, vf Sontag Blasii 1454.

(Orig. arch. Dresd. HI, 79.)

Da man sich zu Laun nicht einigen konnte, wollte Sachsen den Streit an die Entscheidung des Kaisers, oder Erzherzog Albrecht's, oder Ludwig's von Baiern, oder Johann's und Albrecht's von Bran- denburg, oder der Kurfürsten setzen, was jedoch alles von den Böh- men verworfen wurde. Die Sachsen wandten sich nun an die schle- sischen Fürsten etc. um Fürsprache bei K. Laslaw etc.

(Ibid. nt, 84.)

Der Launer Tag zerschlug sich vorzüglich daran, dass die Sachsen keine hinlängliche Vollmacht gehabt haben sollen.

(Ibid. in, 90.)

66. 1454, Febr.

Herzog Friedrich von Sachsen ersucht um Fürsprache bei K. Ladislaw in seinem

Streite mit Böhmen.

Erzählt den Verlauf der Verhandlungen. Sein Bruder Herzog Wilhelm habe bereits vor einem Jahre in Wien Erbietungen gemacht, doch habe man die Sache wollen anstehen lassen bis zu des Königs böhmischer Krönung. Nach dieser Krönung hätten beide herzogliche Brüder durch ihre Räthe in Prag den König erinnern lassen. Darauf wollte K. Ladislaw, dass beide Brüder persönlich nach Brüx kommen und ihre Räthe auf den Tag Pauli conversionis nach Laun schicken zu gütlicher Verhandlung. Dies geschah. Zu Laun haben die böh- mischen Räthe von des Königs wegen „uns etweuil sloss und stete angesprochen , die wir ynne haben vnd der crone vorhalten solten wider recht, vnd haben darzu etliche briue furgeczogen". Antwort: die Briefe seien „einstheils ertödtet," man besitze die Schlösser von Alters her durch erblich Kauf, Pfandschaft und andere redliche Wege. Sie trugen auf Erneuerung der alten Erbeinungen an, was Jirik und Andere nicht annahmen. Jirik Hess bitten, H. Wilhelm möge selbst nach Laun kommen. Auch das geschah. Die Anträge auf Schied- sprüche des Kaisers, oder Erzh. Albrecht's, oder Ludwig's von

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Baiern etc. seien verworfen worden. Man habe seinen Räthen vorge- halten, K. Ladislaw habe müssen schwören, die Freiheiten der Krone zu erhalten; diese verlangten, „dass er keyner siner sachen zu ustrage für nymandes vszwendig der cronen warten solle". Nun, er sei Kurfürst, und der König werde ihm nicht Kläger und Richter zugleich sein wollen.

(Copia arch. Dresd. IV, 247.)

67. 1454, Mart. 19 (Prag).

Görliher Abgeordnete an den Rath ihrer Stadt : Nachricht über ihre Werbung

in Prag.

(Scultetns, HI, 28.)

Gregor Selige, Johannes Bereit, Bürger vnd Statschreiber zu Görlitz, itzund zu Präge, ad senatum Gorlicensem.

Wir thun uch wissin , das wir von den g. gotis wol heruff gein Präge kommen sein, vnd gestern vor vnsers gnedigsten herrn des koniges rethe die von der Zittaw mit h. Gamereth zu tedingen kom- men sein, vnd doruft* schriffte vor sie an beiden teilin gelegit etc. (sie). So ist is zwischen h. Wentz dem von Bebirstein an eynem vnd den stetin Budissin, Görlitz etc. am andern teile also blebin, welch teil das ander in schuld meynt zu haben, sol jm seine schuld innewendig drien wochin schrifftlichen senden, seyne antwort doruff auch schriflFt- lichen donoch in drien wochin setzin , vnd denn schuld vnd antwort 14 tage noch Ostern vor die rethe legin. Denn wellin sie aber thun was do recht ist.

It. wisset das alss hüte in der 14. stunde vnser gnedigster herr der konig, herren, mann vnd stete gemeynüchen uff das rathuss nebin S. G. vorbottet, dorzu wir von stetin Budissin Görlitz etc. auch besand worden, als haben sie zum irsten herrn Girsick uff drey jar zu eynem gubernator irweld, vnd in keginwertikeit vnsers gn. h. gemeynlichen gebeten, das williclichen uff sich zu nemen : doruff sie jm eynen gehorsam zusagten. Item donoch worden sie vndereynander lange redende von den compactaten etc. (sie). Geschrebin zu Präge am Dinstage vor Oculi 1454.

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68. 1454, lart. 25 (Wohlau). Die Herzoge von Öls an K. Ladislaw. In dem Streite um die böhmisch-sächsischen Grenzschlösser etc. machte Sachsen geltend , dass dieselben vor langer Zeit an deren Vorfahren durch Kauf, Pfandschaft und andere redliche Wege gekom- men sind, und drei Schlösser,- nämlich Hoyrswerd habe Friedrich mit Sturm, Senftenberg mit Kauf und den Hoenstein mit Wechsel an sich gebracht, wozu er durch Kriege und Räuberei genöthigt worden sei. Auf dem Tage zu Laun seien alle Wege der Billigkeit ver- schmäht und verworfen worden etc. So schilderten die Sache die Herzoge von Öls in einem Schreiben an K. Ladislaw, dat. zu Wolaw am tag Annunt. Mariae 1454.

(Copia au»h. Dresd. HI, 84.)

69. 1454, Apr. 0 fgg. Den böhmisch-sächsischen Streit betreffend. Herzog Ludwig von Baiern schreibt den Herzogen Friedrich und Wilhelm von Sachsen, seine Räthe, die er in Prag bei K. Ladis- law habe, hätten es erlangt, dass wegen der Irrungen zwischen Sachsen und Böhmen ein Tag nach Regensburg auf den achten Tag nach Georg] (30. Apr.) angesetzt sei, den er aber wegen Verspätung auf Samstag nach dem heil. Auffarttag (1. Juni) zu beschicken ersucht etc. D. Landshut, Samstag vor Judica (6. Apr.) 1454.

(Copia Uresd. UI, 85.)

Antwort der sächsischen Herzoge darauf, dat. zu Missen am Sonnabend nach Judica (13. Apr.) 1454, wo sie den Tag zu Regens- burg zu beschicken versprechen.

(Copia ibid. III, 88.)

K. Ladislaw an Ludwig von Baiern: willigt ein in die Verschie- bung des Regensburger Tages auf Samstag nach dem Auffarttag (1. Juni) und in die Verlängerung des Friedens mit Sachsen bis auf S. Johannstag zu Sonnewenden. D. Prag, Mittwoch nach S. Marxn- tag, r. a. 14 & 1.

(Copia auth. II[, 9'>.)

8i

Herzog Friedrich's Machtbrief an seine Räthe zum Tage in Regensburg, dat. Rochlitz, am Dornstag nach Cantate(23.Mai)1454.

(Concept, m, 98.)

70. (s. a.) cc. 1454, Mai 1 (Pilsen).

Wilhelm von Schönburg, Landcomthur, an den Hochmeister Ludwig von Erlichs- hausen: über den Zustand der deutschen Ordensbesitzungen in Böhmen und

Mähren.

(Orig. im Eönigsberger Archiv.)

Meyn vndertenygen willigen gehorsam erwirdiger homeyster ich Josse ewer gnode wissin wy is stet eyn der baleye czu ßehmen vnd zcu Merhern, Kometaw das hauss vnd dy czugehorunge das hath gekoft Czaltha for funftawzent bemesse ssok ich weys das ewer werdige gnode vnd ewer werdiger orden folworth nicht dorczu gegebin habin , wir habin nicht mee wen dy pharre zcu Kommetawe dor uffe mögen nicht mee wen czwene bruder ader dreye seyn, ich Josse ewer gnade wissin das czu Trogawicz vnser homeyster leit meyster Hermen von Salcza dyselbige kyrche ist forstereth eynnen grunth dasselbige guth steht forscrebin vor fertawzent bemesse ssok eynem ryttir her Yetrzych Klumetzky der helth das iczczunth ynne, vnd der deme das vorscrebin ist, der ist von den synnen kom- men vnd weiss von seynen synnen nicht, vnd das hath vorscrebin kezer Zigmund, eyn dem lande zcu Merhern eyn sloss vnd eyne stat das ist genanth Nawsterlicz das ist vorscrebin vor dreytawzenth bemesse ssok her Yone von Czernochora vnd eyn stetelen das heisst Miiitin vnd des ordens hof mit der zugehorunge vor acht hunderth bemesse ssok das leit nicht ferre von der Konnygenne Grecz vnd ander vnser gutter vorscrebin seyn , och zo losse ich ewer gnode wissin was ich noch von hewssern habe vnsses ordens zcu Behmen, Pilzen Kometawen Belen das hat vns vnser gnediger konnyg zcuge- sait mir vnd vnssem orden das dewcze hauss zcu dem nawen hausse do herr Menhartzs sone siczczyn dy vnses ordens styfter seyn vnd ist iczczunt der beste hof vnd dy czugehorunge dy vnser orden mag gehabin iczczunt eyn dem lande zcu Behmen , noch die nochgescre- benen pharren vnd hefe dy dy Wiklefe ynnen habin , item zcu santte Benedicte zcu Proge do ist dy kyrche eynnen grunth gebrochin,

Fontes. XX. Bd. ß

82

desselbigengeleychin zcu Konnygenne Gretz vnd och Aussig das stet noch vnd Konnygsteen vnd Locksiez vnd Biczlowicz vnd Kellin Czass- law Dewczen Brod Polna eyn dem lande czu Merhern Krommenaw Vieh item zo habe ich dy kunthereye zcu Troppe zcu Jegerdorf dy habin dy amechsleythe dy hewsser eyn grose schulde brocht vnd habin ecker vnd wesin dorvon vorkoft vnd och dy czynser eyn den steten vnd habin kene furchte nicht gehat vnd seyn gewest eres egens willen , Ostrodes das kumtor amecht dy pharre zcu Austerlecz Czernowicz Debeleyn, Rutwicz, Opawicz dy noch gescrebene pharren dy habe ich vnder meyn gehorssam , och gnediger meyster ich habe sulchen getrawen zcu vnsserm gnedigen herrn dem konnynge wenn eyn eyntracht wurde mit dem globin, das her vnsser pharren vnd vnssere hofe vnd dy czugehorunge vnsserm orden seyne konnygliche gnode holflich dorczu wirt das sulche gutir zcu vnsserm orden weder kommen dy do ebene berorth sein, gnediger homeyster, Kometaw Austerlecz Trogawicz Mylitin vnsser orden ist leyder swach das wir sulche guttir sullen weder lossen, gnediger homeyster, was ich weis dorynne zcu helfin vnd zcu rathin das wil ich mit ganezem willin gerne thun. Gegeben zcu Pilzen Philippi et Jacobi.

Bruder Wilhelm von Schonburgk dewczes ordens lantkuntor zcu Behmen vnd zcu Merhern. Dem hochwerdigen Herrn Herrn Ludwyk von Erlingeshaussen, Homeyster zcu Preussen, meynem gnedigen Herrn vnd obersten.

71.

1454, Hai 10 (Brunn). Artikel eines mährischen Landtagsschlusses.

(Aus dem Ziiaimer Stadtbuche Codex Nr. 4 Statuta Mechauicorum.)

Hie ist vermerkht die aynikeit der herren prelaten landtlewt vnd der stet hie in Merhern die geschehen ist zu Brunn des Frei- tags nach sant Stanislawtag Anno domini 1454.

In dem nomen gotes amen. Nach Kristi gepurd tawsent vier- hundert vnd darnach in dem virden vnd fünfizigisten iar am Freitag nach sant Stanislawtag an ainem gemayn zusam reiten ist geschehen ain willkürung von gutem willen an recht mit herren bischoff herren prelaten rittern vnd edeln landlewten vnd steten durch ain gemayn

83

nucz des landes Merhern, das geben wurd von dem ganzen land ein sulliche gab das yezlieher wer nucz und czins hat im land es sey weltlicher oder geistlicher der geb halben teil seines rechten ierlichs czinses vollkummichlich vnd gancz vnder der nachgeschribner puz.

Item erbling oder die welich von alder nicht sint wladekhen die da habent ir frey gesez wie das sey oder hoff die schollen ain mr. von ainem leben geben.

It. welich man hoff bestanden biet geistlicher oder weltlicher von den schol man halben teil geben was man von den ain ior gibt.

It. von kreczem die alweg sint frey gewessen von den grosse- ren die da prewen von der yezlieher schol main ain halbe mr. geben vnd die chleinern kreczem die frey sint schöllen zu einem fierdung geben.

Item wer ain freie mullen hat der schol von yczlichem rad ain halbe liir. geben auf grossem wasser aber von ainer müU mit rinnen die frei ist die geb ain vierdung vnd wellich mullen sint auf purk- recht die schollen halben tail geben was sy ain ior geben.

It. wellich brieff auf gelt haben vnd nemment davon czins es sey der kamer oder sacz die schollen halben teil des ierlicheu czins geben. War aber ymancz der an brieff gelt auf czins auzleicht oder auf ain sacz der sol auch halben tail des larlichs czins geben.

72. 1454, Mai 13 (Neustadt).

Kaiser Friedrich an König Ladislaw: Zeugniss und Fürsprache zu Gunsten

der Stadt Budweis.

(Aus einem Stadtbuehe von Budweis.)

Wir Friedrich von gots gnaden Romischer kayser etc. embieten vnserm lieben vettern kunig Lasslawen etc. vnsern grus vnd frewndt- schafft beuor. Die erbern, weisen, vnser besunder lieben, der bur- germeister, rat vnd die burger gemeinklich zum Budweiss haben vns zu erkennen geben, wie ewr frewndtschafft sy anndern bevohlen hab etc., das sy sych zumal beswert bedunken. Nun mögen wir ewr lieb wol wissen lassen, daz dieselben vom Budweiss alczeit als getrew frum leut gen vns von ewern wegen vnd auch sich ewer treulich vnd aufrichtiklich in ewr gehorsam gehalten haben, darumb das pillich widerumb gen in gnediklich vnd zu gut erkannt wirdet, begeren wir

6*

84

darauff ewr frewntschafft mit sunderem vleis bittend , das ir e\v. die obgenanten vom Budweiss gunstlich empfolhen sein lasset, vnd die bey ew an enndrung gutlich haltet, damit sy irs getrewn vnd guten willen geniessen. Daran tut ir vns sundre frewntschaft vnd gevallen, vnd wir wellen das auch gern frewntlich umb ew beschulden.

Geben zu der Newnstat an Montag nach Pangracii, anno etc.LIIII vnseres Kaysertumbs im dritten jar.

73. 1454, Jun. 27 (Rosla).

Herzog Wilhelm von Sachsen an seinen Bruder Friedrich von Sachsen. Da auf dem vergangenen Tage zu Regensburg Dr. Gregor Heimburg von K. Ladislaw's wegen auf der Böhmen Seite das Wort geführt, so wandte sich Herzog Wilhelm an den Rath zu Nürnberg mit dem Ersuchen, ihn davon abzubringen. Von Nürnberg kam nun nach Jena zum Herzoge Jobst Teczel und erzählte, K. Ladislaw habe den Nürnberger Rath um einen Juristen zum Tage in Mainz zwischen Böhmen und dem Herzoge* von Burgund gebeten, desglei- chen habe auch der Letztere gethan ; desshalb sei vom Rathe dem Könige Dr. Heimburg, dem Burgunder er Jobst Teczel willfahrt worden. Was zu Mainz geschehen, sei bekannt ohnehin. Er glaube, die Nürnberger sähen Heimburg's längeres Bleiben bei K. Ladislaw nicht gerne und würden ihn zurückrufen. Markgraf Albrecht von Brandenburg sei zum Herzoge von Burgund nach Stuttgart geritten, um einen Vertrag mit ihm zu vermitteln , und werde wohl am Tag zu Hofe nicht erscheinen können. D. zu Rosla, Donnerstag nach Joh" Baptiste 1454.

(Orig. «rch. Dresd. III, 100.)

74.

1454, 28. Joli (Prag).

K. Ladislaw an den Kurfürsten Jakob von Trier: Glaubbrief für seinen

Gesandten nach Frankreich, Borita von Martinic.

(Alte Abschrift im Archiv zu SineCna.)

Lasslaw von gofs gnaden zu Hungarn, zu Behem, Dalmacien, Croatien etc. kunig, hertzog zu Osterreich und marggraue zu Merhn etc.

Erwirdiger in got vatter, lieber frewnt! Wir senden ytzund den edlen Borzitan von Martinitz vnsern hofmarschalk und lieben getrewen zu dem durchleuchtigsten herrn

85

Karolo kunig zu Frankreich etc. vnserm lieben vatter in vnsern merk- lichen geschefften. Darumb so begern wir von euch mit allem vleys ob derselb Borzitan euch umb gleit oder annder furdrung anruffen wurd, daz ir im umb vnser willen furderlich seyt; auch was also der vorgenannt Borzitan ditzmals von vnser wegen an euch werben wirt, ir wollet im das gentzlich gelauben. Daran beweist ir uns sun- der gut geuallen. Geben zu Prag an Suntag nach sand Jacobs tag des heiligen tzwelfpotn. Anno domini etc. LIIIJ", vnser reich des Hungrischen etc. im funfczehenden, des Behemischen im ersten iaren.

Ad mandatum domini regis domino Procopio canc. refn.

Dem erwirdigen in gott vatter Jacoben ertzbischoven zu Trier des hei- ligen Romischen reichs durch Gallien vnd das kunigreich zu Arlat ertzeantzler vnserm lieben frewnt.

75. 1454, Jnl. 30 (Prag).

K. Ladislaw an die Brüder Balthasar und Rudolf , Herzoge von Sagan: Verbot jeder Feindseligkeit gegen Polen.

(Aus dem Archive zu Königsberg.])

Hochgeborne fursten, lieben oheimen. Wir haben vernomen, wie ir uch mit etlichem gereisigem geczeug gen Breslow vermeinet zu fügen, wider vnsern lieben swager den kunig von Polan etc. Schaffen wir mit uch, das ir wider vnsern lieben swager nicht ziehet wann es nicht geburlich were nach dem wir dem obgenanten vnserm lieben swager gewant sein, daz wir ymandes vsz vnsern landen gestatten wider in zuziehen, wir wollen auch daz ir deszglich ewer ritterschaflft, vnd allen andern ewern vndertanen nicht gestattet zuziehen, daran tut ir vnser ernstlich meynung. Geben zu Prag am Dinstag nach Sanct Jacobs tag, vnser reich des Hungrischen etc. im funffczehenden, vnd des Behmischen im ersten jarn.

Ad mandatum domini regis.

Den hochgebornen Balthasarn vnd Rudolffen gebrudern herczogen in der SIesie vnd zum Sagan, vnsern lieben oheimen vnd fursten.

86

76. 1454, Sept. 2 (Bilin).

Fehdebrief von Hanns und Jesek von Kolditz auf Bilin gegen Herzog Friedrich

von Sachsen.

(Orig. im Archive zu Dresden.^

Hochgebornerfurstegenedigerherre. Nachdeme denne iczind dy sachin cwischin vnsernn genedigestin hern, dem konige vnde ewern gnoden gewand seyn, wurde sache, das ir mit enander zu krige vnd feden quemet so seyn wir vnseren genedigestin Herren dem konige als vnseren erbherren also gewand das wir ewern gnaden sulche aide vorschreybunge vnd gutlichkeit abesagen müssen dij wir mit vnsern slossen vnd stetin Belen vnd Grupen mit ewern gnoden haben vnd sagen ewern gnoden dy abe vnd zyhen vns des in vnsirs genedigstin hern des konigis fede vnd frede. Gegebin vndir vnsir inngesegil am ersten Montag nach Egidy Anno etc. liiij ior.

Hannus vnd Jeschke gefettern von Coldicz zcu Belin gesessin.

77.

1454, Oct. 25 (Prag).

Girsik etc. gubernator etc. ad senat. Gorlic. (über Hoierswerde).

H. Friderich herzog von Sachsen sol vns das slosz Heyrsch- werde nach beteidigunge vnd spruch gescheen wider abetreten vnd eingeben auff den nehsten Sonnabend vor allerheiligen tag etc. das also von vnser wegen einzunehmen wir befohlen vnd gesand haben den edlen h. Wentzlaw von Biberstein h. zuFridlant vnd dem erberen vnd vesten Jan von Vderitz dem eidern, denselben Vderitz wir zn einem amptman von vnser vnd der weisen wegen dahin auf das slosz bestellt. Euch dabei mit allem vleis piten, desselben slosses vnderwindunge etc. (sie) wolt gerathen vnd beholffen sein in seiner notturfft etc. Dat. zu Prag am Freitag nach Severini.

(Scultetus, in, 31*.)

8T

78. 1454, Oct. 28 ond Not. 11 (Prag).

Aufträge von Jobst von Einsiedel und Georg von Podiehrad an die Görlitzer, bezüglich der bevorstehenden Ankunft des Königs in ihrer Stadt.

(Scultetus, in, 29, 3i.)

Jobst von Eynsiedel. Dem erbarn weisen Johann! Bereyt, stadschreiber zu Görlitz, meim guten freunde.

Als jr mir von des zuges wegen meins allirgn. h. des koniges vnd meins h. des gubernators in die Slesy zu thun, wie starck, wenn sich sein Gn. erheben werden etc. (sie) lasse ich euch wissen , das ich nicht anders weis, dann das sich S. G, den sechsten tag nach Martini von Prag aus erheben wirt etc. (sie). Als mir nicht zweifelt, ewre herren, nach dem jn das gesagt ist worden, das S. kön. G. zu jn kommen welle, notdurfft zu finden bestellen werden, mit herwer- gen vnd der hewser rewmung, zu Stallungen etc. (sie). Seiner gnad vnd S. G. hoffgesind eine sunderliche kuchen zu bestellen auff 1000 person, mein h. dem gubernator eine sunderliche kuchen auff sein hoffgesinde auff 300 person, vnd auff 2000 pferden alle her- werge zu bestellen , ane dy geste die zu vnd abreythen werden etc. Darnach habt euch zu richten etc. Dat. in Praga, Simonis et Jude.

Girzik von Kunstat etc. gubernator etc. ad senatum Gorlic. Als jr vns geschriben, von des zuges vnd kommens, so vnser allergenedigster h. der könig zu euch in seine stat, vnd in ander seiner G. stete in der Slesien vormeint zukommen, ein wissenschafft zu erfaren , haben wir vornommen etc. (sie) herberge zu geben vnd sorgfeldig seit. Die weil jr nicht wist mit bestellung von den ampt- leuten nach gewonheit S. G. vater, bestellet mit fürreiten etc. (sie). Also ist, vnd sol seiner G. amptleut auch sein für pein Zeiten wol pei euch sein sollen, die da wissen auff wie vil, wenne vnd wie sie dy herwergen ausgeben sollen. Als wir vermeinen durch ewer für- sichtikeit nu bestallt sey herwerge der hewser, auch darinnen gerewmpt, mit stallung bewart, vnd S. G. auff 2000 pferden haben wird. Dapei jr wol so pei zelten S. G. zukunfft jnnen wert, wenn vnd auff welchen tag er zu euch kommen wirdt etc. Dat. zu Prag am Montage Martini.

88

79. 1455, lai 4 (Prag).

Zeitung. Johannes Bereit ad senatum Gorlicensem. Ich thu uch wissen , das ich heute data disz briefTis alher kegin Präge wol komen bin, vnd mich ob got wil morgin vff den weg kein Wyen wil irhebin. Zeitunge: das vnser gnedigster h. konig uff Phingsten alher kumen sol, doruff sich die von Präge ouch schicken, wol düncket den wirt, syne G. möge kawme also kortz komen etc. Ir habt von Hanns Hoffman, der mir am wege zuqwam wol vorstan- den, wie unsir heiligstir vatir Nicolaus der pabest gestorbin ist etc. Geben zu Prag am Suntage nach crucis inventionis.

(Scultetus, III, 48'.)

80. 1455, Jol. 18 (Landshut).

Herzog Ludwig von Baiern an Herzog Friedrich von Sachsen: setzt als bestellter Schiedsrichter zwischen den Böhmen und Sachsen einen Tag nach

Nürnberg an.

(Orig. im Archive ru Dresden.)

Vnscser fruntlich dinste vnd was wir liebs vnd guts vermögen zuuor hochgeborner furste lieber sweher. Vns ist auf hewt dato diss briues von dem allerdurchleuchtigisten fursten vnd hern hern Fridrichen Romischen kayser zw allen zeiten merer des reichs hertzogen zw Osterreich zw Steyr etc. vnd grauen zw Tirol vnserem gnedigisten herren ein commission zukomen der irrung halben so dann zwischen ewr lieb an einem auch den edeln vnsern besunder lieben Girsiken von Bodebrat herrn zcu Constat gubernator Alschen hern zw Sternberg obristen camrer Gundersichen hern zw Rosenn- berg Zdennko hern zw Sternberg obristen burggrauen zw Präge auch andern amptleuten vnd inwonern des konigkreichs zw ßehmen am anderen tail, der copj wir ewrer liebe hiejnnen verslossen schicken so ir wol vernemen werdet vnd lassen ew darauf wissen das wir vns soHcher commission vnserem benanten gnedigistem herrn dem kayser auch ewrer liebe vnd der anndern parthey zu eren vnd geuallen angenomen haben vnd nemen vns der auch an

m

wissentlichen jn craft diss briefes setzen vnd bescheiden euch au ch darauf nach lautt derselben commission gegen den bemelten ewern widerpartheyern ainen tag für vns auch die wir jn solichem tage zw VHS ziehen vnd gebrauchen werden gein Nurinberg auf an Suntag zu nacht nach der heyligen dreyer konigtage schiristen zukomen oder die ewern mit vollem gewallt zu schicken vnd furder dem tage auf- czuwarten wir haben auch der anndern benantten parthien des- gleichs solichen tag auch verchundet. Wir bieten auch den tag gern furgenomen vnd gesetzt so mag ewr lieb als vns nicht zweyuelt wol wissenlich sein wie die irrung zwischen der durchleuchtigen vnd hochgebornen fursten vnser lieben hern vettern vnd oheyme konig Lassla an einem auch dem herzogen von Burgundj am andern tail antreffend das lannd Lutzelburg etc. auf vns beteydingt worden sein zu einem austrag des wir vns dann beden tailen auch zu eren vnd geuallen vnd vmb merers vbels zw vnderkomen angenomen vnd des tag auf Remigy schiristen gein Speyr beschiden haben dess- halben vnd auch annder merklicher tage vnd mer vnserer furgeno- mer geschaft halben domit wir beladen sein wir solichen tag nit er setzen vnd beschaiden haben raugen. Datum Lanndshut am Freytag nach diuision. apostolor. anno domini etc. L™" quinto.

Ludwig von gottes genaden pfallzgraue bey Rein hertzoge jn Niedern und Obern Baiern etc.

Dem hochgebornen fursten vnnserm lieben sweher hern Friderichen hertzogen zu Sachsen des heyligen Romischen reichs ertzmarschalich lannd- grauen in Doringen vnd raarggrauen zw Meyssen.

81. 1455, Jal. 27 (Prag).

Georg van Podiehrad an den Kaiser.

Meldet, der Erzbischof von Trier und der päpstliche Legat Bischof von Pappie, it. Räthe der Herzoge von Bayern, hätten zwi- schen Böhmen und Sachsen einen Frieden bis zu Bartholomäi (1455) verabredet und inzwischen solle auf Laurentiitag zu Lawn und Brüx ein Tag gehalten werden. Was weiter geschehen werde, wolle er dem Kaiser seiner Zeit mittheilen. D. Prag am Sonntag nach S. Jacobstag (1455).

(Copia areh. Dresd. IV, 18, 42.)

9a

82. 1455, Ang. II (Prag).

Fehdeansage vom Gubernator Georg von Podiehrad an die Aufständischen in

der Stadt Liegnitz.

(Scultetus, m, 50.)

Wir Girzig von Cunstat, hirre zu Podiebrad, gubernator vnd obirster hoffmeister des konigreichs zu Bebmen: wisset bürger- meister, rathmanne, eldisten, scheppen, gesworne vnd gantze gemeine der stat Legnitz, das wir von solieben bösen tad vnd vntrew wegen, die jr obir ewer erbhauldunge, glübden vnd eyden, an vnserm allirgn. b dem konige vnd der cron Behemen gethan habt, der niebt gebalden, abfeilig werdet vnd worden seit, den edlen wolgebornen h. h. Protzko von Cunstat, obirsten cammerer der landtafel zu Olomuntz vnsern lieben vettern, vnsers allirgn. berrn des koniges gesatzten amptman, von euch williglieh offgenommen , gesmebet vnd den denne awsz- getrebin, syner kön. G. dinere, amptlewte vnd gesatzten rath eins teils ermordt, geköpfft, gefangen, geschätzt, berawbt, auszgetrebin jr weih vnd kinder, darzu jr bab vnd gut genommen, vnd dess ewir obiltat mit recht vnd ortil vberwunden seit. Vnd dorumme wir obge- nanter h. Girzig als ein gubernator vnsers allergn. h. des koniges vnd der cron zu Behemen, mit allen vnsern fründen vnd helffern vnd helffershelffern ewir vnd allir der ewrn, vnd aller der die euch ewer obiltat zulegen vnd helffen werdin, offin find sein wollen. Vnd was euch also in der febde vnd stroffe geschitt, in welchir weise das kein euch vorgenommen wirt, vnd ewrn helffern, darumme wellen wir euch von eren vnd glimpffs wegin nichts pflichtig sein. Vnd dess vnsir ere kein euch mit disem briffe vnd ken allen den gnanten erwarlich vnd wol bewart haben. Auszgeslossen der fromen, die noch drinnen in der stat zu Legnitz sein , die jr glübd vnd eyd hal- din, vnd in wercken ein genüge thun wöllin, vnd die sich mit namen melden werdin, der find werden wir nicht. Datum zu Präge am Mon- tage nach sand Lorentztag anno 1455.

83. 1455, Sept. 13 (Brüx). Georg von Podiebrad gibt einen Sicherheitsbrief für die Räthe Herzog Friedrich's von Sachsen , die bis Freitag zwischen Brüx und

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Riesenburg im Felde oder wo immer zu ihm kommen werden, um zu teidingen. Dat. zu Brüx am Sonnabend vor Exaltat. S. Crucis ann, etc. quinquagesimo quinto.

(Orig. arch. Dresd. IV, 37.)

Die Herzoge Friedrich und Wilhelm von Sachsen an ihre Räthe, die mit dem Gubemator teidingen (bei Riesenburg).

Herzog Wilhelm will nicht persönlich dazu kommen, ausser etwa nach Eger oder Wonsidel; möge Herr Georg gen Bor- schenstein oder Sayda kommen, auch in Brüx wollen wir ihn auf- nehmen, wenn er kömmt. D. Friberg, Freitag nach Lamperti 1455 (19. Sept.).

(Copia Ibid. IV, 41.)

Georg von Podiebrad hat die Stadt Brüx am Montag Nativ. Mari» (8. Sept.) mit Gewalt eingenommen.

(Ibid. IV, 42.)

(Am Montag nach Laurentii zuvor war die Stadt (durch Pulver) ausgebrannt; daraus nahm Georg Veranlassung zum Versuch der Einnahme, die auch gelang.)

Georg von Podiebrad bestätigt die vom Edlen Mathes Schlik zwischen Böhmen und Sachsen vermittelte Friedensabrede. D. zu Brüx, 21. Sept. 1455.

(Orig. ibid. IV, 45.)

Herzog Friedrich desgl. (21. Sept.)

(Ibid. IV, 46.)

84. 1455, Sept. 19.

„Heute Freitag vor S. Matheustag" 1455, ich Mathes Slick von Laszan herre zcur Wisskirchen burgraue zcu Eger vnd Elbogen zwischen etc. eine christliche Vorrede beteidingt habe, welche Partei in solcher Vorrede nicht länger bleiben wollte, solle es der andern 14 Tage vorher nach Pirna oder nach Brüx an die Bürgermeister schriftlich wissen lassen. Schloss und Stadt Brüx bleibe in statu quo, bis Herzog Wilhelm mit dem Gubemator persön- lich zusammenkomme etc.

(Cop. auth. Dresd. VI, 178.)

92

85. 1455, Sept. 24 (Brüx).

Georg von Podiehrad an Herzog Wilhelm von Sachsen. Er könne nicht nach Eger, Hof oder Wunsiedel sich persönlich verfügen , da jetzt auf S. Wenceslai die böhmischen Stände in Prag zusammenkommen und er dahin gehen müsse. Doch wolle er durch Boten weiter zum Frieden handeln lassen etc. Dat. zu Brüx, Mittwoch nach Mauritii 1455.

(Copia arch. Dresd. IV, 47.)

Derselbe an Herzog Ludwig von Baiem. Meldet, Matheus Schlik habe „eine christliche vorrede vor auflf zu sagen XIV tag" beteidingt; Herzog Wilhelm und der Gubernator Georg sollten Schiedsrichter sein und zu Eger, Hof oder Wunsiedel desshalb zusammenkommen etc. D. Brüx, 24. Sept.

(Copia arch. Dresd. IV, 49.)

86.

1455, Oct. 3 (Prag).

Georg von Podiehrad, Gubernator, an Herzog Friedrieh von Sachsen etc.

Antwortet, dass, wenn der Trebiss (von Treben) und Kaufung

in der Krone Böhmen ihre Wohnung haben wollen, ihnen nicht

gestattet sein werde, Sr. Gnaden daraus Schaden zuzufügen. D. zu

Praug (sie), Freitag nach S. Michelstag 1455.

(Orig. arch. Dresd. I, 198.)

87.

1455, Oct.

Herzog Ludwig' s von Baiern Verhandlungen zwischen den Räthen K. Ladislaw's

und des Herzogs Philipp von Burgund über das Herzogthum Lüzelburg , die

Grafschaft Chiny und die Vogtei zu Elsas.

Da er zu dem Tage Remigii nach Speier bereits unterwegs gewesen (zu Gepping) habe er müssen wegen wichtiger Vorfälle wieder umkehren und habe die Räthe beider Partheien auf Sonntag nach Galii nach Ingolstadt gerufen. Die böhmischen kamen dann auch wirklich, die burgundischen blieben aber aus. Der Herzog ver- langte nun, dass der Tag nach Landshut auf nächsten Sonntag

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Reminiscere verlegt werde, und sehrieb darüber an K. Ladislaw und an den von Burgund. D. Ingolstat, Mittwoch nach der XI™ Maid- tag 1455.

(Concept im Neuburg. Copialb. XXXVHI, 270 fg. It. weitere Schriftstücke darüber ibid. usq. fol. 281.)

88. 1455, Oct. 27.

Georg von Podiebrad an Herzog Wilhelm von Sachsen. Vom Herzoge dazu aufgefordert, nennt nunmehr Herr Georg den Tag auf S. Katharina und die Stadt Eger, wohin er persönlich kommen will und auch ihn zu kommen bittet, um die Verhandlung mit voller Macht zu pflegen, und auch in den Sachen Apels und Zalta's wo möglich zu vermitteln. D. Prag, Montag vor Simonis und JudsB 1455.

(Copi« aroh. Dresd. IV, 73.)

Herzog Wilhelm antwortet (dat. zu Lipczk, Montag infra oetavam S. Martini, 17. Nov.), er habe mit seinem Bruder nicht früher als gestern sprechen können , durch Krankheit gehindert. Nun sei der Termin S. Katharina schon zu kurz, er wünscht dessen Aufschiebung nach Eger auf Mittwoch nach drei Königen (1456).

(Copia ibid. IV, 75.)

89.

1455, Oct. 31 (Praga).

Jacobus Muzbor (sie) capellanus D. Gregorio Selig proeonsuli Gorlic.

Novitates : quod hie a XXII die Octobris hucusque ex man- dato domini mei gratiosi Henrici de Rosis permansi et cras auxiliante deo ad dominum nostrum gratiosum Vlricum de Rosis iter arri- piam etc. Noveritis, quod D. nr. R. Ladislaus est de Przemo (sie) in Wyennam reuersus. De Wyenna plura dominacioni vestrae signifi- cabo etc. D, PragSB die Veneris ultima Octobris.

(Scultetus, HI, f. 45*'.)

1455, Nov. 28 (Viennse). Jac. Metzkor (sie) senatui Gorlicensi.

Die sabbati proxime praeterito pater rev. D. Joannes tit. S. Angeli eardinalis D. N. S. papsB a latere legatus cum muxima

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solennitate et honore per ser"""" principem D. Ladislaum regem Hung. et Boh. receptus Wiennam intravit. Et deinde die lunae proxime sequenti relationem ser"" princ. praedieto regi nostro fecit. Et heri per quendam egregium doet. dominum Gregorium de Nurenberg pro parte ser"' princ. D. nri R. Ladislai Optimum responsum habuit, de quo multum contentus fuit. Et sie conclusum est de dieta Hungariae in Buda in proximo eelebranda. Gior""" et inviet"""' princ. D. Fride- ricus Rom. imperator crucem recepit et contra nequissimum Turcum personaliter ire promisit, Georgius Podobrath sibi cum SOOO eque- strium et peditum transit in subsidium. Spero in brevi cum literis D. legati versus Romam iter arripiam etc. D. cursorie Viennae die antepenultima Novembris (s. a.)

(ScuUetug, m, f. g*.)

90. 1455, Not. 14.

Kaiser Friedrich an Herzog Friedrich von Sachsen.

Er hatte durch den Abt von St. Emmeram zu Regensburg sowohl die Böhmen als die Sachsen in deren Streit vorladen lassen bedauert, was in Brüx geschehen, hatte auch zu Jifik den Georg Kainacher geschickt und durch ihn erfahren, dass der Gubernator zu gütlichem Vergleich geneigt sei. D, zu Gretz, Freitag nach S. Mar- tinstag 1455. r. a. 16 &4.

(Ori^. arch. Dresd. IV, 74.)

91. 1455, Dec. 27 (Prag).

Der böhmische Gubernator an den Rath zu Görlitz.

Lieben frewnde! Als jr vns geschriben, vnd vnsern gnedig- sten herrn des konigs brief abschrifft mitgeschickt habt, die von Breslaw den zoll anlangende, haben wir etc. (sie). Vnd so vnser reiten also hinab zu vnserm gnedigisten herrn dem könig sein würd, ewch auch den von Breszlaw zuuerkünden nach seiner G. geheiss vnvergeszlich sein wollen. Datum zu Prag am Sonnabend Sant Johannis Evangel. (1456).

(SculletuR, HI, 46''.)

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92. 1455 (fin.).

Bericht eines sächsischen Gesandten über seine Verrichtungen am Hofe K. Ladislato's (in WienJ.

Der König war kurz vorher von Pressburg zurückgekehrt, bereitete sich aber wieder vor, nach Ungarn zum 6. Januar oder 2. Februar zu ziehen. Die Ungarn hatten ihm unterthänige Erbietung gethan; es beunruhigte ihn aber der König von Arragon, der sich auch einen König von Ungarn schrieb. Von dem Tage, den der Kaiser nach Nürnberg auf dreier König Tag zwischen Böhmen und Sachsen angesetzt, wisse der König nichts und der Gubernator dürfe ohne des Königs Wissen und Wollen auch keinen Tag aufnehmen. (Es scheint kurz vorher Krieg zwischen Böhmen und Sachsen geführt worden zu sein.) Graf von Cilly habe der Böhmen Anschläge gegen Sachsen zu hindern gesucht, desshalb sei ihm der Gubernator Feind worden. K. Ladislaw schenkte dem sächsischen Gesandten u. a. eine Sau, die er selbst gefangen hatte.

(Orig-. arch. Dresd. IV, 261.)

93. 1456, Febr. (s. d.)

„Zeytungen."

Item mein herr von Rosenberg hol mich wissen lossen, das meyn herr der könig kein Vngern zewet , vnd em wollen lossen ful- gen alle seine rente, die eynem konige von rechts wegen folgen sollen etc.

It. das der Gräfe von Czili vnd der Eytzinger gantz entschei- den etc. (sie).

lt. die zwitracht zwischen meinem h. konige vnd dem keyser steht mechtiglichen ufF zum Zdencken von Sternberg.

It. mein herr von Rosenberg vnd etzliche herren me zihen mit meinem h. konige kein Vngern. Vnd ob euch icht würde anlangende sein, mein herr hinder jm bestallt, so is not, seinem Vater vnd sei- nem (Bruder) zuwissen thun.

Och hat sich meyn h. der konig an der Methewoche dir- haben kein Preszburgk. Der bischoff von Gran vnd ander vngrische

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herren liabin jm globit, das her wedder heraus zihen mag, wenn er wil etc. (sie).

(Scaltetus, HI, 57*.)

94. 1456, Febr. 22 und 24 (Weisswasser und Prag).

Der Sladtschreiber von Görlitz gibt seinem Rathe Nachrichten aus Böhmen

und aus 'Ungarn.

(Scultetus, III, 58.)

Johannes Bereit ad scnat. Gorlic. VfF hüte, als ich umb vesperzeit kegin dem Weissenwasser komen bin, ist kurtz vor mir der heuptman von Budissin ouch dosel- bist einkomen von vnserm G. H. dem konige, von Crumnaw vnd von Präge. Der hat mir vnd andern viel zeitunge gesagt: das vnsir allirgn. h. konig zu Offin vnd gesund sey, vnd S. G. möge von dan- nen, wenn vnd wohin er wil, von den Vngern ungehindert zihen, vnd worde gewiszlichen uff Johannis zu Behemen seyn, ader yo zu Wien, vnd die hh. von Rosenberg werden sich allirst in den heiligen Ostertagen irhebin in die lande zuzihen etc. Vnd das herr Procop Cantzeler uff dem wege sey kegin Präge zu reithen, die zwitracht zwischen dem h. gubernator vnd h. Zdencken von Sternberg hynzu- legin. Deszwegin ich bekümmert meine sache zum ende zu bringen. Vnd werde auch des von Rosenberg's rethe zu Präge finden, nem- lichen ern Rossa vnd Zdencken den hinckenden, mit den ich auch meine sache berathen wil, vnd leichte bis uff den Dornstag do zu Präge verharren etc. (sie). Item h. Johann Rabinstein, also her von Vngern kegin Präge kommen , ist gestorben etc. (sie). Vnd das ein mercklicher tag an den ungerischen gemercken von Behmen, Vngern vnd Österreichern , mit wissen vnd willen des koniges uff Mitfasten schirstkünfftig sal gehalden werden. Vnd wie vnser h. der konig uff fasznacht kein Wyen solle komen sein, wenn die Vngern mit bethe vnd errettung willen zu harren uffgehalden hettin etc. (sie). Geschre- bin zum Weissenwasser am Suntage Reminiscere in der ander stund der nacht.

Idem eisdem.

Ich thu uch wissin, das ich gestern allher kegin Präge kommen bin, vnd also balde den gubernatorem besucht etc. (sie) hat mich

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lossen vorstehen, wie eyn gemeyner herrentag nu uff Mittefasten von Hungern, Behemen vnd Deutzschen zu Trentschin sulle gehalden werden , vnd sich von hüti obir acht tage irhebin wil. Darumb yme gerathen däuchte , das ich auch also lange vorzöge vnd mitte dohin ritte, denn so wolde her in allin sachin seinen gantzin vliess thun etc. Sagen mir die von Osterreich kommen , das is vff der strassin vaste vnsicher sey, vnd werde uff diss mol kegin Crumenaw zu den herren von Rozinberg nichten können reithen.

Postscript. Wist das sich Herr Girsik gar günstlichen in allin sachin zu rathen irbotin hat, besunder von des zoUes wegen mich gantz vortrost dobey zu haldin, vnd von der renthe wegen etc. satzte mir eynen weg vor, den dye vom Caden kegin meynen h. dem konige vorgenommen betten: wenn sulche summa vszgehabin worde, das den iss seine Gn. rente in die cammer gegebin wordin. D. Präge, Dinstag nach Reminiscere.

95. 1456, Febr. 26 (Ofen).

K. Ladislaw's Beredzettel über den mit den sächsischen Räthen abgeschlossenen Waffenstillstand für Böhmen.

(Orig. im köii. Archive in Dresden.)

Vermerkht die abred so wir kunig Lasslaw mit der hochgebornen fursten

vnserr lieben sweger hertzog Fridrichs vnd hertzogWilhalms gebrudern hertzo-

gen zu Sachssen reten an phintztag nach sant Mathiastag zu Ofen getan haben

Anno domini etc. quinquagesimo sexto.

Von ersten daz tzwischen vnser cron zu Behem vnd der inwo- ner doselbs ains vnd desselben hertzog Fridrichs herzogen zu Sach- sen etc. seinen landen vnd lewten des andern teyls ein gutlicher anstand vnd ein gantzer kristenlicher vnd vngeuerlicher frid gehal- ten sol werden von datum des briefs vntz auf sand Jörgen tag nach- kunftig vber ein gantz jar in solchen frid vnd gutlichen stand des benanten hertzog Willholm sein lannd vnd lewte auch getzogen sein sullen. Item daz datzwischen ain freuntlicher vnuerbundner tag gehalten sal werden zu Wienn auf sand Michelstag nachstkunftig zu demselben tag dann wir kunig Lasslaw desgleichen auch der bemelt- ten von Sachsen einer selbs komen oder ob wir oder derselben fur- sten ainer vnser geschefft halben in aigner person nicht dartzukomen mochten daz wir vnd sy alsdann vnser trefflich ret mit vollen gewalt

Fontes. XX. Bd. 7

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desgleichen auch die Behemischen herren mit gantzen gewalt daselbs- hin komen oder schickchen sulien zuuersuchen solch spenn vnd mishelung tzwischen baiden partheien gutlich zuuerainen. Ob das aber nicht mocht furganck gewinnen daz dann bei demselben tag aus einer verreren anstalung vnd ein frid oder wie die Sachen verrer steen sulien geredt vnd furgenomen werd.

Item so wollen wir auch baiden partheien zu dem benanten tag vnd wider von dann an ir gewarsam vnser Sicherheit vnd gelait geben.

Item so sulien auch die gemeinen vnd offen Strassen frey sein von baiden partheien vnd daz dieselben Strassen von baiden teilen an den ennden da sich das geburet getreulich vnd vngeuerd geschützt werden.

Item es sulien auch bed partheien keynerley angriff oder vnpil- lich handlung ainer dem anderen tun noch gestatten zu tun sunder es sol mit allen solchen spruchen vnd vordrungen gutlich ruen vnd an gesteen zu ausgang desselben gutlichen Stands.

Item nachdem vnd vnser gubernator zu Behmen die stat Brux eingenomen vnd innhat zu vnseren banden sol tzwischen demselben gubernator vnd der stat Brux ains vnd den havbtlewten des gesloss Brux des anderen teils in unfreundschafft nichts gehandelt werden.

Vnd wir der obgenand kunig Lasslaw geben denselben der von Sachsen reten dise vnsere beredtzedel vnder vnserm aufgedruckten insigel.

(L. S.)

96. 1456, Hart. 11 (Prag).

Fehdeansage Georg' s von Podiehrad an Herzog Friedrich von Sachsen.

(Original im k. Archire in Dresden.)

Wir Girzik von Cunstat herre zum Podiebrad gubernator vnd obrister hoffmeister des kunigreichs vnd der crone zu Pehmen: Irleuchter hochgeborner furste vnd her her Fridrich herczoge zu Sachsen des hieligen Romischen reichs erczmarschalck landgrauen in Duringen vnd marggrauen zu Meissen! Als zwischen ewern fürst- lichen gnaden ewern landen vnd leuten, geistlichen vnd weltlichen, das sloss Landswar über der stat Pruxs iigende, vnd vnsere, von des

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wirdigen kunigreichs vnd der cron zcu Pehmen vnd darczu gehö- rende wegen, durch den edeln ern Mathesen Slick von Lassan hern zur Weisskirehen burggrauff zu Eger vnd Elbogen ein cristenliche forrede beredt vnd beleidigt ist worden vierczehen tage vorauflF zu sagen, also vnd von manigfeldiger uberfarunge die den inwonern der cron vnd den zu der cron ken Pehmen gehörende von euch vnd den ewern mit name vff haldunge entwendunge irs gutes , eigenwillige mutwillige furnemunge von den inhaldern des slossLandswar ydczund vnd vor gescheen, und was wir als darumb zu besserung vnd wider- kerung geschriben vermant den verylten uberman tage zu legen geschriben vnd so er denn tage darumb gelegt hat verslagen worden vnd nicht nach gefolgt ist vnd sunst noch aussdruckenung der for- rede nicht folge gescheen und darumb zuuermeiden das wir vnser vnd des kunigreichs vnd der wirdigen cron halben allenthalben an andere vrsachliche nachsage, vermerkt pleiben denn der aufrichtig- keit halben vnd darumb, so sagen wir ewere fürstlichen gnaden sulche cristenliche beteidigte forrede nach lawt der beteidigung für vnd des konigreichs vnd der wirdigen cron zu Pehmen wegen, aufF, in und mit krafft ditz briefs vnd hinfur vmb alle gethanen Sachen ver- laulFung vnd geschichten, wir vnd alle inwoner der cron vnd der dazu gehörende ewere vnd den eweren ernthalben nichtz pflichtig sein sundern die damit in krafft dicz brieffs yrberlich bewart haben. Datum zu Prag am Donerstag nach Letare anno domini etc. LVI<>.

Vnssere vndertenige willige dinste ouwern fürstlichen gnaden alle zeit bereitt, durchlauchter hochgeborner furste gnediger liber herre wir senden ouwere fürstlichen gnaden des edlen herrn Gyrzigs von Cunstat gubernatoris des konigrichs zu Behemen briff, den er vns hüte Sonabends zcu der ersten stunden nachmittage hat lassen antwerten in dem ouwer gnade wol mag vorstehn vnd uch dornach wissen zcu richten. Gegeben vnder vnsserm der stat secret am Son- abende für Judica.

Ouwer fürstlichen gnaden arme luthe Rothmanne gesworne zcu Pirnne.

(Mit einem hinten auff^edrückten Siegel.)

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97. 1456, März.

Beförderung des Herrn Jobst von Rosenberg zum Bischof von Breslau.

(Auszüge aus Originalurkunden des Wittingauer Archivs.)

Nicolaus papa V dominum Jodocum de Rosenberg, annum aetatis suse circiter vicesimum agentem, ad prseposituram ecoIesiaePragensis, post obitum Georgii de Praga vacantem, nominat et promovet. D. Romae ann. 1450, tertio Idus Januar, pontif. anno quarto.

Sigismundus archiepiscopus Salzeburgensis notum facit, se hodie D. Jodocum de Rosenberg, ordinis milit. S. Johannis Irlm. per Rohemiam, Poloniam etc. magistrum generalem, atque conventus ejusdem ordinis in pede montis civitatis Pragensis priorem specia- lem, in presbyterum et sacerdotem ordinasse. D. Salzeburge, 1453, die 26 Augusti.

Mortuo Wratislaviensi episcopo Petro (f 6. Febr. 1456) cano- nici ejusdem ecclesisB die 8 Martii D. Jodocum de Rosenberg in episcopum elegisse se fatentur, qusB electio eidem die 28 Martii in Krumloviensi arce rite nuntiata, ab eoque 29 Martii 1456 acceptata fuit. Orig. instrum. notariorum publicorum.

98. 1456, Apr. 7.

K. Ladislaw hat auf das Verlangen der Herzoge von Sachsen zu Ofen einen Frieden zwischen der Krone Röhmen und zwischen Sachsen geschlossen, der bis zu Georgi 1457 dauern sollte. Herzog Friedrich gab seinen Friedbrief darauf zu Lun am Sonnabend vor Tiburtii (7. April) 1456.

(Copia arch. Dresd. IV, 104.)

Georg von Podiebrad gab auch seinen Friedbrief (JD. Lune, sabbato ante Tiburtii 1456) mit dem Zusätze, dass auch nach Ablauf des Friedens den Feindseligkeiten eine halbjährige Rewahrung vor- ausgehen solle.

(Copia das. IV, 10."..)

10t

Im Laufe des Jahres 1456 hatte Georg den Sachsen auch das Schloss zu Brüx „abgedrungen", es ist ihm von den sächsischen Käthen „überantwortet worden".

99.

1456, 8. Apr.

König Ladislaw befiehlt allen Mannen, Städten und Gemein- den „der Fürstenthume Breslaw, Sweidnitz, Jawr, Newmarkt, Namslaw etc., dass alle diejenigen, welche königliche Schlösser, Güter, Renten etc. ohne rechtliche hinlängliche Ermächtigung an sich gebracht haben, dieselben unverzüglich an den Herrn Heinrich von Rosenberg , Hauptmann in Schlesien , zu des Königs Händen abtreten; so wie er auch demselben Hauptmann die Voll- macht gibt, alle königlichen Pfandschaften , Versatzungen und Ver- schreibungen wieder einzulösen. D. Ofen, Phinztag nach d. Sonnt. Quasimodogeniti, an. H. 16. B. 3.

(Orig. c. appr. sigill. in arch. TreboiiA

100.

1456, 10. Apr. (Budae).

K. Ladislaw nimmt einige böhmische Barone in Sold zum Kriege gegen Kaiser

Friedrich.

(Handschrift G. XIX des Prager Capitels, fol. 202.^

Ladislaus dei gratia Hungariae, Bohemiae etc. rex, dux Austriae,