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LI CHEVALIERS

AS DEVS ESPEES

ALTFRANZÔSISCHER ABENTEUERROMAN

ZUM EKSÏEN MAL IIERAUSGEGEBEN

WENDELIN FOEESTEE

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HALLE VS. MAX NIEMEYER

1877

(Lsn

M CHEVALIERS AS DEVS ESPEES

Einleituna

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Der AbcnteiiciTomaii vou Meriadues, dem Ritter mit deii zwei Schwertern, scheint sicli keiner grossen Verbreitimg- erfreut zu liaben. Solclies schliessen wir daraus, dass denselben eiiie einzige llandsclirift, so viel bis jetzt bokaiint, uns erhalten iind maii Anspielungen oder gar liearbeitungen niclit gefunden liât. Es ist No. 180 Suppl. franc., jetzt 12603 dcr Pariser Nationalbibliothek , zuerst von Le Roux de Lincy 1836 in scinem Brut I. Tlieil, S. LV LXIl beschrieben, wobei Anfang und Ende (Z. 1 10 und 12346 12352) abgedruckt sind. San- Martc citirte hierauf in soinem Gottfried von Monmouth (1854) S. 404 33 Zeilen (206—245) desselben Gedichtes. 1860 verôffentlichten die llerren Kroeber und Servois das Ileldengedicht Fierabras mit Zugrundelegung unserei* riandschi-ift, ohne jedoch den weitern Inhalt derselben niiher sicli anzusehen ; sonst hiitte gerade der darin ent- lialtene „Ritter mit den zwei Scliwertern" dieselben be- ieliren mussen, dass dies die von Barrois unter 2290 er- wiihnte liandscbrift sei, welche irrige Notiz von L. Gautier in Epop. fr. II, 307 wiederholt worden ist. Der bei Didot, Paris 1870 erschienene Essai de classification méthodique et synoptique des romans de chevalerie inédits et publiés enthàlt auf Tafel 5. Titel und Uandschrift unseres Romans. 1874 erschien im Jahrbuch filr romanische und englisehe Sprache XIII, 283 21)5 einc eingehende und genaue Be- sclireibung der liandscbrift, ans der ich daselbst den Vallet qui d'aise a malaise se met (No. 11 der lland-

I.l CMEVALIKUS AS .11. LSPlilvS. a

Il EINLEITUNO.

schrift) ohne Zweifel von Gautliier le Loue, dera Verfasser lier Veuve, verôffcutlichte. Nachzutrageu ist, dass >Jo. 5. (Enfances d'Ogier von Adenet le Koi) inzwisclien von A. Scheler (Briissel 1874), der unsere Handscbrift*) nioht «^ekannt, naoh der treffliclieu Arsenalliandsclirift 175 herausgegeben worden lat Der Antaug desselben Ge- dichteb (137 Zeilen) fiudet sicli ausserdem gedruckt im 1. Bande Philipp Mouskets, (JLXXXVlll— CXCIII. Stitck 22. ibt noehmals von Chabaille in seiiK'in Kenartsupplenifut 1835 abgedruckt (S. 107—109).

Der lubalt des nocli niclit aualy.sirten Romans ist kurz folgender: Nach eiueni begeisterten Lobe des Konigs Artus wird die Feier des Pfingstiestes gescliildert. Der Konig grâmt sich, als bei Beginn der Tafel kein Abenteuer sicli einstellt, docli làsst dièses nicht lange auf sich wartei;. Es konimt ein liitter heran- geritten, der als Bote des Kôuigs Ris von Outre -Ombre den Bart Artus' verlangt, um daraus fur einen mit deii Barten von neun Konigen gefiitterten Mantel das tassel verfertigen zu lassen. Sonst wiirde er ilin mit Krieg tiberziehen und nicht elier ruheu, bis er das ganze Ueich eingenounneu, die Kônigin gefangen und dem Kônige von Noronbellande ilbergeben batte. Artus môge wissen, Kis sei bereits mit Heeresmacht in sein Land eingefallen und belagere eben die Konigin von Garadigan, die ilir Lehen von Artus batte. Dieser weist das scliimpfliche Ausinnen eutrtistet zuriick und droht, nicht cher zu ruhen, als bis

*) Die Varianten sind, wie bei den meisten Adeuethand- sclirifteu, nnbedeuteud. Hier die Vergleichnng des Anfangs (mit Uebergehung der rein orthograi)hisclien Varianten): :{S fehlt. K>. puist. ()2. 710US fehlt ( I). OH. cuer entier] cors leijier. m. tel\(/rant. 1\). prye?'] crier. S5. bien fehlt (— 1). 8i). Ttmf\ Dont. 91. eleicier. 97. cel. 104. lien] îie. 100. Ho. est\ ert. lliO. H] ses. 141. el\ vn. 140. entrer. ls2. rouvee] criée. \*i)Si. ceste. '2\\à. s'en]en. li'À. créa. ISA. Ogier mont. 'IM. caine lenfes aine. 240. gaires] mille. 250. cuit. 25S. rend er oit. 209. leur] sa. 212. enpusion. 283 fehlt. 2S4, cors sene. 285. beidemal // statt mai)it. 298. ioule. 314. ensement. 320. se. u. 8. f.

EINLEITUNG. III

er die Sehmach gerâclit. Er lâsst sofort Boten an seine Mauueu seuden, jedermaun solle innerhalb vierzig Tagen lu Cardiiel wolil geriistet eiutretfeu (1 312.). Der Bote eilt zu Ris zuriick, trittt ilm aber nicht mehr an seinem Ort, wo er ihn gelassen batte, da or Garadigan mit Ge- walt eingenommen iind sieb darin iestgesetzt batte. Der Ritter eilt lu die Stadt, sucbt den Konig auf uud meldet ibm Artiis' Weigeruug. Wàbrend Ris, daruber uugebalteu, seiueii Gedanken uacblùingt, koramt ein Zwerglein ange- ritten, das sicb dem Konige als Bote seiner Freundin, der Ilerrin von Yselande vorstellt und demseiben von ibr cinen Strick, mit dem Pferde gefesselt werdeu, iibergibt mit der AMalinung, er môcbte seiner Zusagen eingedenk sein nnd ilir sein Wort balten, wie sie es ibm tbun werde. Nacbdem der Konig dies zugesagt, reitet der Zwerg dàr" von (3i;> 440). Der Konig versinkt in tiefes Sinnen, bis ibn der Anblick des gegeuiiber liegenden Waldes dem- seiben entreisst. In demseiben stelit die Gastc Cape le, ans der nocb Niemand, der sicb bineingewagt bat, zuruck- gekommen. In derselben, so erzâblt der Konig Ris, sei er gewesen nnd batte, nacbdem er am Altare Mariens gebetet, seinen Rock an Stellc eiues Altartucbes zuriick- gelassen. Wenn Jemand, sei es Rittersmann oder Knapp, Fran oder FrJinlein, den jMntb batte, mit der Pferdefessel liinzngeben nnd ein Stiick von seinem Rock, den er dort gelassen, raitzubringeu, so wiirde er ibm jeden Wnnscb erfiillen. Aber keiner der Ritter meldete sich dazu. L'nter den Dienerinnen gab es indess ein jnnges IvJadcben, das an Scbonbeit aile iibertraf nnd dies war die getangen genommene Ivr>nigin von Garadigan, die sicb zu dem Wag- sttick bcreit erklart. Vergebens suclit der Konig dersel- ben ibr tollkUlmes Uuteruebmeu auszureden, sie bebarrt lest dabei und reitet endlicb auf eiuem Maultbier, vou dem Kônig nnd einer Scbaar Ritter ein Stiick begleitet, nacli dem Walde. Es war aber Nncbt und finster ge- Nvorden und ilir Weg fUlirte sie mitten durcb Doruen und Gebiiscb, die ibre zarte Haut zerrissen und ibr Gewawd iu .StUcken mitnabmen. Ibrc Furciit ward nocb vermebrt

IV EINLEITUNa.

diirch allerlei wildes Gethier; das um sie briillte, dazu Hauunte der Blitz aiif und das Getose des Doniiers iiber- tilubte ailes. Gern wiire sic uragekelnt, alleiii es kommt nocli schlinnner: sie sieht gespensterhafte Màniier, die niitten diiroh breinienndes Feuer liefen , gloicli darauf liort sie lautes Wehklageu und erblickt einen geharnisch- ten Manu, der einen toten Ritter vor sich trug und dessen Tod bejauluierte. Kascli kommt sie ihm zuvor und ge- laugt zur Kapelle, in die sie sich sofort begibt, wobei sie ihr Maulthier mitnimmt. Nach kurzem Gebet versteckt sie sich hinter dem Altar und sieht nuu den Ritter liereinkommen. Unter stetem Wehklagen tragt er den Leichnam hinein, gràbt fur denselbeu in der Kapelle ein Grab, in das er den Toten, dem er nocli dessen Schwert umgiirtet, hineinlegt. Und weinend fleht er, dass Jeder, der das Schwert nehmen und sicli umgiirten sollte, es nit^ wieder abschnallen konne, weun er nicht eben so wacker sei wie es der Tote geweseu. Wehklagend entfernt sicli der Ritter und gleicii darauf hort sie neues, vielseitiges Jammern: es sind die Leute des toten Ritters, die gern uoch cinmal an seinem Grabe weinen môchten. Doch der Seneschall desselbeu (dies war der Ritter) verweist sie auf den letzten Willen ihres Herrn uud triigt ihnen auf, fiir sein Seelenheil zu beten. Als die Konigin wieder allein war, legt sie die Pferdefessel auf den Altar, die sofort wieder herabspringt uud erst auf ciu Gebet hin liegen bleibt, danu ninimt sie ein Stiick vou des Konigs Rock und will sicli auf den lleimweg begeben, als ihr plotzlich das Schwert des toten Ritters einfâllt. Sofort kehrt sie um, scharrt die Erde auf, bis sie auf den Ritter ge.->tossen, dem sie das Schwert losbiudet. Nacli kurzem Gebet fiir die Seelenruhe des Toten giirtet sie sich das- selbe uni und reitet zuriick. Du fallen ihr die Worte des Seneschalls ein und sofort versucht sie, um deren Wahrlieit zu erproben, das Schwert loszubinden. Doch vergeblich! Da merkt sie, dass dies nur ein wackerer Mann thun koune und den und keinen audern wollte sie zum Manne habcu. Sie kehrt glucklich zur Stadt zuriick

EINLEITUNG. Y

und lâsst sich sofort trotz der spàten Stunde zum Kônig, der bereits im Bette lag, ftihren (441 960). Sie zeigt demselbeu das Stiick Tuch, das sie von seinem Rocke weggescimitten, als Walirzeiclien uud erinnert ilin au sein Versprechen. Da erschrak der Kônig und furchtete seine Freuudiu zu verliereu; denn er meinte, nun werde sie ilin lieirateu woUeu. JDocli dièse liatte audere Sorgen, sie verlaugte, der Kônig musse sofort mit seinen Leuten die Stadt ràumen, die Gefaugeneu frei geben und Schaden- ersatz leisten. Und zum Schluss miisste er noch eineu Eid schwôren, dass er ilir in Zukunft niclits zu Leide thun dlirfe. L'nd so geschali es (961 1042). Da blieb die junge Kônigin allein mit ihren Leuten zuriick. Sie liess sich nun, da es Tag geworden, kôuigliche Gewânder anlegen und lierrlicli sclimiicken. Doch das Schwert konnte sie nicht los werden und musste es nunmelir lange Zeit tragen. Nachdem sie damit fertig gewor- den, stieg sie auf eiu reicli geschmûektes Maulthier und vertraute das Land ilirera Senescliall an; sie musse das- sclbe verlassen, da sie an Artus' Hof zu thun habe. Sie maclit sich auf den Weg und erfahrt von einem Mônche, dem sie begegnet, Artus sei in Carduel, wo derselbe ein grosses Heer zusammenziehe. Als sie nach der Stadt gekommen, begibt sie sich ohne Saumen an den Hof und reitet bis in den Saal vor den Kônig Artus hin, den sie gebiihrend griisst. Der Kônig erkennt sie und meint, sie woUe Hilfe von ihm haben; er trôstet sie daher, er hàtte sein Heer bereits beisammen und nun solle es gleich gegen den Kônig Ris losgehen, und ihre Stadt werde bald befreit sein. Das sei sie bereits, ant- wortet die Kônigin zum grossen Staunen Artus', dem sie nun die ganze wuuderbare Begebenheit, wie sie die Stadt wiedergewonnen , erzàhlen muss. Sie thut es ohne Zau- dern und verlangt schlicsslieh vom Kônige ein Goschenk, friiher werde sie nicht vom Maulthier herabsteigen. Der Kônig sagt ihr die Bitte zu und hebt sie sofort herab, da sah er erst, dass sie ein Schwert umgtirtot liatte. „Sind wir auch sicher vor Euch, FrauleiuV" Nun solle

VI EINLEITUNG.

er erfahren, aiitwortet sic, was er ilir .sooben versprocheii habe. Kr nuisso ilir (Iciijeuigon znm Gemahl j^ebeii, der ilir das 8chwert abuolimcn konne, ohuft den (jurt zu be- schadigen. Da mnss zuerst Kex drnn, alleiii je raelir cr sich dumit plagt, desto mehr verkntlpft sich das Band. Nicht besser ergeht es Ywain, dann Dodinel dem Wildeii. Da wundcrt sich der Konig iind nuu inuss die Konigin erzîihlen , was es damit ftir eiue Bewandtnis habe. Des anderii Tages aber versuehen sich die dreihundert uiid sechsundscchszig Ritter der Tafelrunde, uur Gauwaiii, Tor und Gerflet, die auf Abenteuei* ausgezogen waren, fehlten. Und als es keinem gliicken wollte, mussten aile die zwanzig Tausend, die er versammelt, oiner nach dem an- deni heran, aber auch von denen konnte es keiner voll- bringen. Da erschruk die junge Kouigin nnd merkte wohl, dass es der vollkoinmeuste Kitter sein miisse, der das Schwert losbiuden werde und dass sie von Gluck reden durfe, falls sie ihn zum Manne bekomme. Der Kônig aber sagte ihr, sie miisse warten, bis Gauwain und die andern zwei Ritter zurtickgekommen wâren. Da liess man es denn bleiben und setzte sich zu Tisclie (104:3 1500). Nach dem Essen aber, da geschah es, dass ein junger Knappe, voll Hclionheit und Kraft, an den Kônig herantrnt und von ihm die Erfiilluug der ihm gewâhrten Zusage verlangte. Es hatte namlich der Konig seinem Neffen Gauwain vor seiner Ausfahrt versprochen, seinen Knappen, wann immer dîeser daruni bitten werde, zum Ritter zu schlagen. Der Kônig ist sofort- dazu be- reit; man zieht dem Jiingling kostbare Kleider an und als er an den Hof kam, da staunten aile ins- gesammt; denn Jeder glaubte, er habe nie Jemauden ge- sehen, der schôner ware und der tiichtiger sein miisste, falls es ihm an Mutli niclit fehlte. Und nachdem der Knappe die Nacht hindureh in der Kirche, wie es sich gebiihrte, gewacht, wurde er nach der gewôhnlichen Weisé am andern Tage zum Ritter geschlagen. Als dies geschehen, steigt er zu Pferde und bittet noch um die Gunst, sich am Schwert der Konigin versuclien zu diirfcn.

p:inleitung. Vil

Als ilim dièses zugestanden worden, heisst er die Konigiu aiif einen Tiscli steigen, damit er, da er zu Pferde sei, leichter dazu kôniie. Dieseibe, tief gekrânkt ob solcher Behandlung, schilt seinen Uebermnth, gehorcht aber den- iioch. Und obne cin Wort zu sagen, reitet der ueue Kitter an sie heran und bindet das Schwert oline die ge- ringste Schwierigkeit los und giirtet es liber das seiuige, das ihm der Konig geschenkt batte, und reitet von dannen, ohne auf Artus, der ihm nachruft, weiter zu achten. Er vernahm nur noch, wie Kex ihm den Spitz- nameu des Ritters mit den zwei Schwertern gab; denn Niemand kannte seinen eigentlichen Namen. (1500—1670.)

" Man kann sich denken, wie der Konigin zu Muthe war, als sie den Ritter, der schôn an Leib und ttichtiger war als aile andern, so davonreiten sah. Sie trat zum Kônige und erinnerte ihn an seine Zusage. Da schiekt derselbe gleich die vier besten seiner Ritter, die am Hofe waren, nâmlich Ywain, EUit, Saigremor und Dodinel ans, denselben zuriickzuholen. Dièse waffnen sich sofort und machen sich auf den Weg. Als sie ihn eingeholt, fordert ihn Ywain auf, an den Hof zuriickzukommen, was jener als unmoglich ablehnt. Da will ihn Ywain zwingen und so kommt es zum Kampfe. Doch sowohl er als auch seine drei Begleiter werden nach einander aus dem Sattel gehoben und miissen ohne den Ritter zu- riickkehren. So musste sich denn das konigliche Fràu- lein gedulden und der Konig trôstete sie, er wUrde Gau- wain und seine Begleiter dem Fluchtigen nachsenden, so- bald sie zuriickgekehrt sein wilrden; jetzt aber miisse er gegen den Konig Ris zu Felde ziehen. Da gab sich die Konigin damit zufrieden, erklarte aber so lange am Hof bleiben zu woUen, bis er ihr sein Versprechen erfiillt hàtte und das gab der Konig zu. (1671 1844.)

Der Ritter aber zog in der Welt herum, liess keiu Turnier aus und ging auch keinem Abenteuer aus dem Wege. Ueberall war er Siéger und sein Ruf draug weit hin und kam auch an den Hof des Konigs Artus.

VIII EINLEITUNG.

Dh malint ilin (las Friiiileiii wieder an sein Vcrsprechen, und dicBcr vcrtrostet sio ;nif spiitere Zeit. Er briclit mit seinem Gefolge nach Clamorgan auf und als er liier- lier gekommen, verstriclien acht Tage, aber es kam ziun grosse» Leidwesen des Konigs keine Neuigkeit und iioch weniger ein Abenteuer. Docb eines Tages, als er nacb dcm Mahle noch ani Tische sass, da kamen zebn Ritter mit ciner Sanfte, lu der ein schwer verwundeter Ritter lag. Und lautlos, obne zii griisseii und sonst etwas zu sagen, setzten sie die Sanfte vor Artus nieder und brachen in lautes Wehklagen aus. Der Konig fiihlte sich verletzt, dass sie ihn nicht einmal gegrusst, und scbickt Twain zu denselben, um zu fragen, wer sie seien und wer der verwundete Ritter wâre und wer ihn also zuge- richtet. Doch die Gefragten tliaten, als liôrteu sie nicbts. Und da kamen andere zehn Ritter, gleichlalls mit einer Sanfte und sie thaten dasselbe, was die vorigen, und weder Bitten noch Drohungen konnten ihnen ein einziges Wort entlocken. Und in gleicher Gestalt kamen noeli andere Ritter, je zehn mit einer Sanfte, bis ihrer neun vor Artus daUxgen. Der Konig gerieth in niclit geringen Zorn, als er sah, wie sich keiner um ihn kiimmerte: da kamen zum Schluss noch einmal zwanzig Ritter und brachten gleichfalls eine Siinfte mit, die in koniglicher Wcise geschmiickt war, und in derselben lag desgleichen ein schwer verwundeter Ritter. Und ail das frcmde Volk brach in lautes Klagen aus. Artus fiihlte Mitleid mit denselben und frug nun selbst, wer sie seien und was das zu bedeuten habe. Als er aber eben so wenig eine Antwort erhielt, schwur er bel allem, was ihm theuer, eutweder werde er ailes erfahren, was er wissen woUe, oder er lasse Allen die Kopfe abschlagcn. Da hiess der aus der zehnten Sanfte die Andern schweigen und er- klârte sich bereit, ailes zu sagen, wenn Artus gelobe, dass ihnen nichts Bôses widerfahren solle. Dies geschah und nun vernahra Artus, dies sei der Konig Ris, der ihn mit Krieg ilberzogen, und die andern neun seien seine Ritter, die in einem Walde, einer nach dem andern, mit

EINLEITUNG. IX

einem ciusamen Ritter gekàmpft batten. Aile seieu von demselbcn besiegt worclen uud batten geloben miissen, sicb Artiis als Gefangeue zu stellen. Der Siéger aber sei der Ritter mit zwei Schwertern. l)a dacbte der gute Konig Artiis nicht an den Scliimpf, den ihm Ris ange- tbau, iind befabl seinen Aerzten, die Verwundeten zu ptiegen. Es geuasen aber aile bis aiif zwei, deren Wun- den tôtlicb waren. Als uiin Ris wiedcr gesund gewor- den, verlangte er, Artus môclite ihm seine Bedingungen sagen, cr sei bereit, ailes zu thun. Da gab Artus sowohl ihn selbst ^Is aile seine Ritter ohne Losegeld frei, so dass Ris, der solche Grossmtithigkeit nicht fiir moglich gehalten hatte, voiler Bewunderung aus freien Stiicken sich crbot, sein Lehensmann zu werden, was Artus gern geschehen licss. Ilierauf nahm Rio Abschied und, von Artus uud den seiuigen eine Strecke Weges begleitet, machte er 8ieh auf den Weg. (1845—2372.)

Als aber Artus umkehren wollte, sah er einen frem- den Ritter herankommen und wusste sich vor Freude kaum zu fassen, als er seinen Neffen Gauwain erkannte. Und nicht der Konig allein, auch sein ganzes Gefolge freute sich tibcr die Massen. Die Kunde davon gelangtc auch an den Hof, und die Kônigin mit ihren Frauen machte sich auf den Weg, um Gauwain entgegenzugehen. Und nicht wenig Yolk ging mit. Da gab es ein Grussen und Kûssen beiilerseits und hoch erfreut begaben sich aile an den Hof. Und zu derselben Stunde kamen auch Tor und Gerflet, um die Freude voll zu machen. Nun meldete sich wieder die Kônigin vor Garadigan und ver- langte, der Konig soUe sein Wort halten. Der Konig crkliirte sich dazu bereit, verlangte aber acht Tage Er- holnng fiir seinen Neften, dem er dann erzâhlte, worum es sicli handle. (2373—2622).

Des andern Morgens stand Gauwain seiner Gewohn- lieit gemiiss zeitig frtih auf und als er den herrlichen Morgen sah, fUhlte er Lust, sich ini Freien zu er- gehen. Sclmell zog er sich an und stieg, bloss mit Schild und Lauze versehen, auf sein Pferd. Er ritt

X EINLEITUNG.

in (len Wald und von dcm froliliclien Gesang der Vôgel Rchwidl ihin das llerz an und er dankte Gott fiir die (Jiiadcii, die or ilini vcrlielien. Als er aber im Forste sicli nnisali , sah er einen wohl gewappneten Kitter von stattlicliem AuBselien komnien nnd er reitet ilim mit IVeundlieliem Grusse entgegen. Docli dieser erwiedert denselbcu nicht. Erstaunt frâgt Gauwain, was er denn îui ilim verbroohen, dass er seinen Gruss nicht erwiedere. Dieser erziiiilt ilim, er sei ans dem Konigreiche der liiseln, der Solin eines armen iiauasor, der in Liebe zu seiuer Konigin entbrannt um ihre Hand angehalten habe. J)iese habe erbost solch Ausinnen ziiriickgewiesen, denn sie kônnte nur den besten und schonsten, der auf der Welt sei, lieben; er aber meinte, dies eben wàre er selbst. I)a habe jene Gauwain genannt, der bei weitem der ^vackerste und tschonste auf dem ganzen Erdenrund sei und diesen und keinen andern woUe sie lieben. Als er aber bei seiner Behauptung beharrt, liiitte jene ver- langt, er solle Gauwain aufsuchen und wenn er ihn be- siegt, so wolle sie ihn zum Gemahl nehmen. Demgemàss sei er denn aufgebrochen und ziehe bereits drei Mojiate lierum, ohne dass er bisher hiitte Gauwain finden konnen. Nun habe er erfahren, dass Gauwain nur, wenn er gefragt sei, seinen Namen nenne, dann aber unter keinen Umstânden denselben verhehle; dahcr grusse er keinen Kitter, bevor er nicht siclier wiisste, dass es Gauwain nicht sei, damit ihn jeneq* nicht des Verraths anklagen konne, wenn er darnach mit ihm kâmpfte. Deshalb verlange er auch jetzt, friiher seinen Namen zu erfahren. Gauwain , der selbst unbewafl'net war und jeneii bis an die Zàhne gewali'net sali, hiitte geru zuriickgehalten, gleich- wol nannte er ohne Zogern seinen Namen, worauf ihn der Fremde sotbrt herausfordert. Umsonst wendet Gauwain ein , er sei nicht bewaftnet, daher der Kampf ungleich wàre ; umsonst weist er darauf, dass er ihm ja nie etwas zu Leide gethan und er nicht daftir kônne, wenn die Konigin des Inselreiches ihn fiir schôner erklarte: jener beharrt auf dem Kampfe; er habe sein Wort gegeben.

EINLEITUNG. XI

wo immer er ihn fânde iiud in welcher Rilstuiig immer er wave, mit ihm zu kampfen. Gauwain sieht, dass er dem Kampf iiiclit ausweiclieii kôniie; zwar fiillt ihm ein, dass ihn jenev mit seiner schweren Riistung nicht ein- holen wiirde, wenn er davonritte; doch den blossen Ge- daiiken an Flucht kann er nicht vertragen; lieber woUc er sterben, als dass ihn jemand der Feigheit zeihen kônnte. 80 rennen denn die beiden gegen einander: Gauwain's Lanze zerschellt an dem starken Panzer, wâlirend der andere seinen Schild dnrchbohrt und ihm die Lanze durch die Weichen stôsst, zum Gliick, ohne die Eingeweide zu verletzen , so dass er olmniaclitig zu Boden tallt. Jener im Glauben, Gauwain wiire tôt, jubelte hell auf und brach in ein Dankgebet aus, dass Gott ihm verliehen habe, die BlUthe der Ritterseliaft zu toten. Den Kopf aber liieb er ihm niclit ab, liesa auch das Pferd in Ruhe, weil er fiirchtete, sich damit Ungelegenlieiten zu bereiten. Und ohne sich weiter um ihn zu bekiimmern, ritt er, sein Ge- schick preisend, von dannen^ (2623 3094).

Gauwain, der gar wohl geliort hatte, wie der fremde Ritter frohlockte, war inzwischeu wieder zu sich gekom- men und versuchte aufzustehen; darauf zog er sich den Lanzensplitter aus dem Leibe und verband, so gut er konnte, die Wunde. Mit grosser Anstrengung gelang es ihm, sich zum Pferde hinzusehleppen und auf dasselbe zu steigen und solchergestalt scliwer verwundet kam er wieder zu Ilause an, wo ihn sein Diener zu Bette brachte.

Als aber Gauwain des Morgens nicht, wie gew()hnlicli, am Hofe erscheint, wird nach ihm gesandt und so kommt seine Verwundung ans Licht. Lautes Klagen beginnt, das erst aufhôrt, als die Aerzte die Wunde fiir ungefahr- lich erklaren. Unter der aorgsamsten Pflege schreitet die Ilcilung rasch vorwarts. Doch wird scharfe Waclit ge- lialten, damit Gauwain nicht vor der Zeit aufbreche (denn dass er Rache suchen werde, ist klar) und dabei zu Schadr'n komme. Er merkt dies wol ; doch als er sicli wieder ganz gekrilftigt fUhlt, gelingt es ihm, heimlich den llof zu verlassen. Dem Kônige aber làsst er melden, er

XII EINLEITUNG.

wiTde nicht frUlier ziirilckkommen, als bis er an dera Frcvler Kaclui gcnominen. (3095 3530).

Nun begiunt eine lange Irrfahrt. Nacli vielen Kreuz- und QuerzUgen geschah es cinmal, dass er im Walde iibcrnacliten inusstc. Am Morgen des uachsten Tages begegnct er einem greisen Pilgrim, der an einer Quelle sein Mahl einnahm und Gauwain ohne Weiteres dazu ein- lud. Nach dem Essen erfahrt der Alte, sein Gast sei ans der Bretagne, und erkundigt sich gleich nach Gauwain's Grab. Als er erfahrt, Gauwain sei nicht tôt, stehe vielmehr leibhaftig vor ihm, ergiesst er sich in eine Fluth von Verwtinschuugen gegen ihn, bis dieser heraus- bringt, der Alte sei der Vater Brien's, jenes Ritters aus dem Inselreiche, der ilin meuchlings hatte tôten woUen. Wenn Gauwain wirklich am Leben sei, so sei sein Sohn den Leutcn zum Gespotte geworden; er woUe sich aber von der Walirheit selbst iiberzeugen und nach der Bre- tagne ziehen. Bald darauf gelangt Gauwain zur Behausung eines Einsiedlers, der den Ankommling freundlich empfàngt und gut bewirthet. Doch auch dieser ergrimmt, als er eriahrt, sein Gast wâre Gauwain; denn wenn dieser am Leben, so sei das grosse Gluck, das seines NeiFen harre, dahin. Er will hierauf Gauwain, der sich, um zu schlafen, bei Seite gelegt hatte, toten, doch im letzten Augenblick folgt er der Stimme des Gewisseus und liisst deuselben ungestôrt schlafen. Des andern Tages trifft Gauwain einen Knappen, der aus dem Inselreiche kommt und ihm er- ziililt, dass Brien, weil er Gauwain, den Neffen Artus', erschlagen, die schone Kônigin des Inselreiches heirateu und Kônig werden soUe. Es werde ein grossartiges Fest sein, und ailes werde von Nah und Ferne herbeistrômen, auch der Ritter mit den zwei Schwertern werde da sein. Wenn er auch dahin woUe, so moge er hier warten, bis der Knappe seine Botschaft beim Einsiedler ausgerichtet, dann woUe er ihn gerades Weges hinfiihren. Dieser stimmt zu und beide machen sich auf deu Weg. Die Nacht bringen sie auf einem Schlosse zu, dessen Herrin (der Ritter selbst ist abwesend) sie gastfreundlich empfàngt.

EINLEITUNG. XIII

Des Morgens, nachdem Gauwaiu sich wieder aiif den Weg gemacht, kommt der Scblosslierr ziirtick, der aiif die Nacbriclit, eiii fremder Ritter soi hier iiber Naclit gewesen, demselbeu sofort mit zebn Ritterii iiacbreitet, um seinen Namen zu erfabren. Er boit aiicii wirklieb Gauwaiu eiii, der gefragt seinen Namen sofort nennt, daftir aber mit Fliicbcn und Verwiniscbiingen vom Scblosslierm^ der Brien's Vetter ist, tiberbâuft wird. Es kommt zum Zwei- kampf, aus dem Gauwain als Siéger bervorgelit. Nach- dem er aber den Gegner in den Sand gestreckt, làsst er ihn schwer verwundet liegen und reitct weiter. (3531 4180). Er kommt liierauf an ein tiefes und breites Wasser, an dessen Ufer ein schônes, wohl befestigtes Schloss, das caste 1 du Port, sich erhebt, und er erfâhrt von dem Knappen, dass der Besitzer desselben die Erlaubnis er- theilen miisse, das Wasser zu iibersetzen, da sie sonst einen Umweg von vier Tagreisen machen miissten. Um dièse zu erlangen , begibt sich Gauwain sofort auf das Schloss, wo er den Herrn desselben mit seiner Frau und einer iiberaus schonen Tochter von siebzelin Jabren traf. Nacli gewechseltem Gruss triigt Gauwain sein Anliegen vor, worauf jene in Thrânen ausbrecben. Auf seine Frage erzalilt der Sclilossherr, Gernemant von NorhombeUande liatte um die Hand seiner Tochter angehalten und als dièse ausgesclilagen, ihn mit Krieg tiberzogen, sein Land verwiistet und ihn so in die Enge getricben, dass ihm niclits als diesei Schloss geblieben und er einen Vertrag habe eingehen miissen, nach einem Jalire seine Tochter auszu- liefern, wenn dièse bis dahin niemandeu gefunden hâtte, der Gernemant besiegte. Viele wackere Miinner hiitten dabei schon ihren Tod gefunden und es fehlten nur nocli acht Tage und dann wiire der gefiirchtete Termin d.i. Gauwain erkliirt, den Kampf tibernehmen zu woUen, wenn die Tocliter ihm ihrc Liebe schenke. Dièse ist es zu- friedcn und besiegelt mit einem Kuss das Biindnis. Gau- wain will den Kampf sofort entscheiden und begibt sich auf vhw nahe Wiese, wo er ein Horn von Elfenbein findet, mit dem er Geniein.nit, dessen Schloss nicht weit davon

XIV EINLEITUNd.

liegt, lierbeiruft. Gauwain besiegt und tôtet denselbeii uiul steckt (lessen Kopf auf cineu Pfalil, wie jener mit (leii vicrundvierziji; Kittcni, die vv besiegt, gethan liatte. (iross war die Freudc iiii ,Hafensciiloss*, als seine Be- woliner sieli erlost salicii. Narli reiclilichcm Mahl bejçibt sich Gauwain zu Hette, wohin die* Mutter ilire Tochter bringt und sic Gauwain ilbergibt. Naclideni eiii Theil der Nacht unter liieblcosungen verstrichen, will (îauwain eudUch seincn Wunsch crfiillen, als plotzlieh das Magdlein l)itterlich zu scbluclizen anfângt. Durcb Frageii gedrangt, l'i'zaiilt es, es batte sicb in Gauwain, als sie fast nocb Kind gewesen, verliebt und ilim die Erstlinge gelobt. Uesbalb liiitte sie vor einein Augenblick an Gauwain denken niiissen , den Brien getotet batte, und demselben baben ibre Tbrànen gegolten. Nun freilicb, wo Gauwain tôt sei, wolle sie ibreu Befreier iiber Ailes lieben. Dieser erzablt, geriibrt durcb solcbes Gestandnis, Gauwain sei nicbt tôt, und er sclber ware es. Das wollte das Madcbeii niebt glauben , sie wolle aber an Artus' llof, um zu er- laliren , ob dies walir sei. T^nd dabei blieb sie, trotz aller N'ersicberungen Gauwain's, und unb<'rubrt verliisst sie das Zinuner. (4181 508G).

Se blieb Gauwain allein zuriick und der 8eblaf floli seine Augen, bis er des Morgens friib aufbrneb und seine Keise fortsetzte. Das Madeben aber trat vor ibren Vater, erbat sicb die Erlaubnis, an Artus' llof zu gelien, und mit pracbtvolleu (îewiindern gesebmiickt maebte sie sicb ungesaumt auf den Weg. Hei Artus angekommen, erfàbrt sie, dass Gauwain wirklicli am Leben und sie merkt, dass es ibr Befreier gewesen sein moebte, da erklart sie, sie werde den llof nicbt eber verlussen, als bis er zuriiek- gekommen, und Gauwain zu Liebe fiudet sie ehrenvolle Aufnabme. (5087— 523G).

Gauwain kommt obne weitere Abciiteuer um ^niiviii Knappen zur Hauptstadt des Inselreiebes, Mamens Rades, gerade an dem Tage, an welcbem Brien die Kdnigin bei- raten soll, und dies war das Jobaniiisfest. Da entliisst Gauwain seiuen Wegweiser und bleibt allein zuriick. Es

EINLEITUNG. XV

hatte sich aber eine uugelieure Menscheninenge zusammeii gefimdeu luid selbst die Umgebung der Stadt war da- von bedeckt, da dièse sie nicht hatte fassen kônneii. Gaiiwain ritt in die Stadt hinein, bis er ziim Palast der Kônigiiï auf eiuen grosseii Platz kam, an dessen einem Ende das Miiuster stand, woliin sich der Zug begeben sollte; hier blieb er stehen und liess denselbeu an sich voruberkommen. Und wie er so dastaud, kam ein anderer Ritter, wolil gewaffnet, des Weges und blieb iieben ihni stehen. Er hatte aber zwei Schwerter umgiirtet. Als nuii die Kônigin auf einem priichtigen Throne Phitz genoiumen, liiess sie den p]rzbischof den Vertrag, den sie mit Brien geschlossen, laut verkunden. Als dies geschehen, stand Brien auf und sagte laut, er hatte aile Bedingungen erfiillt; denn Gauwain liabe er getôtet und er selbst sei der beste Uitter der Welt. Wie der mit den zwei Scliwertern liorte, Gauwain sei getôtet, ritt er bis vor die Kônigin und sagte stolz, wenn Gauwain tôt sei, ware er der trefflichste und schônste Ritter, den es gàbe, und dies woUe er gegen Jedermann beweisen. Das argerte aber Gauwain, er ritt nun selbst heran und bestritt dies; es giibe nocli andre, die ebenso gut oder besser seien. Da wunderte sich ailes, als solches vorging, und die Kônigin unterbrach die Festlichkeit; friiher miisste dies ausgetragen werden. Gauwain und der mit den zwei Schwertern fielen nun iibereinander lier, aber keiner konnte den andern bezwingen, so dass der leztere erstaunt seinen Gegner um den Namen fragte. Kaum hatte er aber gehôrt, dies ware Gauwain, als er sich fiir besiegt erklart. Darauf gehen beide zusammen zur Kônigin und Gauwain beschuldigt Brien der Liige. Brien behauptet seine Unschuld, weshalb Gauwain den ganzen llergang der Sache, wie er meuch- lings aiigefallen und zum ungleichen Kampfe gezwungen worden, erzahlt. Ein Zweikampf zwischen Gauwain und Brien beschliesst diesen Auftritt, worin letzterer besiegt um (jlnade bittet und sich Artus als Gefangenen stellen muss. Gauwain aber und der fremde Kitter reiten hierauf von dannen. Da schickt die Kônigin denselbeu Boten

XVl EINLEITUNG.

nach, um die beiden zurUckziibriiigen. Sie werden zwar eingeliolt, Icisteii aber der Eiiiladuiig keiiie Folge und die Boten siiid t'roli, dasr? sie wcnigstens die Naraen der beiden erfaliren. (5237 5912). Wie die Kônigin «i fiibr, dass der eine der IVeniden Ritter Gauwain gewesen, deii sie auf das iunigste liebte, wurde sie ohiimiichtig und als sie wieder zu sich gekommen, berief sie ihren Ratli zusammen iind tlieilte ihm mit, sie woUte an Artus' Hof schicken, uni zu erfaliren, ob Gauwain wirklicli am Leben sei; deuu in diesem Falle wolle sie einzig und allein ihn zu ihrcni Manne haben. Die Ratlie, von denon vieb; lîrien wohl woUten, widerrietlien ihr dies nachdriieklich und die Konigin Hess es vorlâufig dabei beweuden. (5943— 004 1).

Die Erzîihlung beschaftigt sich jctzt mit Brien, der an Artus' Hof kommt und sicli als Gefangeneu stellt. Der Konig gibt ihm auf seine Bitte die Zusage^ Niemand soUe nach seinem Namen fragen und behalt ihn am Hof. Hier aber herrscht allgemeine Freude, weil Brien Kunde von Gauwain und dem Ritter mit den zwei Schwertern go- bracht hatte. Man nannte ihn ,den schônen Gefaugenen^, weil Niemand seinon Namen wusste. (0042 6114).

Gauwain und sein Bcgleiter gelangeu in eiuen Forst und reiten vor sich liin. Sie hatten einen festen Bund unter sich geschlossen und Gauwain lasst sich von seinem Begleiter versprechen, dass er mit an Artus' Hof kommen werde. Als sie aus dem Wald auf eino Lichtung gelangten, trafcn sie einen licrabgekommenen und arg zugerichteten Klepper, der an einen Baum an- gebunden war, und bei demselben schlief ein Knappe, nicht wenigcr zerlumpt und verwahrlost als sein Pferd. Von dem Gerjlusch der Fremden erweckt frilgt er nach dem Ritter mit zwei Schwertern. Dieser uimmt ihn bei Seite und gibt sich ihm als solchen zu erkeunen. Der Knappe erzahlt ihm darauf unter Tlirânen, er sei von seiner Mutter geschickt, ihm zu melden, Gauwain habe seinen Vater erschlagen und es sei an ihm, diesen Tod zu râehen, worauf er ihm den Schild des Gemordeten

EINLEITUNG. XVII

uberreicht. Unser Held verabschiedet den Knappen und kiiudigt sofort Gauwain die Freundscliaft; von nun seien sie Feiiide, er werde, wo immer er ihii trafe, an dem- selben Rache nebmen. Uud obne sich nàber zu er- klàren, verlàsst er den staunenden Gauwain, der von ail dem nichts verstelit. Bestiirzt scbwôrt er, obne ibu zu Artus nicbt zuriickzukebren, môge gescbeben was da woUc. Er will ibm gleich nacbreiten, verfehlt aber den Weg und irrt lange Zeit berum, obne ibn finden zu kônnen. (6115 6293). Der Ritter mit den zwei Schwertern reitet aber so lange, bis er zwei liolie Tbûrme mitten auf einer Insel erblickt. Es fubrt keine Briicke biniiber, uud keiu Fabrzeug lâsst sicb blicken, das ibu biuuberbracbte. Er reitet also um das Wasser berum und findet in einem kleinen Seiteutbal eine klare Quelle, und neben derselben ein von Blut gefarbtes kostbares Scbwert. Er will das- selbe reiuigen, doch je mebr er daran reibt, desto rotber werdeu die Blutstropfeu und so merkt er denn, dass etwas besonderes dabinterstecke. Er lagert sicb bierauf an der Quelle und sinkt ermattet in einen tiefen Scblaf, aus dem ibn lautes Rufen weekt. Und wie er in der Ricbtung desselben binblickte, sab er ein Mâdcben und ging auf dasselbe zu. Kaum dass dièses seines Scbildes gewabr wird, tritt es au ibn beran und bietet sicb an, ibn nacb der Insel zu bringen, wo er gastlicbe Aufnabme finden wiirde. Dies bort er ganz gerne, und reitet, nacbdem er das fremde Schwert sicb umgeworfen, binter dem Mâdcben drein. Es war aber Abend geworden und es kam aus dem Wald ein Trupp Leute, die laut jammerten, worauf sicb druben ein Tbor ôfifnete und ein SchiflF herauskam, das dieselben abbolte. Unser Ritter will zu deuselben ;;elni, um mit biniiberzukommen, docb biilt ibn das Miidclieu zuriick. Als er nun iïircbtete;, dableiben zu iniissen, kam das Scbiff wicdcr beraus, in das er mit dem Mîidcben einstieg. Auf der Insel angekommcn, wird er vou Dienern empfaugeu und gleich darauf von Itittern nacb dem Tiiurme geleitet und vor die llerriu de*i Scblosscri geiïibrt. Bei seinem Anblick bricbt dièse

LI CIlËVALlt:U8 AS .11. ESl'ËES. b

XVIII EINLEITUNG.

in Thrânen aus, deiiii er ist wie keiii andrer ihrern ver- storbeneu Geuiahl uhulich. Sie fràgt, wer er sei und warum er hierher zu kommen wagc, wo jeder fremde Ritter unis Lebeu konuueu inlisso, zur 6iihiie fur den ge- raordeteu Herrn, der durch Verrath uras Lebeii gekommon. Nun scien es bereits vier Monate*;, dass sie einen Knap- peu mit dem Schild des Erselilagenen ausgesandt habe, iliren Solin zu suchen, der inzwischen von Artus zum Kitter geschlagen worden und der Konigin von G;iradigan das wunderbare Schwert losgebunden habe. Und wie sie ibres theuren Gemahls gedachte, ttbermannte sie der Jammcr von neuem und ohumilchtig fiel sie zu Boden. Der Ritter aber, (1er wohl merkt, das es seine Mutter sei, trôstetc diesclbe und erbot sich, den Tod des Beweinten zu raclien. Man setzte sicb zu Tische, und als man mit der Mahlzeit fertig war, kam der ausgesaudte Knappe zu- riick und erzàhlte, er habe ihren Sohn gefundeu, und dieser habe geschworen, den Tod seines Vaters an Gau- wain zu ràclien. Wahrend er solches erzàhlt, fàllt sein Blick auf die Wand des Zimmcrs und voiler Staunen sieht er dort den Schild hângen, den er dem Ritter mit den zwei Schwertern selbst iibergeben hutte. Sofort fràgt cr, wer denselben hierher gebracht habe. Da muss denn unser Held gestehen, dass er es gethan, und ohne Sâumen gibt er sich zu erkenncn. Seine Mutter kann sich vor Freude nicht fassen, sie bedeckt ilin mit Kiissen und vergisst fur einen Augenblick ilireu Kumnier. Sie erzàhlt ihm, er sei der Sohn des Herrn der Thaler von Blanquemore und des Teiches der Jumelés und viele hohe Ritter hâtten von ihm Lehcn. Sein Vater habe Bleheri geheissen, doch er selbst habo noch keinen Naincn und diirfe auch so lange keinen cili.iltcu,

*) So ist wohl statt des iiberlieforfen iors zu leseu. Doiin Gauwain muss don Ritter wiihren<l seiîier ersten Abwesenlieit vom Ilote Artus', mit dor die Erzlihhmg ])eginnt, getotet habeu, da wir ihn seit seiner Kiickkehr nicht ans den Augen verlorea haben. Man vgl. den Anfang des Gedichtes (711 f^".), wo die Becrdigung des Erschlagenen erzahlt wird.

EINLEITUNG. XIX

als Brien de la Gastiiie (verschieden von Brieii ans dem Inselreiehe) am Leben sei, durch deu Bleheri um das Lebeu gekommen. Erstauut frug der Ritter, wie dies mogiich wâre; liàtte man ihm doch gesagt, Gauwain sei der Môrder gewesen. (6294 6858.)

Die JMutter erzâhlt ihm nun das Vorgefallene : Brien hatte lange Zeit mit Bleheri im Kampfe gelegen nnd musste nach seiner Besiegung sich bequemen, die Tochter des Siegers zu heiraten nnd yein Land von ihm zu Lehen zn nehmen. Dies konnte er nicht verwinden nnd griff in kurzer Zeit wieder zu den Waffen. Im Angesicht der beiden feindlichcn Streitmiichte wird ein Vertrag ge- schlossen, die beiden Heerfiihrer soUten durch einen Zweikampf die Sache entscheiden. Nachdem hierzn ein Tag anberaumt worden, trennte man sich. Brien aber begab sich an Artus' Ilof nnd verlangte, nachdem er sich eine Gnade erbeten , Gauwain soUe ihm folgen nnd ihm in allem zu Willen sein. Als nun der bestimmte Tag gekommen, ficht Gauwain in Brien's Rtistung den Strauss ans nnd verwundet Bleheri, der aus Missachtung fiir Brien seine alte, schadhaftc Rtistung behalten, tôtlich. Vor seiuem Tode erfàhrt dieser noch den wahren Sachverhalt und nachdem er Gauwain verziehen, stirbt er. Wie er hierauf begraben worden, ist im Eingang der Erzâhlung bereits berichtet worden. Brien aber hielt Bleheri's Tochter gefangen und bemâchtigie sich des ganzen Landes. Als unser ïleld dies ailes gehort, schwôrt er Rache zu neh- men und macht sich gleich den audern Tag, trotz der Bitten seiner Mutter, auf den Weg. Vor seinem Auszug ertahrt er noch, das blutige Schwert, das er mitgenommen, habe seit drei Monaten an der Quelle gelegen und ein Briel" sei dabei gewcBcn mit der Warnung, dasselbe ge- hôre dem ritterlichstcn und schônsten Mann; jeder andere, der es trilge, wiirde durch dasselbe seinen Tod find<'n. (6859—7224.)

Nachdem er das von Artus gescheukte Schwert zu- ruckgelassen, bricht er des andern Tags auf und gelangt am spiitcii Abciid in einen Wald , wo er ein(î kl.'Jgendc

XX EINLEITUNG.

Fraii fi 11(1 et , dit bei ihreni von Brien gemordeten Mann, dem Herrn des Castel Paorous, wacht. Sie ist aber eine nalie Vcrwandte Blelieri's. Dem Wuusche des Verstor- benen geinass will sie ilin in der Gaste Capele begraben, was sie mit llilfe unseres Ilelden ausfiihrt. Bevor sie dieselbe verlassen, nimmt er die anf dem Altar liegende Pferdefessel mit, worauf beide in den Wald zuriickkehren, in dem sie tibernachten. Am andern Tag befreit er sechs ÎYaiien, die von Brien, der ilire Miinner getôdtet, in Ge- fangenscliaft gehalten wurden, indem er die sechs Ritter, welche dieselben hiiteten, besiegt und als Gefangene zn Artus schickt. Unser Held bleibt mit den Franen zuriick nnd ist bereit, dieselben auf ilire Bitte bei sicli zu be- lialten (7225 7769); die besiegten Ritter aber kommen an Artus' Hof und erziihlen dem Kônige, sie kâmen im Auftrage des Ritters mit den zwei Schwertern, sich ihm als Gefangene zu stellen. Kaum hôrt die Konigin von Garadigan von dem Ritter, den sie liber ailes ersehnt, so drangt sie in den Kônig, seine Zusage zu erfullen, so dass dieser erklart, er wolle auf die Suclie desselben aus- gehen und so lange einzig und allein in Zelten sclilafen, bis die Sache entschieden wiire. Dies geschieht und die Ritter von Artus' Hof reiten tâglicli aus, um Abenteuer und vor Allem den Ritter mit den zwei Schwertern zu suchen. (7770—7857.)

Die Kunde von dem Ritter, der mit den Damen herum- zieht (der sich daher den Chevalier as dames uennt), gelangt endlich zu Brien's Ohren. Sofort bricht er auf, ilin zu ziichtigen, weil er die von ihm so schnode behaii- delten Frauen befreit hatte. Er braucht denselben nicht lange zu suchen; beide treffen im Walde zusammen, Brien wird besiegt und da er Gnade verschmaht, ge- totet (7858 8026). Unser Ritter nimmt den Kopf Briens mit, um ihn seiner Mutter zu schicken und reitet mit nach dem Castel Paorous, dessen vertriebene Herrin sich unter den ihn begleitenden Frauen befand. Durch Vermittelung eines alten Ritters, den sie vor dem Schlosse treffen, geliiigt es, das Scliloss zn uberrumpeln, worauf

EINLEITUNG. XXI

die liisassen auf die Kunde von Brieu's Tod dessen Statt- halter uberfallen und sammt seinem Gefolge uiedermetzeln (8027 8198). Nachdem ailes in Orduung gebracht und die Herrin des Schlosses wieder in ihre Reclite eingesetzt worden, will der Ritter mit den zwei Schwertern weiter zieben, nimmt aber die Frauen auf deren instàndiges Bitten mit, um sie an Artus' Hof zu fiihren, doch làsst er sich von denselben versprechen, sie wiirden den gan- zen Tag nach ihrer Ankunft am Hofe jede Auskunft ûber ihu verweigern. Des Abends kommen sie in ein Nonnen- kloster, wo sie gastliche Aufnabme finden. Hier triflft er seine Scbwester an, die Brien liierlier gebracht batte und die an einem der nàcbsten Tage den Schleier nehmen soUte. Es gelingt ihm, ihre Auslieferung zu erlangen, worauf er am anderu Morgen mit ihr nnd den sieben an- dern Frauen aufbricht, um Artus zu suchen (8199 8485). Im Walde begegnen sie einem verwundeten Ritter, der auf ihr Befragen erzahlt, er sei von Garehet besiegt wor- den, auf dessen Befehl er die Zelte des Kônigs in diesem Walde suche, um sich ihm als Gefangener zu stellen. So erfàhrt unser Held, dass Artus ausgezogen, ihn zu suchen und jetzt eben in dem Walde, durch den sie zogen , lagerte. Nachdem sie bei einem Ritter gastliche Aufnabme gefunden, reiten sie des andern Tags weiter, ohne irgeud welche Kunde von Artus zn erhalten und gelangen dann an eine Lichtung, wo nicht lange zuvor ein Kampf stattgefunden habeu moclite, wie an den Blut- Hecken und Pferdespuren zu sehen war. Bald darauf sehen sie einen stattlichen Ritter, der unsern Helden herausfordert, dabei aber den Kiirzercn zieht und ver- wundet nach Artus' Hof zuriickkchrt; es war uàmlich einer von den Rittcrn Artus', Gerflet, Do's Sohn. Jene aber irren im Walde weiter und sind froh, des Abends Jilger vor einem hcUcn Feuer zu trcffen, die ihre Beute mit ihnen theilen (8486 8844). Am andern Tage sind sie gliicklicher, denn nach langem Reiten treft'cn sie einen Knappen, der sie zu des Konigs Zelten hinfiihrt. Sie trafen die Kouigin alleiu, die mit ihren Frauen uud Fràu-

XXII EINLEITUNG.

Idn iin WaUlc Scliatteii gcsucht hatte; dcr Konifj^ aber war ausgeritten. Der Ritter iibergab derselben seiue Frauen uncl bat um giitige Aufnahme. Nacli seinem ;Namen gefragt, nanntc er sich ausweicliend deu „Frauen- ritter" und auf der Konigiii Bitte, den Konig abzuwartcn, bedauert er dies iiicht tliuii zu kônnen, worauf er die Konigin in Gottes Schutz stellt und wegreitet (8845 1)062).

Er liatte aber neben Genièvre die schône Konigin von Garadigau, der er das Schwert abgenomnien und die qiit solchcr Gewalt uach ihm sich selintc, gesehen und war bei deren Anbliek von der Liebe Pfeilen schwer verwundet worden. Von liarter Licbespein gequâlt, erhàlt er ver- diente Strafe, dass er sich so schnodc an ihr vergangen. Er raacht sich darob lieftige Vorwiirfe , aber anstatt zu ihr zu gehen, beschliesst er, nicht eher seine Fahrt zu beenden, als bis er das Gelieimnis des blutigcn Schwer- tes, das er mitgenommen, erfahren hatte. Habe er bis jctzt ruhmliche Waffenthatcn gethan , so miisse cr sicli nun doppelt auszeichnen, und dies geiobt er seiner Liebe. (9063—9087.)

Als der Kônig Artus mit seinem Gefoige zuruckge- komnien war, stellte sich der von Garehet besiegte Ritter im Namen desselbcn als Gefangener. Darauf kani die Konigin mit den fremden Frauen, die Artus zu Fiissen fallen. Artus crfahrt von seiner Geniahlin , ein Ritter, der sich den „Frauenritter" nenne, liiitte sic ihm als Ge- schenk zuriickgelaHseu und sie glaube sicher, dass er Nachrichten von dem Ritter mit den zwei Schwertern geben kônnte; denn sie hatte dessen Vcrwirrung, als er die Schone von Garadigau erbUckt, wolil bcmerkt. Als aber der Kônig die fremden Frauen nacli ihrem Begleiter friigt, kann er ans denselben niclits heraur>bringen , da dièse durch ilir Versprechen gebunden sind, bis ilim end- lich die Schwester des fremden Ritters gesteht, es sei der Ritter mit den zwei Schwertern gewesen. Bei dieser Gelegenlieit crfuhr der Konig ailes, was iiber den Krieg Bleheri's und Brien's und die spitteren Geschehuisse zu

EINLEnUNG. XXIII

berichteii war. Nun war derselbe sehr besorgt, Gauwain môchte mit dem Solme Blelieri's zusamraentreffen, da wolil Gefahr vorhanden war, dnss einer von den Beiden ani Platze bleibcn wiirde. Die Frauen blieben am Hofe zu- rûck, wo ihnen grosse Eliren erwieseu werdeii. Als aber die Ritter erfuhren, dass der so lang Gesuchte dagewesen, da wuchs ihre Lust, ihii zu suclien und sie wollten nicht elier ablassen, als bis sie iliii gefunden hiitten. Und so begann denn das Sncben von Nenem (9088 9197).

Unser Held reitet in Gedanken vertieft bis in die Nacht hiiiein und kommt, einem Lichte nachgehend, zu vier Kôhlern , die an einem Feuer sassen. Bei seinem Anblick flohen sie erschrocken davon, erst auf vieles Zu- reden wagten es zwei zurtickziikommen. Dièse erzâhlten ihm, sie seien in grosser Furcht gewesen; denn es kàmcn immer in der Xaclit Frauen vorbei, die unaufhôrlich klagend einen sterbenskranken Ritter in einer Sânfte be- gleiteten und ihren Weg nach der „Wunderquelle" nâhmen, bei der sie unter Zelten lagerten. Da will unser Ritter hin, bleibt jedoch , als er hôrt, der Weg sei weit, die Nacht liber bei den Kôlilern, die ihr Brot mit ihm theilen. Am andern Morgen bricht er auf, die Wunderquelle zu suchen (9198 9317).

Die Erzâhlung wendet sich zu dessen Mutter, die auf die Kunde von Brien's Tod hin ^luth gefasst und ihr Land wieder besetzt und die Schlôsscr in Stand ge- setzt hatte. Und es that wirklich Notli; denn der Sohn BrienSj Galien, iiberzog sie mit Krieg und Uberfiel sie mit grosser Ileeresmaclit. Das Kriegsgliick war ihm hold, er besiegte die Streitkrafte der Frau in einer Ilaupt- schlacht und schloss dieselbe in Tygan ein, das er be- lagert. (9318— 9.-U9.)

Gauwain, der die ganze Zeit iiber den Ritter mit den zwei Schwertern vergeblich gesucht hatte, sucht endlich jenen Kreuzweg auf, bei dem cr ihn verloren hatte und sf'lilagt hierauf den andern Weg ein, den jeuer damais genommen. Er trifft bald auf eino Schaar Leute, die ihm erzâhlen, sie wollten nach Tygan, ura ihrer HeiTin,

aXIV einleitung.

der Dame du Lac as Jumelés, zu Hilfc zu komraen ; denn sie sei von lîriens Solin belagert. Da bietct sich Gau- waiii an, niitzugehen, bittet aber, sie mochten niclit nacli seinein Namen fragcn, so lange ilire Herrin niclit zu ihrem Redite gekominen; er will nemlich, wie wir spâtcr seben wcrden, deswegeu mit, um derselben zu helfen und 80 \vo moglich sein an Bleheri begangenes Unrecbt wieder g ut zu machen. Am Wege treffen sie nocli FlUchtigc ans Sandic, einer nahe an Tygan liegenden Feste, die sie zum Mitgehen bereden. Von diesen erfiihrt Gauwain, Tygan konne sich hochstens noch drei Tage halten, denn Galien habe den ersten Wall bereits genomraen. Dabei fehle es den Belagerten zwar nicht an Mannscliaft, wohl aber an einem tuchtigen Aufiihrer. Als sie sich nun Tygan genahert, tibcrfallen sie die arglosen Feinde und so beginnt unter Gauwain's Fuhrung, der Wunder von Tapferkeit verrichtet, eine Reihe von Ausfâllen, wobei sowohl die Besatzung Tygans als auch jeue von Sandic Muth fassen, bis Galien den freraden Ritter, der dièse Wendung der Dinge herbeigefuhrt, zum Einzelkampf for- dert und die Entscheidung des ganzen Krieges von dem Ausgange desselben abhangig macht, was Gauwain an- nimmt. Bcvor er am andern Tage zum verhangnis- vollen Strauss ausreitet, erbittet er sich von der Wittwe Bleheri's als Geschenk ans, sie mochte ihm ailes ver- zeihen, was er irgendwie gegen sie verbrochen batte. Nun folgt der Zweikampf, in dem Galien bcsiegt und ge- totet wird, worauf sein Heer die Waffen streckt. Gau- wain aber bleibt noch so lange bci der Frau vora „Zwil- lingssee", bis aile ihre Schlosscr zuriickerobert sind und das ganze Land sich wieder des Friedens erfreut. (0350 10114.)

Als dies geschehen, will Gauwain von der Frau Ab- schied nehraen. Sie will ihn, dem sie als ihrem einzigen Retter in uberschwanglicher Weise dankt, noch zurttck- behaltcn und als er dies abschlâgt, ihm ihr ganzes Land iiberlasscn. Gauwain, hoch erfreut, ihr in etwas ntitzlich gewesen zu sein, dankt fiir das Anerbieten und

EINLEITUNG. XXV

nennt ilir zuletzt aiif ilire Bitten seineii Namen. Maii kann sicli denken, welclie Wirkung der verliângnisvollc Name auf die Frau haben musste, doch schnell fasstc sie sich und gedeiikt, dass ihr seliger Gemalil demselben ver- ziehen und sie selbst, bevor Gauwain ziim Karapf mit Galieii ausgezogen, dasselbe gethan; ziigleich vergisst sie iiicht, dass sie ihr ganzes Laiid demselben verdanke. Da verzeiht sie ihm denn nochmals ans vollem Herzen und begleitet mit grossem Gefolge den scheidenden Ritter. (10115—10248.)

Bleheri's Solin aber suchte noch immer die „Wnnder- quelle". Wie er so herumzog, traf er einen Boten, der ausgesandt war, fiir Tygan Hilfe zu holen. Als er durcli ilm von Galien's Uebermuth und von der Einscliliessung seiner Mutter hôrt, will er sclinell dahin eilen. Aber einige Tage darauf, bevor er sein Ziel erreicht, trifft er bereits Ritter, die nach beendigter Felide zuriickkehren und die ihm Gauwain's Heldenthaten und seiner Mutter Befreiung melden. Unglaublicli kommt ihm die seltsame ^ïàhre vor, wusste cr docli, dass Gauwain seiner Mutter den schlimmsten Schlag versetzt hatte. Und wie er daran nocli zweifeltp erzahlt man ihm, Gauwain mit den audern sei etwas zuriickgeblieben und wenn er sich spute, kônne er sie leicht treffen. Und so war es; er brauchte niclit weit zu gehen, als er ihrer ansichtig wurde. Auch Gauwain hatte ihn gleicli bemerkt und crkannt und blieb hinter den andern zuriick. Ohne einen Augenblick zu verlieren, tbrdert uuser Ritter Gauwain heraus und ein hitziger Kampf beginnt. Als aber Gauwain's Bcgleiter das Schwertergeklirr vernahmen, eilten sie herbei und crzahltcn ihrer Herrin, die zwei Kâmpfendeu seien Gau- wain und ihr Sohn, denn sie hatten letzteren wohl er- kannt. Da stiirzt die Mutter zwischen die Kâmpfendeu und lâsst nicht cher mit ihrem Flehen ab, bis der Solin, der die Mutter und aile ihre Ritter vor sich auf den Knieen licgcn sieht, erweicht wird und sich mit Gauwain versolint. Sie schwôren sich von Neuem unverbrtlcliliclio Waffengenossenschaft und machen, nachdem sie von

A\\i i;inij:i'iijN(;.

(len L'ebrigcn Abscliied ^enommeii , aich zusammcn auf (Ion Weg. (10249 10125.)

(îMuwain bittet seinen Waffenbrudcr , ihin zu Liebe an Artiis' Ilof zu konmien. I)io8or ist dazu beroit, docli niUsse er zuvor nocli die Wahrhcit von der Wunderqiielle und dem Schwerte erfaliren. Da verlangt jener, .mit dabei sein zu dtirfen. Und so ziehen sie denn manchen Tag umher, bis sic eines Abends auf eine Waldwiese kommen, wo ein Zwerg eine grosse Herde zur Tranke fiihrt, der sofort mit allem vorscbwindet, als die beiden Ritter auf seinen Kuf nicht stelicn bleiben. Es dauert nicht lange, da fliegt ein Hirsch in rasendem Lauf an ihnen vorbei, hinterdrein die wilde Meute mit den Jjigern, bis sie ailes aus den Augen verlieren. Und wiederum nacli kurzer Weile kamen Diener, die Zelte aufstellen und dar- uuf liorten sie lautes Wehklagen, wie solches die Kohler seiner Zeit dem Ritter mit den zwei Schwertern erzâlilt liatten. Darauf wurde ein Ritter in einer Sânfte lier- beigetragen, den Frauen sorgfaltig lieraushoben und zu Bette bracliten ; denn er war scliwer verwundet. Unscre beiden Helden gingen nun gerades Weges auf die Zelte los und wurden von den Frauen ehrfurchtsvoll empfangen und zu bleiben geheissen; vielleicht brâcb- ten sie Erlôsung und Hilfe. Es liège ein Ritter hier, der einst auf Abenteuer ausgezogen und im Zweikampf von seinem Gegner mit einem Schwert schwer verwundet wor- den sei. Die Wunde aber kônne nicht friiher zuheileu, als bis ein namenloser Ritter, dem der Preis der Schôn- lieit und Tapferkeit gebuhrte, mit demselben Schwerte ilin nochmals vcrwundete. Sein Gegner hâtte ihm daher dasselbe mit der Weisung ubergeben, dass wenn jemand auderer als der richtige Mann dasselbe umgtirte, er ster- ben mtisse. Das Blut auf demselben aber werde so lange darauf bleiben , bis der verlieissene Erloser ihn gcheilt haben wiirde , und dann werde dcssen Namc auf dem Schwert zu Icsen sein. Als dann der verwundete Ritter zuruckgekehrt, sei er von den Frauen in Pflege genommen worden. Das Schwert aber hatten sie mit einem Begleit-

EINLEITUNG. XXVII

sclireiben an einen Ort, au dem viele Ritter voriiberzôgcn, gebraclit. Und seit der Zeit stunden sie iiamenlose Pciii und Muhe ans und harrten vergeblich auf eine frobe Kunde. Die Ritter môcliten doch ihre Namen uenneu, vielleicht bringe einer vou ihuen Rettuug. Gauwain uenut seiueu Nameli, desgleichen der andere, der sicb zuerst deu Ritter mit den zwei Schwerteru, dann den Frauen- ritter uenut, uud trotz aller Frageu keinen andern Namen augebeu kann. Da bofFen die Frauen, er sei der ver- heisseue, nameulose Retter uud fragen uach dem Schwert. Er holt dasselbe herbei uud ist bereit, das Verlaugte zu thuu. Man benachricbtigt davon den schwer verwuu- deteu Ritter, der sich gleich anschickt, den Streich zu empfangeu. Und es geschab, wie ibm verheissen worden. Bei dem Streich fiel das Gift aus der Wuude, so dass sich der Ritter plôtzlich ohne Schmerzen fuhlte und auf dem Schwerte verschwaudcn die Blutspureu. Der also Geheilte hiess aber Gaus, Sohn des Kôuigs Norval, einer von Artus' Rittern (10426— 1084G). Er liess sich darauf das Schwert reicheu und mau fand auf demselbeu den Namen Meriadues, deu der Ritter mit deu zwei Schwer- teru uunmehr fiihren sollte. Am andern Morgen begab sicli Gaus mit seineu Frauen zu Artus; Gauwain aber und sein Begleiter, die uichts mehr zurtickhâlt, dasselbe zu thuu, beschliesseu, uieht friiher uach dem kôniglicheu Ilof zu zieheu, als bis jeder sein Abenteuer bestanden hatte. (10847—10903.) '

Wnhrcud der Zeit zog Artus uud seine Ritter noch immer herum, den Ritter mit deu zwei Schwertern zu suchen. Die Kuude davon war aber in die Férue ge- drungen uud so hatte der „Rothe vom gefàhrlichen Thaï" dasselbe vernommen , und er fasste den Plan , Artus, seineiu cigenen Verwaudten, einen Streich zu spielen. Er sclbst hatte dabei nichts zu fiirchtcn, denn sein Land war unzugilnglich und gegon Einfall und Einschlicssung gesichert. So sammelte er seine Lente und zog mit ihnen in den Wald, in dem Artus sich aufhielt, dessen Ritter einer nach dem andern, wie sie cinzelu

XXVIII KINLEITUNG.

hcrumzogeii, von dem „Rothen" und seinen Leuteii ge- langeu genoinmcn wurden, so dass zuin grossen Stauiien Artus' deren Zahl von Tag zu Tag sicli verkleinerte. Dieser Erfolg niachte den „Hotlien" nui* noeli ktlhner, so dass er seine ganze llceresmaclit zusammenzog und da- mit das Land von Garadigan sengend heimsuchte; dabei nahm er zwei Sclilosser ein und belagcrte ein drittes, Namens Dysnadaron. (10904—10973). Als die Kunde liiervon zu Artus kam, bedrilckte sic ilin niclit wenig; sofort Hess er Boten an seine Mannen scliicken, sic môchten aile geriistet in Carduel sicli sammeln. AUein bevor dies geschehen konnte, fiel Dysnadaron in die Iliinde des „Rotlien", der sich darin festsetzte und jetzt sogar mit dem Plane umging, Garadigan selbst zu be- lagern. Dièse Zuversicht dauerte nicht lange; denu nun kam Artus mit seinem Heere, schloss Dysnadaron eng ein und bestimmte den nâchsten Tag zum Sturm. Da machten die Belagerten betriibte Gesicliter und der, welcher den ganzen verrâtherisclien Plan ausgelieckt batte, sclilicli sich unter dem Schutze der Nacht aus der bedrohten Feste, und indem er seine eigenen Leute im Stiche liess, gelang es ihm, in den nahen Wald zu ent- kommen (10974 11079). Als die Verlassenen merkten, wie schlimm ihnen mitgespielt worden, lieferten sie die Burg Artus aus und empfahlen sich seiner Gnade, die ihnen von dem guteu Kônig unter der Bedingung gewîihrt wurde, dass sie den Kadelsfiihrer auslieferten. Zu seinem grossen Aerger musste er aber erfahren, derselbe sei ent- kommen und lasse die gefangenen Ritter in seinem Lande htiten, das unnahbar und uneinnehmbar sei, so dass Artus furchtete, cr mochtc dieselben nicht mehr wiedersehen. Vor seinen Rittern freilich verheimliclite er seinen Kum- mer und zeigte denselben ein frohes Gesicht (11080 11190).

Nachdem das Land von Garadigan von den Eindring- lingcn befrcit worden, sass Artus eines Tages bei Tiscli, als ein Ritter mit mehrcren Frauen ankam. ^lan er- kannte in ihm den lange vermissten Gaus und weun man

EINLEITUNG. XXIX

sich uber seine Ankunft freute, so wiirde dièse Freude noch bei weitem tibertroffen , als er erzahlte, wie es ihm ergangeu iind dass Gauwaiu uiid sein Begleiter ihn kaum vor einer Woclie verlassen liâtten. Nicht am we- nigsten freute sich aber bei dieser Nachricht die Kônigin von Garadigan, die nur ein Sinnen und Tracliten erfiillte. Ilierauf begiebt sich Artus und sein Hof auf ihr Ansuchen nach Garadigan (11191—11281).

Gauwain und sein Begleiter hatten, als sie von Gaus Abschied genommen, ihre Fahrt nach Abentcuern wieder aufgenommen und waren nicht wenig erstaunt, als sie eines Tages einen Zug mit Rittern trafen, die ihnen er- zahlten, sie kâmen eben von Dysnadaron, das Artus wie- der eingenommen hàtte, zurtick. Durch weiteres Fragen erfuhr Gauwain und Meriadues, wie der „Rothe" viele Ritter der Tafelrunde gefangen genommen und zuletzt in das Land von Garadigan eingefallen, und endlich ans Dysnadaron heimlich entwichen sei. Am meisten nahm sich Meriadues die Sache zu Herzen. Er machte sich die bittersten Vorwiirfe und klagte, seinetwegen sei Artus das ailes zugestossen und seine Schuld wàre es, dass so viele Ritter schmàhlicher Weise in Gefangenschaft schmach- ten mussten. Da schwur er hoch und theuer, er werde nicht frûher zu Artus gelien, bevor nicht der letzte Ge- fungene befreit sei und nur mit Noth liess er es sich ge- fallen, dass ihn Gauwain begleitete (11282 11351). Sie ritten, voU triiber Gedanken, die ganze Nacht, bis sie gegen Morgen einen einsamen Ritter trafen, der es offenbar selir eilig batte. Er weigert sich auf Meriadues' Fragen irgend welche Auskunft zu geben und wàre am liebsten davon geritten; doch dieser liess ihn nicht los und forderte ihn zum Kampfe heraus, der zu des Letz- teren Ungunsten ausfiel. Der Besiegte gesteht, nach- dem ihm Meriadues Leben und Freiheit zugesagt, er sei der „Rothe vom gefilhrlichen Thaï" und eben auf der Flucht in sein Land begriffen. Er muss Meriadues geloben, er werde nacli Garadigan zur Konigin gehen und sich derselben iiberliefern ; sonst werde ihm nichts

XXX EINLEITUNG.

Schlinirues widerfahren , iiur mtisse er sich vor der- selbeu eine Pferdefesscl , die er ihm mitgeben werde, anlcgen; frtUier jedocli inuge er ihm eiu Walirzcicheu geben , auf Grund desseii ihm die Gci'angenen ausgiliefert wUrdeii. I)a erhult Meriadiier -4eïisen liiiig uiid reitet mit Gauwaiu, nachdem er nocli dem „Rotheii" gesagt, er solle sich im Xamen des Ritters mit den zwei Seljwertern stellen, davon (11352—11540).

Der „Rothe" siiumt aucli seiiicrsiils iiiehl und ge- langt vier Tage vor Ilimmeliahrt uach Garadigan, wo sich Artiis aufhiilt. Zum grosscn Stauneu Aller legt er sicli, als er in den Saal eingetreten, die Pfcrdefessel an und fràgt nach der Konigin von Garadigan , vor der er niederkniet und seine Botschaft ausrichtet. Als er am Schluss sich auf den Ritter mit den zwei Schwertern be- ruft und in seinem Namen bittet, sie moge ihn mit Artus aussohnen, ist sie es sofort bereit. Dieser willfahrt ihrer Bitte und erfahrt, der Fremde sei sein Verwandter, der „Rothe vom gefàhrlichen Thaï", der ihm so viel Roses zugefiigt. Als dieser aber Artus erzahlt, seine gefangenen Ritter wiirden unterdessen von Gauwain und dessen Be- gleiter geholt, ist dieser hoch erfreut und heisst ihn frôhlich willkommen. Und man befreite ihn von der Pferdefessel , die die Konigin von Garadigan sogleich als jene erkannte, die sie selbst nach der „eiusamen Kapelle'* getragen batte (11541—11680).

Gauwain aber und Meriadues fanden ailes, wie der „Rothe" es ihncn gesagt batte. Sie befreiten die Gefan- genen und zogen mit ihnen zii Artus nach Garadigan, wo sie am Ilimmelfahrtsfeste anlangten. Gross war der Jubel, als deren Ankunft am Hofe bekannt wurde. Der Kônig zog ihnen sofort entgegen und als man sie angetroft'en batte, gab es allerseits ein Griissen und Kiissen, das kein Ende nehmen wollte und man kann sich denken, dass Gauwain und der Ritter mit den zwei Schwertern da- l)ei nicht zu kurz kamen. Hier fand Gauwain auch die Tochter des llerrn vom „lIafenscliloss", die nun iiberzeugt war, dass er derjenige wilre, filr den er ^icli ausgegeben

EINLEIIUNG. XXXI

und ihm treue Liebe ziisichert (11681 11802). Uud als jeder seine Theiireii bewillkommt, begaben sie sicli nach der Stadt und der Rittcr mit deu zwei Schwerteru muss dem Konige verspreclien, nunmehr bei ihm zu bleiben. Sofort wird ein froliliches Mahl gelialten, bei dem die Scbonheit Gauwaius uud seines Begleitirs allgemein au- gestaunt wird. Kaum hatteu aber die Dicner das Tiscli- tuch weggetragen , als die Kônigiu von Garadigan , die fast ein Jahr auf ihren Ritter gewartet batte, zu Artus kam und von ihm die Erfiillung seiner Zusage ver- langte, da der so lange vergeblich Gesuchte endlicli an den Ilof gekommen wâre. Artus sah wohl ein, dass sie Recht batte und berief sogleich einen R:ith zusam- men, der mit seinem Vorscblag einverstanden war. Man schickt nach Meriadues und fragt ihn, ob er die Kônigiu heiraten wolle, die ibm mit Recht zukomme, nachdem er vor einem Jahr derselben das wunderbare Schwert losgebunden habe. Er ist es zufrieden, worauf oh ne Weiteres die Verlobuug gefeiert und der Ilochzeits- tag festgesetzt wird (11803—12024).

Erst jetzt nach Gauwain's Rtickkehr erfuhr man, dass der „schône Gefangene" niemand auders als Brien, der Gauwain batte tôdten wollen, war uud weun er jetzt ohne Strate davonkam, so hatte er es bloss Gauwain zu verdankeu. Gauwain selbst aber konnte jetzt das von seiner Geliebten erlangen, was sie ihm damais im „IIafen- schloss" verweigert hatte 112025—12090).

Nun soUte bald Pfingsten kommen und damit die Zeit, dass Meriadues die Kônigiu heiraten und selbst ge- krônt werden soUte. Artus Hess Aile, die von ihm etwas zu Lehen hatten, kommen und ihre Zahl war so gross, dass Artus sein Leben laug noch nie so viele an seinem Ilofe gesehen hatte. Die vornehmsten daruuter waren die eill' Konige, die Artus uuterthan waren und dann kam eine grosse Zahl von llerzôgen und Grai'eii. Selbstver- stàndlich fehlte auch die Mutter des Brilutigams nicht, die an ihrer Schuur eine zweite, zartliche Tochter faiid. Als di-r b«'.->liiunil(' Tag gckoiiniicii , schmiickte sich

XXXn EINLEITUNG.

Jeder, wie cr iiiir kouiitc und vor Allen die schOue Braut, dii' eiiu'u kostbarcn gestickteii Maiitel triig und deren iSclinuick ihre eigeue iippige Schonlicit bei wciteui noch ubertraf. Niclit wenigcr Aut'sehcn errcgte der Brâutigam, dcr mit Gauwain daherkam. Und in der Kirche wurde das Paar getraut und gekrônt. llierauf zog man zuni Festmalil: Artus mit seinen (^\ï Kouigen sass dabei und Meriadues als der dreizehnte, und aile hatten ihre Kronen aufgesetzt und es war ein priichtiger Anblick. Als die Nacbt gekommen, da war das neue Ehepaar beisammeu und es ware niclit reclit, weun Jemand zwei- feln wollte, ob sie mit Freudeu die Nacht zugebracht. Am andern Tag schwur der junge Konig Artus Treuo als dessen Lehensmann und erfreute deuselben niclit wenig, als er versprach, am Hofe zu bleiben. Das Fest selbst dauerte voile aclit Tage und danu zogen die Gilste reichlich beschenkt nach Ilause. Meriadues aber lebte glucklich mit seiner Frau, deren Namen Lore wir erst jetzt erfahren, und die Beiden hatten Kinder und lebten lange Zeit bis an ihr Ende. Damit schliesst auch die Erzahlung (12091—12352).

Der Verfasser ist unbekannt. Ob seine Ileimat imd Lebenszeit zu bestimmen sei, kann einzig einc Untersuchung der Sprache des Romans zeigen, da jede andere Handhabe fehlt.

Wir werden daher einerseits die dialectischen Eigen- thiimlichkeiten des Copisten auseinandersetzen und durch eine Vergleichung der Reime, so weit dièse ausreichen, bestimmen, ob dieselben auch dem Verfasser zuzu- sprechen seien. Um stete Wiederholungen zu vermeideu, sei gleich hier bemerkt, dass unser Copist ebenso wenig wie die andern eine ganz conséquente Schreibung hnt, sondern sich For m en vcrschiedener Mundart ohne weiteres neben einandcr vorfindcn.

Vocale. Fr. betontes a vor g, ch, scharfer Sibilant; nimmt gern ein / an, woraus ai entsteht, so

EINLEITUNG. XXXIlI

(las Siiftix -aticum = -aiye, in coraige 183. mesaige 205. uasselaiije 221. u. s. f.; saicent 8676; dcr Conj. Plqpf. -disse 1623. 4. 4417. 8. -aissent 44. u. s. f.; /«/c<? (faciat) 1013, (faciem) l(^91.; champaigne 1759. (Dieser ganze Vorg-aiig ist im Burg. rogclmassig.) Dies findet sioh aiich aiiBserhal)) des Tones : dcsfaich's 238r). compaignle 362. compaignon 41 S. Diucli lleim ist gesichevt compaigne (: ensaigne) 285.; soust ^•. (: remaigne) 1594. Bretuignc (•.plaigne) 3319. Eiu zwingender Reim fur -aige , wie ilm Kicli. li biaiis*) 4271 bietet, findet sich niclit; doch ist anch dieser Fall nielit ganz siclier. Wenn aneli pikard. Denknialer -aige haben (so Adcnct), so liabeu andere pikard. Denknialer wieder die Eigentliumliclikeit, dort a zu setzen, wo ai stelien soU; s. Oest. Gymn.-Ztschr. 1874, 8. 148 zu 3751. und Burguy I, 233 f. Der Gebrauch scheiut sich von der Pikardie ans durch Lotliringen bis nacli Burgund ausgedehnt zu haben. So liât auch unser Text a (statt «/): creania 500. la 1836. 2578. 10638. s'a 4159, lauter erste Personen; dies zeigen pikardische Texte haufig genug; so hat Manekine n'a 4850. fa ge 5082. 7553. sa ge 1560. Ilaufig im Baud. v. Seb. dira 3, 709. croistera 3, 317. vaurra 4, 501. faura 6, 381. fa 7, 823. 12, 660. u. s. f. Parise Duch. ira 58. sa 71.; ferner faura Guesc. 8782. ocira Gottf. v. Monm. 702. sera ib. 723. fabatra in dein ungedruckten Gunbautll39. u. s. f. Fierab. ara 15. ira ge 110., Atre per. Va 814., oft im Baud. C'ondet, Gauv. fa 172. contera 5018. Zu diesen pikard. Denkmalern Beispiele ans einem lothringischen, Girbert von Metz sa Ml, 10. a 468, 18. 530, 6. 531, 24. uevgera 513, 22. pourra 520, 2. 527, 16. 540, 13. Im Burg. ist dieser Vorgaug seltener; so liât z. B. Dolop. 225 die pikard. Ilandschrift fera, die burg. dagegeu ferai. Doeh batte man dadurch ein Mittel, die 1. Pers. {a) von der 3. (ai) zu scheiden; Lyon. Yzopet 3040 reimt aber grenerai (3. Pers.) : ferai (l. Pers.). Dabei ist nieht ans

•) iM:iii(,-lie dort gi'Uiaclitc liomcrkung wird duicli dit^ vor lief^c'iidc l'iitcrsnchinig erwoitert odcr berichligt.

LI CIlKVAI.ir.KS AS il HSPKES e

XXXI \ EINLEITUNG.

den Augeii zu verlieren, dass iii Fàllen wic dote (dai iej Gunb. Ii45. aie (ai ie) Baud. Seb. 10, 350. saie (sai te) Ganv. 907 u. s. f. das / doppelte Verweiidung liabeii konnte. Daher demi dièse lieimc iiiclit viel beweisen, da aie sic.li iiach zwei Seiten liin verweiiden lassen; demi vasselaye : fera ije Ricli. 4271, wozu Tobler Gott. i^el. Anz. 1874, S. 1032 corage : sa ge ans Méon I, 102 braclite, mid deni icli outrage : ferai ge Jiidjis 521. malage : sa ge C(Hir. Ken. 1843 liinznfilge, spricht ebenso fiir -aige nls inr a (statt ai).

Was fais : hrac 1 137. 3437 nnseres Textes anbe- trifft, so kann es ftir hrais nnd ebensognt ftir fas spreclien; letzteres ist eine echt pikard. Fovm, z. B. l>and. Ooudet 18, 443. 507., docli findet sie sicli aucli norm. nnd sonst. Zu erstereni passt der Keini phùce (platea) : laisse 0557.

Welcber Art die Ausspraclic dièses ai gewesen, zeigen Schreibungen wie damcge 0579. (Baud. Seb. schreibt jtre- straege 10, 788. uisaedge , nsaedge das. 10, 07), manece 2057. 7803. 8102 u. s. f. Dazu kommt die grosse Zabi von Reimen, in denen ai (oft e gesebrieben) mit e unbe- denklicb reimt, so 297. 1003. 2309. 2521. 4007. 4099. 4781. 4935. 5049. 0439. 7497. 7049. 10303. 11853. Da- gegen lâsst sicb a ans ai kaum auders erklâren, als ans der Eigenart des fallenden Diplitbongen ai (vergl. unten 0 ans o/), welcbe Ausspracbe sicli mit der spaten Zeit nnd der so eben erwâhnten {ai = è) schwer vereinen lasst.

Mit den obigen Fàllen des a fiir ai moge man nocb vergleiclien g/aiie 1592. 1972. 2014, wàbrend sonst immer glaiue stelit; ebenso ganz vereinzelt dehoinare 4379. plast (placet) 9048. Wie sehr das Verbâltnis zwiscben a und ai unsicber geworden, zeigt die zweimal auftretende Scbreibung redirai 5340. dirai liSVl (beidenial 3. Person), eine Eigentbiimlichkeit, die ibre voile Berecli- tigung nur in den westliclien Dialekten bat.

Alleinstehend ist jyaile (blass) 3038 und vor dem Ton pailais 4245 nebst paismai 7325 (hier wobl Einfluss des s anzunebmen); dann cair (quare) 10S79; in letzterem eine falscbe Scbreibung fUr quér, das ja hiutlicb ricbtiger

EINLEITUNG. XXXV

iiiul in alteii Tcxten sicli wirklich findet, zu sehen, dagegen spriclit die spiitc Zeit der Handschrift. Docli findet sich aucli sonst nocli ai statt c in 7vmUa'(rent 2470. remaisent 4851. Vielleiclit kann man daraus den Schluss ziehen, dass die Aiisspvaclie eines é vor Conson. -f- e bereits ge- triibt und = e geworden war.

Die Reiinc verwecliseln beide e nur in foigenden Fallen: secrees : regardées 2269. (ebenso secree : -ée Père, llf, 263); erent : amenèrent 2295. 8183. juKr : cruex 4667. clcre : inaterc X^^^MV?,. ^//>.r * 3357., die ans andern Texten znr Geniige bekannt sind; vgl. Tobler z. Alex, p. 8S7. Icli eitire noch mater e : mère Lans. 14923. maicrc : mater e Ren. Nouv. 5925. mater e : emperère Ren. 10663. père : empere Fliil. M. 1261. 1520. père : misère das. 1404. avoutere : commère Ren. 8795. mis f ère : père Ren. Nonv. 5929. discres : sacrés Ph. Mousk. 27879. secrè Baud. Seb. 15, 664. segre : grè Rom. Rou 88, dann die bekaunten dé, èrent, cruel, und Fremd- wôrter oder Worter mit lateinischem Ausgang (z. B. empere neben regelm. empire). Anders steht es mit gewissen spiiteren Texteu, so Baud. Seb., G. Guiavt, Hugo Capet (S. 6. 7. 36), ferner terre : père Judas 401. terre : sauuére das. 531; bel diesen letzteren wohl anzu- nelimen, dass man anfing, ein è vor Cons. + f als è zu sprechen, walirend bel matère u. s.f. die Worter als gelebrte mit è gesprocben werden kounten. Davon verschieden die Ausspraclie des auslautenden ai gleich e, so ai : volé Ren. 25263. maleurè : conforterai das. 26090. sai : troué Ren. Suppl. 225. menrai : acheminé das. 309, oft in R. Rose, lauai : pané, remiré : dirai I, 5. ar restai : esté 44. ai : uolenté 66 u. s. f., oft im Gaufrey 141. 243. 247.*) aire : ferrai Meraug. 192, 5, da liier die Stellung im Auslaut die Aussprache versehuldete. Dagegen kann man liier anfHliren remese : braise Ren. Nouv. 341 u. s. f. Was crnél be- trifft, mocbte ich eine Verwechslung des Suffixes Plis

*) l);miit liât niclits zu tlmn IN»ou v. Main/, S. 2Mi. '. \\ «'iu«' /(/■ rii:i(l«' \oiii Copisti'ii in r <.'i'.s('liri('lK'n wiirdc.

XXXVI EINLEITUNG.

(= eil, oil) mit alis (= cl) annehnu'u , wie sicli denn von (lem îinalogen /?W^^/éf/« aile Formen: fe-eil, fe-oil, feêl niid selbst fe-al nachweisen lasseu. V^w mm -alem be- kanutlic'h zwischeii cl und al Hcjjwankt, so aiioli miser Wurt; (lalier nobeu dcm gewuhnliclien cruel anch cruai, (lurcli «- Assoiianz j^esicliert in Ogier 5210. mul criutl (: iuyal) Perciv. 17877. Vgl. crnwitè. iMan bcaclito, dass bei demselben Worte eiue andere Suffixverwechslung [ôsus) sicli haiifig findet, nemlicli crucns.

Statt des regelmassigen auslaiiteiiden féminin en (' findet sich zweimal a in micmia 1 1422 und malachi 8607, das letztemal vom Copisten in e gebessert.

Verwechslung von é und findet sich zwar oit beim Copisten, wie Sclireibungen adrecérmt 2426. traueUlé 2024. ayuisé 3032. agenoillèrent 3194 u. s. f. beweisen. Docli zeigen die Reime ein entschiedencs Auseinanderhalten der beiden Laute, daher die sich vorfindenden Ausnahmen als Verderbnisse angesehen werden miissen: laissiê : quassu' 3095. corné : laissic 4641. volentiers : passés 5199. ouurées : denirenclùes 11875. Die Angleichung des an é, die sich am frilhesten im Auglonorm. zeigt, wird im 14. Jahrh. immer haufiger.*) Vgl. Oest. Gymn.-Ztschr. 1875, S. 540. Dagegen reimt mit e [ai) in eschies : mais 4611. vgl. Richart 687.

*) Dieselbe zeigt sich bereits im Oxf. Rolandscodex , wo daher bei Gautier, 5. Aufi., zu bessern: 21 guarissxez, X\ (cariier, ebenso i;il), 12S {e?icaï nez), Hib laissiez, XXIV, (i ^/r/V?- unmog- lich, 405 (toussiez, o'ib osteier talsch (vieil, de ioster\ iibrigeiis scheint der N'crs der folgenden Tirade entlehut zu sein; N'ersaiiles hat dafiir a Ais en France se devreil reposer). Desgl. i:i74 irenchiée (vielleicht colpee)^ OXIX, 2 fièrent {espe'e umstelleu), CXXUl, 7 nuncïez (dièses ist falsch, das Wort lautet mincier (zweisilbig) , daher ammciez), ib. 15 lies afehlixez, CLXIII, 5 repairierent {retornere?it), [I9b0 caeite reimt nicht mit a; lies desfaite], 27GO ameinet (etwa ait amenée), iWH. afichxéemeiit, 3394 justee (u. 3858) falsch, 3860 acimijiilet, u. s. f. I);\zu noeli einige Bemerkungen: 340 asols richtig; 35(» ?nar i, 395 quiet (st. cuidet, wie Gloss. will) + 1; vieil, quiert. 444 dei^ ist rich- tig; ebenso 400 orie (d. h. ôrie = aire [aureiwi])'^ 514 par; 561 mitie ist richtig; 507 Aon (statt ne), schou Ui3hmer; 593

EINLEITUNG. XXXVII

Dem Copisteiî ist î-e statt iée durchaus eigenthum- lich; keiii ohiziges mal fiudet sicli iêe geschrieben. Da- gegen findeii sicli unter deu zalillosen Reimen, die hier an- ziifiihren siud, bloss drei, die dieselbe Eigenbeit dem Ver lasser nacliweisen; maisnie : gucrpic 2\\1, afichle : mie 4801. cmhracie : amie 11781., daher wobl anzunehmen, dass der Verfasser dieselben geflissentlich mied. Auch soust stebt / hàufig statt ie, so frinte 813 (gegeii friente 5905); manire \1\.\. uinent 1803. tint, conulnt (Praesens) 0834. 8012. tigne 1444 (vom Copistcn in tiegne geàndert), fcnchire 9280 (gegeii feuchicre 9298), abaissir 9524 u. s. f.

Auch imigckehrt schreibt der Copist manchmal st. / ein ie, so riere (lachen) 1000. 5313. fièrent (fecerunt) 8192. roiene 1045. failUerenl 11967. imd vor dem Acccnte ^/^ro?i 7328. (fiir auielli 4120 giebt es noch eine Erklarung, s. uiiten //, m), und auch dies fiiidet sich in gewissen pikard. Texten, so R. Rose, Baud. Seb., Perc. (Mons), u. s. f. Auch das Norm. kcnnt dieselbe, indem es ein i, das aus Vocal + / entstanden, geru so darstellt; so im Rou: fiiere (pcjor) 13323. desconfiere 13324. esUere 14107. liere 14479. pries (preiium) 14813., sehr oft: //6'/ (Bett), iteliel, despiel, respiet, priel (statt preil, Conj. von pre- care)y mie {médium) u. s. f., aber auch vereinzelt ociere 13911. Aiiders, wenn ein Nasal darauf folgt; wenigsteus in /ie)is (t'alls es wirklich von fimum kommt) ist dieser Vorgang im Altfrz. allgemein (noch wïvz. fiente, vgl. antienne ^{.(intoine o. antenne). Vereinzelt fusent 4931.

Besouders beliebt ist dem Copisten die Diphthongirung ci nés è, das aus e m Position entstanden ist, der bekannte wallonische Vorgang; daher biele , damoisiele , foriest, tieate, apries, tierre, requierre, isniei, siele u. s. f. Dass dies dem Verf. fremd gewesen, zeigen die hâufigen Reime cines solchen diphthongirtcn Positions-t' mit ai; so après : mais 298. forest : plaist 23()9. 7019. prcs : palais 4781. 11853 u. s. f.

ficstortral, cbenso o ntatt oe in 227. 1475.; bOb /ors/ail; 2581 le /Al tilgcn; 3781 feblt 1 Silbe, etwa assemhlel.

XXXVllI EINLEITUNG.

Diesc Diphthougirung fiudet sich luiutig auch in un- betonten Silbcii, so viesfus 170. 1(193. reuiestes 4538. rauicstement Abf)4. iestoit 1695. arries1er'di)'è. 325. 1214. 3002. auiespremcnt 8791. embieli 1095. (andcrs bielement 4049.) apieler 627. 1154. 1663. 2916. 6693. 6796. ties- /«om^ 7048. 10228. hiehregerent W6m. viergoinr/e di)\^. sieris 7486. gietei' 905. 2630 u. s. f.

Ftir die Diphthongirung eines secundàrcn, ans / in Position entBtandenen e scheint kein Beispiel sich zu finden; deun aissiele 4681 werdcu wir niclit auf axilla, soudern auf axella zuriickfiihren mtissen. Nur lïir ein derartiges unbetoiitcs c lasst sich ein Fall anfUliren, cn- cierkier 9046. Ich môchte daher ghiiiben, dass dièse Diphthongirung nur ans primarem, also lat. Positions- «? (Mitsteht, und auch dann nie vor m oder )i (also ventum nur vent u. s. f.), gewôhnlich vor l, r und s, ganz ver- einzelt icrmine (also aus a) Ph. Mousket 2945. Ein seiches le kann nun, wie ein anderes, == / sein, so nouuile 6586. 6591. 7518. 7862. Auffallig ist die Schreibung ci statt ic, so noueille 9056. ueineni 1450. seins 6851. meix 920.

e tindet sich undiplithongirt in ttenenf, ienent 1937. 8. dépècent 7976. 8825. Dagegen diphthongirt ë gegen die Regel auch ausser dem Ton enticrine 4791. cntierinement 713, (aber fierté, grieté, uieUessc u. s. f. sind von dem franz., d. h. bereits diphthongirteu Wort abgeleitet). Statt dessen / in depicha 8800. depichier 1294. depiciercnt 7947.

Die Auslassung eines dem Ton vorangehenden c vor r, die aus tjritler, crouler, vrai u. s. f. bekannt ist , ist dem Abschreiber gelàuHg: pril 1256. 11470. espron immer, prêche 9104. 9613. (dazu cnurimêe 10696). Vergl. frai (statt ferai)^ gline (Henné) Ren. IV, 24; s. Diez Gr. 1, 197. Nur vcrschrieben diirfte vmie (statt venue) 11778. 12150 sein, doch ist das zweimalige Vorkommen immcrhin bc merkenswert. Diescr Yorgang ist dem Verfasser fremd, wie das Fehlen je einer Silbe in den betrefl'enden Versen zur Geniige zeigt. Wie andere Handschriften, so làsst auch die unsere ein weibliches e vor einem Vocal aus, z. B. un image 470. un et 6900. cresp estaient 1 1879 u. s. f.

EINLEITUNG. XXXIX

Vergl. un autre Atre per. 3386. un et Sermo Sap. 288, 10. oft im Aiol, u. a.

Was / betriflft, so findet sich in Fàlleu, wo dasselbe gleich oi, ebeusogut e; so espoisse : défroisse 9215 neben espesse 647. 652, cspes 9348; ebenso oirre (sehr oft) neben esre 8662 u. s. f.

I ( berliaupt ist das oi des burg. Dialektes, welclies liicr vor /, l, n (sei es ans / oder c) sich ans ei ent- wickelt, unserm Texte fremd; also nie consoil, fneruoil/e, jwinc, moins, amoinc u. dgl, sondern immer conseil, mer- neillc, soiiîir in nnbetonter Silbe: aj/areillier oder a/>areliier (nieht, wie andere pikard. Denkmàler, /); und vor n stets ai: also p aine : fontaine 1 '112. : castelaine H2\b, plains: (iamiai)is 3891. mains : Gauuains 3837 u. s. f., fain 8406. JJagegeii herrsclit vollstandiges Schwanken in der Anweu- dung von oi {e, i + J) und /, sowol in als ausser dem Ton; also olroie : doie 1027. ; ioie 1609. otroi : moi 1539. ; roi 1458 n. s. f. neben y>r/<î ; mie 8065. ; compaignie 6138. jtri : ci 9011. und proi : moi 10129. Ebenso in unbe- tonten Silben: loiens 3889. liens 6942. 7584. oiroier 8653. olriera S223. otricr 8227. mesproison 7512. u. s. f. Vgl. seroies 4171 und Anm. 11130. Dièses / ist Regel in der Endiing -alioncm, das statt -aison durcli die Mittelstufe -oison (vgl. ocoison 5847) endlicli -ison entwickelt, venison 8809. demorison 8798. pamison 3058. arreslison 5024, wobei Anbildung an -itionem = ison anzunehmen nicht notwen- dig ist, da sich auch sonst oi = / findet, so connissies 6778. connissanslb2'2. co)inissoit hi)^^. dcsconnistreQ91^, mnissancc 2590. 2403. Vgl. demisele neben damoisele.

oi (gleiehgiltig ob aus o + ./ oder ei) wird oft in un<l .1 lisser dem Ton zu o, also ein Ueberwiegen des ei-sten Theiles (dagegen in oi (d. h. oue) = ai ein Ueber- wiegen des zweiten); so ueor 988. iuore 1125. 5160. sol 4856. prosié 1687. 6823. esplotier 2252. 9373. nor- cisi 3628. ioeusemenf 12089. So komnit es, dass gewisse pikard. Texte eine linperfectendung -oe, ocs, ol u. s. f. anfweisen, die man nicht etwa als norraannischen Einfluss crkliiren darf. Dieselbe ist ganz regelreclit in dieser

XL EINLEITUNG.

Miiiidarl ;iiis 'Ihc ii. >. l. cnlNvielvcll iiiid dalier bci alh'ii Conjiigationcn anziitrcffcn (nicht etwa, wie im Normann., bloss bei (1er ersteii); also haol 10298. cstoul 12113.

Ebenso làsst sich bos fhuscumj, die gewohnliche pikard. Fonn erklareii ; doch kann es aiicli regclrecht aus buscum, bosc, bos entstanden sein. Dagegeii scheiut bas : esc/hs Jub. Joiigl. 109. zu sprechen, da u in Position = ô.

Irrtliilmlich steht einnial soit statt sot 5525. IJagegen ist / in oise 3(559 diirch das folgende s veranlasst, vgl. paismai 7325. Ein liiatustiigendes / wird eingeschoben in voioi (gelobte) 49S0, s. zu Richart 400 und Oest. Gynm.- Ztsclir. 1875. p. 541. vgl. délayer, patele, boyau.

0 diphtliongirt, was uns aus neufrz. peu und (iiieuc bekannt ist, in rcnbe 1085. 1105. 4790 u. s. 1". ncben robe (dièses seltener), aproecc 10320 (docli reinit das Wovt aucli sonst mit ô), sclbst ausser dem Tou reiibêes 9430. (vergl. keiisissent 6157 von choisir) ebenso liât auch uuser Text peu, daneben freilich aueh das regelmassigc poi 4279 u. s. f., dièses durch Keim gesichert 4061.

ô findet sicli ausser durcli o entweder durch ou (dièses liiiufiger) oder durch eu bezeiclinet. Die Aus- spraclic on gehort dem Osten an. Die Keimc lasseu beide Aussprachen zn. Dies schliessen wir nicht aus dem haufigen Reim -ôs : ens (els, illos) 863. 8029 u. s. t*., da iUos, cls auch ous gcben kann, noch aus angoisseiis : feus 5003 (dièses kônnte aucli fous geben), sondern aus pere- cous : cens 6888 (ein cous kenne icli niclit) und ganz sicher aus teus : orgncilleus 10093; dagcgen sichern die Ausspraclie ou die Reinic prous : tous 12033. doutous : uous 11519. 11819. Beaclite -ors und -curs , s. Aum. zu 8252. vu (statt on) 6848 ist fehlerhaft.

Was feu (focumj anlangt, so ist die pikard. Form fu, die sich auch meistens hier lindet, 711.5003; ahnlich tu (iocum) 1752. 8054. Da ue in spàterer Zeit in der Ausspraclie mit eu zusammenfiel (bei feu, (eu, ieu [gew. lieu, gieu] wohl urspriinglich; doch steht ofter fue, lue in der Grégoire -Handsclirift von Tours; fiir ?( gilt das-

EINLEITUNG. XLl

selbe vou deus =- zwcij, so iiiulcn wir liiiufig peut statt imci (Pnies.) z. B. 889. 927. 1076. 1205. 1765. 3643 u. s. f. 0 == ne = H iioch in pu -oit 7575. 76*22. 11055.

Fiir tliesen Laiit limiet maii oe {oes 95. avoeqnes 766), ne{diicll^)l. illHcques 765. und oft), eu {keurl \l%)y sclbst ??o//t*/'544 1 geschrieben. Dieser Laut sclieint sicli in e ge- schwaciit zii liabeii, ^vic die Scbreibungen Hleques 634. auecques 10532 (neufrz. ((vcc) zeigen. Anffallig ist seif/ner 6S96 (aiisgesehrieben). Zweifelhat't ist, ob aqucilli 1716. 2596 plionctisch (tkol i odcr akeli ist, da q = k ans verseliicdcncn Textcn bckaunt ist; vergl. meinc Be- merkung in dcr Jenacr J^iteratur- Ztg. 1876. No. 35. p. 558 zu Vers 245. Doeh ist 61 nnd ol ein dunkler Punkt, der cine eingehendere Benicrkung verdient. Wenn wir die folgendcn Fallo bctrachten: uiels fvolisj 6199. uieit 1672. sIeK 6984. die/s 2031. 6396 u. s. i'. (ncben dc/s 10560. duel 3279 u. s. i'.), orghiex 4119. iex (oculos, daher neufranzôsisches yeuxj 2516. 4120. 4836. 10640., kieute (culcUa) 8405. (gegen keulc 5780. coude == cuhitum), vgl. w</6?/// (molU) Pcrciv. 2928. md (Vav. /e//) = olel Erec 6572., sehr ott diell (dolctj, kiell (colUgit) u. s. f. |nic bci /ôll/7J so erlicUt, dass /, / in betonter Silbe ein / entwickelt nnd deni voransgehenden Vocal abgegeben bat, wodnrcb statt des nun notliwendigen Triplitbonges ieu dnrcb l'nterdriicknng des dumpt'en Lautes ancb ein ie cnt- stelien kann. DieseEntwicklung eines l ans / oder / (t'ast inimer /, / |- Cons.) scbeint sicb ancb auf gescbloss(?nes é ausznstrecken, nnd zwar kann dièses / ebensogut in die folgende, als in die vorausgebende Silbe ttbergeben. Wenig- stens kann icli niir nnr so di(! inerkwilrdigen Fornien (icls ( Iules J, kiels (quales), anf die icb in der Oest. Gymn.-Ztscbr. 1875, S. 540. 3. anfmerksam gemacbt babe, entstanden denken; denselbcn ist ualuriel Merang. 45, 4. mariiez Flor. FI. 2()40. celesliel Psalt. 0x1*. 67, 15, dann uuiiel, ban- tiger aulier in Wacc Marie, uud nfrz. picn (statt picl von lialus)y bei offenein è essieu, êpieu anzureiben. Den EinHnss de8 / auf die folgendc ISilbe findc; ieb in alttVz. lierre f lairo) bâufig, lieu (locum), iudem liier / dieselbe Rollo

XLIl EINLEITUNG.

Bpielt, wie ^in /7/Vw (iocum).*) Deni r eiiien solchen Vorgang zuzuschreiben, verbietet die Natur dièses Lautes; daher wol in bierc auf ein e (uiclit a)^ wie das provenz. bei'a lehrt, ziirilckzugehcn. Wie ist aber esquierre (exquadrum) cntstandenV liât liier qu , wie soiist /.", cingewirkt?

Dièses ic kanii 11 un, wie ein anderes, i werden, daher ix d. h. ins (ocii/osj 12047 mid oit, a/,hi( (adcàlliglt) Unlll). \{)h\l (in dcr Ilandsclirift psclnioben akuU^ das / diircli den bekannten Stricli scliarl' bezeielinet, da miser Copist ii( stets in ni ilndert).

0 -\- )i =^ OUI in hoiu , wie der Oopist regelmâssig sciireibt; vergl. (html 11. s. f. Vgl. a -\- n =^ aui,

xi dii)htliongirt in kenrl 178. Ircmic 1851. seuffrc ()r)Or>. hcHtc (Ellbogen) 5780 der Keim 10782 ist da- gegen; aber lone 8309 (aucli ioucne d. \\. jovne). Sonst wird das ans u entstandene 0 entweder so oder on ge- selirieben, letzteres aucli u (crujic U551 neben cî'oujjc und u (uhij i^S. 1210. 1500. 2183. n. s. f. neben o«>/, ausser (lem Ton iiicr (iocarcj 1010 statt io-cr; doch vgl. iu.

() und h sind wcliarl' gescliieden ; doeh (inden sieli die bekannten Falle, wi c<>rl (llof) 1745. 0003. 7815. 11273. r/t',v/ô/- 0475. aj/rifcc ist durch c/bcc 4007 ge- sichert. Unbctontes 0 bleibt, bald wird es on; die»8clireibung srhwankt; no /onr/eroif AS. scignonrie 11. 472. dcstoiirser 404. conronncs 155. cou/our il'S, tnouuoir 'M)iC\ recoii- mence 053() u. s. f. neben einfaelieni 0. Auch ein ans oi entstandenes (f ^^ on nnter deni Ton in eatonl 12113, ausser deni Ton in ionense 11005 (t'reilicli aucli Ausfall von c annelinibar), siclier angonssens 5004. s. oben oi = 0. Eigenthiimlich ist die mehrmals wiederkelirendc Schreibung pooroil 1022. 3104. 327(>. 10047. 11240. injoront 10000.

*) (jiewisse Texte, so l'heopli. in ltU!<t. II. und U:eg. Grant ('lour8),^sind mit diesem ic yelir tVeigebig; so iui ersteren (rihouiierc, amassiere, flatliere, im letztcrn savierc. siet (sapit), sicvent u. y. f. Hier ist Eintluss der Analogie anziinehmen. Vielleicht ist in dieseni Einfiuss des / die Antwort auf nieine am Schluss der Anm. zu 11130 gestelltou Fragen zu suclien.

EINLEITUNG. XLIII

wo 00 vielleiclit ou darsteileii soJl. Ueber unbetontes 0 = e sieh weiter unten,

Vollstandiges Schwankeii lierrsclit zwisclien oi uiid ui, selbst bei denselben Wortcrn; so findet niau unter dem Ton (* bezeicliiîct diircli Rcim gesicherte Falle) apoie 745. angoisse* 7009. angoisseni* anguissc 1970. 3110. 4499.

8176. coiure 3724. empoigne* 3014. poing' puing 7975.

12010. anoit (Couj.)* 4819. anuit (Conj.)* 614. *o092.

imoic (3. l>ràs.)* 3678. anui* 684. *3792.

muire* 7117. ausser dem Ton: apoier 618. 3803. anguisseus 3137.

puissance 3683. empuigna 3825.

esloicr 3744. fui son 6951.

Dass ini Altfranzosisclien eiuc Reihe von Wortern in Bezug anf diesen Diphthong bereits fixirt waren, andere aber lange Zeit schwankten (da Reime fiir beides sioli in demselben Texte beibringen lassen), ist bekannt.

.Statt dièses ui kann eiul'aches / eintreten, su ausser dem Ton condira 3943. anieus 3538. oder einfaches u, so humais (statt hui ?nais) 1382. 3696. 8685. 9275., vmais geschrieben 3735., eslucr 3154. Vergl. was oben iiber oi zu 0 gesagt worden. Ueber anietant 3860 (ie == ui) sieh weiter unter. Vgl. damit, dass sowolil i als auch u mit ui in manelien Texten reinicn; so der bekanntc Reim Arfu : lui und conlredil : nuit Lans. Jehan 3925 (oft), pire : muire Flor. Flor. 160., vgl. Rcn. Mont. 397, 29—35., wo ni und / assoniren, (/ui(e (fon. kitej : luilc Pli. Mousket 196. ; duife daselbst 1068., sieh Tobler Aniel XXIII.

Umgekehrt schwankt auch in und u, ho haiilu '{^7. 1050. neben bailliu.

Wichtig ist noch die liehandlung derselben Laut- verbindung in = ieu, aut' die zuerst Tobler Aniel XXV t".

XLIV EINLEITUN(4.

aufmerksam gemacht hat.*) Dièses m kann aus iu, w oder // ciitstandon sein. Dk' Reimc konnen diesen Lautwandcl niclit. Uic .Sclireibiiii^ zwischoii iu und ieu schwankt duiThaus; dalier denn aucli fin urspriingliches ieu \\\\i iu geschrieben wird, dalier liu, Hui\ (riuc flciica, tr€U(ja), ebenso iniudrrs l\y,\. diu. fdeunU Sr)6. \^\ 1 u. s. f. siuc (sua) 542().

l)er pikard. Cupltst schreibt îilso: cskienc Hw7. lieulc \ 'Ï'M. huillicus 807 1 ., aucli ansscr dcra Ton sieuoicnt 1 00H9., boi i'( aus // in /iex (d. li. /ieusj 5985. 0726., uiex f viles J 4151.; davnach ist auieUi \\.2i) zu crklaren, wo der Copiât das ilim gcliiufl^c ieu aucb bei stehengcbliebenem I ge- setzt hat.

Besonders crwaiint sei /uisf'ieumeu/ 11255. enfent'ieii- meut 4517. w<> ieu statt ieue stelit, wie das Versmass ansîigt; dieselbo auflallige Schreibung zeigt sich nocli bei Irieus 4404. I )icselbe Unterdriickung des e findet sich bereits Q. h. d. K. 92. en^entifmenl. Vgl. Gant. Coiney 228, 041. 415, 733. 009, 511.

Der Copist fuhrt die spater allgemeinc Vcrtauschung vou iu zu ui regelmassig durcli, so bei Jiu (Ort), das immer lui geschrieben ^vird, dann akuil (s. oben Hl ) , dazu suit 7595 (statt siul), wozu die Formen su-ir leieht fiihrten. Hier ist der Ort, das oben erwalinte (iniefanl statt anui- tant 3800 zu erklaren; es ist wol ui mit lu verwechselt und dann iu = ieu^ statt dessen sich ot't ie iindet; so siet [siui jfolgt^) und andere. Es niag nocli eine in den Anraerkungen versuchte Erkiilrung liier beriehtigt werden. Zu 3977 lies (,Meilen') wurde der Ausfall des v ange- nommen. Es inuss vielmehr tblgender Vorgang angenommen werden: lieue, lic-e (wie sieut --= siet) und dièses li-e.

û "h u gibt vor dem Tone o in oui (,eben^) 9409., wie aucli sonst unter dem Ton: /Ions Pli. Mousket 10974., prone li. Com. 3308.

Ehe wir mit den Vocalen abschliessen, miissen wir

•) Mcrkwiirdig, duss dieser Vorgang, der eineiu bestimm- ten Theil des i)ikard. CTcbietes cigcnthumlich ist, sich in gc- wissen provenzalisclien Tcxten wiederfnidet.

EINLEITUNG. XLV

noch zwei allgemeinere Falle beliandeln, namlioh die Behaiidlung unbetoiiter Vocale, dann deii Einfluss von Consonanten aiif Vorale. Der allgenieiuste Vorgang im ersteren Fall i.st die Aenderung der beziiglichen Vocale in das farblose e ; Si : peureus 8030. gregnor G905. (neben grignor 0504 d. lu n gibt / ab, welches ^ -f- /= i), gésir (wenu unter dem Ton keiii /, steht aucli gisait 7270), eatir 3322. demiseir 1459. (gegeu damoiseïe 4537), bleibt in remanance 10637.

i: relegioa 8259. souffreroie 10073. elueques 3914.

0: serour 6835. kemande 6697. honnerer 22. u. a. (aber o ans e (a) iu uilonnie 3934).

u: in sur fsnper = sor oder seurj sercol 2()32. 8647. neben surcot 8949. corecies 1979. 11342. 12017. 12067.

Umgekehrt stelit a statt e in (isaieronl 1307. 1365. couuanant \\\A. desauanaiit W^iS. castalains ^\S\. 4055. manece 3011. (wegen Dissimilation = menace ^ docli auch manace 197S). dararain 5507. ancli daarrain 2039. 2084. 3180, esfraè 9680. (Dissimilation, vergl. und eage^ und wieder aaige)] statt o in estauoir 2984. 5397. 5734. 8156. pramesse 4873. statt / in aluec 10712. Statt .s7/o/^r steht soeler 4927. 8422.

Einfluss des folgenden Consonanten ist wabrzuneh- nien in fumele 2496. 8266. iumeles 9397 und oft; huuoit 83(»7. afuhlent 8296. Beachte noch alimele 7170 neben sonstigem ahimele, aJemele.

Ein / (statt e), das durch deu folgenden Laut ver- anlasst sein dilrfte, nehme ich noch an in ;>/>>;• 7022 (pexorem), grignor fnj, gisant 3461 (entweder gab das scharte s, indem es weich wurde, ein / ab, das mit ei = i, oder ist g im SpieleV), griiois 4634 und prisisse 4346. (piisise 4076. qnisist 5508.

\^on sulr 7314 (statt siuir 9215. siui 9351 ) war sclion oben die Rede.

1 )as Schwanken zwischen harnSischie und harneschier ist aus den zwei Fornien harnas und harnais (* 7764. *9488) zu erklâren (ebenso provenzalisch).

XLVl EINLEITUNG.

Diâsimilation niag anch r'icet 927(') orkliiren (auch soiist in pikanl. Toxteii).

Aufjiespart habe ich mir iehui 1714, das nierkwUrdi^er Weise aile Cilossare (mit Aunnalmu* Hii)peau's)*) ilbergehen. Das Wort ist nicht selten; ausser in unseiin Texte (wo es wiederholt steht) findet es sich z. lî. Merau^is 1 85, 24. liiane. ()\'\c,. »)90. Raoul (Janibrai HU. Kine andere Form ist ////////■ )îSSr). Ogier 8773., ietri Atre p. 810. iind iui (zweiBilbij;) 8148. Eustaclie 1. Moine 8M. Chron. d. Ducs d. Nonii. 573'), <;'ewohnliche Forui in Q,. L. d. K. (z. B. 'M), 51 u. s. t.), herzustellen in Nouv. franc. XIII, 47 (statt htr), ebenso in (laut. ( V)incy 040, 473 (statt des godruckten />/).

Endlieli nilissen wir des Einflusses, den / ani' ein vor- ausgeliondes i' (lat. Pos. c oder /) ausilbt, erwahnen.

el = ol (in ilhun), stets mit vocalisirtem /, dalier on 3146. 4723. 4UG9 u. s. f. Statt dessen schreibt der Copist aueh u, 4408 u. sonst; daneben die pikard. Fovni un (meist vn)**)^ einigemal ./. 4811. 0334 u. s. f. (also wie das Zahlwort gescbrieben), lothring. on. Es ist sebwer zu entscheiden, ob 1= n (wie in aucun des li. Bernard) oder letzteres sonst liergekommen ; jedenfalls kommt es nicht aus en (in).

So reimt ois (illos, eJs) mit -ôsus , wenn auch eben- sogut els iind -eus angenommen werden kann.

Doeh gibt el auch al, durcli Reim oft gesichert: aus (illos) *5903. *0445. *7707. *8921. *953l. *9699. *9857. *9919. *10475. fautre *1763. *408O.

Pikardisehes ol = au lasst sich aus den Reimen nicht belegen ; der Copist liât es oft : naurai 580. uauilrois 629. ?<«za7.s\swi/ 832 (,wollen'); vautis 1124. tausist 4535. saudoier 10087. saudees 0891. 7099. Ob dièses au aucli o geschriebcn sei in uosist 11001, oder ob hier einfach / aus- gefallen, lilsst sich mit voiler Gewissheit nicht entscheiden.

•) Doeh heisst es uiclit, wie dieser sagt, dès aujouriVhui.

•*) Die Copisteu sclireiben gern v statt u, wo eine V'er-

lesung mit u Cons. nalie liegt, also vue (damit nicht vue ge-

lesen werde); ebenso y statt i, um Verwechslung niif / Cons.

zu zermeiden, so enyurer '^l'i (nicht enjurer).

EINLEHUNG. XLVII

en nnd an reimen niclit, sieli zu Richart XIX; bloss len.^ *2860 inul chaiens *8377 weiehcn ab. Der Copist aber schreibt ebeiiso«-iit en bei stammhaftem a, als unige- kebrt, also mengicr (gewolnilich), provence mid tans (Zeit) 11. s. f. Das!^ an in der Endiing <i)it-ment = o, davoii die Aiim. 204. vgl. anmaille.

Mit der paiâografiscli festgestellten Zeit der Hdschr. stimnit aneh der iiiuifigc Aiisfall von unbetonten , ira Hiatus stelienden Silben,wie er jener spaten Période zukommt. Dern Verfasser selbst ist er dagegeii abziispreclien, da jedeamal eine Silbe dem Ver.se abgebt. 80 findet man âge 1259. 6807. 8269. .sv/r (^sieher'l 6907. im'ir 7407. 7(}estnre 8801. alure 4227. pinttiife 9065. henoil 4771. 5109. eshi 9802.

Was die Coiisonanten ira allgenieinen angeht, so ist die pikard. Eigenthinnlielikeit liervorzubeben, eine Doppel- consonanz zu vereinfaclien und uragekelirt; nui- einige wenige Beispiele: foure 172. 539. foureure 231. entera 1025. mesaiye 205. tere 367. truise 379. laisai 1195. fose 849. trespase 943. und fiir den umgekelirten Fall: asissent 69. gissoH 900. tr essor 1115. errent (erant) 1457. lolssir 1501. requisse 2806. ahrrent 7729. bais- sier (Kiiss) 4539 u. s. f. Dagegen lasst sicli semonrre 1519.9321. vielleielit ans r/r erklîlren. Der spaten Zeit des Schreibers entsprechend ist in die Sehreibung der End- consonanten Verwiirung gekomraeu, da der Ilang, die- selben zu unterdriieken, cinreisst; es wird /*) am Ende unterdrilckt k'i 1797. 6001). 6204. 6413 und oft; / 155^.

*) Hierher ist nicht /u leclnien ccndr : este 402. 2(»71. das nicht etwa statt cendcl stelit, sondern eineni TvpuH ccndatum (provenz. cendal) entsi)iiclit. Wir haben es also mit einer Ver- weclislung vou Sutfixen zu thun, wovon neulicli Tobler Jahr- buch XV, 2<jl. f. ausfiihrlich gehandelt bat. Ich batte aut' die Verwechslung von (,ris mit arius bereits Oest. Gymn.-Ztschft. 1874, p. 137. aufmerksani gemacht. Zu den daselbst gebrachten Wortern, die zwischen cr und ier schwankeu, ist nachzufragen candeler Hugo v. Bord. 1(18. encenser Aui. Ani. 2105., vielleicht selbst cheualer \io\.'i')\). Ausserdera vergl. Anm. zu 10769 und parrain, im Wortverzeichnis.

XLVllI EINLEITUNG.

3718. ()829. r (vor a) in fnco?iibries 'M)S(\. orcillies S413. moustre 5507. a- iu redison 6124. faistm 7200. sun 9S98. (fenuM* zu l'ischliesseii ans iler vom (îopiBten ult ver- uucliliissijçtcu Di'klinationsrej^t'l) ; / in ris = cisl 141)1. 2394. 3974 und oit, ices 0200. pris \l\û. c'es S999. ses 1951. 9257. /y^Yw 2970. nienWM:). />;-9051. cr 12040. ré?^«/>r 11026. 11922. cm/uier 'IUVA. o 9794. vo/ 1(I327. 10800. doins 3645. .so//r 2571.; es fullt st iu /w 10104. ce 7558. 9100. /c^ 5615. ci 1933. 4805. 8085.; /y in dra 1560. Ehie Folge dièses Verstummeus ist das Setzen lalsclier Consonanten an das Ende der Worter von Seiten des Copisten; so remesi 2400. eutori 4261. 9270. lor{ 11700. cor{ 8793. dalniiers 8827. 8834. (hier vielleiclit \ir\vecliselung der Suffixe). Dabei linden sicli wieder andererseits Spuren der pikard. Eigenthihnliclikeit, niis- lauteudes t, (besondevs wenn es auf é oder folgt), zu wahren ; ao pari et 10589. conyiet 2361. (zweifelhaft ist seruit 11899).

L vor Cons. f'iillt aus in cheuacie 10420. ulreès 9354. mahaillir 7904. amosne 10786. so aucli iu a (statt aï) 8439 ; vor s iu as = ah; ques 8751. mos 8405. Was den liaufigen Reim cops : cols 1819. 7945. 9995. ; fols 11417. betrifft, so siud sie phouetisch gleicli -ous ^ da p zwiseheu / und .y falleu niuss und ersteres vocalisirt. Auffallig ist commu- nâment 5170. 5596., das fehlerhaft sein muss; das Sut'fix -alis und Eudung- -ant durfteu verwechselt sein. Das riclitigc communawnent fiudet sicli 6488. L vom Conso- nanten der vorausgelienden Silbe angezogen hlouke 302l\ 4143, (vergl. span. A/ora), tauscht mit ;• in calorenl 9701. 12305. mile Tlbl., sonst zu beachten flothletemod 3112. neben foihles 3100.

L voealisirt iu unserem Texte selbstverstandlieli dies (ing ja ani Ende des XII. Jahrliuudeits an - (es reiuieu els : merueillous 864. ; sens 10535. 11533. : leits 9489. [denu sonst e : e^, : deus 9881. 10627. Moût: tout 143. 163. ; boiit 1475. tels : oryueilleus 10093.), wenn aueli die Orthographie, wie es naturgemiiss geschieht, noch auf deui frUhereu Standpunktc stchcii a'eblieben ist.

ElNLEITUNG. XLIl

Suffi X -ellum: pastourel 10541. pastourials 10514. biaus 97. hiaiune 4538. heaume lil. heiaume 7973. (auders he-aume 6366. cf. zii Richart 24.), haus 1618. oisaus 11 \1.

Mouillirtes L wird durch ciiifaches aiisgcdriickt salent Sld. faloitlb^l. fermanSOO. Iranal 0)144. Dagegeii ist, weiin cin Consonaiit darauf folgt, anders zu erklaren: demi / in génois 10782. steht statt gênons^ da / dasselbe Schick- sal trifft wie l, vergl. iioch uermaus (uermeïs) 941. uiels (ait) 8047 statt uieus. Aber poitrail 6330 (Reim dagegen).

Il vor folgeiidem Consouanten wird unterdriickt: haneschier 8247. 6152. chamhelenc 6089. 4849. escalate 4265. 6160. paleroit 8438.*) folreece 9614. houdeis 414^. mudre 6856. decachier 10593. hougois 9487. tiece 7231. A'0?^/>/«.v 4938. 6183. hebregier 3695. 6567. A^&er^. 6391. herbeg. 6543. u. s. f. abre 6180. z?î«&re 4578. deseuirent 5478. uud eudlicli desamer ent (entwaffueii) 4783., wiewol dies eher ein Sclireibfeliler sein diirl'te. Nacli dem Conson. in traites 6840. 6874.

Eingescliobenes r findet sich paroles 7301. pertruis 4191. ar;/wr^ 4315. 5964. espreronantlli)^. sercort Sij41 . carborniers 9224. arporles 1080.; freilich lasst sich auch bei dem einen oder andern Beispiel ein Versehen des Copisten annebmen.

R wird versetzt: aprecoit 885. kerroie 2878. 5037. 5041. (glauben), bregier 8566. 8585. herbregerie 3541. auflalliger ist folreece 9614. und freus 10820., dagegen destourser 404 und ofter. R statt n in ueiiirs 10828., statt A- in haîie 2674. porterne 9679. (cf. uarlet, marie, merler^ derver, murjoe)\ da s vor einem Consonanten zur danialigen Zeit stumm war, so miisste dièse Wandlung in eine fruhere Zeit hinaufreichen.

iV findet sicb liilufig eingeschoben und zwar in zwei auch sonst im Pikard. bekannten Fiillen. Einmal vor

•) Bei r/_ freilich ist noch eiue zweite Erkliirung moglich, nemlich Assiiiiilining zu // (und dièses i)ikai'd. = /), wie solche die Schieibuiig palier Ken, Mont. 117, 13. meUes R. Iî«»-' 1 "' pelle daselbst 30S. (vergl. pesle H, 03) andcuten.

lA CIIEVALIEUS A3 .11. ESPKES. d

L EINLEITUNG.

allem beim Zeitwort iieoir in den Formen: iienrai 7406. He?ira 6313. uenrons 3978. uint 1176. idnrent 1212. 2024. 3988. 5276. 7784. 9677. 9754. (Dagej^en Mit es bci ucnir, vergl. reuera lHt67. ui7\iLt 5102; vielleicht nr = rt^j wie uerront 2244. und dièses nuch pikard. Art eiufach.) Dann (und dies ist wohl nur lat. Reminiscenz) eben so hâufig pri7is 479. //riiist 884. pririsent 449. prins 336. prinse 250. Der Reim kennt keineu von beiden Fàllen, vergl. 250. 2024.

Eine noch grossere Ausdehnimg (nicht bloss pikard., sondern auch burguud.) nimmt die Eiuschiebung des n vor s + Cons., wobei s aucli wegfallen kann (s. Jahrbuch XIII, 81, *; das. 305 zu 162); ensient 4518. 8235. eyi- soignes 10S98. ensoniier 11920. entuise 6674. enfor- ciemcnt 6882 (vielleicht auch 8213 enprises statt esprises in tibertragenem Sinne). Sclieler sieht darin eine Ver- wechslung der VorwÔrter es und en (Gloss. Froissart s. v. enscient). Dièse Ansicht ist unhaltbar, wenn man Fàlle, in denen s bleibt oder iiberhaupt keine Prâposition stelien kann, in Betracht zieht, so ensemple Brand. 82. enstuet Auberi 253, 8. Cour. Ren. 45. ensaucier Perciv. 15827. Ren. Nouv. 7700. ensaier (cf. spanisch), ensraigiéz Jourd. Bl. 525. 384. enrachant Mon. Guill. p. 54. ensement u. s. f. Wir sehen darin eine blosse Einschiebung des n, wie sie auch vor auderen Conss., bes. vor Gutturalen, vor sich geht, encre, encrement (von acrem), ingal, engres, en- gresté, ha'mgre, englïse Nouv. franc. XIII, 39. 40. s'mgler, engroter (Rou 4294), englentier, cimentïre, encheison, ro7icin, renprouier, renprochier, renfuser, s'enhuncher (statt enhuschier in Ren. Mont.) , ningremance u. s. f. Ausfall von n in aisnés 7055.

Statt îi steht n in deschaine 1461 und umgekehrt digner 1887 (rein orthographisch).

Beachte die auch sonst bekannte Sclireibung semoig 1523. hesoig 3012. maigtiment 9608.

Wichtig ist das Scliwanken zwischen n und ng. Littré unter mensonge erwahnt bereits die zwei Formen inen- colgne und menconge, irrt aber, indem er darin Anbildung

EINLEITUNG. LI

an zwei verscliiedene Suffixe {-undia und -immia) selien will. Aucli dieser Vorgang ist rein lautlicb und mit dem bekannten italienischen {ghingere und glugneré) durcliaus identisch. Lautlicli sind beide Formen richtig, ni -\- a gibt entweder ne oder, wenn / consonantirt, nje, nge. Es ist eine Eigentbiimlicbkeit des pikard. Dialektes, dass er in solcben Fâllen die Endung gne (ne) \0Y7ÀQ\\i\ s. Jahrb. XIII, 198. Der Scbreibung nacb kann man freilicb zwei- feln, da eine Scbreibung wie ng ebensogut zur Bezeicb- nung der einen wie der andern Ausspracbe verwandt werden kann. Dagegen ist ng)i = n sicber und findet sicb oft. Unser Text bat meist -gne , aber aucb alon- gement 5047. alonge 7621. entreslongent 7618.

Der Aumale- Codex, der von einem Pikarden ge- scbrieben ist, bat denn aucb raeistens (z. B. im Lanselot V.Jehan) soignies 2548 (statt songles), sognier 7480 u.s.f., und aucb nacb einem andern Vocale ligne (statt linge) 2298. 2306., estraigne (statt estrange), das sicb in pik. Texten (vgl. Ham 231. Gaydon 59., Partben. 2833 laigne (lange), Durmart) oft genug findet, wie denn aucb im Nfrz. Spuren davon vorbanden sind ; man vgl. éloigner, èlonger und alonger, étrange und montagne u. s. f.

T zu Media garandir 686. s' entreconderent 12059 (auffàllig); dagegen perde 1040 {n^hQu perte 1020) durcb- aus regelra., wie aie (aptus) neben malade, clietel, châ- taigne neben chadaigne, chadeler, sogar chaeler, cadeau (capitellum), coude neben coûte, keute^ sotement neben sodement, soudain, uende neben uente, aidier, plaidier, reuisder, dalier t, wenn gewisse Consonanten vorausgehen, d werden kann. Vgl. Cornu in Rom. III, 377.

S vor einem Consonanten ist stumm und wird daber in der Sebrift meist veruaclilâssigt. Icb môcbte aber aus dem Scliwanken, das sogar im Nfrz. nocli geblieben, und dies sclbst in volkstbiimlicben Wortern espérer, chaste, triste. Juste (beide volkstbiimlich trotz des erbaltenen i und u, da dièse Vocale lang sind) u. s. f., scbliessen, dass, wenn aucb das Vcrstummcn des .v vor Cons. bercits im XII. Jabrli.*)

*) .Schwicrigkciten machen die Q^ L. d. R., deren Iland-

d*

LU EINLEITUNG.

begonuen habeii mag, es doch bei manchen Wôrtern auch spaterliin noch gesprochen wordoii sein iniiss. Der Copist uiitcrdrllckt s in accmer 'liSiSl. 6'^yo<* 80G.(?) 1862. duc' al 897. desites 1624. deschaint 2214. sovpecon 2927. epee 4705. démesure 3051. pa?}iiso)i 3058. hideus 3824. 6150. connoit 5471. kacuns 5573 u. s. f., wàhrend an andern Stellen dieselben Wôrter mit .v gesclirieben werden. 13e- kannt ist das Felileu des s lu der Verbindung laissieine 11396 (d. h. laissies me).

Ein anderer Beweis fur das Versturnmen des s sind die Falle, in denen ein s faisclilicli eingeschoben wird, so z. B. oismes 7204. deust 7219. mamelesle 12219. coste 887. pales froi 1121. des fendre sehr oit, souspé 1220.

schrift selbst ungetahr um die Mitte des XXL Jahrhimderts ge- sclirieben ist. Diesel- Text unterdriickt eiuigemal bereits s (vor einem Coiisonanteu), an dessen Stelie sich meist ein d zeigt. lïls ware dalier das Versturnmen des s beinahe gleichzeitig mit dem Ausfall eines aus t entstandenen d (cf. uedel 2 1 neben ueel das.). So finden wir z. B. podnée 6. adries 29. 32. chaidne 32. 187. rampodner 317. didtie 318. uadlez G5. 83. madles 132. medlerent 341, also ausnaliraslos nur vor n und l. Soust steht noch rodne 57, das ich sonst nirgends getroffen (etwa rhodt)ius, roth? es steht neben gras und umsclireibt lat. pinguissimus), und throdnes 129., was mit der bekanuten Sclireibung trosne zu- sammenzuhalten ist. Dass dièses d nicht vielleicht bloss ortho- graphisch, soHdern wirklich gesprochen worden, beweist eng- lisches meddle. (Dies gegen Diez Gr. P, 45G.) Es ist wohl auf die Weise zu erklaren, dass nach bekannter Art zwischen s und / oder n ein d eingeschoben ward, worauf von der Gruppe sdl oder sdu nur s abfallen konnte. Der Oxf. Psalter (XII. Jhd.) hat bereits nieller, h'uller, iUe (Insel) u. s. f. Wenn also das Yerstummen des s vor / und n im Norui. begonnen, so ward es dagegen in anderen Verbindungen durchaus noch eine Zeit lang gesprochen. Nur noch vor m schwankt der Gebraucli, vgl. Q. L. d. R. honime 119. 300. maimement 83. 27G. 363, dagegen doch sisme 300. blesmer 2S9. (171) u. s. f. Ebenso nieeme im Ts. Cambr., dagegen hat Ps. Oxf. (der iilter ist) immer medesme, ineesme^ meisme, pruesme u. s. f. Aus dem Ganzen folgt da- her, dass s zuerst vor /, n, vielleicht auch m verstummte (erste Halfte.des XII. Jahrh.s), bis dieser Vorgang im Verlaufe der 2. Iliilfte dièses Jalirhunderts sich auch auf^-j-^luta ausdehnte und immer allgemeiner wurde.

EINLEITUNG. LUI

mcslrc 1545. couste 2108. sesl 3648. 7495. fausdestuef 5443. 5451. (aucli sonst hàufig).

Von dem Verstummen des s am Ende der Worter war bereits die Rede.

t + s = Z ist dem pikard. Dialekt durcliaus fremd; derselbe keniit iiiir s. Die grosso Melirzahl der Reime zeigt, dass der Verfasser z und s geschieden hat. Docli finden sich manche Ausnahmen, so 1161. 1189. 1356. 2715. 2859. 2922. 3106. 3255. 3283. u. s. f.

Die Sclireibung des s mit c, die dem Osten eigen- thiimlieh ist, tritt aucli in unserm Texte zerstreut auf: ciele 8766. cil (s'il) 10667. ce 11427. und umgekelirt se (ce) ^^\S. ses (c'est) 92^7. puissedi ilSW. (Spuren davon in nfrz. Schreibung in sangle u. s. f.)

Was niin die beiden pikard. Haupteigentliiimlichkeiten, cJi statt ç und k statt ch (in c«), anbetriflft, so gibt es keiue einzige pikard. Ilandschrift, die liierin conséquent verfahren wâre; s. Tobler ï. c. XX f. Vergl. cli'est 12. commenclia 146. chou 157. 526. cJialens 521 neben ce 21. calens 593. face 621. cite 601 u. s. f. Fiir c + a steht -owohl pikard. k {IMnke 1093. esmouske 8146 u. s. f.), als blosscs c (guttural: c/oc<? 643. c/e/'145. encaj^gle 1X2. caut 569 u. s. f.), als auch franz. ch {blanche 395. touche (>95. chiers 16. chief ISl u.s.f.). Pik. und frz. Schreibung findet sich in cherchier 8666. Dass Zwitterreime (d. h. pikard. ch mit franz. ch und umgekehrt) vorkommen, ist liingst bekannt und laugst besprochen. Man darf also an hlanche : demoiif^ance 2657. /flace : esrace ^Sl u. a. keinen Anstoss nehraen.

k mit q gescliricben in requeilU (sehr oft), quit (co- fjito) 3984. quic 5986. und umgekehrt eu = qu in cuises 5545. Zu beachten ist auch die Schreibung ch statt gutturalem c; so in chouces 8839. choucierenl 8606. choucie 2648., s. Anm. zu 26 1 S.

Zu bcacliten ist die V'erliartung der gutturalen Media in karir 2301.

Dunkel ist die Schreibung gh, da sic einmal g {ghe- ■'•1. :î7<".:;. vgl.^/e^^<? Ph. Mousket 20366. vengha

LIV ElxNLi:iTrX(^..

da.s. 2(Kis*.l), daim wicdcr die (iuiliiiaii» zii Iji à<m-iiiicu schcint {(jhille 109;JS. (/hi Itère 11818. oryhiex 4119). Wie bescliaffen ist aber das g in der pikard. Form gUne'>

Eine andere EigcntliUmliclikcit besteht eudlich darin, dass, wo der franz. Dialekt Qow^. -\- ica {i{e) -\- a) in {/ verwandelt, der pikard. und andere ein ch haben. So csracier 7423. herchlcr 7924 u. s. f.; somt: Juchler (ju- dicare) Lanselot Jehan 1553. 4897. 4898. 4900. ucnchkr Martin 28. berchier Marie de France II, 154, 18. in Veng. Rag. und Desc. selir haiifig, wie uberhaupt ira Aumale- Codex; granche K. Uose II, 223. nage (natica) Ken. 1219. neben nache, esragicr neben esrachier, manche neben mange (Stiel) L. Yzopet 2856 und oft, message und mesache Par. Duchesse 86. dimenche neben diemcnge u. s. f. Andcrs cncarchames 6588. encarchié 3953. decachier 10593. é?^^- c/i«rc^ 9531. ctoT/^/<?r K. Rose II, 1 05. Der ganze Vorgang ist im Franz, selbst niclit klar, da dieselben Elemente in dem einen Worte ^, im andern ch geben (venger neben revancher, pencher, juger, clocher)*). Auch Ascoli's Erklarungs- versuch (Saggi ladini S. 77 f.) hilft niclit iiber dièse Klippe. Wie schwankend die Sprache in ihrer Wahl zwischen g und ch gewesen sein mag, sieht man recht deutlicli ans den Schreibungen sagies (statt sachies) 5008. mengolnge 5344 {g statt c/0, hlegies (geiindert vom Sclireiber) 8779.

Ueber die Labialen ist wenig zu sagen. Lat. v ver- liiirtet sicli im Anlaut zur Media in hernie 4288. Der- selbe Laut kann vor eincm Consonanten fr) ausfallen, so ara, saroie (statt avra, savroie) u. s. w.

Die Einschiebung des h und d zwischen die bekanuten Consonanten ist manchmal unterlassen, so ensanle 678. sanles 3785. 4485. humlement 8064. remam^a 3908. tenre (zart) 7489. ienrès 9459 (der Relm perdrcs sprielit fur </), vaura (voloir) 1037. 2355 u. s. f.

*) Nicht prêcher, wo ch nicht aus lut. die entt>rolit, wio altfrz. prccchier zeigt, sondern einfaches c-\-a=^che. Ebenso ist c al loin im Spiel in der Gruppe LC und RC, vgl. carri- care, das entweder carcar, pik. querquicr oder cargar, franz. charfjicr gibt.

EINLEITUNG. LV

Decliiiatiou. Das Verstummen der Endconsonanten (s. obeu), resp. des Eud-^ musste auf die Declination zer- stôrend eiiivvirken, wie denu der Copist sie manchmal veriiachlàssigt. Die Reime selbst schtitzeu dieselbe. Der maiinliche Artikel im Accusativ ist le, einmal das alter- tliiimliche lo G910. Der weibliche Artikel bat neben la oft die pikard. Form le, 390. 537. 1094. 1111. 1297. 2708. 3014. 4763. 5071. u. s. f. Die in pikard. Texten nachweisbare Verbiuduiig del (statt de le, de la) findet sich in Vers 6746; doch ist die Zeile von spiiterer Hand eingetragen, und es ist wegen des bloss einmaligeu Vor- kommens wohl besser de zu lesen. Im Neutrum steht oft s, so voirs 1304. 4481. u. s. f., im Reime nolens *1414. *1976. *2031., ^;'o/^ * 1161. und ôfter, die beide als Sub- stantiva zu fassen sind.

Die Reime sprechen ohne Ausnahme fiir tuit 138. 1)13. 1425. 2618. 3241. u. s. f. Audi in der Mitte der Zeile steht es einigemal, so 1565. 2371. 9941. 11709. 11739., doch soust tout. Die Masculina mit wandelndem Accent haben bald a, bald keines, die Reime sprechen mehr fur letzteres; sire llij. 835. 1180. 1272. 1339. u. s. f., ghlllei^e 11818., und nur einmal sires 3333. Dagegen in der Mitte der Zeile (gesichert durch folgenden Vocal, wodurch im anderweitigen Falle Hiatus entsttinde) tre- chieres 6839. sires 7030. miudres 5543. gegen sire 6210. 7017. 8604. Ebenso dem Lateinischen entsprechend père 6209. 6235. maistre * 11840. nostre 835. gegen pères 7437. frères 2505. u. s. f. Die Feminina der 3. Declination, die auf einen Consonanten oder ein ê ausgehen (also in Be- zug auf den Auslaut den Masculinis gleichen), haben durch die Reime s gesichert: raisons 959. 3326. 3367. 11633. ym/.v 12039. //or^ 12178. bontés \mm. p/tà 10569. 10780. liicsen wird rien angegliclien, daher m'w** 11985, doch i\\\û\ rien *3484. * 11231. {riens aucli sonst indeclinabel). Kine Ausnahme macht suer *6813. * 11805. Neben dem regelm. Accus, seror findet sich auch suer 6837. Ftlr die Adjcctiva derselbcn Declination zeigt der Reim ygaus hlll. udilluns 2859. gries 8360. u. s. f. neben samblant 6561.

J.VI EINLEITUNG.

und (/rande Hïl. Dcr Nominativ Singularis mcrueil/cs 1097 kann mir fehlcrliaft Hein.

Pronomcn personale. Die iiciinc kciineii iiiclii die pikard. Fornicn mi, li, si; vergl. moi 235. 3(jG. 509. 584. 006. 957 u. s. f. soi * 2807. Der Copiât sclireibt lui und // unbcdenklich ftir Masculinum und Femininum; da- gegen schciden die Reime streng* nacli der bekannten Kegel, lui (Mascul.) 436. 683. 1225. 2065. 2079. immer; // (Feni). 1096. 1 166. 4424 immer. Ebcnso scliwankt der Copist beim Kclat. zwischeu qui und cui.

Das Pron. poss. zeigt in der Mitte der Zeile pikard. Formen: men (mcum) 476. 1756. 5033. me (ma) 4440. se 6234. und auffâllig men (falsch statt me, ?mi) 3223. sen (= se, sa) 9805, jedesmal vor Consonantcn. Dcsgleiclieu findet sich uo 4729. 10066. 11635. Lor liât bereits meistens das analogische Plural -5; lors ^31. 2163. 431 S. 4667. 4692. 3. 5584 u. s. f.

Das absolute Possessiv-Pronomen lautet moie, soie, soe, seue, siue, sieue. Die Reime sicliern moic *3836. *7210. 50/^*7823; zwisclien 50e und 6'^/^ebriugcn sie kcine Entscheidung (*910. * 1372. * 1644), da jedesmal sowolil o als eu stehen kann. Die pikard. Formen siue, sieue werdcn vom Reim ausgeschlossen. Beim Pron. Demonstr. liât, wie schon oben bemerkt, die Verstummung der Endconsonanten Formen wie cis, ci (statt cist), ces, ce (statt cest) liervor- gcbracht. Der Reim sicliert cist * 8326. Irrthiimlieli batte ich im Anfîing die Nom. Form. cis (auf den nahen Gegen- stand liinweisend) d. h. cists, ciz, pik. cis in cil geiindert; die Anmcrkungen sagen das Riclitige.

Verhum. Der pikard. Infinitiv keir 7678. ist durcli Reim gesichert. Estre. 1. Ps. Praes. sui , einmal suis 3738. Imperf. und Futur werden unterschiedslos mit ie und e geschrieben; der Reim gibt dem Futur immer ie ; beim Impf. iert * 1056. M 397. aber èrent *2295.

Prasens. Aile Reime bis auf einen {otroie * 10032) sichcrn die 1. Pers. regelmassig ohne e, so oiroi 1458. 1539. O.V5976. ^/7)or/6207. dcs/i^im. créant m^\, u. s. f. Tn der Mitto dor Zoilo j>nise 3113. alnme 5001. (-f- 1).

EINLEITUNG. LVII

Eiiimal mit s iii creans * 7643., ausser clem Reim doiïis 7048. pardoins 10825., aber pardoing *7047. u. s. f. Der Copist lint oft (las pik. c statt der aiisl. Dentalis, so commanc 9049. (Reim dagegen), cu'tc 4408. quic 2902. demanc 3783. doue ?f^^l.j aucli bel Verbis der 3. Conjug. mec 6064 (Baud. Coiidet 21, 174), enienc 4356. 3. Singul. vou laissier lautet einigemal iiiiregelmasslg laist (oft belegte Form), der Reim 7078 sichert lait. 1. Person Pluralis 'Ommes in der Mittc der Zeile 8116. 9593; die Reime dirommes 2073. mandommes 3187. auommes 9453. 7574. remanrommes \(^^1Z. (jedesmal: sommes) lassen sicb eben- so fiir sons anfilhren; vgl. 959. 3326,, welche Reime die Endung -ons sicbern.

Conjiinctiv. Pikard. Formen diircb Reim gesicbert siud siece 388. 10132.; mecent 11253 reimt mit sich selbst; in der ^iitte der Zeile re/ierce 10695. kicce 5805. Auflallig ist uoie *5140. Der Sinn verlangt statt dièses Conjunctivs von ueo'u^ vielmebr uoise, das nimmer uoie lauten kann; dalier ein iingenauer Reim anzunebmen ist.

Futuriim. enuoierai 1831 (+ 1), 1701. asaieront 1307. assaieroie 1365. demandera 9731 (+ 1), entrerai 10434. durra u. s. f. Wâhrend die Erhaltiing eines e vor dem Infinitiv-r bei den Verbis der 1. Conjugation zuljissig ist {U in der dém Ton vorangehenden Silbe drei- iind mehrsilbiger Wôrter erhjilt sich als e oder fallt), so ist dagegen dessen Unterdriickung bei Verbis der 3. Conju- gation Regel vor dem Ton drei- und mehrsilbiger Worter fallt), also perdrai, atendrai. Das Pikard. liebt gleichwohl auch in diesem Falle ^rai , daher die vielen Formen des Copisteu atenderai 1492. 3947. enprenderai 1755. prenderies 2199. conbateroic 2978 (hier muss ie bleiben und das tonlose e gestrichen werden), wo die Zeile stets eine tiberzahlige Silbe liât. Doch steht auch meferont 1308. metera 1335. Da ë vor dem Tone fallen oder bleiben kann, so wâre z. B. auerai neben aurai richtig; doch haben die Verba der lat. 2. Conjugation im Franz, stets die Formen ohne e, als Anbildung an die Verba drr 3. Conjugation. Das Pikardischc hier wi<'fler

LVUI EINLEITUNG.

ancrai KKM. saneres 1(177. mouuerai 1840. aucroic 1\)'^\.^ dann vcrschriobcnes sauveroie 9041, jedesmal mit -f- 1 ; danebeii wieder saroie 1733. saroil 10G7. ii. s. f., s. oben. Dazu souffreroie 10G73. Durch Reirn gesichert uan- drois *629. porots * 10075. 1. Pers. Plin*. auf -ommes 8. obcn. 1. Pers. Plur. des Imperf. uud Conditioiials laiitet ncben ions pikard. iemes ('isilbig): auricmes 8279. 9455. aliemes 95S9. poricmes 7351., dann imes in estimes, connissimes 10731. 2. iind endlich iens in mouuiens 1871.

Conj. Plusquampf. der 1. Conjuration hat neben der regelmàssigcn Form a durcli Analogie der andern Con- jugationen auch /, sclbstverstàndlich nur in der unbe- tonten Silbe (enuoi-issies 2544. copisies 2876. outrissies 2877., s. Anni. zu 857., Beispielc fur denselben Vorgang in der betonten Silbe sind sehr selten, finden sich aber doch). Der Vorgang lindet sich bereits im Oxford. Roi. und in dcn Q. L. d. R. Analog damit ist die pikard. Bildung desselben IModus der lialbstarken Verba, namlich eu-isse statt e-usse, durch Reirn gesichert peidst 090. 3425. 4329. (doch kônnte die Annahmc gestattet sein, dass e-uisse (Diplithong id) gesprochen wiirde, das dann mit / leicht reiraen kann; dagegen sprecheu Formen mit eingeschobenem hiatustilgcnden w, so euwisse u. s. f.). Da- gegen ;;^t<^/ *2459. *7005. u. oft, seust *3497. gcusi *7081. u. s. f., jedesmal im Reime mit fust (das aber anch peuist : fuist (einsilbig) gelesen werden konnte). Eine rein nach pikard. Princip unorganisch gebildete schwache Form existirt in fusist II. Capet 134. Auch das Normannische hat die Form schwach gemacht; vergl. das bekannte fe-nsl u. s. f.

Das Perfect der lialbstarkcn Verba zeigt in um Maïam- betontcn Personen oft cil, so deui 5704. peut (paiiit) 3554. scutlS^^V (sajmit neben ao/ *9506. .oit 4373), deut 3158. deuj^ent 4908. (Rcim dagegen), seurent 9793.

3. Pers. Plural, starker Verba: traiscnt 4070., Con- junctiv: qnxsisse A^l^. 5508. prxsisse \'è\^. (neben e) u.s. f.

Eine Remerkung sei zum Schlusse noch dem Zeitwort descon/ire gewidmet. Die Infinitiv-Endung der V^erba ist

EINLEITUNG. LIX

iiii Gaiizeii regelmâssig* gebildet; are, cre uud Ire luiisseu, da îuislauteiides e spurlos fallt, ér, oir uud /;**) gebeu; bei dcn Vcrbis der 3. gelit der Euduug ère meist eiu Consouant voraus, der, mag er auch spater gefallen sein oder eiuen Vocal zuriickgelasscu habeu, docli mit r doppelte Couso- nauz maclit, uud so eiu stummes e zur Stiitze lierauzielit; also prendre, faire, clore. Dièse Euduug re wurde dauu typisch fur die 3. Coujugation**) uud demgemâss aucli uiit Verletzuug der Auslautsgesetzc angeweudct in de- struere = des/ruire, trahere = traire, das regelmàssig wie aerem = air unbediugt (rair liaben mtisste. Diesen zwei ist uicht etwa raire aus ra[d]ere beizufiigeu; ich weuigsteus keuue im Altfrz. eiu Zeitwort raire uud sein Praeseus rai, rais, rait (welclie Formeu aile iu Diez Gr. 11^, 247 stelien) ebcusoweuig als icli mir zwei davou (raire uud rai) erklàren kouute. Die richtigeu uud oft durch Reime belegten Formen siud rêre, (ré?), rês, rêl {rais uud rait wàren uacli Analogie von uais^ uaif, das iiberliaupt***) Sf'hwicrigkeiten macbt, alleufalls zu erklareu), daber der luiinitiv rére aus redre (radre) wie père aus pedre, patrem. Die einzige Ausnabme macbt dicere iu den zwei Compositen beneir (nebcu regelm. heneistre) und

•) Den Lautregeln gemiiss wurde seiner Enduug wegen lat. ire (gehen) zur 4. Conjugation geschlageu, vgl. transir, issir.

*•) Dièse Endung ist daher ein sicheres Mittel, den Ur- sprung eines Zeitwortes der Conjugation nach zu bestimraen. Selielcr irrt daher, wenn er in reinera Dictionnaire cueillir von colUfjere , coUig're erkiart; dies kiinnte nur colloire, coliire geben, ebensowenig koiumt fuir von fugcre, fug'rc, da dièses fuire (zweisilbig) gibt und gcniigend belegt ist. (Der durcb Reini gesicherte Infinitiv acueudre Renart 8534 kommt natUr- lich von côlligere , côlgre, wie coudre von cônsuere.) Littré erkliirt richtig aus coUigire, fuglre.

*•*) uadis, uadit = uais , uail, al)er sa//is, sapit = ses, set; uais (\. Vers.) lasst sich vieil, nach Analogie von mis, pruis, Iruis , sui u. s. f. erklàren aus vad + i + uuorg. s. Abcr uois, noise u. s. f. neben prov. usiu, usLza! An den Einfluss ciner oi und ai zusammenwcrfendcn Ausspraclie ist nicht zu donken, <l.i I)creit8 alte Texte, die derselben vollkomnien fornc sfohon, //n/v ]i;ilw.t» TikI wîinmi m aiin va<lit, un<l iiidif u^'l?

LX EINLEITUNG.

indlc'ir, (îcren Infinitivc der 4. Coiijugatioii aiigebildct sind. Ans dem Gesagten crhellt, dass conflcere, das der Kegel der sogenannten Décomposition (des-fdàrc) nicht folgt, sondcrn unmittelbar ans dem Lat. ins Franz, iiber- ging, im Infinitiv confire geben mnss, wie dicere = dire, des()tcere = des/)ire, nnd sowohl diesc Form als ancli das Compositum dcscon/irc (*93G2) sind bekannt genng. Aucli hier liât dnrch Analogie der vierten Coujugation sich cine Form con/ir (olinc f), desconfir gcbildet; dnrch Keim gesichert Ph. Mousket 10596. Aliscans 31., wozu 3. Person desconfi (* 9340 nnseres Textes gegen descon- fist *9835), Ph. Monsket *3155 und oft, dazu ein Part. Passivi desconfi Ph. Mousket *4039. Berte *2589. Enf. Ogier *0136. (Scheler begniigt sich hier mit irrcffuUer, dort mit h cause de rime; doch verweist er anf C07ifir)y desconfïe (Femininum) Alise. *14. Baud. Seb. *1, 396. Ebenso ist zu erklaren cloufir Alise. *30. Dagegen ist fer (statt faire, fere Meraugis 102, 24 als eine unregel- mjissige Form mit abgestossenem e zn betrachten.

Was endlich die Reime betrifft, so sind dieselben sehr genau. Als unreine wjiren folgende zu bezeich- uen (doch ist meistens Verderbuis anzuuehmen): 2537. iert nnd cheualiers (durch Umstellung iert mestiers zu bessern), 4135. fièrent : tienent , 4641. corné : laissic (verdorben; vielleicht coiiic zu lesen), 4815. uit : dist (es ist dit zu lesen. Pikard. lautet Praesens dist und Perf. dif)y 5199. uoïeniiers : passes (verdorben; vielleicht entiers), 6329. chenal : poitrail (es ist poitral zu lesen), 9209. menrjiè : dreciès (verdorben), 9871. refroidier : lachiè (verdorben, vieil, aloit (hastoit) lacJiier), i\^2b. atendre : amende; verdorben sind noch saroie : nie 1734. (vieil, ke lus soie)j paine (vieil. mo7i seruise) : guise 6257, Ix : ris 11801 (s. Anm.), ouurèes : detrenchies 11875. verdorben wie ?(oloir : endroit {uoloir ist dem Sinnc nach richtig) 12077.

Nachtrag fiir den Text. 533. louenc , 591. ose, 1219. roi, 14S0. entiers, 1530. d'omtne, 1933. 4865. erstes ci = cist 2822. s'esmerueilla, 370 î. ostel 4317. bêles, 5065. bcSsere dieu 529:5. vielleicht s'arcsta zu bessern.

EINLEITUNG. LXI

G 115 f. ist sicher so herzustellen: En tel manière a cort remaint Briens et ... 64G6. vielleichfc en .II. sem. 04G8. vielleicht aaisié 64G9. vielleicht la m sans zu Undern. 6473. tilge Anfuhrungszeiclien vor Sire S 132. noise; 8731. me (auf den Vert'asser zu beziehen) konnte bleiben. 9075. est in et zu andern. 9447. vielleicht besser Siugular: seigneur „Au- fiihrcr". 10027. Iront, 10553. uirent. 11112. vielleicht souuiengne,

Anmerkungen. 457. gaste capele „e in s a me Kapelle", vergl. Barbazan I, 190, 792 . . . a ta gaste capele Qui siet au chief de la for est. 1S96. Es scheint spater auch der Nomi- nativ iiblich gewesen zu sein , s. Diez IIP 1 8. Vgl. Anm. zu 9314. 2005. beachte moût du sanc. 3259. 3540. Codex ouure grant 4905. cuiure steht noch Barb. I, 147, 357. 367, 317. 5153. Vgl. Jahrb. XV, 260 zu 846. 5403. Verges „Zweige", wie %on^t rains, konnte bleiben. 6114. Wé? (bekannt ans dem Provenz.) statt en scheint sich auch sonst zu finden, so Barb. I, 265, 703. Que tu n'aies, vgl. die hiiufige Schreibung der Handschriften ne n'a statt n'en a, z. B. 6035 unseres Textes u. oft. GIGS. 1. Sermo Sap. st. Hiob. 6401. s. Diez IIP 150. 6524. Was ich hier vorsichtig als Vermuthung aufgestellt, hat Tobler in dem inzw. ersch. Jahrb. XV, 256 zu 917 bestimmt auf- gestellt u. mit Beisp. gestiitzt. 6896. s. 5801. S. 413. Z. 2. lies 8975. Daselbst Z. 17. lies 9075. 9432. s. amener im Wortverz. und Jahrb. XIII, 305. meine Bemerkung zu 167. 9856. statt dessen zu lesen 9854. Cil du castel liesse sich halten, wenn man es mit de Sandic 9856. verbindet. Die Verbindung wiire unschcln, kommt aber vor, vgl. 9994/5. 11350. Mit ni vgl. Tobler, Mitth. desninQhQn desnoi, renoi. 11920. Ein ensoignier (dreisilbig) findet sich wirklich, ist aber von ensoinoier, en- soini-ier auseinanderzuhalten. Dièses kommt von essoine, pik. ensoine + icare , jenes Compositum von en und soignier (von soin) und ist Synonym mit enbes'oignier. Es findet sich Melu- sine 2340 (herzustellen), Faiel 5532. Jongl. 117. 11130. Auf dièse Fragen gibt Antwort W. Thomsen in Rom. V, 64 fif. Zu lesen: sieh 1050. 5062. 11369. 11562. 12163.

Wortverzeichnis. Nachzutragen ist ententement Adv. 8311. fehlt in Glossaren, s. Faiel 7452. eslacier 6331. honi, vgl. Uachet onni. iehui s. XLVI u. Martin zu Bes. 3156. o (ot) steht Ben. Chron. 14863. orement 1404. s. m. ,,Gebet", felilt in Glossaren, Marie de France I, 560, 244. II, 140, 3 (hier ..Wunsch"). rengèwe 8. t'. 1111.

Ans deu bisherigen spraclilichen Bemerkungen erhellt also, dass der Copist ein Tikardc gewesen und dass von der grosseu Masse pikard. EigenthUmlichkeiten dem Ver-

»

lusse r ciiizi^- uiul ullein folj^ciule iiiid ilicse ganz ver- cinzelt ziir Lîist falleii : Iccir (eiinnal), sicce (zwciinal) iiiul le (statt ièé) dreiinal.

Weuii don Keinit'u luiter allcii Uiustiliulcn zu traiien wiire, miisste nian also aiincliincn, ciu Pikarde habe dcn Roman franzôsisch (um oinoii grosseren Lesekreis zu ;;ewinnen) geschrieben (wobci die Verwundenuig er- laubt wâre, dass er sicli immer so beherrscht und seinem Dialekt so wenig gefolgt sei) oder etwas aliiiliches. Wer aber einen und denselben Tcxt nacli mehreren, in ver- schiedenen Dialecten verfassteii Handscliriften gelesen hat, weiss, dass den Reimen zwar zu trauen ist, aber nur in einem kritisch nach mehreren, verschiedenen Faniilien angc- hôrigen Handscliriften hergestellten Text. Denn die Copisten sclieuten sich ebcnsowcnig, anstossig scheinende Reimc auszumerzen und mit eigenen zu ersetzen, als sie frisch drauf les interpolirtcn. Da von unserem Text eine einzigc llandschrift bekanut, so entgclit uns dièses Kriterium, wir werden aber bei der Ausdelmuug des Textes (6176 Reime) auf sechs Reime kein entsclieidendes Gcwicht legen konnen und dûrfen den Verfasser wohl fiir einen Franzosen halten, der allenfalls aus einem an die Pikardie grenzen- den Landstrich stammen moclite. ^ Die Abfassungszeit diirfte vor dieMitte desXllI. Jalir-

hunderts zu setzen sein, da die Spraclie des Verfassers iilter ist, als die des Copisten (VVende des XIII. und XIV. Jalirhunderts), wie oben nachgewiesen worden. Dn- mit stimmt die Reinheit der Reime, sowie der Umstand, dass der Verfasser sich ganzlich von allen Wortspielen und Ail ego ri en fernhalt.

Die Erzàhlung ist ziemlich einheitlich angelegt und trotz der Menge der Episoden verlicrt man docli die llauptidee, die Suche nach dem Rittcr mit dcn zwei Schwcrtern selten aus den Augen. Die Sprache ist ziem- lich fliessend, leicht von einem Vers in den andern mit Vorliebe hiniibcrgleitend, so dass ein Satzabsatz sehr oft anstatt an das Endc ciner Zcilc nach dem ersten oder zweiten Worie der folgenden Zeile fallt. Woher der Ver-

EINLEITUNG. LXIII

fasser seiuen Stoff genommeii, lasst sich nicht angeben; wohl kanu maii fiir viele Episoden auf seine Vorbilder liinweisen. Auf Christian von Troje fiibrt die Rettung des Frjiuleins von dem „Hafenschloss" ans der Gefahr, dass Gernemant sie seinen Knechten ausiiefern will (Ywain), die Pfàhle, auf welchen sein Kopf gesteckt wird, auf Erec, die Entsetzung Tigaus durcli combinirte Ausfalle ans zwei benachbarten Festen auf Durmart (ueben gesagt, die ein- zige Spur, die ich bisber von diesem Abenteuerrooian irgendwo gefunden zu baben glaube), das Ausleihen Gauwains, uni durcb ibn eiuen Streit ausfecbten zu lassen, auf Jebans Lanselot, der Krieg des „Rotben vom gefiibr- licben Tbal" und seine Belagerung in Dysnadaron auf Cliges (Engres in Guinesors 1235 ff.), doch ist gerade bei dem letzten die Aebnlicbkeit nicht besonders auifâllig. Auf die Uebereinstimmung zwisclien 226 ff. unsres Textes und der betreffenden Stelle Gottfried von Monmouths weist die betreffende Anuierkung hin. Ein auffixllendes Zu- sammentreffeu finden wir endlich im Atre perilleus. Ganz wie in unserm Roman 2836 ff. die Kônigin vom „lnsel- reich" die Tuchtigkeit ihres Freiers dadurch erproben will, dass dieser die Bliithe der Ritterschaft besiegen soll, verlangen hier 5080 ff. zwei Frâulein von ihren Freiern dasselbe. Es stimmt sogar noch der Umstand, dass die- selben ganz wie in unserm Text (den vermeintlichen) Gauwain ohne Waffen und Rtistung treffen, daher sie ihn leicht besiegen. Wenn man bedenkt, dass das Motiv im Atre doppelt und iiberladen vorkommt, ferner dass durch die Todtung eines andern Ritters an Stelle Gauwains diesem eine Niederlage erspart wird, und man endlich dazu die durch die Reime im Atre an zahlreichen Stellen belegte allgemeine Verstummung der Endconsonanten und vollig zerstortc Declination in Bctracht zieht, wird man nicht ira Ungewissen sein , weicher der beideu Texte nachgeahmt hat.

Der Text selbst ist schr nachlilssig (Iberliefert und abgcsehcn von don Stellen, die ich wohl sicher gc-

lAlV KlNLKiilNi;.

bessurt luibe, bUîibt iuimcr iioch eiiic Zabi voii N'erderb- nisseii zurilck, fiir die icb keiiic siclierc lleiluiig wusstc. Besonders zahlreich sind die Zcileii, denen eine oder mclire Silben fehlen, und die ieh, «o oft es ohiie Scbwierigkeit ging, ersetzt babe, uni deii Text lesbarer zii niacben. Es liegt in der Natiir solcher Ergiinzuugen, dass sic oft keineii Aiisprucli auf Sicbcrbeit erliebeii, da ebcnso- gut andrc Flickwortcr eingcsclioben werden konneu. Die Declinatiou habe ich geregelt, wie es die Reime riethcn, daneben aiich, besonders im Anfange, besonders auffâllige, dialektiscbe Formen verwiscbt, und die Reime stellenweise angeglicben. Derlei Incousequenzen môge man einem Texte nachseben, dessen Druck sich voile zwei Jahre mit melirmallgen betrâcbtlicben Unterbrecbungen bindurclige- zogen liât. Und nachdem im Februar d. J. trotz alledem 20 Bogen bereits gedruckt waren, gerieth auf dem Wege zur Druckerei ein Tlieil des Manuscripts (Bog. 21 und 22) durcb die Post in Verlust. Der Verniittliing Prof. Bôbmers verdanke ich eine sorgfâltige Abschrift dièses Stuckes, die H. M. Hartmann mit liebenswurdiger Bereitwilligkeit an- gefertigt bat. Nach Ueberwinduug dièses Ilindernisses war der Text und die Anmerkungen endlich im Mai d. J. fertig gestellt, als schwere Krankbeit und spàter wieder ein Umzug neuerdings eine lange Unterbrechung ver- ursachten.

Zum Schlusse erfulle ich eine angenehme Pflicht, wenn ich meines wackern Verlegers, der sich um die romanische Sprachwissenschaft immer neue Verdienste er- wirbt, dankend gedeuke.

Bonn, im November 1S70.

W. F.

LI CHEVALIERS AS IL ESPEES.

rriEniie a sans quinte de guerre -^Lonc tans li rois Artus sa terre Et ot trestous ses anemis A son uoloir desous lui mis,

5 S'iert lies et la roine ert lie Et la cours fu moût enuoisie, Et li boins rois ki tant ualoit Se pourpensa lors k'il tenroit Court la plus bêle et la grignour

lu K'il onques tenist a nul iour, Dont de moût grans tenir soloit; Car ch'est la riens k'il plus uoloit Et ki plus li plaisoit a faire Pour aloier et pour atraire

15 A lui les cuers des cheualiers. Tant les amoit et tenoit chiers, Ke ia nus d'els, se il peust, D'entor lui ne se remeust. Et rice et grant et noble estoient

20 Li don ke toute iour a noient, Car de ce n'iert ratiers ne chices. Pour eus bonnerer estrc rices Voloit sans autre baerie. Aine ne fu sa mains desgarnie

25 Toutes eures de grans dons faire,

r

Ll CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

Et il, li fraus, li deboinaire,

Ke i)lus doima, et il plus ot.

Aiuc sa lar^iiece ne le pot

Apourir, bieu le uous pleuis, :tu Aius le inouteploia tous dis.

Tant ert preus et de grant afaire,

Ke ouques riens pour honnor faire

Ne li sambla trauaus ne paiue.

Li plus bas iours de la semaine, 35 Quant plus priueement estoit,

Pasques d'un autre roi sambloit.

Vn iour a les baillius mandes

Et ses clers dont il ot asses;

Et quant il deuant lui les uit, f. i b

40 Tost lor a commande et dit,

Ke par tout laissaissent sauoir

A tous ceus ki sous son pooir

Tenoient lief ne seignourie

De lui, k'il ne laissaissent mie 45 K'a Pentecouste ne uenissent

A Cardueil et se li tenissent

Compaignie. Ki n'i uenroit,

De uoir seust k'il fourferoit

Tout sans pardon et sans pitié 50 L'amour de lui et tout son fie.

QVant li iours de la feste uint, Li baron si comme il conuint De maint pais assamble furent, Tout issi con faire le durent, 55 Pour tenir le roi compaignie. Quant il ot la grant messe oie Et la roine au grant moustier

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Et tuit li autre cheualier, Les dames et les damoisieles, HO Dont il i ot asses de bêles, Li rois reuint en ses maisons Et dist, quant il en fu saisons, Ke on fesist l'iaue donner Et on si fist sans demorer. 65 Lors n'i a damoisiel ne saille V a bacins u a touaille. Et li rois leue tout auant Et la roine au cors uaillant. Puis si s'asissent près a près 70 Au maistre dois du grant pales. Coronnes portent hautement Si comme a si haut ior apent. Pour la hautece et pour l'onnor De la fieste de cel haut ior 75 Portèrent coronne .x. roi

Ke bien tous .x. nommer nous doi. Premerains par g-rant seignourie S'asist li rois Loth d'Orcanie, Li père mon seigneur Gauwain. 80 Li père mon seigneur Ywain, Li rois Vriens, sist après. Li père Tor, li rois Ares, Sist apries et li rois Ydcrs, f. ic.

Li cui sens ert et haus et clers. S5 Cil ert a cort moût uolentiers Auoec les autres cheualiers Tous iours, quant il en ert saisons. Puis s'asist li rois Amangons De Granlandc, ki père estoit, 90 Si con toute la cors sauoit.

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

' Ma daraoisiele Guinloie Ki loiaus drue et fine amie A mon seigneur Gauwain estoit. Li père ki bien le sauoit

95 L'amoit durement a son oes. Li rois de Vanes Karadoes S'asist en rené ki tant ert biaus, Puis -s'asist li rois Aguisiaus Ki moût ert uaillans et courtois,

100 Si ert d'Escoce sire et rois; Et puis li rois Bademagus, De cui tiere n'est reuenus Nus estranges ne ne renient. Et apries, si bien moi souuient,

105 Rois Estrangares seoir uint, Ki la cite de Pelle tint. Li rois Bruans ki en sornon Quatre -Barbes auoit a non, Sire de la cite perdue,

110 Apries cestui siet et meniue.

rpVit cil .X. coronnes portoient, -■-A la table le roi seoient, Tout issi con ie nous deuis. Li troi cent et sissante sis

115 Sisent a la table reonde

Fors .iij. ki erent par le monde Por leur auentures trouuer, Pour eus connoistre et esprouuer, Dont moût estoit pensis li rois.

120 Mes sire Gauuains ert des trois Et Tors et li tiers fu Gierfles. Li mengiers estoit ia tous près

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES.

Et Kex serui le iour as tables Et Beduiers li connestables

125 Aiioec Liican le bouteillier, Cil troi semirent du meiigier. Et Kex a fait dire et sauoir Ke on ne laist laiens seoir Por niangier nului, tant soit fiers,

130 Fors seulement les cbeualiers Et les baus clers et les pucieles, Les dames et les damoisieles; Mais ceus i laist on tout en pais. On a bien cel iour el palais

135 A tout le mains estre serians Esmes a .x. mile menians.

"VTOblement et a grant déduit ■^^ Furent assis toutes et tuit Et si mengierent a grant ioie.

140 le ne quic ke ia mais nus uoie Ensamble tant de bêle gent. Quant Kex ot bien et bêlement Du premier mes serui par tout, Con cil ki bel le faisoit moût,

145 Li rois aual son cief broncha i Et tout maintenant commencha A penser et moût fu ires, Quant les dois uit si atires Tout contreual de gent si bêle,

150 K'il i ot tante damoisele. Tante dame et tant cheualier, Ki plus a ioie c'al mengier Entendoient, ce li crt uis, Et si uit les .x. rois assis

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

155 Ki ti'estuit couronnes portoient

Pour s'onnour, et o lui estoient,

Pour chou pensa il plus gricment,

C'aiiic mais tant de si bêle gent

Ne uit a cort ke il tenist 160 K'auenture n'i auenist,

Ne onques mais n'ot cort tenue

Si grant k'il n'i fust auenue

Auenture; si pensa mont

Et laissa le mengier trestout, 165 Si s'en prisent garde li roi.

Es nous sor .i. grant palefroi

Vn cheualier grant aleure,

Ki tous estoit sans armeure,

S'iert d'une escarlate uermeille 170 Viestus ki li sist a merueille,

Cote ot et mantel bien taillie, f. 2».

Trestout foure de uair fléchie,

Et si i ot ourle pour uoir

D'un moût riche sebelin noir. 175 Dedens la sale pas n'entra

A cheual, ancois ariesta

Defors, s'est descendus a piet.

Vns ualles li keurt a l'estrier

Et li cheualiers li a dit 180 K'il l'atende iluec un petit

Et ke il li gart son chenal,

Puis esgarde amont et anal

Par tout et pense en son coraige,

Ke plains est de grant uasselage 185 Cil, a cui toutes ces gens sunt.

A tant esgarde contremont

Au chief de la table et si uoit

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

Le dois u li rois se seoit

Et la roine et s'i seoient 190 Li roi ki coronne estoient,

S'a le roi Artu conneu

Et si ne l'auoit il ueu

Aine mais, mais il le connissoit

Pour ice ke on li faisoit, 195 Ce li estoit auis, honnor

Asses plus c'as autres grignour,

Et si sambloit estre si bien

Sire, k'il n'en doutoit de rien.

T I cheualiers s'en est entres 200 -■-■En la sale, s'est esgardes

D'uns et d'autres; et il est gi-ans,

Biaus et apers et bien parans.

Au roi s'en uint tout droitement

Et ne laisse k'il esraument 205 Tout son mesaige ne li die.

„Rois, dist il, ne te salu mie,

le sui messages le roi Ris

D'Outre -Ombre." Et li rois si pensis.

Comme il estoit, l'a regarde, 210 Puis li a dit par grant fierté,

Die ke rien n'i ait laissie

Kanques on li a encargie,

Car il trestout escoutera.

Cil ki pas ne s'espaoura, 215 Quant ot que li rois li commande, f. 2b.

Dist; „Sire, li rois Ris uous mande

Con cil ki puet et uaut asses,

Ke il a ia .ix. ans passes

K'il est issus de son pais

10 LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

220 Et en ces .ix. ans a conffuis Tout par force et par uasnelaige .IX. rois ki li ont fait lioinage, S'a a cascun son (ief creu. D'entour lui ne se sont meu,

225 Ain» le se ruent o lor niaisnies, Si a a cascun escorcies l.es barbes et si en fera Penne a .i. mantel et l'aura S'amie a cui l'a otroie.

230 Et se li a auoec proie Ke par desus la foureure Face (le la uostre orleure. Et il li a tout créante D'outre en outre sa uolente.

235 Pour ce si uous mande par moi, Ke pour ce k'il uous tient a roi Le plus baut et tout le nieillour Du monde après lui, por bonnour De uous fera faire au mantel

240 De uostre barbe le tassel. Si ueut k'encontre lui uegnies Et ke uostre terre preignies De lui et il le uous croistra. V se ce non, il enterra

245 En uostre terre a si grans fais Et a tel force ke ia mais N'en istra deuant k'il uous ait Desirete et a soi trait Tout uostre règne a sa deuise,

250 Et deuant ce ke il ait prise La roine et si l'a donnée Celui ki li a demandée,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 11

C'est le roi de Noronbellande.

Et par desus tout ce nous mande 255 Con cil ki nous assaut de guerre

K'il est entres en uostre terre

A tout .X. mile cheualiers

Bien eslis estre les forriers

Ki bien guerroient a deuise, f. 2^

260 Et si a la roine assise,

Ce sacies, de Garadigan,

Si ne s'em partira oan

Pour pooir d'omme ki soit uis

Deuant k'il ait tout le pais."

265 T I rois a oi le message,

-*-'Mout fu iries en son coraige

De ce k'il dist, et s'en ot honte

Et se merueille, de quel conte

Cil li mande tel uilonie. 270 Grant honte a por la baronnie

Ki laiens auoec lui estoit

Et li messaiges le hastoit

Moût souuent k'il li respondist

Son uoloir, et li rois li dist: 275 Cheualiers, i'ai moût bien oi

L'outrage ke uous m'aues ci

Hui dit uoiant tout mon empire.

Bien poes uostre seignor dire

K'il s'esploit d'autre chose emprendre 2S0 Et k'il puet longement atendre

Ma barbe, por mètre en raantel.

Et s'il a assis le castel

De Garadigan, moût m'en poise.

Dites lui ke ains k'il s'en uoise

12 Ll CHF.VALIERS AS .II. ESPEES.

285 Li mousteiTai ie tel conipait^ne, Tant confanon et tante ensai^ne, K'il ne remanra s'en lui non, K'entrc nous n'ait fiere tencon, Si uerra quel pooir i'aurai.

290 Voir, ia mais ior lies ne serai Deuant ce ke i'aie amendée La grant honte k'il m'a mandée. Le grant orguel et le grant lait." Et cil ua monter, si s'en uait

295 Et se met moût tost a la uoie. Nus de laiens ne le conuoie. Ce sacies, ne ne ua après, ^ Ains dient tuit ke onques mes Ne manda nus a si haut roi

.300 Si gi-ant orguel ne tel desroi Ne si a amender fesist. Et li rois dist que on quesist Tous sesV??;^cs sans ariester, f. 2d.

Si fesist on par tout mander,

,S05 La ou il a point de pooir Ke nus hom n'osast remanoir, Ki d'armes aidier se seust, Ki as .xl. iours ne fust A Carduel tous apareillies.

310 Et li senescaus tous iries

Trestout issi par tout le mande. Comme li boins rois li commande.

TClii lairons du roi ester -'-Pour ce k'il nous conuient conter 315 Du messagier ki s'en repaire Moût tost con cil ki a a faire

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 13

Et clieuauce graut aleure Con cil ki point ne s'asseure Et ki a garde de sou cors. 320 Tant a esre k'il issi fors D'une grant forest ki seoit Defors Garadigain tout droit,

V l'autrier le rois Ris laissa; Mais ore pas ne l'i trouua.

325 Adont s'est tous cois arriestes,

Si s'esmerueille, u est tornes

Li rois Ris ki auoit assise

La cite, u se il l'ot prise

Ne set il pas, s'en est pensis. 330 Lors esgarda auant son uis,

Et uit .i. moine clieuauchant

Sour .i. mul, lor ala auant

Et li demanda, s'il sauoit

Rien du roi ki assise auoit 335 Celé cite. Et il respont

Et dist k'il et li sien pris ont

La uile a force et la dame eus,

o Ses cheualiers et ses manans

A li rois tous em prison mis. 340 „Et pour ce, ce sacies, amis,

Se sont il trestuit deslogie

Et en la cite herbregie.

le ne nous eu sai el ke dire."

„Boine aucnture aies, biaus sire!" 345 Dist li messages, lors s'en part

Et cheuauce tost celé part,

V la cite uit, tost i vint, f. 3*. Onques a nului i)lait ne tint

Ne nul home n'i araisonne.

14 LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

350 Bien ert passée eure de nonne, Quant au i)alais uint, lors descent, Asses est ki son clieual prent, Et il entre eus, s'est trespasses Par sales et loges asses,

355 Toutes plaines de cheualiers. Aprestes estoit li maugiers, Et li rois Ris raout liautenient . . . Si menguent (îonimunaument. Li rois siet au dois, si niengue,

3G0 Et li. messages le salue Et dist: „Sire, diex beneie Et uous et uostre compaignie!" E quant li rois l'a entendu, Isnelement a respondu:

305 Cheualiers, fustes uous au roi? Saues uous, s'il tenra de moi Sa tere et me fera liomage Et fesistes uous le message De sa barbe auoir?" „Oil, sire,

370 Tout outre, et si uous puis bien dire, Si comme il le m'a fait entendre, Longement le poes atendre, Ancois seres moût esmaies, Ke de sa barbe .i. poil aies

375 Ne son hommage ne sa terre, Ains seres moût greues de guerre, Ke il de uous ia terre tiegne. 11 ne laira ke il ne uiegne Sour uous a ost, u k'il uous truisse.

3S0 la mais n'ert lies deuant k'il puisse Amender ceste mespresure. Si uous di ke moût s'asseure

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 15

De l'ameuder." „I1 n'est pas sages," Dist li rois Ris, et li messages 385 Se taist et si se traist ariere. Et li rois est de grant niauiere Iries et pense une grant pièce, K'il n'ot pas cose ki li siece.

QVe ke li rois ensi peusoit. Estes nous en le sale droit

Vn nain petit a desmesure, f. 3 b.

Ki uenus ert grant amble ure

De moût loing et a grant esploit

Sour une mule ki estoit 395 Plus blanche ke n'est nois negie.

En sa main tint une corgie

De soie en un baston d'yuoire,

Ki entaillies ert a trifoire,

Dont li ouuriers fu en grant painne, 400 S'ot d'une soie tainte en graine.

Vermeille si comme en este.

Cote et mantel a uert cende.

A pie descent sans plus targier,

Destourser ua et desloier 405 D'un mantel uair unes pastures,

Teus dont les encliaeneures

Sunt d'or, li aniel de cristal.

Et il en vint tout contreual

Dusqu'au roi et porte en ses mains 410 Les pastures, dont dist li nains:

„Rois, diex uous saut! cha sui uenus

A uous, si uous mande salus

La damoisiele d'Yselande,

Vostre amie, et par moi uous mande

16 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

415 Ke U0U8 ces pastures preguies,

Et ke U0U8 issi li teigiiies

Les couueiiaus con uuus cleues

Et cou créante li aues.

Car les uostres bien nous tenra, 420 Si ke de rien u'i mesprendra."

QVant li rois ot ce ke cil dist, Sans atargance k'il fesist,

Aius ke de son pense reuiegue,

A dit: „Boine auenture auiegne 425 Ma dame et toi!" Tantost a prises

Les pastures, si les a mises

Deiouste lui au cliief du dois.

Et li nains li dist: „Sire rois!

Ke li dirai ie de par uous?" 430 „A ma dame, tout a estrous

Li dites, dist il, k'en ma uie

N'oi onques de rien tel enuie,

Con d'acomplir ses uolentes

Toutes, si le me salues 435 Comme ma dame a cui ie sui." f. 3 c.

Lors prent li nains congie a lui.

Et si s'en est partis a tant.

Et li rois trestout maintenant

Ke de lui le uit eslongie 440 A son pense recommenchie.

QVant li rois ot pense asses, De pour pièce s'est pourpeuses, S'esgarde uers la praierie Et uers la foriest ki n'ert mie 445 Loiug d'iluec, si comme il paroit,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 17

Si a demande, se nus uoit

Ce k'il auoit esgarde tant.

Si compaignon tout maintenant

Respondent et prisent a dire: 450 „Ke est ce? dites le nous, sire!"

Et il respont tout sans arrest:

„Vees nous la eele forest

Si pries de nous et ces muraus

Par desus la forest si haus?" 455 Et il dient: „Oil uoir, sire!

Et de ce ke uoles nous dire?" '^1 C'est la gaste capele la,

Dist li rois, u ains nus n'ala,

Ce dist on, ki puis en uenist 460 Ne ki nouieles en desist.

Et ie m'ere auant hier partis

De m'ost, s'ert ia li iors faillis,

Nuis ert et ie armes estoie.

Si me pourpensai ke g'iroie 465 A la capiele, si m'esmui

Tous seus, s'alai tant ke la fui.

Si descendi tout maintenant

De mon chenal, s'alai auant

Dusc'a l'autel sans targier plus, 470 Si ui une image desus

De ma dame sainte Marie,

S'auoit deuant par seignourie

Vue lampe ki cler ardoit,

Hons ne feme ne le gardoit. 475 Kant l'ai ueu, s'ai tost oste

Le brant d'achier de men coste

Et si me mis a genouUons.

Quant faites oi mes orisons

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES. 2

18 Ll CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

le pris ma cote et si en fis f. 3^.

480 Drap a l'autel, aiiis ke partis

Me ftiisse d'iluec, lors montai

Et de la capiele eslongai,

Quant diex m'ot faite tel bonté.

le n'auroie a pièce conte 485 Quanke il m'auint en la uoie.

A paines creus en seroie,

Se ie le uous contoie espoir;

Pour ce le met a non caloir,

Et si i auroit grant anui; 490 Mais pour ce le di que ie sui

Li plus liaus rois ki soit en uie^

Si ne me desdiroie mie

Ne aine nnl iour ne me desdis.

Si di ke s'il estoit bons uis 495 Ne si hardis ne si uaillans,

V soit cheualiers u sergans,

V soit dame u soit damoisiele, Se droit a la gaste capele Ces riches pastures portoit,

500 Dont ie creantai oi-e endroit

Ke le roi Artu i metroie

Et k'en prison l'enuoieroie

A la roine d'Yselande,

Ki le ueut et ki le me mande 505 Et ie sui cil ki le fera,

Car lores m'aseuera

Por uoir de s'amor maintenant

Et fust tous seus par conuenant

Et de nuit uenist et alast 510 Et au reuenir m'aportast

Du drap ke desus l'autel mis,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 19

Ke de ma cote a armer fis,

K'il n'eust, quant il reuenroit,

Ce ke il me demanderoit, 515 Quoi ke ce fust sans contredire."

„Souuent en auons oi, sire,

Parler, dient li cheualier,

Mais n'oimes du repairier

De nului nule fois parler, 520 Por ce n'i ose nus aler.

Non pourquant si a il chaiens

Cheualiers espoir teus .ix. cens,

N'i a nul d'eus ki n'empresist f. 4a.

A faire quan c'autres fesist, 525 Onques tant fust fiers ne hardis."

„Chou est noiens, dist li rois Ris,

Certes, por ce ne l'ai dit mie,

Ke i'en eusse baerie

A nului, nus n'i oseroit 530 Aler, car folie seroit."

B'

iEuant le roi ot en estant Vue pucele gente et grant, louene et n'ot pas .xx. ans passes, S'ot de toutes biautes asses, 535 Ke damoisiele puet auoir. Et ot courtoisie et sauoir Ki auoec le biaute moût uaut. Ele ert uiestue d'un bliaut D'une pourpre noire fouree 540 D'or et de li meisme ouuree. Si ert delgie et bien plaisans A merueille, mais moût pensans Estoit. Trop par fust biele lie,

2*

20 CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Quant ele estoit si biele irie. 545 Ploure ot, car bien ot de quoi.

Ele seruoit deuaut le roi

Maugre sien, si li desplot moût,

Ele auoit moût bien pris escout

De ce ke li rois auoit dit, 550 Ke cil auroit sans contredit

Ce ke il li demanderoit,

Kl de ces pastures feroit

Ce ke il auoit deuise.

Durement a a ce pense, 555 Puis dist en bas: „Diex ! ke ferai,

Quant ie ia mais ne uoi ne sai

Nule rescousse de ma tiere?

A tart mouura mais pour moi guerre

Li rois Artus, car i'ai perdue 560 Ma terre, mais n'ert deffendue

Par lui ne n'ert a la rescousse.

N'i a mais a la par descousse.

Fors ke me mete en auenture.

Ausi n'ont cil cbeualier cure 565 De furnir cest douteus afaire.

Certes, quoi k'il soit du repaire

N'a quel chief ke uenir en doie, f. 4 b.

Penprendrai a furnir la uoie.

Aussi ne me caut il de moi 570 Riens nule." Lors a dit au roi:

„Sire rois, redites encore

Ice ke uous désistes ore."

„Volentiers, dist il, par mon chief."

Lors li reconte de rechief 575 Ce ke il deuant dit auoit.

Et celé ki auques sauoit

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES. 21

Dist lors: „Seignour, uous saues bien

Ke li rois pour neis une rien

Ne se desdist de rien k'il die, 580 Ne onques ne fist en sa nie."

„Ke de ce, font il, demisiele?"

„Vous Tores par tans," dist la biele.

Puis s'est tornee uers le roi

Et dist: „Sire, entendes a moi! 585 Faites me tost ma mule rendre,

Car la uoie uaurai emprendre

Encore anuit sans nul délai,

Et les pastures porterai

Sour l'autel, de uoir le sacies." 590 „Ha! pucele, dist il, taisies.

Trop fol afaire aues empris.

Maint cheualier a de grant pris

Caiens ki de ce entremetre

Nen ose et uous uous uoles mètre 595 En point de mort? Laissies ester.

Miels ne uous poes uous haster

De morir, s'en ai grant pitié."

„Se uous l'autrier tele amistie.

Sire, euscies uers moi eue, 600 Vous ne m'eussies pas tolue

Ne ma cite ne ma gent toute.

la mar soies de ce en doute

K'a la capiele bien ne uoise."

„Non, dist li rois, certes moi poise, 605 Mais pour ce ke mentir n'en doi.

Il ne remanra pas en moi.

Tenes et bien uous en souuiegne,

Moût dont ke maus ne uous en uiegne

Et ce seroit moût grans damages,

22 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 1

610 Certes, c'est moût fols uasselaiges." j

„Damoisiele, mais remanes, f. 4 c. ]

Plus seur afaire eraprendesî" j

Dient li cheualier trestuit.

„Ha! seignour, or ne uous anuit, 615 Dist ele, ne remanrai pas." i

Li rois commande isniel le pas

Napes a traire et on si fait,

Et li rois apoier se uait !

As estres et deuant lui mande |

620 Son senescal et li commande j

Ke il face mètre la siele î

Sour la mule a la damoisiele.

Et il si fist tout sans respit,

Ne demora ke moût petit i

625 Apries ce ke il anuita. ;

Li rois ki garde pris en a

Fist la damoisiele apieler. I

Damoisiele, il est tans d'aler, ;

i Dist il, hui mais quant uous uaudrois." |

o '

630 «Sire, dist ele, il est bien drois." j

Lors monte et il est auques tart, I

Li rois monte de l'autre part i

Et bien .c. cheualiers auoeques, \

Si l'ont conuoie d'ilueques \

635 Dusc'a l'issue de la porte, j

Ne le quident uiue ne morte ]

la mais ueoir en lor eages, 1

Si dient ke c'est grans damages. j

TVE la puciele se départ 640 -"^Li rois et ele d'autre part Vers la forest s'est adrecie,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 23

La mule fiert de la corgie,

Ki ne cloce ne ki n'areste,

De son mantel cueure sa teste, 645 Si est en la forest entrée.

Et la nuis fu laide et tourblee

Et espesse si a merueilles

K'ele ne pot neis les oreilles

De sa mule très bien coisir 650 Et ele pense du ferir

Sa mule et entre maintenant

En une espesse moût très grant,

Plaine de ronses et d'espines

Cargies de noires fourdines 655 Et de cornilles a plente. f. 4d.

Tout ot son uis esgratine

Et deschire tout son bliaut,

De son cors li sans uermaus saut

En mains lius et a quelque paine 660 Icele uoie tant le maine

K'ele est entrée en une lande.

A dame dieu lors se commande

Et reclaime nostre seigneur,

Car onques mais paour grignour 665 N'ot eue que lors auoit.

Paour ot pour ce k'ele ooit

Ours et lions entour 11 braire

Et autres biestes tel bmit faire

De mainte diuerse manière 670 K'il n'est feme nule tant fiere

Ne hom, se il ilueques fust,

Ke du sens ne li esteust

Issir ains k'il en escapast.

Ains ke celé paours li past,

24 LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES.

675 Ki si très durement li grieue,

Vns si très grans tounoires lieue

Et uns espars ke il li samble

Ke ciels et tiere tout ensanle

Doiuent fondre et crauenter 680 Et apries ce oi uenter

Si durement k'en mainte place

Li grans uens les caisnes esrace

Grans et gros et porte auant lui.

Tel paour a et tel anui 6S5 La biele, k'ele ne set mie

Comment garandir puist sa uie,

Si se tient moût a entreprise

De la uoie k'ele a emprise

Et uolentiers s'en repentist, 690 S'au repentir uenir peuist,

Car de ce ne se prendroit garde.

Li uens remaint et ele esgarde

Vue flame deuant son uis

Si grant ke il li est auis 695 K'ele touche au ciel et est lee

Bien le trait d'une arbalestree.

Tout droit enmi li esgarda,

.IL hommes noirs ueus i a,

Ki par le feu ardant coroient f. 5 a.

700 Et d'une tieste se iuoient

D'un homme mort, ce li sambloit;

Eskiuer pas ne les pooit,

Si très pries de li se passèrent

Ke pour poi k'il ne le bruUerent. 705 S'en fu en paour et en doute,

En apries ce ot et escoute

Vne uois ki tel duel menoit

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 25

Ke nus raconter ne poroit

La complainte ne la dolour. 710 Et ele esgarde a la luor

Du fu, si uit un cheualier

Venir tout seul sans eskuier

Arme tout entierinement

Et regretoit moût durement 715 Vn cheualier ke il portoit

Mort deuant lui et si estoit

Armes sans heaume et sans escu,

Moût le regretoit k'il mar fu

Et se pasme sour lui souuent. 720 Et la damoisiele se prent

Au tost aler et si s'auance

Et la mule si tost li lance

K'ele pert de lui la ueue,

Puis a tant sa uoie tenue 725 K'ele a la capiele coisie^

Mais ele ne la passe mie,

Ains descent et est ens entrée

Et s'a ens auoec li menée

Sa mule au plus tost k'ele pot 730 De toutes les paours k'ele ot

Deuant eues, ce estoit

Noiens uers celés k'ele auoit

En cel point, adont se saigna,

Sa coupe bat et reclama 735 Nostre seignour moût durement

Et sa mère et puis esraument

Vait soi et sa mule mucier

Derier l'autel pour le cheualier

Ki tost apries li cheuauca 740 Vers la capcle et aprocha.

26 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

£t sachies bien ke il faisoit

Si grant duel comme il plus pooit.

Deuant la eapele descent

Et puis le mort cheualier prent

745 En ses bras, si l'apoie al huis De la gaste eapele et puis Si a son cheual atachie A .i. arbre et s'a apoiie Son escu et reuient au cors

750 Plorant et se commence lors A pasmer moût souuentes fois Si dolereus et si destrois Comme il ert k'il ne set k'il face, De duel toutes uoies l'embrace,

755 En la eapele le porta,

Maintenant ses mains desarma Et puis si ua s'espee traire, Vne fosse commence a faire Deuant l'autel au miels k'il pot,

760 Puis prent si com faire l'estot Le cheualier et le met ens, Lors se pasme de recommens Et fait tel duel k'il samble bien K'il l'amoit plus ke nule rien

765 Et bien uausist morir illueques. Puis entra en la fosse auoeques Por tout parfurnir son afaire Et dist: „Sire, or m'estuet il faire Ice ke nous me commandastes,

770 Quant nous de uie trespassastes ; Car ie n'en doi rien trespasser De quanque me puisse amender." Lors a prise la boine espee

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 27

Au cheualier, si l'a noee 775 Entor lui et commence a dire

Tout en plorant: „Biaus très dous sire De la cui mort i'ai grant enuie,

C'on nous trouuast ne desfouist 780 Nus ne nule, et nous deschainsist

Vostre espee. Puis k'il le chaigne,

la mais nul ior ne le deschaigne,

S'il n'est ausi d'armes proisies,

Si biaus et si bien entechies, 785 Con nous aues este a droit,

V se il estre ne le doit."

Et adont l'espee li serre

Et puis le kueure de la terre f. 5 c.

Et dist: Biaus sire, ie nous lais 790 Con le meillour ki soit ia mais

Ne ki poii; mais escu ne lance.

Tout issi com nous sans doutance

Fustes li miudres cheualiers,

Li plus biaus et li plus entiers 795 De tous biens et li plus uaillans

De cest mont ki tant par est grans,

Ait diex de uostre arme merchi,

Dont li cors gist en terre chi."

Lors pleure et si se repasma 800 Et quant il reuint, si rarma

Sa teste auant et puis ses mains

Si s'em part et a pris as rains

De l'arbre tantost son escu

Et si l'a a son col pendu, 805 Puis monte et se prent a l'errer

Et si ne fine de plorer.

28 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

PArtis se fu de la capele Li cheualiers, et la pucele

Ot moût bien escoute trestout 810 Pas pour pas a prendant escout,

S'en est derier l'autel uenue,

Si est de la capele issue

Por sauoir mon^ se cil s'en ua,

S'ot une frinte ki leua 815 De gent ki li est uis k'il uienent,

Ki font tel duel et le maintienent

Ke onques tels ne fu ois.

Ele se tenist a enuis

K'auoec de pitié ne plorast, 820 K'ainc mais, dont ele se menbrast,

N'oi tel duel dont la moitié

Eust au cuer si grant pitié.

Si en plora moût doucement

Et s'esmerueilla durement 825 Ki cil grans sire estre pooit,

Por cui cascuns tel duel faisoit

Et moût uolentiers le seust,

Se ele sauoir le peust,

Mais ele l'a laissie a tant. 830 Et cil ki uenoient bâtant

Lor paumes et menant grant duel

Et uausissent morir lor uoel

Ont le cheualier encontre, f. 5^.

Se li ont plorant demande: 835 „Senescaus, u est nostre sire?"

Et cil ki ne lor pot mot dire

Se pasme desous son cheual

Si c'a peu k'il ne chiet aual,

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 29

Mais li autre tenir le uont; 840 Et quant il renient, il respont

Si comme il pot foibletemeut

Si comme cil ki durement

Fu adoles, si lor a dit,

Ke il a fait sans contredit 845 Tout ice k'il li commanda

A sa vie, et lors commença

A conter ke riens n'i remaint,

Et il dient k'il les i maint,

Si uerront la fose u il gist. S50 „Non ferai, dist il, k'il me dist

Ke ion, quant enfoui l'auroie,

Se puis, ce dist, nous encontroie,

Ke retorner tous uous fesisse

Et a tous ensamble desisse 855 Ke por s'ame oster de dolour

A dame diu nostre seignour

Proissies." Commanda le il?"

Font il. Et il respont: „Oil."

„Et nous noir issi le ferons 860 Comme il dist, ne trespasserons

Chose k'il desist a sa uie."

A tant s'en part la compaignie

Et font tuit .i. deul merueillous ^

Et li senescaus auoec els.

865 T A pucele a moût bien oi

J^'il s'en uont, et lors s'esioi,

Car estre quida retenue.

Lor est deuant l'autel uenue.

Si s'agenoile et si a prises 870 Les pastures^ si les a mises

aO l.l ('HEVALIEHS AS .11. ESPEES.

Sour l'autel an ])ie de l'ymage;

Mais ii'i font pas inout loue estage,

Aius salent enmi le nioustier.

Lors n'ot il en li c'airier, 875 Moût par ot jurant paor de mort,

Si proie diu k'il le confort,

Et sa niere, et tantost reprent

Les pastures tout esraument, f. 6'

Si les a remises ariere. 880 Lors fu lie de grant manière, ^ Car ne se murent tant ne quant,

A son cuer en ot ioie grant.

Moût boinement lors les esgarde

Con eele ki bien se prist garde 885 De tout, maintenant s'aprecoit

Du drap ke li rois mis auoit

Sour l'autel, ki fu de sa cote.

Ore au primes uoit ele et note

Et bien se puet aperceuoir 890 K'il ci auoit este por uoir,

Car tele estoit comme il ot dit.

La pucele une pièce en prist

Com celé ki n'est esperdue,

A sa chainture l'a pendue 895 Et dist ke ore boin aler

En faisoit. Tantost uaut monter

Et ert ia dusc'al huis alee.

Quant il li menbre de l'espee

Ke li cbeualiers chainte auoit, 900 Ki en la capele gissoit;

Puis dist a soi k'en nulle guise

Ne l'i laira par couardise,

S'ele i deuoit perdre la uie.

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. ai i

A itant sa mule relie,

905 Si commence as mains a grater

La terre et le prist a gieter i

Tant k'ele sent le cheualier \

Et lors entent au deslacier 1

L'espee et tantost le desnoe.

910 Moût est lie quant ele est soe, ■{ Car a mont boine le tenoit Cil ki estrainte li auoit.

Lors le recueure et a priie ' Diu, ke de l'ame eust pitié

915 Au cheualier, lors chainst l'espee,

La mule prent, si est montée. ;|

Bien set ke oublie n'a rien |

Et il li menbre moût très bien !

De la parole que dit ot ^

920 Cil ki au miex k'il onques pot ]

L'auoit au cheualier estrainte.

' Au desehaindre ne s'est pas fainte, }

Mais deslachier pas ne le puet; f. e^. l

Lors pense bien ke il estuet ;

925 Au deslaicier auoir preudome, \

Si pense ke ia n'aura homme | A baron, s'ele puet tant faire,

Ke parfurni ait son afaire \

Et qu'a Garadigan reuiegne,

930 Coi k'entre uoie li auiegne,

- Se celui non ki tant uaura \

Ke l'espee li deschaindra. ]

Al

Itant encline a l'église, ■Si se saine, puis si s'est mise 935 En la lande et si ceuauca

32 Ll CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Mout tost tant k' au bus aprocha Issi cou la mule l'en uiainne, Si passe le bos a j;rant paine Ke son uis et ses mains deschire

940 Et sa robe ront et deschire

Si cou li sans uermaus en saut, Mais de tout ce petit li chaut. Puis k'ele a trespase le bos, A la porte vint demauois

945 De la cite, mais pas ne rueue A ouurir le, car ele trueue .X. cheualiers ki l'atendoient De par le roi. Kaut il le uoient, Si se sont bien .c. fois saignie.

950 Esbahi et esmerueillie

Sont trop de ce que il le uirent, Car ouques mais parler n'oirent Ke nus hom parole tenist De ce ke nus en reuenist.

955 Si li dient tuit: „Bien ueignies!" „Et uous boine auenture aies, Seignourî dist ele, menés moi. Se il uous plaist, deuant le roi. Si com il est drois et raisons."

960 Certes, uolentiers le ferons" Font il, lors l'ont menée droit La ou li rois Ris se gysoit.

TTEnue fu deuant le roi " La pucele sans grant effroi 965 Et il ot grant clarté laiens De cierges, et il })or les gens , K'il oi se fu esuellies f. 6 c.

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES. 33

Et de ce moût esmerueillies

Si fu il ke ses gens estoieiit, 970 Ki celé pucele ameuoient,

Ki auoit une espee cliainte;

Car ele l'auoit si estraiute

Entor li k'ele roidoioit

Au coste et li rois le uoit, 975 Si l'a tautost recoimeuc,

Car ele ot la car deronpue

Des ronsces es mains et ou vis

Et sa robe, ce li est vis.

Moût a resgardee la bêle 980 Pour ce k'il ne uit damoisele

Ne dame onques porter espee.

La pucele est auant alee

Et dist: „Dix nous saut, sire rois!"

Et il respont comme courtois: 985 „Dix nous doint ioie, damoisele."

„Ie uieng de la gaste capele,

Sire, et se nous ne m'en crées,

Les enseignes ueor poes,

Ke nous les me rouuastes prendre." 990 Lors s'agenoulle et li ua tendre

La pièce que du drap ot prise.

Lors sot k'ele i fu sans faintise.

Car les enseignes bien connoist.

„He las, dist il, comme or me croist 995 Paine et doluurs toute ma nie!

Or ai ie perdue m'amie,

Car bien sai ke ceste por uoir ^L^*- - Me uaura a seigneur auoir,

Si j)erdrai m'amie la bêle." 1000 Lors prist a rire la pucele

\A CHEVALIERS A8 .11. ESFEES. 3

34 Ll eu K\ ALI EUS A8 .11. ivSlM-.h.S.

Et dist: «Aues uous tel paour?

Naie, dist ele, sans freor

Soies^ car ia ne béerai

A uous, ne ia ne nous aurai, 1005 Ne ia ne uous en reueillies." ^fN^

Quant li rois l'ot, niout en fu lies

Et dist: „Pucele, demandes

Donques tout ce ke uous uoles,

Car il ert fait tout maintenant." 1010 „0r uous leues tout maintenant

Et puis si dirai mon uoloir."

Li rois uoit ke par estauoir t. od.

Conuient k'il faice son plaisir,

Lieue soi sans mettre loisir ' 1015 Con cil ki mentir ne soloit,

Et ele dist k'ele uoloit

K'il li deliurast sa cite

Et ke tuit fuissent fors giete

Si homme k'en prison estoient 1020 Et ueut ke ses pertes li soient

Rendues, si com proueront

Tuit cil ki rien nule en saront.

Apres si ueut k'il isse fors

De sa uille et se li iurt lors 1025 K'en sa terre mais n'entera

Nul ior ne mal ne li fera.

Et li rois Ris tout li otroie,

Con bien ke il greuer li doie, - Con cil ki de mentir ne ghille. 1030 Issus en est fors de la uille

Et auoec tuit si cheualier.

Lors commença a esclairier

Et li solaus fu leues ia,

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES. 35

Et li rois ki point ne taria 1035 A son senescal commande

Ke de tout soit si amende,

Con la pucele uaura diie,

Et ke tuit cil de son empire

Soient rendu, et restorees 1040 Les perdes selonc lor iurees

Maintenant, et li rois s'en uait,

Et si comme il dist, si est fait.

Ei

INsi s'em parti li rois Kis 'De Garadigan k'il ot pris> 1045 S'en remest dame la roine ' Et si en fu en la saisine

De kanqu'ele soit demander. ^

Ele fait deuant li mander

Ses damoiseles et ses gens. 1050 Ses baillius ki n'ert pas dolens

Le fist moût deboinairement.

Moût i uinrent ioieusement

Comme gent de prison issue.

Et li senescaus le salue 1055 Comme sa dame, et li enkiert.

En kel manière auenu iert

K'ele s'iert ensi deliuree f. 7 a.

Et ki ot ensi descliiree

Sa robe et li ot si mal mis lOGO Ses mains et son col et son uis.

Car sa biautes moût en empire.

Et ele lor commence a dire

De chief en autre tout l'afaire.

Paine me seroit du retraire, 1005 Pour ce si m'en tairai a tant.

36 LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

Li senescaus euquiert auaut Toudis et dist ke il saroit Moût uoleiitiers, si li plaisoit, Pour coi ele ot espee chaiiite.

1070 Car ueue auoit dame mainte Et mainte damoisele esrer, Onques mais n'ot ueu porter Espee a dame n'a pucele, N'aiuc mais ne uit auoir si bêle

1075 A home, tant deust ualoir.

^Laissies ester, ne puet caloir, Vous le saures encore bien." Lors a apelee Brangien, Vne pucele, et dist: „Metes

1080 Yaue es bacins, si Taportes Ici, si lauerai mes mains Et mon uis ki est trestous plains De sanc, et si m'aporteres La meillour ke nous troueres

1085 De mes reubes ki laiens sont." Celé et les autres tost le font, Que gaires n'i ont deraoure. En un bacin d'argent dore Li ont l'iauue caude aportee,

1090 Dont toute l'ordure a ostee, Ki si a sa faice empirie. Et puis après s'est despoulie, Si a uiestu blanke chemise. S'en a le gironnee mise

1095 (Dont gaires ne li embieli) Par entre les renges et li De l'espee ke chainte auoit. Car desnoer ne le sauoit

LI CHEVALIERS AS JI. ESPEES. 37

Ne paine a mettre ne li uaut. 1100 Puis uiest en son dos .i. bliaut Grant et panii d'un blanc samit,

V oit maint lioncel petit f. 7 b. D'or bordeis et esteletes

I auoit par lius et flouretes. 1105 Itele ot la reube entierine,

Cote et mantel, et fu d'ermine

La panne a sebelin bas noir. Et li conuint par estauoir Ke du bliaut les pans mesist

1110 Si con de la chemise fist

- Entre soi et le rengeure.

Puis chaint une estroite chainture A menbres d'or sor rice orfrois,

V pieres ot tels .c. et trois 1115 Ki ualoient .1. tressor grant.

Puis mist en son chief maintenant

Vn capel de pieres et d'or,

K'ele auoit ondoiant et sor.

D'acesmer mie ne se faint, 1120 Puis a dit ke on li amaint

Son palesfroi tout harnesie

Et on li a aparillie.

Et il fu biaus, blans et petis,

S'ot sele, u ot archons nantis 1125 A esmaus d'or fin et d'iuore,

Trestoute entaillie a trifoire;

S'ert d'or et de pieres li frains

Et si ot tout itels lorains.

D'un diapré estoit la sambue 1130 Bien blanc a oeure d'or menue.

Et quant il fu si atomes,

38 LI CHEVALIERS AS .U. ESPEES.

Si dist cascuns k'ainc ne fu tes ^ Nus plus biax ne miex atillies. Et quant fu tous aparillies,

1135 La pucele monta desus

Si biel atournee et moût plus ^ Ke par parole ne uous faic. Si boute son senestre brac As ataces de son mantel,

1140 S'en met et moût bien et moût biel Les pans entre li et l'arcon, Puis met .i. capel de paon - Sour son cliief ke caus ne li griet, Plaisaument sor la siele siet.

1145 En sa main comme bien aprise A lors une corg-ie prise. Dont toute ert d'yuoire la manee Et les frino-es de soie blance.

ft:

Vaut la pucele fu montée 1150 ^Si bien et si biel acesmee, S'est la plus biele créature - V aine ior se penast nature, Ke son sens n'i auoit celé. Son senescal a apiele, 1155 Si li a dit tout maintenant:

Toute ma terre uous commant Et mes cheualiers et ma gent Et mes puceles ensement Si comme a l'omme par ma foi, 1160 V durement me fie et croi,

Penses ent si comme il est drois. A la court Artu le roi uois Toute seule k'il l'estuet faire."

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 39

A itant comme deboinaire 165 Et france d'els se départi, Ses commande a diii et il li.

T

lOiit issi se met a la uoie Seule, que nus ne le conuoie,

La dame de Garandigan 1170 Ki tante paine et tant ahan

Ot pour sa tiere a deliurer.

Et ele se met a l'esrer,

S'oirre toute ior aiournee,

Tant s'est traueillie et penee 1175 Si con mix sot uoie tenir,

K'ele uit par .i. iour uenir

Vn moigne blanc, si le salue,

Mais il ne l'a pas entendue,

K'il entent as ses eures dire. 1180 Et ele ra dit: „Biaus dons sire!

Entendes a moi un petit."

Il s'areste et quant il le uit,

Si ne dist de grant pièce mot,

Bien cuida et merueille en ot 1185 Ke ce fust fantosmes u fee,

K'il ne cuidoit que estre née

Peust si biele créature.

Il le respont: „Boine auenture

Aies tu, se boine cose ies." 1190 Ele s'en rist et dist: „Sacie8

Ke maus espirs ne sui ie mie,

Mais dites moi par courtoisie f. 7 ^.

Du roi Artu, se nous saues.

Quel part il est, ne le celés." 1195 Et il dist: „Ie le laisai hui

40 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Bien matinet, quant ie m'esmui, A Carduel, et a fait g:rans ^^ens, Ce m'cBt uis, aiioec lui laiens De toute sa terre asambler."

1200 „I porrai ie liui mais aler De ior?" „liien i seres, Se nous autressi tost aies, Comme uous faisies or ains." La pueele se part a l'ains

1205 K'ele puet du moi<;ne et cliemine Moût tost et de coitier ne fine Sa mule et ûût tant ke uenue Est a Carduel, si a ueue La gent ki ia ert asamblee.

1210 A merueille l'ont esgardee Tuit, et sériant et clieualier, C'ainc mais ne uirent cheuaucier Feme ki espee portast. Et ele ke ne s'ariestast

1215 Legierement en est uenue

A court, mais n'est pas descendue, Ains entre en la sale a cheual, Si esgarde amont et aual, Si uoit le roi u se seoit.

1220 Li rois ke ia souspe auoit E la roine tout ausi. Cil ki de ce orent serui, Li canbelens ki la estoient Les napes ostees auoient,

1225 Et ele uint droit deuant lui: „Sire, boin ior aies uous hui Et toute uostre eompaiguie!*^ Dist olo, oi qiinnt il Ta oie

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 41

Il lieue la teste et le uoit 1230 Et cuide bien sauoir le doit

Ce k'ele est ilueques uenue.

Deboinai rement le salue

Et dist: „Bien sai ke uous queres,

Danioisele, par tans aures 1235 Secours, car i'ai mes gens mandées

Par tout et sont ia asamblees,

S'ont a demain l'afaire empris f. 8».

Pour aler desus le roi Ris

Ki a uostre cite asise, 1240 Ne sai s'il l'a encore prise;

Mais bien sai k'il assambleront

A lui lues qu'il le trouueront,

S'il ne s'en est ancois partis."

„Biaus dous sire, moût grans mercis. 1245 Ice ne uois ie pas querant,

Car ie rai tout a mon garant

Toute deliure ma cite."

„0r ueul ie k'il me soit conte,

Dist li rois, par kel auenture?" 1250 Et ele sans entrepresure

Li conte quan k'il li auint.

Comment ele ala et reuint

Seule a la capele et de nuis,

Et li conte tous ses anuis 1255 Et ke por ce k'ele est issue

De tel péril, li ot rendue

Toute sa terre li rois Ris;

Car il li ot en conuent mis

Pour ce k'il ne cuidoit k'ariere 12()0 Reuenist en nulle manière.

Et quant ele li ot tout dit,

42 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

S'a puis dit: «Oes un petit,

Biau pire, ke ie uieng eh a querre.

le tien de uous toute ma terre 1265 Et uous me deues conseillier,

Car nus ne me doit a moullier

Prendre se par uostre gre non;

Si uous uieng demander .i. don

K'escondire ne me deues." 1270 „Amie, dist il, descendes,

Lors si pores uostre boin dire." ■" „Vous le m'aures anchois, biau sire,

Donne, ke descendue soie."

Et li rois tantost li otroie.

1275 TSsi li creanta li rois

-*-Le don et chil comme cortois Pour le descendre uint auant. „Damoisele, d'or en auant, Dist il, poes uous bien descendre."

1280 Tantost le uait par les flans prendre, Si l'a moût souef descendue. Et quant il l'espee a ueue, f. 8^.

K'ele auoit chainte, si l'esgarde. „Damoisele, auons nous garde,

1285 Dist il, car aues chainte espee?'' Et la damoisele est alee Au roi et dist: „Vous ne saues, „Biau sire, quel don uous m'aues Donne, si uoel ke le sachies.

1290 le uoel k'a seignour me doignies Celui ki si uaillans sera, Ke ceste espee me pora Deschaindre, sans rien empirier

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 43

Et sans les renges depichier, 1295 Ki n'i sont pouries ne nies,

Et cil pora estre moût lies, - Ki de moi aura le saisine.

le sui de roi et de roine

Fille, ce sacies nous de uoir, 1300 Et sont mort ne i a autre oir

Ke moi, ki tieng toute la terre,

Et si poroit on bien loing querre

Plus rice de moi et plus biele."

Certes, c'est bien uoirs, damoisele, 1305 Vous ares le don uolentiers,

S'il ne remaint es cheualiers

Ki au deschaindre asaieront

Et ie cuit k'il i meteront

Moût uolentier entente et painne." 1310 Tantost son senescal demaine

Keu de maintenant en apiele:

„Senescaus, ceste damoisiele

Et la terre uoel ke preignies

Par couuens ke nous deschaingnies 1315 L'espee si comme ele a dit."

Et Keux se lieue sans respit,

S'en est aies le roi au pie;

Et li rois l'en a redrecie

Et dist ke il ne le peust 1320 Miels emploier ke il seust

N'a nului ne l'eust tant chiere.

Et Keux fu lies de grant manière

Et uint uers la pucele droit,

Demanda li, s'ele otroioit 1325 Ice ke li rois auoit dit.

„Oil, sire, sans contredit"

44 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Dist la pucele et Kex a tant f. go.

Saisi les renges maintenant,

Mais tant n'i paine ne trauaille 1330 C'au deslacliier moût bien ne faille,

Car miex noent ke plus s'esforee.

Et quant il uoit ke n'i uaut force,

Si les lait et dist: Déliait ait,

Damoisiele, ki por nul i)lait 1335 I metera ia mais ses mains."

„Auoi, mes sire Kex, au mains

Aues uous uilonie dite.

le uous claim bien a tous iours quite,

la noir de moi ne seres sire." 1340 Et il s'en uint plains de grant ire

Au roi et dist: „Asses pores

Prometre cui ke uous uaures

La dame de Garadigam. - le quit ke nus deschaigne oan 1345 L'espee k'ele a au coste,

Legierement seront oste

Tout du droit ploi de la coroie.

la diex ne doinst ke nus hom ioie

En ait ne ia a chief en traie." 1350 Li rois le senescal apaie

Au plus k'il puet et la puciele.

Et mon seignour Ywain apiele

Tantost et dist: „Auant uenes.

Amis, ceste dame prendes 1355 Et toute sa terre et ses fies

Par issi ke uous deschaignies

L'espee, s'on le puet deschaindre.

le ne sai ki se deust plaindre

De tel terre ne de tel dame,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 45

1360 Se il le puet auoir. Par m'ame! ']

Vostre ert, se faire le poes." ^ Et nies sire Ywains est aies

Le roi au pie sans merci rendre, ]

i

Lors s'en ua la sans plus atendre, ]

1365 Et dist: „Dame, i'assaieroie, * ;;

S'il uous plaisoit, se ie poroie ]

Celé espee pour nule rien j

Deschaindre." «Sire, moi plaist bien" ]

Dist ele, et il s'en entremet. ;

1370 Mais ke plus grant trauail i met, :

Et il plus fort la melle et noe. f. 8 d. ]

Lors set il bien ke ia n'ert soe, :

Quant il ne le puet deslacier. ]

„Dame, or i puet bien essaier, ^

1375 Dist il, autres ki miels uaura, 1

Car ia par moi ne uous sera }

Si com moi samble deslacie." \

Et celé remaint moût irie ]

De ce ke si preudom i faut. \

1380 Des ore en auant ne li caut, ; Ce se pense, ki i essait. Ne quide ke hui mais nus l'ait.

Car n'i set si boin ne si biel. \ Li rois apiele Dodiniel

1385 Le saunage, puis se li dist i Tout ausi comme as autres fist.

Et il eu nient uers la pucele \

Et esgarde k'ele est si biele ;

Et pense ke boin nés seroit i

1390 Cil ki si biele famé aroit.

Et il essaie sans soi faiudre l

Et quide l'espee deschaindre ]

Ll CHEVALIERS AS .II. ESPEES. |

Mais n'i fait el ke fait auoient \

Cil ki essaie s'i estoieiit, j

1:^95 Puis s'en retorne tous iiontcus. ;

Lors ne fu pas li rois ioieus, i Ains s'esnierueille ke ce ert,

Tantost a la puciele enquiert, \

V ele ot prise tele espee i

1400 Et ki li ot ensi noee \

Ke nus n'en puet uenir a chief. \

Ele li conte tout de chief i

Du mort cheualier et comment :

Cil auoit fait son orement, i

1405 Ki dedens la fosse le mist ^

Et les paroles ke il dist, \

Comment le prist puis et l'a chaint. ] Et la parole a tant remaint, Li rois le fist laissier ester,

1410 Et dist: „Ales nous reposer, '

Biele, nous en aues mestier, j

N'i ferai liui mais essaier j

Cheualier nul ki soit chaiens." ]

Celé uoit bien ke c'est noiens, i

1415 8'otroie ce ke li rois dist. 1.9».

Et la roine moût bien fist,

Ki o li la pucele en maine ] En ses chambres et moût se paine

De l'aaisier quan k'ele puet

1420 K'ele set bien k'il li estuet. I

Si manga et fu bien seruie ^

Et si ot bêle compaignie '>

Ki li a grant solas tenu. ^ Et quant saisons de couchier fu,

1425 Li lit furent apreste tuit. :

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 47

Celé con bien k'il li anuit A a force sa reube ostee Par sous les renges de l'espee Du miels k'ele le puet sachier, 1430 Puis si se uait a tout coucbier.

a;

V matin quant il aiorna ■Li rois se lieue et atorna Et la roine fu leuee, Et la (lamoisele a l'espee

1435 Se ratourna par graiit loisir, Et li rois uait la messe oir Et la pueele auoec lui uint, Mais ici trop li mesauint, K'ele uint armée au moustier.

1440 Et li rois oi sans targier

La messe et s'en uint maintenant Et la bêle li uint deuant Et dist que de li li souueigne Et ke son couuanant li tiegne,

I44r. Ke l'espee li grieue moût. „Bele, ie le nous tenrai tout, Dist il, mais souffres .i. petit." Et il fait mander sans respit Les .ccc. et sissante sis.

1450 Et il i ueinent, ce m'est uis, Mais li nies le roi n'i uint mie, Car il ert en cheualerie Aies, et Tors li fils Ares Et Geriies ert apries aies.

1455 Icil troi sans plus i faloient, Tuit li autre a la court estoient Et erent tuit deuant le roi.

48 Ll CJIEN ALIEUS A!S .11. K8PEES.

Et li rois dist: Seigneur, i'otroi

Ceste demisele et sa terre f. 9 b,

1400 Celui ki le porra conquerre Par si ke l'espee descliaigne, Ne ueil ke nus eu i remaigue, Ki ne s'i soit liui essaies." Moût est chascuns endroit soi lies

1465 Et ne cuide pas k'il i faille. Cascuns i assaie et trauaille, Mais n'i font nés ke cil deuant. Et li rois a dit maintenant As .xx.m. ke il auoit

1470 Assambles por ce k'il deuoit Contre le roi Ris cheuaucier, K'il i aillent tuit asaier. Si assaient, mais rien n'i font. Et quant trestuit failli i ont,

1475 La pucele s'esmaie moût,

K'ele quide bien tout de bout, Ke mais n'ait seigneur en sa nie. Or ne se pardoute ele mie K'il ne soit très boins cheualiers

1480 Et de boues teclies entiers Ki l'espee li deschaindra, Et bien auenu li sera, S'ele auoir le puet a seigneur. Car ele aura tout le mellour

1485 Ki soit tant con li mondes tient. Toute esbahie au roi en nient Et dist que conuenant li tiegne. „Atendes, dist il, tant k'il uiegne V Gauuains u Gerfles u Tors,

1490 S'a cief n'est trais par 1er effers

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 49

Cil afaires, ne sai ke dire."

„ratendrai, dist ele, biau sire,

Quant ore amender ne le puis

A mon chois." Et li rois a puis 1495 Dit ke on maintenant mesist

Napes, et asseoir fesist

Ces cheualiers, et on si fait. ^ - Et il meismes lauer uait

Et la roine, et sunt assis 1500 Et li rois manga moût pensis.

q:;

jVant mengiet oient a loissir \t quant le roi uint a plaisir,

Si a on les napes ostees, t. 9 c.

Et quant il ot ses mains lauees 1505 Et il fu ades moût pensans:

Vns ualles biaus et gros et grans

Et apers et plains a droiture

De toutes biautes ke nature

Puet en un cors d'omme asseoir, 1510 Et si ne pooit pas auoir - Plus de .ij. ans auoeques .xx.

D'eage, deuant le roi uint

Et dist: „Sire, quant auant ier

Mut de cort por aler cerkier 1515 Les auentures par la terre

Vostres nies, si nous requierre

Ke cheualier me fessissies,

Quele eure que nous oriies,

Ke nous en uauroie semonrre, 1520 Ne nous n'en uausistes respondre

Autre cose que tout issi

Comme il dist, la uostre merci,

LI CUEVALIERS AS .11. ESPEES. 4

50 l,i (HKVAl.lKUS AS .II. 1ÙS1*EES.

Et ic nous scmoij^ de coiuient." VA li rois le uit g:rani et gent

\.,i.. FA. si bien fait, ce li est uis, K'il n'estoit, k'il seust, bon uis Si biaus d'asses, coii cil estoit. Se li seoit moût et plaisoit, K'il ne uit onques, k'il seust,

ifiHO Cors d'omme u tant auoir deust Proece, s'en lui ne faloit; Et des ore mais tort auroit; S'il li ueoit cbeualerie, Quant eages ne li toit mie;

1535 Se li dist kc il le fera

Cheualier, (juant il li plaira Sans arrester et sans seiour. Et il li dist: „Sire, bui cest ior Estre le uoel." „Et ie l'otroi.

1540 Ken, dist il, foi ke deues moi, Cest uallet a ostel menés Ore endroit, et si nous pênes De querre lui quan k'est mestier A faire nouuel cbeualier

1545 Sans mètre nul arresteraent." „Sire, a uostre commandement."

TSsi con li rois dist, si fait ^ f. 9^.

-*-Li senescaus, et cil s'en uait Por soi lauer et por bai^nier 1550 Et Kex li fait apareillicr

Robe d'un boin uermeil samit. Quant il fu uestis, si ne uit Onques nus bom plus biele rien. La reube li seoit si bien

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES. 51

1555 Ke il sambloit c'a tout fu nés.

Et mes sire Ywains est entres

Laiens, et asses cheualier;

Il meismes li uait caucier

Vn esporon desus la eau ce 1560 De drap roe, l'autre li cauce

Gales li caus, et puis montèrent

Ensamble, et a la cort alerent.

Mené l'a par l'une des mains

Deuant le roi mes sire Ywains, 1565 Si l'esgardent tuit a merueille

Et dient ke ne s'apareille

A lui de cors ne de biaute

Nus ki soit ne ki ait este

Ne u il doie auoir autant 1570 Proece ne bien par samblant, - Se corages le uielt souffrir.

Et li rois uait uespres oir,

Puis menguent, après mengier

Vont a lor ostels cheualier, 157b Et cil uait ueillier a l'église,

S'ot au matin tout son seruise

Et puis a son ostel ala

Vn petit dormir et menga

Et dist, c'on l'esueillast lues droit, 1580 Ke li rois Artus leueroit.

Et on si fait et il se lieue

Et s'atorne ke ne li grieue.

Et uiest une cote a armer

En son dos d'un drap d'outre mer, 1585 Puis s'arme si biel comme il pot

De quan c'a cheualier estot

Por assalir et por deffendre,

4*

LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Apres monte sans plus atcndre,

Si est en la sale uenus 1590 Tous seus et si est descendus

Et a son escu apoie t. i()«.

Et se glaue, et uint tout a pie

Tous seus dusques deuant le roi

Et dist: „0r ne faut mie en moi, 1595 Sire, fors que Tespec cliaindre."

Et li rois en fait lors ataindre

Vne k'en ses cofrcs auoit,

Ke moût tenoit chiere et amoit,

Si li chaint et li a donnée 1600 Si comme il deuoit la colee

Et dist: „Diex te faice preudomme,

Car ie ne ui onques mais homme, - Se tu n'as maluaiste a mestre,

V proece doie miex estre, 1605 Et diex te gart, car trop es biaus."

Lors dist li cheualiers nouuiaus:

„S'il nous plaisoit, i'essaieroie,

Sire, se deslaicier poroie

Celé espee." Et il li otroie. 1610 Et il lies et mont plains de ioie

En uient uers la pucele droit.

„Damoisele, s'il nous plaisoit,

I'essaieroie uolentiers,

Dist il, puis que sui cheualiers, 1615 Se ie ia deslacier poroie

Ces enrengeures de soie."

Et la biele respont sans ire:

„Ie uoeil bien, dist ele, biaus sire,

Ke nous uostre entente i metes." 1620 „Damoisele, donques montes

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 53

Sour cel dois, car a cheual sui,

Si me feroit ia grant anui

Ains que de si haut i touchaisse."

„Vous désistes que ie montaisse 1625 Par uostre grant mesauenture.

Vous tornast il donc a laidure,

Se deuant moi descendissies ?

Asses estes outrequidies,

Quant tant clieualier a deuise 1030 Preu et uaillant i ont main mise

Et i ont tuit falli mont bien,

Et uous ki n'aues encor rien

Fait d'armes, n'encor ne saues,

Se uous ia nule rien uaurres, 1635 Me commandes si richement f. lob.

Monter sus le dois! Et comment

K'il auiegne, g'i monterai

Ne ia uoir d'orguel n'i serai

Ne de uilonnie retee." 1640 A tant s'est sus le dois montée

Et li cheualiers en nient la

Trestout a cheual et si a

Prises les renges, ses desneue

Ausi comme il fesist la seue, 1645 Si l'a chainte par de desus,

Et s'en torne sans dire plus

N'au roi ne a la damoisele

N'a cheualier; et si l'apiele

Li rois et si dist: «Retornes, 1650 Cheualiers, car auoir deues

La damoisele, a cui apent

Garadigans entièrement, »

V seignorie a biele et grant."

54 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Mais bien sacies que nul samlant 1055 Ne fait li clieualiers, k'il l'oie, Aius se met tous dis a la uoie Et li rois n'en est mie lies, K'il s'en uait, s'en est merueillies. Car cil oit este longcment IGGO A cort et ne sot nus comment

- Fors biaus ualles a non auoit

Dist Kex: „I1 s'est bien fais a droit Apieler et bien baptisier. A non doit auoir sans cangier 1005 Li cbeualicrs a .ij. espees,

- Ausi en a il .ij. torsees,

Nul autre non auoir ne doit."

- Cil entreus ke il s'en aloit, Se pense k'einsi se fera

1070 Nommer ne autre non n'aura.

d;

iE cort se part en tel manière

Cil ki ne uielt por la proicre

Du roi a la cort remanoir,

Ains s'auance a tout son pooir,

1075 Passe et les uilles et les près,

Tant k'en la forest est entres;

Car la droite uoie n'eskieue.

o

La pucele rcmest peusiue Enmi la sale et esbabie,

1080 Quant si haute cbeualerie

Et dont si lonc li renons cort Con lor renomme de la cort Li .ccc. et sissaute trois Et li .XX. mille que li rois

1085 Ot assamble, falli auoient

10^.

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 55

A l'espee, ki tant estoient

Prosie d'armes et adure;

Et cil oui on ot adoube

De nouuel et rien n'auoit fait 11)90 A toute l'espee s'en uait, ^

K'il ot si de legier eue;

Tant k'ele s'est aperceue

Des paroles au clieualier

Ki l'autre enfoui au moustier, 1095 Si s'apensa ke s'il iestoit

Ausi preudon, il le seroit,

Et ausi biaus sans nule faille.

Adont ne laisse c'al roi n'aille

Et si le semont de couuent. 1700 „Amie, n'en doutes noient!

Car tost après enuoierai."

A soi apele sans délai

Quatre ki moût par sunt eslit,

Mon seigneur Iwain et Ellit 1705 Et Saigremor et Dodinel.

,,Seignour, le cheualier nouuiel,

Dist il, uoeil que nous m'ameignies.

Aies, si nous apareillies

De toutes armes et montes 1710 Isnelement et si gardes

K'auant ne le laissies aler

Et sacics comment apeler

Se fait." „Tout a uostre commaut,

Sire" font il, et maintenant 1715 De lor armes armer se font.

Lors montent et aqueilli ont

Lor uoic et uont grant alcure

Si con li chemins a droiture

56 LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES.

Les maiue, et l'ont acousui. 1720 Mes sire Yiiains ki Tôt sui

Plus tost cou cil ki ne se faint

Deuant les autres l'a ataint

Si ke tous ses cbeuaus tressue f. lod.

Et li dist: „Li rois nous salue 1725 Et mande k'arrierc uiei^nies,

Cheualiers, et si nous diies

Comment uous estes apeles."

Li cheualiers s'est arrestes,

Ki ot en lui sens et mesure, 1730 Et a dit: „Grant boine auenture

Ait il et uous ki m'aparles.

Autre non, ke mes sire Kex

Me mist, nommer ne me saroie.

N'oi m'apeler en ma uie 1735 Fors le bel uallet, et moi poise

Ke li rois uous dist ke ie uoise

A cort; mais ne puet auenir.

Trop ai ^rant cose a parfurnir,

Si ne porroie aler arrière; 1740 Et se il en nule manière

Peust estrc, tout a estrous

Ketorneroie ie por uous,

Car uous m'aues a cort serui

Et fait honnour, uostre merci, 1745 Et ie m'en lo a mon pooir."

„I1 uous conuient par estauoir,

Dist mes sire Yuains, retorner,

Car li rois me fist creanter

Ke ie arrière uous menroie 1750 Et uostre non dcmanderoie;

Si uous i menrai, se ie puis,

LI CHEVALIERS AS .IL ESPEES. 57

N'autre iu partir ie u'i puis Fors un, u que uous reuieguies V que la bataille enpreignies 1755 Vers moi." „le l'enprendrai ancois, Mais or ert certes sor men pois."

Itant se sont eslongie ■Et orent le cemiu laissie

Et sont entre eu la cliampaii,^ue, 1760 S'ot cliascuns grant clieual d'Espaigne

Fort et bien alant et isniel,

Cliaseuns met l'escu en cantiel

Et la grosse lance sor fautre,

Lors muet li uns encontre l'autre, 1765 Tant cou cheuaus les puet porter.

Et mes sire Yuains au iouster

Si très fort la lance pecoie f . 1 1 «.

Ke les esclices en enuoie

Si haut ke nus ne les ueist. 1770 Cil as .ij. espees coisist

Haut et droit et il l'a féru , Si ke l'escu li a cousu

Au brac, et le brac a l'aisele.

Lors firent la torueboiele 1775 II et li cheuaus en .i. mont

Si k'il ont les pies contremont

K'a peu k'il n'ont les cols brisies.

Et mes sire Yuains est iries

Et honteus, si est reloues I7S0 Et ses cheuaus s'en est tornes

En noie et il le cuide prendre,

Mais il ne le uolt pas atendre,

Ains l'ot ia graut pièce eslongie.

58 LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

Et ((liant il est issi a pie, 1785 Cil as .ij. cspees s'en uait. ^

Quant Saigrenjors uit k'il ot fait

Issi de mon seigneur Yuain,

A lui s'eslaisse tout de plain

Et ((uide ])ien uenjner la honte. 17'.H) Mais kc feroie plus lonc conte?

Cil as .ij. espees assamblc,

Cheualier et chenal ensamblc

A enuoie tout en un mont.

Li autre doi ki après uont 171)5 loustent ausi, mais u'i l'ont plus,

Ains des .iiij. n'i remest nus

K'il n'abatist o le chenal,

Ki fuient amont et aual

Et cil les uont a pie cacant. 1800 Cil as .ij. espees a tant

S'en part et prent a cheuaucier.

Cil se raetent au repairier

Tuit .iiij. a pie tant ke il uienent

En la sale, u mont grant plait tienent isor» D'els cil qui les uoicnt uenir;

Car ne cuidoicnt k'aueiiir

Peust por nule rien ki soit.

Et tantost con li rois les uoit,

Il dist: „V est li cheualicrs? 1810 Aues le nous laissie arricrs?

Por coi n'est il auoecjues nous?" f. iib.

Certes, sire, ce poise nous.

Mais ne le poons amender.

Par autrui le poes mander, 1815 Car par nous u'i uenra il mie,

Asses nous a fait uilouuie,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 59

K'il nous .1 tous .iiij. abatus,

A peu k'il ne nous a rompus

A nous et nos cheuaus les cols. 1820 Aine mais ne ueismes tels cops

De lance a cheualier donner."

Quant la pucele Fot loer

Issi, se pense en son cora«,%

Ke il ert, s'il uit, par eai^^e 1825 Li mieudres cheualiers du mont.

Lors uient au roi et le semont

Et dist que conuenant li tiegne.

„Amie, atendes tant k'il uieguc

Gauains et si doi compaignon. 1830 la n'en soies en soupecon,

Car ies enuoierai après.

Il a passe demi an près,

Ke ne les ui, ce poise moi.

le doi aler sus Ris le roi 1835 Ki m'a si grant honte mandée.

Ma gent ke i'ai ci assamblce

Ne uoel ore pas départir."

„Sire, puis k'il m'estuet soutfrir,

Et ie uolentiers soufferai. 1810 Mais i)ar foi, ie ne m'en mouurai

De cort, con bien k'atendre doie,

Dcuant ce ke seure soie

D'auoir trestout mon conuenant."

„Damoisele, et ie le créant."

ib45 TSsi ( J-Li c

ot ses ioustes outrées lieualiers as .ij. cspees, Et il chcuaucc sans ariest, Et trespasse mainte forest,

60 LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES.

Si uaiiit touB les tornoicincns

Ib50 Et j)asse les enchauceinciis

Par tout si fors cou il les trcuue Et fait taut d'aruies et s'espreuue Plus eu .ij. mois k'auties n'eust Aine eu .ij. aus, ke on seust,

1855 Et li auint si k'auenture,

Taut soit fors, cuuers lui ne dure, Et achieue ce ke ne fist Cheualiers ki ouques nasquist; S'en uait i)ar tout la renommée

18()0 Et taut k'a la cort est contée De cels qui dire l'ont oi. La pucele moût s'esioi En son cuer et si a raison De ce ke il akeuit tel non,

1865 Le roi semont asses souuent K'il ne li falist de couuent Et il li dist par grant doucour K'ele n'ait ia nule paour Ne doutance de nule rien.

1870 „Biele, dist il, ie cuit mont bien, Se nous de ci nous mouuiens, Vostre afaire hasterions. Car en alons a Clamorgan." La dame de Garadigan

1875 Dist k'il faice sa uolente. Car son cuer a entalente De faire trestout son plaisir. Lors s'esmeuuent par grant loisir Et uont a Clamorgan tout droit,

isho N'i rcmaint nus ki de cort soit. Et li rois ou chastel seiourne,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 61

Huit iors tous entiers ne s'en torne, Mais nouele nule ne nient Ne auenture n'i auient, 1885 Si en est li rois moût iries, Et mont s'en est esmerueillies.

TTN ior ot au digner li rois Mangie et sist encore au dois,

Car sa coustume estoit iteus; 1890 Et furent aie as osteus

Por déduire et por solachier

Par la uille li cheualier

Et fu a maisnie eschierie

Auques, car laiens n'auoit mie 1895 De cheualiers plus de .vij. uins

Et ne fu au dois ke soi quins

Au plus, lors commence a penser.

Es nous k'entrent sans mot sonner

Dusqu'a .x. cheualiers laiens, f. ud.

1900 Si ert chascuns forment dolens

Par samblant, et arme estoient

Et une litière menoient

Couuerte d'un uermeil samit,

S'erent doi palefroi petit 1905 Atele deuant et deriers.

Dedens gisoit uns cheualiers

Ki naures ert d'un tronc de lance

Parmi le cors dont grant pesance

Orent li autre, ce sambloit. 1910 0 la plaie du cors auoit

Encore .i. grant cop d'une espee

Parmi la teste et l'ot bendee,

Si fu mont atains et greues;

62 LI CHEVALIERS AS .11. ESPEES.

Et il ont les heaumes leues, 1915 S'ont le roi Artu conncu.

Lors sont il tuit .x. descendu

Et si ont la litière i)rise

Et as pies le roi tout droit mise

Deuant le dois et mot ne disent, \\)2{) Entor la litière s'assisent,

Si commencent tel duel a faire

Ko nus ne le ])oroit rctraire

Pour homme ki encor fust uis.

Et li rois en est moût pensis 1925 De ce k'areisnie ne l'auoient,

Merueilla soi ki il estoicnt

Et ki li cheualiers estoit,

Ki en la litière gisoit,

Pour cui il sont si adole. 1930 Lors a deuant soi apele

Mon seigneur Yuain, si a dit:

„Aues nous ueu le despit

Ke cil cheualier ci fait ont,

Ki deuant moi assis se sont 1935 Ne ne sui de nul arraisnies?

Aies i et si encerkies,

A cui il sont et dont il uenent

Et ki cil ert, ke si kier tenent,

Ke por lui sont issi mari 1940 Et ki cil est ki le feri

Issi et ou chief et ou cors."

Et mes sire Yuains en nient lors

A eus, et si com le commande f. 12».

Li rois, tout issi lor demande 1945 Mot a mot, mais nus ne respont

Ne nul samblant entr'aus ne font,

LI CHEVALIERS AS .II. ESPEES. 63

Ke nus d'eus l'oie ne ne uoie.

Et il du demander s'asproie

A enchaus et se trait auant, 1950 Mais nule rien ne kc deuant

Ne dient, si s'est merueillies

Mes sire Yuains et est iries,

K'il samble ke soit aatine,

Si s'en nierueille la roine 1955 Et tuit cil ki laiens estoient.

Estes nous ke reuenir noient

.X. cheualiers en tel manière

Con deuant, et une litière,

S'ert couuerte d'un drap roe i960 Et il sont ensi tuit aie

Celé part u il ont ueu

Ke la première mise fu,

Si l'ont par dcles l'autre assise

Et fisent duel en autre guise 1965 Ke n'auoient fait li premier,

K'il ot dedens .i. cheualier

Ki se plaignoit si durement,

K'il cuidoient certainement

K'il deust sans arrcst morir; 1970 Car l'anguisse ne pot souffrir,

K'il auoit l'espaule perchie

D'une glaue et la liance brisie;

Et por ce tel duel demenoient

N'onques a homme ne parloient, 1975 Ki fust en la sale laiens.

Et de l'cnquerre fu noiens,

Ke ia nus nul samblant en faice

Du dire por nule manace,

S'en est moût li rois courecies.

64 LI CHEVALIERS AS II. ESPEES.

1980 Et ke il est ensi irics,

Et la tierce litière uint

Et tout autresi se contint

Comme les autres de deuant

Et i ot cheualiers autant. 1985 Et ke feroie ])lu8 lonc conte? - Ensi i en uint .ix. par conte,

Et tout aussi con la première t. 12 »^

Fist, si fist chascune litière

Et furent toutes les a les 1990 Deuant le roi. Il est aies

Por demander de quel part uienent

Tuit cil chcualier et il ticncnt

Les testes basses sans mot dire,

Et li rois en entre en grant ire, 1995 Si ne fine de demander;

Mes nel uoelent nés esgarder

Ne dire mot grant ne petit,

Sel tient li rois a grant despit.

EN l'ire que li rois auoit

^

2000 "'-■Et ens ou grant courons il uoit .XX. cheualiers armes uenir Et li samble a lor contenir Ke trestuit moût preudomme soient. Cil .XX. cheualier amenoient