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SITZUNGSBERICHTE

DER KAISERLICHEN

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

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PHILOSOPHISCH-HISTORISCHE CLASSE.

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CXXI. BAND.

JAHRGANG 1890.

(MIT EINER TAFEL)

^JWIEN, 1890.

IN COMMISSION BEI F. TEMl'SKY

BUCHHÄNDLER DER KAIS. AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

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PHILOSOPHISCH-HISTORISCHEN CLASSE

DER KAISERLICHEN

AKADEMIE DER WISSENSCHAFTEN.

HUNDERTEINUNDZWANZIGSTER BAND.

(MIT EINER TAFEL.)

WIEN, 1890.

IN COMMISSION BEI F. T EM FS KT

BUCHHÄNDLER DER KAIS. AirAmtMig DER WISSENSCHAFTEN.

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Druck von Adolf Holzhausen, k. und k. Hof- and UmversiULta-Bnohdrucker in Wien.

INHALT.

I. Abhandlung, v. Kockinger: Berichte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels. XIII.

II. Abhandlung, v. Harte 1: Patristische Studien. II. Zu Tertullian ad naliones.

III. Abhandlang. Büdinger: Ca tu 11 und der Patriciat. Eine historische

Untersuchung. IT. Abhandlang. Schmidt: Columbus' Fahrt nach Tunis. (Mit einer Tafel.) V. Abhandlung. Kukula: Die Mauritier Ausgabe des Augustinus. Bin Beitrag zur Geschichte der Literatur und der Kirche im Zeitalter Ludwigs XIV. I. Theil. Q Tl. Abhandlang, v. Hartel: Patristische Studien. III. Zu Tertullian ad neUione», de testtmotiio anfaule, scorpiace.

VII. Abhandlung. Manitius: Beiträge zur Geschichte frühchristlicher Dichter im Mittelalter. H. Till. Abhandlung. Tomas chek: Topographische Erläuterung der Küstcn- fahrt Nearchs vom Indus bis zum Euphrat. O IX. Abhandlang. H. Schenkl: Bibliotheca patrum latinorum Britan- mca. I. X. Abhandlung, v. Rockinger: Berichte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels. XIV.

XI. Abhandlung. Krall: Studien zur Geschichte des alten Aegypten. IV. Das Land Punt. XII. Abhandlung. Reinisch: Das Zalwort vier und neun in den chami-

tisch-semitischen Sprachen. XIII. Abhandlung. Mussafia: Sulla critica del testo del romanzo in fran- cese antico Ipomedon. ^ XIV. Abhandlung, v. Hartel: Patristische Studien. IV. Zu Tertullian de oratione, de baplisnio, de piidicüia, de ieiunio, de anima. XV. Abhandlung. Kirste: Die Aussprache des Visarga.

a*

I. SITZUNG VOM 8. JÄNNER 1890.

Se. Excellenz der Präsident gedenkt des Verlustes, den die Akademie durch das am 27. December v. J. erfolgte Ab- leben des w. M. Dr. Alfred Freiherrn von Kremer, k. k. Minister a. D., erlitten hat.

Die Mitglieder erheben sich zum Zeichen des Beileides.

Herr Hofrath Dr. Karl von Scherzer, k. und k. General- Consul in Genua, übersendet eine von ihm verfasste N^crologie: ,Le baron Karl von Czoernig'.

Die Savigny-Commission übergibt zur Aufnahme in die Sitzungsberichte den XIII. der »Berichte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels' von dem c. M. Herrn Dr. Ludwig von Rockinger, Director des All- gemeinen Reichsarchives in München.

Das w. M. Herr Hofrath Wilhelm von Hartel legt für die Sitzungsberichte ,Patristische Studien. II. Zu Tertullian ad nationes1 vor.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Acade*mie, Boyale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique: Bulletin. 59* annee, 3e serie, tome 18, No. 11. B nix eil es, 1889; 8°.

Akademie der Wissenschaften, k. ungarische: Archaeologiai Ertesitö. IX kötet, 5. szam. Budapest, 1889; 8n.

Göttingen, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89: 92 Stücke 4° und 8^.

VI

Institute, tho Anthropological of Great Britain and Ireland: The Journal. Vol. XIX, Nr. 2. London, 1889; 8°.

Johns Hopkins: University Circulars. Vol. VII, Nrs. 60—68. Baltimore, 1888; 40.

Maatschappij der Nederlandsche Letterkunde te Leiden: Tijdschrift voor Nederlandsche Taal en Letterkunde. I.— VIII Jahrgang. Leiden, 1881 bis 1888; 8<>.

Mittheilungen ans Justus Perthes' geographischer Anstalt von Dr. A. Peter- mann. Ergänzungsheft Nr. 96. Gotha, 1889; 4°.

Revue, Ungarische: 1889. X. Heft, IX. Jahrgang. Budapest, 1889; 8°.

Societä, storica Lombarda, Archivio storico Lombardo: Giornale. Serie 2a, Fase. 24. Milano, 1889; 8°.

Sociätä de Geographie: Compte-rendu. 1889. Nos. 15, 16 et 17. Paris, 1889; 8°.

Society, the Royal geographical : Proceedings and Monthly Record ofGeo- graphy. Vol. XI, Nr. 12. London, 1889; 8°. — the Scottish geographical: The Scottish geographical Magazine. Vol. VI, Nr. 1. Edinburg, 1890; 8«.

Verein, historischer für Niedersachsen : Zeitschrift. Jahrg. 1889 und 51. Nach- richt über den historischen Verein für Niedersachsen. Hannover, 1889; 8°.

Würzburg, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 216 Stücke 4° und 80.

IL SITZUNG VOM 15. JANNER 1890.

Se. Excellenz der Präsident macht Mittheilung von dem am 10. d. M. erfolgten Ableben des ausländischen Ehren- mitgliedes Ignaz von Döllinger, Stiftspropst und Universitäts- professor in München.

Die Mitglieder erheben sich zum Zeichen des Beileides von ihren Sitzen.

Der Präsident tibergibt das Werk ,Les origines de la re'volution franc.aise au XVI0 siccle — La veille de la rdforme', welches ihm dessen Verfasser, der Generalsecretär der Sociöte" d'histoire diplomatique, Herr R. de Maulde-La-Claviere, mit der Bitte übersandte, es der kais. Akademie der Wissenschaften in Wien als Kennzeichen seiner Verehrung vorlegen zu wollen.

Ferner wird vorgelegt das von dem gemeinsamen Mini- sterium übersendete Werk: ,Das Justizwesen Bosniens und der Hercegovina' von E. Eichler, Regierungsrath der Landes- regierung in Sarajevo.

VII

Herr Regierungsrath Dr. Constant Ritter von Wurzbach übermittelt den 58. Theil des ^Biographischen Lexikons des Kaiserthums Oesterreich' und ersucht um die Gewährung des üblichen Druckkostenbeitrages.

Das w. M. Herr Hofrath Dr. V. Jagi6 legt eine für die Denkschriften bestimmte Abhandlung: ,Glagolitica. Würdigung neuentdeckter Fragmente* mit zwei Tafeln vor.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Acade'mie des Inscriptions et Belles-Lettres: Comptes - rendns. 4C serie, tome XVII. Bulletin de Juillet— Aoüt. Paris, 1889; 8°.

— Royale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts de Belgique: An- nuaire. 1890. 56 • annee. Bruxelles, 1890; 8°.

— Royale de Copenhague: Oversigt over det Forhandlinger og dets Med- lemmers Arbejder i Aaret 1889. Oversigt Nr. 2. Kftbenhavn, 1889. — Memoire«. 6* sene, Vol. II, Nr. 6. — Vol. m, Nr. 1. Kj+benhavn, 1889; 4*.

Accademia, R. di Scienze, Lettere ed Arti in Padova: Atti e Memorie. Anno CCXC (1888/89). N. S. Vol. V*. Padova, 1889; 8°.

Akademija Srpska kralewna: Olas. XIX. Belgrad, 1889; 8°.

Archeologia e Storia Dal m ata: Bullettino. Anno XII, No. 12. Spalato, 1889; 8».

Dorpat, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 68 Stücke 4° und 8°.

Ferdinandeum: Zeitschrift für Tirol and Vorarlberg. 3. Folge, 33. Heft. Innsbruck, 1889; 8°.

Gesellschaft für Beförderung der Geschichte-, Alterthums- nnd Volkskunde von Freiburg, des Breisgau und den angrenzenden Landschaften: Zeit- schrift VIII. Band. Freiburg i. B., 1889; 8°.

— mährisch-schlesische zur Beförderung des Ackerbaues, der Natur- und Landeskunde: Schriften der historisch-statistischen Section. XXVII. Band. Brunn, 1888; 80.

— kOnigl. sächsische der Wissenschaften zu Leipzig: Berichte über die Verhandlungen; philologisch-historische Classe. 1889. II, HE. Leipzig,

«

1889; 8°. — Abhandlungen der philologisch-historischen Classe. XI. Band, Nr. V. Leipzig, 1889; 4°.

— geographische in Bremen: Deutsche geographische Blätter. Band XII, Heft 4. Bremen, 1889; 8°.

Landesmuseum, naturhistorisches von Kärnten: Jahresbericht 1888. Kla- genfurt; 8°. — Jahrbuch. XX. Heft, XXX VII. Jahrgang. Klagenfurt, 1889; 8°.

VIII

Landesmuseum in Bosnien und der Hercegovina: Glasnik. Godina 1889,

Knijga IV. Sarajevo, 1889; 8°. Marburg, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 4° und 8°. Sociedad cientifica ,Antonio Alzate': Memorias. Tomo II, Cnaderno num. 12.

Mexico, 1889; 8«. Wissenschaftlicher Club in Wien: Monatsblätter. XI. Jahrgang, Nr. 3.

Wien, 1889; 8«.

in. SITZUNG VOM 22. JÄNNER 1890.

Se. Excellenz der Präsident gibt Nachricht, dass das c. M. P. Beda Dudik, Abt von Trebitsch, k. k. Regierungsrath und mährischer Landeshistoriograph, am 18. d. M. im Stifte Raygern verschieden ist.

Die Mitglieder erheben sich zum Zeichen* des Beileides.

Herr Dr. Adolf Wilbrandt in Rostock spricht der Ciasse den Dank aus flir die Mittheilung, dass seine dramatische Dichtung: ,Der Meister von Palmyra' mit dem Grillparzer- Preise gekrönt wurde.

Von Herrn Dr. Rudolf Hochegger, Privatdocent und Amanuensis der k. k. Universitätsbibliothek in Innsbruck, über- sendet eine Arbeit, welche betitelt ist: ,Das Blockbuch. Liber regum seu historia Davidis. Nach dem in der k. k. Universitäts- bibliothek zu Innsbruck befindlichen Original zum ersten Male herausgegeben, mit einer bibliographischen und kunstgeschicht- lichen Erläuterung und Entzifferung des Textes. Nebst einer Einleitung über die Entstehung und ursprüngliche Bedeutung der Blockbücher. Zugleich ein Beitrag zur Geschichte des Unterrichtswesens.' Mit 20 Tafeln Abbildungen.

Der Herr Einsender ersucht um Aufnahme der Vorlage in die Denkschriften, eventuell um Gewährung einer Subvention für eine selbstständige Herausgabe.

Die Begutachtung des Ansuchens wird einer Commission übertragen.

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Das w. M. Herr Professor Dr. Büdinger legt eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor, welche den Titel führt: ,Catull und der Patricia^.

Herr Linienschiffsleutnant Hugo Schmidt überreicht eine Abhandlung, betitelt: yColumbus' Fahrt nach Tunis' mit dem Ersuchen um ihre Veröffentlichung in den Sitzungsberichten.

Die Abhandlung wird einer Commission zur Begutachtung überwiesen.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Academia, Real de la Historia: Boletin. Tomo XV, Cuaderno VI. Madrid,

1889; 8°. Akademie der Wissenschaften in Krakau: Anzeiger. December 1889.

Krakau; 8°. Erlangen, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 167 Stücke 4°

und 8°. Gesellschaft, k. k. geographische in Wien: Mittheilungen. Band XXXII,

Nr. 11 und 12. Wien, 1889; 8°.

— kaiserlich russische archäologische: Zapiski. Tom. III, Nr. 3. — Tom. IV. St. Petersburg, 1889; 8°.

Mitt Heilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt von Dr. A. Peter- mann. 36. Band, 1890. I. Gotha; 4°.

Revue, Ungarische: X. Jahrgang 1890, Heft I. Budapest; 8°.

Rostock, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 33 Stücke 4° und 8°.

Soci6tü de Geographie: Compte-rendu. 1890, Nr. 1. Paris; 8°.

St. Petersburger kaiserliche Universität: Zapiski istoriko-philologicznego Faculteta. XVI. Heft. St. Petersburg, 1887; 8°. — Indices alphabetici codicum manuscriptorum Persicorum, Turcicorum, Arabicorum qui in bibliotheca Imperialis literarum universitatis Petropolitanae adservantur. Petropoli, 1888; 8°.

Verein für Geschichte der Mark Brandenburg: Forschungen zur branden- burgischen und preussischen Geschichte. II. Band, 2. Hälfte. Leipzig, 1889; 80.

— siebenbürgischer für Naturwissenschaften in Hermannstadt: Verhand- lungen. XXXIX. Jahrgang. Hermannstadt, 1889; 8°.

IV. SITZUNG VOM 5. FEBRUAR 1890.

Se. Excellenz der Präsident überreicht der Classe die ihm als ein für die Akademie bestimmtes Geschenk der fran- zösischen Regierung durch die hiesige Botschaft übermittelten beiden Werke: ,Recueil des Instructions donnöes aux ambassa- deurs et ministres de France en Bavi&re publikes par M. Andre" Lebon' und ,Inventaire analytique des Archives du Ministere des Affaires ötrangeres (Papiers de Barthelemy) tom. IV.'

Ausserdem bringt der Präsident ein Schreiben des Herrn Carlo Mascarelli di Monteverede in Zara zur Kenntniss, mit welchem derselbe das poetische Werkchen: ,omaggio e ricordo al nostro Augusto sovrano Francisco Giuseppe I' übersendet.

Von Druckwerken werden weiter vorgelegt:

,Corpus inscriptionum Indicarum vol. III' eingesendet von dem Unterstaatssecretär für Indien in London;

,Geschichte der Wissenschaften in Deutschland. Bd. XXI Geschichte der Kriegswissenschaften von M. Jahns, erste Ab- theilung' übermittelt von der historischen Commission bei der k. Akademie der Wissenschaften in München;

.Archäologisch-epigraphische Mittheilungen aus Oesterreich- Ungarn, herausgegeben von Benndorf und Bormann, Jahrgang XIII, Heft 1' übersendet von der Direction des archäologisch- epigraphischen Seminars an der Universität in Wien.

Das c. M. Herr Geh. Justizrath Dr. v. Schulte in Bonn sendet mit dem Ersuchen um ihre Aufnahme in den Anzeiger eine vom 21. Jänner d. J. datirte, den Rufinus betreffende Erklärung.

Von Herrn Dr. Johann Kirste, Privatdocent an der Wiener Universität, wird eine Abhandlung, betitelt: ,Die Aussprache des Visarga' mit dem Ersuchen um ihre Veröffentlichung in den Sitzungsberichten überreicht.

Die Abhandlung wird einer Commission zur Begutachtung zugewiesen.

XI

Die Kircbenväter-Comnrission legt zur Aufnahme in die Sitzungsberichte eine Abhandlung: ,Die Mauriner Ausgabe des Augustinus. Ein Beitrag zur Geschichte der Literatur und der Kirche im Zeitalter Ludwig XIV./ von Herrn Dr. R. C. Kukula, I. Theil, mit einem Auszuge des Verfassers vor.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Acadämie, Royale des Sciences, des Lettres et des Beanx-Arts de Bel- gique: Bulletin. 69* annee, 3e serie, tome 18, No. 12. Bruxelles, 1889; 8°.

Akademie, kongl. Vitterhets historie och Antiquitets: Antiquarisk Tidskrift för Sverige. 10 Delen, 5. Haftet. Stockholm, 1889; 8°.

Alterthnmsverein zu Plauen i.V.: Mittheilnngen. 7. Jahresschrift auf die Jahre 1888/89. Plauen i.V., 1889; 8<>.

Archivio Trentino: Anno VIII, Fascicolo I. Trento, 1889; 8°.

Central -Commission, k. k. statistische: Oesterreichische Statistik. XXIII. Band, 3. Heft: Waaren-Ausfuhr aus dem allgemeinen Österreichisch- ungarischen Zollgebiete im Jahre 1888. Wien, 1889; gr. 4°. — XXIV. Band, 2. Heft: Die Ergebnisse des Concursverfabrens in den im Reichs- rathe vertretenen Königreichen und Ländern im Jahre 1886. Wien, 1889; gr. 4«.

Gesellschaft, Deutsche und Wiener anthropologische: Bericht über die gemeinsame Versammlung, zugleich XX. allgemeine Versammlung der Deutschen anthropologischen Gesellschaft in Wien vom 5. bis 10. August 1889. Wien, 1889; gr. 4°.

— kaiserlich russische archäologische: Zapiski. Tom. HI, Nr. 4. St. Peters- burg, 1889; 8°.

Hamburg, Stadtbibliothek: Gelegenheitsschriften pro 1889; 4<> und 8°.

Hygienische Verhältnisse der grösseren Garnisonsorte der österreichisch- ungarischen Monarchie: IV. Kaschau. Wien, 1890; 8°.

Instituut, Koninklijk voor de Taal-, Land- en Volkenkunde van Neder- landscb-Indiö: 5. F., V. Deel, 1. Aflevering. 's Gravenhage, 1889; 8°.

Institute, the Ganadian of Toronto: Proceedings. 3d series, Vol. VII, Fase. Nr. 1. Toronto, 1889; 8<>.

Kiew, Universität: Universitätsberichte. Tome XXIX, Nr. 11. Kiew, 1889; 8°.

Louvain, Universität: Annuaire 1890; 12<>. — Choix de Memoire*. XIV. Bruges, 1889; 8°. — Gelegenheitsschriften.

Review, the English historical: Nr. 17, January 1890. London; 8°.

Societa, R. Romana: Archivio di Storia Patria. Vol. XH, Fase. I— IV. Roma, 1869; 8<>.

Societä de Geographie: Bulletin. 7« serie, tome X, 3« trimestre 1889. Paris; 8°.

— d'Histoire et d' Archäologie de Geneve: Memorial des cinquante pre- mieres annees (1838—1888). Geneve, 1889; 8«.

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Society, the American geographica!: Buletin Vol. XXI, Nr. 4. New- York, 1889; 8». — the Royal: Proceedings. Vol. XLYI, Nr. 284. London, 1889; 8*.

Verein, historischer von Oberpfalz nnd Regensbnrg: Verhandlungen. 43. Band. Regensbnrg, 1889; 8°.

Wissenschaftlicher Clnb in Wien: Monatsblätter. XL Nr. 4 nnd Ausser- ordentliche Beilage Nr. II. Wien, 1890; 8».

V. SITZUNG VOM 12. FEBRUAR 1890.

Der Landesausschuss des Königreiches Böhmen über- sendet für die akademische Bibliothek den IX. Band des ,Archiv Cesky*;

Herr Dr. Marcus Landau seine ^Geschichte Kaiser Karls VI. als König von Spanien' und

L. F. Freiherr Ton Eberstein die zweite Ausgabe der von ihm bearbeiteten ,Urkundlichen Geschichte des reichs- ritterlichen Geschlechtes Eberstein*.

Das w. M. Herr Hofrath Dr. W. v. Harte 1 legt für die Sitzungsberichte ,Patristische Studien. III. Zu Tertuüian ad nationes, de testimonia animae, tcorpiace1 vor.

Von der Kirchenväter-Commission wird zur Aufnahme in die Sitzungsberichte die Abhandlung des Herrn Dr. M. Mani- tius ^Beitrage zur Geschichte frühchristlicher Dichter im Mittelalter 11/ überreicht.

Von Herrn Dr. Jakob Krall werden »Studien zur Ge- schichte des alten Aegypten. IV. Das Land Punt* mit dem Ersuchen um ihre Veröffentlichung in den Sitz umrs berichten vorgelegt.

Die Abhandlung wird einer Commission zur Begutachtung zugewiesen.

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Herr Dr. Franz Zweybrück übersendet ?Briefe der Kaiserin Maria Theresia und Josephs ü. und Berichte des Obersthofmeisters Grafen Anton Salm, 17. März 1760 bis 16. Jänner 1765, aus dem fürstlich Salm'schen Archive zu Raitz' und ersucht um ihre Veröffentlichung in dem Archiv.

Die Mittheilung geht an die historische Commission.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Academia litterarum Regia Borussica: Corpus iuscriptionum latinarum. Volum in is tertii supplementum, Fasciculus prior. Berolini, 1889; gr. 4°.

— Romana: Documenta privitöre la Storia Rom&nilor, Urmare la collec- fiunea lui Eudoxiu de Hormuzaki. Supplement I, Vol. III, fasciora II. 1795—1803. Bucuresci, 1889; 4°.

Baritiü, Georie: Parti alese din Istoria Transilvaniei; pre doue sute de ani

diu urma. Volumu I. Sibiia, 1889; 8°. Breslau, Universität: Akademische Schriften pro 1888/89; 4° und 8°. Bureau of Education: Report of the Commissioner of Education for the

year 1887/88. Washington, 1889; 8°. Central- Commission, k. k. zur Erforschung und Erhaltung der Kunst-

und historischen Denkmale: Mittheilungen. XV. Band, 4. (Schluss-) Heft.

Wien, 1889; 4<>.

— k. k. statistische: Oesterreichische Statistik. XXIV. Band, 3. Heft: Die Ergebnisse der Strafrechtspflege in den im Reichsrathe vertretenen König- reichen und Ländern im Jahre 1886. Wien, 1889; gr. 4°.

Gesellschaft, k. k. geographische in Wien: Mittheilungen. Band XXXIII,

Nr. 1. Wien, 1890; 8°. Soci£t6 de Geographie: Compte-rendu. Nr. 2. Paris, 1890; 8°. Verein, kroatisch-archäologischer: Viestnik. Godina XII, Br. 1. U Zagrebu,

1890; 8«.

VI. SITZUNG VOM 5. MÄRZ 1890.

Der Trauer über den Tod des w. M. Hofrath und Pro- fessor Dr. Victor von Zepharovich, welcher am 24. Februar zu Prag verschieden ist, wurde bereits in der Gesammtsitzung vom 27. v. M. Ausdruck gegeben.

XIV

Von Druckwerken werden vorgelegt:

,CataIogus codicum manuscriptorum qui in bibliotheca Monastcrii Mellicensis O. S. B. servantur', eingesendet von dem hochwürdigsten Abt des Stiftes Alexander Karl;

, Josefina', übersendet von ihrem Verfasser Herrn Professor G. Wolf in Wien.

Das c. M. Herr Geh. Justizrath Dr. von Schulte dankt für die ihm zur Herausgabe der Summen des Paucapalea und Stephan von Tournay bewilligte Subvention.

Der Vorstand und Ausschuss des Journalisten- und Schrift- steller-Vereines ,Concordia' theilt mit, dass von seiner Seite als Preisrichter der Grillparzcrstiftung für das siebente Triennium 1890 — 1893 Herr Professor Josef Bayer gewählt wurde.

Herr Dr. Franz Freiherr von Mensi-Klarbach, k. k. Mini- sterialsecretär im Finanzministerium, überreicht ein druckfertiges Manuscript: ,Die Finanzen Oesterreichs von 1701 — 1740* mit dem Ersuchen um Bewilligung eines Druckkostenbeitrages flir die Herausgabe des Werkes.

Das c. M. Herr Dr. Wilhelm Tomasch ek, Professor an der k. k. Universität in Wien, überreicht eine Abhandlung unter dem Titel: ,Topographischer Commentar zu Nearchs Küstenfahrt vom Indus bis zum Euphrat' mit der Bitte um Aufnahme derselben in die Sitzungsberichte.

Von der Kirchenväter-Commission wird das erste Heft einer in ihrem Auftrag von Herrn Professor Dr. Heinrich Schenkl bearbeiteten ,Bibliotheca patrum latinorum Britannica' zur Aufnahme in die Sitzungsberichte vorgelegt.

XV

Die Savigny- Commission übergibt den XIV. der , Be- richte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels' von dem c. M. Herrn Reichsarchivdirector Dr. Ludwig Ritter von Rockinger zur Veröffentlichung in den Sitzungsberichten.

Von Herrn Dr. phil. Michael Tan gl, Archivbeamten im Ministerium des Innern, werden ,Studien über das Stiftungs- buch des Klosters Zwettl' mit dem Ersuchen um ihre Auf- nahme in das ,Archiv' eingesendet.

Die Vorlage geht an die historische Commission.

Herr Dr. Sadock Baracz, Jubilarpriester in Podkamien bei Brody, übersendet einen ,Catalogus patrum et fratrum sacri ordinis Praedicatorum in Polonia, Russia et magno ducatu Lithvaniae mortuorum' mit dem Ersuchen um seine Veröffent- lichung in den akademischen Schriften.

Die Vorlage wird der historischen Commission zugewiesen.

Herr Dr. Hanns Schütter, Concipist im k. und k. Haus- Hof- und Staatsarchive, legt mit der Bitte um ihre Veröffent- lichung eine Arbeit: ,Die Berichte des ersten Agenten Oester- reichs in den Vereinigten Staaten von Amerika, Baron de Beelen-Bertholff, an die Regierung der österreichischen Nieder- lande in Brüssel, 1784 — 1789' mit einem Auszug vor.

Die Vorlage geht gleichfalls an die historische Commission.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Acaderaia, Real de la Historia: Boletin. Tomo XVI, Cuaderno I, II.

Madrid, 1890; 80. Acad^mie des Inscriptions et Belles-Lettres : Comptes-rendus. 4* serie,

tome XVII. Bulletin de Septembre -Octobre. Paris, 1889; 8°.

— Boyale des Sciences, des Lettres et des Beaux-Arts deBelgique: Bulle- tin. 60« annee, 3« serie, tome 19, No. 1. Bruxelles, 1890; 8°.

— Imperiale des Sciences de St-Pätersbourg: Memoires. Tome XXXVII, Nr. 3. St-P&ersbourg, 1889; 8<>. — Bulletin. N. S. I, No. 3. St.-Pe*ters- bourg, 1890; 8°. — Zapiski. Tome LXI, Nr. 1. St.-P6tersbourg, 1889; 8°.

XVI

Accademia, K. della Crusca: Atti. Adunanza publica de! 22 di Dicembre 1889. Firenze, 1890; 8°.

Akademie der Wissenschaften in Krakau: Anzeiger. 1890. Januar. Krakau; 8°. — Painietnik. Wydzialy filologiczny i historiczno-filosoficzny. Tom. VII. Krakow, 1889; 4°. — Scriptores rerum Polonicarum. Tomus XIII. Krakow, 188&; 8°. — Zbiör wiadomosci do Antropologii Krakowej. Tom. XHI. Krakow, 1889; 8°. — Rozprawy i Sprawozdania z posiedzeü wy- dzialu historiczno-filosoficznego. Tom. XXIV. W Krakowie, 1889; 8°. — Sprawozdanie komisyi do badania historyi sztuki w Polsce. Tom. IV, zeszyt III. Krakow, 1889; 4°. — Biblijoteka pisarzäw polskich. Algo- ritraus, to jest nauka liczby, polska rzecza wydana 1538. W Krakowie, 1889; 8°. — Mikolaja Reja z Naglowie Zywot Jözefa z pokolenia zy- dowskiego. 1545. W Krakowie, 1889; 8°.

Akademie der Wissenschaften, königlich ungarische: Archaeologiai Erte- sitö. X. kötet, 1. szam. Budapest, 1890; 8°.

Akademija znanosti i umietnosti Jugoslavenska: Istoria Hrvatskoga pravo- pisa lantinskijem slovima. U Zagrebu, 1889; 8°. — Monumenta spec- tantia historiam slavorum meridionalium. Vol. XIX. Zagrabiae, 1888; 8°. — Rad. KnjigaXCVII, XXVI. U Zagrebu, 1889; 8". — Starine. Knjiga XXI. U Zagrebu, 1889; 8°.

— Srpska kralewska: Glas. XX. Belgrad, 1889; 8n.

Archeologia e Storia Dalmata: Bullettino. Anno XIII, Nr. 1. Spalato, 1890; 8'».

Central-Commission, k. k. statistische: Oesterreichische Statistik. XXII. Band, 2. Heft: Statistik der Sparcassen für das Jahr 1887. Wien, 1889; 4°. — XXIII. Band, 2. Heft: Waareneinfuhr in das allgemeine öster- reichisch-ungarische Zollgebiet im Jahre 1888. Wien, 1889; 4°.

Delisle, Leopold: Bibliotheque nationale. Catalogue des manuscrits du fonds de la Tremoille. Paris, 1889; 8°. — Epitre adressee a Robert Gaguin le l*r Janvier 1472 par Guillaume Eichet sur Tlntroduction de l'iin- primerie a Paris. Reproduction h61iographique de Texemplaire unique possedc par runiversite* de Bale. A Paris, 1889; 8°.

Gesellschaft, Deutsche morgenländische: Zeitschrift. XLUI. Band, 4. Heft. Leipzig, 1889; 8°.

— für Salzburger Landeskunde: Mittheilungen. XXIX. Vereinsjahr 1889. Salzburg; 8°.

— der Wissenschaften, königlich sächsische : Abhandlungen der philologisch- historischen Classe. IX. Band, Nr. HI. Leipzig, 1884; 8".

John Hopkins' University Circulars. Vol. IX, Nr. 78. Baltimore, 1890; 4°.

Mittheilungen aus Justus Perthes' geographischer Anstalt vou Dr. A. Peter- mann. 36. Band, 1890. II. Gotha; 4°.

Ossoliriski'sche Bibliothek: Catalogus codicum inanuscriptorum. Tom. III* Zeszyt I. Lw6w, 1890; 8°.

Provincial- Museum N. W. P. and Oudh: Minutes of the managing com- mitee. August 1883 to March 1888. Allahabad, 1889; 8<>.

Revue, Ungarische: 1890. X.Jahrgang, II. Heft. Budapest, 1890; 8°.

XVII

Soci£t£ de Geographie: Compte-rendu. Nr. 3. Paris 1890; 8°. Society, the Royal geographical: Proceediugs and Monthly liecord of Geo- graphy. Vol. XII, Nrs. 1 and 2. London, 1890; 4°.

— the Royal Scottish geographical: The Scottish geographical Magazine. Vol. VI, Nr. 2 and 3. Edinburgh, 1890; 8°.

Verein für mecklenburgische Geschichte und Alterthumskunde: Jahrbücher und Jahresberichte. 54. Jahrgang. Schwerin, 1889; 8°.

— historischer su Bamberg: 49., 50. und 51. Bericht über Bestand und Wirken desselben. Bamberg, 1886—1889; 8°.

Wissenschaftlicher Club in Wien: Monatsblätter. XI. Jahrgang, Nr. 5. — Ausserordentliche Beilage Nr. III und Jahresbericht 1889/90. XIV. Vereinsjahr. Wien, 1890; 8°.

VII. SITZUNG VOM 12. MÄRZ 1890.

Se. Excellenz der Präsident theilt eine Zuschrift der fürstlich Liechtcnstein'schen Hofkanzlei mit, wonach Se. Durch- laucht der regierende Fürst Johann von und zu Liechtenstein als Ehrenmitglied der kais. Akademie zur Förderung der wissenschaftlichen Durchforschung Kleinasiens für die nächsten sechs Jahre von diesem Jahre an einen Beitrag von jährlich» fünftausend Gulden ö. W. zu widmen und der kais. Akademie der Wissenschaften zur Verfügung zu stellen beabsichtigt, in- dem gleichzeitig dem besonderen Wunsche Sr. Durchlaucht Ausdruck gegeben wird, dass diese Widmung den österreichi- scherseits bereits mit glücklichem Erfolge begonnenen archäo- logischen Forschungen zugewendet werde.

Von den ,Quellen zur Geschichte der deutschen Kaiser- politik Oesterreichs während der französischen Revolutions- kriege 1790 — 1801% herausgegeben von Alfred Ritter von Vivenot, fortgesetzt von der kais. Akademie der Wissenschaften durch Heinrich Ritter von Zeissberg, wird der im Drucke vollendete V. Band der Classe vorgelegt.

Sitzungsber. d. phil.-hist. Gl. CXXI. Bd. b

xvin

Das w. M. Herr Professor Dr. Leo Reinisch überreicht zur Aufnahme in die Sitzungsberichte eine Abhandlung, betitelt: ,Das Zahlwort vier und neun in den chamitisch-semitischen Sprachen.'

Von Herrn Dr. Josef Grunzel in Reichenberg wird eine Abhandlung unter dem Titel: ,Beiträge zur Geschichte der osmanischen Literatur' mit dem Ersuchen um ihre Veröffent- lichung in den Sitzungsberichten eingesendet.

Die Abhandlung wird einer Commission zur Begutachtung überwiesen.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Bibliotheque de l'äcole des Chartes: Revue d'lWdition. L. 6e livraison. Paris, 1889; 8<>.

Commission, Archäographische : Acta. Tomes XIII — XVI. Wilna, 1886 — 1890.

Eilert L^seth: Tristranrom anens gammelfranske prosahaandskrifter i Pariser- national bibliotheket. Kristiania, 1888; 8°.

Gesellschaft, historische des Künstler Vereines : Bremisches Jahrbuch. XV. Band. Bremen, 1889; 8°. — k. k. geographische in Wien: Mittheilungen. Band XXXIII, Nr. 2. Wien, 1890; 80.

Handels-Ministerium, k. k. statistisches Departement : Statistische Nach- richten über die Eisenbahnen der österreichisch-ungarischen Monarchie für das Betriebsjahr 1887. Wien, 1889; Folio.

Kiew, Universität: Universitäts- Nachrichten. Tom. XXIX, Nr. 12. Kiew, 1889; 8°.

Soci£t6 de Geographie: Compte-rendu. 1890, Nr. 4. Paris; 8°.

Verein für Nassauische Alterthumskunde und Geschichtsforschung: XXI. Band 1889. Wiesbaden; 8".

VIII. SITZUNG VOM 19. MÄRZ 1890.

Das w. M. Herr Professor Dr. Leo Reinisch legt die Pflichtexemplare des mit Unterstützung der kais. Akademie erschienenen zweiten Bandes seines Werkes ,Die Saho- Sprache' vor.

XIX

Herr Professor Dr. Heinrich Singer in Czernowitz er- sucht um die Veröffentlichung einer vom 16. März datirten Erwiederung auf die von Herrn Geh. Justizrath von Schulte im akademischen ^Anzeiger' publicirte Erklärung. (Vgl. S. X.)

Das c. M. Herr Professor Dr. A. Luschin von Ebengreuth in Graz berichtet unter Einsendung eines Referates über die anlässlich der Bologneser Jubelfeier erschienenen Schriften über den Stand seiner Vorarbeiten für das Verzeichniss der deutschen Rechtshörer an italienischen Universitäten , mit dessen Aufstellung er seitens der kais. Akademie beauftragt worden ist.

Das w. M. Herr Hofrath R. Zimmermann legt: kultur- historische und sprachliche Beiträge zur Kenntniss des alten Peru' von dem verstorbenen c. M. Dr. J. J. von Tschudi mit dem Ersuchen um ihre Aufnahme in die Denkschriften vor.

Das w. M. Herr Hofrath Adolf Mussafia legt eine für die Sitzungsberichte bestimmte Abhandlung vor: ,SuIla critica del testo del romanzo in francese antico: Ipomedon'.

Das w. M. Herr Hofrath Wilhelm v. Hartel legt für die Sitzungsberichte ,Patristische Studien IV. zu Tertullian de ora- tione, de baptismo, de pudidtia, de ieiunio, de anima* vor.

An Druckschriften wurden vorgelegt:

Accademia, R. delle Scienze di Torino: Atti. Vol. XXV. 1889/90. Disp. 3*,

4» e 5«. Torino, 1889/90; 8<>. Akademie der Wissenschaften in Krakan: Anzeiger. 1890. Februar. Krakau,

1890; 8°.

— königlich Prenssische zu Berlin: »Sitzungsberichte. Nr. XXXIX— LIII. 1889. Berlin; 8*.

— königlich Bayerische: Abhandlungen der philosophisch -philologischen Classe. XVIII. Bandes II. Abtheilung. München, 1889; 4<>. — Abhand- inngen der historischen Classe. XVIII. BAndes III. Abtheilnng. München,

b*

XX

1889; -4°. — Sitzungsberichte der philosophisch-philologischen und histori- schen Classe. 1889. Heft II und III. München, 1889; 8'\

Akademie, Koninklijke van Wetenschappen : Verhandelingen. Afdeeling Letterkunde. XVIII. Deel. Amsterdam, 1889; 4°. — Verslagen en Mede- deelingen. 3. Reeks, V. Deel. Amsterdam, 1888; 8°. — Jaarboek voor 1888. Amsterdam; 8°. — Adam et Christus. Epistola ad Abraham. Am- stelodami, 1889; 8°.

Bern, Universität: Akademische Schriften pro 1889; 83 Stücke 8°.

Genootschap, het Bataviaasch van Künsten en Wetenschappen: Tijdachrift voor Indische Taal-, Land- en Volkenkunde. Deel XXXIII, Afdeeliug 2, 3 en 4. Batavia, 's Hage, 1889, 8°. — Notulen. Deel XXVII, Aflevering II en III. Batavia, 1889; 8°. — Register op de Notulen over de Jaren 1879 t/m 1888. — Nederlandsch-Indiseh Plakaatboek 1602—1811. VI. Deel. 1750—1754. Batavia, 's Hage, 1889; 8°. — De derde Javaausche Suc- cessie-Oorlog (1746—1755) door P. J. F. Louw. Batavia, 's Hage, 1889; 8«.

Gesellschaft der Wissenschaften, königliche zu Göttingen: Abhandlungen. XXXV. Band vom Jahre 1888. Göttingen, 1889; 4°.

Institut, kaiserlich deutsches archäologisches: Mittheilungen. Römische Ab- theilung, Band IV. Rom, 1889; 8°. — Jahrbuch. Ergänzungsheft II: Alterthümer von Aegae, unter Mitwirkung von Carl Schuchhardt heraus- gegeben von Richard Bohn; mit 75 Abbildungen. Berlin, 1889; 8°.

Sanskrit MSS.: Nr. XXIII. Notices. Vol. IX, part II. For the year 1887 88. Calcutta, 1888; 8°.

Society, the Royal Asiatic: The Journal of the Bombay Branch. Vol. XVII, part IL 1889. Bombay, 1889; 8°. — the Royal geographical : Proceedings and Monthly Record of Geography. Vol. XII, Nr. 3. London, 1890; 8°.

Strassburg, Universität: Akademische Schriften pro 18S9. 42 Stücke 8'.

Verein, historischer von Oberbayern: Oberbayrisches Archiv für vater- ländische Geschichte. XLVI. Band, 1. Heft. München, 1889; 8°. — L. und LI. Jahresbericht für die Jahre 1887 und 1888. München, 1889; 8".

I.Abb.: L. t. Rockinger. Bei. Aber Handschr. d. sog. Scbwabenspiegels. XIII. 1

L

Berichte über die Untersuchung von Handschriften des sogenannten Schwabenspiegels.

Von

Dr. Ludwig Bitter von Rockinger.

xin.

feind die alphabetischen Nachweise über die Handschriften und Handschriftenreste des kaiserlichen Land- und Lehenrechts im Bande CXVIII, Abh. X, S. 25—70, im Bande CXIX, Abh. VHI, S. 1—54 und Abh. X, S. 1-62, im Bande CXX, Abh. IV, S. 1—46 und Abh. VII, S. 1—70 bis an den Schluss des Buchstabens M vorgerückt, so reihen sich nunmehr die aus N bis Q einschliesslich an, darunter beispielsweise die über die zu Prag hinterliegenden, soweit hierüber Näheres bekannt ist.

[Die Handschriften der vormals gräflich Nadasdi' sehen Bibliothek zu Wien sind aufgeführt in den] Nrn. 115, 117 und 118, 135.

[Aus der Bibliothek des Kreuzstiftes zu Neisse führt unsere Nr. 150 auf Homeyer in seinem ersten Verzeichnisse deutscher Rechtsbücher des Mittelalters unter Nr. 337, v. Lass- berg unter Nr. 116, Homeyer in seinem zweiten Verzeichnisse unter Nr. 508. Eine Vermengung der literarischen Beilage 14 S. 53 und 54 zu Gräter's Idunna und Hermode von 1814/1815 mit der Nr. 48 ihres Jahrganges 1812, woselbst vier Bruch- stücke von Sachsenspiegelhandschriften aus dem erwähnten Stifte zu Neisse erwähnt sind, scheint die Veranlassung ge- worden zu sein, dass auch das in Rede stehende Bruchstück des sogen. Schwabenspiegels dahin verlegt wurde. Ich vermag für diese Annahme keinen Anhaltspunkt zu finden, denn Gräter spricht in den literarischen Beilagen 12 — 14 zu Idunna

3it»ang»ber. d. phil.-hist. Cl. CXXI. Bd. 1. Abb. 1

2 I- Abhandlung: L. v. Rockinger.

und Hermode von 1814/1815 mit keiner Silbe von Neisse, sondern zunächst von einem Bruchstücke eines altdeutschen Gedichtes von dem Einbände eines Buches aus der Bibliothek seines damals vor 60 Jahren verstorbenen Oheims, des Hospital- pfarrers Bonhöfer, und eben von unserer] Nr. 150.

290.

Ritter Johann von Neuberg — z Nowö Hory — in Prag? Auf Papier in Quart gefertigt. Hanka's Pfehled pra- menuw präwnich w Öechach S. 167/168, Nr. 43.

Böhmische Bearbeitung1 a — nach Hanka a. a. O.

Prawa Rziska mit dem Anfange: Pane boäe wäemohuczy ne-

besk^ otcze u. s. w. — Fol. 1 bis 49; b als Prawa rozlicznych

prziczin tähoz miesta prazsk^ho Fol. 195 bis 197, also wohl

nicht vollständig, wenn diese Folienzählung richtig; c Fol. 169

bis 174.

291.

Ritter Johann von Neuberg — z Nowö Hory — in Prag? Auf Papier in Folio. Hanka a. a. O. S. 168, Nr. 44.

Böhmische Bearbeitung1 b wie beispielsweise in Nr. 322 unter Ziffer 10 nach den von Fol. 147 bis 149 rei- chenden Prawa miesta prazcWho wietSieho o konselech, Fol. 149 bis 227; c — Prawa manskä czesk^ zemie — Fol. 120 bis 126.

[Aus dem Kreisarchive von Schwaben und Neuburg zu Neuburg an der Donau kam in das allgemeine Reichsarchiv zu München die] Nr. 279.

[Johannes Noö de Neufville besass die Manuscr. jurid. in Fol. Nr. 26 und 27 der königlichen Landesbibliothek zu Kassel] vor unserer Nr. 183.

[Per ,Johannem Rotarii' von Niederndorf in Tirol ist im Jahre 1461 geschrieben die] Nr. 218.

[Aus des Prof. Dr. Friedrich August Nietzsche2 zu Berlin Vorarbeiten zu den deutschen Rechtsbüchern des Mittelalters stammen die] Nrn. 35 und 36.

1 Vgl. Band CXVm, Abh. 10, S. 18—20.

2 Vgl. v. Eisenhart in der , Allgemeinen deutschen Biographie' XXHI, S. 691/692.

Berichte über Handschriften des sog. Hchwabenspiegels. XIII. 3

[Der Cardinal Nikolaus von Cues hinterliess bei seinem im Jahre 1464 zu Todi erfolgten Tode mit seiner Bibliothek dem von ihm an seinem Geburtsorte gegründeten Hospitale die] Nr. 57.

[Von Nikolaus von Sachenkirche ist geschrieben die] Nr. 462.

[ZuNikolsburgin der fürstlich Dietrichstein'schen Schloss- bibliothek befinden sich die] Nrn. 62l/2, 62 '/3, 63.

[Zu Nikolsburg in der fürstlich Dietrichstein'schen Bibliothek befand sich gegen den Schluss der ersten Hälfte des 17. Jahrhunderts die] Nr. 356.

[Rathsherr Dolp zu Nördlingen schenkte dem Preiherrn Heinrich Christian v. Senkenberg die] Nr. 110.

[Aus der Bibliothek ,Johannis Noe de Neufville, diver- sorum principum consiliarii aulici et legati' stammen die beiden Handschriften] vor unserer Nr. 183.

. [Ignaz Nouack, Secretär der Vordernberger Radmeister- communität, schenkte dem historischen Vereine der Steiermark die] Nr. 153.

[Die Handschriften des Ritters Johann von Neuberg = z Now£ Hory in Prag? s. unter den Nrn. 290 und 291.

[Ausxder Bibliothek des Prof. Dr. Johann Bernhard Hoffer an der Universität Altdorf bei Nürnberg erwarb im Jahre 1795 Prof. Franz Josef Bodmann zu Mainz die] Nr. 55.

[Dem Prof. Dr. Christian Gottlieb Schwarz an der Univer- sität Altdorf bei Nürnberg gehörte die] Nr. 342.

[Prof. Johann Christian Siebenkees an der Universität Altdorf bei Nürnberg besass die] Nr. 364.

[In der Bibliothek der Ebner von Eschenbach zu Nürn- berg befanden sich die] Nrn. 68— 70, 70'/2.

292.

Nürnberg, germanisches Nationalmuseum, Inv. Nr. 24042. Auf Papier in Folio durchlaufend mit rothen Ueberschriften der Artikel und rothen Anfangsbuchstaben derselben im 15. Jahrhunderte gefertigt, in Holzdeckel gebunden, welche mit braunem Leder überzogen sind, das ausserordentlich kunst- reich hauptsächlich mit Thiergestalten in verschiedenartigster Mischung geschmückt ist, auf dem Vorderdeckel insbesondere mit Vierfiisslern, auf dem Hinterdeckel vorzugsweise mit

4 l. Abhandlung: L. r. Rockinger.

Vögeln, worüber der ,Katalog der im germanischen Museum vorhandenen interessanten Bucheinbände und Theile von solchen' S. 22/23 unter Nr. 15 mit der Abbildung des eben berührten Hinterdeckels verglichen werden mag, früher mit zwei Schlies- sen versehen, in BrisseFs Antiquariatshandlung zu München von dem Buchhändler Edwin Tross in Paris erworben und von ihm sodann im Jahre 1870 dem germanischen National- museum — vgl. den Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1870 Nr. 2 in der Beilage Sp. 60 — zum Geschenke gemacht. Diese Handschrift, welche sich nach einer Art Einleitung ,Man soll wissen das drü gebott in dem rechten sind dorjnnen a41e recht beschossen werden — mainayd nit geschworen' roth als ,das rechtbuch als es die bäbste künig vnd kaiser gemacht vnd bestättigett haben' bezeichnet, bietet von Fol. 1 — 107 zu- nächst das Landrecht in einer gewissen systematischen Be- arbeitung in zwei Theilen, woran sich als dritter das Lehen- recht in der gewöhnlichen Gestalt — in 97 Artikeln — anschliesst. Vgl. des Näheren Rockinger im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1875 Nr. 1, Sp. 1—6.

293.

Nürnberg, ebendort, Inv. Nr. 28909. Auf Papier in Folio durchlaufend wohl im Jahre 1459 mit rothen Ueber- schriften der Artikel, farbigen Anfangsbuchstaben und am Rande mit rothen Zahlen derselben gefertigt, nach einer Ein- zeichnung auf dem Schlussblatte im Jahre 1610 dem Bürger und Handelsmann Wolff Prämer zu Wien gehörig, für das germanische Nationalmuseum aus Altenburg erworben, in Holz- deckeln mit gepreBstem braunen Lederüberzuge, mit je vier Messingbeschlägen, fünf Messingbuckeln und zwei sehr schönen Messingschliessen.1 Vgl. Gengier im Anzeiger für Kunde der deutschen Vorzeit 1873 Nr. 6, Sp. 153—158.

Von Fol. 1—9' findet sich ein Verzeichniss der Artikel des Landrechts mit rother Zählung am Rande bis 456 ein- schliesslich, von Fol. 10 — 18 sodann der übrigen Bestandteile der Handschrift. Die Fol. 19—85' füllt das Landrecht des sogen. Schwabenspiegels, dessen erstes Blatt wohl wegen der

1 Vgl. in dem bei der Nr. 292 erwähnten Kataloge der Bucheinbände S. 32/33 die Nr. 131.

Berichte über Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 5

Initiale ausgeschnitten ist, bis LZ Art. 377 und 377 I. Un- mittelbar daran knüpft sich, wie alles Weitere durchgezählt, unter Nr. 457 König Rudolfs wirzburger Landfrieden von unser Frauen Abend in der Fasten des Jahres 1287 bis Fol. 89. Auf Fol. 174' — 177 begegnet unter der rothen Ueberschrift ,von heyratt* Art. LZ 377 II; von Fol. 178—179' Arbor con- sanguinitatis mit Erläuterungen über Erbrecht.

Wie in einigen anderen Handschriften — beispielsweise in den Nrn. 972, 406 — finden sich auch in dieser verschie- dene Verweisungen auf Früheres und Späteres unter Angabe der betreffenden Artikel, die hier meistens radirt und von an- derer Hand ergänzt sind, beispielsweise :

zum Schlüsse von Art. LZ 64/65 = 69: so tret er an sein stat als ee, ut postea in capitulo 290,

zum Schlüsse von Art. LZ 65 = 70: so mag man jn wann- deln, ut etiam postea in ca]0 290,

in Art. LZ 66 = 71: vnd nicht an dem richter, als auch hernach berurt ist in ca,is 291, 292, 293,

in Art. LZ 67 =72: nymbt aber sy darnach ainen frein man, jrew kind werdent mit jr frey, als hernach stet in dem capitel 294,

zum Schlüsse von Art. LZ 149 = 172: wann sich ain gelt oder zins ergangen hat, das sagt das puch hieuor ca° 88,

zum Schlüsse von Art. LZ 153 = 176: vnd sol jm ab- legen als das puch sagt, vt postea 297,

in Art. LZ 154 = 177: vnd tut wider sein trew nicht, ut postea 298.

[Johann Heinrich Haesslein zu Nürnberg besass im letzten Viertel des vorigen Jahrhunderts die] Nrn. 375/376.

[Die farbigen Wappen der Nürnberg'schen Geschlechter Haller und Wolfthal finden sich in der] Nr. 297.

[Der Antiquar Herdegen in Nürnberg ersteigerte aus der Ebner'schen Bibliothek daselbst im Jahre 1816 die Nr. 92 um 9 fl., die Nr. 68 um 2 fl. 6 kr., die Nr. 69 um 24 kr. Zöpfl in den Heidelberger Jahrbüchern der Literatur 1839, Nr. 54, S. 857.

[Im Besitze des Nürnberg'schen Patriziers Ch. J. Imhof oder Imhoff befand sich seinerzeit die] Nr. 174l/2»

[Aus dem Kloster der Dominikanerinen zu s. Katharina in Nürnberg stammt die] Nr. 296.

6 I- Abhandlung: L. v. Rockinge r.

294.

Nürnberg, königl. Kreisarchiv von Mittelfranken. Auf Papier in Folio im Jahre 1430 gefertigt, mit rothen Ueber- schriften der Artikel, nur theilweise eingesetzten Anfangsbuch- staben derselben und rothen Paragraphenzeichen, in Holz- deckel mit gelbem Lederüberzuge gebunden, früher mit fünf Messingbuckeln und zwei Schliessen. Diese Handschrift gehörte ehedem in das Archiv der Reichsstadt Rothenburg an der Tauber, in dessen Repertorium sie unter ,Tit. I Generalia' als Nr. 2 verzeichnet ist.

Auf Fol. 1 — 6 findet sich das Verzeichniss der Artikel,

während der Text des Land- und Lehenrechts von Fol. 6

—127 reicht.

295.

Nürnberg, ebendort, Mscr. Nr. 456. Auf Papier in Gross- folio, zweispaltig, mit rothen Ueberschriften und rothen Anfangs- buchstaben der Abschnitte in der ersten Hälfte des 15. Jahr- hunderts gefertigt, in Holzdeckelband mit gepresstem braunen Lederüberzuge, auf welchem vorne oben drei Wappen, in der Mitte das des Reiches mit dem zweiköpfigen Adler, links das der Reichsstadt Nürnberg, rechts das des Burggrafenthums, ehemals mit je fünf Messingbuckeln auf dem vorderen wie hinteren Deckel, wovon zur Zeit noch fünf vorhanden, und zwei Schliessen.

Voran geht unter der rothen Ueberschrift ,[A]lhie hebt sich an das Register das nue gemacht vnd geschrieben ist nach des rechtbuchs auszweyszung von einer jglichen sach, darjnnen zu vinden nach der zal. Also vindestu zum ersten nach die- sem Register eines jglichen artikel anfang oder nomen der sachen das mit der Rubricken geschrieben ist nach der zal der pletter, darnach ein y gliche sach nach seiner zal mit swartz geschrieben, "vnd die zal get nach' das Inhaltsverzeich- niss mit rothen Ueberschriften der einzelnen Hauptabschnitte,1 unter welchen schwarz die besondern Artikel je mit Anfügung

1 Nue zu dem ersten — lautet beispielsweise der Anfang — sagt es von

der acht mit vil vnterscheid, als hernach geschrieben stet. [Art. 1 — 31.]

Von dem acker mit seiner vnterscheyd das douon vnd zuhört.

[Art. 32—56. Von ansprach, von appelliren. [Art. 57 — 69.]

Berichte Aber Handschriften des sog. Schwaben spiegele. XIII. 7

der Zahlen derselben, zu einem umfangreichen alphabe- tischen Rechtswörterbuche. Dieses Inhaltsverzeichniss ist theilweise falsch eingebunden, indem auf den ersten Sextern bis Art. 793 einschliesslich ohne Weiteres die Art. 1478 — 2200 folgen9 woran sich dann der eigentliche zweite Sextern von Art. 794—1477 schliesst.

Von ansahen und von anfangen mit irer vnterscheyd. [Art. 70 — 78.] Von kempfflichem ansprechen. [Art. 79 — 88, beziehungsweise mit

einem Sprunge über den Art. 89 ,wen man vor gericht zu kampff

vecht' bis zu dem im Texte fehlenden Art. 101: Item wie man

die kempffen halten sol als von sacramentz wegen.] Von antwortten. [Art. 102—115.] Von absundening. [Art. 116 — 121.] Von artzney vnd arglist. [Art. 122 — 124.] Von dem babst mit seiner vnterscheid. [Art. 125 — 131.] Von dem bann. [Art. 132—153.] Von begrebnüss. [Art. 154—164.] Von brennen. [Art. 165 — 170.]

Von brieffen jnsiegel vnd hantfesten. [Art 171—185.] Von bawen. [Art. 186—193.] Vou borgen. [Art. 194—202.]

Von bürgen vnd burgzog vnd gyszel. [Art. 203 — 230.] Von braut vnd brautschafft:

Item breuth gescheen vierley. das such bey der zal ccxxxj.

Item was breuthschafft sey. das such bey der zal ccxxxij.

Item von der gab des brautgams vnd der breut. ccxxxiij. Von allerley busz vnd wergelt. [Art. 234—277.] Von clag in mancherley weisz. [Art. 278 — 338.] Von dieben vnd raubern vnd von gestolem gut vnd von diebstal.

[Art. 339—378.] Von dinst vnd dingen. [Art. 379 -384. J Von dorffen vnd dorffern. [Art. 385—387.] Von der ee zusagen. [Art. 388—456.] Von dem scheiden der ee. [Art. 457 — 472.] Von eelichen frawen oder weyberen. [Art. 473 — 527.] Von elichen vnd vnelichen kindern. [Art. 528—561.] Von eygenleuten vnd gut, vnd von eygenschafft. [Art. 562 — 616.] Von erbe vnd von erbteil. [Art. 617—696.] Von ayd sweren. [Art. 697—734.] Von dem frid vnd friedprecher. [Art. 735 — 754.] Von freyenleuten, von der freyheit. [Art. 755 — 788.] Von freuel. [Art. 789—793.] Von gefencknüss. ,[Art. 794—802.]

Von forsten vnd herrn [vnd fronboten]. [Art. 803—821.] Von den fronboten. [Art. 822—829.]

8 I. Abhandlung: L. t. Rockinger.

Der Text selbst beginnt mit der Einleitung des sogen. Schwabenspiegels vom Absätze a bis e einschliesslich nach der Zählung des Druckes LZ. Hieran reiht sich das rhyth- mische Vorwort ,[I]ch tummer so man saget bey wege'u. s. w. des Sachsenspiegels in seinen ersten 12 Strophen beziehungs- weise 96 Versen, in Homeyer's Ausgabe S. 123 — 127; weiter der Prolog desselben, ebendort S. 136/137; der Textus prologi, ebendaselbst S. 138.

Von feyern vnd von fewer:

Item wie man feyren sol die heiligen tag. viiicxxx.

Item wenn der mensch arbeyten sol vnd mag. viiicxxxj.

Item was der mensch nit thun sol an den hf iligen tagen. viiiexxxij.

Item von dem fewer zubehalten. viiiexxxiij. Von fursprechen. [Art. 834— 843.1 Von dem gericht vnd schöpften. [Art. 844 — 891.] Von gewere. [Art. 892—917.] Von gezeügnüss. [Art. 918—941.] Von geben vnd nemen. [Art. 942 — 1004.] Von gut vnd varnd hab. [Art. 1005—1103.] Von gesetzen vnd geboten vnd gewonheiten. [Art. 1104—1118.] Von hanthaffter tat, vnd hantuesten, vnd von brieffen vnd jn siegele n.

[Art. 1119—1139.] Von erwelung — nämlich des Papstes, der Aebte n. s. w. — vnd von

hergewette [vnd von helffen] vnd von herschilt vnd von heyden.

[Art. 1140—1153.] Von dem das zu dem garten gehört. [Art. 1154 — 1158.] Von dem hirten vnd von dem viech. [Art 1159 — 1174.] Von hochtzeit vnd von hoffspeisz. [Art. 1175 — 1181.] Von Juden vnd von pfaffen. [Art. 1182—1212.] Von kempffen vnd kampff. [Art. 90 — 101.] Vgl. oben den Abschnitt

von kempfflichem ansprechen. Neben der jetzt in Frage stehenden

rothen Ueberschrift ,von kempffen vnd kampff steht schwarz von

derselben Hand: diesz uolgt nach kern pff liehen ansprachen am

dritten plat voren. Von ketzern. [Art. 1213—1228.] Von kriegen vnd entsagen. [Art. 1229—1235.] Von knechten. [Art. 1236—1249.] Von dem kayser. [Art. 1250—1263.] Von der kirchen vnd dem kirchoff. [Art. 1264—1292.] Von kinden. [Art. 1293—1328.]

Von dem kauffen vnd verkauften. [Art. 1329—1357.] Von dem konig. [Art. 1358-1381.] Von lehen. [Art. 1382—1400.] Von leyhen vnd entlehen. [Art. 1401—1419.}

Berichte über Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 9

Nach der rothen Ueberschrift: ,[H]ie hebet sich an das Rechtpuch, vnd sagt nach dem als es gesetzt vnd gemacht ist nach dem Register vnd auszweysung der zal' beginnen die einzelnen Artikel des Werkes selbst, und reichen je unter rothen Ueberschriften ,von der acht' angefangen bis Art. 2200 ,von zukünftigen dingen' bis an den Schluss der zweiten Spalte der Vorderseite des Fol. 255. Am Schlüsse des Inhaltsverzeich- nisses ist zwar für diesen Art. 2200 angegeben: von den sechs wellten. Hier aber handelt er, wie eben bemerkt, von zukunff- tigen dingen, woran sich noch auf der Rückseite des Fol. 255 ohne Ueberschrift, aber mit rothem Anfangsbuchstaben der Ar- tikel über die Zauberei, im Drucke LZ Art. 368 I, reiht.

Nach dem leeren Blatte 256 folgt noch ,die gulde pulle' des Kaisers Karl IV. mit Register von Fol. 257 Sp. 1—265 Sp. 1.

Von leystung Tnd von geyszel. [Art. 1420 und 1421.]

Von leipgeding vnd leiptzogt. [Unter einem Sprunge Aber die Zahl

1422 Art. 1423—1431.] Von morgengab vnd heymstewer. [Art. 1432 — 1443.]

Von turney. [xxexyj.]

Von vngericht. [Art. 2017—2020.]

Von nachvolgen. [Art. 2021—2024.]

Von vrteil. [Art. 2026—2066.]

Von vnkeüsch. [Art. 2067—2077.]

Von gewalt vnd vnrecht. [Art. 2078—2083.]

Von vnglauben. [Art. 2084 und 2085.]

Von vngeuerligkeit. [Art. 2086—2092.]

Von vorcht. [Art. 2093 und 2094.]

Von Tngehorsam. [Art. 2095—2097.]

Von vieh. [xxelxxxxviij.]

Von vögeln. [2099—2101.]

Von wildbant. [Art. 2102—2105.]

Von wasser vnd wage vnd von vischern. [Art. 2106—2110.]

Von wucher vnd von hinleyhen. [Art. 2111 — 2142.]

Von warlosz. [xxj°xliij.]

Von wegen. [Art 2144—2146.]

Von weyhen. [Art. 2147—2150.]

Von zinszen vnd zinszman. [Art. 2151—2178.]

Von zolle. [Art. 2179—2187.]

Von zehenden. [Art. 2188—2200.] Hierunter am Schlüsse: Item das man als bald den zehenden zugeben. [xxjclxxxxviii.] Item das all leut schuldig sein den zehenden zugeben. [zxjclxxxxix.] Item von den sechs wehten. [xxije.]

10 I. Abhandlung: L. v. Bockioger.

Daran schliesst sich unmittelbar ,die Karolin' in deutscher Sprache, geben zu Costentz anno a natiuitate Domini mille- simoquadringentesimodecimoseptimo, ij nonas septembris, do der bebstlich stul ledig stund, bis an den Schluss der zweiten Spalte der Vorderseite des Fol. 267. Auf dessen Rückseite folgen unter der rothen Ueberschrift ^Kaiser Fridrichs gesetzt' und von der Rückseite des Fol. 271 an wieder unter der rothen Ueberschrift ,von kaiser Fridrichs gesetz' deutsche Ueber- setzungen und Bearbeitungen von Landfriedens- und Lehen- rechtssatzungen, theilweise deutsch glossirt, bis fast an den Schluss der zweiten Spalte der Vorderseite des Fol. 282: Der erst vorig sin ist besser, da er spricht von dem vetterlichen lehen gute, von der sach wegen als er oben sagt: quibus casi- bus feodum amittitur c. denique. Doselbst redt Jacobus auch von dem erbe lehen. Jacobus Columbj etc. Unmittelbar daran reiht sich endlich unter der rothen Ueberschrift ,Diesz buch heist von dem Richter vnd von dem clager vnd von dem ant- wurtter' der Richtsteig Landrechts in mitteldeutscher Fassung bis in die zweite Spalte der Vorderseite des Fol. 308.

[Isak Peyer von Flaach und Haslach in Nürnberg be- sass die] Nrn. 309 — 311 einschliesslich.

296.

Nürnberg, Stadtbibliothek, Cent. IV, 93. Auf Papier in Folio zweispaltig im Jahre 1432 gefertigt und nach einer am Schlüsse theils roth theils schwarz angebrachten Bemer- kung am Kilianstage desselben vollendet, nach einem auf dem Vorderdeckel aufgeklebten Blatte am oberen Rande und auf dem letzten Blatte der Handschrift am unteren Rande gemach- ten alten Eintrage einst dem Kloster der Dominikanerinen zu s. Katharina angehörig gewesen. Zöpfl in den Heidelberger Jahrbüchern der Literatur 1839, Bd. H, S. 857—860. v. Lass- berg Nr. 119. Homeyer Nr. 516.

Von Fol. 1 Sp. 1 alter schwarzer Zählung bis Fol. 7 Sp. 1 findet sich das Verzeichniss der Artikel, woran sich un- mittelbar ohne alle und jede Ueberschrift die Vorrede des Landrechts anschliesst, welches selbst in 447 Artikeln bis Fol. 89 Sp. 2 ganz an das Ende reicht. Sogleich auf Fol. 90 Sp. 1 begegnet die rothe Ueberschrift ,Diese recht hat geseczt

Berichte Aber Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII 11

pabst Leo vnd kunig karl sein prüder in den concilien mit ander forsten rat vber ein itzlich sach zu richten richtiklichen nach der sele heil etc. Im Ganzen reicht das Landrecht, in einer vielfach eigenthümlichen Verstellung der Artikel, 505 an der Zahl, bis Art. LZ 377. Auf die vorhin berührte rothe Ueberschrift sodann folgt unmittelbar das Lehenrecht bis Fol. 102 Sp. 1 in nur 119 Artikeln, da beispielsweise die Art. LZ 30-35, 42 c— 44, 51b— 54, 56—60, 73—80, 120-128 a, 129—144, 154—159 fehlen.

297.

Nürnberg, ebendort, Cent. V, 11. Auf Papier in. Folio in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts zweispaltig gefertigt. Auf der Rückseite eines dem Inhalte der Handschrift voran- gehenden nicht gezählten Blattes finden sich die Wappen der Nürnberger Familien Haller und Wolfthal. Zöpfl a. a. O. Bd. II, S. 860—863. v. Lassberg Nr. 120. Homeyer Nr. 517.

Auf den Fol. 4 — 15 einer neueren Zählung steht das Verzeichniss der Artikel unseres Rechtsbuches wie das Register der ihm folgenden Reichsgesetze sammt der goldenen Bulle. Unser Landrecht reicht als ,des heiligen konigk Karls lanndtrechtpuch' von Fol. 1 alter schwarzer Bezeichnung bis Fol. 164 Sp. 1. An ihrem Schlüsse unten findet sich roth: ,Hie hebt sich an kayser Karlls recht puch', worauf mit dem An- fange der zweiten Spalte das Lehenrecht beginnt bis Fol. 224' Sp. 2. Hieran reihen sich von Fol. 225 Sp. 1 bis Fol. 225' Sp. 2 die sogenannten — vgl. Rockinger K S. 175/176 — arti- culi generales.

[Wieder zu Nürnberg, ebendort, unter Cent. V, 37 führt Homeyer in Nr. 519 eine böhmische Bearbeitung unseres Rechtsbuches auf.

Diese Handschrift enthält indessen nichts als eine deutsche dem Abte Balthasar von Osseck von dem Bürger Peter Stirba von Kaden mit Vorrede vom 21. Mai 1566 gewidmete böh- mische Landesordnung, vielleicht eine Uebersetzung der Arbeit des Wolf von Wezesowicz, obersten Landschreibers im König- reiche Böhmen, dessen Vorrede aus dem Prager Schlosse vom Sonnabende nach Maria Himmelfahrt 1564 datirt ist, geschrie- ben im Jahre 1585.]

12 I. Abhandlang: L. v. Rockinger.

[Eine Beziehung auf Nürnberg vom 12. April 1426 findet sich am Schlüsse der Enterbungsgründe des Art. LZ 15 des Landrechts des sogen. Schwabenspiegels in der] Nr. 275.

[Da zu der auf Befehl des Kaisers Ludwig des Baiers in den Dreissiger- und Vierzigerjahron des 14. Jahrhunderts er- folgten Gesetzgebung flir Oberbaiern der sogen. Schwaben- spiegel beigezogen worden ist, mag hier auf Verzeichnisse der Handschriften dieser Landrechte wie des Stadtrechts verwiesen sein: von Schmeller in den Münchener Gelehrten Anzeigen IV (1837) Nr. 29 Sp. 244-246, Nr. 30 Sp. 254/255; von Auer in der Einleitung zu seinem Werke über das Stadtrecht von München S. 47 — 58; von Rockinger im Oberbaierischen Ar- chive flir vaterländische Geschichte XXIII S. 218—283, im Berichte der Sitzung der historischen Classe der Akademie der Wissenschaften in München vom 7. Juni 1873 S. 399—448, in den Abhandlungen dieser Classe XI S. 13 — 49; vom Frei- herrn Ludwig von der Pfordten in seinen Studien zu Kaiser Ludwigs oberbaierischem Stadt- und Landrechte S. 17 — 87.

Ein nicht unbeträchtlicher Theil dieser Handschriften hat, da sie häufig auch den sogen. Schwabenspiegel selbst enthalten, ohnehin schon zur Aufzählung gelangen müssen.]

[Prof. Dr. Jeremias Jakob Oberlin zu Strassburg hat im Jahre 1783 vom Versieden zu Leim gerettet die] Nr. 303.

[Durch Schenkung v. Oitmann's zu Köln erhielt Franz Sales Freiherr von Weichs zu Osnabrück im Jahre 1780 die] Nr. 141.

298.

Oldenburg, grossherzogl. Privatbibliothek. Auf Perga- ment zweispaltig in je 36 Zeilen im Jahre 1355 von dem Ca- noniker Bernhard Spoliken zu Wildeshausen an der Hunte bei Oldenburg aus dem Codex des Probstes Christian von St. Willehad zu Bremen und Landesherrn von Delmenhorst im Schlosse daselbst1 gefertigt, nach dem Tode des letzten Grafen Anton Günther von Oldenburg im Besitze seines natür-

1 Nach dem Vermerke am Schlüsse: Hie haut de lantrechte unde de le- henrechte eyn ende. Anno domini MCCC quinquagesimo quinto in pro- festo beati Nicolai pontificis atqne confessoria completus per manus Bernardi dicti Spoliken, canonici eoclesiae wildeshusensis, in Castro

Berichte über Handschriften des sog. Schwabenspiegele. XIII 13

liehen Sohnes Anton Grafen von Aldenburg, dann mit dessen Bibliothek zu Varel in den Händen seiner Nachkommen, der Grafen von Bentinck. Als in der Mitte des vorigen Jahrhun- derts die ganze Bibliothek beim Schlossbrande zu Grunde ging, ward die Handschrift nebst noch einigen anderen gerettet, weil sie ausgeliehen waren. Als in den Fünfzigerjahren dieses Jahrhunderts die gräflich Bentinck'schen Güter wieder an Olden- burg kamen, blieb sie nebst anderen im Besitze des Grafen Gustav von Bentinck und wurde bei seiner Abwesenheit in Oesterreich und Kurhessen in einem feuerfesten Schranke bei den Erben des Kammerassessors Heiners zu Varel verwahrt, bis sie nach dem Tode des Grafen am Ende des Jahres 1876 oder Anfange von 1877 vom Grossherzoge fiir seine Privat- bibliothek erworben wurde. Ueber diese aus den Federkriegen des Consistorialrathes Christian Ulrich Grupen und des Reichs- hofrathes Heinrich Christian Freiherrn von Senkenberg genug- sam bekannte Handschrift sei hier nur erinnert an Grupen's Dissertatio epistolaris, an den Statthalter, Grafen v. Lynar, von der Vorzüglichkeit der Oldenburgischen Codicum juris Saxo- nici et Alemannici vor den Wienerischen Codicibus Ambrasia- nis, mit einem in Kupfer gestochenen Specimine scripturae, in den Hannoverschen Beyträgen zum Nutzen und Vergnügen 1736 Nr. 36—38, wieder abgedruckt in seinen Observationes rerum et antiquitatum Germanicarum et Romanarum Nr. 29 ohne die Kupfertafel; seine Vorläufige Antwort auf des Herrn Reichshofraths v. Senkenberg Vision es de collectionibus legum Germanicarum, in dem Hannoverischen Magazin 1765 Nr. 57 — 80, wieder abgedruckt in den Sammlungen zu den Deutschen Land- und Stadtrechten von Dr. August Friedrich Schott n S. 199 — 236. Vgl. hiezu noch aus Grupen's Nachlass in der Bibliothek des Oberlandesgerichts zu Zelle: Ernst Spangen- berg, Beyträge zu den Teutschen Rechten des Mittelalters, hier und dort, wie Seite 77/78, 85, mit einer Schriftprobe des Einganges auf Tafel II a unter Ziffer 4. Runde patriotische Phantasien eines Juristen, S. 221/222. v. Lassberg Nr. 121. Ho- meyer Nr. 661.

Delmenhorst, ex libro nobilis viri Cristiani prepositi saneti Willehadi Bremensis etc.

14 I» Abhandlung: L. ▼. Rockinger.

Von den 64 Blättern dieser Handschrift kommen nach gütiger Mittheilung des Herrn Bibliothekars Dr. Merzdorff zu Oldenburg, welcher auch die obigen Nachrichten über ihre Schicksale entstammen, 3 auf das Verzeichniss der Artikel, 43 auf das Landrecht, 18 auf das Lehenrecht.

Abschriften von ihr sind in den Nrn. 346, 381, 457, 458 aufgeführt.

[A(lexander) C(omes) I(n) O(rtenburg) hat sich auf der Innenseite des Vorderdeckels eingezeichnet in den] Nrn. 300 und 301.

Die drei Grafen Joachim Johann und Ulrich zu Orten- burg sind zum Jahre 1555 eingetragen auf der Vorderseite des ersten Blattes der] Nr. 7.

[Der Frühmesser Erasmus Speiser zu Ortenburg in Niederbaiern schrieb im Jahre 1472 die] Nr. 300.

299.

Gräflich v. Ortenburg* sehe Bibliothek, früher im Schlosse zu Ortenburg in Niederbaiern, jetzt im Schlosse zu Tambach. Pergamenthandschrift in Quart, wohl im Jahre 1295 zufolge des Schlusses des ersten Artikels des Lehenrechts l von schöner Hand auf zehn Lagen, wovon die zweite und die letzte Quin- terne sind, die übrigen Quaterne, in durchlaufenden Zeilen gefertigt, deren 29 auf die Seite treffen. Schreibübungen einer Hand der zweiten Hälfte oder vielleicht genauer des dritten Viertels des 14. Jahrhunderts auf dem der Innenseite des Vorderdeckels aufgeklebten Pergamentblatte wie auf dem der Innenseite des Hinterdeckels aufgeklebten Papierblatte deuten auf einen Salzburger Bürger Friedrich den Pueb. Homeyer Nr. 650. Rockinger C im Berichte V S. 89/90.

Nach dem Verzeichnisse der Artikel des Land- wie Lehenrechts, 332 und 73, bei Rockinger a. a. O. S. 92 — 107, lautet der rothgeschriebene Titel: Ditz ist daz lantrecht pfich. genomen von dem decret. vnd von dem decretal. vnd von Chunich Kareis recht, vnd von gotes worten genomen. Das Land recht reicht bis in die Mitte des sechsten Blattes

1 Bei der Erwähnung der siebenten Welt findet sich da die Zählung : tausent jar zwai hvndert jar fvmf vnd nevntzich jar.

Berichte ftber Handschriften des sog. Sehwabenspiegels. XIII. 15

der neunten Lage, und unmittelbar darnach beginnt das Lehen- recht in der Weise, dass der leere Raum der letzten Zeile des Landrechts noch für die rothe Ueberschrift ,Hie hebt sich an daz lehen p&ch' benützt ist, bis zum ersten Drittel des letzten Blattes der zehnten Lage, woselbst ungefähr in der Mitte der Seite roth steht: ,Expliciunt Jura Regis Caruli, ex- cepta de Decreta et Decretali.

Das Verhältniss der Artikel dieser Handschrift, in welcher dem Landrechte der dritte Theil nach Art. LZ 313 angefangen mangelt, und auch das Lehenrecht nur unvollständig entgegen- tritt, gegenüber dem Drucke des Freiherrn v. Lassberg, ergibt sich aus der Mittheilung Rockinger's a. a. O. im Berichte V S. 108—145 in der «palte I, 148—150, im Berichte VI, S. 308

—380.

300.

Gräfl. v. Ortenburg'sche Bibliothek, ebendort, Nr. 183. Auf Papier in Folio von dem Frühmesser Erasmus Speiser zu Ortenburg im Jahre 1472 * zweispaltig geschrieben, mit rothen Ueber8chriften der Artikel und rothen Anfangsbuchstaben der- selben, in Holzdeckelband mit gepresstem braunschwarzen Leder überzogen, je vorne und hinten mit vier die Ecken voll- ständig umgebenden Messingbuckelbeschlägen und einem Mes- singbuckelzierrat in der Mitte, früher mit zwei Schliessen ver- sehen. Auf dem Vorderdeckel ist innen die gräfl. Ortenburg- sche Einzeichnung: Aflexander] C[omes] I[n] Ofrtenburg].

Sie enthält zuerst das oberbaierische Landrecht des Kaisers Ludwig von 1346 2 mit der rothen Schlussbemerkung: Hie hatt der taill des ersten recht puechs ein end, das vnns die hochgeporen vnd die erlewchten chunig vnd ftirsten die oben genendt vnd geschriben sind — nämlich Kaiser Ludwig der Baier und seine Söhne: Markgraf Ludwig von Bran- denburg, Stephan, Ludwig der Römer, Wilhelm — gegeben habent.

1 Am Schiasse steht: Finitum per me Erasem Speiser primissarium jn Ortenbergk jn octaua visitacionis Marie virginis anno mccclxxij'. Ueber ccc stehen vier Punkte, wie alles übrige roth.

* Durch ein Auslassungsversehen heisst es hier: da man zalltt nach Cristj gepttrd dreyzehenhundert jar, des nächsten sambstags nach dem öbristen.

16 I. Abhandlung: L. r. Reckinger.

Mit einem neuen Blatte beginnt sodann der sogenannte Schwabenspiegel. Zunächst unter der rothen Ueberschrift ,Da hept sich an dy tafel der capitel das anderen tails des recht- puechs das vnns die päbst vnd chtinig Charell vnd ander fürsten als hernach geschriben stett geben habentt etc. etc.' das Verzeichniss der Artikel auf 7 Blättern und der ersten Spalte des achten bis zur Hälfte, je unter Beifügung von rothen, in der Handschrift selbst aber nicht vorhandenen, Zahlen- bezeichnungen der Folien bis 108. An seinem Schlüsse steht

schwarz :

Hie hatt das reigister ein end.

Gott vnns sein genad sennd. a[men].

Dann roth: Nolite iudicare secundum faciem hominis, sed se- cundum verum iudicium et veram iusticiam iudicate, quia nichil cercius morte, et nichil incercius hora mortis, et mors nulli parcit honori, nam omnes morimur, et quasi aqua dilabimur. memorare igitur, o homo, nouissima tua, et in eternum non peccabis. Mit der zweiten Spalte beginnt der Text des Land- und Lehenrechts selbst unter der ziemlich gross gesetzten Ueberschrift ,Hie hept sich an das rechttpuech das chfinig Chärel die päbst vnd ander chünig vnd herczogen aus dem decrett vnd decretall genummen habentt vnd in yrem concily' auf 110 Blättern, von deren letztem die zweite Seite leer ist.

301.

Gräfl. v. Ortenburg'sche Bibliothek, ebendort, Nr. 83. Auf Papier in Folio, im 15. Jahrhunderte zweispaltig mit rothen Ueberschriften der Artikel gefertigt, deren Anfangs- buchstaben aber sozusagen ausnahmslos nicht mehr eingesetzt sind. Auf dem Vorderdeckel ist innen wieder die gräfl. Orten- burg'sche Finzeichnung; Alexander] Cfomes] I[n] 0[rtenburg].

Die ersten 4 Blätter der ersten Lage füllt das Verzeich- niss der Artikel, dessen Schluss sich — wie auch sogleich roth beim Abbrechen1 angegeben ist — auf den zwei letzten Blättern der Schlusslage befindet. Das Landrecht umfasst 327 oder eigentlich 325, das Lehenrecht 151 beziehungsweise 152 immer gleich nach der Ueberschrift roth gezählte Artikel.

1 Den andern tail disser taffei finczt an dem leczten sexteren.

Berichte Über Handschriften des sog. Schwabenapiegels. Xllt. ] 7

Den Schlußs des Landrechts bilden die Art. LZ 377 I und 377, der letztere mit dem Ende: gelauben, so varen auff den chor des pistumbs da sy ynn sindt. da wehabent sie yr eleich recht, so muz man yn vor dem werltlichem gericht ze recht richten als andern ekinden. Das Lehenrecht schliesst: also mit der gerechtichait erwerben, daz wir sein da gemes- sen da sich sei vnd leib *schaidet von disem ellendt. amen.

[Von Hans Ostermaier kaufte Hans Stupf zu München die] Nr. 97.

[Bruder Oswald im Benediktinerkloster Anhausen an der Brenz fertigte aus einer Handschrift der Gräfin Agnes von Helfenstein — Nr. 171 — im Jahre 1356 die lateinische Uebersetzung des kaiserlichen Land- und Lehenrechts in den] Nrn. 6, 274, 276, 277.

[Von dem Ottenhofer, vielleicht dem Georg Ottenhofer von Ottenhofen im oberbaierischen Gerichte Ebersberg, der zu dieser Zeit Richter eben in Ebersberg1 gewesen, kaufte Pan- graz Krappmer im Jahre 1482 die] Nr. 7.

[Dem Jesuitencollegium zu Paderborn gehörte im Jahre 1610 die] Nr. 139.

[Mit den deutschen Handschriften der berühmten bekannt- lich im Jahre 1623 nach Rom abgeführten Bibliotheca Pala- ti na von Heidelberg kehrten im Jahre 1816 von dort wieder zurück] ausser dem Buche der Könige alter Ehe vor unserer Nr. 159 die Nrn. 159-162, 162 V2, 163—169 einschliesslich.

[Redintegrandae et redaugendae bibliothecae Archi-Pala- tinae schenkte Dr. Philipp Burchard die] Nr. 184.

[Aus der Bibliotheca Palatina von Mannheim stammt

die] Nr. 236.

302.

Paris, Nationalbibliothek, früher Nr. 7009, jetzt Fonds Allemand Nr. 1. Auf acht Quaternen Pergamentes in Gross- folio, von deren letztem das Schlussblatt nicht mehr vorhanden, am Ende des 14. oder wohl eher im 15. Jahrhunderte zwei- spaltig mit rothen Ueberschriften der Artikel und abwechselnd

1 Als solcher siegelt er beispielsweise eine Urkunde vom 24. Juli 1484 Vgl. Geiss im oberbaierischen Archive für vaterländische Geschichte II, S. 341.

Sitzangtto. d. phil.-hist. Cl. CXII. Bd. 1. Abh. 2

18 I.Abhandlung: L. y. Rockinger.

rothen und blauen Anfangsbuchstaben derselben, am Anfange des Land- wie Lehenrechts mit den grösseren farbigen Initialen H und W gefertigt, mitteldeutsch, aus der ehemaligen Maza- rin'schen Bibliothek stammend, in ausserordentlich dickem Pappendeckelbande mit Ueberzuge von rothem Saffian mit Randlinien in Gold und je vorne wie hinten in der Mitte mit dem Lilienwappen in Gold, über den Rücken gleichfalls zwi- schen Lilieneinpressung mit der Aufschrift , Ordonnance' wieder in Gold. Vgl. GrafFs Diutisca III S. 454. v. Lassberg Nr. 123. Paulin Paris, Les manuscrits francois de la bibliotheque du Roi m S. 344—346. Homeyer Nr. 529.

Von Fol. 1 bis in die fünfte Zeile der Spalte 2 des Fol. 44 reicht das Landrecht, an welches sich unmittelbar bis in die zweite Spalte des Fol. 46 das Verzeichniss der je mit rothen Zahlen versehenen 382 Artikel anschliesst, welches in der zweiten Spalte des Fol. 44 ganz und gar roth geschrieben ist. Nach der leeren Rückseite des Fol. 46 beginnt mit Fol. 47 das Lehenrecht bis etwas über die Mitte der ersten Spalte der Rückseite des Fol. 62. Hieran schliesst sich auf Fol. 63 das Verzeichniss der je mit rothen Zahlen versehenen 151 Artikel.

Der Text des Landrechts leidet an der theilweisen Störung von Art. LZ 174 an, wovon Rockinger in Q S. 444—448 handelt.

Der Däne Johann Rostgaard machte im Jahre 1689 von Paris aus den Prof. Johann Schilter zu Strassburg auf diesen Codex aufmerksam, wie Johann Frick in der Vorrede zum zweiten Bande des Thesaurus antiquitatum teutonicarum S. 5/6 berichtet: ut et membranaceum Parisinum adderet, Rostgaardus datis ad illum Lutetia litteris anno 1698 suasor fuit, initia codi- eis minime vulgaris excerpens. Verum obstitere forsan sumtus ad descriptionem impedenda, aut praestantia librorum quos iam possederat minuit desiderium codicis Parisini.

Seinen Text in den im Bande CXVIII Abh. 10 S. 20/21 in der Note 1 berührten Probestellen hat Haiser ,zur Genealogie der Schwabenspiegelhandschriften' II unter C b 9 mitgetheilt.

303*.

Paris, ebendort, früher Suppl. fr. 1197, jetzt Fonds Alle- mand Nr. 140. Auf Pergament in Kleinquart nicht tief im

Berichte über Handscbrifteu des sog. ßchwabenspiegels. Xtll. 19

14. Jahrhunderte zweispaltig mit rothen Ueberschriften und rothen Anfangsbuchstaben der Artikel gefertigt, in Pappen- deckelband mit braunem Lederüberzuge, über den Rücken mit der Aufschrift in Golddruck: Schwabenspiegel, v. Lass- berg Nr. 122. Homeyer Nr. 528.

Auf dem vorderen Papierblatte findet sich folgende Ein- zeichnung des Prof. Jeremias Jakob Oberlin1 zu Strassburg: , Diesen Schwaben -Spiegel hab ich im Jahre 1783 in einer Kiste voll alten Pergaments gefunden, welches wirklich sollte zu Leim gekocht werden — und also vom Tod gerettet/ Im Jahre 1829 wurde er von der Bibliothek zu Paris angekauft. Hierauf bezieht sich vielleicht die Bemerkung auf der Innen- seite des Vorderdeckels : R. A. n° 40. 1829.

Das erste Blatt ist verloren, so dase die Handschrift jetzt mit der schwarzen je oben in der Mitte der Vorderseite angebrachten römischen Zählung 2 beginnt und bis 136 einschliesslich fortläuft. Voran geht ein Verzeichniss der Kapitel des Land- wie Lehenrechts auf 5 Blättern und der Vorderseite des nächsten : Nv vernement alle die die tatsch gelasent, wie ez ist vmbe dise tavele, wa von s^ ist vor an disem bvche, vnd wa von u. s. f.

Auf der Rückseite des sechsten Blattes beginnt das Landrecht, welches in 384 Artikeln bis in die Mitte der zweiten Spalte der Vorderseite des Fol. 111 reicht, woran sich unmittelbar das Lehenrecht schliesst, das auf Fol. 136 bei den Worten ,Wer rihter sin mag, dz seit dz lantreht buch hie' des Art. LZ 109 a abbricht.

Die Handschrift, sehr schön gefertigt, leidet an zahllosen Auslassungen, zum grossen Theil durch 'OpoioTEXeuia veranlasst, welche eine Hand des 15. Jahrhunderts neben vielfachen Cor- recturen aus einer anderen Handschrift am Rande ergänzt hat. Es ist nicht unmöglich, dass sie auch eine Vervollständigung des fehlenden Schlusses des Lehenrechts versuchte. Wenig- stens ist davon noch ein Blatt erhalten, welches Reste der Art. LZ 112 a— 115 bietet.

Den Text dieser Handschrift in den vorhin berührten Probestellen theilt H aiser a. a. 0. unter Ca 11 mit.

> Vgl. £. Martin in der, Allgemeinen Deutschen Biographie' XXIV, S. 96—99.

2*

20 I. Abhandlung: L. ?. ftockingftr.

[Dem Stadtschreiber Josef Bernhard Parth zu Moosburg gehörte im Jahre 1770 die] Nr. 265.

[Georg Parzner, Chorherr zu s. Veit in Freising, besass im Jahre 1733 die] Nr. 240.

[Von dem damals beim Studium in Pas sau gewesenen Johann Härlicher? ist im Jahre 1430 geschrieben die] Nr. 182.

304***.

Im Stifte s. Paul im Lavantthale in Kärnten befand sich eine Handschrift des lö. Jahrhunderts, welche ,das deutsche Civilrecht nebst verschiedenen Formularien von Kauf- Hei- rats- Geleitsbriefen' enthielt, aus welcher Franz Goldhann eine Reihe geschichtlicher Aufzeichnungen von 1338 bis gegen das Ende des 15. Jahrhunderts mit späteren Nachträgen bis 1542 in Kaltenbäck's österreichischer Zeitschrift fllr Geschichts- und Staatskunde III (1837) S. 88, 92, 96 mitgetheilt hat.

[Per manus Pauli etc. ist im Jahre 1409 geschrieben die] Nr. 286.

[Erasm Pauss zu Weilheim in Oberbaiern mag in den Jahren 1475 und 1476 geschrieben haben die] Nr. 193.

[Ein Vermerk eines Michael Pechrer findet sich in der Nr. 202.

[Im Besitze des Nikolaus Jankovich zu Buda-P est befand sich ausser den sogleich folgenden] Nrn. 305 — 308 einschliesslich auch nach einer Einzeichnung aus dem Jahre 1841 noch die Nr. 419.

305.

Buda-P est, Bibliothek des ungarischen Nationalmuseums, Mscr. germ. 369, früher im Museum des Nikolaus Jankovich daselbst. Auf Pergament in Quart in zwei Spalten nicht weit im 14. Jahrhunderte gefertigt, in Holzdeckel mit rothem Leder- überzuge gebunden, früher vorne wie hinten mit je 5 Buckeln und mit zwei Schliessen versehen. Ob = der Nr. 174 \/2 ? Pertz im Archive der Gesellschaft für ältere deutsche Ge- schichtkunde VI S. 159 unter Ziffer 63. v. Lassberg Nr. 124. Wattenbach's ,Iter austriacum' im Archive für Kunde öster- reichischer Geschichtsquellen XIV S. 9. Homeyer Nr. 530.

Abgesehen von einem besonderen Quinterne vorne be- steht diese Handschrift aus 18 Quaternen, von welchen die

Bericht« über Handschriften des sog. Schwabenspiegcls. XIII. 21

ersten 17 je unten in dem Mittelraume zwischen den beiden Spaltenlinien mit den betreffenden römischen Zahlen bezeichnet sind, der 18. nicht mehr. Dann folgt noch eine Lage von 6 Blättern, deren letztes dem Hinterdeckel aufgeklebt ist, sämmtlich noch wie die vorausgehenden linirt.

Auf dem bemerkten Quinterne, dessen erstes Blatt dem Vorderdeckel aufgeklebt ist, während das zweite leer ist, findet sich das Verzeichniss der Artikel des Land- und Lehen- rechts, so dass von dem letzten Blatte nur mehr die erste Spalte der Vorderseite zu nicht ganz zwei Drittheilen beschrie- ben ist. Dann folgt das Land- und Lehenrecht1 selbst, welches die neue Bleistiftbezeichnung bis 304 hat, mit rothen Ueberschriften der Artikel und abwechselnd rothen und blauen Anfangsbuchstaben derselben. Vgl. das Archiv der Gesell- schaft für ältere deutsche Geschichtskunde VI S. 159 unter Nr. 63, X S. 417 unter Ziffer 1. Wattenbach's Iter austriacum a. a. 0. S. 7 — 9. Dr. Hasenöhrl, Oesterreichisches Landesrecht im 13. und 14. Jahrhundert, S. 7 in der Note. Rockinger H S. 467 ff. Bekannt sind hienach die Schlussverse, die ersten sechs roth, die übrigen schwarz:

Der Schreiber ist mvede vnd drat

gesch riben.1 man sol im schenchen daz b[r]at,

vnd dar zu gueten wein,

daz sein äugen haben Hechten schein,

vnd phenning dar nach.

sein hant ist gewesen gach.

Nu snlle wier im ein ende geben. Got geb vns ein selich leben an leib vnd an seil, des sol Maria hincz ieren svn sein bot, daz er vns helfe auz aller not.

Dann folgen noch sechs nicht mehr beschriebene Blätter, deren letztes auf der zweiten Seite folgende Einzeichnung einer Hand des 15. Jahrhunderts trägt:

1 Der Uebergang von dem einen zum andern lautet roth:

Hie hat daz lantrecht puech ein ende. Got sei mit vns wa wier vns hin wenden. So hevet sich nv an daz lehenrecht puech.

2 Anfangs hatte er nur ,gesch' bemerkt, was sodann durchstrichen und wofür unter einem daher bezüglichen Verweisungszeichen am Rande vollständig gesetzt ist: geschriben.

22 I. Abhandlung. L. r. Kockinger.

Wer durch neid richtet vnd sich mit fasch verpflichtet, got vnd die heiligen schendet, der würdet selltn wol geendet.

Larencz. Edl vnd arm mochtte wol dem tewfl erparm.

306.

Buda-Pest, ebendort, Mscr. germ. 540. Auf Papier in Folio von dem Enns'schen Schreiber Mathes von Straubing 1415/1416 geschrieben, in Holzdeckel mit gelbbraunem Leder- tiberzuge gebunden, früher vorne und hinten mit je filnf Buckeln und mit einer Schliesse versehen, ehedem l im Besitze des Wolfgang und des Hans von Wildersdorf, dann im Jankovich- schen Museum zu Buda-Pest. Pertz im Archive der Gesell- schaft für ältere deutsche Geschichtskunde VI, S. 159/160 unter Ziffer 64. v. Lassberg Nr. 125. Wattenbach's Iter austria- cum a. a. O. S. 9. Homeyer Nr. 531.

Der Anfang lautet roth: Hie hebt sich an das lantrecht puech wye man vmb ain ygleich dingchk richten schol. vnd alle capitel an disem puch Stent churtzlich nacheinander capi- tulirt etc. Sub anno domini millesimo quadringentesimo quinto decimo. et cetera, etc. Puntschuch etc. Dann folgt unmittelbar das Land- und Lehenrecht, das erstere von S. 1 — 112 durchlau- fend geschrieben, das andere von S. 113 — 139 in zwei Spalten. Am Schlüsse der ersten Spalte der S. 139 steht noch roth: Das lantrechtpuech hat ein ende, vnd ist geendet warden von Ma- thesen von Strawbing, schreyber zu Enns, an pfintztag sand Au- gustin abendt des iars da man zalt von Christi gepurdt virczehen- hundert iar vnd dar nach jn dem sechczehenten iar etc. amen. amen, amen. Denn Schluss sodann bildet bis S. 148 das wieder zwei- spaltig geschriebene Ver zeich niss der Artikel beider Theile.

Vor den Artikeln LZ 333 — 343 einschliesslich steht roth: Hie hebent sich an dew capitel von allerlay hunten. Dann

1 Auf dem ersten beschriebenen Blatte ist unten ein Wappen — einen bläulichen Wolf mit gelbem Halsbande und rother Zunge in grünem Felde darstellend — mit der Umschrift: Hans (worunter noch der frü- here Name Wolfgang zu erkennen ist) Willderatorffer.

Berichte über Handsohriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 23

vor den Artikeln LZ 344 und 345: Hie sind dew capitel von dem vederspil.

In dieser Handschrift liegt lose eine kurze Beschreibung derselben, auf deren Rückseite von anderer Hand die Adresse an George de Gschwandtner zu Wien (mit der genaueren An- gabe: in Druckmüller'8 Haus auf dem Salzgries) steht.

307.

Buda-Pest, ebendort, Mscr. germ. 541, wohl aus Wien1 stammend. Auf Papier in Folio durchlaufend kurz nach der Mitte des 15. Jahrhunderts geschrieben, in Holzdeckel gebunden, über den Rücken mit gepresstem gelben Leder überzogen, früher mit einer Schliesse versehen, seinerzeit im Besitze des Miklos Jankovich zu Buda-Pest gewesen. Die Zählung der Artikel, welche keine Ueberschriften haben, ist je in der Mitte roth angebracht. Ihre Anfangsbuchstaben sind gleichfalls roth. Dr. Victor Hasenöhrl, Oesterreichisches Landesrecht im 13. und 14. Jahrhundert, S. 6/7.

Der Inhalt dieses Codex, dessen sämmtliche Stücke von der gleichen Hand gefertigt sind, und aus welchem vorne etwas ausgeschnitten zu sein scheint, gliedert sich folgendermassen :

S. 1 — 46 das Landrecht des sogen. Schwabenspiegels ohne Ueber8chrift mit leerem Räume für die Initiale, in 102 Artikeln. S. 47 — 59 das Landrecht ,ze Osterreich nach alter ge-

wonhait' Art. 103—135. S. 59 — 62 von chemphen, Art. 136 — 150, aber nicht etwa blos Kampfrechtsbestimmungen in der gewöhnlichen Auf- fassung, sondern auch Anderes, insbesondere die Ver- hältnisse des Eigenthums berührend. S. 63 Leibgedingsrecht. Art. 151 und 152. S. 64—94 Chaiserliche recht, nämlich das Lehenrecht des sogen. Schwabenspiegels. Art. 153—244.

1 Auf dem dem Vorderdeckel aufgeklebten Papierblatte wie auf dem jetzi- gen Blatte 8. 137/138 und dem dem Hinterdeckel aufgeklebten Blatte finden sich Aufzeichnungen über Bauten und verschiedene Ausgaben aus den Jahren 1450 und 1451 mit Bezug auf bestimmte Folien eines (wohl Rechnungs-) Buches, unter Anderem mit Erwähnung der Bad- stube in der Wollzeile, jener vor dem Stubenthore, eines Häuschens an der Scheffstrasse, eines Stadels in der Landstrasse.

24 L Abhandlung: L. v. Rockinge r.

S. 95—128 die goldene Bulle Kaiser Karls IV.

S. 125 ein Bischofseid gegenüber Kaiser Friedrich mit der

Jahrzahl 1453 am Schlüsse. S. 130 — 135 der Herzoge in Oesterreich ,geslächt, hercho- men vnd begrebnusz' von Rudolf von Habsburg bis zum Tode des Herzogs Ernst 1424. Das Landrecht des sogen. Schwaben spiegeis schliesst wie in der Nr. 193, mit welcher unsere Handschrift in engstem Zu- sammenhange steht, mit Art. LZ 101 -f- 102 a: das sol gebresten dem richter; das Lehenrecht mit LZ 50 b +51 a.

308.

Buda-Pest, ebendort, Mscr. germ. 545, im 15. Jahrhun- derte auf Papier in Folio durchlaufend geschrieben, nach einer Einzeichnung vom Jahre 1830 im Besitze von Jankovich. Von dem früheren Einbände ' ist nur mehr über den Rücken aus einem Theile sichtbar, dass er (wahrscheinlich aus Holzdeckeln be- stand und) mit rothem Leder überzogen war.

Das Werk bezeichnet sich am Anfange roth: daz recht- puech werltleich vnd gaistleich rechten.

Der Inhalt selbst gliedert sich in folgender Weise:

S. 1 — 15 füllt ein Verzeichniss der Artikel. Unmittel- bar hieran knüpft sich ohne Ueberschrift nur mit der grossen Initiale H

S. 15— 148c (nämlich das nach S. 148 folgende Blatt ist nicht gezählt worden) das Landrecht,

S. 148c— 196c (auch das nach S. 196 folgende Blatt ist nicht besonders gezählt worden) das Lehenrecht.

Dann reihen sich noch — vgl. auch oben die Nr. 33 — Urkunden Ottokar's z. B. von 1186, Friedrich^ von 1237, Rudolfs von 1277, dessen wirzburger Landfrieden bis S. 217 an.

Die Ueberschriften sind schwarz, anfangs mit grösseren dicken Buchstaben, später wie der gewöhnliche Text roth ein- gefasst, bis sie am Ende ganz verschwinden. Die Artikel sind je besonders gezählt und gleich den Ueberschriften von der

1 Die ganze Handschrift ist nur mehr ein Theil eines dereinst grosseren Bandes. Es findet sich nämlich mit Bleistift auf der ersten Seite gleich die Bemerkung: Anno Christi 1369 die s. Catharinae finiit Author hunc librum. yide in fine. Aber hievon ist keine Spur rorbanden.

Bericht« über Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 25

ursprünglichen Hand beigesetzt, für das Landrecht 388, für das Lehenrecht nur mehr bis 114, von wo ab die Zählung aufhört.

[Der Mainzer Bürger Peter von Bacharach schrieb im Jahre 1401 diej Nr. 8.

Petermann von Cudrefin am Neufchätelersee ist ein- getragen am Schlüsse der] Nr. 43.

Karl Peutinger erkaufte am 4. Oktober 1554 zu Augs- burg diel Nr. 109.

309***.

In der Bibliothek des Isak Peyer1 von Flaach und Has- lach in Nürnberg sah Philipp Jakob Lambacher eine Perga- menthandschrift des sogen. Schwabenspiegels, wohl aus dem ersten Viertel des 14. Jahrhunderts. Er bringt sie nämlich be- züglich des Alters in seiner Dissertatio epistolaris ad virum illustrem Isaacum Peyer a Flaach et Haslach de aetate juris illius antiqui germanici quod vulgo vocatur Speculum suevicum deque significatu vocabuli Semperleutte quod in eo usurpatur, quorum utrumque hactenus minus cognitum ex codice praestan- tissimo Harrachiano — vgl. unten in der Nr. 406 — nunc erui- tur, Wien 1739, mit unserer Nr. 388 folgendennassen in Be- rührung: adeo ut et codici Uli decantatissimo Ambrasiano, quo Lambecius biblioth. caesar. lib. 2 p. 825 vix alium ejus generis ullum vel antiquiorem vel magis authenticum reperiri existi- mavit, palmam praeripere videatur.

310*** und 311***.

Bei Isak Peyer von Flaach und Haslach in Nürnberg sah weiter Philipp Jakob Lambacher zwei nicht näher beschrie- bene Handschriften unseres Rechtsbuches. A. a. O. S. 3.

[Jodok Pf y ff er in Zug erhielt von Albert Segisser und Wendelin Pfyffer im Jahre 1665 zum Geschenke die] Nr. 1.

[Auf dem Dachboden des Pichelhofes in Vordernberg in der Steiermark wurde am Anfange der Vierzigerjahre unseres Jahrhunderts gefunden die] Nr. 153.

1 Vgl. Georg Andrea« Will , Nürnbergisches Gelehrten-Lexikon, III S. 136/187.

Jb I. Abhandlung: L. r. Roekinger.

[Ulrich Pickel hat sich eingezeichnet auf der inneren Seite der Vorderdecke der] Nr. 399.

[Durch Schenkung ,domini Pilgram agentis' erhielt Reichshofrath Freiherr v. Senkenberg 1762 die] Nr. 113.

312.

Aus dem Stadtarchive von Pilsen in Böhmen führt eine nicht näher gekennzeichnete böhmische Bearbeitung nach einer Mittheilung von Hanka, in dessen Prehled pramenu präwnjch w Cechäch ich sie nicht finde, Homeyer in seiner Nr. 536 auf.

[Erasmus Pinzberger hat im Jahre 1473 geschrieben die] Nr. 61.

[Einträge über Glieder der Familie Plass wohl zu Regens- burg aus dem Schlüsse des 16. Jahrhunderts finden sich auf dem letzten Blatte der] Nr. 93.

Aus dem Archive auf der Plassenburg bei Kulmbach in Oberfranken stammt die] Nr. 16.

[Johann Pölkhofer besass wohl nach einer Einzeichnung aus dem Jahre 1463 die] Nr. 431.

313.

In der Stiftsbibliothek von s. Polten in Oesterreich befin- det sich nach Mittheilung des Regens Anton Erdinger vom 27. Mai 1879 eine hieher zählende Papierhandschrift aus dem 15. Jahrhunderte, am Anfange nicht mehr vollständig. Am Rücken des Einbandes trägt sie von späterer Hand die Auf- schrift: Status Austriae sub Friderico pulchro.

Aus ihrem Inhalte, vorzugsweise Wiener Rechten und Freiheiten sammt dem Wirzburger Landfrieden des Königs Rudolf vom 24. März 1287 auf den vier Schlussblättern, be- rührt uns das Land- und Lehenrecht des sogen. Schwaben- spiegels. Ersteres folgt nach einem 5 Blätter füllenden Ver- zeichnisse seiner Artikel auf 60 Blättern, das Lehenrecht wieder nach einem 2 Blätter umfassenden Verzeichnisse seiner Artikel auf 16 Blättern.

Wie in anderen hieher einschlagenden Handschriften — beispielsweise den Nrn. 247, 347 — findet sich auch die Nach- richt von dem Unglücke beim Weinschanke in der Burg zu Wien am 31. August 1435, woselbst ein Bär ein weibliches Wesen erdrückte.

Berichte Aber Handschriften des sog. Schwabenspiegols. XIII. 27

[Bruder Lambert Pogner im Kloster Suben in Ober- österreich ist eingezeichnet in die] Nr. 202.

[Aus dem Stifte regulirter Chorherren zu P ollin g in Ober- baiern stammt die] Nr. 277.

[Die Vignette der Bibliothek des Mr. P[ier]re du Pont de Rom&nont findet sich in] Nr. 386.

[Im Besitze der Familie von Präckendorf in der baie- rischen Oberpfalz und in Regensburg befand sich bis in das 16. Jahrhundert die] Nr. 216.

[Dem Bürger und Handelsmann Wolf Prämer zu Wien, Mitglied des inneren Rathes, gehörte 1610 die] Nr. 293.

Die Handschrift der fürstlich Colloredo - Mansfeld' sehen Bibliothek zu Prag s. unter der] Nr. 53.

[Die Handschrift des Dr. jur. utr. Fischer zu Prag s. unter der] Nr. 80. Fällt sie mit der Nr. 53 zusammen?

[Die Handschrift der fürstlich Fürstenberg'schen Biblio- thek zu Prag s. unter der] Nr. 99.

[Die Handschrift der fürstlich Lobkowitz'schen Bibliothek zu Prag 8. unter der] Nr. 205.

313 y2**.

Prag, Bibliothek des königlich böhmischen Museums. Zwei Pergamentstreifen der Handschrift, welcher die Bruch- stücke der Nr. 27 entstammen, in Folio im 13. Jahrhunderte gefertigt, nach der ,Germania' XXX S. 170 — 174 im Juni 1883 von Patera in einer Handschrift ,Epistolae Casparini Pergamen- sis' aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts gefunden, von Ernst Kraus im September 1884 am berührten Orte besprochen.

Hienach gehören sie dem 26. und 31. Blatte des Codex an. Der Inhalt, daselbst S. 172 — 174 mitgetheilt, entspricht folgenden Artikeln des Druckes LZ: (23), 24, (25), 26 mit einer Lücke in der Mitte, (27) 28, worauf 29 im Texte selbst ausgefallen ist, (30 nur mehr am Anfange), (76), (77 nur mehr am Beginne), (79), (80), (81), (83 + 84).

314.

Prag, ebendort, 23 C 2,1 früher Nr. 685. Auf Papier in Folio nach einer Bemerkung am Schlüsse ,anno domini 1448

1 Die neuen Bezeichnungen der Nrn. 314, 316, 317, 318, 320, 321, wie zum Theil die gegenüber HankA's Pfehled etc. hier erscheinenden Abwei-

28 I- Abhandlung: L. ▼. Rockinger.

circa festum Simonis et Iudae' gefertigt, früher — vgl. Dr. Emil

Franz Rössler' s Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und

Mähren I im Anhange VII S. 187 — Neustädter Handschrift,

dann von N. Kramer an Prof. Dr. Rieger verkauft, von diesem

an den jetzigen Lagerort vergabt. Hanka's Pfehled pramenuw

prawnich w Öechäch S. 163 Nr. 25. Homeyer Nr. 556? Dr.

Kelle in Dr. Naumann's Serapeum 1868, Nr. 20, S. 316.

Böhmische Bearbeitung1 des sogen. Schwabenspiegels

a und b Fol. 1—39-84; c bis Art. LZ 24 einschliesslich Fol.

84' bis 88'; worauf noch die böhmische Uebersetzung des Prager

Statutes vom Jahre 1330 — vgl. Rössler a. a. O. I S. 88 bis

90 in der Ziffer 130 — über die Rechte der Schöffen Fol. 88'

bis 94 folgen.

315.

Prag, ebendort, früher Nr. 686. Auf Papier in Folio aus dem 15. Jahrhundert. Hanka a. a. O. S. 165 Nr. 33. Homeyer Nr. 558? Dr. Kelle a. a. O. S. 316.

Böhmische Bearbeitung1 b.

316.

Prag, ebendort, 23 G 1. Auf Papier in Quart. Mitthei- lung des Herrn Universitätsbibliothekars Zeidler und des Herrn Stadtarchivars Prof. Dr. Emier in Prag.

Böhmische Bearbeitung1 b von Lage M2 — T9.

317.

Prag, ebendort, 23 G 3, früher Nr. 768. Auf Papier in Quart. Hanka a. a. 0. S. 164 Nr. 27. Homeyer Nr. 558?

Böhmische Bearbeitung1 b, wie in Nr. 322 unter Ziffer 10 und sonst nach den Prawa o konielech a gich ra- däch von Fol. 78—80, Fol. 80— 145'- 151, c Fol. 151'— 158.

318.

Prag, ebendort, 23 G 4, früher Nr. 769. Auf Papier in Quart aus dem 15. Jahrhunderte. Hanka a. a. O. S. 164 Nr. 28.

chungen verdanke ich gütiger Benachrichtigung des Herrn Stadt- archivars Prof. Dr. Emier in Prag vom 4. Februar 1878. » Vgl. Band CXVm, Abh. 10, 8. 18—20.

Berichte Über Handschriften des sog. Schwftfcenspiegels. XIII. 29

Homeyer Nr. 557? Dr. Kelle in Dr. Naumanns Serapeum 1868 Nr. 20 S. 316.

Böhmische Bearbeitung1 a mit dem Anfange — an- statt Pane boie — Pane Jezu Kryste nebesky otcze u. s. w. Fol. 5 — 76; c, und zwar die ersten 30 Artikel des Druckes LZ,

Fol. 76-88.

319.

Prag, ebendort, Nr. 771», auf Papier in Quart. Hanka a. a. O. S. 165 Nr. 30. Homeyer Nr. 557? Böhmische Bearbeitung1 a b c.

320.

Prag, ebendort, 23 G 10, früher Nr. 773, auf Papier in Quart im Jahre 1518 von Johannes de Thomaczow pro tunc in Lithomierzicz gefertigt. Hanka a. a. O. S. 166 Nr. 37. Ho- meyer Nr. 558?

Böhmische Bearbeitung1 b, wie in Nr. 322 unter Ziffer 10 und sonst nach den von der Lage Si bis Siij rei- chenden Prawa miesta prazck^ho wStfiieho a najprwe o kon- delech, von der Lage S 3 bis Z 2.

321.

Prag, ebendort 23 G 16, früher Nr. 780, auf Papier in Quart. Hanka a. a. O. S. 166 Nr. 38. Homeyer Nr. 558?

Böhmische Bearbeitung1 b, wieder nach den Statuta consilii civitatis pragensis de rectura consulum aus dem Jahre 1330 von Fol. 1 — 3, unter der Ueberschrift ,Jura ciuilia Pra- gensis civitatis. Et primo de vsuris' von Fol. 5 — 53 nach Prof. Dr. Emier, von Fol. 3 — 55 nach Hanka.

[Die Handschriften des Ritters Johann von Neuberg — z Now£ Hory — zu Prag? siehe oben unter den] Nrn. 290 und 291.

[Zu Prag befanden sich vielleicht auch unter den Schätzen der berühmten Rosenberg' sehen, von Peter Wok von Rosenberg zuerst im Schlosse von Bechin, dann in dem von Kromau, weiter in dem neu geschaffenen Büchersaale zu Wittingau auf- gestellten, dann nach seinem am 6. November 1611 erfolgten

i Vgl. Band C XVIII, Abh. 10, S. 18—20.

öO I. Abhandlung : L. ▼. Bockinge r.

kinderlosen Absterben endlich im Jahre 1647 von dort weg in das königliche Schloss auf dem Hradschin überführten Biblio- thek deutsche oder böhmische Handschriften des sogenannten Schwabenspiegel 8, welche gleich im Juli des folgenden Jahres bei der Einnahme von Böhmens Hauptstadt Beute der Schwe- den geworden.

Wenigstens zählt nach einer Mittheilung des Prof. Dr. Beda Dudik in seinen y Forschungen in Schweden für Mährens Geschichte' S. 76 der gegenwärtig auf der königl. Bibliothek zu Stockholm befindliche von dem Rosenberg' sehen Bibliothekar Wenzel Bfezan zwischen den Jahren 1602 und 1608 gefertigte Originalkatalog unter den im zweiten Bande aufgeführten juri- stischen und medizinischen Werken 222 Handschriften auf.

Vielleicht gehörte die unten folgende Nr. 357 seinerzeit

dorthin.]

322.

Prag, Stadtarchiv, IV 1. Auf Pergament in Folio wohl zwischen dem zweiten oder dritten Jahrzehent des 15. Jahr- hunderts,1 vielleicht zwischen 1412 und 1430, auf Veranlassung des Schöffenhofes der Altstadt Prag gefertigt, soweit es sich um die darin befindlichen Theile des kaiserlichen Land- und Lehenrechts handelt, nach einer jedenfalls vor das Jahr 1350 fallenden2 Vorlage. Hanka a. a. O. S. 168/169 Nr. 45. Ho- meyer Nr. 541.

1 Dr. Franz Pelzel bemerkt einmal hierüber in den auf S. 36 in der Note 1 erwähnten Vorträgen, die einzig meinen Leitfaden bilden, dass in dem Codex, welcher gleich an erster Stelle des Rechtsbuch des alten Herrn Andreas von der Eiche enthält, in welchem neben älteren auch noch Landtagsbeschlüsse aus den Jahren 1402 — 1411 Aufnahme erhalten haben, sich aus der Zeit des Königs Siegmund keine solchen mehr fin- den, sondern erst — sozusagen zur Ergänzung des Inhalts dieser Hand- schrift — in den späteren böhmischen Rechtssammlungen.

2 Nach den in der vorigen Note angeführten Vorträgen sind die Anni dis- cretionis noch bei den Knaben das vierzehnte, bei den Mädchen das zwölfte. Es zeigt sich demnach noch keine Spur von der Kenutniss des Statutes vom 20. November 1360 — vgl. Dr. Emil Franz Rössler's Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren I S. 35 im Art. 53 — über die Mündigkeit der Knaben mit 18 und der Mädchen mit 15 Jahren. Auch wird noch des Zweikampfes als Gottesurtheil gedacht, während Kaiser Karl IV. alle Gottesurtheil e, darunter auch den Zwei- kampf, in den Städten unterdrückt hat.

Berieht« Aber Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 31

Diese Handschrift, im amtlichen Gebrauche in Prag1 be- findlich gewesen, enthält — sozusagen ausschliesslich theils in

An einem andern Orte sodann ist erwähnt, dass nach einer von dem Chronisten Hajek auf uns gebrachten Nachricht die böhmische Bearbeitung des sogen. Schwabenspiegels schon im Jahre 1283 vorhan- den gewesen.

1 Insbesondere zeigt zufolge der mehrberührten Vorträge PelzePs der Theil, welcher den auf S. 33 in der Note unter Ziffer 12 aufgeführten in der Zeit dös Königs Johann zwischen 1341 und 1350 entstandenen Liber sententiarum enthält, unverkennbare Spuren einer sehr starken Benützung. Die Blätter sind vielfach abgegriffen. Bei dem Artikel de appellationi- bus sind am Rande von einer späteren Hand die Namen der Städte bei- gesetzt, welche unter diesem Stadtrechte lebten und an den Schöffenhof der Altstadt Prag appellirten. An der Stelle, wo die Anni discretionis im Texte noch als 14 beziehungsweise 12 erscheinen, sind am Rande wohl sicher mit Rücksicht auf das bereits erwähnte Statut vom 20. No- vember 1350 die Zahlen 18 und 15 angefügt. Bei den häufiger ange- wendeten Hauptstücken findet man wieder am Rande die Artikel zu leichter Uebersicht numerirt. Bei besonders beachtenswert hen Stellen ist eine Hand hingezeichnet, welche mit einem Finger darauf hinweist. Im Verhältnisse zu diesem Liber sententiarum, der sozusagen die damals jüngste Rechtsentwicklung bietet, ist natürlich die unter Ziffer 1 1 berührte in der 'Altstadt Prag in Geltung gestandene böhmische Bear- beitung b des sogen. Schwabenspiegels weniger gebraucht. Aber auch hier fehlt es nicht an deutlichen Anzeichen einer bis jedenfalls um die Mitte des 16. Jahrhunderts reichenden Benützung. So ist beispielsweise bei bemerkenswerthen Stellen am Rande wieder eine Hand als Weiser hingezeichnet, wie beim Art. 14 = LZ 172 über die Urtheilsfindung durch die Schöffen nach der Mehrheit, beim Art. 128 = LZ 288 b, dass bei der Erbschaftstheilung der älteste Erbe eben die Theilung vornimmt und der jüngere wählt, beim Art. 129 — LZ 289, dass die Erben für die Bürgschaft des Erblassers einzustehen haben. Abgesehen hievon sind zahlreiche Bemerkungen hier und dort am Rande angebracht. Nur Folgendes aus Pelzers Anführungen. Zu Art. 19 = LZ 177 von dem Todtschlage, welchen ein Kind verübt: Ditie zabili koho nema nad nim popraweno byti — über ein Kind , welches jemanden todt schlägt, soll nicht gerichtet werden. Zu Art. 41 = LZ 198, dass auf das Vermö- gen eines Hingerichteten der Richter keinen Anspruch zu erheben hat: Kdo hrdlo strati statku nicz = wer den Hals verliert, verliert kein Gut. Zu Art 44 = LZ 201a bei der Stelle über die Talion: Prawo w poku- tach = Recht in Betreff der Strafen. Zu Art. 68 = LZ 227 a von der Bestrafung des Menschenraubes als Diebstahl mit dem Galgen : Sedlaczy toho za kradeznedrzy a kdyby driieli muselby gich weliky dyl zwiesen byti = die Bauern halten das für keinen Diebstahl, denn — wenn sie es dafür hielten — müsste ihrer ein grosser Theil gehenkt werden. Zu

32 !• Abbandhing: L. v. Rockinge r.

böhmischer und theils in lateinischer Sprache — eine umfas- sende Sammlung von Erzeugnissen aus dem Gebiete des Land und Lehenrechts wie des Stadt-, Berg- und Judenrechts u. 8. w. in Böhmen und seiner Hauptstadt.1

Art. 73 = LZ 232 von der Bestrafung des noch nicht 14jährigen Diebes: Quatuor decimus annns in flagiciis non punitur. Zu Art. 124 = LZ 284, dass beim Beweise durch sieben Zeugen der Richter und der Büt- tel je für zwei zu zählen sind: Parilitas aequa scilicet. In dem Art. 151 = LZ 311 ist die Bestimmung, dass der Nothzüchter einer Jungfrau lebendig hegraben und der eines Weibes geköpft werden solle, unter- strichen und die Stelle nochmals an den Rand geschrieben. Zu Art. 162 = LZ 322 über den Beischlaf eines Christen und einer Jüdin: Krziestan s zidowku s slihali se budite upaleni — hat ein Christ sich mit einer Jüdin vergangen, so sollen beide verbrannt werden. Zu Art. 164 = LZ 324, wonach ein Kind erbt, sobald es die Augen öffnet und die vier Wände des Hauses beschreit: Ditie bud jakz koly malo ziwo, diedi w porzodnem manzelstwy = ein eheliches Kind erbt, wenn es auch noch so kurz lebt. Zu Art. 189 = LZ 348 bezüglich der Vormundschaft über Minderjährige und Geisteskranke : W poru czenstwy do 25 rozumny syrotczy, nemudrzi wieöne budte — unter Vormundschaft sollen vernünftige Waisen bis zum 25. Jahre, unvernünftige immer stehen. Zu Art. 195 = LZ 350 über den Verwandtenmord: Ex romanis legibus dissumitur parricida infra im- butus culleo cum gallo simia et scorpione, demergebaturque in aquis. Zu Art. 192 = LZ 351: Strazny nadwiezni = Bewachung eines Gefange- nen. Zu Art. 195 = LZ 354 bezüglich einer Verfügung des Vaters über sein Vermögen zum Nachtheile seiner unmündigen Kinder, welche da nach erreichter Mündigkeit widerrufen können: Masculi 14, femelle 12 anni.

Schliesslich mag noch einer Randbemerkung zu dem in der Handschrift mit Tinte unterstrichenen, in dem Art. LZ 201 h entsprechen- den Falle des Art. 44, dass man den, welcher sein Gelüste mit dem Vieh hat, verbrennen solle, gedacht sein: do Domazliz, do Strziba nau- czenj, casus 1545 anno feria post trinitatem, exemplum w notatiech miestskych = Weisthum nach Domazlik und Mies, casus 1545 anno feria post trinitatem, exemplum in den städtischen Einträgen. Nun war nach der schon im ersten Absätze der Note berührten Randglosse, welche sich in unserer Handschrift im Liber sententiarum bei dem Artikel de appella- tionibus findet, Prag der Oberhof für Taus und Mies. Also noch im Jahre 1545 ist auf der Grundlage unseres Rechtsbuches eine Rechtsweisung dahin ergangen und in irgend einem Stadtbuche von Prag verzeichnet worden.

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1 Der Gesammtstoff dieser im höchsten Grade werthvollen Sammlung der damaligen böhmischen Rechtsquellen gliedert sich in ihr folgender massen:

Berichte filier Handschriften des iog. Schwabenspiegele. XIII. 33

Zunächst berührt uns hieraus das als ,Priwa myesta Praisk^ho wStSiho' von Fol. 97' — 148 erscheinende Recht der grösseren oder der Altstadt Prag, nach unserer sonstigen Be- zeichnung b, nämlich eine böhmische Bearbeitung der Art. LZ 160—377 II und 377 des Landrechts des sogen. Schwabenspiegels. Weiter der nur von Fol. 73' — 78 reichende Processus tabularum terrae, nämlich der böhmische Text der ersten 24 Artikel des Lehenrechts unseres Rechts- buches.

1) von Fol. 1-13': Prawa stare"ho Pana Ondfeje z Duba, das Rechts- bach des alten Herrn Andreas von der Eiche, böhmisch;

2) von Fol. 21' — 42': Prawa starlho Pana z Rozemberka, das Rechtsbach des alten Herrn von Rosenberg, böhmisch ;

3) von Fol. 43— 67: Rad zemskäho prawa, Gerichtsordnung des Land- rechts nach der Anordnung des Ordo judicii terrae, böhmisch;

4) von Fol. 57' — 73': der Ordo judicii terrae selbst, lateinisch.

b) 6) von Fol. 73' — 78: Processus tabularum terrae, böhmische Ueber- tragung der Art. 1 — 24 einschliesslich des Lehenrechts des sogen. Schwabenspiegels;

6) von Fol. 78 — 82': Una Berna regalis generalis regni Bohemiae, la- teinisch.

c)

7) von Fol. 83—91: das Iglauer Stadtrecht vom Jahre 1249, lateinisch;

8) von Fol. 91 — 92: das Iglauer Bergrecht, lateinisch;

9) von Fol. 92'— 96': das Brünner Stadtrecht vom Jahre 1243, lateinisch;

10) von Fol. 97 - 97': Prawa konSelska, böhmische Uebersetzung des Pra- ger Statutes vom Jahre 1330 — vgl. Dr. Emil Rössler's Deutsche Rechtsdenkmäler aus Böhmen und Mähren I S. 88 bis 90 in der Ziffer 130 — über die Rechte der Schöffen, die Jura Consulum.

11) von Fol. 97'— 148: Prawa myesta Pra2sk6ho wötSfho, das Recht der grösseren oder der Altstadt Prag, böhmische Bearbeitung des Landrechts des sogen. Schwabenspiegels von Art. 160 LZ angefangen bis 377 beziehungsweise 377 II;

12) von Fol. 148' — 249: der Liber sententiarum, lateinisch.

d)

13) von Fol. 249—253: Tractatus papae dementia VI de vita et honestate clericorum vom Jahre 1355, lateinisch;

14) von Fol. 253' — 256': Una summa integra Bernae regalis regni Bohe- miae, lateinisch;

Sitiungsber. d. phil.-hint. Cl. CXXI. Bd. 1. Abb. 8

34 1. Abhandlung : L. r. Bo c k i n g e r.

Was die Präwa myesta Praick^ho wätäiho betrifft, sind sie in vier Hauptabschnitte getheilt. Der erste umfasst die Art. LZ 160 — 200. Der zweite, welcher nach seiner Auf- schrift ^verschiedene Rechtssätze über Mannschlacht mit ver- schiedenem Verlaufe, oder von Gliedern oder von Wunden und so von vielen anderen Dingen, welche in der alten Ehe geschrieben stehen', behandelt, reicht von Art. LZ 201 — 307. 1 Der dritte, in welchem nach seiner Ueberschrift die ,Rechte von Eigenleuten und von Dienstmannen' zur Sprache gebracht sind, umfasst die Art. LZ 308 — 376. Der vierte endlich be- steht unter der Ueberschrift ,Dieser Theil handelt von den sieben kirchlichen Sacramenten und vorzüglich von der Ehe' aus den Art. LZ 377 II und 377. Darnach schliesst folgende Bemerkung das Ganze ab: Hier endigen die Rechte der grös- seren Stadt Prag und mit ihnen viele andere Rechte, wie der Leser finden wird. Amen.

Bei verschiedenen Stellen ist an den Rand eine Hand hin- gezeichnet, welche auf dieselben besonders aufmerksam macht. Ausserdem ist in Art. 151 = LZ 311 die Bestimmung, dass der Nothzüchter einer Jungfrau lebendig begraben, der eines

15) von Fol. 267 — 261: Statuta Judaeorum, des Königs Ottokar II. Juden - rechte vom Jahre 1254, bestätigt von König Johann und am SO. Sep- tember 1356 von seinem Sohne Kaiser Karl IV. Vgl. Rössler a. a. O. I im Anhange unter VI S. 177—187.

16) von Fol. 261'— 262: Statutum Judaeorum für Brunn von 1254/1268, deutsch. Vgl. Rössler a. a. O. II im Anhange unter III S. 367 — 371;

17) von Fol. 262-263: Des Königs Wenzel Mauthprivilegium für die Prager Kleinseite vom Jahre 1233;

18) von Fol. 263'— 266': des Kaisers Karl IV. Weinbergordnung vom Jahre 1370.

Für die vollkommene Richtigkeit der Blattzählung vermag ich hier keine Gewährschaft zu übernehmen, da in Pelzel's Vorträgen, denen ich zu folgen habe, die nicht sämmtlich auch nur von seiner Hand ge- schrieben sind, an mehreren Orten keine genaue Uebereinstimmung herrscht. Soweit es sich übrigens um die uns berührenden Ziffern 5 und 1 1 handelt, ist von keiner Abweichung die Rede, auch nicht gegenüber der Verzeichnung Hanka's a. a. O. S. 168/169 unter Ziffer 45. 1 Was hierunter den Art 60 = LZ 206 anlangt, lautet sein Schluss gegen- über der kurzen Fassung ,daz ist reht* des deutschen Textes folgender- maßen: To gestw horach koritanskich = So ist es in den Gebirgen von Kärnten.

Berichte Aber Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 35

Weibes geköpft werden solle, unterstrichen und die Stelle nochmals an den Rand geschrieben. Weiter finden sich hier und dort Bemerkungen ganz eigener Art. So beispielsweise am Rande des Art. 44 = LZ 201 e, wonach der Diebstahl bei Tag mit Geld, der bei Nacht mit dem Tode zu bestrafen ist: Duchek dworsky ginak udielal, chudeo abiesjti dal, a od boha- teho penize wzal. quid mirum? carnifex est. 1557. = Der Hof- richter Duchek machte das anders: den Armen liess er hängen und von dem Reichen nahm er Geld, quid mirum? car- nifex est. 1557. Oder im Art. 153 = LZ 313 bei der Erwäh- nung der Absetzung des fränkischen Königs Lestandus durch den Pabst: Vide, quantam tyrannidem papae in Caesarea etiam optimos exercuerunt; und weiter bei den Worten, die Gott zu Jeremias gesprochen: Dobrzie gest ze buch k Jeremias sowy prawy ale ne k papessowy, neb tehdaz o papezych pismo mlczielo = Wahr ist es, dass Gott zu Jeremias, aber nicht, dass er zum Pabst spricht, denn von den Päbsten schwieg die heilige Schrift.

Aus Vorträgen des ersten Präsidenten des Vereines flir Geschichte der Deutschen in Böhmen zu Prag, Landesadvo- katen Dr. Franz Pelzel, aus dem Anfange der Sechzigerjahre, im Besitze des genannten historischen Vereines.

Da die PrÄwa myesta Prazcköho w&täiho auch sonst häufig in Handschriften des böhmischen Rechts begegnen, ausser solchen in Prag — wie nur den Nrn. 53, 99, 205, 314 bis 317, 319 bis 326, 328 — beispielsweise in dergleichen zu Königgrätz, Leitmeritz, Pilsen, Wien, Wittingau, mag ein näherer Einblick in sie nicht unwillkommen sein. Nun bin ich zwar nicht in der Lage, aus eigener Untersuchung dieser oder jener Hand- schriften mir hier ein Wort zu erlauben, schon aus dem Grunde, weil mir die czechische Sprache sozusagen bis zu einem Nullgrade fremd. Aber ich verdanke, was daher ein- schlägt, genauere Kunde dem Umstände, dass der Ausschuss des Vereines für Geschichte der Deutschen in Böhmen auf eine seinerzeit an die historischen Vereine gerichtete Zuschrift bezüglich der Codices des kaiserlichen Land- und Lehenrechts1

1 Vgl. die Mittheilungen des berührten Vereines, 1874, fünftes und sechstes Heft, S. 236—238 und 300—302.

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36 I* Abhandlung: L. t. Rocktnger.

in entgegenkommendster Weise mir Arbeiten des vorhin ge- nannten eifrigen Forschers auf dem Gebiete deutscher und böhmischer Rechtsgeschichte Dr. Franz Pelzel, des leider so früh — am 28. Oktober 1866 — verstorbenen hochverdienten ersten Präsidenten jenes Vereines, über die böhmischen Land- wie Stadtrechte1 zur Benützung übermittelt hat, welche sich noch in den dortigen Sammlungen finden.

Insbesondere veranschaulicht eine von ihm gefertigte wortgetreue Zusammenstellung des Textes unserer Nr. 322 mit LZ3 das Verhältnise der einzelnen Artikel dieses Druckes = I zur Nr. 322 = II, wenn ich alles richtig aufgefasst habe, in nachfolgender auszugsweiser Uebersicht, in deren Noten gleich auch ihre Ueberschriften mitgetheilt sind.

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1 In vier Folioheften mit nachstehenden Ueberschriften:

1) Die Quellen und Codices der Stadtrechte der Altstadt Prag;

2) die Bedeutung jener Papierhandschriften in Böhmen, welche die böhmische Uebersetzung des Schwabenspiegels enthalten; das Stadt- recht der kleinen Stadt Prag;

8) geschichtliche Uebersicht der Quellen des böhmischen Landrechts; wohl die erste Abtheilung des mit II bezeichneten, aber nur mehr 6 Seiten umfassenden unvollendeten Vortrages: 4) geschichtliche Darstellung der einheimischen Rechtsquellen.

Vgl. zu Ziffer 3 beziehungsweise 4 die Mittheilungen des ange- führten historischen Vereines in Prag, Jahrgang II S. 205—208. 3 Unter der Aufschrift ,Der Schwabenspiegel des Stadtarchivcodex' in sie- ben Folioheften.

3 Zum Anfange liest man zuerst die verschiedenen Rechte von Wucher.

4 Wie Kinder verschiedener Mütter gezweit sind.

5 Kann der Vater mit Recht einem Kinde mehr geben als dem andern?

6 Kann der Vater nach der Abtheilung seiner Kinder sein Gut weggeben? 1 Dass der Mann nach der Abtheilung seiner Kinder sein Gut seinem

Weibe geben könne.

8 Vom Erben der Freunde.

9 Wann der Herr erbt, und von der Seele.

10 Wie die nächsten Freunde erben.

11 Waz varnde gut ist.

Berichte über Handschriften des sog. Sehwatenapiegels. IUI. 37

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* Von heiligen Städten.

3 Wenn jemand über die Mauer in die Stadt steigt.

3 Gott gebietet den Eid. 4 Vom Zwingen zum falschen Eide.

5 Von den Schoppen.

6 Ein Gefangener kann ein Urtheil weder finden noch verwerfen. 1 Wie man wegen Diebstahl richten soll.

8 Von städtischen Fronboten und vom Büttel.

9 Von Verletzung verschiedener unten genannter Glieder.

10 Von Ansprache der Kinder unter 14 Jahren. Von verschiedenen Vorfällen.

11 Ob der Vater für den Sohn antworten soll, oder der Sohn für den Vater, wenn sie abgetheilt sind.

12 Wer eines andern Knecht oder sonstigen Diener schlägt oder rauft.

13 Wer einen Gefangenen hat, was er mit ihm beginnen solle, siehe das Recht. 11 Den Schaden, welcher sich ereignet und entsteht, den soll bezahlen

der ihn verursacht hat.

15 Der einen Vogel auf einem nicht gewöhnlichen Wege tödten will und einen Menschen tödtet.

16 Vom Todschlag im Walde, welcher einem Menschen oder Thiere auf dem Wege widerfährt. Merke von einem Baume.

17 Wenn ein Wagen umgeworfen wird, von dem Wagen etwas fällt und einen Menschen todt schlägt.

18 Wer sein Lernkind schlägt. Verschiedenes.

19 Der Vater kann seinen Sohn von ihm sondern mit Gut.

20 Wie der Zinsmann erbet, lies das.

21 Von Frauen Leibgeding auf ein Eigen oder Lehen.

22 Wenn ein Herr einem zweiten Manne ein Gut leihet, lies unten. 29 Die Schoppen Bollen zur Zeugenschaft dienen.

24 Von der Ehe. Wie viele Weiber ein Mann, und wie viele Männer ein Weib nehmen kann.

25 Vom Falschmünzen.

26 Wer den Zoll umgeht oder die Mauth auf der Brücke oder auf dem Wasser.

27 Von dem Geleite, welches dem Gute gegeben werden soll, wenn es im Lande unsicher ist.

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I Merke, wenn jemand einen unrechten Weg über ein fremdes Feld fährt, lies was Rechtens.

3 Der Fische stiehlt oder Holz haut oder Gras mäht auf fremdem Grunde.

3 Eben davon.

4 Vom Wasser Nachstehendes.

5 Von dem Erbanfalle, nachdem jemandem das Leben vertheilt wurde.

• Wenn man bei einem Manne Dieb- oder Raabgut findet.

7 Davon, dass einer dem andern dessen Gut nicht verlieren kann.

* Vgl. oben 8. 31/82 in Note 1, unten 8. 50 mit den Noten 8—14 und 8. 51 mit den Noten 1—6.

9 Segen für den, der recht richtet.

10 Vom Diebstahle. Wer Korn auf dem Felde stiehlt, oder wer etwas in der Kirche stiehlt.

II Inwieweit der Herr für seinen Knecht antworten soll.

11 Wer einen Eber hält oder ein anderes Wild, das schädlich ist.

13 Von einem schädlichen Pferde, das ausschlägt.

14 Ob der rihter sine gewette nät viudet an einem gute.

15 Wenn jemandem ein Gut gegeben, oder als Lehen verliehen, oder ver- pfändet worden ist.

16 Ob jemand einen andern anspricht um ein Gut oder Lehen mit gleicher Gewere.

17 Wer die Gewere hat Jahr und Tag ohne rechte Widerspräche und Be- zahlung.

18 Wenn auf jemanden vor Gericht geklagt wird, und er nach angehörter Klage entflieht.

19 Wer wissentlich einen fremden Acker baut.

20 Wer jemand was immer für fremdes Getreide abweidet.

21 Wer sein Vieh anders weiden läset als vom Hirten.

22 Von dem Richter und von den Bauern in einem Dorfe. 33 Von dem Gute, das jemand von einem andern hat.

24 Ob der Mann keinen Lehenserben habe.

25 Wer Zehent verdient oder anderes Gut.

26 Zins von Mühlen, Zöllen, und anderen Sachen.

Bericht« über Handschriften des seg. Sohwabentpiegels. XIII. 39

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1 Von Jahren, wann man den Kindern Gut geben soll, und wie.

3 Von des Königs Wegen, welche man Strassen nennt.

* Vom Borgen verschiedener Sachen.

4 Von offener and heimlicher Diebheit.

' Wer einem andern rathet, dass er stehle, lies dieses.

* Wer einem andern einen Menschen stiehlt, das ist auch Diebstahl.

7 Vom Schneider, und von allerhand anderen Verwahrungen.

8 Ob das versetzte Pfand gestohlen wird, und von anderem.

9 Borgt jemand einem anderen einen silbernen Napf, und der wird gestohlen.

10 Wer sich selbst Geld stiehlt oder andere Sachen.

11 Dass ein Kind unter 14 Jahren wegen Diebstahls seinen Leib nicht verwirken kann.

12 Wenn jemand beraubt wird, und er in Ausübung der Nothwehr den Räuber erschlägt.

13 Vom Raube, wenn einer mehrere dazu beredet.

14 Wenn jemand ein Gut anspricht und sich dessen ohne Gericht unter- windet, so ist es Raub.

15 Vom Wild, und von vielen anderen Ereignissen.

16 Das ist von wilden Vögeln, welche jagen.

17 Von dem Geniste der Vögel, wenn sie auf jemandes Gut nisten.

18 Wer jemandem ein Federspiel von der Mauer — ze zdy, was vielleicht sSerdf heissen soll, d. i. Stange — oder aus dem Korbe stiehlt.

19 Von Tauben und von Pfauen.

30 Wer einen Vogel fängt und behaltet, bezahlt ihn.

31 Das ist vom zahmen Hausgeflügel.

33 Von Wild, das ein Mann zu Hause hält, lies.

13 Wer einen Hund oder Wolf oder Hirsch oder Bären hält.

34 Davon, dass kein Weib Vormund oder Vorspreche sein kann.

35 Wer vor dem geistlichen Gerichte — sud — in den Bann verfällt.

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1 Wer ein Kind wie immer schlägt; wenn es jemandem auf Jahre anver- traut war, damit er es gegen genannten Lohn lehre; und von anderem.

2 Nochmals von Friede.

8 Wer in der Kirche an einem andern einen Frevel begeht.

4 Dass in jeder Woche vier geheiligtere Tage sind.

4 Wird ein Mann auf einem Gerichte geklagt, wie viel Freunde soll er

bei sich haben? 8 Von Gefangennehmung eines Aechters oder Friedbrechers, und von ihrer

Tödtung.

7 Der Harnisch soll nur zum allgemeinen Besten angelegt werden.

8 Wenn ein Mann gejagt wird der den Frieden gebrochen hat.

9 Von der Nothzucht an Frauen und Jungfrauen.

10 Von verirrten Mönchen.

11 Von schwangeren Weibern.

12 Ueber einen Wahnsinnigen, Blödsinnigen oder Rasenden soll nicht ge- richtet werden.

13 Wer jemandem ein Gut zu getreuer Hand anvertraut, und das wird gestohlen.

14 Wenn ein Knecht seines Herrn Pferd oder anderes Gut verspielt oder versetzt, und auch vom Diebstahle.

16 Diese Rechte sind zwischen Christen und Juden.

18 Judeneid. n Vom Königsfrieden.

18 Wenn jemand Bürge wird, einen andern vor Gericht zu bringen.

10 Der einen Frieden bricht, lies hier.

28 Vom Schaden für einen angeklagten Mann.

21 Ob zwei Mann vor Gericht auf einander klagen.

22 Wenn ein Mann den andern in den Schranken sieht. 33 Davon, wenn zwei einander gleich vor Gericht bieten.

24 Wird ein Mann vor Gericht beklagt um ein Ungericht der vorgeladen ist.

25 Auf wen geklagt wird, der soll zuerst einen Fürsprechen nehmen. 28 Ob zwei Mann ein Gut ansprechen vor Gericht.

27 Wer jemands Erbe oder Lehen nach 30 Tagen nicht wieder gibt.

Bericht« Aber Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 41

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300

140 »•

281

1217

291

131"

301

141"

282

122»

292

132'*

302

142"

283

123»

293

1331»

303

143"

284

124"»

294

134"

304

144 »o

1 Wer ein Gut erben will, der soll es schwerteshalb erben.

3 Der Richter kann und soll Niemand aus seiner Gewere weisen.

3 Wie ein geächteter Mann sich aus der Acht ziehen soll.

4 Dass freie Leute gute Zeugen sein sollen.

9 Wer eines andern Eigen unwissend ackert.

9 Wer den andern findet an seinem Schaden.

7 Um Ackern kann Niemand seinen Hals verlieren.

9 Sprechen zwei Mann ein Gut an, und streiten sie darum.

9 Wer den Aechter beherbergt und speiset im Hause.

10 Vom Tode des Richters.

11 Wer in des Königs Tafeln in der Acht ist und sich herausziehen wollte, lies hier.

12 Der römische König ist der höchste Richter im Lande.

13 Wer ein Weib zur Ehe nimmt und bei ihr zu Unrecht sitzet. 11 Wen man beschuldigt, dass er unehelich geboren sei.

15 Was ein Mann dem Vater schuldig wird, darum muss er den Kindern antworten.

16 Wer einen Mann fängt und schlägt, und der stirbt nach einem Jahre.

17 Vom eigenen Manne.

18 Wenn sich ein freier Mann zu eigen geben will, das versprechen seine Magen wohl.

19 Spricht ein Mann den andern an, dass er sein eigen sei.

30 Wer die Gewere an einem Menschen hat, der hat besseres Recht.

31 Wer was — anstatt ,sich( des deutschen Textes — einem Herren nimmt und dem andern gibt.

33 Dass ein jeglicher Mann, auf den man klagt, antworten soll.

33 Wer einen Mann um Eigen anspricht.

34 Wer mit der Handgethat mit Diebstahl oder Raub begriffen wird. 95 Wenn ein Mann kämpflich angesprochen wird vor Gericht (sud). 39 Von Zeugschaft vor Gericht (sud).

37 Wer über Nacht fremdes Vieh in seinem Hause verschliesst.

39 Wer fremdes Korn schneidet und wähnt, es sei sein.

39 Ob ein wip kint treit. 30 Klagen um Geld mit verschiedenem Verlaufe.

42 I. Abhandlung: L. t Kookinger.

I

n

I

II

I

II

305

1451

312

152»

319

159»

306

146 »

313

153»

320

160»

307

147»

314

1541»

321

161"

308

148 *

315

155"

322

162 '»

309

149»

316

156»

323

163 »

310

150«

317

167»

324

164«

311

151 '

318

158»

326

165«

1 Wer einen andern im Landrechte klagt.

* Was jemand einem andern gelobet, das soll er ihm geben, es sei was immer.

* Was der Mann in der Gefangenschaft gelobt, ist nicht stätig, anch nicht der Eid.

4 Wer nach Recht eigene Lente haben kann, and von anderem. 8 Wessen sich der Mann unterwindet mit Unrecht.

6 Wie die Könige nnd Fürsten allerhand Leuten Bosse gesetzt haben bei den alten Zeiten.

7 Wer eine Magd oder ein Weib notzüchtigt

8 Wenn mehrere einen Mann anlaufen und einer von ihnen verwundet ihn, der soll bttssen.

9 Von Ketzern. Wo man sie inne wird, da soll man sie zuerst geistlichem Gerichte rügen.

10 Setzet ein Mann, der gelten soll, sein Gut in eines andern Hand an einem Tage, das heisst Flnchtsal.

11 Wer einen Mann gefangen hat, der mnss selbst davon antworten.

13 Von der Handgethat ist das Recht.

18 Wer über den andern Tag seinen Diebstahl oder Raab bei einem fin- det, der das offen geraubt oder gestohlen hat

14 Von der Freilassang eines Weibes durch den Herrn aus der Eigenschaft. 16 Wenn eine freie Frau ihren Eigenmann sich beilegt.

16 Dass kein fremder Mann ein fremdes Weib rügen soll wegen Ueberhur, ausser der Bruder oder Vetter.

17 Es mag ein Mann das Weib und das Weib den Mann rügen wegen Vergift.

18 Ob ein christlicher Mann bei einer Jüdin liegt, oder ein Jude u. s. w.

19 Von dem freien Manne, der sich selbst freiwillig einer Kirche gibt.

30 Wann ein Kind anfängt, seines Vaters und seiner Matter Gut zu erben.

31 Wenn nach dem Tode des Vaters oder der Matter zwei Töchter hinter- bleiben, welche mit Recht erben soll.

Hier schliesst das fünfte Heft von Pelzel's Vergleichung. Das folgende fährt zwar mit Art. LZ 326 fort, zählt aber ihn als 157 und sodann von da weg weiter. Ich habe mit 166 fortgezählt, und gelange hienach anstatt der 210 Artikel Peleel's zu deren 220.

Bericht« ftber Handschriften dee sog. 8chwabenspiegelt. XIII. 43

I

II

I

II

I

II

326

166»

336

1751°

345

f 185 "

327

167*

337

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328

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338

I7712

346

187«

3291

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339

178»

347

188"

330 J

340

179"

348

189"

331

170»

341

180"

349

190"

332

171«

342

181»

350

191"

333

172 »

343

182"

351

192"

334

173*

344

183'«

352

193«

335

174»

345

184»

353

194»

I Wer beim Begegnen das Pferd tödtet oder verwandet, indem er den Mann tödten will.

3 Wer was immer ftür ein Pfand nimmt wider Recht.

3 Von dem Stnmmen, der nicht antworten mag noch sprechen.

4 Dass kein Hascher in die Kirche laufen, noch jemanden dort fangen soll. * Wer in Kirchen etwas stiehlt oder ranbt.

6 Wer sein Dieb- oder Raubgut bei einem andern findet, was er damit beginnen soll.

7 Hier sind die Rechte von verschiedenen Hunden, und zuerst wer einen Leithund todt schlügt.

8 Wer einen Treibhund stiehlt oder erschlagt.

9 Vom Spürhunde. 10 Vom Biberhunde.

II Von einem Wind das Recht.

11 Vom Wachhunde. >3 Von dem Hunde, der grosses Wild jagt. " Vom Schäferhunde. 15 Vom Hofwart.

16 Wenn ein Hund einen Mann beisst und der ihn todt schlagt.

17 Wer einen Hund verwundet, dass er lahm wird.

19 Wer einen Habicht stiehlt oder todt schlagt, der zur Jagd abgerichtet ist.

19 Hier vom Sperber, Sprinzen, und von anderen Vögeln.

" Vom Pfaue.

21 Wer was immer für einen Hund wieder gibt ohne Gericht.

33 Von dem Gute, das jemand auf Seinem findet auf oder unter der Erde.

33 Der ein Gut findet auf freier Strasse auf oder unter der Erde.

24 Von gemachten Pflegern die ein Vater seinen Kindern gibt bei lebendem Leibe.

19 Wer einer Jungfrau Pfleger ist und sie behurt.

96 Wer seinen Mag ohne Schuld tödtet offen oder heimlich.

37 Dass Männer und Weiber in der Gefangenschaft nicht gemeinschaftlich gehalten werden sollen.

39 Wer jemand zur Haft bringt, der ist schuldig, ihm Speise zu geben.

39 Also der Vater im Gefängnisse sitzt, und der Sohn oder Mag unterwin- det sich seines Gutes.

44 I. Abhandlung: L. r. Kookinger,

I

II

I

II

I

II

354

195«

363 a

204 10

371

213»

365

196 *

363 b

205»

372

214»

356

197»

364

206 '*

373

215«

367

198 *

365

207«

374

216»

358

199*

366

208 "

375

217«

359

200«

367

209«

376

218"

360

201 7

368

210 <«

377

220"

361

2028

369

211»

377 II

219"

362

203»

370

212 '8

1 Ob ein Vater durch seinen Übeln Willen seinen Sohn oder seine Tochter

an Gut verderben wollte. 3 Ob ein Herr keine Kinder hat, oder zwar welche hat, aber nicht bei

ihnen ist, und jemanden frei lässt.

3 Wer Eigenleute hat, und die entfliehen wohin.

4 Dass ein Mann sein Kind verkaufen könne oder nicht.

5 Landteidinge sollen drei im Jahre sein, bei Unfrieden aber jeden Monat. 8 Wer gegen die Herren Busse verwirket mit üblem Willen und freventlich.

7 Wie Zeugen angenommen und gefragt werden sollen.

8 Zuerst verbietet Gott den Gesuch, dann Papst Leo und der heilige Kaiser Karl. Lies dies.

9 Der sich des .böhmischen' Gutes unterwindet zu Unrecht und wissentlich. io Dass am Sonntage Niemand feil haben soll.

11 Die Richter sollen sich vor unrechter Gewalt hüten.

12 Von Zollnehmen lies.

13 Wem Bienen ausfliegen, oder ein Schwärm.

14 Wer in eines Mannes Baumgarten Bäume abhaut.

15 Wer wider den Kaiser etwas thut, oder wer in einer Heerfahrt von ihm flieht.

16 Vom Leitgeben und seinen Leuten.

17 Vom weltlichen falschen Schreiber.

18 Wer eine Sache geringer macht mit der man wägt.

19 Vom Baue eines Hauses und vom Lichte.

20 Wer auf fremdes Erdreich zimmert oder Bäume setzt. " Vom Schiffe.

22 Wer aus fremder Seide oder aus anderen fremden Sachen ein Gewand wirkt.

23 Wenn zwei mit einander gemeinschaftlich Eigenleute haben.

24 Wer ein Eigenmann ist und wird frei gelassen, der soll den Herrn stets ehren.

25 Der ein Weib zum Kebsweibe hat.

26 Dieser Theil handelt von den 7 kirchlichen Sacramenten und vorzüglich von der Ehe.

Berichte aber Handschriften des sog. Schwabeospiegels. XIII. 45

Ist es hienach ermöglicht, sich einen Begriff von der Gestalt dieser böhmischen Uebersetzung unseres Rechtsbaches gegenüber den sonst bekannten Formen desselben zu machen, so bietet auch die S. 36 in Note 2 erwähnte wortgetreue Zusammenstellung ihres Textes selbst mit LZ, welche Pelzel gefertigt hat, ein bequemes Hilfsmittel dar, in dieser Beziehung klar zu sehen.

Ich wähle hieraus eine Reihe von Abweichungen dieser ,Rechte der grossen Stadt Prag in verschiedenen Sachen und Vorfällen' gegenüber LZ, und zwar in der Weise, dass ich das, was sich gegen LZ als Mehr findet, cursiv mittheile, be- züglich der übrigen Verschiedenheiten in den Noten bemerke,

was erforderlich erscheint.

1.

einen eit zen heiligen dass ich ihn wegen des Wuchers nim- mermehr ansprechen wolle, nu daz tun ich. — sol ich den ge- such lazen? so1 soll ich dar nach clagen. Vnd werde ich klagen, so tu ich wider. — dez sol ich gehorsam sin, vnd daz schadet mir nut an minem eide.2 — vnd sol in an die stat mir wider geben. — dem geistlichen rihter nut gehorsam vnd diesem Ge- richte,* so sol er. — der weltlich rihter dar vmbe verweisen vnd ehten.4 — geistlich rihter vber in rihten5 mit dem banne. — kunt welle tun daz ichB wucher gebe. — offen wucheren sint, vnd sind sie Christen, hant. — alse er ze rehte7 6ol. — swer die Wucherer hegt oder beschirmet. — swa si Wucher hant ge- nomen.8 — ist varende gut da,9 so gelte man von sinem eigen.

1 In der Handschrift steht ze, wie auch in nt nämlich unserer Nr. 63 be- ziehungsweise 80, vielleicht Schreibfehler anstatt nebo.

2 In LZ steht weiter: noch an miner gelnbede. 1 Y toho sudu. LZ hat: diz gerihtes.

4 Wypowiedieti y psati, verweisen (aus dem Lande oder Orte) und ächten.

5 In der Handschrift steht der Schreibfehler poprwe anstatt popraw. * Ihn haben auch II, nur setzen sie an die Stelle des veralteten poprwe die neuere Schreibart po prumye, zum ersten Banne.

6 LZ hat: ich im.

7 In der Handschrift steht : zpraumye, vielleicht Schreibfehler anstatt z pra- toem, wie die Handschriften II haben.

8 LZ hat: swa si gut hant genomen ze wacher.

• Hier ist die Stelle LZ ,da sol man von gelten, vnd ist dez da nut* ausgefallen. In II fehlt sogar: vnde ist varende gut da, da sol man von gelten, vnd ist dez da nut.

46 I. Abhandlung: L. t. Kocking or.

— weltlich gerihte ausstoseen i aus der cristenheit. — vnd mit

drin geziugen.2

2.

ez sin s&ne,3 vnd daz4 wip stirbet im, vnd er nimet ein andrun, diu gewinnet ein kint mit im oder me Kinder. — daz er erre6 hatte. — eins g&tes alse vil daz er selb* [hatte]9 als sie ze 8amene kamen.7 — vnd nAt wan daz varende gSt daz von ir beider vater8 dar ist komen.

3.

Vnde wil ein man sin kint vzstAren oder abteilen,*1 dem git

er. — vnde stirbet der vater ,0 ane. — diu vzgestAret sint, vnd

hant si sich verzigen11 ir vater gfites, ez si varende gfit oder

ander Gut.

4.

vz gesturet vnd abgeteüet hat.

5. mit der kinde12 willen.

1 Zgewnye wyobcowati, Öffentlich verweisen, ausweisen. m 1 In LZ heisst es: vnd mit drin mannen die geziuge sin. 9 LZ hat noch: oder tohtera.

4 LZ hat: sin.

5 In LZ hebst es: daz er bi der erren frovwen hatte.

6 In der Handschrift fehlt das eingeklammerte ,hatte', welches in II er- gänzt ist.

In ihnen lautet die ganze Stelle: A swe zenie da sbuozie gegie sase a sweho sbozie toliko kterez gedno on kdyz gsu se whromadu sessli miel diel tiem druhim dietem teh dy gie etc. Er gibt seiner Wirthin ihr Gut wieder, und seines Gutes ebensoviel, das er hatte, als sie zusammenkamen, einen Theil den zweiten Kindern.

7 In LZ folgt noch: ane gedinge. Dieses fehlt in allen böhmischen Texten.

8 In LZ steht: vnd nut wan daz ander daz heizet varende gut. daz ist da von daz daz gut von ir beider vater gute.

9 So ist in der Handschrift der Text LZ 162 ,Vnde wil ein man sin varnde gut — vnde hat er deheines einer kinde vz gesturet1 gekürzt

10 In LZ heisst es: vnde ververt er.

11 In LZ steht : diu uz gesturet sint mit gedinge, daz si sich verzigen hant. 13 LZ hat: erben.

Berichte über Handschriften des sog. Schwabenspiegels. XIII. 47

7.

vnd der sol der sele daz teil1 geben, vnde hoeret ein

solcher man2 an ein. — bilgerin zu geben, damit sie nicht übers

Meer gehen.8

9.

Verwirket silber vnd golt,4 daz. — wider sprichet vnd tadelt diz b&ch nAt. allen harnesch von silber,6 vnd waz von Federn* ist, daz we[lle]nt die lite von Gewonheit daz ez.

11.

Daz gebot oder den Bann brach Remus, vnd steig in die

stat körnend.7 vnd er wart hier gevangen. — f&r den rihter,

vnd im wart da daz houbt verteilet, nu began der brfider

vmbe in ze bitten, aber die Romer in der Versammlung,8 sie

woelten.

12.

vnrehte eide. das sind rechte Eide die man ehrenhaft schwören kann, und eben die erloubet man wol ze swern.0 wir vinden ouch in. — die iehent, wen sule auch rechte eide n&t sweren.10 — alle sollen sweren bi gotte, bi sinen heiligen, sie sollen auch sweren bi sinen heiligen ewangelien vnd auf sein heiliges Bild- nis*, oder11 uf einem gewihten crice. — vnd bi den heiligen

1 In LZ steht: daz vierde teil. 2 LZ hat nur: hoeret er.

3 LZ hat: bilgerin vber mer ze furenne.

4 In LZ ist hier der wohl verdorbene Text: verwirket gut von silber.

5 In der Handschrift wie in II steht: odyenye od »trtUebra, wohl Versehen anstatt odyenye a strzielba: Harnisch and Geschütze.

• In II ist yod perzie* häufig verdorben.

I PrtUeed, Schreibfehler für przes zed, über die Mauer, wie sich in H findet.

* Ale Bzymene ve czechu, wohl Schreibfehler für: ale Bzyinene raeczechn: aber die Römer sprachen, wie in LZ.

9 LZ hat: vnrehte eide. die eide die reht sint ze swerenne vnde reht sint die erloubet man ze swern. wir vinden in dem heiligen ewangelio, daz got selbe hat gesworn.

10 LZ hat: die iehent, wen sule eide nut sweren. die liegent. wen sol eide sweren die reht sint.

II In LZ lautet diese Stelle: wan sol alle eide sweren bi gotte, bi sinen heiligen, vnd bi sinen heiligen ewangelien, vnd uf einen gewihten altar, vnd.

48 I- Abhandlung: L. v. Rockinge r.

sweren. so sollen Eide gesworen werden, vnd swer bi ivte u. 8. w.

— vnd swer des vber zivget wirt mit 3 Zeugen,* den sol u. s. w.

14.

die svln dem Rikter gerihtes helfen, die kernen Schoppen, die sollen weise Leute sein, und sollen vor Gericht Recht finden, und Niemand anderer, ez sol. — sin mag ouch weder der Richter noch der si. — fanden wirt.2

16.

mensche toetet, vnd3 wirt er sin. — vnd den gebvren iht t$t, die sol man radebrechen, nement sie im daz drier phenninge wert ist, so schlage man ihnen Haut und Haare ah hei dem höchsten, das sind vierzig Schläge. A — har ab slahen bei dem mindesten.1 aber swer in kilchen. — drizeg phenninge wert ist, wen sol im hut vnd har abe slahen bi dem minsten.6

— heimlichen brennet,7 daz. — oder in verbrennet,8 das ist ein wahrer Mord, oder der wip. — vride brechent oder die auf fremdem weiden und dabei9 begriffen werden t. — diebe oder Räuber10 hvset. — nieman ze gebietenne. noch ist jemand11 sins gerihtes schuldig ze svchenne, so lange er dem Rechte ver- fallen üt.12.

17.

der zweier ,8 ellenbogen lang si.

1 LZ: wirt selbe drite.

2 In LZ steht noch: oder ist fvnden.

9 LZ: toetet, vnd er dez lovgenot, wirt u. s. w.

4 LZ hat: iht tvt, oder nement daz drier phenninge wert ist, die sol man radebrechen alle.

5 LZ: bi dem hohsten, das sint vierzeg siege.

6 LZ: wert ist, den sol man radebrechen, oder stilt man drier phenninge wert dar inne, wen sol im hut vnd har abe slahen bi dem hohsten.

7 LZ: brennet, er lovgene oder nut, daz.

8 LZ: oder in brennet sunder mort brant.

9 nebo ktoz na czyziem passe, der auf fremdem weidet. Vielleicht hat das denselben Sinn wie LZ: mit vber hvre.

10 Zbiehy. LZ: morder.

11 LZ: Niemand ist.

12 LZ: die wile er rehtes geweigeret hat.

13 LZ: der drier oder zweier.

Berichte Aber Handschriften des sog. Schwabenipiegels. XIII. 49

18. oder an füzzen, an beinen, oder an den Schenkeln,1 dem sol man für jede Hand auch eine Hand2 absiahen, und für beide Hände beide abhauen. Dasselbe Recht von den Füssen.

19.

vater sol von seinem Gute3 fAr ez buzzen. — sinen lip

noch seine Ehre4 verwirken.

20.

da von bezzeron. vnd hat er Gut und Kinder5 hinder

4m. — schulde deine, man nem ouch deine b&zze,6 alse an

dem. — vnschuldig der getat, indem er sein Recht thut. der

hilfet n. s. w.

22.

sol7 gebieten allen den die in sinem gerihte — poprawa —

sitzent, dass sie vor diese Burg ziehen und reiten, vnd swele. —

vnd komet er nut, die gabn&sse sol der herre selbst8 geben.

vnd gebetet er ieman dar zu kommen mit mere oder mit

minre, die gabnässe gebe er, wenn er nicht kommt, alse si sich

gebAre.

24.

vogels vf9 einem wege. — gesvnt. aber10 rfiffet. — noch schiezze, nnd er dennoch erschiesst oder wirft und t'ödtet einen Menschen,11 vnd mag man. — ze genne vnd ze farenne, da wirt er. — die Rte gant,12 da sol.

27.

da die lvte gant und gehen sollen, wer geholfen hat da den Wagen umzuwerfen,18, die sint u. s. w.

LZ: armen.

In LZ lautet diese Stelle: sol man die hant. LZ: von sin selbes gute nut.

LZ: lip noch sines libes ein teil nut Verliesen noch. LZ: hat er erben. LZ: [man] bilze.

LZ: sol dar fvr. 8 LZ: einen.

LZ: vf einem bovme oder vf. 10 LZ: vnd. LZ: vnd sieht er das mensche. LZ: gant oder ritent.

LZ: lvte wider vnd für gant, von sweler lvte helfe daz geschiht oder geschehen ist. 8itsungsb«r. d. phil.-hirt. Ol. CXXI. Bd. 1. Abb. 4

ÖO I' AbhaodhiDg : L. t. Rockinger.

30.

ir nehste mag, denn das Eigen wird den rechten und nächsten Magen1 ledig, vnd daz lehen u. s. w.

33. eine, oder die zweite, oder die dritte, oder die vierte.2

34. oder sich auf das Wasser zu lassen.3 — Bi svln alle

haben gemele4 und Inschrift.

36.

geleites, daz mag im der5 herre dez landes wol geben.

40. flvz ist so dass man ihn habe ze6 varenne u. s. w.

41. daz heizzet7 Erbe oder erbe gvt. swer von gerihte oder nach dem Urtheü sinen lip u. s. w.

44. oder me, er ist dez todes nut schuldig.8 — andren wun- det, vnd der nut stirbet e an dem dritten9 tage, so sol man den toten ochsen10 verkouffen, vnde sol. — ander ding, drivalt11 sol er. — gut einem andren, golt oder silber, geld oder goldene Sachen, oder swaz. — gelust mit dem vihe hat, den sol man verbrennen. — deh einen ander enn an bettet. — so sol man im daz hovbet abe slahen vnd ir.18 — es si mit irem willen oder wider ir willen. — der eher nut brechen: er sol si zerriben mit der hant, ob er des kornes begehre, er snide aber14 rin. —

1 LZ : daz eigen wirt ir nehsten mannes mage.

2 LZ: eine, oder zwo, oder drie, oder me. 9 LZ: oder die waszer vrteil.

4 LZ: haben svnder gemele. 5 LZ: ein.

6 LZ: ist gemeine ze.

7 LZ: heizzet nvt.

8 LZ 201a setzt noch bei: dez lästere ist er ichuldig.

9 LZ 201 d: vierden.

10 LZ 201 d: den lebenden ochsen vnde den awesen.

11 LZ 201 e: vier valt. 12 LZ 201 h: deheinen got. 18 LZ 201 k: man in daz hovbet abe slahen.

14 LZ 201 n: mit der hant, vnd esse dez kornes, ob in hungert, vnd snide.

Beriohte ftb«r Handschriften de» eog. Schwabenspiegels. XIII. 51

— disen worten mit Gericht1 und Vollstreckung nvt nach vol- gent. — ir lip2 vnd ir sele.

45. vnd sines vihes3 wücher. — wenn du richten und voll- strecken wirst4 nach disen worten, so gibt dir got sinen hoh- sten5 segen. — den got gerihte und Gerichtwollstreckung en- pholben. — ob ir nicht richtet vnd vollstreckt6 wider disem

buche.

46.

Vf swelher bürg man das thut, oder in welchem Hause man es thut,1 da ist der wirt u. s. w.

47. dem herren alse vil geben als der ihm zu geben verspro- chen hat. — daz sol er im8 zwivalt u. s. w.

48.

Wer einen Eber hat, der sol im9 iergelich. — sieht ez iener dez ez ist von im. — ez daz selbe gerihte vnd daz selbe reht. — tvt ez schaden einem™ vihe. — vnderwindet.11 vnder- tcindet er sich sein nut, vnd wil er ez. — iener den der Schaden traf fftr sinen schaden. — ienre abe sniden.12 — vnd tvt er dez nvt, dessen er ist, er mvz.

49. Wer auf den Schaden klagt,13 er solz.

« LZ 201 t: rehte.

2 LZ 201 t setzt noch bei: vnd ir gut.

3 In LZ 201 u steht: dinz wacher. * LZ 201a: vnd rihtest da dich.

5 In LZ 201 a lautet diese hier durch Aasfall gekürzte Stelle: so tvt dir got sinen hohsten hört vf, daz ist der himel, vnd git dir dar vz.

6 LZ 201 r: ob ir also rihtent alse diz buch seit; rnd weihen fläch vnd vngenade iv got git, ob ir u. s. w.

7 LZ 202: barg man nahtes futteret.

8 LZ 203: dem herren.

9 LZ 204: Urful heizzet ein ber swin. dem sol man. » LZ 204: ez ein.

11 LZ setzt hier noch bei: dez ez da ist.

13 LZ 204: ienre heizzen abe sniden.

13 LZ 206: der in dez wider tribet.

4*

52 I.Abhandlung: L. ▼. Rocki n gor.

50.

so 8ol er1 ein cruce. — beredet er ihnen sein Recht oder

seine2 ehafte not, wen eol im sein gut ze loesenne geben, vnd

sol der rihter ienen der es gekauft hat noeten. — Anstatt des

Schlusses ,daz ist reht' steht hier: Das ist in den Gebirgen von

Kärnten.

58.

ein rihter (richtarz) inne. — meren mengi oder von Seite

der geburen. — svln alle doerfer3 helfen, vnd alle. — ob ez

aus den Ufern vz gat. — gemeinem gute, und das sollen sie

unter einander sammeln.*

59.

der ez in ledeclicher gewer vnd gewalt5 hat, vnd in.

60. nemen6 der sich nvt ergangen habe. Wenn gekommen ist der Tag des heüigen Phüipp, oder sant Walpurg tag, so ist u. s. w.

65. ez reht hat zum Ziehen genöthiget.7

66.

daz kann er wol tvn. also ob er in dar vmbe gevraget

hat und er geläugnet hat.9 so mag. — ob daz gut vor. Gericht

(sud) gekommen ist. vnde ist daz gut nvt gekommen oder

gebracht,9 so.

70.

Wem ein phant versetzet wirt10 umb gvlte.

71. sin selbes gut, und dabei fremdes Gut.11 — nvt min ist, so soll niemals der Kläger deshalb sein Gut verlieren.12 vnde

I LZ 206: der vrone botte. 3 LZ 206: er ander.

3 LZ 216 fügt hier bei: dv da bi ligent vnd da vmbe ligent.

4 LZ 215: gute, vnde nach der schazt stvre. 6 LZ 216: ez mit nvtze in ledeclicher gewer.

* LZ 217: nemen den nvtz. T LZ 224: hat gezoevmet.

8 LZ 225: daz tvt er wol, ob er wil. also daz er in dar vmbe nvt gevraget hat.

• LZ 225: gut zegegen ist. vnd ist daz gut nvt zegegen. 10 LZ 229: Der ein phant versetzet.

II LZ 230: sin selbes gut mit minem gute. " LZ 230: da sol ie der man vmbe clagen.

Berieht« Aber Handschriften de« sog. Schwabermpiegela. XIII. 53

ßtirbe ich, oder trete ab, soll jener sein Gut von meinem Gute oder von meinen Kindern gewinnen.1

75.

Den Schluss dieses Artikels bildet die Ueberschrift des

Art. LZ 235.

76.

in siner gewalt vnd in riner gewer. — daz haben wir ouch für2 rpvp. — ob er auch dar vf nvt nimet.

82. Die Worte des detitschen Textes gegen den Schluss ,vnd

die phawen' fehlen hier.

84.

Der Schlussatz des deutschen Textes ,oder in swez wilt banne ez gat, dez ist ez ovch' fehlt hier.

85. behaltet einen hvnt oder einen zammen3 wolf.

86. Römerin, div vor dem gerihte4 (sud) ze Rome also. — beschalt, und ihn schmähte, do ir. — Die Worte des Art. LZ 245 ,vnd den kvnig die hinder schamme lie sehen' fehlen hier.

90. hat ouch ander es vnd bezzer reht danne5 hvser. — mel

Btilt dri6 phenewert.

94.

swenne man zum allgemeinen Besten wohin7 varn sol. — wol gebieten, ob er ml, allen den die zum Heerbanne8 gesworn. — der hämisch tragen9 mag. — wip10 vnd Juden. — daz er von denen nehme11 vf der.

I LZ 230: ich da von, so sol der clagen dez daz gut ist. 3 LZ 235: daz heizzen wir.

* LZ 244: einen Hm enden hvnt oder einen wilden.

* LZ 245: Römerin, div hiez Ksefurna, dir vor dem riebe. 5 LZ 249: ouch bezzer reht danne andrv. 6 LZ: vier.

7 LZ 253 a: man durh gerihtes not.

8 LZ: die den vride. 9 LZ: der swert gefvren. 10 LZ: wip vnd mesenern vnd hertern.

II LZ: er gegen dem rehte var.

04 I. Abhandlung: L. v. Rockinger.

96.

daz ez die da vor sint1 hoeren. — sehs wochen2 in der ahte sint, so sol man alle die lvte in ir oder vf ir ze ahte tvn, daz ist die. — zen heiligen swern, oder sich entreden, daz ez nvt ensi. sind sie aber den Räubern nachgeeilt und ihnen3 nach gevolget vntz vf die bürg, und sie schwören, daz ez. — sweren wellen vf in, er welle kemphen. vnd tvt. — ouch nicht seines gleichen, da er sin vnder genoz ist9 wil er, er mvz mit im kem- phen.4 — Am Schlüsse steht noch: Jetzt weisst du es.

97.

Phaffen die nvt beschoren5 sint. — winhuse in welchem er selbst der Wirth ist oder seine bleibende Wohnung hat.

— wer ihm da im Weinhause etwas thut;6 daz ist daz selbe u. s. w.

102.

Juden wart besessen dreimal hundert7 tausent. — der kivnig in steten8 vride genomen. — cristenen lvten, denn keines Juden Eid ist giltig, vnd deheines. — vor siner tvr auf offener Strasse und bei Tage drvf geliehen.0 — der dinge Zeugen,10 dez sol. — twingen zur Taufe11 vnde ze. — wider von dem Christenglauben abfallen, so sol in geistlich gerihte (prawo) bei dem weltlichen klagen, das er12 belibe. — vnd daz sol bis zum Ostertage währen.13 dann erst können sie auf die Strasse gehen.

— jvden svln in allen Städten, in welchen sie sind, ein Zeichen tragen, damit man sie von den Christen als Juden erkenne. u

1 LZ 253 b : sint vnd die da vffe sint. 3 LZ: wochen vnde einen tag.

3 LZ 253 o : hat man aber dem rovbe.

4 LZ setzt noch bei: ern welle oder niht.

* LZ 255: Phaffen vnde joden die nvt bschrotten.

6 LZ: winhuse. tvt er da dez er nvt t?rn sol, ez ist daz selbe reht. 8 wer in dem lit hnse tot dez er nvt tvn sol.

7 LZ 260: dristvnt ahzeg. 8 LZ: sinen. 9 LZ 261 : tvr drvf gelihen offenliche.

w LZ: schup. « LZ 262: twingen der cristenheit. ; 12 LZ: geistlich gerichte vnd weltlich gerihte twingen das er da bi. 18 LZ: sol also lange wem vntz der ostertag fvr kvmet. 14 LZ: svln hvte tragen die spitz sin. da mit sint si vz gezeiohent von den cristenen lvten, daz man si fvr jvden haben sol.

Berichte über Handschriften des sog. 8chwabenflpiegela. XIII. 55

103. er sol zum Priester treten.1 vnde svln.

104.

daz kvnige* vnde fvrsten. — daz ist durch die8 werhaf- ten lvte.

126.

vnd wen nimet hiezu einen andren, daz ist da von daz kein Geriebt (rychtarzstwie) ohne weise Leute sein kann.4

148. jvden mit versuhten, indem sie ihn fragten, ob dem Kaiser Steuer oder Zins zu geben wäre.5 — zeigent mir den Zins phenning. die jvden zeigten im. er frug sie: wessen ist das Bild und die Aufschrift auf dem Pfenninge^ sie antworteten: des Kaisers, do sprach herre Jesus: gebt dem Kaiser was des Kai- sers, und Gott was Gottes ist. daz meinde. — da von gab der Herr Jesus von sinem gesinde dem keiser den zins phenning.6

151. mag mit sinem wibe7 den notnvnft began. daz sol man an im8 rihten (poprawiti) alse ob u. s. w.

152. nvt phenninge nemen, so soll er ihm das anders beweren

nach der9 frivnde rate.

153.

vnd svln si die geistlichen Bihter (sudeze) bi dem ersten versuchen, vnde alse si vber komen werdent, daz si ketzere sint, so sol sich ir der weltlich richter (rychtarz) ergreifen vnd vnderwinden. — brennen,10 wie daz reht gefunden ist.

1 LZ 263: sol vf einer svwe hvte stan. * LZ 264: bvrge.

3 LZ: die werlichen veste die die bvrge baut vnd durch die.

4 LZ 286 b : von daz ez vnwise lvte nvt geerben mvgen.

5 LZ 308: ob er vnd sine ivngeren dem keiser von ir Übe «ins selten geben.

6 LZ: von sprach Jesu« von sinem gesinde: dem roemeschen keiser git man den einen phenning ze zinse.

7 LZ 311: mit einer amien. 8 LZ: man ir. 9 LZ 312; so biete er im me nach ir beider.

10 LZ 313 a: brennen vf einer hvrde.

56 I. Abhandlang: L. r. Bockinge r.

157. von einem pheride vierzeg1 phenninge, vnd etwa2 minre. — Der Schluss dieses' Artikels tritt gegen LZ 317 schon mit dem Satze ein: vnd der rihter (rychtarz) zwei teil.

163. kilchen geben vnd dem heiligen der da hüsherre3 (dye-

dicz) ist.

169.

an die kilchen ahzeg Schillinge4 geben. — Die hieran sich reihende lateinische Stelle in LZ 329 fehlt.

170.

Der Satz in LZ 331 ,vnd dem pharrer dez div kilche

ist ahtzehen Schillinge* fehlt hier. — daz sol er dem rihter

(rychtarz) zwivalt mer5 gelten. — habest Leo vnd der kvnig6

sin brfder.

171.

dem rihter (rychtarz) zwanzig7 Schillinge schuldig, dem

rihter (rychtarz) b^zzen so viel Pfenninge als Gewohnheit int bi dem

hohsten für eine wunde.

172.

einem herren einen alse guten geben, vnd dri Schillinge

dar zv, alse iener waz. läugnet er es, so soll er sich sdbdritt

entreden.

173.

Dieser Artikel schliesst: vnschuldig si, daz sol er selb

ander t$n.

187.

wan daz ist sin besunderes.8

196. Hat ein herre keine Kinder, oder ist er bi sinen kindern nvt, wenn er mit Gedinge9 siner lvte.

1 LZ 317: drizzeg.

2 LZ: etwa me etwa. s LZ 323: hovbet herre.

« LZ 329: ahtzehen e Schillinge. * LZ 331: er drivalt. 8 LZ: kvnig Karle. 7 LZ 332: zwelf. 8 LZ 346 a: sin fvnt reht.

0 LZ 365 : Vnde ist daz ein herre bi sinen erben nvt en ist ze den ziten vnd er.

Berichte Über Handschriften des §og. Schwabenepiegels. XIII. 57

198. niht verkouffen (mezy zle) an Schlechte,1 noch das man ez toete. er kann es aber einem guten Herren verkaufen.2

199. ob ßi zu zwei und zweinzeg iaren komen sink3

203.

Im Texte dieses Artikels steht auch: dez riches gfttes,

rzisska zbozye, während in der Ueberschrift, wie auch sonst

häufig in den böhmischen Handschriften, czeska sbnozie steht,

böhmischen Gutes.

208.

Dieser Artikel ist am Schlüsse folgen dermassen gekürzt: daz ein iar dar vffe wühs im iare, er m$z im daz obez gel- ten zwelf iar. vnd sol im ander bovme hin wider zwigen im

garten.

209.

vi Ah et er von ime vz der schlackt,4 daz hatten unser Senio- ren vnd vordren.

212.

Swer eine Mark oder andere Sache mit welcher gewogen wird 5 ringer machet. — vber wiget mit rehtem was einen Pfen- nig werth sein kann,0 dem sol man.

218. so mag der herre in wol wider vordren.7

220.

eine ledige frouwe zum Kebsweibe. a — dez vor weltlichem gerihte nvt.

Nicht ohne Interesse sind endlich Bemerkungen, welche sich in unserer Handschrift an verschiedenen Orten finden.

1 LZ 367: verkouffen in daz hur hus.

1 LZ: er git ez einem herren wol fvr eigen.

a LZ 358: ob si zir tage komen sint, ze vier vnd zweinzeg iaren.

4 LZ 367: von ime e daz er selbe vliehe.

* LZ 370: Swer ein geloete.

• LZ: rehtem geloete gegen einem phvndigen phenninge.

7 LZ 376: so mag er im mit allem rehte wider werden.

8 LZ 377: eine frovwe ze ledecliohen dingen.

4«*

58 1. Abhandlung: L. v. Rockinger.

So ist schon eine Anzahl von ihnen S. 31/32 in der Note 1 mit- getheilt. Auch S. 35 ist des hübschen Grundsatzes des böh- mischen Hofrichters Duchek am Rande des Art. 44 = LZ 201 gedacht worden: Kleine Diebe hängt man, grosse lässt man laufen, beziehungsweise hier zahlen. Oder zum Art. 153 = LZ 313 der so wegwerfenden Stelle über die Päbste. Schliesslich mag hier noch an die Randbemerkung zu dem in der Hand- schrift mit Tinte unterstrichenen dem Art. LZ 201 im Ab- sätze h entsprechenden Falle des Art. 44 über die dort berührte Rechtsweisung aus dem Jahre 1545 im letzten Absatz der Note zu S. 31/32 erinnert sein.

323.

Prag, Stadtarchiv, IV 2. Auf Papier in Folio. Hanka a. a. S. S. 169 Nr. 46. Homeyer Nr. 542.

Böhmische Bearbeitung1 wieder b, wie beispielsweise in Nr. 322 unter Ziffer 10 S. 33 nach den von Fol. 152—154 reichenden Prager Schöffenrechten des Statutes vom Jahre 1330, Fol. 154 — 209; c, Präwa feöi öeskü ta jimtäto manowd maji suzeni b^ti, Fol. 271-276.

324.

Prag, k. k. Universitätsbibliothek, XVII C 22. Auf Papier in Folio im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts ge- fertigt. Hanka a. a. O. S. 155 Nr. 3. Homeyer Nr. 553.

Böhmische Bearbeitung1 b, wie in Nr. 322 unter Ziffer 10 S. 33 und sonst nach den Präwa m£sta prazck^ho o konfielech auf Fol. 72/73, Fol. 73—108; c Fol. 57—60.

325.

Prag, ebendort, XVn E 4. Auf Papier in Quart im 15. Jahrhundert gefertigt. Hanka a. a. 0. S. 156 Nr. 4. Ho- meyer Nr. 550.

Böhmische Bearbeitung1 a — insoferne Hanka, der sie allerdings zu Ziffer 16 anstatt zu Ziffer 17 seiner Gesammt- aufzählung der böhmischen Rechtsquellen a. a. O. S. 154 unter dem Hauptabschnitte III Präwa cizd stellt, als Anfang ,Pane

i Vgl. Band CXVm, Abh. X, S. 18—20.

Bericht« Aber Handschriften des sog. Sehwabenapiegela. XIII. 59

Boie wSemohuczy' angibt — Fol. 48 bis 127; b Fol. 127—215; c Fol. 215—222.

326.

Prag, ebendort, XVII E 17. Auf Papier in Quart im

15. Jahrhundert gefertigt. Hanka a. a. O. S. 156 Nr. 7. Ho- meyer Nr. 551.

Böhmische Bearbeitung a mit dem Anfange ,Pane boie wäemohuci nebesky otcze pro twu ctnu stiedru dobrotu' u. 8. w. von Hanka unrichtig wieder zu Ziffer 16 anstatt 17 Beiner vorhin erwähnten Gesammtübersicht gereiht; Fol. a — ffi; b Fol. ffi— liiij; c Fol. liiij-lviij.

327.

Prag, ebendort, XVTI F 12. Auf Papier in Quart im

16. Jahrhundert gefertigt. Homeyer Nr. 552.

Böhmische Bearbeitung, ohne nähere Kunde des In- halts im Einzelnen.

328.

Prag, ebendort, XVII F 49. Auf Papier in Quart im 16. Jahrhundert gefertigt. Hanka a. a. O. S. 155 Nr. 2. Ho- meyer Nr. 554.

Böhmische Bearbeitung a, von Hanka a. a. O. als Knihy zemskych präw mit dem Anfange ,Pane boie nebesky' angegeben, und hienach unrichtig anstatt zu Ziffer 17 zu der auch sonst noch sonderbaren Ziffer 16 seiner Gesammtübersicht der Quelleu des böhmischen Rechts S. 154 unter ,IH Präwa cisä* gestellt, Fol. 111—156; b Fol. 58—108.

[Aus einer Handschrift zu Prag, ebendort, auf Papier in Folio, führt Hanka a. a. O. S. 156 unter Ziffer 7 einen Liber regum etc. biblicus von Fol. 1 — 127 auf, woran sich von Fol. 127 — 139 das Rechtsbuch des Andreas von der Eiche schliesst.

Ob etwa bei diesem Liber regum etc. an einen lateinischen Text des bekannten Buches der Könige alter Ehe gedacht werden darf?]

329.

Prag, Bibliothek in Wissehrad. Auf Papier in Quart im 16. Jahrhundert gefertigt. Hanka a. a. O. S. 172 Nr. 54. Ho- meyer Nr. 544?

60 I Abhandlung: L. t. Rockinger.

Böhmische Bearbeitung1 a Fol. 118 bis 162; b — wohl nur theilweise — Fol. 1 bis 10; c Fol. 162—169.

[Prag, gleichfalls in der Bibliothek in Wissehrad. Ho- meyer Nr. 545?

Diese bei Hanka a. a. O. nicht erscheinende, aber auf seiner Mittheilung beruhende böhmische Bearbeitung in Ho- meyer's Nr. 545 verdankt vielleicht ihr Entstehen, wie auch oben bei den zwei Nrn. 95 und 197 vennuthet worden, nur einer Trennung unserer] Nr. 329.

330***.

Der geheime Rath Franz Freiherr von Prandau zu Wien besass eine — im Anfange der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts aus der Bibliothek des Johann Georg Schwandtner (vgl. die Nr. 306 am Schlüsse) erkaufte — Handschrift des kaiserlichen Land- und Lehenrechts mit österreichischen und Wiener Rechten und Freiheiten, auf Papier in Kleinfolio im Jahre 1435 gefertigt. Rauch in den Observationes praeviae zum dritten Bande seiner Rerum Austriacarum scriptores S. 1/2.

331 ***.

Im Besitze desselben Freiherrn von Prandau befand sich weiter eine Handschrift auf Papier aus dem 15. Jahr- hunderte mit ziemlich dem gleichen Inhalte, nur in verschie- dener Reihenfolge der einzelnen Stücke. Rauch a. a. O. S. 1/2.

[Alex Pretschlapfer besass seinerzeit die] Nr. 32.

[Dem Johann von Preussisch -Wüten zu Bartenstein gehörte im Jahre 1470 die] Nr. 74.

[Der reichsstädt. Augsburg'sche Rathsconsulent Dr. Johann Heinrich Prieser besass die] Nrn. 94 und 250.

332***.

Im Besitze desselben Dr. Johann Heinrich Prieser be- fand sich auch nach dem Catalogus codicum manuscriptorum qui extant in bibliotheca Prieseriana (Aug. Vindel. 1803) S. 4 unter Nr. 8 eine Handschrift des 14. Jahrhunderts in Pappen- deckelband: König Karls IV. Keyszersrechte.

* Vgl. Band CXVIH, Abb. X, S. 18—20.

Btriohto über Handschriften dM tog. Scb.w»ben»pfogeU. XIII. 61

[Leonhard Prindlinger von Judendorf, Kästner zu Bischofhof, hat sich im Jahre 1522 eingezeichnet auf der Rückseite des letzten Blattes der] Nr. 404.

[In der Dr. Proske'schen Bibliothek des Domkapitels zu Regensburg befinden sich die Bruchstücke der] Nr. 335.

[Dr. Zacharias Prüeschenk oder auch Prüschenk1 von Lindenhofen, der Schwiegersohn des Dr. Friedrich Hort- leder, schenkte dem Prof. Dr. Johann Schilter zu Strassburg die fortan so bezeichnete Hortledersche Handschrift, die] Nr. 134.

[Auf einen Salzburger Bürger Friedrich Pueb weisen Schreibübungen aus dem dritten Viertel des 14. Jahrhunderts in] Nr. 299.

[Dem Dr. Benignus Pühelmair in Regensburg vermachte letztwillig am 8. Februar 1590 sein Vater Dr. Michael Pühel- mair daselbst seine Bibliothek. Ob darunter auch die] Nr. 270?

333.

Quedlinburg, königliche Gymnasialbibliothek, Nr. 88. Auf Papier in Grossfolio zweispaltig im 15. Jahrhundert von Tilemann Chip2 geschrieben, niederdeutsch, durch Ausschnitte von Blättern an verschiedenen Stellen mehr oder minder unvoll- ständig. Archiv der Gesellschaft für ältere deutsche Geschichts- kunde VIH S. 660/661. Homeyer Nr. 576; in seiner Einleitung zum Lehenrechte des Sachsenspiegels S. 31 Nr. 75; in der zum Richtsteige Landrechts S. 19 Nr. 64. Rockinger C im Be- richte V S. 86—88, im Berichte VI S. 283-308.

Ausser den Stücken des sächsischen Rechtes und dem in der folgenden Nr. 334 zu berührenden Schlüssel des Land- rechtes bietet diese Handschrift von der zweiten Seite des jetzigen Fol. 247 an bis auf die erste Spalte des Fol. 275 das Landrecht des sogen. Schwabenspiegels, ohne Ueberschriften mit Ausnahme einer einzigen auf Fol. 272 Sp. 1 ,von der sce- pinge der werlde' nur mit grösseren oder kleineren Abschnitten,

1 Vgl. ▼. Eisenhart in der »Allgemeinen Deutschen Biographie1 XXVI 8. 676/677.

2 Nach der Einzeichnung am Ende des Schlüssels des Landrechtes: per manns Tilemanni Clup.

62 I. Abb.: L. ▼. Bockinge r. Ber. über Handsobr. d. sog. Sohwabenspiegela. IUI.

wovon die grösseren rothe Initialen haben, die anderen nur jedes- mal ein rothes Paragraphenzeichen, aber immer mit neuer Zeile. Ganz oben am Rande der Anfangsseite steht von späterer Hand: ,DIt is keyser recht'. Auf Fol. 248 ist bemerkt: ,fo 1', während sich auf Fol. 267 die Bezeichnung: ,fo XXI' findet, so dass damals das jetzt ausgeschnittene Fol. 20 noch vorhan- den gewesen; weiter ,fo XXIF und ,fo XXIIF. Diese Zahlen stehen je auf beiden Seiten der genannten Blätter. Am Schlüsse

lesen wir:

Explicit jus cesarie. Deo laut.

Qui me acribebat

Tilemannu8 nomen habebat.

Til tibi sit primum,

medium mau, nus sit in ymum.

Das Verhältniss der Artikel unseres Landrechts, welchem der dritte Theil, nach Art. LZ 313 angefangen, mangelt, sammt ihren besonderen Abschnitten gegenüber dem Drucke LZ ist bei Rockinger a. a. O. im Berichte V S. 86 — 88 und im Be- richte VI S. 286 — 294 — 308 ersichtlich; während abweichende Lesarten von dem Texte der Nr. 299 sich ebendort von S. 308

an in den Noten finden.

334*.

Quedlinburg, königliche Gymnasialbibliothek, Nr. 88. Vgl. die vorige Nr. 333.

Einen Bestandteil für sich bildet in dieser Handschrift auf ursprünglich 16 je oben in der Mitte der einzelnen Seiten mit römischen Zahlen von 1 — 16 bezeichneten Lagen, wovon jetzt so und so viel fehlt, im Ganzen nur mehr 168 Blätter übrig sind, der schon bemerkte sogen. Schlüssel des Land- rechts.

[Als ,Liber Quodlibet* ist auf einem Papierschildchen am Rücken des Einbandes bezeichnet die] Nr. 271.

II. Abhandlung: v. Hartol. Patristische Stadien. II.

& n.

Patristisehe Studien.

IL Zu Tertullian ad nationes.

Von

Dr. Wilhelm v. Hartel,

wirkl. Mitgliede der kais. Akademie der Wissenschaften.

m. Ad nationes.

Die Kritik dieser Schrift Tertullian's ist mit den grössten Schwierigkeiten verbunden, nicht blos weil sie uns wie andere heute nur in dem Agobardinus erhalten ist, sondern weil dieser Codex nirgends so im Lauf der Jahre als auf den Blättern ge- litten hat, welche uns die beiden Bücher ad nationes bieten, so daas nicht nur einzelne Buchstaben, Silben und Wörter, sondern oft halbe Zeilen unlesbar geworden sind. Dies gilt besonders von dem zweiten Buch, wo demnach das kritische Verfahren wie bei der Behandlung defecter Inschriften die genaueste Kenntniss von der Zahl der fehlenden oder heute nicht mehr erkennbaren Buchstaben oder der darnach zu bemessenden Grösse der Lücken, welche auszufüllen sind, zur unumgäng- lichen Voraussetzung haben muss. Müssen wir ja für solche Stellen selbst auf die Hilfe einer. wenn auch jüngeren und in ihren Zeugnissen nicht durchaus verlässlichen Handschrift ver- zichten, wie sie Gangneius für andere im Agobardinus erhaltene Texte und Ergänzung ihrer Defecte benützen konnte. Gangneius selbst hatte sich der schwierigen Aufgabe, die Bücher aus dem Agobardinus abzuschreiben und nach ihm allein zu edieren, offenbar nicht für gewachsen gehalten und dieselben in seine Ausgabe nicht aufgenommen.

Sitavngtb. d. phil.-bist. CI. CXXI. Bd. S.Abh. 1

2 II. Abh&ndinng: r. Hartel.

An diese machte sich erst Jac. Gothofredus mit einer für seine Zeit schätzenswerthcn Akribie, wobei er durch um- sichtige Anwendung anderer Hilfsmittel, wie des Apologe- ticum, welches zum Theil denselben Inhalt mit denselben Worten bietet, durch genauere Kenntniss des Sprachgebrauchs Tertullian's und der späteren Latinität erheblich unterstützt wurde. Die Auagabe desselben erschien unter den Titel Q. SEPT. FLOltENTIS TERTVLLIAN1 AD NATIONES libri duo hactenu8 inediti nunc primum post M. CCCC. annos ad exemplar Agobardi Lugdunensis episcopi publicati, notis etiam additis a Iacobo Gothofredo IC. Aureliopoli apud Petrum et Jacobum Chouet M. DC. XXV., und gibt nach einer über die Handschrift, die Echtheit und Abfassungszeit des Werkes handelnden Einleitung den Text S. 1—62, dann die Notae S. 65 — 178, zum Schluss vier Indices in notas.

Im Texte werden die zerstörten oder unlesbaren Buch- staben in der Art dargestellt, dass ihre Zahl durch Punkte markiert wird; nur ausnahmsweise und wo die Ergänzung un- zweifelhaft schien, wird sofort das vermuthete Wort eingesetzt. Die Noten wiederholen in der Regel im Lemma die Punkte und fügen den Ergänzungsversuch mit oder ohne nähere Be- gründung bei.

Berichtigungen des Textes in den Noten lassen annehmen, dass Gothofredus die in seinem Besitz befindliche Handschrift nach dem Drucke nochmals vielleicht ganz, jedenfalls fUr ein- zelne Stellen revidiert hat.1 Indessen wäre es verkehrt, dort, wo die Zahl der Punkte im Text und in den Noten differieren, ohne ausdrückliches Zeugniss anzunehmen, dass in den Noten die zu verlässlichere Angabe zu suchen sei. Eine Prüfung zeigt, dass die Angaben im Texte weit verlässlicher sind und dass manchmal die Stellenzahl in den Noten der vorzuschlagenden Ergänzung angepasst wurde. Freilich kann man auch, wo Gotho- fredus möglichst genau sein will, namentlich wo es sich um die Bemessung eines grösseren Spatiums handelt, nicht eine

1 Letzteres geht aus Bemerkungen hervor, wie zu I c. 10, p. 79, 66: de.spicite duos] credebam initio ita hgendum, neque quidquam desidc- rari : uerum diligenttuj inspecto codice comperi aliquot literas uisum fiigeref ita: duos : nnde efficio, despicitv apud wo* (Not. p. 113).

Patristische Stadien. IL 3

bis auf einzelne Buchstaben zutreffende Abschätzung oder jene Sicherheit, welche selbst nicht <tcoixy)86v geschriebene In- schriften gewähren, erwarten. Solche Gleichmässigkeit besitzt die Buchschrift nicht, zumal wenn sie wie in dem vorliegenden Falle in der Anwendung der Abbreviaturen, welche aus den Büchern ad nationes M. Klussmann in seinen Curarum Tertul- lianearum particulae tres p. 50 sq. zusammengestellt hat, will- kürlich verfährt. Das können auch die Abweichungen in den Angaben M. Klussmann's und Reifferscheid's zeigen, welchen wir die sorgfaltigsten Collationen verdanken. Dazu kommt, dass in Gothofredus' Ausgabe, wenigstens in dem mir vorliegenden Abzug, oft Punkte ausgesprungen, aus der Linie gerückt und kaum erkennbar erscheinen, wodurch es unsicher wird, wie viel Buchstaben Gothofredus wirklich gezählt. Dies aber genau wissen zu wollen, ist nicht unnütze philologische Akribie ; denn wir dürfen vermuthen, dass Gothofredus noch manche Reste von Zeichen wahrnehmen konnte, welche heute völlig ver- schwunden sind.

Diese Unsicherheit wird noch dadurch erhöht, dass nach Schoenemann (Bibliotheca historico-litteraria patrum lat. I, p. 37) eine andere Ausgabe dieser Schrift Geneuae apud Petr. et Jac. Chouet. 4. erschienen sein soll und dass Exemplare der- selben auch die Jahreszahl 1624 tragen. Stimmen diese Aus- gaben völlig untereinander? Aus welcher stammen die An- gaben der späteren Herausgeber, besonders Oehler's, der allerdings die editio, quae prodiit Geneuae anno MDCXXV als Quelle nennt? Hat Reifferscheid seine Zeugnisse dem Oehler- schen Apparat entnommen oder nach einer Gothofredischen Ausgabe und nach welcher revidiert? Auf diese Fragen konnten wir uns während des Druckes keine sichere Antwort geben, da wir ein Exemplar der seltenen Ausgabe nicht zu erlangen vermochten. Selbst Schoenemann hatte die Ausgabe mit der Bezeichnung Geneuae nicht gesehen und wusste nur von einem Exemplare mit der Marke Aureliopoli der Leidner Bibliothek, welches Randbemerkungen von Salmasius enthielt, zu erzählen. Erst nach Vollendung des Druckes hat mir die hiesige Hof- Bibliothek die Benützung eines Exemplares ermöglicht, welches, wie bemerkt, auf dem Titel Aureliopoli apud Petrum et Jacob Chouet 1625 zeigt. Die naheliegende Vermuthung, dass die

4 II. Abhandlung: t. Hartel.

beiden Ausgaben identisch sind und die Setzung Aureliopoli für Geneuae (Geneua = Aurelia Allobrogum, vgl. Brunet, Diction- naire de Geographie anc. et mod. Paris 1870, p. 134) auf einen unschuldigen Scherz oder Berechnung des Buchhändlers zurück- gehe, fand ihre Bestätigung durch Herrn Dr. C. Vrba, der auf meine Bitte den beiden Ausgaben in Paris nachforschte und dieselben genauer verglich. Ein Exemplar mit der Jahres- zahl 1624 war auch in Paris unauffindbar.

Da es mir nicht gestattet war, während des Druckes die Angaben des ReifFerscheid'schen Apparates zu berichtigen und zu ergänzen, so möge hier ein Verzeichniss der Berichtigungen und Ergänzungen folgen, die sich aus einer Vergleichung, welche nichts Wesentliches tibergehen wollte, ergaben. Die Noten Gothofredus* sind meist unverändert abgedruckt.

p. 62, 25 de nominis mentio] vp. non de nominis merito: si qui (mentio ist Druckfehler, im Text steht merito; die Conjectur non de fehlt bei Reifferschcid). 65,19 cxemplari uis, aquo] YP« exemplarii uisa, quo. Urheber der richtigen Lesart uisa ist also nicht Rigaltius, sondern Gotho- fredus. 31 seducant] sed seducant. Solche Lesarten, ohne YP« angeführt, sind als Erklärungen, nicht als Verbesserungen gemeint. Daraus ergaben sich öfters Miss Verständnisse.

72, 26 priuati im Text und Lemma] sustineri illud potest : t8ioY^<»>-

(Aoveq : sed malit quis priuatae. Er wollte also, und zwar mit Recht, priuati.

73, 9 quid igitur] ita diuinabam ab initio: nunc uero ita coniicio qui

deum metuunt opinor etc. nam uestigia haec supersunt qui dm

Die Vermuthung qui deum metuunt rührt also nicht

von Oehler her.

17 Hiera, Anaphe ist bereits von Goth. in den Noten hergestellt. 74,15 macheris] ita Ms. quod et sustineri potest: sed malim

machinis.

75, 22 in . . . . o] YP* *w praelio [vel, in beüo\. Also rührt in proelio

nicht von Rigaltius her.

23 dedicasset] an, dedicassit, ueteri formula?

24 M. Aemüio, qui uouerat Alburno deo] ex uestigiis fugiontis scripturae M. Aemüio : quanquam Aemileo expressum fnerat.

76, 11 hat Goth. im Text honoribus uestris rei esse laesat. In den

Noten erklärt er die Stelle für corrupt. 78x 5 hat Goth. bereits periuriit nicht erst Rig.

18 desgleichen hat bereits Goth. habituri non. 22 eessat] YP- ce**it.

Patriatisohe Studien. II. 5

79, 1 cui quantum honorem addüis] interim non dissimulo, non li-

quido mihi constare, an odditis in Ms. fuerit : quin nunc di-

uinare mihi potius uideor, administratis. 18 quercum et canem et heram iurat] forte compulsis literis prout

in Ms. cohaerent, legam etheram . i . per acrcm : uel etiam dis-

iunctis uocibus eodem sensu et heram xal fjpav . i . aotherem,

aerem. 23 in Herculem lusit] ita quamlibet fugientes literac cxhibent.

80, 1 1 quod Distis pater] fp. Dictis Pater.

1 8 Quare] ita clare reponendnm : nam in Ms. est quae nescio.

1 9 non ex alia parte] expunge, non : et lacunam ex ue-

stigiis scripturae fugientis ita supple : exeolitis, ex alia parte.

81,17 ... ere.] fp. facere. •

20 tantum] forte ex uestigiis scripturae legas in totum. 22 cruds antistites schrieb bereits Goth.

27 intersedit] YP* intet 'cedit : nisi malis, inter Bidet. 82, 1 formarum dipalo, et solistaticuh ligni infirmis im Text] "yp. Ugnis

informis. 84, 10 nee adeo nuper] hie fidenter rescribo, et adeo nuper.

1 2 uti .... magis polest bestiarum morsus] an scribendum , uti harum etc. — an uoro fp« " ut iüe magis potest bestiarum orsus t (Aber zu I c. 10, p. 102 morsus).

15 Onochoetes hat bereits Goth.

1 9 tamq . . . hesternum] fp. tamquam hestemum : et nisi litcram q in Ms. expressam uiderem, reponerem, tametsi hesternum.

20 et qualitate infirmam] suppleo, auctoris : uel, calumniae.

85, 10 nam etsi non aliter, tarnen non aliter uos quoque infantieidae] ex-

pungenda priore loco uocula non.

86, 12 quodque] sustineri possit : sed mal im quoque.

16 libere fiunt auch im Text] .i. miscentur : ut facere, ita et fieri hoc significatu.

17 est factitare] fp. (probare est factitare).

87, 14 quoeunque loco] "fp- quoteunque loca : ac si diceret, quot quaoso

sunt loca, et«.

88, 19 publicae] fp. publice.

89, 15 si- non armis .... im lingua] yp. saltim, uel, atenim Lingua.

90, 1 Goth. hat enim, nicht etiam.

13 laude] ellipsis tgu de. uel rescribendum laudi.

22 mortis] YP« non metu mortis.

23 si feminae aliquid de bestiis famosa mors est] an reponas, si feminae aliqui pro alieubi? an ad famosa referamus, ita, ali- quid famosa? Possis et aliquid feminae, pro alicuius feminae interpretari.

24 medie quotidie] an legend um, meridie quotidiet

91, 19 Arütide] Yp. omisso Aristide.

92, 21 in aliis tis so auch im Text] Yp. in aliis excusetis.

23 opere] yp. pessimo opere : uel diuerso, aut tale quid.

II. Abhandlung: y. Harte I.

94, 25 sed ceptio est] repleo, inanis deceptio : uel potius in-

certa praeceptio est. 95, 14 diuina Text, Noten.

22 dempsisse] uel etiam desumpsisse.

23 dcspexisse] editum uolui dispexisse (wie A hat).

96, 5 qualitatis] yp. uel qualitate, ut est in Apol. uel qualitatibus.

7 arbitrium] yp. arbitrum.

21 re eins] Yp. metus subire eius (nicht metum).

22 De Mundo .... dieimus kunc etc.] de Mundo isto, uel, istud di- eimus (huc enim Physicum Theolog iae genus cogunt). Quid? non ita Deos tradiderunt.

98, 2 demonstrando] uideor nunc legere demonstrantes — orta] nunc

mihi legere oranino uideor elementa.

6 contineat] continet (das ist also keine Vcrmuthung, sondern eine Erklärung; vgl. zu p. 65, 3l).

24 uobis fehlt im Text; in den Not. : in Ms. comparet adhuc li- tera m. itaque repleo uobis.

99, 1 adnectitur im Text, aber in den Not. adneetatur] ita editum

uolui, quomodo est in Ms.

3 cer pora] fp« certaque tempora — uel legend um, certa-

que corpora.

16 quod non uideatur] quod non uidetur (also nur Erklärung). 18 credantur] creduntur.

100, 19 reprehensum] deprehensurn. — in caetera quae Deos uultis] in

cetera quae Deos uultis propagatis. uel, diffunditis (hier scheint Goth. eine Lücke anzunehmen). 22 uacuata auch im Text] editum oportuit, ut est in Ms. uacat a comparatione eorum.

101, 1 promptu schlägt Goth. vor.

102, 7 perspici caelum] yp. j>erspiciebasf et caelum.

103, 4 in terra] sc. Deum credi: alioquin restituendum fuerit, et

terram.

12 in conuersatione] fp. in aetatis conuersatione : nam in

Ms. lego m et c. (sie).

17 .... tudine] fp. ualetudine, uel, aegritudine. 21 lanciem] lanceam : nisi malis, aciem.

104, 1 sed fluetibus] editum oportuit, et fluetibus.

8 regula uestra qua] Yp. quam.

106, 23 in distribuendis] yp. quam in distribuendis .

107, 4 etiam legibus exarendis] Yp. exarandis, horretis seil, et auersa

mini, orcb toü y.civou.

7 conscientiae pudorem] yp. inter — uel circa.

15 eeipiatis] vp. excipiatis, uel, reeipiatis.

25 modo non] non modo non.

108, 3 p Text, p Not.] YP- prius fuü.

10 ergo] forte, ego.

14 norunt im Text, in den Not. norint] ita editum uolui.

Patristische Stadien. II. 7

p. 108, 16 et Argatim] fp. Atargatim (nicht -in). 18 Obodan et bereits Goth. 20 Numentinum] nunc in Ms. lcgo Numcrtinum.

109, 9 Ioseph fuit] Yp. Ioseph dictus fuit, uel, unus fuit.

1 7 ualuit] forte uoluit.

110, 5 rood/a/«r] forte modüdi.

20 ut possit ] sappleo, ut possit uideri iam.

111, 2 uitiis pueritatem obumbrauit] an legendum , uitiis puritatem

obumbrauit: .i. falsa ueris miscuit? Malo legere: Quae undique conceptis superstitionum seminibus uitii spuritatem obumbrauit.

9 inreli ] yp. inreligiosi. — si enim ut uultis etc.] — est et

illud obseruandum Augustinum (er meint de civit. dei VII, c. 1, wo si dii seliguntur ut bulbi citiert wird) usum codice bornm librorum ab hoc diucrso: nam pro his ucrbis, quae hie habentur, ut uultis, praefert ipse, ut bulbi.

18 8et eo im Text, in den Noten se] rescribo quo-

que nexui88e . i. adsciuisse : nam nestigia adhuc snpersunt

XUV88t.

112, 9 sapit] "YP- sapuit, nol sapiuit.

113, 10 haec meritorum fuit] uel, hoc meritorum : uel, haec meritorum

raito (Druckfehler für ratio).

16 stipitibus] fp. stipibus.

23 HercuUs funetam] malim, Herculi funetam.

114,18 umbr quas] yp. umkras aliquas : male enim cd i tum

quasi (so im Text).

115, 1 uteri» auch im Text] uteri.

9 Farmu8] uel Farinus nisi malis Faunus. • 18 Neleiam] Venilia Augustino 4. de ciuit. cap. 11.

19 tiae] yp. praesentiae uel praestantiae.

116, 4 Deuertunda] an cadem cum Deuerra — an uox haec e duabus

coaluit, ut sit Deuerra, Partundat An potius Dea Partundaf Hoc existimo. 5 luptantibus] *fp. lupantibus : uel, luctantibus. 19 ab ipso] ad ipsam. — summam etc. retraetando] uel, sumam retraetandam : uel, summam retraetabo.

117, 9 rit] Yp. pepererit.

11 nisi unam post . . . Opern] Yp. et nisi unam poslea Opern.

1 7 uät] YP- iuuenili.

118, 9 compellent] compellunt.

13 confe et im Text, confe et in Not.

18 8 hominis] *fp. yw*d corpus hominis.

21 qui .d ....... lempu*] Yp. nunc : quod hominis corpus.

119, 18 dubitatur] raalim, dubitaretur. — c (auch im Text

8 Buchst.)] Yp. constaret.

120, 2 eg Text, eg Not.

1 20, 5 et cuiuslibet] Yp. ut cuiuslibet. — nou as-jjcctu] legebam

nouitate aspectus initio : at nunc legere uideor, nouello aspeetv.

8 II* Abhandlung: t. flartel.

p. 1 2 1 , 9 .... alle in hoc Text, alle . . .] fp. opinor

deus quis (nicht gut) illos aüegit.

11 est Text, est Not.

1 3 prest non . . . Text, prest non ....

Not.

15 a Text, Not.

16 Text, Not.] YP» Deos fecerit.

17 ita Text, ita ] fP- ita nuüus.

122, 2 älu Text (nicht iüe).

4 necessita s Text, necessita Not.

5 yiendo Text, giendo Not.

6 neque Text (in den Not. keine Angabe).

8 scUicet .... faciat Text.

9 (8 Buchst.) merita Text, (11 Buchst.) mtria (sie!) Not.

11 de (10 Buchst.) tus Text, de (12 Buchst.) tus Not.

12 comparauü] comparabit.

13 reminis (26 Buchst.) buta Text, si deus remune (29 Buchst.) buta] Yp. si Deus remunerator meritorum : si diuinitas emeritae uitae contributa.

14 uiris (17 Buchst.) Text, uiris (18 Buchst.) Not.

123, 4 Goth. ergänzt: Iuppiter plane in/ans indiynus. 8 ae Text.

125, 6 Goth. ergänzt: ea nobis (ohne erit) summa.

7 pro u (10 Buchst.) Text, pro u (12 Buchst.) Not.] YP- pro unius cuiusque.

8 constan (10 Buchst, nach Text und Noten) rit.

17 omni (23 Buchst.) as Text, <wmu (12 Buchst.) ohne as] Yp. omnibus ostentari.

126, 1 cartöa (13 Buchst.) Text.

6 turpi (8 Buchst.) am Text, tarp/ (15 Buchst.) am Not.] YP« tuipitudinis omnis (nicht omneni) infamiam.

9 meru (7 Buchst.) honesta Text, meru (12 Buchst.) honesta Not.] YP- merueraf w£ ma^'s infionesta.

13 (10 Buchst.) ./fou* Text, (9 Buchst.) filius Not.] Yp. ÄpoUinis: et sanc comparent adhuc uestigia syllabac nis.

18 (7 Buchst.) sus Text, (5 Buchst.) su« Not.

127, 5 Goth. vermuthet: merito iure tjuae tarn mal am.

15 Goth. vermuthet: scorpios et.

17 Goth. vermuthet: consecrastis (et testimonium hoc diuini-

tatis). 20 exani. . ., ... bana Text, exani bana Not.] Yp- exammet:

et Orbana.

128, 1 Mortis Text, Mortis .... Not.] Yp. Mortis Deam.

6 car (7 Buchst.) nibus Text, car (10 Buchst.) n*6u« Not.

7 tnler uicinos ap num ianitorum adorantur] Nescio an

in Ms. sit inter uicinos, an internicinos, an interracinos, uel interricinos quod existimo.

Patristische Studien. II. 9

p. 128, 9 cum et habeant] inter et ac uocem habeant, aliquid deest*. Itaque scribo : cum et Deos mos habeant. — culinis et in imo carcere Text.

129, 8 sub ] YP- stibiugandae üle, uel aubruendae.

130, 4 cui (15 Buchst.) bemus Text.

13 m 8 (nicht 6 Buchst.) nts fasclbus pr. aperte agnosco.

131, 1 Corybantiaque aera, nicht et aera Corybantia.

10 fatis decreuerunt hat bereits Goth.

1 1 si Dei isti, confercndi in pote . . . etc.] *fp. si Dei isti, conferemli in potestate. RegnauU enim etc.

14 itaque (8 Buchst.) mines (nicht minos) Text.

1 32, 3 tueri ] yp. tueri omnino potuisseiit eas.

4 ualuerunt] an uolueruntt

15 (10 Buchst.) uideri Text, (9 Buchst.) uicleri Not. 143, 2 (9 Buchst.) ibus Text, (11 Buchst.) ibus Not.

13 uolutat ] fp. uolutat regna.

15 numinibu8] forte et numinibm (sie! gemeint ist nominibus, wie Rig. schrieb).

Nach Gothofredus veranstalteten Baluze und Hildebrand Collationen des Agobardinus, welche Oehler in seiner Ausgabe mittheilte und deren Zeugnisse Reifferscheid, wo der wirkliche Befund schwer festzustellen war, von Oehler übernahm. Keine dieser zeichnet sich durch besondere Verlässlichkeit aus, und es wäre vielleicht richtiger gewesen, dieselben bei Seite liegen zu lassen und an deren Stelle die im Jahre 1880 von M. Kluss- mann angefertigte und in den Curarum Tertull. partic. I et II 1881 mitgetheilte Collation zu berücksichtigen. Reifferscheid glaubte davon absehen zu dürfen, nachdem er seine in den Jahren 1867 und 1876 angefertigte Collation nochmals mit der Klussmann 'sehen angesichts des Codex genau verglichen hatte. Er benützte zu diesem Zweck ein Exemplar der Klussmann- sehen Abhandlung, in welches er zu den einzelnen Varianten, die ihm im Zusammenhalt mit seinen Lesungen bedenklich vorkommen mochten oder die er vielleicht übersehen hatte, Zeichen setzte, diese nach genommener Einsicht in den Codex strich oder auch mit bestätigenden oder berichtigenden Be- merkungen versah. Von diesen geprüften oder berichtigten Lesarten fanden sich die meisten in dem von ihm fertig ge- stellten Apparat wieder, ein kleiner Theil wurde vermisst, aber von mir aus der Klussmann'schen Collation, wenngleich Reifferscheid sie nach seinen Zeichen zu bestätigen schien,

10 II. Abhandlung: t. Hartel.

absichtlich nicht ergänzt, weil die Unterdrückung derselben auf einer nochmaligen Revision beruhen konnte, was sich ftir einige Nachbesserungen aus dem definitiven Apparat erkennen Hess. Sie betreffen Orthographisches, Interpunction und Dinge, welche für die Kritik unwesentlich sind. Nachdem es Reiffer- scheid unterlassen hat, Klussmann's Zeugnisse neben die von Gothofredus, Baluze und Hildebrand zu stellen und um nicht dort, wo er und Klussmann Verschiedenes bezeugen, den Glauben an Ungenauigkeiten der Mittheilung oder Flüchtig- keiten seiner Collationen aufkommen zu lassen, will ich auf diese Differenzen hier eingehen. Auch die aussergewöhnlichen Schwierigkeiten der Lesung dieses Codex rechtfertigen es oder verpflichten uns vielmehr, einen zweiten Zeugen wie Kluss- mann zu hören, der in so vielen Punkten die Arbeiten seiner Vorgänger durch Genauigkeit und Schärfe des Blickes über- troffen hat.

Ich stelle drei Gruppen derartiger differierender Lesarten R(eifferscheid's) und Klussmann's) zusammen:

1. Varianten, welche die Lesung ganz oder zum Theil erhaltener Wörter oder nicht ausschliesslich die Bemessung von Spatien betreffen:

p. 59, 11 dignüatern R, dignitate K.

68, 3 lsubi R, 8ub decst K.

24 l9uppficium'R, .... dictum K (,l wahrscheinlicher, mehr Raum

für 3 Buchstaben* R). 28 La£ dojmesticomm RK (,von einem at nichts zu sehen: sit (f&)

wahrscheinlicher* R).

69, 1 magis\\ R, || magrw K.

70,14 tragoedia ^Thyesfae uel 0**dipodis R, tragoedia ^Wsteuele /jj/dipodU K (»falsch, leicht nachgefahren die erloschene Stelle, so dass jetzt weniger zu sehen ist* R).

72, 6 praecurdia m. i R, praecardia m. i K.

73, 13 urbes R, orbes K.

74, 23 quanta R, quantW K (,a zu sehen* R).

75, 13 quo8 ex quod R, quo (corr. pr. m. e quod) K.

76, 21 subfod juüis R, subdu . . . tis (expleo subduxistis) K.

77, 22 lectütcr ie {ie suprascr. man. post.) R, lectisttmia

ie (nia et ie a man. seeunda, daher er Let ferjae für

richtig hält) K. — (R streicht seeunda und setzt rec. darüber; ferner bemerkt er: ,es stand von alter Hand iec; im Apparat steht nichts davon*).

Patristische Studien. II.

11

p. 79, 2

80,

1

14

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18

82,

12

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6

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9

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6

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25

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16 18

4 22 10 16

3 10 14 14

19

14

3

9 9

lusit. | adhuc R, lusit' . . . adJiuc E (,es fehlt nichts, Raum ge- lassen wegen der Interpunction ; auch das a ist wie sonst am Satzanfang geformt' 11). constupra . tur R, construpratur K. simulanti$ pr. m. R, simtUantie pr. m. K. iumta R, umenta E. quocumq R, quocumque E. qu$ R, que K.

asper error is R, asperat erroris K. stipendia . . .pi R, stipen ^^ p i K.

quibus Jnfata sunt1 agnitione R, quibus^") lata Agnitione K. pat&iam R, palet et tarn E.

in ceptio R, tno ceptio (o a man. sec.) E. (R

bemerkt, dass c vorhanden war, o auch abgeklatscht sein

könne.)

aesculapio corr. ex aesculapiu* R, aesculapio/// E.

alig R, aligt . . . esse E.

tjp^is grajtiam (ips deutlich zu sehen) R, . . . tiam (ipsis in codice non est) E.

quo8 || tegulas aut R, quos ||

aut E.

fingite R, fingitej// (una littera crasa est) E.

africanos R, affricanos (mit weiteren Bemerkungen über diese

Schreibung) E.

poeti iae R, poe tie {tie a man. sec.) E.

deorü eeo R, deorum co E.

stercu^linus1 \\ ]jneruit1 ad R, stercu *!"* .• merens (mit

der Bemerkung ,sic legi tur, non meruit') E.

progredientem s inane (vor wanc Loch im Pergament) R, j>ro-

gredi^V.^ mane E.

aequp R, . . . . ae E.

prestitiam R, jyrestantiam E.

etdeuertunde, R, el deuertendae E.

iouem R, iuouem E.

deodoru)mi qulue R, deodoru .... <yun/e E.

terr^ R, terre E.

monumenta R, monomenta ....!... E.

«6* R, 16/ E.

tn duo« culleo8 R, an cullcos E.

eadem qLuidem R, eademqur . . . . E (R bemerkt: ,uc unmög- lich, weil abgeschnitten4). pompeius R, pompeios E. saturni pronepos R, saturni .... pronepos E. mortUyOs autem ad %iitam} R, thoWu atow E (R be- merkt, dass die Zeile gerade vor w#am abgeschnitten sei). adorarent merito R, adorent me . . E. /mwo carcere R, etiam in rarcere (etiam in car a man. sec.) E.

12 II. Abhandluog: ▼. Harte!.,

p. 129, 15 nin R, oii K.

180, 13 ila ne iuppLiter R, ita nempe . . . . K.

132, 2 potestate regnandi R, regnandi K.

14 refigionem R, religionem K (R bemerkt, dass rc abgeschnit- ten sei).

2. Varianten, welche die Bemessung der Zahl oder den Schreiber von Buchstaben betreffen, welche eine Lücke oder eine unlesbar gewordene Stelle füllen. Hier zeigen sich weit zahlreichere und fUr die richtige Ausübung der Kritik bedeut- samere Varianten. Ein Theil derselben ist.von der Art, dass Kluss- mann die von junger Hand (des Gothofredus?) herrührenden Ergänzungen einer manus secunda zuschreibt, während Reiffer- scheid an solchen Stellen einfach punctiert, also dieser manus recens oder recentissima, wie er sie bezeichnet, jede urkundliche Bedeutung abspricht. Im Text setzt er demnach derartige Buchstaben in eckige Klammern, wobei selbstverständlich die Zahl der eingesetzten Buchstaben der von ihm gezählten Stellen- zahl genau entspricht, oder er gibt, wo ihm die Ergänzung zweifelhaft erscheint, soviel Punkte, als er Buchstaben zählte; in dem Apparat vermerkt er nur in seltenen Fällen, dass die junge Hand etwas hinzugefügt oder überfahren hat. Ferner hat ReifFerscheid in vielen Zeilen einzelne Buchstaben an den Grenzen der Lücken und Löcher nicht wahrgenommen, welche Klussmann noch zu sehen vermeinte. Die betreffenden Buchstaben, die Klussman als gesehen setzt, stellt ReifFerscheid in Klammern oder punctiert dieselben. Endlich weichen an völlig unlesbaren Stellen beide in der Berechnung der Lticken- grössen oft und nicht selten in beträchtlicher Weise ab. An folgenden Stellen beruhen Reifferscheid's Angaben auf einer Nachprüfung der Klussmann'schen Collation :

69,22. 72,9.10.11.12. 73,5. 74,2. 75,26.28. 76,14. 20.22.23. 78,1. 79,2.19.20.22.23. 80,21.23. 81,17. 82, 16.17. 83,8.18.19. 84,10.17.18.20. 85,14.15. 86,8.14. 87. 8. 14. 18. 19. 89, 10. 12. 19. 90, 15. 16. 18. 91, 9. 10. 13. 15. 17.19.22. 92,23. 93,1.15.20.21.22. 94,1.24. 95,14.15.22. 23. 96,1.14.21.22.23. 97,1.18.20.23. 99,6.7.24. 100,11. 101, 7. 11. 16. 17. 19. 102, 8. 17. 22. 103, 14. 20. 104, 8. 12. 13. 105,4.5.22. 106,2.6. 107,4. 108,4. 109,1.6. 110,5.8,10. 13.16.19. 111.13.20.22. 112,21.24.28. 113,10.11.16. 114, 7.10.13. 115,2.4.5.16. 116,2. 117,9.10.15. 118,7.8.21. 119,14.18.23. 120,2.3.5.11.19. 121,7.11.12.13.17. 122,4.

Patristische Stadien. II. 13

13.16. 123,3.4. 124,16. 125,2.7.12. 126,3.5.8.18. 127, 10.12. 128,4.10.15. 129,6.11.12. 130,2.5. 131,2.10.16. 132, 15. 17. 133, 1.6. 8. 13.

3. Varianten der Klussmann'schen Collation, welche Reiffer-

scheid's Revision zu berichtigen oder zu bestätigen scheint, die

er aber in den Apparat nicht aufgenommen hat. Indem ich

dieselben verzeichne, sehe ich dabei von Interpunctionszeichen

und falschen Worttrennungen ab.

p. 60, 20 conprimitis K.

65,15 et (prima manus' in margin e addidit) K. R bemerkt dazu: ,im Text est ' in, am Rande von 1 . Hand '&. Dieses et soll nach est in den Text gesetzt werden nach dem Corrector.' 18 post uocem nubiculae littera quaedam crasa est K (R be- merkt ausdrücklich »richtig4). 69, 9 fame K (R »richtig*). 73, 12 spacium' suprauniuer sumorbem K (R ,richtig').

18 insvla' Multü K (R »richtig').

74, 28 tant K (R »richtig nicht mehr, eher weniger', aber im

Text: tanJta ).

75, 1 eaqu*V.Fv batis K (R verbesserte eaq batis, aber im

Text eaquMe propatis). 5 animatar \ (?f?7? m K (R bemerkt, dass tur nicht, wohl aber deoru lesbar ist, im Text: animajur deorufn). 24 <*• *"* io K (R im Text LM. Aemüip).

80. 10 cremebatur K (R ohne Bemerkung).

19 querantur K.

81. 11 repperisse K.

85, 11 infant <*> saeditos K (R »richtig^.

23 seuitia K. 88, 6 pedagogus K (R »richtig'). 90, 21 fabu$?8 (litterae letaa man. sec.) K (R bemerkt ,a alt', aber

im Text fabujas). 92, 19 sentW? K (R bezeichnet ia als sichtbar). 97, 8 olymphios K (R ,richtig').

104, 9 (ffT^tatü eis dominatione (mit der ausdrücklichen Bemer-

kung: eis in codice est) K (R bemerkt nichts dazu, scheint aber nach dem Strich am Rande die Variante geprüft und richtig befunden zu haben). 9 interpraetationis K (R ,richtig', nur dass er & übereJ schreibt). 102,20 prestatur K (R ,richtig4).

105, 9 prestant K (R »richtig').

106, 10 ratio (corr. pr. m. e retio) K (R »richtig').

109, 4 corcodriUoß (corr. pr. m. e concodriHos) K (R »richtig').

112, 5 dereliquid K (R ohne Bemerkung).

9 amplexus (corr. pr. m. ex amplectus) K (R schreibt & über ec).

14 II- Abhandlung: v. Harte 1.

p. 113,13 edituum K. 20 cenat K. 114, 14 prcstarc K (R ,richtig').

117, 22 uirili (coit. pr. m. e uirih) K (R ohne Bemerkung). 25 degluHiuä K (R »richtig*).

118, 4 physiologice (corr. pr. m. e physiologiocc) K (R hat über oc die

Buchstaben u. v., die ich nicht verstehe). 131, 4 eneadarum K (R ,richtig'). 132, 18 templiorum K (R ,/, d. h. das i ist getilgt').

Bis auf die Abschätzung der Grösse der beschädigten oder unlesbaren Stellen und die Unterscheidung der Hände sind die Abweichungen beider Collationen im Grossen und Ganzen von geringerer Bedeutung. Die Uebereinstimmung in allen anderen Angaben sichert dem Reifferscheid'schen Apparat jenen Grad von Verlässlichkeit, der bei dieser Handschrift er- reichbar zu sein scheint.

Wenn aber eine kritische Ausgabe Alles zusammen bieten soll, was die Feststellung der ursprünglichen Lesung oder die Beurtheilung gemachter Versuche ermöglicht, so wird man vielleicht ein wichtiges kritisches Hilfsmittel, welches der in ganzen Sätzen und Seiten mit unserer Schrift bald mehr bald weniger tibereinstimmende Text einer anderen Schrift Tertul- lian's, des Apologeticum, darbietet, vermissen. Daneben kommen weit weniger die Auszüge Isidor's, deren Sammlung Klussmann in Aussicht gestellt hat, in Betracht, zumal sie Isidor aus einer Handschrift Tertullian's, die, soweit ich sehe, nicht zu den Besten gehörte, in seine Origines aufgenommen hat. Reifferscheid hatte allerdings bei der Herstellung des Textes das Apologeticum, welches bereits Gothofredus die besten Dienste geleistet hatte, nicht übersehen; aber da mit einer blossen Angabe der bezüglichen Stellen oder einer auszugsweisen Mit- theilung derselben unter dem Text trotz des grossen Raumes, den sie in Anspruch genommen hätte, Niemanden gedient worden wäre, verzichtete er hier auf diese Verweise. Ferner hätten dieselben consequenter Weise auch wieder unter dem Text des Apologeticum wiederholt werden müssen. Somit konnte auch ihm der Index, wo ein Verzeichniss derselben seine Stelle finden wird, einen passenderen Ort für sie zu gewähren scheinen. Indem auch wir von dieser Ergänzung des Reifferscheid'schen Apparates absahen und weil eine richtige Benützung dieser

PatristiMhe Studien. II. 15

Parallelstellen^ welche von voreiligen Schlüssen bewahrt bleiben will, eine genaue Betrachtung ihres ganzen Wortlautes voraus- setzt, will ich hier die Sammlung derselben mittheilen, welche ich mir gelegentlich der Revision des Reifferscheid'schen Werkes anlegte und die, für diese Arbeit unentbehrlich, auch An- deren nicht ganz unerwünscht sein dürfte. Wir gewinnen dabei den Vortheil, Schwierigkeiten des Textes in den bei- gefugten Anmerkungen kürzer erledigen, die Beziehungen der beiden Schriften bequemer überblicken und die davon abhängige Frage, inwieweit die thatsächliche Uebereinstimmung und Ver- schiedenheit in gesunden Stellen die Kritik anderer regeln darf, anschaulicher entwickeln zu können.

Dafür ist die Entstehungszeit beider Schriften nicht ganz gleichgiltig. An beiden hat Tertullian fast zu gleicher Zeit — etwa in der zweiten Hälfte des Jahres 197 n. Chr. — gearbeitet. Während er noch in der Abfassung der Bücher ad nationes begriffen ist, beschäftigt ihn bereits der Gedanke an das, Was er im Apologeticum darzustellen gedenkt. So spielt er mit den Worten I c. 3, p. 62, 15 adeo ut de nomine inimico recedatur, ideo negare conpettimur, dehinc negantes liberamury tota impunitate praeteritorum, iam non cruenti neque incesti, qui nomen illud amisimuB. sed dum haec ratio suo loco ostenditur, uos quam insequimini ad expugnationem nominis, edite auf das zweite Capitel des Apologeticum, mit I c. 7, p. 70, 23 ad utramque causam mortuorum resurr ectio praedicatur. uiderimus defide isiorum, dum suo loco digeruntur] interim credite quemadmodum nos auf Apol. c. 48, mit I c. 10, p. 74, 11 effundite iam omnia uenena, omnia calumniae tela infligite huic nomini, non cessabo ultra repet- iere, at postmodum obtundentur expositione totius nostrae disciplinae auf Apol. c. 17 — 24, 30—36. 39, mit I c. 15, p. 85, 6 uos, si de memoria abierunt quae caede hominis quaeque infan- ücidiis transegisse recognoscimini, recognoscetis suo ordine; nunc enim differimus pleraque, ne eadem uideamur ubi~ que retractare. interim, ut dixi, ex alia parte non deest adae- quatio auf Apol. c. 9, mit II c. 7, p. 106, 9 delibanda enim nunc est species ista (d. i. das mythicum genus deorum), cuius suo loco ratio reddetur auf Apol. c. 22 und 23 an. Diese Be- ziehungen sind so zahlreich und klar und die geschichtlichen Anspielungen in beiden Werken, welche bereits Gothofredus

16 H. Abhandlang: t. Harte 1.

in den Prolegomenen erschöpfend erörterte, so deutlich, dass eine zeitliche Trennung beider nicht möglich und es nicht wohl begreiflich erscheint, wie man die Bücher ad nationes später legen konnte.1 Verräth sich aber in den Büchern ad nationes eine gewisse Hast der Arbeit, welche die Gefühle leidenschaftlicher Erregung und tiefer Bitterkeit gegen die Ver- folger und Verächter christlicher Lehre, das heidnische Volk, voll ausströmen lässt, so zeigt das an die Behörden gerichtete Apologeticum einen gemässigteren und ruhigeren Ton und zwar nicht bloss im rednerischen Ausdruck, sondern auch in der überlegtcrcn Ordnung und Verwerthung einzelner Argumente. Indem Tertullian dabei die Bücher ad nationes ausgiebig benützt, trifft er eine dieser Stimmung und Tendenz entsprechende Auswahl; er trägt kein Bedenken sich abzuschreiben, aber doch auf Schritt und Tritt mit dem sichtlichen Streben, den Ausdruck im Einzelnen zu verändern, zu feilen, zu runden, Gedanken zu modificieren und zu berichtigen. Auch diese ethischen und wenn auch an Zahl geringeren sachlichen Varianten stellen die Priorität der Bücher ad nationes ausser Zweifel. Ich hebe nur einige Proben der Art heraus, welche die folgende Sammlung der Parallelstellen leicht ergänzen lässt; so heisst es:

ad nat. I c. 4-, p. 64, 15 pro stultitiae caecitate laudant quae 8ciunt, uituperant quae nesciunt, im Apol. c. 3, p. 123, 12 (Oehl. ed. mai) höflicher laudant quae sciunt, uituperant quae ignoränt.

ad nat. I c. 7, p. 67, 22 ut nemo recogitet, ne primum illud 08 mendacia seminauerit, quod saepe fit aut aemulationis ingenio aut suspicionü arbitrio aut etiam noua mentiendi uoluptate. sed bene quod omnia tempus reuelat — ut nihil latent etiam quod fama non prodidit, im Apol. c. 7, p. 140, 2 in sonst wörtlicher Uebereinstimmung aut non noua sed in* genita mentiendi uoluptate — ut nihil diu latent quod fama non diMulit.

1 So Grotemcyer Kempener Progr. 1863, welche Arbeit mir unzugänglich war, und Ebert, öesch. der christl.-lat. Lit.1, S. 40. Vgl. dagegen die überzeugende Darlegung E. Noeldechen's über die Ab- fassungszeit, der Schriften Tertullian's in Texte und Untersuchungen zur Gesch. der altchristl. Lit. V 2, 8. 25.

P&tristische Studien. II. 17

ad nat. c. 7, p. 70, 25 ueni, si quis, demerge ferrum in infantem; uel si alterius officium est, tu modo specta morientem an im am antequam uixit, certe excipe rudern sanguinem, im Apolog. c. 8, p. 140, 15 um Vieles vorsichtiger und seinen Ueberzeugungen von dem Wesen der Seele entsprechender tu modo adsiste morienti ho mini antequam uixit, fugientem animam nouam expecta, excipe rudern sanguinem.

ad nat. c. 10, p. 80, 9 uidimus saepe castratum Attin deum a Pessinunte, et qui uiuus cremabatur Herculem induerat, im Apol. c. 15, p. 173, 8 uidimus aliquando castratum Attin, ülum deum ex Pessinunte, et qui uiuus ardebat Herculem in- duerat.

ad nat. c. 11, p. 80, 25 is (Tacitus) enim in quarta Historiarum suarum, ubi de hello ludaico digerit — Iudaeos refert — . p. 81, 7 at enim idem Cornelius Tacitus — in posterio- ribus refert, Apol. c. 16, p. 175, 12 ü enim in quinta Histo- riarum suarum bellum Judaicum exorsus — Iudaeos refert — . p. 176, 5 at enim idem Cornelius Tacitus — in eadem historia refert. Es ist Hist. V c. 3 und V c. 9 gemeint.

ad nat. c. 12, p. 83, 15 castrensis religio — signa ipsi loui praefert, im Apol. c. 16, p. 179, 1 signa omnibus deis praepomt

ad nat. II, c. 16, p. 129, 9 cerasium Cn. Pompeius de Ponto primus Italiae prouolgauit, im Apol. c. 11, p. 158, 11 richtiger male cum Luculi o actum est, qui primus cerasia ex Ponto Italiae promulgauit.

Für den mehrdeutigen oder ungewöhnlichen Ausdruck, den wir später bei der Behandlung dieser Stellen rechtfertigen werden, setzt er den klaren und gewöhnlichen: ad nat. I, c. 7, p. 67, 11 ea condicio Uli (famae), ut nonnisi quod mentüur perseueret, Apol. c. 7, p. 138, 16 ut nonnisi cum mentüur perseueret; c. 10, p. 75, 14 praelatio alterius sine alterius contumelia non potest, nee ulla electio non reprobatione componitur, Apol. c. 13, p. 164, 3 praelatio alterius sine alterius contumelia non potest procedere, quia nee electio sine reprobatione; c. 11, p. 81, 11 perscrutatum nihil simulacri reperisse, Apol. c. 16, p. 176, 9 nullum ittic reperisse simulacrum. Die Figur onzb xotvou findet sich ad nat. I, c. 10, p. 78, 15 quod eneeta et tabida quaeque maetatis, de opimis autem et integris superuacua esui capitula et ungulas und

Sitznngsber. d. phil.-hist. Cl. CXXI. Bd. 2. Abh. 2

18 II. Abhandlung : t. Harte 1.

c. 16, p. 87, 15 cum infantes uestros alienae misericordiae ex- ponitis aut in adoptionem melioribus parentlbus; aber im Apol. c. 14, p. 167, 6 cum enecta et tabidosa et scabiosa quaeque mac- tatis, cum de opimis et integris superuacua quaeque truncatis, capitula et ungulas und c. 9, p. 151, 3 filios exponitis susci- piendos ab aliqua praetereunte misericordia extranea uel adop- tandos melioribus parentlbus emancipatis.

Zahllos sind die Variationen ganzer Phrasen und einzelner Wörter, wofür jede Seite der folgenden Zusammenstellung Be- lege bietet, denen keine stilistische oder andere Absicht, sondern nur das Bestreben zu Grunde liegt, den einmal gebrauchten Ausdruck nicht wieder zu gebrauchen. So wechseln nesciunt und ignorant, uitiant und inrumpunt, adorat und ueueratur, defendit reuincü und excusat condemnat, prohibet und uetat, recognouü und deprehendit, praefert und praeponit, potuit und ualuit, gratulatur und gratias agit, nemini subuenit und nemo retractat, defert und adfert, antistites und religiosi, consacerdos und consecraneus, linguam pastam und linguam comesam, incertus und inconsideratus, mos est und moris est, ab uno aliquando ore exorta und ab uno aliquando principe exorta, nee adeo nuper und proxime u. dgl., woraus sich für die Kritik die nicht immer beachtete Regel ergibt, Abweichungen zu erhalten und ohne zwingende Gründe nicht auszugleichen.

Hie und da werfen diese Varianten auch ein Licht auf die Art und Weise, wie sich Tertullian die Bausteine für seine beiden Werke zusammengetragen, indem er eine ältere, in lateinischer Sprache abgefasste Schrift apologetischen Inhalts benützte, dieselbe, welche Minucius Felix bei der Abfassung seines Dialoges Octavius vor sich hatte. Die Existenz einer solchen Schrift hatte sich mir bereits aus einer Prüfung jener Stellen, aus welchen A. Ebert seine Hypothese, dass Ter- tullian in dem Apologeticum den Dialog des Minucius Felix ausgeschrieben habe, zu begründen versuchte, ergeben (vgl. meine Kecension der Ebereschen Abhandlung in der Zeitschr. f. österr. Gymnasien XX, 1869, S. 348 f.), und sie darf heute, obwohl meine Vermuthung mehr Anfechtung als Zustimmung erfahren hatte, durch die gelehrte und eingehende Beweis- führung Fr. Wilhelm's (De Minucii Felicis Octauio et Ter- tulliani apologetico, 1888, im 2. Bande der Breslauer phil. Ab-

Patristische Stadien, lt.

19

handlungen) als gesichert gelten, wenngleich Ebert in der neuen Auflage seines Werkes sich für nicht überzeugt erklärt. Dieselbe Vorlage also benutzte Tertullian bei Abfassung der Bücher ad nationes und legte sie auch, während er an dem Apologeticum arbeitete, nicht aus der Hand, so dass er sie bald in diesem, bald in jenem Werke treuer wiedergab. Diese Ver- hältnisse näher zu beleuchten, ist nicht Zweck dieser Unter- suchungen, aber weil ihre Erkenntniss die Handhabung der Kritik in einzelnen Fällen regelt, mögen hier einige kurze Parallelstellen mitgetheilt werden, die einer näheren Erörterung nicht bedürfen; andere der Art werden in den Anmerkungen der folgenden Sammlung beigebracht.

ad nationes I c. 1, p. 60, 12

neminem pudet7 neminem paenitet , nisi tantum pri8tinorum.

c. 10, p. 78, 8

fa c il ins enim per Cae- sarem peierantes puni- rentur quam per ullum lauem.

c. 11, p. 81, 17

sant uos totos asinos Colitis et cum sua Epo~ na.

c 16, p. 87, 9

inprimis cum infantes uestros alienae mise- ricordiae exponitis aut in adoptionem meüo- ribus parentibus, obli- uiseiminiquanta materia

Apolog. c. 1, p. 116, 4(Oehl.).

neminem pudet, neminem paenitet, nisi plane re- tro non fuisse.

c. 38, p. 229, 6

citius denique apud ups per omnes deos quam per unum genium Caesaris peieratur.

c. 16, p. 177, 2.

uos tarnen non negabitis et iumenta omnia et to~ tos canÜierio8 cum sua Epona coli a uobis.

c. 9, p. 151, 1

iam nunc recogitate quantum liceat erroribus ad incesta miscenda sup- peditante materias pas- siv, i täte luxuriae. in- primis filio8 expon it is

Octauius 28,2 (Halm)

ut Chrütianu8 reus nee erubesceret et unum 80- lummodOf quod ante nonfuerit,paenüeret.

29,6

et est eis tutius per Iouis gen iu m peierare quam regia.

28, 7.

nisi quod uos et totos a s in 08 in stabulis cum uestra uel 1 Epona consecratis.

31,4

etiam nescientes, miseri, potestis in inUcita pro- ruere : dum Venerem promisce spargitis, dum passim Ubero8 seritis, dum etiam dornt natos

1 uel weist auf keine Lücke, wie Eigaltius annahm, der cum uestra uel {sua) schrieb, sondern wird als ursprüngliche Lesart durch ad nat. et cum sua bestätigt.

2»

20

II. Abhandlung: v. Harte 1.

ad nationes

incesU subministrctur, quanta occasio casibus aperitur.

II c. 2, p. 96, 6

Ptatonici quidem deum (exponunt) curantem re- rum et arbürum et iu- dicem, Epicurei otiosum et inexercitum et, ut ita dixerim, neminem.

c. 12, p. 119, 8

exatat apud litteras ue- stras usquequaque Sa- turn* census. legimus apud Cassium Seuc- rum, apud Comelium Nepotem et Tacitum, apud Graecos quoque Diodorum quiue alii an- tiquüatum canas colle- geruntA

c. 12, p. 119, 16.

urbs quam depalaue- rat (Saturnus) Saturnia usque nunc est.

Apolog.

8U8cipiendo8 ab aliqua praetereunte mise- ricordia extranea uel adoptandos melioribus parentibus cmancipatis.

c. 47, p. 288, 2

et Platonici quidem cu- rantem rerum , contra Epicurei otiosum et in- exercitum et, ut ita di- xerim, neminem hu- man t8 rebus.

e. 10, p. 155, 2

Saturnum itaque , si, quantum litlerae docent, neque Diodorus Grae- cu8 aut Thallus neque Cassinis Seuerus aut Cornelius Nepos ne- que uttus commentatpr eiusmodi antiquitatum aUud quam hominem promulgauerunt.

c. 10, p. 165, 10

ciuitas2 quam depala- uerat Saturnia usque nunc est.

Octauius

alienae mtsericor- diae ßrequenter expo- nitis, necesse est in ue- 8tro8 recurrere, in filios inerrare.

19,8

Epicurus qui deos aut 0U08O8 fingit aut nul-

l08.

21,4

Saturnum — omnes 8criptore8 uetustatis Graeci Romanique ho- minem prodiderunt. seit hoc Nepos et Cassius inJustoria, et Thallus ac Diodorus hoc lo- quuntur.

21,6.

urbem Saturniam idem de suo nomine et Ianicu- lum Ianus reliquerunt.

Was nun die Sammlung der Parallelstellen beider Schriften betrifft, die ich hier folgen lasse, so war ich Vollständigkeit zu erreichen bemüht und habe nur solche nicht in Reihe ge- stellt, wo zwar dieselben Gedanken, aber in ganz verschiedener Fassung oder nur vereinzelte, gleiche Phrasen in sonst ab- weichendem Zusammenhang begegnen, wie

1 Auch diese Stelle stammt mit ihren Zeugnissen aus Varro's rerum diuinarum libri. Vgl. Wilhelm a. a. 0. S. 45 und Erdm. Schwarz de M. Terentii Varronis apud sanetos patres uestigiis Jahrb. f. Phil. Supplem. XVI, S. 429. 482. Tacitus (Hist. V 2, 4) fügt er aus Eigenem bei.

2 ciuitas stand wahrscheinlich in der gemeinsamen Quelle, die auf Varro zurückging (vgl. Wilhelm a. a. O. S. 49). Wenigstens lässt die stilistische Tendenz des Minucius Felix errat he n, weshalb er ciuitas verschmähte.

Patrittische Stadien.

11.

21

ad nat. I,

c. 7,

P-

70, 19 ~

Apolog

. C. 8,

p. 140, 11.

ff

c. 9,

P-

73, 27 a

tt

c.41,

p. 271, 6. 272, 16.

rt

c. 10,

P-

74, 28 ~

n

c. 6,

•

p. 136, 7.

ft

P-

75, 1 flä

ff

ft

p. 136, 9.

n

P-

75, 8 ££

tt

c. 12,

p. 163, 9.

tt

P-

78, 23 ä

ff

c. 14,

p. 168, 4.

ff

c. 16,

P-

87, 8 ~

tt

c. 9,

p. 151, 1.

P

c. 17,

P-

88, 23 2ä

tt

c. 35,

p. 242, 10.

ff

88, 25 ~

n

c.28,

p. 228, 15.

rt

89, 12 ss

tt

n

p.243, 6.

»?

ii,

c. 13,

P-

121,11 ~

n

c. 11,

p. 157, 5.

n

P-

122, 6 ~

rt

n

p. 157, 16.

Dieselben finden übrigens, insofern sie bei der Constituierung des Textes in Betracht kommen, in dem dritten Heft der ,Patrist. Studien' Berücksichtigung. In dem Text des Apologe- ticum, welchem die grosse Ausgabe Oehler's zu Grunde liegt, habe ich hie und da Varianten des Codex F(uldensis), von dem mir eine genaue Collation Reifferscheid's